So können Sie mitmachen!

Der Moabiter Kinderhof muss bleiben!

Weihnachtsspendenaufruf

Anfang November erreichte Irene Stephani von der Stadtteilgruppe Moabit e.V. (Trägerverein des Moabiter Kinderhofs) aus heiterem Himmel die Nachricht, dass die Jugendförderung des Bezirks Mitte für 2010 keine Förderung für den Moabiter Kinderhof in der Seydlitzstraße mehr vorgesehen hätte. Ein Schock! In der ganzen Kürzungsdiskussion ging es im vergangenen Herbst wild durcheinander. Einen Tag später: Entwarnung! Für 2010 sollten noch etwa 3.000 Euro bewilligt werden, für 2011 dann wieder etwa das 10fache. Damit hatte keiner gerechnet, denn eigentlich war mit den Verantwortlichen im Bezirk vereinbart worden, die Arbeit des Moabiter Kinderhofs um ein neues Projekt mit Mittagessenangebot zu erweitern.  Letztendlich wurden dann doch noch Gelder zusammengekratzt und der Moabiter Kinderhof erhält im Jahr 2010: 16.000 Euro und 2011 ca. 44.000 Euro. Das ist immer noch erheblich weniger als in den vergangenen Jahren.

frontside-klWie mit diesen Mitteln die Erzieherstellen für die offene Arbeit an 5 Tagen in der Woche bezahlt werden sollen, ist allen schleierhaft. Der Moabiter Kinderhof ist eine kleine Einrichtung, die hauptsächlich von den Kindern der benachbarten Zillesiedlung genutzt wird. Ein kleiner Abenteuerspielplatz! Hütten werden gebaut, mit Hilfe von Kletteraktionen kann Verantwortung eingeübt werden, ebenso wie bei der Pflege der Kleintiere. Es gibt eine Werkstatt, Pflanzbeete, einen Teich – für Großstadtkinder eine einmalige Gelegenheit mit der Natur in Kontakt zu kommen. An Sommertagen sind 20 – 40 Kinder auf dem Platz. Der Moabiter Kinderhof nimmt seit Jahren an der Moabiter Fußball-Liga teil.

Die Mitglieder der Stadtteilgruppe und die Mitarbeiter hoffen, dass es gelingt, den Moabiter Kinderhof am Leben zu erhalten und das kritische Jahr zu überbrücken. Zum Glück ist noch eine Stelle für ein spezielles Projekt „vernetzte soziale Arbeit im Stadtteil“ bis Ende 2010 finanziert – durch die ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“. Hier bekommen Kinder, die in die offenen Gruppen nicht mehr integriert werden können, individuelle Hilfe.

Also Moabiterinnen und Moabiter, wenn Euch das Projekt wichtig ist:
Spendet! Jeder kleine Beitrag hilft!
Auch ehrenamtliche Mitarbeit wird gern gesehen.

Stadtteilgruppe Moabit e.V.
Konto-Nr. 3061701
BLZ 830 944 95
bei der EthikBank,
Verwendungszweck: Sonderprojekte 2010.

16 Kommentare auf "Der Moabiter Kinderhof muss bleiben!"

  1. 1
    R@lf says:

    Das paßt ja wieder ins Bild: Freibad und Kinderbauernhof weg, dafür Wellness und Hostels.
    Der Kinderbauernhof MUSS BLEIBEN! Da gibts nix!!
    Auch von außen ein interessanter und belebender Anblick am Park. Für diesen tollen Abenteuerspielplatz haben sich KiezbewohnerInnen und Eltern jahrzehntelang eingesetzt und jede Menge ehrenamtliche Arbeit investiert: ich schlage den Kinderbauernhof für den Ehrenamtspreis vor!

  2. 2
    Kiezking says:

    Hostel = Privater Investor
    Wellness = Privater Investor
    Kinderbauernhof = Staatlich gefördeter Verein

    Fällt Dir der Unterschied auf?

    Versteh‘ mich bitte nicht falsch, ich bin auch für die Erhaltung dieses wertvollen Projekts, doch man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, daher ist Dein Hinweis auf das (rechtlich zulässige) Hostel und den Wellness-Tempel schlichtweg irreführend resp. polemisch. Genauso wie Du überlegst, welche Anschaffungen Du Dir leisten kannst und welche Du zurückstellst, so macht das auch der Staat. Es gibt unzählige Projekte, die trotz der leeren Kassen noch staatlich unterstützt werden (vom BÖSEN BÖSEN DUMMEN STAAT um mal Deine ständigen Argumentationen aufzugreifen und zuzuspitzen) und letztlich sind die jetzt noch bewilligten Fördergelder auch kein Pappenstiel für eine klamme Bezirksverwaltung.

    Shalom!
    K.

  3. 3
    Hans Richter says:

    Dann mußte aber auch mal fragen, wer den Staat sturmreif geschossen hat, und immer noch schießt. Mich kotzt es schlichtweg an, wenn die Extremisten (und ja, das sind se für mich) aktuell gerade das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ beschließen, obwohl die wissen, dass dieses die finanziellen Spielräume der Länder und Kommunen noch mehr beschneiden wird. Und die Investoren die Vielgepriesenen? Die werden, wenn die denn Steuern zahlen müssen, es im geringen Umfang tun, oder eben nicht in Berlin. Mit anderen Worten, den Politikern werden Brosamen vorgeworfen (und die freuen sich sogar noch drüber) und für Jugend, Büchereien, Schulen, Sport usw. ist dann natürlich kein Geld vorhanden.

  4. 4
    Kiezking says:

    Ach politische Richtungsdiskussionen sind doch müßig, man sollte sich vielmehr über die Ziele einig werden bzw. über Ziele streiten. Nun würde ich zudem bezweifeln, dass die aktuellen Einsparungen schon Auswirkungen des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes sind (diese Wortungetümer gehören in den Mixer!). Und dann sehen wir uns doch mal die politischen Verhältnisse im Land Berlin an. Wir haben auf Landesebene verschiedene Rottöne. Schreib doch denen mal die Verantwortung zu. Aber komischerweise macht das kaum jemand. Und im Bezirk? Nun, da wehen die Fähnlein ohnehin im Wind, wie es gerade passt. Tendenziell kann man aber auch hier sagen, dass deine Extremisten von der FDP und der CDU eher wenig bis gar nichts zu sagen haben. Direkt verantwortlich für die aktuellen Einsparungen sind eindeutig die PDS und die SPD (Land) sowie PDS, SPD und Die Grünen (Bezirk). Auch das sollte mal gesagt werden…

    Auch ich würde mir jede Menge (kostenlose) Büchereien, Sport- und Jugendeinrichtungen wünschen, aber realistisch eingeschätzt ist dies kaum zu stemmen. Wo würdest Du denn den Rotstift ansetzen? Klar, Bundeswehr abschaffen, aber hat das leider nichts mit dem Bezirkshaushalt zu tun, aus dem nun einmal hauptsächlich Mittel in solche Projekte fließen.

    Fazit: Meckern ist immer relativ einfach, aber besser wäre es, mit UMSETZBAREN (!) Alternativvorschlägen um die Ecke zu kommen.

    Shalom
    K.

  5. 5
    Rané says:

    Auch dieses Projekt könnte vpm Unternehmensnetzwerk Moabit unterstützt werden,
    denn dies ist ein Auszug der Presseinformation:
    „Zu den primären Zielen zählt der Verein u.a. der Ausbau der praktischen Unternehmenskooperation, Bildung von Einkaufsgemeinschaften, Unterstützung von Schulen und sozialen Einrichtungen in Moabit bis hin zur Stärkung des Technologietransfers stehen auf der Agenda des Unternehmensnetzwerks.“
    Private Förderungen werden immer wichtiger, da öffentliche Mittel
    immer weniger zur Verfügung stehen.

  6. 6
    Hans Richter says:

    @Kiezking
    Ne, dieses Gesetz mit dem Bandwurmnamen hat mit der aktuellen Krise nix zu tun, wird sie aber verschärfen. Natürlich muß man den Politikern die Schuld zuweisen, was ich, denke ich mal, gemacht habe. Aber auch den Lobbyisten und der Bevölkerung, die immer wieder die gleichen Parteien wählen, und sich hinterher wundern, wenn es denen immer schlechter geht und die Infrastruktur zusammen bricht.

    @Rané
    Ja könnte, aber eine langfristige Lösung ist das nicht. Kann doch nicht sein, dass die Kinder- und Jugendarbeit (nur als Bsp.) von Spenden abhängig ist. Der Staat braucht vielmehr genug Einnahmen, damit er solche Arbeit von sich aus leisten kann.
    Ich hätte da übrigens ne unkonventionelle Lösung: Da das Beherbungsgewerbe nächstes Jahr statt 19% Märchensteuer nur noch 7% zahlt, könnte er Bezirk ja als Ausgleich ne Kurtaxe erheben, und dieses Geld dann zweckgebunden für Jugend- und Kinderarbeit einsetzen. 🙂

  7. 7
    Rané says:

    @ Hans
    wusste ja nicht, dass Du eine so bezaubernde Schwester hast. *lächel*. Aber bei dieser Chaos-Regierung wird kaum Geld bei den Ländern und Kommunen bleiben. Ausser aus EU-Mitteln wird es in Zukunft keine Finanzierungsmöglichkeit von sozialen und kulturellen Projekten geben. Wir alle sind auf Unternehmen angewiesen, die noch eine soziale Verantwortung für diese Stadt und dieses Land übernehmen.
    Frohe Weihnachten !

  8. 8
    doa21 says:

    vielleicht müssen Jugendliche und Kids erst richtig absinken bzw. kriminell werden damit der Staat begreift, dass Förderung zwingend nötig ist. Es reicht wohl noch nicht, wenn ein nicht unerheblicher Teil mittlerweile am Rande der Gesellschaft für Lärm sorgt.

    @ Rané: Wenn das Unternehmensnetzwerk Moabit sich für solche Einrichtungen stark macht, wäre ich sehr beeindruckt. Dann sehe ich auch den angekündigten Kiezsupport! Kann man da nicht mal ein Gespräch führen? Du kennst doch hier so einige aktive Menschen.

    Wäre echt super!

    @ Hans Richter:
    „könnte er Bezirk ja als Ausgleich ne Kurtaxe erheben, und dieses Geld dann zweckgebunden für Jugend- und Kinderarbeit einsetzen“

    auch eine gute Idee!

  9. 9
    Rané says:

    @ doa21

    Wenn Du nicht ständig auf das Unternehmensnetzwerk Moabit eindreschen würdest, könnte ja noch was draus werden. In einem gebe ich Dir Recht, sie haben zu viel Knete in der Plakatkampagne verpulvert.
    Da ich die Gründer von Designerdock kenne, weiss ich, was gute und schlechte Werbeagenturen sind.
    Darum habe ich mich auch beim letzten Plakat/Flyer vom Inselglück eingemischt.
    Der Vorläufer war die Magistrale in Tiergarten Süd, da gibt es ein Netzwerk, u.a. von Heidrun Abraham
    ins Leben gerufen, was auch für Moabit erstrebenswert wäre.
    http://www.mstreet-berlin.de
    Zumindest eine Kooperation !!!

  10. 10
    R@lf says:

    Tscha, Kiezking, mir fallen so einige Unterschiede auf, die der „böse-böse Staat“ in seinen Zuwendungen und Abwendungen macht. (Schade ich hab sie nicht mehr hier, sonst könnt ich da mal die BILD zitieren … selbst der fällts auf). Anderen nich.

    Nur mal zur Erinnerung: zunächst hat es nach viel eherenamtlichem Engagement und Bedürfnisäußerung von unten JAHRELANG gedauert, bis es ein OK für den Kinderbauernhof gab; dann hat es nochmal zehn Jahre oder mehr gedauert, aus dem Gelände das zu machen was es nun ist – ein von den Kids angenommener und heiß geliebter Erlebnisplatz. Ein Farbtupfer im Einerlei. Ein Angebot für soziale Kreativität und kooperative Persönlichkeitsbildung.

    Und das soll nun mit einem Mal mit einem Federstrich weggewischt werden? Wo sind da Relationen und Verhältnismäßigkeit? Ist nun BürgerInnenbeteiligung gewollt oder nicht? Udn wenn ja: ist das jetzige Vorgehen etwa sonderlich motivierend und zur Nachahmung reizend?

    Reizend ist übrigens die Idee mit der Kurtaxe. Die sollten wir auf jeden Fall für das Gebiet des ehemaligen Freibades realisieren und warum nicht auch für die Hotels. Wo doch Moabit jetzt zum Kurort wird (nach „Kurort Wedding“ ;-)).

    Irgendwie haben das unsere Altvorderen ja auch hingekriegt mit den „jede Menge (kostenlose) Büchereien, Sport- und Jugendeinrichtungen“ für die jetzt in aller Regel geblecht werden muß. Und das haben die OHNE überbordende Schuldenmacherei hingekriegt. Warum geht das jetzt nicht mehr, wir leben shließlich nicht mehr in einem kürzlich zerbombten Land? Und warum, lieber Friedensengel, wird munter weiter nach oben verteilt und unten der Hahn auf Tropf und Tröpfchen gestellt? Shalom? Nee! Da halte ich es mit Büchner und dem „Hessichen Landboten“: „Friede den Hütten – Krieg den Palästen!“

    Und dumm ist der Staat auf jeden Fall! Dick, dumm und aufgeblasen. Gegenstimmen?
    R@lf

  11. 11

    Eure Diskussion ist wirklich sehr interessant, aber der Kinderhof braucht jetzt tatkräftige Unterstützung. Der Artikel von Susanne Torka ist schließlich ein Spendenaufruf! Also spendet! Jeder Cent zählt!
    Irene, Moabiter Kinderhof

  12. 12
    EK says:

    Bitte nicht gleich auf mich losprügeln, aber der Kinderabenteuerspielplatz bekommt doch noch Gelder. Viele andere lobenswerte Moabiter Projekte müssen nun Lösungen finden ohne jegliche Zuwendung weiter zu machen. Oder sollen sie einfach die Kinder sich selbst überlassen?

  13. 13
    Gewerbetreibender says:

    Das Unternehmensnetzwerk Moabit finanziert die Plakatkampagne nicht aus Mitgliedsbeiträgen der Unternehmen, sondern es handelt sich um öffentliche Mittel, die von der Stern GmbH verwaltet und ausgegeben werden.
    Es sind also nicht alle Politiker, die Schuld haben, sondern es gibt einige Parteien, die Entscheidungen treffen, das Geld falsch auszugeben.
    Und manchmal sind es einfach Unternehmen, die öffentliches Geld bekommen und damit ziemlichen Quatsch anstellen, solange sie selbst davon gut leben können.

    Von den 350.000 Euro für das Unternehmensnetzwerk hätte man auch anderes finanzieren können, denn durch die Postkarten und Plakate wird es nicht mehr Arbeitsplätze in den Unternehmen geben – abgesehen natürlich von der Stern GmbH.

    Man muss nicht nur pauschal kritisieren, sondern differenziert. Das hilft meist.

  14. 14
    EK says:

    @ Gewerbetreibender: Dies bedeutet, dass wir alle die Plakatkampagne finanziert haben. Schade, wir wurden nicht mal gefragt wie wir das finden 🙂

  15. 15

    Hurra, die erste Einzelspende für den Kinderhof ist eingegangen! Wir freuen uns riesig! Jeder kleine Betrag hilft! Aber damit der Kinderhof bleiben kann, sind wir natürlich auf weitere Unterstüzung angewiesen. Also nehmt euch ein Beispiel und spendet!! Der Moabiter Kinderhof ist eine gemeinnützige Einrichtung, Spenden werden steuerlich anerkannt.

  16. 16
    Rané says:

    @ Irene Stephani

    Freut mich, doch ist vielleicht auch eine Spende von einem Unternehmen des Unternehmensnetzwerks eingegangen ?
    Denn leider haben die vielen Engagierten in Moabit nicht so viel Geld und unterstützen solche Einrichtungen mit anderen Mitteln. Wie wäre es mal mit einer Demo mit den anderen zum Teil weggesparten Einrichtungen auf der Turmstrasse ?

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