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Hamberger lässt fällen

Die Pappelallee im Mai 2009

Vom Kreischen der Kettensäge wurden heute morgen einige Anlieger der Siemensstraße geweckt und im Rekordtempo fiel eine Pappel nach der anderen entlang der Siemensstraße, dort wo die Firma Hamberger einen Gastronomiegroßmarkt bauen möchte. Den Auftrag zu den Baumfällungen hatte Hamberger erteilt. Ein rechtsgültiges Baurecht für den Großmarkt liegt immer noch nicht vor, berichtet Norbert Onken, Mitglied der BI Siemensstraße. „Deswegen konnten wir auch bisher noch keine Klage gegen die Bauplanung einreichen“, so Onken. Einzelne Mitglieder der Bürgerinitiative mutmaßen schon, dass die noch-nicht-Veröffentlichung der Baugenehmigung Taktik ist, um so die Chancen zum rechtzeitig wirksamen Einlegen von Rechtsmitteln gegen den Bau zu verringern.

Fällarbeiten am 12. Februar 2012

Angesicht der Fällungen stellt sich aber nicht nur für die BI Siemensstraße die Frage, ob die Fällgenehmigung durch die Behörden rechtlich einwandfrei ist, wenn noch nicht einmal Baurecht vorliegt. Von Seiten des Umweltamts, so Onken,  werde deshalb eine Dringlichkeit gesehen, weil der Baubeginn für den Großmarkt im Mai sein soll. Und Baumfällungen sind aus Naturschutzgründen nur bis Ende Februar erlaubt, weil danach schon wieder Vögel die Bäume für ihre Nistplätze in Beschlag nehmen und in der Zeit geschützt sind. Ihren eigenen Rechtsanwalt konnte die BI am heutigen Dienstag nicht erreichen, um dessen rechtliche Bewertung zu den Baumfällungen zu erfahren.

Angesichts der aktuellen Fällungen in Moabit erinnern sich sicherlich viele  Leser auch an die Meldungen in der Tagespresse vom 10. Februar 2012 zu einem Berliner Großprojekt, der Autobahn A100. Das Bundesverwaltungsgericht hatte die begonnene Abholzung von Bäumen in einer Neuköllner Kleingartenanlage gestoppt, weil für die vom Senat geplante Autobahn noch kein Baurecht besteht.

Aber vielleicht will ja die Firma Hamberger doch noch wieder Grün in Moabit schaffen – zumindest auf dem von ihr aufgestellten Bauschild zum Großmarkt sieht’s danach aus: Dort ist auf der dem Großmarkt gegenüberliegenden Straßenseite der Siemensstraße eine breite Rasenfläche dargestellt – der Hamberger Großmarkt in einer grünen Idylle.

Visualisierung Gastronomiegroßmarkt mit grüner Wiese statt Wohnhäusern

Für die Anwohner die dort jetzt wohnen, ist diese Vision aber keine Perspektive für ihre eigene Zukunft – die Häuser, in denen sie jetzt wohnen, müssten für diese Rasenfläche abgerissen werden.

Angesichts dieser Manipulationen in der Visualisierung des Bauvorhabens hat sich schon so mancher seine Meinung über die Seriosität der Firma Hamberger gebildet.

Nachtrag:
Beschluss über die eingeschränkte Wiederholung der Beteiligung der Träger gem. § 4 Abs. 2 BauGB und die Wiederholung der Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 3 Abs. 2 BauGB für den Bebauungsplan 1-45 VE (Hamberger (Drs. 1567/IV), siehe auch dieser Kommentar.

Neuer Artikel zu Hamberger (bitte dort weiter kommentieren).

96 Kommentare auf "Hamberger lässt fällen"

  1. 1
    Rané says:

    Vielleicht lässt sich das „Grauen“ noch besser mit einer Weitwinkelaufnahme,
    (vorher, nachher ) verdeutlichen. Wenn ich das richtig gelesen habe, wurden
    alle Pappeln gefällt ? Und nun fliegt wohl über diesem Gebiet nur noch der
    Moabiter Pleitegeier?

  2. 2
    Elke Blume says:

    es sind vom Moab. Garten bis zur Waldstrasse aktuell gefällt

    106 große, gesunde alte Bäume
    12 große, gesunde alte Bäume werden och bis zur Beusselstr. abgeholzt

    = 118 Bäume sind diesem überflüssigen Großmarkt zum Oper gefallen

    dazu kommen noch 40 schöne Bäume im Bereich des Stadt /oder besser Statt-/ Gartens

    d.h. insgesamt 1 5 8 Bäume sind dem Baumfrevel aus einzelnen wirtschaftlichen Interessen
    geopfert worden. Da kann man nur von einem Umweltskandal sprechen, den die Verantwortlichen
    im Bezirk zu vertreten haben.

  3. 3
    vilmoskörte says:

    Es gibt Gründe für den Erhalt der Pappelreihe und es gibt Gründe für die Ansiedlung von Gewerbe an dieser Stelle. Mit emotionalen Pauschalaussagen – wie „der Großmarkt ist überflüssig“, „alle Pappeln sind gesund“, „darüber fliegt der Pleitegeier“ – ist einer sachlichen Diskussion nicht gedient.

    Genauso gut könnte ich hier schreiben: „Endlich freie Sicht auf den schönen Westhafen!“ – damit wäre einer sinnvollen Diskussion auch nicht geholfen.

  4. 4
    Martin B says:

    Als Fensterkucker habe ich die Baumfällung natürlich beobachtet und mir auch die gefällten Bäume anschließend genau aus der Nähe angesehen. Dabei habe ich insgesamt vierundzwanzig Vogelnester aus der letzten Brutsasion entdeckt. Vom Singvogelnest bist zum Rabenhorst. Es wird also in den zwei bzw. drei Brutkästen, die Hamberger laut Bebauungsplan zu errichten hat reichlich eng werden.
    Ob die Bäume nun gesund oder alterschwach waren ist egal. Das Verschwinden der Pappelreihe wurde in einen sogenannten rechtstaatlichen demokratischen Verfahren beschlossen. Das habe ich auch akzeptiert. Sogenannt deshalb, da in vielen Darstellungen des Bauprojekt mit Perspektiven genauso getrickst wurde wie bei der grünen Wiese auf dem Bauschild.
    Das Schreddern der Bäume war die ganze Woche eine extreme Lärmbelastung und wurde direkt gegenüber der Wohnbebauung durchgeführt, obwohl man ja 100 Meter hätte damit zur Bahn abrücken können. Aber das hätte ja einen halben Tag Arbeit gekostet. Dieses rücksichtslose Verhalten Hambergers gleich zu Beginn der Bauphase lässt nichts Gutes hoffen.
    Meine Akzeptanz für dieses Projekt sinkt weiter. Interessant dabei auch, das die Zeitspanne zwischen Eröffnung dieses sch… Großmarktes und Eröffnung der Planstraße wieder ansteigt. Die zu Tage getretene „Rücksicht“ Hambergers auf die Wohnnachbarschaft seiner Baustelle schreit zum Himmel und sollte unbedingt noch einmal von den Herren Planern, Architekten und sogenannten Berlin-Förderern geschönt werden.

  5. 5
    Bewohner says:

    Die Frage ist aber doch wohl, ob es wirklich jetzt notwendig für den Baufortschritt und rechtlich o.k. war (siehe einstweilige Verfügung A100), wenn es – wie ich gehört habe – noch keine rechtsgültige Baugenehmigung gibt, gegen die Anrainer klagen können. Denn dadrauf scheinen sie zu warten. Sieht nach vorher Tatsachen schaffen aus.

  6. 6
    taylan says:

    Diese Baumfällungen zum jetzigen Zeitpunkt sind ein Skandal, der seinesgleichen sucht! Obwohl noch gar kein Baubescheid vorliegt, werden die Bäume gefällt um der BI Siemensstraße das Wasser abzugraben und denen den Boden für eine Klage gegen Hamberger (nämlich die BÄume) unter den Füßen wegzuziehen. Wer hier an Zufälle glaubt, der irrt! Ich bin gespannt, was Spallek und Co. hierzu zu sagen haben.

  7. 7
    Sebastian says:

    Schön sind die Baumfällungen nicht, aber es ist ja nicht der Regenwald in Brasilien. Ich schaue auch auf das Gelände und der Lärm war auch nicht angenehm, aber das ist auch nur eine vorübergehende Sache. Wenn erst mal alles fertig ist, dann soll es ruhiger als jetzt werden. Wer die Ruhe und Idylle möchte sollte irgendwo nach Brandenburg ziehen. Dort sind die Dörfer leer und die Mieten sind auch noch günstig. Ich finde es gut, dass der Schandfleck bebaut wird! Bäume hin oder her. Der Nutzen wird mit Großmarkt größer sein, als die paar Bäume. Dieses gemeckere der Leute kann ich nicht mehr hören. Niemand wird zwangsgeräumt, umgesiedelt oder sonst was.

  8. 8
    Anwohner says:

    Leute, prüft doch mal Eure Info’s. Nicht immer nur das nachplappern, was andere vorgeben! Die Baugenehmigung gibt es schon….

  9. 9
    Jürgen Schwenzel says:

    In der BVV am Donnerstag, 23.02.2012 sind die Fällungen Gegenstand einer mündlichen Anfrage in TOP Ö5.3 von Frank Bertermann, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, in der Drucksache – 0200/IV mit folgendem Inhalt
    Ich frage das Bezirksamt:
    1. Ist der Bebauungsplan 1-45VE bereits rechtskräftig veröffentlicht und wenn nein, warum nicht?
    2. Wie ist der Stand des Baugenehmigungsverfahrens für den Getränkegroßmarkt der Firma Hamberger (Siemensstraße 27-49) und welche Umstände stehen einer Baugenehmigung entgegen?
    3. Wann und warum hat das Bezirksamt die Fällung der Pappeln auf dem Grundstück Siemensstraße 27-49 genehmigt?

  10. 10
    Norbert Onken says:

    Ich notiere hier, wie es sich mir darstellt.
    Korrektur, Ergänzung, zusätzliche Information ausdrücklich erwünscht.

    Der B-Plan ist von der BVV beschlossen, meines Wissens aber noch nicht im
    Amtsblatt veröffentlicht. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt erhielte er
    Rechtsgültigkeit.

    Trotz der noch ausstehenden Rechtsgültigkeit kann aber das Amt eine
    Baugenehmigung erteilen, wenn es den B-Plan für „planungsreif“ erklärt.
    Das ist im Fall Hamberger offenbar geschehen.
    – Unter Planungsreife stelle ich mir vor, daß eigentlich alle notwendigen
    Gutachten eingeholt,Untersuchungen und Beteiligungen durchgeführt sind usw.,
    kurz, daß alle notwendigen Schritte getan sind, nur irgendwo noch etwas
    nachgereicht werden muß, von dem aber alle mit dem Bauvorhaben
    (und nicht seiner Ver – oder Behinderung) Befaßten meinen, daß es ganz sicher
    nachgereicht wird.

    Nun kann also, trotz fehlender Rechtsgültigkeit des B-Plans, gebaut werden.

    Es kann aber noch nicht gegen den B-Plan geklagt werden, da er ja noch nicht
    rechtsgültig ist.

    Gegen die Baugenehmigung kann man zwar Widerspruch einlegen und
    aufschiebende Wirkung verlangen – mir bleibt aber, zugegebenermaßen, rätselhaft,
    wie man einem Widersprechenden gerecht wird, wenn die formalen Bedingungen
    für eine Baugenehmigung erfüllt sind, die Gründe für den Widerspruch aber
    letztlich in dem B-Plan zu suchen sind, der ja hier nicht Gegenstand des Verfahrens
    sein kann, weil noch nicht rechtsgültig.

    Wenn ich das soweit richtig verstanden habe:
    Kann vielleicht jemand mir sagen und ggf. erklären, ob es theoretisch möglich wäre,
    daß ein Beteiligter, vielleicht sogar in Absprache mit anderen Beteiligten, absichtlich
    etwas Nachzureichendes zurückbehält, um schon Mal bauliche Fakten schaffen zu
    können, ohne daß ein Kläger seine Klagegründe, die ja in dem B-Plan zu finden wären,
    geltend machen kann?

    Im Fall Hamberger ist übrigens, so wurde mir mitgeteilt, die Fällgenehmigung Teil der
    Baugenehmigung. Fällen genehmigt zwar nur, wenn für den Baufortschritt dringend
    erforderlich, die Bedingung der Dringlichkeit sei aber erfüllt, wenn im Mai mit dem Bau
    begonnen werden soll, Fällen aber nur bis Ende Februar möglich bzw. erlaubt ist.

  11. 11
    Ingo V. says:

    Guten Tag
    Ich finde es recht interesant,dass auf den hier veröffentlichen Bilder der teilweise keineswegs mehr gute Zustand der gefällten Bäume zu erkennen ist !
    Daher meine Frage ob einige Bäume nicht ohnehin hätten in der näheren Zukunft gefällt werden müssen ?

    LG ingo

  12. 12
    vilmoskörte says:

    zu 9: Dass Herr Bertermann bis heute nicht genau zu wissen scheint, was dort eigentlich gebaut wird (er schreibt von „Getränkegroßmarkt“), scheint mir ein beredtes Zeugnis über sein begrenztes Interesse an diesem Projekt abzulegen. Begrenzt, weil es ihm nur um die Fällung der Pappeln geht?

    zu 11: Wie das Baumgutachten feststellt, war ein nicht unerheblich Teil der Pappeln krank (die BI Siemensstraße hat allerdings eine andere Auffassung als der Baumgutachter).

  13. 13
    Elke Blume says:

    Das Pappelgutachten des Investors wurde von einer Mitarbeiterin des BA Treptow-Köpenick erstellt.
    Dieses betrachte ich als „Gefälligkeitsgutachten„ oder eine Art Amtshilfe und kann es aus diesem Grunde ncht als unabhängiges Gutachten würdigen.Ein anerkannter Baumgutachter hat für die BI das „Gutachten„ geprüft und ist zu einer anderen Einschätzung über den Zustand der Pappelngekommen. In einem Bericht vom 28.6.2010 stellt er fest:

    Die im Schreiben des BA Mitte vom 28.5.2010 geäußerste Feststellung, die Pappelreihe sei insgesamt in einem stark vergreisten und vermorschten Zustand mit einem extrem hohen Totholzanteil, kann aufgrund der Inaugenscheinnahme so nicht nachvollzogen werden. Es gibt in dieser Reihe weiterhin vitale Pappeln neben geschädigten. Die Fällung der verkehrsgefährdenden Pappeln würde den erhaltenswerten Ensemble-Charakter der Pappelreihe insgesamt nicht verändern.

  14. 14
    Elke Blume says:

    Kleiner Nachtrag: das BA/Grünflächenamt ließ im Mai/Juni 2010 insgesamt 22 geschädigte Pappeln fällen.

  15. 15
    Rané says:

    @ Vilmos
    Wie wäre es, wenn Du Dich mal als Ausgleich für gefällte Bäume für Strassenbäume in der Lübecker Strasse einsetzen würdest. Dann veröffentlichst Du in Deinem Block Fotos von Drosseln in Bäumen. Aber vielleicht bist Du der Meinung, dass sich die Vögelpopulation der zukünftigen Umgebung anpasst. Dann gibt es vielleicht bald eine „Betondrossel“, die ihre Nester an kahlen Betonwänden baut. Es lebe die Satire !!!

  16. 16
    Jürgen Schwenzel says:

    Hier in Kurzfassung die Antworten von Bezirksstadtrat Spallek zur in Kommentar 9 benannten BVV-Drucksache in der gestrigen BVV:

    zu 1: Der Bebauungsplan ist tatsächlich noch nicht festgesetzt. Grund sei, dass Teilflächen des Grundstücks immer noch als Bahnflächen festgesetzt seien.

    zu 2: Die Baugenehmigung wurde vom Bezirksamt Mitte am 27.07.2011 erteilt. Grundlage hierfür waren die Beschlussfestsetzung des Bebauungsplans durch die BVV Mitte, die Bestätigung des Plans nach Rechtsprüfung durch die Senatsverwaltung, die gegebene verkehrliche Erschließung des Grundstücks, und die Verpflichtung des Investors, die Festsetzung des B-Planes einzuhalten. Am 30.09.2011 wurde gegen die Baugenehmigung Widerspruch eingelegt und gleichzeitig Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz gestellt.
    Der Widerspruch wurde am 08.11.2011 vom BA Mitte abschlägig beschieden. Der dazu wiederum eingereichte Widerspruch wurde von der Senatsverwaltung am 17.02.2012 zurückgewiesen.

    zu 3: Die Baumfällgenehmigung war Bestandteil einer Stellungnahme der Abteilung Naturschutz des BA Mitte im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens. Diese Stellungnahme wurde am 30.06.2011 abgegeben.

  17. 17
    Susanne says:

    Mannometer Rané,
    Satire hin oder her, aber völlig sinnlose Vorschläge: Bäume in der Lübecker Straße! Da hatte sich schon vor 25 (?) Jahren ein damaliger Betroffenenrat (ja, auch die Lübecker war mal Sanierungsgebiet) für eingesetzt. Ergebnis: es gibt zu viele Leitungen im Untergrund, kein Platz für Baumwurzeln.

  18. 18
    Rané says:

    @ Susanne
    Kommt auf die Baum- oder Pflanzenart an. Da gab es doch eine Ausstellung bei „Kurt-Kurt“ wo junge Studenten Vorschläge zur Begrünung gemacht hatten.

  19. 19
    Susanne says:

    Begrünung und Straßenbäume pflanzen – 2 verschiedene Paar Schuhe. Aber Schluss jetzt mit abseitiger Diskussion, es geht hier um die gefällten Bäume in der Siemensstraße

  20. 20
    Rané says:

    @ Susanne
    Es geht generell um Bäume und wenn welche gefällt werden, um deren Ersatz. Und was mich misstrauisch macht, ist das alle anderen Strassen parallel zur Lübecker Bäume haben, nur die Lübecker nicht. Wurden die Leitungen im Untergrund in Wildwestmanier verlegt und wenn ja, wann ? Vielleicht hat jemand ja Fotos von der Lübecker aus den 20er Jahren mit Bäumen ? Was die Bäume in der Siemensstrasse betrifft,
    ist die Sache leider gelaufen. Es geht nun um den Ersatz im Bezirk. Alles andere wäre für die virtuelle und reale Tonne. Manno !!!

  21. 21
    Jürgen says:

    @ Rané
    Nein es geht hier nicht um Bäume im allgemeinen, sondern um die Baumfällungen in der Siemensstraße wegen des Großmarktes. Deine sehr häufigen Abweichungen vom Thema und Nicht-Akzeptanz von Fakten nerven!!!! Fakten werden nicht anders, bloß weil Du was meinst.

  22. 22
    Frank says:

    Die bündnisgrünen BVV-Fraktion hat die Baumfällungen zum Anlass für eine Anfrage in der Sitzung am 23.2.2012 mit der Überschrift “ Hambergers Kettensägenmassaker in Moabit“ genommen. Hier die Kurzform der mündlichen Beantwortung durch den zuständigen Baustadtrat Spallek

    Frage1: Ist der Bebauungsplan 1-45VE bereits rechtskräftig veröffentlicht und wenn nein, warum nicht?
    Antwort: Nein, da einige Grundstücksteile noch bahnfestgestellt sind. Die Festsetzung kann erst erfolgen, wenn die Flächen entwidmet sind.

    Frage2: Wie ist der Stand des Baugenehmigungsverfahrens für den Getränkegroßmarkt der Firma Hamberger (Siemensstraße 27-49) und welche Umstände stehen einer Baugenehmigung entgegen?
    Antwort: Am 27.7.2011 wurde eine Baugenehmigung erteilt. Dagegen wurde am 30.9. von einem Nachbarn Widerspruch eingelegt. Dieser Widerspruch wurde am 17.2.2012 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zurückgewiesen.

    3. Wann und warum hat das Bezirksamt die Fällung der Pappeln auf dem Grundstück Siemensstraße 27-49 genehmigt?
    Antwort: Grundlage der Baugenehmigung vom 27.7. war eine zustimmende Stellungnahme incl. Fällgenehmigung des Umweltamtes. Diese Fällgenehmigung wurde in die Baugenehmigung aufgenommen.

    Anmerkung: Seltsamerweise ist eine Baugenehmigung für ein Grundstück Siemensstr. 29-49, in der dem Stadtentwicklungsausschuss monatlich übermittelten Baugenehmigungslisten vom Juli 2011, nicht aufgeführt. Da wird der Stadtrat wohl noch einige weiteren Fragen beantworten müssen.

    Frank Bertermann, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen BVV-Mitte, stadtentwicklungspolitischer Sprecher

  23. 23
    vilmoskörte says:

    @Rané: Was haben die gefällten Pappeln in der Siemensstraße mit möglichen Neuanpflanzungen in der Lübecker zu tun? Ich weise alternativ gerne darauf hin, dass im zukünftigen Stadtgarten schon etliche Bäume neu angepflanzt wurden (mehr kommen im hinteren Teil wohl noch hinzu) und dass auch Hamberger neue Bäume pflanzen werden muss.

  24. 24
    Rané says:

    Ok, Fakt ist, die Bäume sind gefällt, nun es geht es um entsprechende Neupflanzungen in unmittelbarer Umgebung. Aber ich finde auch, dass noch andere Orte einen „Baumbedarf“ haben.

  25. 25
    missi says:

    Generell hats hier offenbar nen Pappelproblem in dieser Ecke, in der Oldenburger hat man sie allesamt gekappt oder gleich ganz weggesägt. (Ja, ne… kaputt … is klar …)
    Auf dem Emmi- Spielplatz (der im April wiedereröffnet werden sollte, bis auf Spielgeräteabriss ist da aber nichts mehr passiert, ein neues Trampolin gab es immerhin) hat man die Bäume dann auch gleich um die Hälfte gekappt.

  26. 26
    Martin B. says:

    Indirekt haben die von Hamberger gefällten Pappeln schon etwas mit Neupflanzungen an anderer Stelle in Moabit zu tun. Und zwar im Zusammenhang mit den sogenannten Ausgleichszahlungen. Ausgleichszahlungen müssen für zu fällende Bäume je nach Zustand gestaffelt bezahlt werden.
    Durch das Baumgutachten von Frau Fornacon (Baumgutachterin und Mitabeiterin beim BA Treptow Köpenik) liegen diese Ausgleichszahlungen (14.910 € )sehr niedrig. Im Vergleich zwischen Fornacons Gutachten und den Gutachten von Dr. Barsig (von der Bi Siemensstraße beaufragt) wird deutlich, das Dr. Barsig den Zustand der Bäume als besser beschreibt. Dies hätte zur Folge gehabt, dass rund 65.000 € an Ausgleichszahlungen fällig gewesen wäre.
    Fast völlig außer Acht ließ Fornacon sowohl den stadtbildprägenden Eindruck der Baumreihe als auch die abschirmende Wirkung der Pappeln zwischen Güterbahnhof und der gegenüberliegenden Wohnbebauung.
    Wäre ein faires und fachlich fundierteres Gutachten erstellt worden , wären die Ausgleichzahlungen um einiges höher ausgefallen und mehr Geld für den Bezirk für Ausgleichspflanzungen drin gewesen. Aber bei einem Gutachten, das von Investor bzw. durch „prostadt GmbH“ Auftrag gegeben wurde, war dies natürlich nicht zu erwarten.

  27. 27
    Elke Blume says:

    Am 1.3.2012 habe ich eine Dienstaufsichtesbeschwerde an Frau Dr. Grafe /Leiterin des Umwelt- und Naturschutzamtes gesandt – mit folgendem Inhalt:

    Am 14./15.2.2012 wurden in der Siemensstraße in Moabit

    118 intakte Pappeln (ca. 60 Jahre alr, ca. 25 m hoch)

    gefällt. Diese Pappeln standen am Rande eines ehemaligen Gbf/gegenüber einer Wohnbebauung.
    Auf dem Gelände soll lt. Plan ein Großmarkt/Hamberger errichtet werden.

    Sie haben der Firma Hamberger im Rahmen der Baugenehmigung am 30.6.2011 die komplette Fällung dieses charakteristischen Baum-Ensembles genehmigt.
    Als einzige Begründung für die Fällung wurde lt Auskunft des Umweltamtes ausschließlich das Bauvorhaben und nicht der Zustand der Pappeln genannt, der von den zuständigen Ämtern den
    Bürgern gegenüber regelmäßig als „morsch„ und „vergreist„ verunglimpft wurde und deshalb gefällt werden müßte, obwohl zu diesem Zeitpunkt der zugehörige Bauplan 1-45 VE noch nicht
    festgesetzt war.

    Durch Ihr Vorgehen haben Sie das Straßenbild und die Wohn- und Lebensqualität der Anwohner unwiederbringlich zerstört.

    Sie haben den Lebensraum (Rast- und Nistplätze) unzähliger Vögel vernichtet.

    Sie haben ohne nachvollziehbare Begründung eine massive Umweltzerstörung an intaktem Baum- und Grünflächenbestand angerichtet. Auch der Umweltatlas des Senats empfiehlt für
    diesen schwierigen Bereich „ Erhalt aller Grünflächen und keine weitere Verdichtung„.

    Ihre mangelnde Rücksicht, falsche Einschätzung der o.g. Situation und damit verbundenen unge-rechtfertgten Entscheidung zur Fällung dieser schönen Baumreihe haben mich zu dieser Dienstaufsichtsbeschwerde veranlaßt.

    Über 1.200 Unterschriften liegen im Rathaus Tiergarten vor, von engagierten Bürgern, die sich ausdrücklich für den „Erhalt derPappelreihe und Aufforstunf entlang der Siemensstraße
    eingesetzt haben.

    Kopien: an alle BVV-Fraktionen, Dr Hanke, Carsten Spallek, Tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Berliner Woche, u. a.

  28. 28
    H. E. says:

    Hier noch mal in knapper Form zehn Punkte, warum für den Hamberger Großmarkt die 118 Pappeln gefällt wurden:

    1. Weil man im letzten Jahr in der Abteilung Stadtentwicklung von Mitte nicht begriffen hat, dass diese Baumreihe vor ca. 55 Jahren für städtebaulich notwendig erachtet wurde, um die gegenüberliegende Wohnbebauung vor dem Gewerbegebiet (damals Güterbahnhof) zu schützen.

    2. Weil die Bäume einem Großmarkt im Wege sind, der maßlos groß werden soll und der daher mit einer 210 m langen Betonfassade unbedingt so nahe wie möglich an der Siemensstraße stehen soll.

    3. Weil die Bäume 300 Parkplätzen für den Großmarkt im Wege sind, die möglichst nahe an der Siemensstraße liegen sollen.

    4. Weil sich die Abt. Stadtentwicklung und das Umweltamt von Mitte bei der Erteilung der Fällgenehmigung auf ein Baumgutachten beziehen konnten, das ausgerechnet von einer Mitarbeiterin eines anderen Berliner Bezirksamtes freiberuflich erstellt wurde und das der Mehrzahl der Bäume einen schlechten Zustand bescheinigt hat.

    5. Weil die Abt. Stadtentwicklung und das Umweltamt von Mitte dieses Gutachten offenbar nicht ausreichend geprüft haben, obwohl sie darüber informiert waren, dass ein von der Bürgerinitiative angefragter Gutachter diesem Gutachten schwere Mängel bescheinigt hat und einen Erhalt der Baumreihe für möglich und wünschenswert gehalten hat.

    6. Weil die Abt. Stadtentwicklung von Mitte ignoriert hat, dass der BLN (Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e. V.) bereits bei der „Beteiligung der Öffentlichkeit an der Planung“ einen 5 – 10 m breiten Grünstreifen entlang der Siemensstraße und den Erhalt der Baumreihe gefordert hat.

    7. Weil die Abt. Stadtentwicklung von Mitte sowohl die Ergebnisse der Voruntersuchung „Stadtumbau West“ und vom „Planwerk Innere Stadt“ (beide im Auftrag von Sen Stadt) ignoriert hat, die auf dem Grundstück einen 10 – 15 m breiten Grünzug entlang der Siemensstraße vorsehen.

    8. Weil die Abt. Stadtentwicklung von Mitte die Aussagen des „Umweltatlas“ (herausgegeben von Sen Stadt) ignoriert hat, der diesem Grundstück eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Nutzungsintensivierung bescheinigt und der aus stadtklimatischen Gründen den Erhalt als Freifläche empfiehlt.

    9. Weil ausgerechnet die SPD von Mitte und ihr SPD-Stadtrat die vom Investor geplante extreme Größe des Vorhabens verbissen verteidigt haben, ohne wirklich gute Gründe dafür nennen zu können.

    10. Weil betroffene Bewohner bisher die Rechtmäßigkeit des für dieses Vorhaben angefertigten Bebauungsplanes nicht gerichtlich überprüfen lassen konnten. Der Grund hierfür ist, dass die Abt. Stadtentwicklung von Mitte die Veröffentlichung dieses Bebauungsplanes seit fast einem Jahr nicht vornimmt. Bei entsprechenden Anfragen in der BVV hat der zuständige Stadtrat hierfür einen Grund angegeben, der jedoch bisher trotz Aufforderung nicht bewiesen wurde.

  29. 29
    H. E. says:

    @ Frank, Kommentar Nr. 22

    Sehr geehrter Herr Bertermann,

    inzwischen haben doch sicher der Ausschuss für Stadtentwicklung oder Bündnis 90/Grüne den Herrn Stadtrat Spallek (CDU) gefragt, wieso die für den Großmarkt im Juli 2011 erteilte Baugenehmigung nicht in der Baugenehmigungsliste vom Juli 2011 aufgeführt war. Die BI Siemensstraße wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mitteilen könnten, ob und gegebenenfalls wie der Stadtrat darauf geantwortet hat.

    Interessant wäre auch, ob die Baugenehmigung von der Abt. Stadtentwicklung vielleicht in der Liste nicht aufgeführt wurde, da bei ihrer Erteilung der Bebauungsplan 1 – 45 VE immer noch nicht veröffentlicht und damit festgesetzt war, obwohl er von der BVV bereits im Februar beschlossen wurde und bereits hätte festgesetzt werden müssen.

    Mit freundlichen Grüßen
    gez. H. Eschenburg

  30. 30
    Frank says:

    Sehr geehrter Herr Eschenburg,
    natürlich habe ich wie angekündigt im letzten Stadtentwicklungsausschuss am 29.2. nachgefragt. Da das Bezirksamt adhoc nicht antworten konnte, wurde eine Information für die kommende Sitzung am 29.3. zugesagt. Von einem Zusammenhang zwischen dem Nichtauftauchen in einer Baugenehmigungsliste und der Nichtfestsetzung des Bebauungsplanes ist m. E. jedoch nicht auszugehen.
    Mit besten Grüßen vom Frank Bertermann

  31. 31
    K. S. says:

    Es ist jedenfalls deutlich weniger Vogelgezwitscher zu vernehmen als in den letzten Frühlingen!

  32. 32
    H. E. says:

    Da solltest Du mal mit dem Amt für Stadtbeton und dem Ex-Stadtrat für Stadtbeton (Zitat) reden. Die werden sicher sagen, das Gezwitscher kommt wieder, und zwar um so eher, je eher der Herr Hamberger aus München baut und die drei (3) als Baumersatz vom Amt vorgeschriebenen Nisthilfen in Form von drei Vogelkästen unter das Parkplatzdach aus Stahl, Blech und Plastik hängt.
    Dieses 5.500 m² große und 8 m hohe Dächle wird in Zukunft den Ausblick aus der Waldstraße verschönern. Behutsame Stadterneuerung nennt man das insgesamt an bekannter Stelle.

  33. 33
    vilmoskörte says:

    Ich verstehe nicht, dass man dort überhaupt jemals Vogelgezwitscher hören konnte, wo es durch die Bahn doch so wahnsinnig laut ist, dass H.E. mehrfach dringend die Errichtung einer Lärmschutzwand fordert.

  34. 34
    H. E. says:

    @ vilmoskörte

    Du hast es immer noch nicht begriffen, oder ?

  35. 35
    MoabiterAusFleischUndBlut says:

    Also ich wohn genau gegenüber diesem Grundstück und finde das gut das der Platz endlich sinnvoll genutzt wird. Parkanlagen gibt es genug in dieser Gegend. Und genau daneben entsteht ja der neue Moabiter Stadtpark oder wie der heißt. Die Bäume sind weg. Traurig ja aber es kommen ja neue hin und dann könnt ihr ja weiter das Gezwitscher der Vögel genießen und weiter rumvögeln. Auf diesem Grundstück wurde ja nur Dreck hingeschmissen und Gassi gegangen. Mal was neues . Die anderen Meinungen sind mir egal ich sah die Bäume 20 Jahre. Hab viele Videos und Fotos von der Gegend. Die Erinnerungen bleiben!

  36. 36
    H. E. says:

    Nr. 35

    Ich empfehle Dir, mal hier bei Moabit Online alle Artikel und Kommentare zum Großmarkt zu lesen, damit Du auch nur annähernd eine Vorstellung davon bekommst, was dort auf Dich zukommt.

    An Deiner Stelle würde ich das, was da kommt, nicht mit dem Bild auf dem Bauschild verwechseln. Dieses Bild ist nämlich genau so gemalt, damit die Anwohner so denken wie Du jetzt denkst. Aber wenn die Kiste und 800 Autos täglich dort stehen und der neue Park im Lärm versinkt, denkst Du nicht mehr so wie Du jetzt denkst.

  37. 37
    MoabiterAusFleischUndBlut says:

    Ich höre jeden Tag Vogelgezwitscher. Ich habe kein Problem mit dem Lärm. Ich höre sowieso jeden Tag um die 10000 Autos auf der Straße. 800 Mehr oder weniger machen da keinen Unterschied. Die Umgehungsstraße wird auch dazu beitragen das der Lärmpegel sinkt.

  38. 38
    H. E. says:

    @ Kommentar Nr. 37

    Wenn Du 10.000 Autos auf der Straße hörst, entspricht das 10.000 Autofahrten.
    Wenn dagegen Hamberger sagt, er rechnet maximal mit 800 Kunden pro Tag, dann sind das 800 Autos pro Tag. Diese bedeuten jedoch 1.600 Autofahrten pro Tag mehr in Moabit, da sie einmal hin und einmal zurück fahren. Hinzu kommen bis zu 100 Lkw’s pro Tag für den Lieferverkehr, was 200 Lkw-Fahrten zusätzlich bedeutet.

    Zusammen macht das dann pro Tag mindestens 1.800 Autofahrten mehr auf der Umgehungsstraße und in Moabit. Hinzu kommen der Lärm und die Abgase von den Kühlaggregaten der Lkw’s, die stundenlang vor sich hin orgeln und stinken, und das auch nachts.

    Die Autofahrten finden zwar nach Fertigstellung der Umgehungsstraße auf dieser statt, aber die Anschlüsse dieser Straße an Moabit bleiben die alten. D. h., die Kreuzungen Beusselstraße/Siemensstr. und Perleberger/Lehrter Str. und auch die Anbindung an die Quitzowstr. gegenüber der Wilhelmshavener Str. bleiben unverändert. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Großmarkt dafür sorgen wird, dass der Verkehr und die Umweltbelastung in der Beusselstraße, in der Birken- und Stromstr., in der Lehrter Straße und insgesamt in Moabit zunehmen werden.

    Und wer weiss schon, ob es bei den geschätzten Kundenzahlen bleibt. In diesem Zusammenhang: Weiss jemand, wie viele Kunden die Metro-Märkte an der Nonnendammallee und an der Jannowitzbrücke täglich haben?

    Außerdem: Was heißt das schon, wenn Du heute noch Vögel zwitschern hörst? Es kommt ja wohl darauf an, wie viel und wo die gepiept haben, bevor Ephraim Gothe, SPD, CDU und Hamberger die Pappeln und das sonstige Gehölz auf dem Grundstück platt gemacht haben.

  39. 39
    H. E. says:

    Ein unebener Gehweg oder „Die Rache der Pappeln“ !!

    Der Plattenbelag des Gehweges vor dem Hamberger Großmarkt-Grundstück und dem Stadtgarten ist etwas in Unordnung geraten, will sagen, ein unendliche Zahl von Gehwegplatten hat sich in allerkürzester Zeit derart gehoben, dass plötzlich unendlich viele Stolperstellen vorhanden sind und schlimmste Stolper-, Sturz- und Verletzungsgefahr besteht.

    Ephraim Gothe, die SPD und die CDU von Mitte haben zwar ca. 130 Pappeln abschlagen lassen, aber die Wurzeln dieser Bäume im Bereich des Gehweges haben sie vergessen. Es sieht so aus, als ob diese nun die Kraft, die sie früher in ihre Bäume geschickt haben, benutzen, um die Gehwegplatten anzuheben.

    Ärgerlich nur, dass die Ausbesserung die Steuerzahler bezahlen und nicht die oben genannten.

  40. 40
    Martin B. says:

    Die wirklich gefährlichen Hebungen der Gehwegplatten (bis zu 5 cm) sind in den letzten drei Wochen beseitigt worden. Es wäre nun wirklich interessant zu wissen, wer die Reparatur bezalht (Drei Bauarbeiter für drei Wochen)? Hamberger? Der hat duch das Fällen der Pappeln ja erst das Wurzelwerk der gefällten Bäume zum Austreiben gebracht. Oder der Bezirk Mitte? Woher hat der dann die Mittel aus seinen völlig klammen Haushalt genommen? Bzw. was wird anderes dafür gestrichen.

  41. 41
    Apotheker says:

    Sieht so aus, daß die Platten in dem ausgebesserten Bereich schon wieder herausgedrückt werden ( ca 20m westlich gegenüber der Emdener Straße)

  42. 42
    H. E. says:

    Ein unebener Geh- und Radweg oder die „Rache der Pappeln“ !!

    Gestern habe ich in der Siemensstraße mit Staunen festgestellt, dass die Reparaturarbeiten am Gehweg vor dem Hamberger Großmarkt-Grundstück, also genau dort, wo das Bezirksamt und Hamberger die 130 Pappeln abgesägt haben, immer noch nicht fertiggestellt sind. Oder ist die jetzige Baustelle schon die Folge einer „Zweiten Episode der Rache der Pappeln“?

    Auf jeden Fall habe ich noch nie so eine dilettantische und gefährliche Geh- und Radweg-Baustelle gesehen: Die Absperrungen fliegen in der Gegend herum, Sand-, Mörtel- und Steinhaufen und Pappkartons liegen herum, der Gehweg wimmelt von angehobenen Platten und im Radweg gibt es abgesackte und völlig unebene Stellen.

    Es besteht an einer Vielzahl von Stellen Stolper-, Sturz- und Verletzungsgefahr und ich frage mich, ob das Bezirksamt diese Baustelle überhaupt nicht kontrolliert oder ob das BA das alles einfach nicht mehr interessiert, weil es ja Arbeit macht.

  43. 43
    Martin B. says:

    Seit Februar prallen noch mehr städtische Geräusche an der Siemensstraße an. Die Pappelreihe war ein Lärm- und Staubfilter. Diffuse Geräusche vom Flughafen Tegel, der Schrottverwertung im Westhafen, der Umsetzzüge des Containerterminals und der Bahnstrecke wurden abgemildert. Seit Februar ist es deshalb in der Siemensstraße noch lauter.
    Zudem wird seit rund sechs Wochen auf dem Hamberger-Gelände gearbeitet. Aber alles was bisher auf dem Gelände passiert ist, wäre genauso problemlos mit Pappeln geschehen. Die Kanal bzw. Kabelarbeiten sind erledigt; Hamberger beräumt das Gelände. Es wurden die Gebäude abgerissen, jetzt werden die alten Güterbahnsteige entfernt und jede Menge große Pflastersteine werden mit den Baggern gesiebt und auf LKW oder Container verladen. Dies alles ist mit viel zusätzlichen Lärm verbunden. Alle diese Arbeiten wären auch mit Pappeln problemlos durchführbar gewesen und hätten Lärm gemindert. Die Pappeln wären dann erst gefällt worden wenn es der Baufortschritt dieser Monsterhalle wirklich nötig gemacht hätte. Aber was zählen für Hamberger, Pro Stadt und Bauamt schon die Belange der Anwohner. Anscheinend nichts.
    Hamberger erhöht nun schon sieben Monate die Umweltbelastung für die Anwohner der Siemensstraße. Diese Belastungen wären hinter einem dämpfenden Vorhang aus Pappeln geringer ausgefallen. Aber das Fällen schon im Februar zeigt die Ignoranz gegenüber den Belangen der Anwohner. Die Pappeln mussten schnell weg; das Bezirksamt hat wohl nur zu gerne schon im Februar das Fällen genehmigt, um so den aufmüpfigen Moabitern zu zeigen, wer Herr im Hause ist.
    Es bleibt zu hoffen, dass die Erna-Samuel-Str. (Entlastungsstraße) weiter so schnell gebaut wird wie bisher, damit die Baustellenzufahrt so bald als möglich nur darüber erfolgt und die Siemensstraße nicht noch weiter belastet wird. Die Zufahrt über die Erna-Samuel-Straße ist auch dann möglich, wenn der Anschluss an Siemens- und Beuselstraße noch nicht fertig ist; dann eben als Sackgasse von der Ellen-Epstein-Straße aus.

  44. 44
    vilmoskörte says:

    Sicher hätten die Pappeln noch länger stehen bleiben könne, es ist aber ein Irrtum anzunehmen, dass sie den Lärm objektiv gemindert hätten. Es ist lediglich eine subjektive Wahrnehmung, indem man meint, dass von dem, was man nicht sieht, auch weniger Lärm ausginge.

  45. 45
    Martin B. says:

    Warum höre ich dann seit 14 Februar (Fälldatum) z.B. in Westrichtung startende Flugzeuge? Meine physikalischen Kenntnisse sagen mir auch, dass Schall gebrochen wird, wenn ein Baum im Wege der Ausbreitung steht. Zudem kommt der Staub und Dreck den ich täglich auf meinen Balkon finde hinzu.

    Entscheidend ist doch, dass für den Baufortschritt das Fällen erst in einigen Wochen nötig wäre.

  46. 46
    K. S. says:

    Also Du hast es doch nicht nötig, Dich zum Anwalt von Alleenfällern zu machen. Mag auch der messbare Effekt geringer sein als der subjektive, ein bestimmter Anteil bestimmter Emissionen wird früher doch in den Bäumen hängengeblieben sein.

  47. 47
    H. E. says:

    Nur weiter so vilmoskörte. Es wäre doch langweilig, wenn es hier nicht Leute gäbe, die hin und wieder den Leuten in den Rücken fallen, die das unheilvolle Zusammenwirken von Investoren, Verwaltung und Politik kritisieren.

  48. 48
    Thomas Koch says:

    siehe http://www.staedtebauliche-laermfibel.de/kap_6/kap_6-2-1-6.htm

    Bepflanzung

    Die Schallschutzwirkung von Bepflanzungen wird von Laien meist erheblich überschätzt. Als städtebauliche Maßnahme für den Lärmschutz kommt eine Bepflanzung kaum in Betracht, da erst ein 100 m breiter dichter Waldstreifen mit dichtem Unterholz eine Pegelminderung von 5 bis 10 dB bewirkt. Einzelne nicht dicht gepflanzte Bäume oder Sträucher bringen so gut wie keinen Schallschutz.

    Minderungen des Dauerschallpegels an einer Straße durch homogene Bepflanzungen von Schutzzonen zeigt die Tabelle 6/2.
    Bepflanzung

    zusätzliche Lärmminderung
    durch Bepflanzung
    Wald ohne Unterholz 0,05 db(A)/m
    Wald (Mittelwert) 0,10 db(A)/m
    Dichter Laubwald 0,15 db(A)/m
    Nadelwaldschonungen 0,20 – 0,30 db(A)/m
    Sehr dichte Hecken 0,20 – 0,30 db(A)/m

    Tab. 6/2: Lärmminderung durch Bepflanzung

    Nicht zu unterschätzen ist jedoch die durch Bepflanzung bewirkte optische Abschirmung und die dadurch hervorgerufene positive psychologische Wirkung auf die Betroffenen (Abbildung 6/26). In dieser Hinsicht gilt: Was man nicht sieht, hört man auch nicht bewusst!

  49. 49
    Martin B. says:

    Wenn Thomas Koch jetzt auch noch eine Tabelle liefern würde, die begründet warum die Pappeln über acht (!) Monate vor jeder Notwendigkeit gefällt werden mußten, könnte ich beginnen ihm zu glauben.

  50. 50
    Jürgen says:

    @ Martin B.
    Warum Zusammenhänge verlangen, wo es keinen Zusammenhang gibt. Thomas Koch hat doch eine Literaturquelle seine Angaben zur Lärmdämmung klar benannt. Wenn Du nach anderen Quellen suchst wirst Du entsprechende Aussagen finden. Die durch die frühere Pappelallee bewirkte Schalldämmung von Immissionen nördlich der Siemensstraße war mit Sicherheit vernachlässigbar.

    @ H.E.
    Wenn jemand naturwissenschaftliche Fakten richtig stellt, fällt er/sie damit nicht Leuten in den Rücken, „die das unheilvolle Zusammenwirken von Investoren, Verwaltung und Politik kritisieren.“
    Aber es schadet Initiativen gegen oder auch für ein Projekt, wenn diese mit nichtzutreffenden Tatsachenbehauptungen argumentieren. Und es schadet erst recht Initiativen, wenn Vertreter dieser dann solche Äußerungen tun wie Du in Kommentar 47.