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Fräulein Büker in der Stephanstraße

bueker-250Ganz so neu ist das kleine Café in der Stephanstraße 24 nicht mehr. Bei „Fräulein Büker“ sitzt man an reizenden weißen Metalltischchen umgeben von liebevoll gestalteter rosaroter Blümchen-Deko. Das Logo ein Scherenschnitt – echt nostalgisch. Seit Juli ist täglich – außer montags – geöffnet, seit dem Ende der Sommerferien ist ein Frühstücksangebot dazugekommen zum Beispiel mit Bagels von Barcomi’s, wie die Tafel vor dem Laden verrät.

Am Anfang gab es noch keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Fräulein Büker startete mit einer Backschule, Auftragsarbeiten, Kursen und Workshops zu fantasievoller Tortendekoration und mit Kindergeburtstagen, bei denen die kleinen zum Beispiel lernen können Marzipantiere zu modellieren. Ende 2013 kam der Kuchenverkauf an Sonntagen dazu. Naschtouren und ähnliche süße Events stehen zwar immer noch auf dem Programm, laufen aber langsam aus. Der letzte Kurs findet im Oktober statt.

beete-b-250Wer ist das Fräulein Büker? Hier sitzt sie vor ihrem Laden und blinzelt in die Sonne: Beeke Büker, 48 Jahre alt, ist gelernte Buchhändlerin und ist danach um die Welt gereist. Mit 30 hat sie sich einen langgehegten Traum erfüllt und noch einmal etwas ganz anderes gelernt. Schon immer wollte sie Konditorin werden. Nach dieser Ausbildung war sie auch wieder viel unterwegs –  in England und als Konditorin auf Schiffen. Seit 10 Jahre lebt sie in Berlin-Moabit. Mit dem Laden ist sie nun seßhaft geworden. Eigentlich hatte sie nur Räume für ihre Kurse gesucht. Das Geschäft stand zuvor vier Jahre leer. Seit zweieinhalb Jahren ist sie nun schon in der Stephanstraße 24 ansässig und ihr Geschäft hat sich ständig gewandelt – hat sich angepasst an die Wünsche ihrer zufriedenen Kunden.

Viele Menschen aus dem Stephankiez kommen mal kurz auf ein Schwätzchen vorbei, trinken Kaffee oder Tee, genießen den frischen selbstgebackenen Kuchen. Doch vereinzelt gibt es auch Anfeindungen: „Die Leute glauben, dass durch solche Läden, die Mieten steigen“, sagt Büker. Ihr ist es wichtig das traditionelle Konditoreihandwerk wieder aufleben zu lassen. Traditionelle Rezepte – manchmal an heutige Bedürfnisse neu angepasst – benötigen mehr Zeit und Arbeitsaufwand. Ihre Angebote zeigen eine große Bandbreite – auch in finanzieller Hinsicht. Fast 90% sind selbstgemacht. Immer ist auch ein veganer Kuchen im Angebot oder laktosefrei und glutenarm. Zum Kaffee gibt es nach Wunsch Sojamilch oder laktosefreie Miilch. „Fräulein Büker“ wird auch von einigen kleinen Manufakturen beliefert, so gibt es neben den neu angekündigten Bagels von Barcomi’s auch handgemachtes Eis mit echten Früchten von Paletas oder Fernsehturmlutscher. Für neue Kontakte sorgt der Naschmarkt organisiert von der Markthalle IX und Slow Food Berlin.

Fräulein Büker, Stephanstraße 24, 10559 Berlin, Tel. 55249065, mobil 0176 48173133
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Öffnungszeiten: Di  – Fr  7 bis 18  (in den Ferien 10 bis 18), Sa – So 10 bis 16, Montag ist Ruhetag

8 Kommentare auf "Fräulein Büker in der Stephanstraße"

  1. 1
    taylan says:

    Sehr zu empfehlen! Die Kuchen sind wirklich toll und keine Fabrikproduktion mit Vorleben in der Tiefkühltruhe. Nun, wertet das Geschäft die Umgebung auf? Ja, das hat aber wenig mit den ganzen Ferienwohnungen im Kiez zu tun. Ich würde eher die Gegenfrage stellen wollen, ob Moabit noch nicht genug hat von den ganzen Spielcasinos, wenn leider immer noch solche Anfeindungen an gute Geschäfte herangetragen werden.

  2. 2
    Sabine says:

    Was für eine Bereicherung für unseren Kiez bzw. die Stephanstraße! Endlich mal ein Laden mit Niveau und Qualität. Hier schmeckt man die guten Zutaten und dass alles mit Liebe hergestellt wird. Und die Liebe zum Detail mündet in der netten Kiste, mit der Sonntags mein Mann dann stolz nach Hause kommt. Köstlich, lecker und Zeit für ein Schwätzchen hat Fräulein Büker natürlich auch. Man ist in die gute alte Zeit zurückversetzt.

  3. 3
    max says:

    Ich war heute dort und habe verschiedene Stücke Kuchen gekauft. Alles war wirklich sehr lecker.
    Zum Thema Aufwertung: Das so pauschal zu beantworten ist einfach nicht möglich. Wer wertet auf? Der Laden? Die Menschen, die dort einkaufen (die gäbe es wohl auch ohne den Laden)? Es ist einfach ein sehr komplexer Vorgang. Einige Leute suchen darauf mit Vorliebe einfache, plakative Antworten. Diese gibt es aber nicht. Es handelt sich um ein vielschichtiges Phänomen.
    Ich jedenfalls bin einfach froh dort leckeren Kuchen kaufen zu können.

  4. 4
  5. 5
    Nachbar says:

    Bei Fräulein Büker hängt ein Zettel im Fenster, darin heißt es:
    „Liebe Kunden, 5 wunderbare Jahre gehen zu Ende. Nach dem letzten Wasserschaden ist leider nichts mehr zu retten und wir müssen uns verabschieden. Ich möchte mich für eine wunderschöne Zeit bedanken. Danke auch an Katja, eine tolle Kollegin und Konditorin. Und an einen super Vermieter. Alles muss weg. Vom 1.-15.8. haben Sie täglich von 15-18 Uhr die Möglichkeit ALLES zu kaufen. Oder wir haben die Möglichkeit uns persönlich voneinander zu verabschieden. Ich freue mich! Liebe Grüße und DANKE, Beate Büker – Fräulein Büker“

  6. 6
    Sabine says:

    Was für ein Jammer; mir fehlen fast die Worte, denn jetzt fehlt hier etwas. Fräulein Büker hinterläßt eine große Leere. Es tut mir außerordentlich für Sie und uns leid, dass diese Naturgewalt das Leben von Fräulein Büker ruiniert hat. Ich wünsche Ihnen dennoch für die Zukunft alles erdenklich Gute und kann nur hoffen, dass Sie hier irgendwo in der Gegend neu anfangen können. Schließlich sieht man sich immer zweimal im Leben.
    Herzliche Grüße von Sabine

  7. 7
    Netzgucker says:

    hier war das auch schon – das gibts doch nicht wegen Versicherungsstreit muss sie ihren Laden aufgeben!
    https://de-de.facebook.com/groups/berlin.moabit/permalink/1578895328847365/

  8. 8
    Now says:

    @6 Frau Bücker wird wohl keinen neuen Laden eröffnen, ansonsten hätte sie nicht das komplette Groß- und Kleininventar verkauft. Vielleicht hätte sie eine Crowdfunding starten sollen oder einen Investor rein nehmen. Falls der Laden vor dem Schaden schwarze Zahlen hatte.

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