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1. Büro-Hochhaus für TOTAL an der Heidestraße

Dass die Tankstelle an der Heidestraße, die den Plänen für den Eingang in die zukünftige Europacity, wie das Heidestraßenquartier nun so schön genannt wird, weichen muss, dass diese Tankstelle daran schuld sein soll, dass dort tatsächlich schneller als gedacht etwas losgeht, ist eine nette Geschichte, die Uwe Aulich in der Berliner Zeitung kolportiert. Statt einer neuen Tankstelle  soll hier die neue Deutschlandzentrale von Total entstehen. Nach der gestrigen Pressekonferenz von Total, Vivico, Senat und Bezirk berichteten heute auch der Tagesspiegel und die Berliner Morgenpost.

MoabitOnline berichtete schon ausführlich über die geplante Entwicklung für das Quartier Heidestraße. Hier ist der Masterplan (Kommentar Nr. 2) und der erste Bebauungsplan (Kommentar Nr. 3) für das Hochhausviertel nördlich des Hauptbahnhofs zwischen Heidestraße / Invalidenstraße und Minna-Cauer-Straße eingebunden.

Total-tower-250Die Vivico wird etwa 40 bis 50 Millionen Euro in das 69 Meter hohe Hochhaus mit 17 Stockwerken investieren. Der Baubeginn ist Mitte 2010 geplant, Fertigstellung 2012. Total hat das Haus erst mal für 15 Jahre gemietet. Die Architektur des Büros Barkow Leibinger Architekten legt größten Wert auf Energieeffizienz. Das wird wohl die Betriebskosten betreffen und weniger die Herstellung des Alumiuns, das für die Fassade verwendet werden soll.

In der Pressemitteilung von Total war angekündigt, die Pläne ab heute bis zum 6. Dezember täglich von 9 bis 23 Uhr in den Räumen von Play Berlin auf dem Washingtonplatz für die Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Angestellten wussten jedenfalls heute nichts davon und Pläne waren auch nicht zu finden.

Ene genauere Projektbeschreibung für das Total-Hochhaus ist auf der Homepage der Vivico zu finden und eine 27seitige Präsentation mit hübscheren Bildern der Glas-Aluminium-Eingangszone steht nicht mehr (update) zum Download bereit.

Nachträge:
Hier der Bericht in der Berliner Woche vom 2.3.2011 über die Grundsteinlegung (und hier im Tagesspiegel).

Mittlerweile ist auch schon das Richtfest gefeiert, was bei einem Hochhaus nicht besonders gut geht, es fehlt der Dachstuhl, aber am 8.12.2011 wurde der letzte Beton mit „Hilfe“ der Senatsbaudirektorin und weiteren wichtigen Persönlichkeiten gegossen. Die Berliner Woche war dabei. Hier der Link zur Referenzseite der FKN Gruppe.

Im Tagesspiegel vom 6.6.12 gehts zwar mehr um den Konzern an sich, es wird nur kurz erwähnt, dass Total im Oktober in das Hochhaus am Hauptbahnhof einzieht.

Das Architekturportal und in der Wikipedia und Fotos vom fertigen Erdgeschoss im Deutschen Architektur-Forum. Dossier der Architekten.

Die CA Immo meldete am 18.9.12, dass das Haus fertig gestellt ist und die Schlüssel an den Mieter übergeben wurden. Die offizielle Eröffnung ist für den 11.10. geplant, mit den Berlinern will Total am 13./14.10. feiern.

Eröffnung:
Doch kein Aluminium, sondern besonders feiner weißer Beton ziert die Fassade. Da haben wir die Architekturbilder falsch interpretiert. Am 22. Oktober ziehen 500 Mitarbeiter in die Jean-Monnet-Straße 2 ein. Die 13.-16. Etage sind noch frei und suchen Untermieter. 66 Mio. € hat das Hochhaus gekostet, „Wir sind im Kosten- und Zeitrahmen geblieben,“ betonen Architekten und Bauherr stolz. Ungewöhnlich für Berlin. Das Gebäude ist mit dem Gütesiegel der DGNB in Silber ausgezeichnet. Dazu tragen neben der Energieeffizienz auch die 90 Fahrradabstellplätze, die Sozialräume für Mitarbeiter (Eltern-Kind-Zimmer, Sportgeräte, Duschen usw.) und die Planung des Gebäudes mit den Mitarbeitern bei. Berichte über die Eröffnung in der Berliner Zeitung und im Tagesspiegel. Das rote Band ist durchschniten und die Prominenz blickt erwartungsvoll den steigenden Ballons nach. (Pressemitteilung Total)

von links nach rechs: Bernhard H. Hansen (CA Immo), Hans-Christian Gützkow und Philippe Boisseau (Total), der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, Regine Leibinger und Frank Barkow (Architekten)

weitere Nachträge:
FAZ-Artikel vom November 2012, als pdf abzurufen auf der Webseite des Forum Stadtbild Berlin e.V.

Tour Total im vilmoskörte-Blog mit wunderbaren Fotos und ein Portrait des Architektenpaares Barkow-Leibinger in der Berliner Morgenpost.

Die gleichen Architekten, Regine Leibinger und Frank Barkow, bauen ein weiteres Bürogebäude mit sechs Geschossen an der Minna-Cauer-Straße neben dem Total Tower, es wird „Monnet 4“ genannt, Bauherr ist die CA Immo, MLP Finanz- und Vermögensberatung hat 4.700 qm Bürofläche gemietet, Fertigstellung Frühjahr 2015 geplant (Tagesspiegel). Weitere Infos und Links zum Monnet 4 bei diesem Artikel zur Benennung der Straße (im Nachtrag).

Im ersten Teil dieses Tagesspiegel-Artikels: weitere Bürobauten neben dem Total Hochhaus.

Eine Studie zum Potential für Bürotürme in Berlin (Tagesspiegel).

9 Kommentare auf "1. Büro-Hochhaus für TOTAL an der Heidestraße"

  1. 1
    R@lf says:

    Dürfte man nicht von einem internationalen Großkonzern etwas mehr erwarten als einen weiteren „Schuhkarton“ in der öden Berliner Neubaulandschaft? Wo ist der französische Esprit? Hat Berlin nicht als Willkommensgruß und Visitenkarte beim Verlassen des Hauptbahnhofs Richtung „Europa-City“ etwas Besseres verdient als totale Hochkant-Phantasielosigkeit (na schön: energieeffizient)?
    Findet das kreative Bauen des 21. Jahrhunderts etwa nur in Frankreich und Dubai statt?

    VIVe le COmmerce! Aber TOTAL ist ja nur Mieter:

    das viertgrößte Mineralölunternehmen und das insgesamt achtgrößte Industrieunternehmen der Welt. Mit einem Umsatzvolumen von 158,8 Mrd. € und einem Gewinn vor Steuern von 13,5 Mrd. € (Stand: 2007) ist es das viertgrößte Unternehmen der Branche (Stand: 2008).
    http://de.wikipedia.org/wiki/TotalFinaElf

    Langsam könnte mensch glauben, daß im Osten ja wirklich alles nicht so schlecht war: so hat die SED schon vor Jahrzehnten das Arreal um den Alexanderplatz verhunzt. Hatte doch was.

  2. 2
    Carsten says:

    Ich schätze Hochhäuser nicht. Aber der Turm scheint mir durchaus aktzeptabel und in Gestaltung, Proportionen, Details und Materialwahl ambitioniert und über dem üblichen Schnitt in der Berlin zu liegen.
    Was französische Architektur der letzten Jahrzehnte betrifft, kann man ja geteilter Meinung sein. Abgesehen von ganz wenigen „grands projects“ sehe ich da wenig Esprit. Oder wollen wir so peinlichen Monumentalismus hier haben? (Total Hochhaus in La Defense)
    http://www.twip.org/image-europe-france-paris-la-defense-tour-total-en-9352-8308.html
    Und Dubai? Soll das ernsthaft ein geschmackliches Vorbild sein?

  3. 3
    vilmoskörte says:

    Carsten, da muss ich dir zustimmen, das geplante Total-Hochhaus hat durchaus interessante architektonische Elemente, die man allerdings auf dem hier veröffentlichten Bild nicht gut erkennen kann. Auf einem anderen Detailbild lassen sich mehr Details, insbesondere der Fassadengestaltung, erkennen. Und mit der modernen französischen Architektur ist es wirklich soweit nicht her, ich war gerade eine Woche in Paris. Barock geometrisch und monumental scheint da immer noch die Devise.

  4. 4
    suse says:

    Wow Carsten, das ist ja der Hammer, das französische Total – Hochhaus. Danke für den Link!

  5. 5
    K.L. says:

    Wie wärs denn auch hier mit einem vertikelen Garten 😉
    http://www.biotope-city.net/artikelen%20editie1/deutsch/aue_dt.html

  6. 6
    Susanne Torka says:

    Super K.L., diese vertikalen Gärten! Das sollten wir auch in Berlin fördern. Gibt es da Bündnispartner?

  7. 7
    R@lf says:

    Absolut genial die Idee mit den vertikalen Gärten! Aber daß die in Paris sich den Stress machen wollen, genau die Komposition von Pflanzen zu erhalten wie einmal gepflanzt widerspricht, glaube ich, der NATUR der Sache. Jedenfalls werde ich mir diese Technik mal genauer ansehen. Das ist zukunftsweisend. Es sei denn das züchtet vertikale „Rasenfaschisten“ … 😉
    Ist sicher auch von den Dämmwerten her wahnsinnig effektiv. Pflanzen statt Styroporplatten als Isolierung, das wärs doch.
    TOTAL grün? Warum nicht?

  8. 8
    vilmoskörte says:

    Ganz so neu ist die Idee nicht und sie ist auch nicht auf Frankreich beschränkt, allerdings erweckt es durch spektakulären und damit sehr bekannten Werke des Pariser Gartenkünstlers Patrick Blanc diesen Eindruck.

    Es geht sogar auch innen, und das auch in Berlin, siehe z.B. bei der Firma indoor landscaping und diesen Artikel darüber im Tagesspiegel.

  9. 9
    Susanne Torka says:

    Weitere Kommentare jetzt bitte beim aktuellen Artikel:
    http://www.moabitonline.de/2496