So können Sie mitmachen!

Hansa-Ufer 5: Jetzt geht’s ums Ganze! Flash-Mob singt

Am Sonntag, den 11. Oktober kamen die Seniorinnen und Senioren vom Hansa-Ufer 5 mit dem Chor „Kontrapunkte“ und vielen Unterstützerinnen und Unterstützern aus Moabit und aus ganz Berlin zusammen, um auf die Melodie des alten Partisanenliedes „Bella Ciao“ das neue Hansa-Ufer-Lied „Wir bleiben hier“ zu singen. Nun ist das Video fertig und kann auf der Seite von Change.org kommentiert werden (und hier natürlich auch).

Update am 17. August 2015
Hansa-Ufer 5: Jetzt geht’s ums Ganze! Videobotschaft

Mit einer Videobotschaft haben sich die Seniorinnen und Senioren vom Hansa-Ufer 5 heute erneut an die Berliner Politik gewandt. Zwar hat Akelius die Bauarbeiten bis 2017 aufgeschoben, doch fordern sie in ihrer Wohnung in Ruhe altwerden zu können und sammeln dafür noch einmal Unterschriften. Am 24. August wird Heiko Maas das Haus besuchen. Teilt die Videobotschaft!

Nachträge zum Besuch von Justizminister Heiko Maas am 24. August 2015 unten bei den Nachträgen!

Update des Artikels vom  23. September 2014
Neue Petition der Senior_innen vom Hansa-Ufer 5: Herr Müller, Herr Stöß, Herr Saleh, kauft das Haus zurück!      Link: 
http://www.change.org/hansa-ufer-5

demo-akelius-250Aus der Pressemitteilung:
die SeniorInnen vom Hansa-Ufer 5 haben vor knapp zwei Stunden die bisherige Petition auf change.org mit mehr als 63.000 Unterschriften geschlossen und eine neue  gestartet, denn: Wir haben ein neues Ziel!!
Nachdem sich in der vergangenen Woche durch ein Schreiben von Akelius an die MieterInnen herausgestellt hat, dass das Unternehmen entgegen allen Beteuerungen der Geschäftsführung doch sämtliche Baupläne für die Aufstockungen, die Penthäuser und für den Neubau  unverändert umsetzen will, haben die BewohnerInnen beschlossen, sich an die Politik zu wenden.  Mit einer neuen Petition richten sie sich an die drei Kandidaten für das Amt des Regierenden Bürgermeisters:
Herr Stöß, Herr Saleh und Herr Müller
, wir appellieren wir an Sie: Setzen Sie sich dafür sein, dass das Haus am Hansa-Ufer 5 zurück gekauft und seiner ursprünglichen Bestimmung als Seniorenwohnhaus wieder zugeführt wird!
Auf change.org/hansa-ufer-5  können Sie sehen, wie groß bereits jetzt die Unterstützung für die SeniorInnen mit ihrer neuen Zielsetzung  ist!

Übrigens: die SeniorInnen haben die drei Kandidaten auch ans Hansa-Ufer eingeladen. Wir sind im Gespräch über einen möglichen Termin.
Wenn es sich einrichten lässt, könnte der Besuch der drei Kandidaten zusammenfallen mit unserem Info-Fest am Samstag, 11. Oktober, 14 – 17 Uhr,  bei dem Nachbarn, Anwohner und andere Interessierte sich informieren können über den aktuellen Stand. Wir beabsichtigen,  bei diesem Fest – neben Kuchen, Kaffee und  der jahreszeitlich passenden Kürbissuppe- auch noch ein paar kulturelle Angebote präsentieren zu können, z.B. ein Wunschkonzert, bei dem ein Pianist (fast) alle gewünschten Melodien intoniert. Außerdem werden einige Vidoes/ Filme zum Thema zu sehen sein, z.B  ´Die Mietrebellen´ von Gertrud Schulte Westenberg und Matthias Coers.“ (hier geht’s zur Facebook-Seite)

Nachtrag:
Die SeniorInnen vom Hansa-Ufer haben bei der Amtseinführung des neuen Regierenden Bürgermeisters, Michael Müller, am 11. Dezember 2014 erneut auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht (Foto: Klaus Schenke).

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Ursprünglicher Artikel vom 22. Mai 2014 (weitere Nachträge siehe unten):

Modernisierung Hansa-Ufer 5: Rendite auf Kosten von Senioren?

Wer Seniorenwohnungen kauft, sollte verantwortlich handeln – wer sie verkauft aber auch!

Chr-Kaes-250Christa Kaes wohnt erst 11 Monate am Hansa-Ufer 5 und schon ist sie Sprecherin der Mietergemeinschaft geworden.  Nach dem Tod ihres Mannes ist die 83-jährige aus Rheinland-Pfalz nach Berlin gezogen, in die Nähe von Tochter und Enkel. „Sie sollen nicht immer 700 km fahren müssen, wenn es mir mal nicht so gut geht“, erklärt sie ihre Entscheidung. Das eigene Haus hat sie verkauft, dem großen Garten mit Obstplantage Adé gesagt und sich gemütlich in ihrer knapp 43 Quadratmeter großen Wohnung im 5. OG des früheren Senioren-Wohnhauses eingerichtet – der Blick schweift über üppig grüne Kastanien und die Spree bis ins Hansaviertel.

Das Hansa-Ufer 5 wurde zusammen mit zwei anderen Tiergartener Seniorenwohnhäusern in der Bach- und Spenerstraße 2007 vom Bezirk über den Liegenschaftsfonds Berlin an den schwedischen Immobilieninvestor Akelius verkauft. Erst seitdem werden die Wohnungen unabhängig vom Alter vermietet. Vorher mussten Mietinteressenten den Rentenbescheid vorlegen. Aber natürlich leben immer noch viele hochbetagte Senioren dort, teilweise schon sehr lange, 20 Jahre und länger. Christa Kaes hat für neue gemeinschaftliche Aktivitäten gesorgt: „Am Anfang war ich erschrocken, wie wichtig für viele das Fernsehprogramm ist.“ So hat sie ihr Keyboard in den Gemeinschaftsraum geschleppt und regelmäßig Singenachmittage angeboten, zuerst Volkslieder. Jetzt übt der kleine Chor auch Schlager und ist schon zweimal öffentlich aufgetreten.

Fassade-250Doch Ende April wurde das gesellige Beisammensein erheblich gestört. Der Gemeinschaftsraum wird für ernste Versammlungen benötigt, denn die 66 Mietparteien haben Modernisierungsankündigungen erhalten. Die geplanten Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen sind genau aufgelistet. Strangsanierung, Austausch der Fenster, Wärmedämmung der Fassaden, Schließung der Laubengänge mit Fenstern. Außerdem soll das Haus aufgestockt werden und ganz oben noch drei Penthäuser entstehen. Die Lücke zum Nachbarhaus in der Tile-Wardenberg-Straße, jetzt Eingang zum großen grünen Hof und Einfahrt zu einigen Mieterparkplätzen soll mit einem Neubau geschlossen werden. Begonnen werden soll schon Ende Mai mit dem Umbau des Luftgeschosses zu Gunsten neuer Gewerbeeinheiten. Auch der Eingangsbereich soll verändert werden, Toiletten und Waschküche verschwinden, auch die praktische Fahrradgarage im Luftgeschoss und der Gemeinschaftsraum soll verlegt werden. Eine Bauzeit von insgesamt eineinhalb Jahren ist geplant. Die Einverständniserklärung zur Duldung der Baumaßnahmen und zur voraussichtlichen Mieterhöhung liegt dabei. Enthält eine Modernisierungsankündigung alle notwendigen Informationen und ist sie damit wirksam, müssen Härtegründe, die gegen die Duldung sprechen, innerhalb des nächsten Monats dem Vermieter schriftlich mitgeteilt werden. Dabei spielt seit der Mietrechtsreform 2013 die zu erwartende höhere Miete allerdings keine Rolle (Mieterfibel der Senatsverwaltung).

Eingang-250Sofort organisierte Christa Kaes mit Unterstützung der SeniorInnenvertretung Mitte (hier die Pressemitteilung) einen Beratungstermin durch eine Fachanwältin des Berliner Mietervereins. Die wichtigste Regel bei Modernisierung: Nichts unterschreiben! Elke Schilling, die Vorsitzende der SeniorInnen-Vertretung, korrespondierte mit Roger Akelius in Schweden. Christa Kaes wandte sich am 13. Mai an den „Runden Tisch gegen Gentrifizierung in Moabit“ und trug dort das Problem des Hauses vor. Eine Gruppe von Mieterinnen fragte Bezirksbürgermeister Dr. Hanke in seiner Bürgersprechstunde am 19. Mai nach dem Inhalt der Verkaufsverträge. Da musste dieser jedoch passen. Er kennt sie nicht, weiß nicht, wo sie zu finden sind, und wie geheim sie bleiben müssen. Bis jetzt ist unklar, was Akelius damals zugesagt hat, zu was die Verträge den Investor verpflichten. Bewohner erinnern sich, dass die Gemeinschaftsräume für 10 Jahre gesichert gewesen wären. Dem steht jedoch entgegen, dass Mieter der Bachstraße ihren Gemeinschaftsraum bereits Ende 2013 räumen mussten. Dort drohte die Akelius Berlin GmbH sogar, ansonsten die Kosten für die Räumung auf die Mieter umzulegen. 2008 waren die Senioren vom Bezirk noch beruhigt worden: „Es besteht … kein Anlass zur Sorge.“ Schließlich sind die alten Leute dort eingezogen um einen ruhigen Lebensabend zu verbringen.

Am 20. Mai reichte die Bü90/Grünen-Fraktion einen Dringlichkeitsantrag (Drs. 1443/IV) für die Bezirksverordnetenversammlung am heutigen Donnerstag ein – sehr lesenswert, insbesondere das Selbstlob des Liegenschaftsfonds „hohe und manchmal sogar spekulative Preise erzielt“ zu haben. Es wird beantragt, dass das Bezirksamt sich für eine „sozialverträgliche Durchführung“ der Baumaßnahmen einsetzen soll und die „Verfahrensabläufe (Umsetzwohnungen, Mietminderung, finanzielle Härten) im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Vertrages verbindlich geregelt werden“. Jedoch ist auch hier Vorsicht angesagt, bei Verträgen kommt es bekanntlicherwmaßen darauf an, was mit ihnen geregelt wird und was nicht (hier ein Vergleich an Bsp. Pankow – Lichtenberg, allerdings gibt es durchaus verschiedene Interessenlagen, siehe die Argumente des Pankower Mieterprotest und der Initiative  Solidarische Stadt zur Modernisierung der GESOBAU-Häuser). Christa Kaes wird heute in der BVV eine Bürgeranfrage stellen.

neues-haus-250Die Pressemitteilung der SeniorInnen-Vertretung hat Wirkung gezeigt. Die Berliner Woche war bereits vor Ort. Christa Kaes hat die mobilen Bewohnerinnen für ein Gruppenfoto zusammengetrommelt. Als ich sie gestern besuchte, roch es aus ihrer Küche wunderbar nach frischgebackenem Brot und damit kam sie gleich zu einem der vielen Kritikpunkte, die die Mieter an den geplanten Modernisierungsmaßnahmen vorbringen: „Wenn hier die Laubengänge geschlossen werden, verlieren wir nicht nur unsere kleinen Terrassen vor den Wohnungstüren, auch die Küchenfenster entlüften zum Laubengang. Stellen Sie sich vor, einer backt Brot, der nächste kocht Fisch und alles zieht durch geschlossene Flure.“ Es gibt sogar Überlegungen für das Laubenganghaus Denkmalschutz zu beantragen, denn es gibt nicht mehr viele davon in Berlin. Christa Kaes zeigt mir ihre mindestens 10 Seiten lange Modernisierungsankündigung. Zur Strangsanierung z. B. soll vom 23. Juli bis 20. September 2014 wochentags von 8 bis 18 Uhr das Wasser abgestellt werden. Das ist für die Senioren tatsächlich unzumutbar. In den 66 Wohnungen leben rund 50 alte Menschen. 30 von ihnen sind über 75 Jahre alt, davon zehn zwischen 75 und 80 Jahren, 15 zwischen 80 und 90 Jahren und sogar 5 über 90-jährige leben im Haus, eine von ihnen seit 27 Jahren. So kann man mit den Menschen nicht umgehen! „Wenn wenigstens der Gemeinschaftsraum mit seiner Küche zur Verfügung stehen würde, damit könnten einige schon klarkommen, aber der soll ja als erstes zugemacht werden“, sagt sie. Aber was sollen die pflegebedürftigen Mieter machen?

Presse-seniorenv-250Das sind die großen Probleme, aber es gibt auch kleine. Aus Feuerschutzgründen sollen die Wohnungstüren oben mit Türschließern versehen werden. Das ist jedoch für Menschen, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, ein Problem. Sie kommen nicht schnell genug durch die Tür. Für diesen Türschließer soll Christa Kaes nach der Modernisierung etwa 2 Euro monatlich mehr Miete bezahlen, für die Fenster 34 Euro, für die Dämmung 132 Euro. Aber auch die Betriebskosten sollen sich um mehr als 40 Euro monatlich erhöhen. Dabei fällt ihre Mieterhöhung von ca. 550 auf 725 Euro warm noch vergleichsweise gering aus, bei langjährigen Mietern sind es bis zu 60%. Also keine Ersparnis durch energetische Sanierung, im Gegenteil: „Wir sollen den Fahrstuhl im Neubau mitbezahlen, das wollen wir nicht“, erklärt sie resolut und zeigt mir im Garten bis wohin der Neubau reichen, welche Laubengänge geschlossen und die drei Bäume, die dafür gefällt werden sollen, erkennbar an einem unscheinbaren blauen Punkt an der Fassade. Sie zeigt mir auch den Wasserschaden in der Küche des Gemeinschaftsraums. Seit vielen Monaten steht die Decke offen. Ein neuer Geschirrspüler ist jetzt zwar vorhanden und die Putzarbeiten wurden mit 100 Euro vergütet, aber die Verwaltung hatte erst nach unzähligen Aufforderung regiert. „Dass dieses Haus dringend instandgesetzt werden muss, kann man sehen. Schließlich wurde hier 20 Jahre nicht mehr investiert“, sagt sie „Wir lehnen auch nicht jede Modernisierung ab, aber das muss auf verträgliche Weise organisiert werden und so, dass die alten Leute hier nicht vertrieben werden.“

Wer Häuser kauft, sollte auch Verantwortung für die Menschen, die darin wohnen, übernehmen. Im Hansa-Ufer 5 wurden gleich nach dem Verkauf die Notrufe in den Badezimmern abgeschaltet. Aus dem Seniorenwohnhaus wurde ein ganz normales Mietshaus. Die SeniorInnenvertretung Mitte unterstützt die Mieterinnen bei der Durchsetzung ihrer Rechte. Ob die BVV Mitte sich einsetzt ebenfalls für sie einsetzt, wird sich heute abend zeigen. Christa Kaes wird jedenfalls nicht so schnell aufgeben, in ihrer Jugend war sie mal Landesmeisterin im Skilanglauf.

Nachtrag BVV 22. Mai 2014:
Christa Kaes hat folgende Bürgeranfrage bei der heutigen BVV eingebracht:
Das Haus Hansa-Ufer 5 wurde 1975 gebaut, um älteren Menschen für den Rest ihrer Lebenszeit angemessenen Wohnraum zu bieten. 2007 wurde es vom Stadtbezirk Mitte an einen privaten Investor verkauft. Der kündigte jetzt umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsbauten an diesem Haus an, die zu weit höheren Mieten und für viele Monate zu erheblichen Nutzungseinschränkungen der Wohnungen führen werden. Was wird das Bezirksamt tun, damit nicht auf einen Schlag rund fünfzig alte Menschen ihre Wohnung, ihr soziales Umfeld und möglicherweise ihr Leben verlieren, wei sie dem Stress nicht gewachsen sind und letztendlich die schon jetzt vergleichsweise überhöhte Miete nicht mehr bezahlen können?

senioren1-250Taylan hat das magere Ergebnis unten schon im Kommentar Nr. 1 benannt. Hier noch etwas ausführlicher:

Der Bezirksstadtrat für Soziales und Bürgerdienste, Stephan von Dassel, bedauerte ausdrücklich – wie die nachfolgenden Redner auch alle – , dass das Bezirksamt Mitte fast keine Möglichkeiten habe, die Mieter zu unterstützen, da das Land Berlin beim Verkauf des Objekts auf alle Bindungen verzichtet habe. Grund dafür sei ein Darlehen vom 3,8 Mio. Euro gewesen, das noch auf dem Haus lag. Erklären konnte er allerdings auch nicht, wieso nach 32 Jahren immer noch ein so hohes Darlehen hatte bedient werden müssen. Es blieb beim Hinweis auf die Fördersystematik. Ich meine, man müsste mal alle diese „Altlasten“ aus den Archiven der IBB ans Licht bringen. Eine konkrete Zusage konnte von Dassel allerdings machen: für diejenigen Senioren, die auf Grundsicherung angewiesen sind, wird die Miete übernommen werden.
Sascha Schug drückte für die SPD-Fraktion sein Bedauern aus und verwies auf den Dringlichkeitsantrag seiner Fraktion.
Frank Bertermann (Bü90/Grüne) betonte, dass der Verkauf ohne Schutzklauseln schon damals ein Skandal gewesen wäre. Er sagte zu, das Bauprojekt im Stadtentwicklungsausschuss kritisch zu begleiten. Jetzt sei allerdings die Bauaufsicht am Zuge. Auch bei anderen Projekten seien schon Aufstockungen versagt worden und hier gehe es konkret um die Beurteilung des Baugrundes und der vorhandenen Risse. Außerdem solle das Bezirksamt prüfen, inwieweit das im Antrag vorgeschlagene halbwegs sozialverträgliche Verfahren durchzusetzen sei.
Thorsten Reschke (CDU) erklärte, dass er nicht mehr nachvollziehen könne, wie die Entscheidung 2007 gefallen sei und betonte ehrlichkeitshalber, dass der direkte Einfluss des Bezirks gering sei.
Erstaunt hat mich der nicht gerade Mut machende Beitrag von Sven Diedrich (Die Linke), der aber vielleicht nur realistisch sein sollte. Er betonte, dass der Eigentümer mitspielen müsse, dass noch unter der schwarz-gelben Koalition dramatische Einschnitte im Mietrecht verabschiedet wurden, die bei Modernisierung und insbesondere energetischer Modernisierung den Vermietern freie Hand lassen und selbst Härtefälle nicht mehr anerkannt würden.

Das stimmt so nicht, Mieter haben Rechte nach wie vor, auch Härtefälle werden vor Gericht verhandelt, wenn sie auch seltener anerkannt werden. Schließlich sind die Mieter aus der Calvinstraße 21 auch noch nicht zur Duldung der Modernisierung verurteilt worden.

Die beiden Dringlichkeitsanträge der SPD-Fraktion (Drs. 1441/IV) und von Bü90/Grünen-Fraktion (Drs. 1443/IV) wurden von der BVV einstimmig angenommen.

Foto im Nachtrag zur BVV: Thomas Koch

C-Kaes_gespraech-250Weitere Nachträge:
Artikel in der Berliner Woche mit Foto einer Gruppe vor der Tür.

Dieses Flugblatt hat Christa Kaes und der Runde Tisch gegen Gentrifizierung beim Infostand an der Oldenburger Straße am 31. Mai verteilt. Bereits nach einer Stunde waren die 200 kopierten Exemplare vergriffen. Viele Menschen zeigten sich betroffen und interessiert.

Auch im Neuen Deutschland ist ein Artikel zum Kampf der Senioren am Hansa-Ufer um ihre Wohnungen erschienen (mit kleinem Fehler: C.Kaes wohnt erst 1 Jahr dort, aber viele andere Mieter 20 Jahre und länger).

 

RBB-Abendschau vom 2. Juni 2014:

Artikel von Verena Hasel und die Bilderserie aus dem Tagesspiegel vom 5. Juni.

Das Info-Fest am Sonntag, 6. Juli, war ein voller Erfolg. Dank an die Seniorinnen und Mieter des Hauses und den zahlreichen Angehörigen für ihre Unterstützung! Viele Nachbarinnen und Nachbarn kamen vorbei, Eva Bugenhagen brachte Grüße aus der Calvinstraße 21, der Architekt des Hauses, Peter Brinkert, Elke Schilling von der SeniorInnenvertretung Mitte und einige Kommunalpolitiker waren da, Stände von der Kontaktstelle PflegeEngagement, des Berliner Mietervereins, des Runden Tischs gegen Gentrifizierung und der BI KTO boten Informationen an. Kaffee und Kuchen gab es im Gemeinschaftsraum. Dort konnte man der Hitze entfliehen und unzählige Unterschriftenlisten sind bereits voll, mehr als 600 Unterschriften an einem Tag. Die Unterschriftensammlung (Liste zum Download) geht weiter bis zum 1. September. Hier eine kleine Bildergalerie:

Im MieterEcho Nr. 368, Juli 2014 (pdf Download hier, mit Foto vom Infostand auf der Turmstraße) ist auch ein kurzer Artikel zum Hansa-Ufer 5 erschienen (in etwa der Text des Beitrags bei Wem gehört Moabit?).

Senioren wollen sich nicht vertreiben lassen“ in Mittendrin, Ausgabe 7-8 2014.

Die Pressemitteilung des LSBB (Landesseniorenbeirat Berlin) vom 4.7.: „Gemeinschaften älterer Menschen erhalten – Seniorenwohnhäuser sichern auch im Alter eigenständiges Wohnen“ bezieht sich ausdrücklich auf das Hansa-Ufer 5.

Berliner Woche: Senioren am Hansa-Ufer kämpfen für den Verbleib in ihren Wohnungen.

neues deutschland: Zwangsumzug nicht mit uns (leider nur im online-Abo)

Es gibt eine neue Webseite zum Kampf der Senior_innen Hansa-Ufer 5 um ihre Wohnungen.

Online-Petition unterschreiben!!!

Mehr als 30.000 Unterstützer am 1. August, toll! Eine Zwischenbilanz der SeniorInnenvertretung Mitte.

Lohas-Blogeintrag von Diet Mueller, der auch auf die Marktmacht von Akelius eingeht mit über 9.000 Wohnungen alleine in Berlin.

Radiobeitrag auf Infothek.88vier

Heute Abend berichtet die rbb-Abendschau:

Seniorenvertretung Mitte: „Berlin solidarisiert sich“ und Berliner Kurier: „Rentner-Wehr. Wir lassen uns nicht raussanieren!“

Bei der Berliner Engagement Woche (12.-21.9.2014): Die bisher erfolgreichste Mieter-Petition auf change.org

Die Welt: „Senioren kämpfen gegen Mieterhöhungen“ und Berliner Morgenpost: „So kämpfen Senioeren…“, Autorin: Sabine Flatau 

Typisch Gunnar Schupelius in der B.Z., er fordert eine „Ausnahme für die Senioren“, Eigentum und Renditen aber sind „heilig“.

Berliner Kurier: „Die ganze Stadt will ihnen helfen“

Am 7. August hat Akelius geantwortet und den Mieter_innen ein Schreiben geschickt, dass sie die Mieten nur moderat erhöhen wollen, hier weiter lesen …

Berlin seniors battle Swedish property giant“ ein Artikel in englischer Sprache in The Local, Germany’s news in English.

Die TAZ und auch der Tagesspiegel berichten, dass der Protest langsam Erfolg zeigt, es sind schon mehr als 57.000 Unterschriften unter der Petition.

Bericht über den Besuch von Stephan von Dassel (Grüne) und Dr. Philipp Lengsfeld (CDU) am 21. August im Hansa-Ufer 5 (Berliner Morgenpost). Auch die Berliner Woche berichtet über die Unterstützung durch die Politik.

Fotos vom Besuch Dr. Philipp Lengsfeld (mit herzlichem Dank an den Fotografen Klaus Schenke) und Stephan von Dassel im Gemeinschaftsraum.

Berliner Zeitung über den Protest der Senior_innen am 26. August am Leipziger Platz vor Akelius. Sie sind danach auch noch zum Abgeordnetenhaus gezogen. Der Berliner Kurier berichtete unter dem Titel: „Wut-Rentner besiegen Teuer-Sanierer“.

Eine kleine Galerie von der Demo am Leipziger Platz und im Abgeordnetenhaus am 26. August:

Am 29. August berichtet Christa Kaes über die Demonstration der Senior_innen auf der Petitions-Seite von change.org und über das neueste Angebot von Akelius die Bauarbeiten um 3 bis 5 Jahre zu verschieben. Doch was wäre damit gewonnen? Sinnvolle Instandsetzungsarbeiten würden alle Mieter_innen begrüßen, hier weiterlesen … und Bilder anschauen.

Pressemitteilung Stephan von Dassel: Bezirksamt begrüßt das Angebot von Akelius an die Senioren vom Hansa-Ufer, das besagt, dass die Mieten nach der Modernisierung nur sehr moderat steigen sollen. Aber die 2 Jahre Bauzeit mit allen ihren Belastungen können und wollen viele trotzdem nicht ertragen.

Ankündigung der Sendung in Spiegel TV, der hier zu sehen ist: Häuserkampf: Rentner gegen Miethaie

Akelius hat die hohen Mietsteigerungen reduziert und einen Aufschub von 3 bis 5 Jahren angeboten, schreibt die Berliner Woche.

Am 2. September hat Akelius in der Aula der GLS Schule eine öffentliche Mieterversammlung mit Einladung an die Medien organisiert, auf der weitgehende Angebote gemacht wurden, jedenfalls was die Mieterhöhungen nach Modernisierung betrifft. So sollen für 33 Mieter die Mieten nur von 0 bis 20 Euro steigen, für 8 Mieter von 21 bis 50 Euro, für 9 Mieter von 51 bis 75 Euro und für 1 Mieter um 89 Euro (siehe Foto). Allerdings machten sie klar, dass sie weder auf den Neubau, noch auf die Aufstockung des Gebäudes oder die Wärmedämmung verzichten wollen. Dazu die Pressemitteilung der Seniorenvertretung Mitte und Berliner Woche.

Hinweis auf change.org zum Bericht bei Report Mainz „Vertriebene Senioren – Alte Menschen werden Opfer von Immobiliendeals“ vom 2. 9., der hier zu sehen ist.

Die Senior_innen vom Hansa-Ufer beteiligen sich an der Demo  „Wohnraum ist keine Ware“ am Samstag, 6. September 15 Uhr Mehringdamm/Ecke Obentrautstraße (Aufruf bei cahnge.org).

Hier sind Fotos von der Demo und ein Beitrag im Deutschlandfunk, der mit dieser Demo beginnt.

Das MieterMagazin von September 2014 zum Hansa-Ufer 5.

Neue Petition der Senior_innen vom Hansa-Ufer 5: Herr Müller, Herr Stöß, Herr Saleh, kauft das Haus zurück! http://www.change.org/hansa-ufer-5  –  (Pressemitteilung siehe oben).

Senior_innen treffen die Bürgermeisterkandidaten in Moabit und tragen ihre Forderung, Rückkauf des Hauses, vor (Fotos bei facebook).

Bei der VeranstaltungSenioren debattieren im Parlament“ am 8. Oktober antwortet Michael Müller, dass er den Rückkauf unterstützen will (Protokoll s. Seite 8 / bereitgestellt von der Landesseniorenvertretung).

Bericht in der Berliner Woche zur neuen Petition und zum Info-Fest am 11. Oktober 14 – 17 Uhr. Alle sind herzlich eingeladen zu Kaffee, Kuchen, Kürbissuppe und Kultur, u.a. Wunschkonzert mit einem Pianisten und Lesung mit der Kleist-Preisträgerin Katja Lange-Müller, die auch schon  eine Veranstaltung der Calvinstraße 21 solidarisch unterstützt hat.

Preisverleihung am 14. Oktober: Die Mietergemeinschaft Hansa-Ufer 5 erhält einen der vier Moabiter Wecker 2014, den Preis der Moabiter CDU für „gute Nachbarschaft und funktionierende Bürgergemeinschaft“. Wer die anderen drei Preisträger sind, steht in der Berliner Woche.

Kurzbericht über die Preisverleihung auf der Petitionsseite und Bild bei facebook.

Laudatio von Thorsten Reschke zur Verleihung des Moabiter Weckers:

Akelius auf Einkaufstour, nicht nur in Berlin (MieterEcho online) und eine erweiterete Version dieses Artikels im gedruckten MieterEcho Nr. 371, Dezember 2014.

Akelius verschiebt Modernisierung im Hansa-Ufer 5 und kündigt gleichzeitig Neubau mit 24 Wohnungen in der Tile-Wardenberg Straße Ecke Hansa-Ufer an. Keine Verkaufsbereitschaft.
In einer Pressemitteilung vom 31.10.2014 hat Akelius angekündigt, dass das Unternehmen die Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten, den Ausbau des Dachgeschosses sowie die Erweiterung um ein Staffelgeschoss um drei bis fünf Jahre verschiebt. Am Neubau in der Baulücke in der Tile-Wardenberg-Straße Ecke Hansa-Ufer hält Akelius fest, der Baubeginn ist für April 2015 geplant, die ersten Einzüge sollen etwa Juli 2016 erfolgen. Akelius schließt die Pressemitteilung mit der Aussage, das die Firma nicht beabsichtigt, das Haus Hansa-Ufer 5 zu verkaufen.

Britischer Künstler will Trümmerfrauen vom Hansa-Ufer portraitieren (Berliner Woche). Ergebnis der Umfrage von Akelius: die SeniorInnen haben sich gegen die Modernisierung ausgesprochen (Berliner Woche).

Die BVV Mitte hat sich in der November-Sitzung (Drs. 1745/IV) dafür ausgesprochen, dass das Land Berlin das Haus zurückkaufen solle (Berliner Woche). Akelius hat allerdings mitteilen lassen, dass sie nicht verkaufen wollen.

Die SeniorInnen vom Hansa-Ufer haben bei der Amtseinführung des neuen Regierenden Bürgermeisters, Michael Müller, am 11. Dezember 2014 erneut auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht (Foto oben). Der Artikel zu dieser Demo in der Berliner Woche.

Nachträge 2015:
Artikel zur Situation „Moabiter Normalitäten“ in der mittendrin, Januar 2015.

Die schriftliche parlamentarische Anfrage (Drs. S17-15245) von Katrin Lompscher im Abgeordnetenhaus zu Seniorenwohnanlagen wurde am 27. Januar 2015 von Senator Czaja beantwortet, zum Hansa-Ufer heißt es: „Ein Rückkauf von Seniorenwohnhäusern durch ein städtisches Wohnungsunternehmen ist nicht beabsichtigt.“

Berliner Woche: Akelius antwortet nicht und lässt den Vorstoß der BVV verpuffen. Die Genehmigungsfreistellung für den Neubau hat der Bezirk im Januar 2015 erteilt (Schlussbericht zur Drs. 1443/IV).

Stellungnahme der Mietervertretung (s. Kommentar Nr. 37).

Berliner Woche zur noch nicht erfolgten Wertermittlung durch den Bezirk: Es gibt interessierte Träger, die ein modernes Konzept für altersgerechtes Wohnen dort umsetzen könnten. Eine Einwohneranfrage wollen die Senioren am 19. Februar in der BVV stellen und nach Ostern eine große Konferenz.

Deutschlandradio Kultur: Trümmerfrauen wieder vor dem Neuanfang? Radiobeitrag hören.

Außerdem haben sie Bundesminister für Justiz und Verbraucherschutz Heiko Maas ins Hansa-Ufer 5 eingeladen (Bericht Change.org).

Bezirksamts-Vorlage 1119/2015 vom 24.2.15 ist hier zum Download.

Bäume wurden für den Neubau an der Tile-Wardenberg-Straße gefällt. Hier soll angebaut werden, dadurch würden die Laubengänge für einige Mieter_innen zugemauert und eine Gemeinschaftsterrasse wegfallen (Berliner Woche).

Ein Verkehrswertgutachten wird erst in Auftrag gegeben, wenn klar ist, ob das Land Berlin das Haus überhaupt zurückkaufen will und Akelius dazu bereit wäre. Akelius hat aber das Gegenteil verlauten lassen. Angeblich gibt es auch einen sozialen Träger, der Interesse hat (Berliner Woche).

Junge Katalaninnen im Gespräch mit den Seniorinnen vom Hansa-Ufer 5 (Berliner Woche).

Justizminister Heiko Maas hat die Seniorinnen und Senioren vom Hansa-Ufer 5 am 24. August 2015 besucht.
Dazu verschiedene Medienreaktionen: Wir bleiben Alle, Berliner Kurier, rbb Ino-Radio, rbb Info-Radio, Berliner Morgenpost, RTL, rbb Abendschau, rbb Politik (gleicher Film, mehr Text), Berliner Zeitung, Bericht auf der Seite des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz, Junge Welt, Die Welt, Neues Deutschland, Berliner Woche.

11. Oktober 2015: aus Bella Ciao wird das Hansa-Ufer-Lied „Wir bleiben hier„. Wir sind gespannt auf das Video! (Bericht in der TAZ). Das Video wurde am 9.11. veröffentlicht (siehe oben im Update).

Der Film „Die Rentnergang aus Moabit“, Teil 1 und Teil 2 beim RBB „Himmel und Erde“.

Der Klara-Franke-Preis 2016 geht an die Senior*innen vom Hansa-Ufer 5.

Erzählcafé mit Christa Kaes und Monika Raasch im September 2016.

Akelius hatte die Mieter*innen des Hansa-Ufer 5 zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Mitarbeiter wurden mit Plakaten und dem Hansa-Ufer-Lied empfangen. Hier der Bild-Bericht eines der Gäste.

51 Kommentare auf "Hansa-Ufer 5: Jetzt geht’s ums Ganze! Flash-Mob singt"

  1. 51
    Maobiterin sagt:

    Bericht eines Gastes über die Infoveranstaltung von Akelius im Hansa-Ufer 5:
    http://berliner-gartentisch.net/Demos/Akelius_besucht_das_Hansa_Ufer_5.html

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