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Mittelbereich Lehrter Straße: Wettbewerbsergebnis wird vorgestellt

Der Siegerentwurf des Gutachterverfahrens wird vorgestellt und diskutiert. Die beiden anderen Entwürfe sind ebenfalls ausgestellt:  am Dienstag, den 24. November ab 18 Uhr im Saal der Berliner Stadtmission, Lehrter Straße 69 (Download Einladung). Wer sich ausführlich auf die Diskussion vorbereiten möchte, kann das Protokoll der Jury-Sitzung vom 2. November lesen.

Es sieht nicht so aus, als ob die Aktivitäten der Anwohner/innen, Gewerbetreibenden und Kleingärtner/innen in der Lehrter Straße erfolgreich waren. Wenn man sich den Siegerentwurf für die Bebauung des Mittelbereichs auf der Ostseite der Lehrter Straße hinter der langen Backsteinmauer gegenüber des Haupteingangs vom Poststadion so anschaut (Bild unten), kann man nicht erkennen, dass die Forderungen der im Frühsommer von der Initiative an die Verantwortlichen übergebenen Broschüre darin enthalten oder wenigstens teilweise umgesetzt wurden. Eine Ausnahme vielleicht ist die erstaunliche Tatsache, dass alle Wettbewerbsteilnehmer die Backsteinmauer wenigstens in Teilen erhalten wollen.

vivico

Die Berliner Morgenpost schreibt, dass auch Anwohner in der Jury vertreten waren und suggeriert damit, dass Anwohner tatsächlich angehört und an der Entscheidung beteiligt wurden. Ja, es waren zwei Vertreter/innen unter den Sachverständigen in der Jury, aber stimmberechtigt waren sie nicht. Abstimmen konnten nur die sechs Obergutachter, drei der Obergutachter stellte  alleine die Vivico als Eigentümerin des Geländes. Da gibt das Berliner Abendblatt die Stimmung im Lehrter Kiez besser wieder (auf Seite 1 der Ausgabe vom 14.11.09).

Schon im Vorfeld wurden die Vorgaben kritisiert, die eine hohe Bebauungsdichte vorsahen. Nach der Zwischenpräsentation im September waren den Anwohnern bereits sämtliche Illusionen abhanden gekommen, wie unser Gastbeitrag zeigte. Das Verfahren ist auf www.lehrter-strasse-berlin.net ausführlich dokumentiert.

Nachtrag: Einen Überblick gibt auch die Webseite competitionline. Fotos auch auf der Seite von Fat Koehl Architekten.

Nachtrag vom 19.4.2010:
Die „Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ zu dem Bebauungsplan 1-67 findet vom 19.4.-19.5.2010 statt. Das Bezirksamt führt hierzu am 26.04.2010, 18.30 Uhr eine Infoveranstaltung im Saal der Berliner Stadtmission, Lehrter Str. 68 durch.
Hier die Links vom Stadtplanungsamt des Bezirksamts Mitte zu den Unterlagen des Entwurfs des Bebauungsplans 1-67 für die Grundstücke Lehrter Straße 20-31 und 35, die angrenzenden Flurstücke 161, 163 und 202 sowie Teilflächen des Grundstücks Heidestraße 35, 39 und des hier angrenzenden Flurstücks 211 im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit:

Presseveröffentlichung (PDF, 95 KB)
Begründung (PDF, 2,6 MB)
Planzeichnung (PDF, 2,8 MB)

Hinweis: Die Schlussdokumentation des städtebauliche Gutachterverfahrens Lehrter Straße ist bei der in der Zeitungsanzeige genannten Stelle während der Auslegungszeiten einsehbar.

23 Kommentare auf "Mittelbereich Lehrter Straße: Wettbewerbsergebnis wird vorgestellt"

  1. 1
    Betroffenenrat Lehrter Straße says:

    Auch im Tagesspiegel war heute ein Artikel zu den Plänen:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/Mitte-Hauptbahnhof;art270,2956977
    in diesem ist auch von einer Vorstellung der Europazentrale von Total an der Heidestraße am Freitag die Rede, aber nicht wann und wo?

  2. 2
    Hartmut Eschenburg says:

    Es könnte sein, dass die Forderungen der Initiative nicht in das Wettbewerbsprogramm eingeflossen sind. Und wenn dem so ist, dann können sie leider den am Wettbewerb teilnehmenden Planungsbüros und den stimmberechtigten Juroren egal sein. Wann wurden denn die Forderungen übergeben und wann begann der Wettbewerb? Und wer war für das Wettbewerbsprogramm verantwortlich: das Bezirksamt, der Senat, die Vivico …..?

  3. 3
    Betroffenenrat Lehrter Straße says:

    @ Hartmut Eschenburg, Übergabe der Forderungsbroschüre am 5.5., Vorstellung und Diskussion der Vorgaben für den Wettbewerb am 27.5., Ende Juni Beginn des Wettbewerbs, 14.9. Zwischenpräsentation, 2.11. Jurysitzung. Alles gut nachzulesen auf der B-Laden-Seite:
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/lokale-planungen
    wo Protokolle und Präsentationen zu finden sind, und im Artikel:
    http://www.moabitonline.de/1456
    wo in den Kommentaren auch die Aktivitäten der BVV zu verschiedenen Forderungen der Initiative verlinkt sind.

  4. 4
    Carsten says:

    Den Entwurf kann man mit den Unterlagen noch nicht richtig bewerten, aber ein paar Überlegungen zur Mauer: Würde man, wie die Anwohnerinitiative es wünscht, auch Teile der Kleingärten und des Kleingewerbes erhalten, wäre auch die Forderung nach Erhalt der schönen Ziegelmauer sinnvoll. Nun, wo immer klarer wird, dass es nicht zum Erhalt der Kleingärten und des Kleingewerbes kommt, sondern nur Wohnungen, Läden und Dienstleistungen entstehen, sollte man sich m.E. auf die qualitätvolle Ausgestaltung der Lehrter Straße als Wohn- und Gewerbestraße konzentrieren. (kleinteiliger und mit weniger Dichte). Jetzt noch am weitgehenden Bestand der Mauer festzuhalten (wie es auch der aktuelle Entwurf macht) ist lediglich ein Trostpflaster für die alten Einwohner und zukünftig eher kontraproduktiv, wenn man einen qualitätvollen Straßenraum und kein abgeschottetes neues Wohngebiet erhalten will. Sollte man nicht ggf. größere Teile der Mauer opfern (und nur wichtige Teile erhalten) und lieber in Hinblick auf Dichte und Größe der Freiflächen mehr Zugeständnisse vom Investor anstreben?

  5. 5
    Initiative says:

    Das ist es ja gerade, über die Dichte und die Lage der Freiflächen hat die Vivico nicht mit sich reden lassen.
    Ich stelle hier noch den taz-Artikel von gestern bereit, obwohl ich mir beim Lesen nicht vorstellen kann, dass Rolf Lautenschläger auf derselben Veranstaltung war:
    http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/planung-ausser-rand-und-band
    Unter der Überschrift „Planung außer Rand und Band“ beschreibt er die Stadtmission als Widerstandsnest(?), der sich dann tatsächlich durch Bürgerbeteiligung und Kompromiss aufgelöst hätte. Meiner Meinung nach vollkommen unzutreffend. Vielleicht wird hier eher das Wunschdenken der Planer wiedergegeben. Aber bitte selbst lesen!

  6. 6
    R@lf says:

    Mich erstaunt, daß sich gerade an der Mauer einige Gemüter erhitzen. Bei all den Leuten, die sich monatelang mit dem Gebiet beschäftigt haben (darunter ausgebildete ArchitektInnen und LandschaftsplanerInnen) war die Meinung einhellig, daß die Mauer im wesentlichen erhalten bleiben soll. Tatsächlich ist meines Wissens niemand ernsthaft mit einer gegenteiligen Meinung aufgetreten – die Termine waren schließlich öffentlich, wo darüber geredet wurde.

    Auch für alle drei am Wettbewerb beteiligten Architekturbüros war die Mauer offenbar kein Planungshindernis. Schließlich nimmt sie ja auch nur einen schmalen Streifen des Grundstücks ein.

    Eine mit dem Bürgersteig abschließende geschlossene Randbebauung wurde anfänglich nur von Seiten des Stadtplanungsamtes vorgeschlagen, wenn ich mich recht erinnere. Eine solche hermetische Bebauung fand aber keine Freunde, sondern alle Beteiligten strebten eine aufgelockerte flächenschonende ökologische Bauweise an. Für eine solche ist die Mauer offenbar kaum Hindernis.

    Neu-MoabiterInnen wäre ohnehin anzuraten, sich erst einmal ein wenig tiefergehend mit dem Stadtteil auseinanderzusetzen und behutsam einzufühlen, anstatt sich über eine Mauer zu echauffieren, die kaum ein alteingesessener Mensch als Problem empfindet und mit der die Planung offenbar bestens zurecht kommt.

  7. 7

    Wie bei der Veranstaltung der Präsentation der Ergebnisse angekündigt, stellt der Betroffenenrat Lehrter Straße die von der Gruppe Planwerk zur Verfügung gestellte Präsentation des Entwurfs von carpaneto.schöningh auf seiner Website zum Download (pdf, 3,5MB) der Öffenttlichkeit zur Verfügung.

  8. 8
    Carsten says:

    Welcher Neu-Moabiter hat sich über die Mauer zu echauffiert? Guter Rolf, ich lebe hier seit 2 Jahrzehnten, bin studierter Planer und mein Herz hängt aufgrund jahrelanger musealer Beschäftigung an Ziegeln. Und als Moabiter schätze ich die Lehrter Mauer. Ich kann dir sagen, wie langer jeder Ziegel im Feuer gelegen haben muss. Ich versuche nur mal eine Diskussion anzuregen. Versuche mal meine Gedankegänge nachzuvollziehen: Die Hauptforderungen der Anwohner konnten die Büros und wollten der Investor nicht erfüllen. Aber das Trostpflaster des Mauererhalts kostet nichts, war leicht zu „schenken“ und hat zudem den Vorteil, dass man ein weitgehend abgeschlossenes (gated) neues exklusives Wohngebiet erhält. Und ich bin keinesfalls der erste der das sagt. Sondern auch Tibbe von Planwerk, der Moabit ebenfalls seit Jahrzehnten kennt.
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/dateien/BR-Lehrter_Protokolle/2009/BRL_Prot_2009-05-05.pdf
    Ich weise nur darauf hin und rege an, mal darüber nachzudenken. Lieber sollte man versuchen, noch anderes zu erreichen. Die Mauer ist erhaltenswert, aber man muss Vor- und Nachteile abwägen und vielleicht lieber ein paar mehr Teile opfern. Aber da sollen sich die direkten Anwohner ihre Meinung bilden oder bei ihrer bisherigen bleiben.

  9. 9
    Carsten says:

    PS: Nachdem ich nun auch endlich die Detailpläne sehen könnte: Meine Befürchtungen, die ich durch den groben Übersichtsplan gewann, dass durch die Mauer ein zu abgeschottetes Gebiet entsteht, würde ich zumindest teilweise relativieren.
    Eigentlich gelingt es den Planern ganz gut die Mauer zu integrieren und teilweise zu durchbrechen, niedriger zu machen und Durchblicke zu schaffen. Vielleicht könnte man in dieser Beziehung die Pläne noch etwas nacharbeiten, dann könnte sichergestellt werden, dass hier gated community entsteht.

  10. 10
    Susanne Torka says:

    Die Mauer wird sowieso nur in Teilen erhalten. Sie bekommt Eingänge und Zufahrten zu den Tiefgaragen an vier Stellen. Der Platz gegenüber dem Haupteingang des Poststadions wird auch breit. Und der Gedanke, dass die Mauer ein Wohngebiet eher abschottet, ist so falsch nicht. Trotzdem freue ich mich über den Erhalt der Mauerreste und hoffe, dass sie nicht noch „aus Versehen“ dem Bagger zum Opfer fallen, wie das alte Backhaus mit dem kleineren Schornstein, das auf dem Paech-Brot-Gelände eigentlich erhalten werden sollte.
    Eine Blockrandschließung – vielleicht mit Vorgärten – hätte die Straße gewiss mehr belebt. Aber es muss ja nicht überall gleich aussehen. Mit einem weiteren Widerspruch haben wir uns auch die ganze Zeit herumgeschlagen. Ein grünes Wohngebiet mit nicht sehr hohen Häusern ist der Wunsch, aber dort wird es teuer, nur Leute mit genug Geld, können sich das Wohnen dort leisten. Also muss man Kompromisse machen, Geschosswohnungsbau, damit die soziale Mischung stimmt.
    Was nicht gelungen ist, die Integration des Bestehenden! Eine sinnvolle Integration der Gärten als grüne Oase und der Erhalt des Kleingewerbes. Die Utopie: an dieser Stelle ein innovatives Stadtviertel, in dem Solartechnik, sanfter Tourismus, ökologisch anspruchvolle Modellprojekte, Nachhaltigkeit in jeder Form ausprobiert werden kann.
    Auf der anderen Seite habe ich so meine Zweifel an der „Planbarkeit der Stadt“. Erstens historisch betrachtet haben große Entwürfe nur absolute Herrscher durchgesetzt. Und die Politik in Berlin: Sozialer Wohnungsbau wird zu großen Teilen privatisiert, Flächen werden meistbietend verkauft. Wer kauft und baut, gestaltet. O.k., es gibt Abstandsregeln und weitere gesetzliche Grundlagen, es gibt aber auch Ausnahmeregelungen und manchmal wundert man sich, was alles nicht geregelt ist. Die Lobby der Investoren ist stark, aber nicht aufgeben. Im Gespräch bleiben, die Interessen „der Anwohner“, die natürlich auch nicht alle identisch sind, einbringen, so gut es geht!

  11. 11
    Susanne Torka says:

    Jetzt können wir Moabiter/innen auch mal über den Tellerrand schauen, was gerade in den Verhandlungen zum Mauerpark geschieht. Ein Aufschrei ging durch die Stadt, als im Sommer die Pläne für die Randbebauung vorgestellt wurden. Breite Mobilisierung, Demos, Veranstaltungen, verschiedene Bürgerinitiativen.
    Und es wird tatsächlich verhandelt:
    http://www.bier-statt-blumen.de/wordpress/?p=160#more-160
    http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1220051/Mauerpark-Investor-droht-Berlin.html
    Mit der Vorstellung des Wettbewerbsergebnisses ist noch nicht alles durch. Wir machen weiter!

  12. 12
    Susanne Torka says:

    Am Freitag, 8.1. findet um 20 Uhr in der Saarbrücker Straße 24 ein Gespräch der BIN-Berlin (Bürgerinitiativennetzwerk http://bin-berlin.org/html/die_buergerinitiativen.htm) mit Stadtrat Gothe zu Problemen in Mitte (hauptsächlich Mauerpark) statt. Auch der B-Laden wird die geplante Bebauungsdichte des Mittelbereichs der Lehrter als Thema einbringen.
    Verbunden sind beide ja durch denselben Grundstückseigentümer, Vivico.
    Hier ein interessantes Interview mit Herrn Thomsen, der für beide großen Grundstücke bei der Vivico zuständig ist: http://www.bier-statt-blumen.de/Mauerpark/Bilder/Interview_Henrik%20Thomsen_Vivico.pdf

  13. 13
    Redaktion says:

    Am 7. Januar hat das Stadtforum sich unter dem Titel „2 Grad Plus“ mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Berlin beschäftigt. Eine der vielen Forderungen:
    „Besonders in hochverdichteten und damit unterversorgten City-Bezirken müssten fußläufig erreichbare Schattenzonen geschaffen sowie das klimaaktive Grünvolumen erhöht werden, um die Entstehung innerstädtischer Wärmeinseln zu verringern. Die Problematik der Nachverdichtung müsse neu durchdacht, Kaltluftentstehungsgebiete und Stadtgrün müssten erhalten bzw. neu geschaffen bzw. nachgepflanzt werden.“
    Muss es soweit kommen? Kann nicht dort, wo es noch nicht ganz so verdichtet ist, weniger dicht gebaut und das Stadtgrün erhalten werden?
    Infos über die Veranstaltung auf dem Landwehrkanal Blog:
    http://baumschutz.wordpress.com/2010/01/11/zweigradplus/
    Die Schlussfolgerungen der Senatorin auf YouTube:
    http://www.youtube.com/watch?v=-zbVXTyzyC0

  14. 14
    R@lf says:

    „Andreas Otto, der für Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss sitzt, erinnerte heute daran, dass der rot-rote Senat in seinem Koalitionsvertrag festgeschrieben habe, den Mauerpark bis 2011 in voller Größe vollenden zu wollen. Otto kritisierte, dass Mittes Baustadtrat Gothe der Vivico zu einer unangemessenen Wertsteigerung ihres Grundstücks verhelfe, wenn sie wie derzeit in den Plänen vorgesehen das Baurecht bekäme. “Das geht zulasten Berlins”, so Otto. Der Wert pro Quadratmeter steige von derzeit etwa 90 Euro auf 400 bis 500 Euro, sollten dort die Baugenehmigungen für Wohnhäuser erteilt werden.
    Von Nicole Walter“
    http://www.bier-statt-blumen.de/wordpress/?p=160#more-160

    Das erinnert mich doch verdammt an unsere Diskussion betreff Mittelbereich Lehrter Straße, aufgrund welcher gesetzlicher Grundlage das Gebiet Bauland wurde und damit diese immense Wertsteigerung erhielt, also einen automatischen Wertzuwachs von rund 400%. Ist Herr Gothe Steigbügelhalter für Vivico und andere Investoren? Was könnte er davon haben? Fragen über Fragen.

    Oder blicken wir einfach nur wieder in einen bodenlosen Schlund politischer Dummheit?

  15. 15
    Kiezking says:

    @ r@lf

    was wäre denn nach deiner meinung die alternative, die sowohl den anwohner- als auch dem eigentümerinteressen hinreichend rechnung tragen würde?

    der status quo kommt den anwohnern entgegen (wobei die sicherlich auf bahnflächen vorhandenen bodenschäden für die anwohner und unsere umwelt im allgemeinen auch nicht toll sein dürften), nicht jedoch dem eigentümer, der diffuse zwischennutzungen auf seinem grundstück hat. wäre der anwohnerschaft mehr geholfen, wenn man dort einen gewerblichen standort (für bahnflächen nicht untypisch) errichtet? wohl kaum. und einen park oder eine große grünfläche? nun, welcher eigentümer macht sowas schon freiwillig? und das land dürfte kaum das geld haben die fläche für so eine nutzung von der vivico anzukaufen. was ich eigentlich sagen möchte: jede entwicklung hat pro und contras und da ist das konzept für die lehrter straße (auch wenn man bei der dichte streiten kann) noch ein eher verträgliches, z.b. verglichen mit hamberger und hellweg oder den streitigkeiten um den mauerpark und den alten gasometer in schöneberg.

  16. 16
    Anwohner Lehrter says:

    @kiezking: Die Initiative Mittelbereich Lehrter Straße, in der Anwohner, Gewerbetreibende und Nutzer der Gärten mitgearbeitet haben, hatte noch vor dem Wettbewerb ein Broschüre erstellt, die vorhandene erhaltenswerte Qualtitäten darstellt und die Forderungen der Inititative für die Entwicklung des Gebietes enthält. Die Broschüre ist auch hier auf MoabitOnline in einem Artikel dazu verlinkt. Darin kannst Du nachlesen, dass sich die Initiative nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung gewehrt hat, aber Wert auf die Qualität legt. Bezirksamt und Vivico haben zum Wettbewerb jedoch mit Vorgaben für Dichte und fester Lage der Nord-Süd-Grünverbindung direkt entlang der Bahntrasse vieles verdorben. Man könnte aus dem Gebiet mehr machen -gerade auch für die Wohnqualität, als es der jetzige Planentwurf vorsieht, der die Vorgaben berücksichtigen musste.

  17. 17
    A. H. says:

    ich bin zwar Moabiter, kenne aber die Lehrter Straße nicht sehr gut, daher meine Frage:

    Welches genau ist der Mittelbereich, der 400 % Wertsteigerung erfahren hat?
    Und mit welchen Maßnahmen hat das Bezirksamt das gemacht?

  18. 18
    Kiezking says:

    ich kenne das verfahren und die broschüre. allerdings finde ich, dass hier auf relativ hohem niveau gejammert wird. statt wohnen bei hoher dichte wäre auch ein aufgelockerter gewerbepark möglich gewesen. also da weiß ich, was ich mir aussuchen würde…die nord-süd verbindung stammt meines wissens nicht vom bezirk sondern ist eine vorgabe vom senat und naturschutzrechtlicher ausgleich für die bebauung am hauptbahnhof. somit ist diese fläche planfestgestellt und vom bezirk nicht antastbar. und wäre es nicht so, dass bei weniger dichte bei der bebauung die wohnungen gleichzeitig wahrscheinlich luxuriöser wären (eben weil nicht „dicht“) und so eher eine verdrängung stattfinden würde?

  19. 19
    R@lf says:

    @ Kiezking

    DAS ist ja gerade die Misere, daß Bahn und Senat es dazu gebracht haben, daß aus „Volkseigentum“ hochpreisiger Spekulationsgrund geworden ist. Nun Krokodilstränen darüber zu vergießen, daß der Grund zu teuer sei, um ihn der Vivico wieder abzukaufen, ist wohl müßig.

    Was die Broschüre betrifft war es nicht strittig, was da im Mittelbereich hinsollte: ein ausgewogener Mix von Wohnen und Kleingewerbe, bei Beibehaltung von möglichst viel gewachsenem Grün. Das ist nach wie vor unsere Forderung, allerdings bei deutlich weniger Dichte und einer öko-sozial verträglichen Planungsstruktur mit Phantasie statt Bauklötzchenschieben!

    Das mittelmäßige Verhökerungsgeplane was wir bisher gesehen haben, das frecherweise auch noch mit dem Begriff „Bürgerbeteiligung“ garniert wird, ist nicht akzeptabel.

    Deine Annahme, daß bei geringerer Dichte zwangsläufig auch eine luxuriösere Bebauung erfolgen müsse, geht von der Akzeptanz maximaler Verwertungslogik aus. Warum sollten wir der zustimmen? UNSER Interesse kann nicht der Maximalprofit irgendwelcher Investoren sein. Was uns interessiert ist die Weiterentwicklung des Gebiets im bewohnerverträglichen Maßstab. WIR sind schließlich diejenigen, die die Lehrter Straße bisher über Jahrzehnte entwickelt haben. Darauf wollen nun Geschäftemacher wohlfeil aufsatteln. Da werden wir ein bißchen bocken, fürchte ich. Wir waren nämlich zuerst da und wer von außen reindrängt, soll bitteschön höflich anklopfen und sich gefälligst die Füße abtreten, bevor er in unsere gute Stube trampelt

    Dabei könnten wir uns ein gedeihliches gemeinsames Entwickeln des Gebietes zusammen mit dafür offenen Investoren vorstellen. Wir meinen nämlich, daß so etwas möglich wäre, wenn mensch aufeinander ernsthaft zugeht und eingeht.
    Stattdessen wird uns ein pausenloses Uns-Abfinden zugemutet. So gehts nicht! Das ist unsere Straße und unser Kiez! Was haben wir mit österreichischen Bankern zu schaffen, die schon mehr als einen Karren an die Wand gefahren haben. Was uns wert ist, paßt nicht in shareholder values.

  20. 20
    A. H. says:

    Bei dem geplanten Lebensmittel-Großmarkt an der Siemensstraße, offiziell „Gastronomiegroßmarkt“ genannt, scheint es fast identisch zu laufen:

    Das Bezirksamt setzt das Maß der Nutzung möglichst hoch an und macht für den Investor einen maßgeschneiderten Bebauungsplan, damit der Verkäufer des Grundstückes möglichst viel Geld für das Grundstück bekommt. Dass Moabit einer der Berliner Problembezirke ist, dass dieses Vorhaben in städtebaulicher, sozialer und umweltmäßiger Hinsicht völlig stadtteilunverträglich sein dürfte und damit den Bestrebungen des Senats, den Abstieg der Problemkieze zu stoppen, widerspricht, scheint das Bezirksamt – bisher – dabei offenbar in keiner Weise zu interessieren.

    Und was man auch noch hört: Der Gebietsentwickler im Auftrag des Bezirksamtes ist wohl die S.T.E.R.N. GmbH, die ja bekanntermaßen und nun auch pikanterweise das QM Moabit West betreibt. Paßt doch zusammen, oder?

  21. 21
    Susanne Torka says:

    Laut telefonischer Ankündigung des Stadtplanungsamtes beim Betroffenenrat Lehrter Straße sollen ab Montag, den 19.4. die Unterlagen zum Babauungsplan 1-67 für den Mittelbereich der Lehrter Straße im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung ausgelegt werden. Die Unterlagen sind dann auch auf der Seite des Bezirksamts zu finden.
    Eine Erörterungsveranstaltung findet am Montag, den 26.4. um 18.30 Uhr im Saal der Berliner Stadtmission, Lehrter Straße 68 statt.

  22. 22
    Redaktion says:

    Hier die Links vom Stadtplanungsamt des Bezirksamts Mitte zu den Unterlagen des Entwurfs des Bebauungsplans 1-67 für die Grundstücke Lehrter Straße 20-31 und 35, die angrenzenden Flurstücke 161, 163 und 202 sowie Teilflächen des Grundstücks Heidestraße 35, 39 und des hier angrenzenden Flurstücks 211 im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit:

    Presseveröffentlichung (PDF, 95 KB)
    Begründung (PDF, 2,6 MB)
    Planzeichnung (PDF, 2,8 MB)

    Hinweis: Die Schlussdokumentation des städtebauliche Gutachterverfahrens Lehrter Straße ist bei der in der Zeitungsanzeige genannten Stelle während der Auslegungszeiten einsehbar.

  23. 23
    Susanne Torka says:

    weitere Kommentare bitte beim aktuellen Artikel:
    http://www.moabitonline.de/3008