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Verladerampe in Betrieb

Schon seit einigen Wochen ist der Uferweg am Neuen Ufer wieder frei, die Plätze mit den Bänken sind wiederhergestellt. Auch die Ro-Ro-Rampe ist fertiggestellt, und, wie einem Bericht der Berliner Zeitung vom 1. November 2012 zu entnehmen ist, mit einer ersten Fahrt am Mittwoch, den 31. Oktober in Betrieb genommen worden. Als letzte Arbeiten wurde die „Fußbodenheizung“ der Rampe an das Fernwärmenetz angeschlossen. Würde das schwere Spezialfahrzeug nämlich auf eisglatter Rampe ins Rutschen kommen, wäre es wohl nicht mehr zu halten und der entstehende Schaden entsprechend groß. Die Schwerlastfahrten mit großen Turbinen werden sich durch die neue Rampe zwar nicht in ihrer Zahl, wohl aber in ihrer Weglänge deutlich verkleinern, von sieben Kilometern auf 700 Meter, so die Berliner Zeitung.

Auf den Bildern sieht man die Fortsetzung des ersten Bauberichtes. Zu sehen ist das Einlegen der Heizleitungen in die Bewehrung, das Betonieren der Fahrbahn und begleitende Arbeiten, wie zum Beispiel das Anbringen von Geländern, Lampen und Zäunen. Die Böschungen sind wiederhergestellt, nur die eingestreuten Grassamen müssen noch sprießen. Man darf gespannt sein, ob die Erosion oder das Gras den Wettlauf um die Böschungen gewinnen werden.

Viele breite Uferwege verraten – wenn überhaupt – nur an kleinen Details, wie zum Beispiel Pollern, daß sie früher dem Zweck des Güterumschlages vom Schiff auf Fuhrwerke bzw. Lkws gedient hatten. Lediglich unterhalb der Rahel-Hirsch-Straße, an der Moltkebrücke, kann man sich, bedingt durch die Pflasterung, vorstellen, wie es dort früher ausgesehen hatte. Die vielen Lastkähne, oft noch von Dampfschleppern gezogen, muß man sich jedoch dazudenken. Ab und zu fährt ein solcher Dampfschlepper noch zur Freude der auf ihm Mitfahrenden auf der Spree und an jeder Brücke wird der lange Schornstein nach hinten umgeklappt.

Man sagt ja auch, Berlin wäre „aus dem Kahn erbaut“, denn die für das „steinerne Berlin“ benötigten Ziegelsteine wurden aus dem Umland auf dem Wasserweg nach Berlin gebracht. Aber auch der Begriff „Äppelkahn“ sagt einiges, zum Teil wurde das Obst sogar direkt vom Kahn verkauft. Bekannt ist aber auch ein Bild vom Landwehrkanal aus früheren Zeiten, in dem vor lauter Kähnen kein Durchkommen war – sozusagen „Zweite-Reihe-Parken“, das wir heutzutage nur noch vom ständig wachsenden Lkw-Verkehr kennen. Auf den ehemaligen Ladestraßen flanieren heute nur noch die Spaziergänger, denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurden nicht nur viele Ladestraßen, sondern auch ganze Häfen, stillgelegt. Güterschiffe sieht man immer seltener, und wenn, dann nur auf bestimmten Strecken, z. B. auf dem Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal am Kraftwerk Moabit. Auf Spree und Landwehrkanal könnte man heute dagegen die Fahrgastschiffe fast zu Schleppzügen zusammenhängen, so dicht stauen sie sich manchmal auf. Wobei das in gewisser Weise auch wieder einen historischen Bezug hat, denn die ersten für „Dampferfahrten“ genutzten Schiffe waren oft Schlepper, auf denen man ein Zeltdach gespannt und Bänke aufgestellt hatte. Und so manches schnittige Fahrgastschiff ist aus einem solchen Dampfschlepper umgebaut und später mit einem Dieselmotor versehen worden.

Text und Fotos: Andreas Szagun

Ein Kommentar auf "Verladerampe in Betrieb"

  1. 1
    Jürgen says:

    Gesehen bei moabit.net:
    Inforadio hat am 4.11. in „Apropos Wirtschaft“ einen ca. 14 Minuten langen Bericht zum Gasturbinenwerk gebracht. Der Beitrag ist hier anzuhören.

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