Neue Kletterhalle für das Poststadion

Schon seit einigen Jahren wird geplant. Zwar war zu Beginn noch nicht klar, wo das neue Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins (DAV) stehen soll, doch schließlich entschied sich die Sektion Berlin des DAV für das Eckgrundstück Lehrter- /Seydlitzstraße. Dort war zu wenig Platz und bereits im vergangenen Sommer berichtete MoabitOnline, dass die neue Kletterhalle bald neben den neuen Fußballfeldern entstehen soll (hier ist eine Karte des neuen Südzugangs ins Poststadion eingebunden). Damals hieß es: Fertigstellung 2011. Nun wurde vor einigen Moanten die Baugenehmigung erteilt und die Planung ist in eine konkrete Phase eingetreten.

Bei der Betroffenenratssitzung Lehrter Straße im September (hier das Protokoll) berichtete Walter Welzel, DAV-Projektleiter, über das Bauvorhaben. Im Frühjahr haben Probebohrungen stattgefunden zur Sondierung des Baugrunds. Im Mai hatte die Mitgliederversammlung des DAV die Bausumme auf 2,1 Mio. aufstocken müssen. Denn das Kletterzentrum wird vom DAV aus eigenen Mitteln errichtet, während das Grundstück vom Bezirk Mitte im Rahmen der Sportstättenverordnung zur Verfügung gestellt wird.

Zur Zeit werden in enger Zusammenarbeit mit dem Büro Hierholzer Architekten die Materialien ausgesucht. Ein Arbeitseinsatz für DAV-Mitglieder zur Beräumung des Grundstücks ist vorgesehen. Die Bauzeit soll etwa 6 Monate betragen. Die Eröffnung ist voraussichtlich für Herbst 2012 geplant.

Hier ist der Lageplan herunterzuladen. Auf der öffentlichen Fläche neben dem neuen Weg ins Poststadion sollen 3 Meter hohe sogenannte Boulderfelsen entstehen, die der DAV mit betreuen will. Das Grundstück selbst wird aus Haftungsgründen eingezäunt, 2 Behindertenparkplätze wird es hinter dem Haus geben. Anlieferung, Müllabfuhr etc. fahren von der Seydlitzstraße aus zum Kletterzentrum. Im nördlichen Grundstücksbereich bleiben alte Bäume erhalten, für die anderen gibt es Ersatzpflanzungen. Zur Zeit läuft noch die Klage eines der beiden Betreiber von privaten Kletterhallen in Berlin, der das Vorhaben verhindern möchte. Weitere Einzelheiten bitte im Protokoll nachlesen. Die Betroffenenratsmitglieder begrüßen das Vorhaben des DAV grundsätzlich und freuen sich auf neue Sportangebote im Poststadion.

Weitere Architekturgraphik und Bilder des Modells sind hier zu finden. Wir danken den Architekten Hierholzer für die Genehmigung das Bild zu veröffentlichen.

Nachtrag:
Kraxeln in Moabit” heißt der Artikel aus der Berliner Woche. Das Berliner Abendblatt berichtete in der Ausgabe vom 12. Novermber 2011 über das Kletterzentrum, das auch für Familien, Kinder, Behinderte günstige Angebote machen wird.

Demgegenüber ist nach Unterzeichnung des Mietvertrages der Verband kommerzieller Kletterhallen KLEVER  e.V., voran Eide Johann Dücker, Geschäftsführer der Magic Mountain GmbH, mit Informationen über das Verwaltungsgerichtsverfahren an die Öffentlichkeit gegangen. Sie halten die Unterstützung des DAV nach dem Sportanlagengesetz für eine unzulässige Subvention und Wettbewerbsverzerrung. Darüber wird seit zwei Jahren in Foren diskutiert.

Und auch in der Berliner Woche vom 11.1.2012 über das Verwaltungsgerichtsverfahren berichtet.

4 Kommentare auf "Neue Kletterhalle für das Poststadion"

  1. 1
    L.S. sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel!

    Das klingt doch alles sehr gut. Endlich eine Gelegenheit, um mich von meiner Höhenangst kurieren zu lassen :-)

  2. 2
    Kletterfreund sagt:

    Am 26. Oktober wurde der Mietvertrag mit dem Bezirksamt unterzeichnet, wie hier in den News zu lesen:
    http://www.dav-kletterzentrum.de/home.html

  3. 3
    Jürgen Schwenzel sagt:

    Verwaltungsgericht Berlin verfügt Baustopp

    Der Alpenverein darf nach einem Eilbeschluss des Verwaltungsgerichts Berlin vom 26.4.2012 vorerst das Kletterzentrum nicht errichten bzw. nutzen.

    Das für den Bau in Aussicht genommene Grundstück in der Lehrter Straße wird dem Verein vom Bezirksamt Mitte von Berlin unter Berufung auf das Sportförderungsgesetz zu einem deutlich günstigeren als dem marktüblichen Mietzins zur Verfügung gestellt (jährlich 1.132,92 Euro).

    Hiergegen wandte sich eine kommerzielle Betreiberin einer Kletterhalle in Berlin, die eigenen Angaben zufolge für die von ihr angemietete Halle eine monatliche Miete von 17.500 Euro zahlen muss. Sie meinte, die Förderung des Alpenvereins verstoße gegen die Beihilferegelungen des EU-Rechts.

    Die 20. Kammer des Verwaltungsgerichts hat sich im Eilverfahren dieser Rechtsansicht angeschlossen und dem Bezirksamt aufgegeben, gegenüber dem Alpenverein einen Bau- und Nutzungstopp auszusprechen. Die Antragstellerin, die sich in einer konkreten Wettbewerbssituation zum Alpenverein befinde, habe einen Anspruch darauf, dass das sogenannte gemeinschaftsrechtliche Durchführungsverbot beachtet werde. Danach darf eine Beihilfe, die – wie hier – nicht bei der Europäischen Kommission angemeldet wurde, nicht gewährt werden. Nach Ansicht der 20. Kammer spricht bei summarischer Prüfung viel für das Vorliegen einer Beihilfe.
    Es spiele keine Rolle, ob der Alpenverein mit oder ohne Gewinnerzielungsabsicht handele; das Kletterzentrum sei auch keine rein soziale Einrichtung ohne Marktbezug. Deshalb werde der Verein als Unternehmen tätig, das am Markt eine Dienstleistung anbiete. Die gewährte Begünstigung sei auch geeignet, den Wettbewerb zu verfälschen, weil nach einer Marktanalyse ein Preiskampf zwischen den Anbietern zu erwarten sei.
    Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

    Die vollständige Pressemitteilung zum Beschluss VG 20 L 91.12 des Verwaltungsgerichts ist hier nachzulesen.

    Bemerkung: Die in der Mitteilung des Gerichts genannten “Mietpreise” sind allerdings nicht direkt vergleichbar, weil es sich die “Miete” beim Alpenverein nur auf das Grundstück bezieht, das Gebäude will der Alpenverein selber finanzieren und errichten. Bei dem Vergleichsobjekt handelt es sich dagegen offenbar um die Miete für die nutzbare Halle.

  4. 4
    Susanne sagt:

    Gerade ist vor ein paar Tagen der Bauzaun aufgestellt worden!

Schreibe einen Kommentar