Groth-Gruppe kauft “Entwicklungsgebiet” Mittelbereich Lehrter Straße
Die Groth-Gruppe, ein in Berlin ansässiger Projektentwickler, hat von der CA Immo Deutschland (ehemals Vivico), die Grundstücke des sogenannten “Mittelbereichs Lehrter Straße” erworben. Auf dem Gebiet östlich der Lehrter Straße seien bis zu 770 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen zwischen 200 Mio. und 250 Mio. Euro geplant, sagte Klaus Groth, Sprecher der Geschäftsführung, gegenüber Thomas-Daily. Im Frühjahr 2014 soll Baubeginn sein, berichtet das Immobilien-Newsportal.

Der städtebauliche Entwurf von 2010
Beim 2010 durchgeführten städtebaulichen Wettbewerbsverfahren war eine Wohnungszahl von etwa 420 Wohnungen als Vorgabe genannt worden, die 60 Prozent der Baumasse ausmachen sollten. Die anderen 40 Prozent sollten für Gewerbe genutzt werden. Der im Mai/Juni 2012 ausgelegte Bebauungsplan sieht einheitlich für das Gebiet – bis auf einen Stadtplatz gegenüber dem Haupteingang zum Poststadion – die Festlegung eines Mischgebietes vor. Anwohner haben sich stattdessen für eine Differenzierung der Nutzungstypen im Planungsbereich ausgesprochen.
Grundstücksverkäufe der CA Immo auch im Heidestraßenquartier/Europacity
Auch ein weiteres Grundstück in Moabit hat die Groth Gruppe erworben, und zwar im Heidestraßenquartier/Europacity direkt am Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal: auf dem 5.500 m² großen Grundstück im sogenannten “Kunstcampus”, hier sind in alten Lagerhallen verschiedene Galerien ansässig – sollen 125 Wohnungen entstehen, der Baubeginn sei für Sommer/Herbst 2013 geplant.
Das direkt nördlich angrenzende Grundstück, wo der Masterplan zum Heidestraßenquartier einen “Kunstkubus” verortete, hat die CA Immo an die Edel AG veräußert, ein Unternehmen der Musik- und Entertainmentbranche mit Sitz in Hamburg. Der Kunstkubus mit einer Bruttogrundfläche von rund 6.500 m² soll die deutschlandweit verteilten Buchverlage der Edel AG aufnehmen und einer Reihe interessierter Verlage und anderen branchennahen Unternehmen ein Domizil bieten, kündigt Michael Haentjes, Vorstand und Mehrheitsaktionär des börsennotieren Unternehmens an. Im Erdgeschoß will er eine öffentlich zugängliche Nutzung unterzubringen, beispielsweise eine Kombination aus Ausstellungshalle und Café, um Kunst und kunstnahe Projekte einem interessierten Publikum zugänglich zu machen.
Damit wird auch dieser Teil des “Kunstcampus”, wie schon der Teil am Kanal direkt nördlich des Hamburger Bahnhofs auf dem das Ingenieur und Planungsunternehmen Ernst Basler + Partner GmbH ein Bürogebäude errichten will, sich faktisch als ein Bürogebäude mit etwas Ausstellungsfläche und Gastronomie im Erdgesch0ss darstellen.
Nachträge 2012:
Tagesspiegel-Artikel vom 22.7.12
Mitte Oktober fand eine Pressekonferenz mit den Investoren der Europacity statt. Im Artikel der Berliner Zeitung wird berichtet, dass Groth an der Lehrter Straße für 250 Mio. Euro 700 Wohnungen bauen möchte. Das wären 357.000 Euro pro Wohnung!
Tagesspiegel letzter Absatz: Es wäre auch sozialer Wohnungsbau möglich!
Portrait Klaus Groth im Tagesspiegel.
Nachträge 2013:
Die Groth-Gruppe hat bei der Betroffenenratssitzung am 5.2.13 (Protokoll) und im Stadtentwicklungsausschuss Mitte am 6.3. (Präsentation) ihre Pläne vorgestellt. Am 18. März startet ein neues Workshopverfahren mit sieben acht eingeladenen Architekturbüros. Zu der Aufgabenstellung hat der Betroffenenrat im Vorfeld diese Stellungnahme abgegeben.
Benjamin Pfefferkorn und Nedelykov Moreira Architekten wollen die Meinungen der Anwohner aus der Lehrter Straße in das Verfahren einbringen, dazu fanden bereits am 22.3. und 8.4. statt. Deren Entwurf wird vor der Abgabe noch einmal am 13.4. um 18 Uhr im B-Laden diskutiert werden.
Die erste Entscheidungsrunde im Workshopverfahren zum Städtebau fand am 18.4. statt. Das Entscheidungsgremium hatte sich für einen Entwurf mit relativ hohen freistehenden Häusern entschieden, der laut Bezirksamt aus Gründen des Schallschutzes nicht umgesetzt werden kann, weil der Entwurf der “Lärmminderungsplanung” des Senats widerspricht (siehe Kommentar Nr. 68). Am 30.5. wurde ein vom Entscheidungsgremium erarbeiteter lärmtechnischer Rahmenplan mit den Fachberatern erörtert und anschließend den Architektenbüros vorgelegt, die jetzt zwei Wochen Zeit haben ihre städtebaulichen Entwürfe entsprechend zu überarbeiten. Die nächste Entscheidungsrunde findet am 17.6. statt.




@ 50 “Der Bezirk ist im Verfahren in einer starken Rolle …”
Beim Hamberger Großmarkt in der Siemensstraße waren das Amt für Stadtentwicklung, der Stadtrat und die BVV auch in einer starken Rolle. Und trotzdem haben das Amt und in der BVV die CDU und die SPD dieses Bauvorhaben genehmigt. Und das, obwohl vorher alle obengenannten und z. B. auch SenStadt von den Mängeln und den Nachteilen für Moabit informiert wurden.
@ 48 “… ob und wie der Bezirk eigene Interessen durchsetzen möchte”.
Je mehr ich über die Ausschusssitzung der letzten Woche nachdenke, umso mehr glaube ich, dass dieser städtebauliche Entwurf möglicherweise dem Bezirk oder zumindest einigen bezirklichen Personen schon vorher bekannt war. Und wenn das so gewesen sein sollte, könnte es gut sein kann, dass die Interessen des Bezirks in diesem Entwurf schon enthalten sind oder dass der Bezirk zumindest nichts gegen diesen Entwurf hat.
Man möge mich gegebenenfalls korrigieren, aber ich kann mich nicht erinnern, dass die Abt. Stadtentwicklung im Ausschuss etwas dagegen gesagt hat. M. E. haben sie und der Stadtrat überhaupt nichts dazu gesagt.
@H.E., 51: Ich akzeptiere, dass für Sie Hamberger und Ihre persönlich empfundene Niederlage zu einer Art “Fixstern” geworden, ist, an dem sich alles messen lassen muss.
Alle anderen, die hingegen Stadtentwicklung als einen Prozess sehen, der sich verändert, weiterentwickelt und beeinflussbar ist, sollten sich dafür einsetzen, dass der Bezirk die Vorschläge des Betroffenenrats ernst nimmt und mit dem Investor einen Städtebaulichen Vertrag schließt.
Nein, Herr Koch, für mich ist der Großmarkt keine Niederlage. Ersten ist er noch nicht gebaut, zweitens läuft dagegen noch eine Klage von Anwohnern der Siemensstraße und drittens ist es vor allem eine Niederlage für den Stadtteil Moabit und für den Berliner Städtebau.
@ 52: “…. Stadtentwicklung … ein Prozess, der sich verändert, weiterentwickelt und beeinflussbar ist…”. Dass sich Stadtentwicklung verändert und weiterentwickelt, ist unbestritten. Die Frage ist nur, in welche Richtung.
Dass Stadtentwicklung beeinflussbar ist, ist ebenso unbestritten. Hier ist nur die Frage von wem. Und da bin ich der Meinung, dass beim Städtebau der Einfluss der Investoren zu groß ist, dass der Einfluss von Politikern und Abgeordneten, die keine Ahnung von dieser Materie haben, zu groß ist und dass der Einfluss der Bürger immer noch viel zu gering ist.
Wir werden sehen, was sich an dem jetzt vorliegenden städtebaulichen Entwurf für den Mittelbereich Lehrter Straße noch ändern wird und wie weit dabei der Einfluss der Anwohner eine Rolle spielten wird.
Die erste Chance für eine angemessene Beteiligung der Bürger hat das Bezirksamt bereits verpaßt. Wenn man die Bürger an dieser Planung beteiligt hätte, wäre der jetzige Plan, der mit der früheren Planung nichts mehr zu tun hat, nicht so plötzlich aus dem Nirgendwo aufgetaucht.
@ H.E.,
die Präsentation vom 6.3. (Stadtentwicklungsausschuss) ist jetzt ergänzt (auch im Nachtrag):
http://www.lehrter-strasse-berlin.net/wp-content/uploads/2013/03/Praeentation_Stadtentwicklungsausschuss_Lehrter_06032013.pdf
und oh Graus, oh Graus, da sind tatsächlich diese Hochhäuser drin. Wenn ich das am 6.3. bemerkthätte, hätte ich bestimmt was dazu gesagt.
Und auch die Lage von Mietwohnungen an der Bahn und Eigentumswohnungen an der Straße sieht ja wirklich forchtbar aus.
Ich empfehle dem Betroffenenrat, den Investor, die Verwaltung und die Fraktionen in der BVV zu einer öffentlichen Veranstaltung einzuladen. Dort sollte die Anwendung des Baurechts nach dem “Hamburger Modell” für städtebaulich gute Lösungen und ein Angebot an bezahlbaren Wohnungen, abgesichert über einen städtebaulichen Vertrag, eingefordert werden. Am besten einen konkreten Forderungskatalog vorbereiten – und: warum sollte man immer warten, bis die Verwaltung die Anwohner anhört? Eine eigene, zivilgesellschaftlich organisierte Veranstaltung ist m.E. wirkungsvoller. Nach den nicht eingehaltenen Versprechungen der CA Immo bezüglich einer Parzellierung sollte man da durchaus selbstbewußt vorgehen.
http://futurberlin.de/der-stadtrat-der-aus-der-huefte-schiesst/
Genau das war mein Eindruck beim Ausschuss für Stadtentwicklung in der letzten Woche betreffend Mittelbereich Lehrter Straße. Es war m. E. die reinste Schmierenkomödie.
Die Mitarbeiter der Abt. Stadtentwicklung tun mir leid, weil sie offenbar noch mehr gegen die Bürger arbeiten müssen als früher und noch mehr und noch wütendere Bürgerinitiativen gegen sich haben werden. Letzteres konnte man im Ausschuss bei der Diskussion zum Mauerpark bereits sehen.
@ Thomas Koch
Ihren Vorschlag finde ich sehr gut. Beim Großmarkt haben wir ja damals auch die Initiative ergriffen und einige Fraktionen der BVV überzeugen können. Zusätzlich wäre zu empfehlen:
1. Die Opposition in der BVV bitten, im Ausschuss für Stadtentwicklung die Anfertigung eines Massenmodells im M 1:500 (nicht im M 1:1000, das ist zu klein !!) vom Investor zu fordern, weil man an einem Modell alles besser erklären kann und alle ein realeres Bild von den Gebäudemassen, Gebäudehöhen und Freiräumen bekommen. Das kostet übrigens nicht mal einen Peanut im Vergleich zu den Baukosten. Siehe hierzu das Modell zum Hamberger Großmarkt unter http://www.moabitonline.de/2308.
2. Jedes Schriftstück, das an das BA geht, als Kopie an die TAZ, die Berliner Zeitung, den Tagesspiegel, die Berliner Woche und den rbb schicken.
3. Dito an die Fraktionen in der BVV.
4. Die Redaktionen dieser Presseorgane um einen Ortstermin samt Begehung und Gespräch beim Kaffee bitten. In der Regel ergibt das einen Artikel in der Zeitung oder in der Abendschau.
Und allgemein möchte ich vorschlagen, dass sich die Moabiter Initiativen, bei denen es sich um ein großes Bauvorhaben dreht, zwecks Erfahrungsaustausch besser oder überhaupt vernetzen und auch mal zusammensetzen. Da könnte ich auch mal das Modell für den Großmarkt zeigen.
Heute ist das Workshopverfahren zum Mittelbereich gestartet und zwar mit 8 Architekturbüros. Sehr kurzfristig und kooperativ hat die Groth-Gruppe ein Architekturbüro unseres Vertrauens zusätzlich zum Verfahren eingeladen.
Die verschiedenen Vorschläge, wie die neue Wohnungsbauförderung gestaltet werden könnte, hat der Tagesspiegel hier aufgelistet:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bauboom-in-berlin-alle-wollen-bauen-aber-wie/7983804.html
Das Ergebnis des Wettbewerbs/Workshopverfahrens wird voraussichtlich von der Groth-Gruppe am 29.Mai im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt (siehe Tagesordnung für morgige Sitzung letzter Punkt).
Das kann aber erst nur ein Ergebnis des Städtebaus sein, denn das Workshopverfahren ist dreistufig und endet erst vor den Sommerferien.
Zitat: “Wettbewerbsergebnis Lehrter Str. 27 – 30″. Auch wenn es dabei nur um den Städtebau gehen sollte, es wäre entscheidend! Denn dabei wird z. B. festgelegt, wie hoch die Hochäuser werden und wo sie hinkommen, wie groß der Platz wird, wie breit die Vorgärten werden und wie der ganze Bereich und seine Grünflächen für die Öffentlichkeit zugänglich werden (Thema “Gated Community”). Mit in sich geschlossenen Blöcken z. B. könnte man die Öffentlichkeit hervorragend ausschließen.
http://www.lehrter-strasse-berlin.net/wp-content/uploads/2013/03/Praeentation_Stadtentwicklungsausschuss_Lehrter_06032013.pdf Seite 11
Im neuen Mietermagazin steht der Artikel “Filets für den Baulöwen”. Im Artikel geht es um den Mittelbereich.
Der CDU und der SPD wird der Artikel sicher nicht gefallen, und Herrn Stadtrat Spallek wahrscheinlich auch nicht. Hier zwei Kernsätze:
“Der Bezirk Mitte macht keine Anstalten, auch ein Angebot an bezahlbaren Wohnungen durchzusetzen. ….. Der Bezirk Mitte hat … beim Neubaugebiet Heidestraße seine Planungshoheit freiwillig an den Senat abgegeben, und in der BVV wurden Anträge, die den Investor zu einer sozialen Mischung verpflichten sollten, von der SPD-CDU-Mehrheit abgeschmettert.”
Wir sollten uns das merken – bis zur Wahl im Herbst.
Mir scheint, mit Herrn Gothe hatten es die Moabiter schon nicht einfach, aber mit CDU-Stadtrat Spallek und CDU und SPD ist Moabit vom Regen in die Traufe geraten. Und keiner möge mir erzählen, das Amt für Stadtentwicklung habe von der Groth-Planung für die Lehrter Straße inkl. Hochhäusern nichts gewußt. Ich würde ein Sixpack Schultheiss wetten, dass diese Planung mit dem BA abgekaspert war, bevor sie im Ausschuss vorgestellt wurde. Leider hat keine der Fraktionen Herrn Spallek oder die Amtsleiterin um Stellungnahme gebeten.
über Dichte und Hochhäuser ein älterer Mietermagazin-Artikel “Mythos Dichte”:
http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm1212/121214.htm
Ich bin der Meinung, nicht jede höhere Bebauung ist schlecht, es kommt auf die umgebenden Freiflächen an.
Jedes Hochhaus in der Stadt trägt zur Unwirtlichkeit der Stadt bei und ist eine Belastung für die gesamte Infrastruktur und Ökologie, insbesondere der nahen Umgebung. Und gewollt ist es nur von Investoren und von speziellen Politikern, aber nie von den Anwohnern.
In Lichtenberg gibt es genug Freifläche um die Hochhäuser, und wie sieht es dort aus: Ungepflegt, öde, große Parkplätze und nachts graust es einen, wenn man von der Straßenbahn aus eins dieser beziehungslos in der Gegend herumstehenden Hochhäuser erreichen möchte. Positives kann ich daran nicht erkennen.
Und wie siehst Du die Situation im Hansaviertel?
Da hat sich gerade eine Bürgerinitiative gegen die Blockbebauung ausgesprochen und einen neuen Wettbewerb durchgesetzt, der die Neubebauung mehr im Stil der aufgelockerten Hochhäuser des Hansaviertels zum Ziel hatte?
Forderung nach Info über den Wettbewerb (wurde ja viel zu lange im Ausschuss debattiert)
http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-mitte/hansaviertel/artikel/14089-buerger-sollen-ueber-bauprojekt-hansahof-informiert-werden/
Wettbewerbsergebnis
http://www.competitionline.com/de/wettbewerbe/117742
Information über Werkstattgespräch am 9.5.2012
http://www.berlin.de/ba-mitte/aktuell/presse/archiv/20120511.1400.370028.html
Bürger wehren sich gegen geplanten Hansahof
http://www.morgenpost.de/berlin/article1691577/Buerger-wehren-sich-gegen-geplanten-Hansahof.html
Angst um die Moderne
http://www.tagesspiegel.de/berlin/angst-um-die-moderne/4407152.html
beide Artikel von Juli 2011
Ich bin der Meinung, dass auch in hohen Häusern gute Wohnungen entstehen können und eine gute Freiraumplanung rundrum möglich ist. Die muss ja nicht auf den Prämissen der autogerechten Stadt mit Parkplätzen wie in Lichtenberg aussehen.
Richtig ist, dass ein Architekt auch für Hochhäuser Wohnungen mit guten Grundrissen und guter Ausstattung planen kann. Das macht aber noch nicht guten Städtebau aus. Dazu gehört auch der öffentliche Raum und vor allem das Gefühl, dass die Menschen haben, wenn sie sich Tag und Nacht auf ihren zwei Beinen zu ebener Erde in diesem Außenraum bewegen.
Der Unterschied zwischen Lichtenberg und dem Hansaviertel ist, dass das Hansaviertel kein übliches Wohngebiet ist. Es ist das Produkt einer Bauausstellung. Bauten und Grünanlagen stehen seit 1995 unter Denkmalschutz. Die Lage ist zentral. Und das durchschnittliche Einkommen und auch die Kritikwilligkeit der Bewohner dürften entschieden höher liegen als in Lichtenberg.
@ Nr. 60,
das Thema Mittelbereich Lehrter Straße ist doch nicht in der Tagesordnung des nächsten Stadtentwicklungsausschusses am 29.5. (da ist nur noch der Mauerpark, was die Groth-Gruppe betrifft, und natürlich Schultheiss).
Das hängt vermutlich damit zusammen, dass das Bezirksamt gegen die Juryentscheidung, die das Gremium für den Mittelbereich am 18.4.13 getroffen hatte (relativ frei stehende höhere Häuser), interveniert hatte, aus Gründen der “Lärmschutzminderungsplanung” des Senats. Hier ist das entsprechende Dokument zu finden:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/laerm/laermminderungsplanung/download/laermaktionsplan/materialien/lap_berlin_handreichung.pdf
Wenn diese Planungsvorgaben nun für die ganze Stadt gelten soll, dann kann man ja nur noch Blöcke bauen! Und warum hatten die Architekten die dann nicht als Vorgabe, wenn sie seit Dezember 2012 gelten?
So waren alle erst einmal ratlos, wie mit der Situation umzugehen sei, weil die Jury sich im vollen Bewusstsein der Lärmschutzproblematik entschieden hatte, aber alle (!) waren die ständigen engen oder weiteren Blöcke leid gewesen. Zwei Vertreter der Groth-Gruppe waren bei unserer Betroffenenratssitzung am 7.5. anwesend und kündigten an, dass der Jury das Problem zur Entscheidung am 16.5. vorgelegt werden solle. Doch auch dieser Termin wurde abgesagt. Jetzt soll am 30.5. über einen “Idealplan” entschieden werden und die Architekten in die 2. Runde bis zum 19.6. gehen.
Wir hoffen sehr, dass dieser Idealplan nichts mit dem Plan zu tun hat, den die Groth-Gruppe im März beim Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt hatte:
http://www.lehrter-strasse-berlin.net/wp-content/uploads/2013/03/Praeentation_Stadtentwicklungsausschuss_Lehrter_06032013.pdf
Die Entwürfe, die die Architekten am 18.4. vorgelegt hatten, dürfen wir als Betroffenenrat nicht veröffenlichen, aber bei uns im Laden dürfen wir sie auslegen und diskutieren. Unser nächstes Treffen ist (ausnahmsweise montags) am 3.6. um 19 Uhr.
Am 30.5. wurde ein vom Entscheidungsgremium erarbeiteter lärmtechnischer Rahmenplan mit den Fachberatern erörtert und anschließend den Architektenbüros vorgelegt, die jetzt zwei Wochen Zeit haben ihre städtebaulichen Entwürfe entsprechend zu überarbeiten. Die nächste Entscheidungsrunde findet am 17.6. statt.
Ich hab durch nen Aushang mitbekommen, das der Betroffenenladen? einen Film über Groth zeigt. Datum und Ort hab ich allerdings nicht im Kopf. Warum steht hier kein Hinweis? Könnte man den nicht auch im Filmrauschpalast zeigen?
nur mal in den Veranstaltungskalender gucken:
http://www.moabitonline.de/events-2?event_id=7759
hat zwar nix direkt mit Lehrter Straße zu tun, aber mit Groth: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/bebauung-ex-militaergelaende-lichterfelde-2700-wohnungen-oder-landschaftspark-,10809148,23095104.html
Bei der gestrigen Betroffenenratssitzung sollte eigentlich der Film von Nathew Rose und Ursel Sieber “Klaus Groth. Der Baulöwe – Die Stadt – Der Filz” von 2001 gezeigt werden. Die Filmvorführung haben wir jedoch auf grund des Schreibens von Klaus Groth, das uns am frühen Nachmittag erreichte ausfallen lassen, hier der Brief als pdf:
http://www.lehrter-strasse-berlin.net/wp-content/uploads/2013/06/Stellungnahme_Groth_Film_20130603_145803.pdf
Auch im Café der Kulturfabrik sollte der Film gezeigt werden:
https://twitter.com/BinBerlinerIn/status/341584222470946816
Auch diese Filmvorführung fand nicht statt. Wir hatten ihnen den Brief zur Kenntnis gegeben.
Schade dass Herr Groth sich nicht einfach den mehr als 10 Jahre alten Film mit uns angeschaut hat und dann die Gelegenheit wahrgenommen, die dort (möglicherweise) enthaltenen Falschaussagen richtig zu stellen. Das wäre im Sinne von Diskussion und Transparenz besser gewesen.
@ 72,
danke für den Artikel-Link. Ich finde besonders den letzten Abschnitt interessant. Man sei mit den 21 Betrieben mit 200 Mitarbeitern, die dort verschwinden müssen, im Gespräch und auf gutem Wege, während die Betroffenen selbst das ganz anders sehen.
Genau wie hier bei uns in der Lehrter Straße!
Hier heißt es von der Groth-Gruppe, es hätten sich noch keine Gewerbetreibenden gemeldet für ein mögliches Gewerbegebiet im Norden der Fläche … und die, die da sind werden gekündigt und sollen 2 Jahre Bauzeit irgendwo anders überbrücken? Das kann doch nicht funktionieren!
Mittlerweile gibt es im Mauerpark eine “Briefaffäre” von Groth – ist aber auch merkwürdig: ein Brief einer Initiative an den Senat wird von einem Anwalt von Groth mit Drohungen beantwortet – sogar der Senat distanziert sich:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnbebauung-am-mauerpark-senat-distanziert-sich-von-investor/8274288.html
oder auf der Webseite der “Freunde des Mauerparks” mit einer ganzen Linksammlung am Ende:
http://www.mauerpark.info/2013/05/mauerpark-einschuchterung-statt-burgerbeteiligung/
Sehr anschaulich auch in den “Prenzlauer Berg Nachrichten”, die die Behauptungen, die die Bürgerwerkstatt nicht mehr machen darf auflistet:
http://www.prenzlauerberg-nachrichten.de/politik/_/mauerpark-anwalte-gegen-die-burgerwerkstatt-171191.html
@73
Das Cafe der Kulturfabrik wurde extern angesprochen ob dort der Film “Klaus Groth. Der Baulöwe – Die Stadt – Der Filz” öffentlich gezeigt werden darf. Wir konnten den Film jedoch nicht zeigen weil keine Genehmigung des Rechteinhabers des Films für eine öffentliche Vorführung vorgelegt wurde. Diese Genehmigung muss man aber bei einer öffentlichen Vorführung zwingend haben. Das Groth Schreiben haben wir gelesen war aber nicht die Ursache für die Absage denn für den Filminhalt ist der Autor verantwortlich daher muss der ja auch eine öffentliche Vorführung genehmigen
gruß
django
Man sollte sich weniger mit den Investoren beschäftigen und statt dessen Haltung und Handeln der Fraktionen der BVV und des Stadtrates hinterfragen, denn diese und insbesondere die CDU und die SPD könnten sämtliche Fehlentwicklungen und Auswüchse in Sachen Stadtplanung und Städtebau in Mitte verhindern. Es ist zu fragen, warum sie es nicht tun. Und über diese Antworten sollte man dann öffentlich diskutieren.
Und zusätzlich ist zu fragen, wieso von der BVV die Mini-Bürgerbeteiligung des Stadtrates toleriert wird. Warum fordern wir z. B. nicht für Moabit im Rathaussaal eine öffentliche Veranstaltung zum Thema “Bürgerbeteiligung bei großen Bauvorhaben” ?
@ H.E.
Bin eher dafür sich mit den Juristen zu beschäftigen und die Spreu vom Weizen zu trennen. Was den Film betrifft, hat der Autor wohl keinen guten Anwalt. Aber was nützt ein guter Anwalt, wenn der Richter nicht wirklich “unabhängig” ist. Bedaure unsere Verfassungsrichter, die selten so viel zu tun hatten, wie in diesen
Zeiten. Fehler in der Politik und in den anderen Instanzen. Tip an die Jurastudenten und die, die noch ein Thema für die Doktorarbeit suchen, sich mit der juristischen Verfilzung in unserem Land zu beschäftigen. Ist für unsere Demokratie und dessen Gewaltenteilung absolut notwendig, denn auch die “unabhängige Presse” wankt in vielen Bereichen.
@ 72,
das mit den 2.700 Wohnungen in Lichterfelde, statt der ursprünglich geplanten 500 – 600 plus Natur- und Landschaftspark scheint sich ja zu verdichten:
http://worldinproperty.de/article/2700-wohnungen-in-lichterfelde-geplant-970
redet ihr über diesen Film? http://www.youtube.com/watch?v=1dn53L3jKtY
Ja!