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Eröffnung der Turmstraße 29

Arch-bild-2-250Obwohl die roten Hüllen zum Teil gefallen sind, so wirklich glauben mag man es noch nicht, dass die Läden in der Turmstraße 29, dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus, schon am 25. April 2013 eröffnen. Doch Lars Neubauer von der MIB AG bestätigte diesen Termin und verriet weitere Einzelheiten.

Schon lange ist bekannt, dass der dm-Drogeriemarkt wieder und C & A neu einziehen werden. Dazu kommen der Schuhladen  Reno, die Apotheke 4.0, der Supermarkt Go Asia und das AOK-Kundenzentrum. Alle Geschäfte haben Eingänge im Erdgeschoss zur Straße. Die größeren von ihnen nutzen dann zwei Etagen. Der Asia-Supemarkt zieht ins Untergeschoss mit eigenem Aufzug zum Parkplatz, damit motorisierte Kunden mit dem Einkaufswagen bis zu ihrem Auto kommen. Eigentlich wollte die Diana-Apotheke aus dem Nebenhaus umziehen. Warum das dann doch nicht geklappt hat, wurde nicht verraten. Außerdem wird ein Bäckerei-Café eröffnen, aber erst im Juni. Denn seit dem 8. April nutzen diesen Raum die freundlichen Werbedamen der Frauen-Fitness-Kette Jopp für ihren Vorverkauf. Hier können die ersten 100 Mitglieder 60% sparen. Jopp zieht ins zweite Obergeschoss mit Wellness, Sauna und Kinderbereich, eröffnet voraussichtlich aber erst Ende Mai oder im Juni. Bestimmt werden auch die anderen Läden zur Eröffnung mit Angeboten werben. Sie sind aber noch nicht so präsent wie Jopp. Man kann höchstens dm beim Einräumen der Regale beobachten.

Jopp-aus-250Der Innen-Ausbau der Läden ist so gut wie fertig, doch an der Fassade wird noch fieberhaft gearbeitet. Das liegt daran, dass die zweifarbigen grauen und weißen Bleche farblich nicht ganz einheitlich waren. Also musste ein Teil nochmal runter und neu lackiert werden. Neubauer ist aber zuversichtlich, dass das Gerüst – wie geplant – am 22. April abgebaut werden kann. Das Aussehen der Fassade hat sich noch einmal geändert, wie an dem Bild oben (Werbekonzept Turmstraße 29, Entwurf  MIB AG / Granz & Zecher Architekten) zu erkennen ist. Mir persönlich hat der vorherige Entwurf mit den breiten weißen Bändern besser gefallen. In die Sanierung hat die MIB AG etwa 25 Millionen Euro investiert. Vom 1960 gebauten Hertie-Kaufhaus ist nur die alte Trägerkonstruktion stehen geblieben.

Wie schon in der moabiter Inselpost Nr. 13 (auf Seite 6) zu lesen war, werden in die vierte und fünfte Etage Apartments eingebaut. Vorher war ein Hotel oder eine Senioreneinrichtung im Gespräch. Es werden hauptsächlich Ein-Zimmer-Apartments mit integrierter Küchenzeile, Dielenboden und Fußbodenheizung. Die Flächen variieren von 37 bis 70 qm, Kaltmiete 10 Euro/qm. Das Besondere an diesen Apartments ist der gesicherte Fahrradabstellplatz vor der Tür mit Anschlussmöglichkeit für Elektro-Bikes. So bekommt auch der alte Lastenaufzug des Warenhauses wieder eine Funktion, wenn er die Elektromobile oder Fahrräder nach oben transportiert, nachdem in der Fahrradschleuse allen Straßenstaub abgebürstet wurde.

Die nach Süden ausgerichteten Wohnungen haben Weitblick und viel Sonne durch 3 Meter hohe Scheiben. Die Wohnungen nach Norden zum Parkplatz hin bekommen Terassen, auf die die Abendsonne scheint. Im Juli sollen sie fertig sein. Bald wird eine Musterwohnung zu besichtigen sein. „Doch das dauert noch ein bisschen, denn sie wird gerade wieder abgerissen, weil der Schallschutz nicht funktioniert hat. Jetzt bekommen die Wände einen anderen Aufbau“, berichtet Neubauer.

Am 25. April, dem Tag der Eröffnung der Turmstraße 29, verteilt das Geschäftsstraßenmanagement seinen neuen Einkaufsführer und die Mittendrin-Initiative, die bereits am letzten Samstag den überdimensionalen Verteilerkasten auf dem Rathausvorplatz aufgestellt hat, stellt sich mit weiteren Mitmachaktionen vor. Kooperationspartner dabei ist der Freche Spatz e.V.

Nachträge:
Artikel in der Berliner Zeitung und Bericht von der Eröffnung auf der Webseite des QM Moabit West, viel Trubel und die Apotheke hat es nicht rechtzeitig geschafft.

Fotostrecke bei BerlinOnline

Die netten Werbedamen von Joop sind ja in Ordnung, aber mittlerweile nimmt die Plakat- und Zettel-Werbung unangenehme Ausmaße an: jetzt werden schon Autos beklebt (Bild bei moabit.net). Eröffnung der Womens Gym war am 14. Juni (Berliner Woche).

„Bike Living“, das Konzept für die oberen beiden Wohnetagen beschreibt die Berliner Zeitung.
Präsentation „Zukunft Lebensräume – Fahrradfreundliche Wohnungswirtschaft“ in Frankurt am 29. April 2015.

Bilder von den Bauarbeiten im Dt. Architekturforum: Febr. 14.

Nachträge ab 2016:
Die Entwicklung des weiteren Hertie-Areals stockt. Zwar wurde 2011 ein B-Plan-Aufstellungsbeschluss gefasst, aber nicht weiter verfolgt. Ein neuer Investor will einen neuen Anlauf nehmen, wie auf eine Kleine Anfrage (Drs. 1325/IV ) bekannt wurde. Hier der entsprechende Artikel der Berliner Woche.

Eigentümer ist jetzt die Megavest GmbH (Projektentwicklungsfirma). Sie gehört mit ihren Schwesterfirmen Digivest GmbH (Immobilienverwaltung) und der MC Bauinvest (Bauträger) zum »Family Office« der Familie des Mediamarkt Mitbegründers Leopold Stiefel.

Ob die Kündigung der Diana-Apotheke bedeutet, dass die Projektentwicklung weitergeht, ist bisher unklar (Berliner Woche).

Als Nachfolger des „Superwoman“ Fitnesscenters der insolventen Jopp AG betreibt seit Juni 2017 die Fitnessstudiokette Fit Star ein Fitnessangebot im Haus.

12 Kommentare auf "Eröffnung der Turmstraße 29"

  1. 1
    H. E. says:

    Den Fassadenentwurf hätte die Abt. Stadtentwicklung wohl auch mal Frau Lüschers Baukollegium zur Begutachtung und Beratung empfehlen sollen, wenn sie schon selbst keinen Einfluss nehmen konnte oder wollte.

  2. 2
    J.P. says:

    Schade um die versaute Fassade. Die Proportionen zwischen Brüstung und Fensterband stimmen nicht. Da hatte die alte Fassade mehr Eleganz im Verhältnis der Teile. Modisch wird dieses Missvergnügen mit dem geschwungenen Fuß, der etwas Statisches vortäuschen soll, was konstruktiv nicht nötig ist, sondern nur modisch angelatscht ist. Mit Architektur hat das nichts zu tun, wohl aber mit Dekoration. Vielleicht wollten das die Architekten auch nur und ich habe zu hohe Ansprüche? Jetzt müssen wir mit dieser Kulisse leben..

  3. 3
    Gerhard Bock says:

    Das Gebäude war nach dem Auszug von „HERTIE“ viel zu lange leer. Gut, daß man das Gebäude wieder nutzt.

  4. 4
    Zeitungsleser says:

    Da scheint ja einem Moabiter diese Mittendrin-Initiative überhaupt nicht zu gefallen:
    http://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2013/me-single/article/gelbe-linien-und-bemalte-verteilerkaesten.html

  5. 5
    prolet says:

    Das Problem bei manchen Alt-Kadern aus dem früheren SEW-Umfeld ist das Vermischen von Dingen, die getrennt gehören. Die sich aktuell abzeichnende Vertreibung von alteingesessenen, meist nicht besonders gutbemittelten Mietern ist ein Problem, daß schon Anfang der neunziger Jahre nach der Hauptstadtentscheidung thematisiert worden ist, deshalb ja auch die damalige Förderung von Anwohnervertretungen („Betroffenenräte“ nach BauGB) und des Moabiter Ratschlag e.V. Durch die zwischenzeitliche Immobilienkrise hat sich das Problem nur zeitlich etwas verschoben. Dies ist also die eine Seite. Die andere Seite ist, daß so manche dieser Alt-Kader sich gegen jede Verbesserung auch für die bestehenden Mieter wehren (und schon früher gewehrt haben), weil jede Verbesserung zu Verdrängung führen würde (z.B. damals die Flächenhafte Verkehrsberuhigung), frei nach dem Motto „Nur wenn es hier ganz mies ist, sind billige Mieten gewährleistet.“ Eine solche Schwarz-Weiß-Malerei nutzt letztendlich niemanden und sie wird auch niemanden vor Vertreibung schützen, dazu muß – und das ist in unserer Gesellschaftsordnung nicht zu erwarten – die Eigentumsfrage gelöst werden (und zwar umfassend!). Eine solche Haltung ist aber sehr bequem, denn man „hat ja den richtigen Standpunkt“, muß sich aber nicht konstruktiv einbringen, weil „das ja nur dem Kapital nutzt“. Schade, denn die bei diesen Leuten durchaus vorhandenen und zum Teil sehr umfangreichen Kenntnisse könnte man besser einsetzen als für Schaufensterphrasen.

  6. 6
    vilmoskörte says:

    Herr B. ist irrelevant. Noch nicht mal ignorieren, würde ich vorschlagen.

  7. 7
  8. 8
    Jürgen Schwenzel says:

    Beim BVV-Ausschuss für Stadt­entwicklung, Sanieren, Bauen und Bebauungs­pläne am 25. Mai steht als Tagesordnungspunkt Ö 8.2 als das Vorhaben für ein Wohn- und Geschäfts­haus Strom­straße 60-62 und Turmstraße 28-29 auf der Agenda. Als Bericht­erstatter sind angekündigt das Bezirksamt Mitte und Vertreter der Megavest GmbH als Vorhabenträger.

    Auf dem Grundstück Stromstraße 28-29 befinden es sich das ehemalige Hertie Gebäude und der zur Stromstraße hin angrenzende zweistöckige Bau. Das Hertie-Gebäude war von der MIB AG zur heutigen Nutzung umgebaut worden.

    Das Grundstück Stromstraße 60-62 umfasst das Parkplatzareal dahinter bzw. an der Stromstraße mitsamt dem unter Denkmalschutz stehende Wohn- & Geschäftshaus Stromstraße 61 (ursprünglich erbaut 1866 und umgebaut 1914), in dem sich das der Geschäft für Gaststätten­bedarf »Kallasch & Jonas« befand (siehe Denkmaldatenbank).

    Die Megavest GmbH (Projektentwicklungsfirma) gehört mit ihren Schwesterfirmen Digivest GmbH (Immobilienverwaltung) und der MC Bauinvest (Bauträger) zum »Family Office« der Familie des Mediamarkt Mitbegründers Leopold Stiefel.

  9. 9
    Jürgen Schwenzel says:

    Das einzige, was gestern zum Vorhaben Turmstraße 28-29 / Sromstraße 60-62 zu erfahren war: Bezirksamt und Investor haben sich noch nicht geeinigt. Und deshalb wurde die Behandlung dieses Tagesordnungspunkts der Ausschusssitzung zurückgezogen.

  10. 10
    Susanne Torka says:

    Ob da jetzt Pläne weiter gediehen sind oder ob der Eigentümer nur die „günstige“ Gelegenheit genutzt hat einen langjährigen Gewerbemieter – immerhin eine seit 1884 am Ort ansässige Apotheke – loszuwerden, ist zur Zeit unklar:
    http://www.berliner-woche.de/moabit/wirtschaft/aus-fuer-alteingesessene-apotheke-diana-apotheke-vermutlich-wegen-abriss-gekuendigt-d110453.html
    Aber wenigstens hat die Apotheke in der Turmstraße 77/Ecke Ottostraße neue Räume gefunden:
    http://moabit.net/9856

  11. 11
    Jürgen Schwenzel says:

    Vermutlich sind das Bezirksamt Mitte und der Investor für das Grundstück Turmstraße 28/29 / Stromstraße 60-62 sich zwischenzeitlich über Planungen des Investors einig geworden.
    Denn das Bezirksamt Mitte – Straßen- und Grünflächenamt – hat laut einer Veröffentlichung im heute erschienen Amtsblatt bekannt gegeben, dass ein bisher als öffentliches Straßenland ausgewiesenes Flurstück des Grundstücks Turmstraße 28, 29 „eingezogen“ werden soll. Die Flurstückfläche wurde zur Arrondierung des Grundstücks Turmstraße 28, 29 zum Zwecke der Bebauung veräußert.
    Die in oben noch genannte Projektentwicklungsfirma Megavest GmbH des Family Office der Eigentümerfamilie wurde zwischenzeitlich mit ihrer Schwesterfirma MC Bauinvest verschmolzen.

  12. 12
    Susanne Torka says:

    zu Nr. 10:
    Nein, das ist nicht dieselbe Apotheke, sie hat nur den Namen gekapert!

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