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Fritz-Schloß-Park: Südplateau und Kletterpfad

Eine schon länger geplante Umgestaltung im Fritz-Schloß-Park hat vor kurzem begonnen, wie die Pressestelle des Bezirks Mitte mitteilte. Zunächst wurden für den neuen Weg einige Bäume gefällt. Worum handet es sich bei der „Aufwertung des Südplateaus“ und beim „Kletterpfad“ dort hinauf nun eigentlich?

Lichtung_oben_herbst-250Der Südhügel des Fritz-Schloß-Parks ist zur Zeit eine schöne grüne Wiese, mit ein paar vereinzelnten Bänken drum herum, die jetzt allerdings erst mal abgebaut wurden. Eine gemütliche Lichtung, die von schon länger dort wohnenden auch „Hexentanzplatz“ genannt wird, denn jahrelang hatte das Grünflächeamt dort jeden Herbst abgeschnittene Zweige gelagert.

Zu Beginn der Planungen für den Stadtumbau West kam die Idee auf, den Hügel für einen Aussichtsturm zu nutzen, ein Lausitzer Stahlträger schräg auf dem dann so genannten „Ulanenberg“. Doch kam dieser Vorschlag wie auch die militaristische Namensgebung bei den an der Planung beteiligten Anwohnern überhaupt nicht an. Auch ein direkter Weg vom Haupteingang war vorgeschlagen und abgelehnt worden.

Doch sind sowohl Planer als auch die zuständigen Abteilungen des Bezirksamts Mitte überzeugt, dass der Park „unternutzt“ sei und weitere Attaktionen neben Joggingstrecke, neugestalteten Spielplätzen und neuer Liegewiese notwendig seien. Das Landschaftsplanungsbüro gruppe F wurde mit der Planung beauftragt, ein Vorentwurf im Februar 2011 vorgestellt. Der Entwurf wurde schließlich im März 2013 bei der Betroffenenratssitzung in der Lehrter Straße vorgestellt und diskutiert (Protokoll).

Plan-plateau-300Auf der Wiese sollen übereinander gestapelt drei Rasen-Terrassen gebaut werden, außen herum ein „Schlechtwetterweg“ aus Kleinsteinpflaster, an dem neue Bänke angeordnet werden. Außerdem sind ein Holzpodest und einige Holzliegen geplant, die zum Aufenthalt einladen sollen. Weil man bisher von diesem Ort nur im Winter teilweise auf die Stadt schauen kann, werden einzelne Sichtbeziehungen freigeschnitten. Im schmalen nördlichen Bereich bleibt noch Platz frei, falls irgendwann einmal doch noch ein Aussichtsturm finanziert wird.

Zur Erschließung ist ein schmaler „Kletterpfad“ gedacht, der sich im Zick-Zack den Berg hoch windet. Er kann spielerisch erklommen werden, große Natursteine wechseln mit Schotterflächen ab. Befürchtet wurde bei der Vorstellung, dass dann eine breite Schneise durch den Park getrampelt wird. Die Planer brachten zur Sprache, dass bereits Trampelpfade existieren. Doch sind diese wesentlich schmaler als die 1,50 Meter, die für den Kletterpfad vorgesehen sind. Weitere Bedenken wurden geäußert, dass die Bauarbeiten selbst mit weniger schwerem Gerät Zerstörungen anrichten oder dass die Nutzung des Parks durch kletterpf-2-250viele LKW-Fahrten für Erde und Steine beeinträchtigt wird. Eine ganze Reihe Anwohner hielten die Umgestaltung mit den Terrassen schlicht für überflüssig. Der Anregung die Terrassen mit Trockenmauern zu bauen, in denen z. B. Eidechsen einen Lebensraum finden, wird nicht umgesetzt, da diese nicht haltbar genug sind und schräg gebaut werden müssen. Denn die Mauern der Terrassen sollen zusätzliche Sitzgelegenheiten bieten.

Die Baumaßnahme soll bis Ende Juni 2014 beendet sein und kostet inklusive Planungskosten etwa 300.000 Euro.

Zur Planungsgeschichte:
Präsentationen, Protokolle und andere Dokumente seit 2006 findet man auf der Webseite des B-Ladens, Seite Lokale Planungen im Abschnitt Fritz-Schloß-Park und Poststadion.

Hier ist der Plan für das Südplateau und die Diskussion bei der Betroffenenratssitung Lehrter Straße herunterzuladen. Und Fotos von der Baustelle.

Nachtrag:
Heute hat auch die Berliner Woche berichtet.

Was es mit dem Sack über dem vollen Mülleimer auf sich haben mag, fragen sich so einige (siehe: Foto bei „Ich liebe Moabit, Facebook“).

Auf der Seite des SportPark Poststadion gibt es jetzt auch eine Info (Frühjahr 2014).

Die Infoseite des SportParks Poststadion meldet die Fertigstellung – aber wo sind die Liegen und das Holzpodest und sind wirklich schon alle Bänke aufgestellt? Zwei waren an Pfingsten jedenfalls ohne Lehne. Mittlerweile sind auch die Liegen aufgestellt und alles ist komplett fertig.

Link zur Projektseite der Landschaftsplaner Gruppe F mit vielen Fotos und zur Seite des Stadtumbau West.

Baustadtrat Spallek will die City-Tax für Beleuchtung des Fritz-Schloß-Parks verwenden (Berliner Woche).

31 Kommentare auf "Fritz-Schloß-Park: Südplateau und Kletterpfad"

  1. 1
    Horst Jahn says:

    Die Naturzerstörung in den Moabiter Parks soll also weiter voranschreiten. Kein Fleckchen darf ungenutzt bleiben, eine Wiese schon gar nicht. Natur hat keinen Eigenwert.

  2. 2

    Ich weiß nicht, ob man bei den geplanten Maßnahmen pauschal von „Naturzerstörung“ sprechen kann. Auch wenn das dringend benötigte und von örtlichen Initiativen vehement geforderte Freibad irgendwann kommen sollte, müsste baulich eingegriffen werden. Und erst recht, wenn das Poststadion mal ligatauglich werden soll.Eine so wichtige innerstädtische Sport- und Erholungsfläche ist nunmal kein Urwald und kein Biotop.

    P.S. Was zum Poststadion: http://genuss-ist-notwehr.de/?p=1131

  3. 3
    Maike says:

    Allerdings sind diese Stapelterrassen eben nicht „dringend benötigt“, Rainer. Es wird vielmehr Geld dafür ausgegeben, das man auch für das Freibad oder andere sinnvolle Maßnahmen wie z.B. die Freizeitangebote im Schulgarten Moabit oder auch für Arbeitsplätze bei der Parkpflege einsetzen könnte, wenn das nicht „ja ein ganz anderer Topf“ wäre. Warum aber ist in dem einen Topf Geld für Überflüssiges, im anderen aber nix drin? Ganz einfach: Für AUFWERTUNG ist in Moabit Geld da, echte Bedürfnisse von Bewohner_innen sind aber stets „zu teuer“.

    Wenn hier schon Parks umgestaltet werden, dann könnte man ja auch eine naturnahe Umgestaltung mit Freiräumen für Wildtiere usw. in Erwägung ziehen. Wie man im Ökowerk (http://www.oekowerk.de/) sehen kann, verträgt sich das bestens mit menschlichen Erholungsbedürfnissen und ist auch für Kinder extrem interessant. Der Punkt ist mal wieder: Sowas würde dauerhaft Arbeitsplätze schaffen und das muss mensch ja vermeiden. Auch in dieser Hinsicht sind wir „zu teuer“.

  4. 4
    Hinzugezogener says:

    Diese Umgestaltung verstehe ich beim besten Willen nicht. Wenn es haushälterisch möglich gewesen wäre das Öffentliche Bad mit diesen Mitteln „wettbewerbsfähig“ zu machen und ein neues Außenbecken zu bekommen, verstehe ich den Ärger der Anwohner nur allzu gut! A pro-pos Bad, Wellness etc. Ich bin erst kürzlich durch den Fritz Schloss Park gelaufen und habe die Baumaßnahmen des neu zu errichtenden Vabali SPA gesehen. Das ganze scheint sehr schnell voranzuschreiten. Hat jemand genauere Infos zur Eröffnung und Preisen, die HP ist online, Eröffnungstermin und Preise finde ich keine – Schade, es hätte mich interessiert zu sehne, welche Zielgruppe damit angesprochen werden soll?

  5. 5

    So einfach ist es nicht ganz, denn dieses Geld hätte natürlich nicht für das Außenbecken gereicht. Außerdem müssen die BBB ja auch erst mal wollen!
    Siehe die ganzen Kommentare zum alten Artikel „Freibad-Alarm“: http://www.moabitonline.de/9238
    Aufsichtsrat BBB und das Abgeordnetenhaus haben es abgelehnt!

    Und schließlich waren die 1,6 Mio. Fördergelder im SUW ja da! Sie sind verfallen. In diesem Artikel im Nachtrag die Pressemitteilung des Sportstadtrats:
    http://www.moabitonline.de/17332
    Deshalb ist ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Baumaßnahmen völliger Quatsch.

    Zum Wellnessbad „vabali spa“: auf dem Bauschild und auf deren Webseite steht Eröffnung Frühjahr 2014. Preise kann ich auf der Webseite auch nicht finden, kommen bestimmt noch, aber in einen Newsletter kann man sich schon eintragen. Bisher war immer von einem Preis von 20 Euro die Rede, ob das aber der Mindespreis ist oder für welche Zeit er gilt, ist völlig unklar:
    http://www.vabali.de/

  6. 6
    Alex says:

    Da bin ich ja schon erstaunt.
    wie kommen die Planer darauf, in diesem innerstädtischen Park weitere artifizielle Einrichtungen zu installieren.
    Es ist mir vollkommen unverstandlich, wie man auf Grund der städtebaulichen Situation überhaupt zu Maßnahmen einer weiteren Zerscheidung von Grünflächen und Baumbestand kommen kann.
    Im Gegenteil !
    Solche Vorhaben, die schlicht nur zu einer „homogenisierten Stadtlandschaft“ führen sind kontraproduktiv.
    Möchte an dieser Stelle jetzt nicht meiner fachlichen (und auch emotionalen) Position noch mehr Raum geben.
    Aber mal ehrlich: Würde gerne mal ein Hühnchen mit den Verantwortlichen rupfen !
    Tschau,
    Alex

  7. 7
    Kai says:

    Aha, der Park ist also „unternutzt“. Und weil man aus seiner Mitte nicht die Stadt sehen kann (vermutlich der einzige Punkt in ganz Moabit, wo das so ist), „werden einzelne Sichtbeziehungen freigeschnitten“.

    Mir fehlen wirklich die Worte. Wie kommt man auf derartig „grandiose Ideen“?

  8. 8
    H. E. says:

    Die Idee hat man vielleicht von Senatsbaudirektorin Regula Luscher, die ja zusammen mit Ex-Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) Dutzende von Bäumen auf dem Gendarmenmarkt abhacken wollte, um die alten Sichtachsen wieder herzustellen.
    Vielleicht dachte sie, dass sie dann ihre Schweizer Berge sehen kann ?! Hoffentlich ist sie nicht mehr traurig, weil ihr das doch eine Bürgerinitiative verwehrt hat.

  9. 9
    R@lf says:

    Vor Jahren hatte ich anstelle des heute teuer errichteten, äußerst überflüssigen Dreckhaufens auf unserem schönen Hügelplatz an dieser Stelle einen „Monopteros“ vorgeschlagen, der sowohl als Augenweide wie auch als kultureller Treffpunkt hätte dienen sollen und können. Im Englischen Garten in München ist ein solcher Monopteros ein beliebter Treffpunkt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Monopteros_(Tempel)
    In ganz Berlin gibt es so etwas nicht – nur Potsdam hat einen (auf dem Ruinenberg) und noch einen zweiten als Dekoration des Daches auf dem klassizistischen Militärwaisenhaus.
    Für Moabit wäre dies also ein einzigartiger Zugewinn gewesen. Die damaligen Quartiersrät*innen von Moabit Ost haben diesen Vorschlag für den QF4 top-gerankt, also auf den ersten Platz der Vorschläge gewählt.
    Abgelehnt wurde er von der Verwaltungsebene, die den Monopteros als Obdachlosen-Übernachtungsstätte und möglichen Vandalisierungsort sah, den man nicht wolle. Das hoch begrüßte Konzept wurde also mit einem Federstrich Makulatur.

    Übrigens hat mir noch nie die Aussicht auf die berliner Steinwüste aus dem Park heraus gefehlt – im Gegenteil. Leider werde ich mir diese zukünftig auch noch von dort ansehen müssen und dafür wieder etliche Bäume als grüne Erholung und Frischluftspender missen müssen… 🙁

  10. 10

    Hier die neueste Pressemitteilung des Bezirksamts zu dem höchst überflüssigen Kletterpfad. Wir hatten ja von Anfang an die Befürchtung, dass der Kletterpfad eine zu breite Schneise in den bewaldeten Hang des Parks reißen wird. Jetzt müssen nochmal 10 Bäume fallen:
    http://www.berlin.de/ba-mitte/aktuell/presse/archiv/20140227.1040.394797.html

  11. 11
    R@lf says:

    Wieder mal diese fuckin‘ „Verkehrssicherheit“! Wegen der haben wir in Berlin schon überflüssigerweise tausende Bäume verloren. Bekanntlich will ja nie ein Gutachter im Zweifelsfall die Garantie für die „Verkehrssicherheit“ übernehmen – also im Zweifelsfall immer: FÄLLEN.
    Kein Verkehr, keine Verkehrssicherheit. Also Pfad weglassen und Bäume stehen lassen. So einfach is das.

    Das Ganze ist ohnehin wieder eine haarsträubende Geldverpulverungsaktion … weils mal gerade da ist … und wieder ein paar Leute daran verdienen können.

  12. 12
    H. E. says:

    Und auch hier hat mich einmal interessiert, welchen beruflichen Werdegang die Person hat, die von einer Partei zum Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen in Mitte (samt Moabit) ernannt wurde:
    Stadtrat Carsten Spallek hat Bankkaufmann gelernt, dann den Diplom-Kaufmann gemacht und dann war er Angestellter in der IT-Branche.
    Und ich dachte immer, auf so einem Posten sollte jemand sitzen, der dank seiner Ausbildung etwas von Stadtplanung, Städtebau und Architektur versteht. Hm, war wohl falsch gedacht.

  13. 13
    vilmoskörte says:

    Die Fällung gerade von ein paar Robinien scheint mir doch nun wirklich nicht so ein dramatischer Einschnitt in den in vielen Teilen auch durch Wildwuchs geprägten Fritz-Schloß-Park zu sein, wegen der man hier den Aufstand proben sollte. Kleines Zitat aus der Wikipedia:

    „Die Gewöhnliche Robinie hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg außerdem auf Trümmerschuttflächen stark verbreitet. Die Zerstörungen und die anschließende mangelnde Pflege vieler Grundstücke führten dazu, dass in Städten wie etwa Leipzig, Berlin, Stuttgart und Köln großräumige Flächen entstanden, die mit Robinien bewachsen sind.“

  14. 14
    marion mayr says:

    Liebe Anwohner,
    ich schließe mich Maike, Rolf und Alex an. Bin selbst Landschaftsplanerin und entsetzt. Vom Genius Loci – dem Geist eines Ortes – haben die Planer noch nie etwas gehört. Der Park war an manchen Stellen ein Ruheort, nun wird er in jedem Winkel zu einer Spiel-, Sport- und Spaßstätte. Als ob Kinder nicht gerne selbst ihre wenigen qm Trampelpfade suchen. Gerade den Großstadtkindern fehlt es doch an unberührten und undefinierten (= kreative Abenteuer) Orten. Genau diese werden nun zerstört und Bäume für Sichtbeziehungen und neue Wege gefällt. Wer plant hier für wen? Hier finden wir Planung um der Planung Willen?!! Innovativ? Nein – das alte traurige Lied. Irgendwann wird die Überwachungskamera direkt in die Sichtbeziehung einschwenken.

  15. 15
    marion mayr says:

    Lieber vilmoskörte,

    die Robinie ist gerade im Frühling einer der Bäume, die am meisten herrlich duften. Ihre Blüten sind eine hervorragende Bienenweide. Ästhetisch ist sie ein sehr schöner Baum, sehr licht. Ihr Holz ist extrem hart und widerstandsfähig. Da die Robinie zu den Leguminosen zählt, dient sie auch als natürlicher Gründünger und als Erosionsschutz für den Boden.Deshalb konnte sie sich als Pionierpflanze auf Schuttböden halten. Diese 10 nun zu fällenden Robinien düngten bisher den Parkboden, auch zum Nutzen der anderen Pflanzen, ganz beträchtlich.
    Im Ganzen ein toller Baum. Vergessen Sie Wikipedia, gehen Sie spazieren. Machen Sie sich einen Tee aus Robinienblüten, der hilft gegen Kopf- oder Magenschmerzen und beruhigt. Wild wächst hier vieles und so manches davon ist ein Heilkraut oder eine Augenweide – für manch Unwissenden aber bloßer Wildwuchs. Würden wir nur die „nicht wilden“ Pflanzen um uns haben, die das Gartenbauamt pflanzt, dann hätten wir keine Vielfalt mehr. Aber alles wäre billig, ordentlich und pflegeleicht.

  16. 16
    Susanne Torka says:

    Liebe Marion,
    Du hast ja so recht, was die Spielorte und Trampelpfade für Kinder im Gebüsch betrifft. Wie gerne haben sich meine da auch ungestört ihre Hütten gebaut. Aber die Vision der Überwachung der Sichtbeziehungen geht ja wohl ein bisschen zu weit.
    Ich konnte mich aber selten mit dieser Meinung bei irgendwelchen Planungsgesprächen durchsetzen. Leider gibt es auch viele Nachbarinnen (hauptsächlich die weiblichen), die sich im dichten Gebüsch unwohl fühlen.

    @vilmos,
    da geht es nicht um ein paar Robinien. Die könnte man in unseerem „Waldpark“ vermutlich verschmerzen. Mir geht es um die breite Schneise auf den Hügel. Es wurde damit „geworben“, dass es ja nur ein schmaler Kletterpfad werden soll, den Kinder spielerisch hinaufhüpfen. Bereits bei der Planung habe ich befürchtet, dass vermutlich rechts und links des Kletterpfades alles breitgetreten wird. Dort sollte man viellecht dichtes Brombeergestrüpp pflanzen.

  17. 17
    R@lf says:

    Liebe Marion, du sprichst mir aus dem Herzen und ich danke Dir für Deine äußerst sachkundigen und einfühlsamen Äußerungen, die nicht besser hätten formuliert und dargelegt werden können. A propos Bienenweide: Der „Akazienhonig“ aus Berlin-Brandenburg ist weitgehend Robinienhonig und ich freue mich jetzt schon auf den typischen Frühlingsduft der Blüten dieser Bäume, der uns bald wieder um die Nase wehen wird. Hinzu kommt für mich noch die ästhetische Wirkung dieser von mir sehr geschätzten Bäume, die mich oft an chinesische Tuschezeichnungen erinnert. Leider sind auf diesem Plateau die größten Robinien schon gefällt worden (wegen Kernfäule), die den Platz so herrlich geprägt hatten.
    Die Wegschneise ist auch nicht die erste Schneise, die geschlagen wird: vorher wurde die Sicht auf den Potsdamer Platz freigesägt – schon dies hat dem Geist des Ortes (genius loci) erheblich geschadet. Die wenigen Bäume die oben neugepflanzt worden sind, sind zwar schöne Sorten, aber sachunkundig und willkürlich zu nahe aneinander gepflanzt, so dass irgendwann wieder gelichtet = gefällt werden muss.
    Notabene fällt mir gerade noch ein, dass anno dunnemals nach dem Krieg die Gattin des Amerikanischen Präsidenten ein Robinienwäldchen als Geschenk an Berlin pflanzen ließ. So wertlos wie von Vilmoskörte dargestellt, kann der Baum also wohl nicht sein. Und der sympathische und naturnützliche „Wildwuchs“ im Park wurde in den letzten ca. 10 Jahren schon schwer dezimiert. Leider.

  18. 18

    Das Plateau ist seit Jahren Treffpunkt für wildes Grillen, für Hundekämpfe und für vieles mehr – teilweise fahren die PKWs mit dem Partyvolk nachts bis auf das Plateau > Niemand interessiert sich dafür, der gesamte Park ist eine weitgehend rechtsfreie Zone, durch die hin und wieder mal und völlig überflüssig ein Polizeiauto cruist. Aber wen jucken die wirklichen Zustände im Park eigentlich?

    Dass der Park zugewuchert ist und der Wildwuchs teilweise die ursprüngliche Parklandschaft völlig uberwuchert hat … wen juckt das eigentlich?

    Hier wird über einen Kletterpfad diskutiert und der Naturschutz bis in die thematisch letzte Ecke hinein für alle möglichen Argumente missbraucht – aber die tatsächlichen Probleme des Parks jetzt und insbesondere auch später spielen offensichtlich keine Rolle mehr.

    Der Park wird täglich geschunden, aber erst beim Bau eines Kletterpfads kommen die üblichen Verdächtigen aus der Kiste und überbieten sich mit intellektueller Weisheit jenseits der aktuell notwendigen Lösungen.

  19. 19
    stan.kuk says:

    @Yiannis HD.Kaufmann

    Punktlandung, Chapeau, ich sehe das ähnlich.
    Der Park war (und ist es teilweise immer noch) eine ware Müllhalde.
    Das dichte Gebüsch ist bespickt mit Tüten, Dosen, Möbelresten, großen Mengen vergammelten Brot- & Fleischabfällen und vielen Dingen, von denen wir gar nichts wissen wollen (siehe auch Kleiner Tiergarten). Mit gewachsener Natur hat das schon lange nichts mehr zu tun.
    Die Kritiken an der brachialen Umgestalltung des Parks sind zum Teil berechtigt und nachvollziehbar. Doch für die wirkliche Verwarlosung und Verschandelung von Moabit und seinen Grünflächen sind nicht die Landschaftsplaner oder Architekten verantwortlich. Es sind die Moabiter selbst. Viele fühlen sich zwischen überquellenden Mülleimern, ausgelutschten Kaffeebechern, Schnappsfläschchen und Kronkorken offensichtlich wohler als in einem gepflegten Ambiente.
    Ob das Südplateau schön oder hässlich ist, ob wir es brauchen wird oder nicht, sei dahin gestellt.
    Eins ist gewiss; die Fördergelder werden bald ausgegeben sein, für die Pflege und Wartung ist dann sicher nichts mehr übrig, und die Robinien, die Bienen und die Dreckecken erobern den Park schneller zurück als es uns lieb ist.

    P.S. Am Parkeingang Kruppstraße lag heute Morgen ein altes Bettgestell und ein Bügelbrett im Gebüsch – diese Art von Ignoranz tut einfach nur weh und ist durch nichts zu entschuldigen.

  20. 20
    vilmoskörte says:

    Zu 17: Achtung, Rutschgefahr!

    Außerdem verstehe ich nicht ganz, was du willst: Einerseits möchtest du ein Tempelchen (Monopteros) auf der Spitze des Moabiter Trümmerbergs aufstellen (sehr gut Idee!), was aber m.E. nur dann sinnvoll ist, wenn man es 1. „von außen“ sehen kann und man 2. von dort aus einen Rundblick auf die Stadt hat, andererseits soll aber kein Baum gefällt werden, der eine solche Aussicht erst erlauben würde.

  21. 21
    R@lf says:

    Du liebe Güte! Jetzt gehts aber los mit „Argumenten“ (üb)erheblicher „Sachlichkeit“. Ihr (18-19-20) tut gerade so, als würdet ihr IM Park wohnen. Ich wohne direkt dran und kann (seit Jahrzenten!) dort weder Müllhalden noch sonstige extreme Verwahrlosung ausmachen (bis auf ganz gelegentliche Ausreißer). Zeitweise bin ich fast täglich im Park, den ich wie meine Hosentasche kenne (in allen seinen gewesenen Daseinszuständen). Was dem Park geschadet hat, waren und sind die zunehmenden Eingriffe und Okkupationen (bis hin zur geplanten Eventmeile). Der Naturschutz hat dort schwere Einbußen hinnehmen müssen – wenn ich das mal als ehemaliger Öffentlichkeitsreferent des Berliner NABU so sagen darf. Das hier zu vertiefen würde zu weit gehen.
    Die Imaginationen von Yannis sind jenseits von Realität. Ja, es gibt zu viel Hundegetümmel im Park und es stört auch mich, aber dass das Plateau ständig deiner geschilderten „Nutzungen“ unterliegen würde ist einfach unwahr. Meist ist es dort ruhig (ich sitze manchmal stundenlang da) und es war zumindest in der Vergangenheit ein schöner Ort der Kontemplation, wo Leute sogar Tai Chi u.ä. gemacht haben. Ein exzessiver Partyort ist es jedenfalls (noch) nicht. Was sich mit dem Dreckhaufen ändern könnte. Dass es teils zu wenig Pflege im Park gibt, unterschreibe ich. Und die Sache mit dem Zeug durch die Gegend schmeissen ist offenbar ein neueres (Un)Kulturphänomen, das sich mit der staatlich geförderten Wegschmeissmentalität deckt.
    @ Vilmos: Der Monopteros im Münchener Englischen Garten z.B. ist auch von außen nicht zu sehen und er bietet auch keinen wirklichen Aussichtspunkt auf die Stadt, denn der Park ist von hohen Bäumen geprägt. Dennoch ist er ein sehr beliebter Treffpunkt. Wenn auf den Dreckhaufen ein Monopteros käme, hätte er immerhin einen Sinn – aber das gibt wahrscheinlich seine Statik nicht her.

  22. 22
    vilmoskörte says:

    Zu 21: Mein Hinweis auf die Rutschgefahr bezog sich nicht auf den Park, sondern auf die breite Schleimspur, die du mit dem ersten Satz in Kommentar 17 hinter dir lässt 😉

    Ich verstehe nicht ganz, wie du das Alleinvertretungsrecht für eine Meinung beanspruchst – nur weil du „am Park“ wohnst und weil du mal Öffentlichkeitsreferent beim NABU warst, dürfen die anderen (von denen du nicht einmal weißt, ob sie nicht sogar noch näher am Park wohnen (wenn das überhaupt Relevanz hat) oder regelmäßige Nutzer des Parks sind) nichts sagen? Und wenn sie es dann doch tun, dann sind sie überheblich?

    Und deine Annahme, dass man vom Monopterus in München keinen Blick über den Park und auf die Silhouette der Stadt hätte, widerlegt dieses Bild in der Wikipedia.

  23. 23
    R@lf says:

    Vilmos, leider typisch für Dich, dass du die Kundgabe einer ehrlichen Meinung gleich mit einer Schleimspur verwechselst. Eklig. 😉
    Ich habe auch keinerlei Alleinvertretungsanspruch formuliert – oder hast Du eine gestörte Wahrnehmung? Ich habe schlicht meinen Bezug zum Park erklärt, um nicht in Gefahr zu geraten, als Dummschwafler hingestellt zu werden – wie das manche Leute hier auf der Seite gerne mit Anderen machen. Deine Mutmaßungen über andere Diskussionsteilnehmer*innen haben weder Hand noch Fuß.
    Auf die (Halb)Silhouette von München (soweit sie über die Bäume ragt) kann man vom Monopteros blicken, das ist richtig, aber es ist kein Panoramasichtpunkt wie er den Architekten des Plateaus vorschwebte oder noch vorschwebt (Stichwort „Aussichtsturm/-Plattform). Auch ist für den Monopteros nicht freigeholzt worden. Ich war oft dort, denn ich habe eine Zeit lang nur ein paar hundert Meter von ihm entfernt gewohnt. In der Riedlstraße. Das denkmalgeschützte älteste Haus des Lehel(-Viertels) wurde mir übrigens damals vor 35 Jahren buchstäblich über dem Kopf abgerissen… der Eigentümer (CSU-Mitglied mit besten Beziehungen) baute dann Luxusappartments am Park für 1,5 Mio. pro Stück an dessen Stelle. Dejà vu.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lehel

  24. 24
    Oliver K. says:

    Mit dem Start der Bauarbeiten im FSP im Herbst 2013 hatte ich gedacht, schön das man in die Gestaltung der Grünflächen von Moabit investiert und damit ein weiterer Schritt zur Aufwertung des Bezirks gemacht wird. Ich wusste jedoch lange nicht, worum es sich bei dem Bauvorhaben handelt und freue mich jetzt hier eine Antwort gefunden zu haben.

    Nachdem ich jetzt weiss, dass es sich u. a. um einen „Kletterpfad“ handelt, möchte ich die Notwendigkeit und den Nutzen für die Besucher des Parks allerdings anzweifeln. Derlei Maßnahmen scheinen mir als täglicher Besucher des Parks, angesichts einer fehlenden Beleuchtung der Hauptwege und fehlender vernünftiger Mülleimer dermaßen überflüssig, dass ich mich als Ausstehender frage, auf welcher Grundlage Entscheidungen für solche Projekte getroffen werden. Neben dem genannten, wäre eine Investition in die regelmäßige Pflege der Grünflächen und ein funktionierender Winterdienst auf dem Hauptweg zwischen dem Eingang Lehrter Straße und Rathenower Straße, aus meiner Sicht deutlich sinnvoller und werthaltiger.

  25. 25
    Susanne Torka says:

    @ Oliver K.,
    auf dem Kletterpfad muss man leider überhaupt nicht „klettern“ und was die anderen Anregungen betrifft, gute Pflege und ausreichende Mülleiner sind natürlich ganz wesentlich.
    Aber Beleuchtung im Park ist problematisch aus Artenschutzgründen, hier müssten LED-Lampen, die insektenunschädlich sind installiert werden. Außerdem kann ich aus eigner Anschauung sagen: es ist doch überhaupt nicht dunkel, das Licht von der Seydlitzstraße scheint da doch rüber. Und Winterdienst auf Parkwegen ist nun wirklich überflüssig.

  26. 26
    Oliver K. says:

    @Susanne Torka,
    der Park ist im Sommer wie Winter abends so dunkel, dass man die Hand vor Augen nicht sieht. Ich benutze den Park, wie gesagt, jeden Tag, weil er auf meinem Weg zur Arbeit liegt und kann das beurteilen. Insektenunschädliche Lampen? Jetzt wird es lächerlich!! Winterdienst halte ich nicht für überflüssig, wenn dort Schnee liegt, dann taut und mit nicht entfernten Laub einen Brei ergibt, so dass der geteerte Weg nicht mehr trockenen Fußes begehbar ist. Aber da unterscheiden sich wohl die Wahrnehmungen oder es besteht mangelnde Kenntnis über den tatsächlichen Zustand.

  27. 27
    Susanne Torka says:

    Ich bin da auch ständig unterwegs, zwar nicht täglich, aber mehrmals die Woche. Aber Dunkelheit empfinden verschiedene Menschen sehr unterschiedlich. Ich bedaure es, dass man in der Stadt nur noch so wenige Orte findet, in denen es wirklich dunkel ist. Ich habe mich in diesem Park bei Dunkelheit noch nie unsicher gefühlt.

    Natürlich entsteht da im Winter oft ein Brei aus Schnee und Blättern, wenn diese nicht vorher gefegt wurden, und man kann nicht trockenen Fußes durch den Park. Aber das erwarte ich auch nicht, denn es ist ein Park und kein Gehweg. Parkwege werden generell nicht geräumt, weil sie in einer Grünfläche liegen, wie es auch auf Grünflächen-Schildern steht. Ich wollte damit nur sagen, dass ich das richtig finde.

  28. 28
    max says:

    Wenn wir von was genug haben in Berlin ist das sicherlich künstliche Beleuchtung. Dieser Park ist in recht weitem Umkreis der einzige Ort von dem man noch den einen oder anderen Stern sieht! Ich glaube auch nicht, dass es zu viel verlangt ist im Winter oder im Dunkeln den Park einfach mal Park sein zu lassen.

    Das mit der Müllentsorgung und Grünpflege ist allerdings nicht so toll, betrifft aber nicht nur diesen Park, sondern sehr viele Grünflächen in Berlin.

  29. 29
    Susanne Torka says:

    Die Infoseite des Sportparks meldet die Fertigstellung:
    http://www.sportpark-poststadion.de/?p=923
    wirkich fertig?
    Auf jeden Fall müssen die Zerstörungen durch die Baufahrzeuge an der Joggingstrecke noch repariert werden.

    außerdem ein neues Angebot immer Montags Boule:
    http://www.sportpark-poststadion.de/?post_type=post&p=910

  30. 30
    Moabiter says:

    Wir empfinden es gerade als positiv, dass der Park so ist wie er ist und nicht künstlich beleuchtet wird.
    Ein kleines Stück „echte“ Natur kann hier gedeihen.

  31. 31
    vilmoskörte says:

    Zu 29: Der durch Baufahrzeuge beschädigte Weg wurde schon vor einigen Wochen wiederhergestellt.

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