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Verladerampe für Gasturbinen

Am 20. Dezember 2011, 19.00 Uhr findet im Nachbarschaftstreff des Stadtschloss Moabit, Rostocker Straße 32b, eine Bürgerinformationsveranstaltung statt, bei der die Planung für den Bau einer neuen Verladerampe für den Transport der Gasturbinen aus dem „Siemens AG Energy Sector Fossil Power Generation Division“ Gasturbinenwerk an der Huttenstraße auf’s Schiff und die Auswirkungen des neuen Transportweges auf den Kiez vorgestellt werden. Der Bau der Verladerampe – ursprünglich schon für 2010 angekündigt – soll nunmehr im Frühjahr 2012 beginnen und im Herbst 2012 abgeschlossen sein. Bauherr ist die BEHALA.

Transport des Prototyps der neuen Turbine aus dem Siemens-Werk, Foto:BEHALA

Die im Moabiter Werk produzierten Gasturbinen werden an Kunden in aller Welt ausgeliefert. Bisher erfolgt der Transport der Turbinen zur Verladung auf’s Schiff in den Nachtstunden über Turmstraße bzw. Alt-Moabit und Putlitzbrücke zum Westhafen. Über die Jahre verlangte der Gasturbinenmarkt immer leistungs­stärkere und damit auch schwerere Maschinen. Das Gewicht der von Siemens neu entwickelten Gasturbine „SGT5-8000H“ von 520 Tonnen ist für den Transport auf dem bisherigen Weg zum Westhafen zu hoch, die Tragfähigkeiten von Brücken und Tunneln lassen den Transport auf dieser Strecke nicht zu. Daher wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ein neues Logistikkonzept für den Transport entwickelt.

Visualisierung der RoRo-Rampe am Charlottenburger Verbindungskanal, Grafik: BEHALA

Am Charlottenburger Ver­bin­dungs­­kanal wird an der Straße „Neues Ufer“ nahe der Einmündung zur Huttenstraße eine sogenannte „Roll on Roll off Rampe“ (kurz RoRo-Rampe) gebaut. An der Rampe kann ein speziell entwickeltes Spezial­schiff der BEHALA anlegen, auf das ein Schwer­transport­verlade­fahr­zeug samt der Turbinenlast direkt herauffahren kann. Das Spezial­schiff transportiert als „shuttle“ die Turbine bis zum Westhafen, wo die Turbine für den weiteren Wasserweg (bis zu einem Seehafen) auf ein anderes Schiff umgeladen wird. Die Videoanimation der BEHALA veranschaulicht den Transport mit dem shuttle:

[flowplayer src=’http://www.behala.de/flvplayer/content/animation_behala_schwergutshuttle.flv‘ width=620 height=464 splash=’http://www.moabitonline.de/wp-content/uploads/2011/12/BehalaShuttle620x464.jpg‘]

Der Straßentransport der Turbinen verläuft von der Werksausfahrt in der Wiebestraße zur Huttenstraße und weiter zum Neuen Ufer in den Einfahrtbereich zur Rampe. Grundsätzlich erfolgt die Verladung sämtlicher Turbinen aus dem Siemens-Standort über diesen Weg. Dadurch wird der bisher nachts genutzte Transportweg auf einer Strecke von ca. 5 km vom Schwerverkehr spürbar entlastet. Die Transporte finden zukünftig tagsüber auf einer Strecke von nur noch ca. 700 m statt. Auf dem kurzen Stück an der Westseite der Wiebestraße muss für den Transport mit dem 6,30 m breiten Straßenfahrzeug ein Halteverbot eingerichtet werden. Im weiteren Verlauf des Transportweges Huttenstraße und Neues Ufer sind keine zusätzlichen Halteverbote notwendig. Wenn ein Transport zur Rampe stattfindet, wird die Buslinie M 27 punktuell umgeleitet, sodass nur für kurze Zeit die Bushaltestelle „Neues Ufer“ nicht bedient wird, die Haltestellen an der Huttenstraße sowie Goslaer Platz können auch während der Transporte weiter genutzt werden.

Nachtrag:
H.E. hat unten im Kommentar Nr. 14 auf den Artikel in der Berliner Woche vom 14.12.2011 verwiesen, das pdf ist jedoch immer nur ca. 3 Wochen im Netz zu finden.

Dann kann es jedenfalls nicht mehr vorkommen, dass ein falsch geparktes Diplomatenfahrzeug den Turbinen die Fahrroute versperrt.

Bericht über den ersten Spatenstich am 14.3.12 auf der QM Moabit West Seite und im Berliner Abendblatt.

Zur Infoveranstaltung präsentierte die BEHALA zusätzlich eine Visusalisierung des Transports vom Siemenswerk bis auf das Shuttle-Schiff:

Bericht in der Berliner Morgenpost über den Transport der bisher größten Gasturbine.

35 Kommentare auf "Verladerampe für Gasturbinen"

  1. 1
    Lothar says:

    Na, wer bei Moabit Online ist als erster dagegen?

  2. 2
    Martin says:

    kleine Korrektur:
    zur Rampe stattfindet, wird die Buslinie M 27 punktuell umgeleitet, sodass nur für kurze Zeit die Bushaltestelle „Neues Ufer“ NICHT bedient wird, die Haltestellen an der Huttenstraße sowie Goslaer Platz können auch wä

  3. 3
    Jürgen Schwenzel says:

    Ohje, da fehlte im Text zur Haltestellenbedienung „Neues Ufer“ tatsächlich das „nicht“, ist jetzt korrigiert. Wäre aber auch wirklich ein Ding, wenn diese Haltestelle künftig nur zu den Transporten bedient würde – als Service für die Verladeschaulustigen.

  4. 4
    vilmoskörte says:

    Schwergutleichter ist ein schönes Wort.

  5. 5
    L.S. says:

    Keiner ist dagegen, das hoffe ich zumindest, weil es doch eine sinnvolle Lösung ist und darüber hinaus deutlich macht, dass es in Berlin auch noch eine wirkliche industrielle Basis gibt.

  6. 6
    Thomas says:

    Mal gespannt was die sogenannten ‚Baumschützer‘ dazu sagen werden …

  7. 7
    H. E. says:

    Die Verladung am Neuen Ufer zu machen, finde ich gut. Trotzdem ergeben sich m. E. folgende Fragen:

    Warum hat man gerade das Stück des Ufers genommen hat, das mit öffentlichen Mitteln vor wenigen Jahren unter Leitung des QM restauriert wurde und wo es vom Bild her am schönsten ist und am meisten wahrgenommen wird.

    Ginge die Verladung nicht auch an einem Ende der beiden Sackgassen, wo das Ufer eh niedriger ist? Z. B. auf dem Gelände der Wasserschutzpolizei hinter der Schule, auf dem es sich die Wapo auf sehr, sehr viel Platz gut gehen läßt?

    Und warum muss mit einer Rampe die Böschung zerstört werden, ginge es nicht auch mit einem Kran, z. B gerade an einer der Sackgassen, die von der Sickingenstraße nach Norden abgehen? Dort ist eh rechts und links Gewerbe vorhanden. Bei der Fahrtroute über die Sickingenstraße müßte dann z. B. auch nicht die Buslinie umgeleitet werden.

    Ich hoffe, dass Siemens und das BA diese Fragen auf der Infoveranstaltung ausreichend beantworten können und werden.

  8. 8
    vilmoskörte says:

    zu 7: Wahrscheinlich geht der Schwerlastleichter, wenn eine dicke Turbine drauf liegt, nicht mehr unter der Brücke Kaiserin-Juste-Allee durch.

  9. 9
    Rané says:

    Nun aber, das werden die schon hinkriegen, es gibt in Moabit und Berlin doch wohl noch andere Probleme. Bildung, Wissenschaft, Kultur und Arbeitsplätze !!!

  10. 10
    Thomas says:

    zu 7. Die Frage ist zwar nicht unberechtigt, weil es tatsächlich schade wäre um das vor nicht allzu langer Zeit neu gestaltete Neue Ufer. Eine Verlegung an die Ufer nördlich der Sickingenstr. wäre in jeder Hinsicht sinnvoller.

    Das geht aber aus einem ganz einfachen Grund nicht: Diese Ecke gehört nicht mehr zu Moabit, sondern zu Charlottenburg (da standen früher ein paar Speicherbehälter des Charlottenburger Gaswerks drauf, deshalb wurde damals anno ’38 beim Anschluss an Moabit dieser kleine Zipfel ausgespart).

    Da müsste man ja sozusagen über Bezirksgrenzen hinwegverhandeln! Viel zu komplizert.

    Überhaupt ganz heikle Geschichte das. Die Charlottenburger haben nämlich schon lange heimlich Angst, dass die Moabiter Ansprüche auf diese Enklave erheben könnten, weil das Gaswerk ist ja gar nicht mehr da. Die in große Holzkisten verkleideten Gas(!)turbinen könnten sozusagen als trojanisches Pferd aufgefasst werden, und wo das alles hinführen kann – nicht auszudenken 😉

  11. 11
    Carsten says:

    @10 und 7. M.E. gibt es nach Norden hin zu wenig Platz für die Rampe im notwendigen begrenzten Gefälle zwischen den beiden Brücken. Klar kann man einen 500-Tonnen-Kran bauen. Aber mit Fundament ist das ein ganz schön gewaltiges Ding mit entsprechenden Kosten. Selbst im Westhafen erfolgt die Verladung nur mit zwei zusammengestellten Kränen im Tandembetrieb. Ich sehe ehrlich gesagt keine bessere Lösung als die vorgeschlagene.

  12. 12
    H. E. says:

    Zu der Informationsveranstaltung am 20. Dezember im Stadtschloss in der Rostocker Str. 32 kommt übrigens auch der neue Stadtrat für Stadtentwicklung Carsten Spallek.

    @ Nr. 10
    Der Zipfel ist ja’n Ding. Sollte man schleunigst abschneiden, denn ein guter Transport der Turbinen aber auch ein guter Städtebau und öffentlicher Nahverkehr sind ja im sogenannten „Gesamtinteresse Berlins“.
    Nur wegen eines derartigen Zipfels alle paar Tage den Bus M 27 umleiten zu müssen, kann ja auch nicht im Interesse von Siemens sein. Diese Linie ist eh schon ein Beispiel für dauernde extreme Unpünktlichkeit.

    Ansonsten:
    Gibt es schon eine Baugenehmigung für die Rampe ?
    Ist diese Veranstaltung eine von Siemens initiierte Information oder ist das eine vorgeschriebene Veranstaltung im Rahmen der Bürgerbeteiligung ?

  13. 13
    Thomas says:

    @ 11: Dem Ingeniör ist nix zu schwör!

  14. 14
    H. E. says:

    @ Kommentar Nr. 13

    Sehe ich auch so. Mein Eindruck ist, dass Senat, Bezirksamt und „Stadtumbau West“ den einfachsten Weg gegangen sind. Die Folge ist, dass wieder eine schöne städtebauliche Situation versaut wird und 1 bis 3 mal pro Woche (!!) der Bus M 27 tagsüber (!!) umgeleitet werden muss. Und das bis in alle Ewigkeit !!

    Unbestritten ist, dass für Siemens alles getan werden muss. Siemens ist jedoch offenbar nicht der Auftraggeber, sondern die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA), die der Stadt Berlin gehört !!

    Einen Bericht findet man in der Berliner Woche unter dem Titel “Turbinen kommen übers Wasser” http://berliner-woche.de/fileadmin/Wochenblatt-Ausgaben/2011/1150_TG.pdf

  15. 15
    H. E. says:

    War denn überhaupt jemand trotz weihnachtlichem Stresstest bei der Info-Veranstaltung und gab es dort Neuigkeiten insbesondere zum Verfahren? Mich würde auch interessieren, wie gut oder schlecht die Veranstaltung zu diesem absurden Termin besucht war: 4 Tage vor Weihnachten und nur zwei Monate vor dem Baubeginn.

  16. 16
    Sonja Kreitmair says:

    Ich war bei der Veranstaltung dabei, und ich kann berichten: Die Veranstaltung war durchaus gut besucht. Es wurden kritische Fragen gestellt (zu möglicher Lärmbelastung, zu Behinderugnen des Busverkehrs, zu Parksituation, zur Ansicht des Ufers…), , die aber alle befriedigend beantwortet wurden, so dass die Teilnehmer nach meinem Eindruck am Ende durchaus zufrieden nach Hause gingen.
    Im Frühjahr und Sommer soll gebaut werden (wobei die Phase mit etwas mehr Lärmbelästigung nur wenige Wochen dauert, danach sind Erd- und Pflasterarbeiten dran bzw. die Trocknungsphase für den Beton). Benutzbar ist die Rampe ab Herbst 2012. Anwohner können sich auf eine Mail-Liste eintragen lassen, und werden aktuell informiert. Außerdem wurde angeregt, eine Web-Seite einzurichten, auf der man sich aktuell informieren kann.
    Zusammenfassend: Ich war zufrieden.

  17. 17
    H. E. says:

    Hat man mögliche Alternativen untersucht und wenn ja, welche?
    Gibt es bereits eine Baugenehmigung?
    Hat ein Bebauungsplanverfahren stattgefunden?
    Hat es rechtzeitige Bürgerbeteiligungen gegeben?
    Gibt es einen finanziellen Ausgleich für die vor wenigen Jahren in die Herrichtung der Uferböschung und der Promenade gesteckten öffentlichen Gelder?

    Und was kann zu der Zerstörung des vor kurzem extra für die Erholung erneuerten Ufers positives gesagt worden sein? Meiner Meinung nach findet hier ein genauso grottenschlechter Stadtumbau statt wie bei allem, was entlang der Lehrter-, Siemens- und Quitzowstraße entstanden ist oder noch entstehen soll: Hotels, Baumarkt, Tolmien-Lagerhaus, Großmarkt. Von behutsamer Stadterneuerung oder von behutsamem Stadtumbau m. E. keine Spur!

  18. 18
    Veranstaltungsbesucher says:

    Wäre vielleicht eine gute Idee gewesen, zu kommen und diese Fragen zu stellen. Die Fragen der direkten Anwohner und Anwohnerinnen drehten sich um die Themen, die Sonja Kreitmair oben bereits benannt hat.
    Eine Alternative wurde auch angesprochen, nämlich die Rampe nördlich der Sickingenstraße zu bauen. Da konnte dann allerdings jeder schon auf der Karte erkennen, dass das nicht möglich wäre, da hier die Strecke bis zur Eisenbahnbrücke nicht ausreichen würde.
    Die anderen Fragen wurden meines Wissens nach nicht gestellt. Baugenehmigung ist da, wenn ich das richtig verstanden habe.

  19. 19
    H. E. says:

    Um ehrlich zu sein: Ich bin nicht zu der Veranstaltung gegangen, weil ich mich so kurz vor Weihnachten nicht mehr vom Bezirksamt und von S.T.E.R.N. nerven lassen wollte.

    Zu einer Alternative: Eine Rampe nördlich der Sickingenstraße ist keine Alternative, obwohl die Rampe dort viel kürzer wäre, da das Ufer mehrere Meter niedriger ist. Die Alternative wäre dort eine Krananlage. Und wenn die 520 Tonnen schweren Turbinen im Westhafen mit einem Autokran für 1000 Tonnen verladen werden (siehe Artikel bei http://www.moabitwest.de/Gasturbinentransport-durch-Moabit.4086.html), dann wird Ingenieuren auch ein Kran oder eine Containerbrücken-ähnliche Lösung für diese Stelle einfallen.

    Bei der Veranstaltung wurde offenbar gesagt, dass im letzten Jahr 55 Turbinen transportiert wurden. Wurde auch gesagt, dass das nicht nur 1 Fahrt pro Woche und 55 Fahrten im Jahr bedeutet, sondern 2 pro Woche und 110 im Jahr, da der Tieflader ja auch wieder zurück muss?

    Und zur Baugenehmigung: Im Flächennutzungsplan 2009 ist der Uferstreifen als Grünfläche ausgewiesen und da kann meiner Meinung nach das Bezirksamt nicht so einfach mal eben eine Baugenehmigung für eine Industrie- oder Hafenanlage an dieser Stelle erteilen. Ich muss also noch mal fragen: Was sind dieser Baugenehmigung für Verwaltungsakte vorangegangen und welche Bürgerbeteiligung hat es dazu gegeben?

    Ich würde mich freuen, wenn „Carsten“ zu dem baurechtlichen Thema etwas sagen würde. Außerdem fände ich es gut, wenn Siemens sich hier an dieser Diskussion beteiligen würde. Möglicherweise sind ja dann die Fragen schnell vom Tisch.

  20. 20
    Susanne Torka says:

    Wieso Siemens? Bauherr ist die Behala.

  21. 21
    Lothar says:

    Entschuldigung aber: Der Herrgott rette uns bitte vor den H.E.s dieser Welt. Immerhin bleibt Moabitonline seiner Linie treu: Wir finden hier alles zu erstmal blöd. Wir sind hier erstmal gegen Alles. Ausser es wahrt unserer Besitzstand – sei er nun die Blume in Vorgarten oder die monatliche Renten und Hartz4-Zahlung. Wirtschaft darf es nur geben, wenn sie auswirkungsfrei stattfinden. Am besten woanders – im Süden der Republik und wir lassen uns das hier über Transferleistungen von dort alimentieren.

    Mein Gott, was hätten diese Sorte Leute denn gemacht, als Berlin noch mehr als 1 Mio Industriearbeitsplätze hatte (dh bis in die 30iger Jahre). Vielleicht wünschen sie sich ja den Londoner Finanzkapitalismus. Das gibt’s dann auch keine Tieflader.

  22. 22
    H. E. says:

    Weil ich bisher davon ausging, dass Siemens seine Transportprobleme besser kennt und eher Altenativen untersucht hat als die BEHALA.

    Aber letztlich wären Auskünfte zweckdienlich von
    -Siemens,
    -der BEHALA,
    -der Abt. Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte,
    -Ex-Stadtrat Ephraim Gothe, der ja wohl auch für dieses noch verantwortlich war,
    -der S.T.E.R.N. GmbH, Gesellschaft für behutsame Stadterneuerung, und
    -den Fraktionen der BVV Mitte, denen Moabit am Herzen liegt.

    Und zu Kommentar 19 möchte ich noch ergänzen:
    Wer sagt denn, dass es allein bei den Transporten von 520-Tonnen-Turbinen bleibt? Der Bauherr und Eigentümer der Rampe und des Lastkahnes ist die BEHALA. Könnte die nicht z. B. beides auch für die Transporte anderer Dinge und anderer Auftraggeber nutzen, sowohl aus der Stadt als auch in die Stadt? Wurde darüber etwas gesagt? Was passiert denn dann mit dem Kiez und dem Bus M 27?

  23. 23
    H. E. says:

    @ 21

    Nicht vergessen: Berlin besteht nicht nur aus Kapital, Investoren, Handel und Industrie, sondern auch aus Menschen, die einen Anspruch auf ein lebenswertes Umfeld haben. Es gilt daher, den gerechten Ausgleich zu finden. Dieses unterscheidet 2011 von den 30er Jahren.

    Ansonsten:
    Vielen Dank an die Moabit-Online-Redaktion für die tolle Arbeit auch in diesem Jahr und allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

  24. 24
    prolet says:

    Zu H.E.: „Um ehrlich zu sein: Ich bin nicht zu der Veranstaltung gegangen, weil ich mich so kurz vor Weihnachten nicht mehr vom Bezirksamt und von S.T.E.R.N. nerven lassen wollte.“

    Interessant! Aber jetzt hier im Forum Forderungen nach Beantwortung von Fragen stellen und gleich noch Arbeitsaufträge verteilen. Um es vorweg zu sagen: Selbst ohne ständige Teilnahme an Ausschuß- und anderen Sitzungen weiß ich seit etlichen Jahren, daß da eine Verladeanlage hinkommen soll. Die „Grünalnage“ ist eine weitestgehend für die Bevölkerung nicht nutzbare Böschung, lediglich der Gehwegbereich ist umgestaltet worden. Die Signatur im FNP 2009 zieht sich durchgehend über Uferwanderwege an der Spree und am Landwehrkanal, ein Ziel für diesen Uferwanderweg gibt es aber ab der Sickingenbrücke auf dem Ostufer aber nicht, weil dort bekanntlich das Großmarktgelände beginnt.
    Ich vermute, daß die schräge Böschung auch nicht zur „Grünanlage“ gehört, sondern dem Wasserstraßenamt als Betriebsfläche unterstellt ist (wie praktisch alle (ehemaligen) Ladestraßen und Leinpfade). Wem tut man da mit einer Rampe weh, mitten im Industriegebiet? Gewiß, es gab da einmal einen Gleisanschluß zur AEG, der früher sogar bis zur BAMAG südlich der Huttenstraße gereicht hatte, aber mit einer LÜ-Sendung im Niveau eine stark befahrene S-Bahn-Trasse und eine gut genutzte Fernbahntrasse mit Oberleitung zu kreuzen ist auch sehr bedenklich. Was bleibt also als Alternative? Eine Schwerlastkrananlage wäre weitaus teuerer als eine Rampe und sie erfüllte dort nur diesen einen Zweck. Und da solchen Anlagen so gut wie nie von Leuten wie Gehry oder Libeskind geplant werden, sind sie als hoch aufragende Bauwerke wahrlich keine städtebaulichen Highlights!
    Und was soll die Polemik mit den Tiefladerleerfahrten? Die finden jetzt schon statt und gehen durch halb Moabit – ich bekomme diese Fahrten regelmäßig mit!
    Also: Entweder selber hingehen und Fragen stellen oder einfach mal die Klappe halten! (Oder: Geh doch in den Osten, wenn es Dir hier nicht gefällt!)

  25. 25
    vilmoskörte says:

    @H.E. Ich wünsche ein ruhiges und besinnliches Fest und ein Frohes Neues Jahr mit mehr Ausgeglichenheit und weniger Argwohn gegen Veränderungen, Bezirksämter, Politiker, und was es sonst noch alles geben mag, gegen das man sein kann.

  26. 26
    Redaktion says:

    Bericht von der Veranstaltung auf der QM Moabit West Seite:
    http://www.moabitwest.de/Gasturbinentransport-durch-Moabit.4086.0.html

  27. 27
    Martin says:

    Ich bin gespannt, ob das leere Transportvehikel auf dem Rückweg genug Platz hat für die 130-Grad Wende in die Huttenstraße, oder ob es über die Sickingenstraße nach Hause gebracht wird.

  28. 28
    L.S. says:

    Ich frage mich, ob es bislang überhaupt schon einmal ein kommerzielles oder industrielles Projekt gab, dass hier auf MoabitOnline positiv bewertet wurde. Dabei sind wirtschaftliche Investitionen das einzige, was Berlin und insbesondere Moabit voranbringen kann. Denn das zentrale Problem in Berlin sind nicht in erster Linie die steigenden Mieten, sondern die hohe Anzahl von Arbeitslosen und die niedrigen Löhne. Das wird man mit keinem noch so gut gemeinten Sozialprogramm lösen können, sondern nur durch wirtschaftliche Investitionen und einen vernünftigen Mindestlohn. Alles andere zementiert nur die Abhängigkeit von Transferleistungen. Man kann nur hoffen, dass der neue Berliner Senat die Wirtschaftspolitik endlich zu seiner zentralen Aufgabe macht.

  29. 29
    Lothar says:

    @L.S …wahre Worte! Sozialprogramme zementieren nur Abhängigkeiten and Asymetrien. Sie können nie mehr sein, als ein Erträglichmachen des Scheiterns. Es wäre zu wünschen, dass sich auch bei mehr Lesern von Moabitonline die Erkenntnis durchsetzt, dass mit einer so negativen Einstellung kein Blumentopf zu gewinnen sein wird – und man den jetzigen, traurigen Zustand nur fortschreibt.

    Dabei ist die Lage im Siemenswerk noch traumhaft. In anderen Fabriken müssen die Schwerlast-Transporte über dutzende oder hunderte Kilometer auf Strassen erfolgen – und auf viel stärker befahrenen obendrein. Hier geht es um ein paar Meter und schon ist man auf einer Wasserstrasse. Geradezu ideal.

    Es wäre genial, wenn Moabitonline dazu beitragen könnte, die wirtschaftlichen und industriellen Potenziale der Gegend wieder zu beleben und zu entwickeln.

    Das grösste Drama der letzten Zeit in diese Beziehung war die Entscheidung von Siemens, die neue Infrastruktur-Sparte nicht in Berlin anzusiedeln, sondern in München. Den damit entstandenen Schaden kann so schnell kein Sozialprogramm ausgleichen. Wichtiger aber: Den grössten Teil der Berliner interessiert das keinen Deut – selbst den Senat zu wenig. Die Moabiter würde es erst dann interessieren, wenn eine Halle dafür gebaut werden müsste. Dann wären sie dagegen. Den Senat interessiert erst ab dem Zeitpunkt, wenn die dann in München angesiedelten Mitarbeiter nicht mehr genügend Steuern nach Berlin überweisen, um die Sozialprogramme zu zahlen.

  30. 30
    vilmoskörte says:

    Zu 28 und 29: „… bislang überhaupt schon einmal ein kommerzielles oder industrielles Projekt gab, dass hier auf MoabitOnline positiv bewertet wurde“ und „die Moabiter … sind dagegen“ ist nun sehr verallgemeinernd – diejenigen, die immer gegen jede Form der Veränderung sind, ob es nun Parkumgestaltung, Industrieansiedlungen, Markthallen oder Einkaufszentren betrifft, scheinen mir nur ein sehr kleiner Teil der Moabiter Bevölkerung zu sein. Sie schreien lauter und fallen darum – vor allem in den Kommentaren hier – mehr auf.

  31. 31
    L.S. says:

    zu 30:

    In meinem Kommentar ist nirgendwo von „den Moabitern“ die Rede, von denen man schließlich gar nicht wissen kann, was sie wollen oder nicht wollen, da es keine entsprechenden Umfragen gibt. Gemeint war vor allem eine Reihe von Kommentatoren hier bei MoabitOnline, die tatsächlich und zum Glück nicht in der Mehrzahl sind, aber trotzdem eine gewichtige Stimme darstellen. Auch viele Artikel von MoabitOnline haben die Tendenz, kommerzielle oder industrielle Projekte prinzipiell äußerst kritisch darzustellen, sodass man den Eindruck haben kann, dass solchen Projekten gegenüber eine grundsätzlich ablehnende Haltung eingenommen wird. Nach meinem ganz subjektiven Eindruck beziehen sich die wenigen positiven Artikel auf kulturelle oder soziale Projekte. Davon wird eine Stadt aber nicht leben können. Trotzdem hoffe ich natürlich, wie in dem obigen Kommentar angesprochen, dass nicht alle Moabiter gegen Veränderungen sind, zumal Moabit dringend ein bisschen mehr Zukunft braucht. Für das nächste Jahr würde ich mir wünschen, dass Berichte über Investitionen und Bauprojekte in Moabit mehr als nur eine Perspektive zu Wort kommen lassen und nicht gleich schon immer die „Wahrheit“ gepachtet haben.

  32. 32
    Rané says:

    Nun, es ist doch legitim „kommerzielle oder industrielle Projekte“ kritisch darzustellen. Ich bin weder für noch gegen alles, aber die Prüfsteine Architektur und Arbeitsplätze sollten doch angewendet werden. Dann auch, ob das Projekt vom Angebot her was Neues bietet oder eine Konkurrenz zu bestehenden Unternehmen darstellt. In vielen Fällen geht es da auch um Steuergelder (Wirtschaftsförderung) und da sollte doch, im Interesse aller, genau geprüft werden.
    Hoffen wir daher auf positive Entwicklungen in 2012.
    Und somit wünsche ich allen einen guten Übergang ins neue Jahr.

  33. 33
    L.S. says:

    zu 32:

    Klingt vernünftig, und gegen eine kritische Darstellung ist selbstverständlich überhaupt nichts einzuwenden. Aber wenn man sich die Diskussionen der letzten Jahre vom Moa-Bogen Center bis zum Schultheiss-Areal vor Augen führt, dann kann man schon manchmal den Eindruck haben, dass Kritik für einige hier bei MoabitOnline so etwas wie ein Selbstzweck oder vielleicht auch eine Selbstbestätigung darstellt, was vermutlich etwas mit den Unsicherheiten zu tun hat, die jede Veränderung begleiten. Mit einer solchen Haltung, die eher dem unbestimmten Gefühl einer allgemeinen Empörung entspringt, wird häufig die Chance zu einer konstruktiven Diskussion vertan. Das ist schade und bleibt in den meisten Fällen bis auf eine hitzige Diskussion folgenlos. Jedenfalls hoffe ich, dass sich im nächsten Jahr mehr Gelegenheiten für eine produktive Auseinandersetzung ergeben.

    Auch ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

  34. 34
    Susanne says:

    Der erste Spatenstich mit der Senatorin für Wirtschaft am Mittwoch, 14.3. um 12 Uhr!

  35. 35

    Habe einen Dreizeiler geschrieben, der eigentlich nur 2 tagesaktuelle Bilder vom stattfindenden Bau umranden soll. Als Ergänzung zu Animations- und Planbildern: http://knutpankrath.de/siemens-und-die-startrampe/

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