Aktion zum Gastrogroßmarkt in der BVV Mitte
Die neugegründete Bürgerinitiative Siemensstraße startet ihre erste Aktion. Auch die Unterschriftensammlung läuft an. (Nächstes Treffen der BI am Montag, 18. Januar um 19 Uhr im Nachbarschaftstreff, Stadtschloss Moabit, Rostocker Straße 32.) Bei der Bürgerfragestunde in der BVV (Bezirksverordnetenversammlung) Mitte am Donnerstag, den 21. Januar kann ein Mitglied der Initiative 3 Fragen (Fragen siehe ganz unten) stellen, die das Bezirksamt und die einzelnen Fraktionen in der BVV beantworten werden:
Wir dokumentieren den Text des Flyers, der hier heruntergeladen und gerne weiterverbreitet werden kann:
STOPPT DEN GRÖSSENWAHN VOM HAMBERGER*! *Bevor es zu spät ist!
Bürgerinitiative Siemensstraße für eine umweltverträgliche Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs
Auf dem ehemaligen Güterbahnhof Moabit beabsichtigt die Firma Hamberger den größten C&C-Gastronomiegroßmarkt in Deutschland zu errichten. Die 180 x 100 m große und 13 m hohe Gewerbehalle soll unmittelbar an den Gehweg der Siemensstraße grenzen (auf der Graphik rechts ist das Größenverhältnis von Hamberger, Hellweg und Tolmien entlang der Siemens-/Quitzowstraße anschaulich zu erkennen). Dafür wird die 300 m lange Baumreihe vollständig gefällt. Pro Tag werden 100 LKWs und 700 PKWs zusätzlich die Lebensqualität in Moabit belasten. Die Zufahrt der Anlieferung wird sich auf Höhe der James-Krüss-Grundschule befinden. Eine, für das gesamte Wohngebiet wichtige, Frischluftschneise wird verschlossen. 97% des Grundstücks sollen versiegelt bzw. überbaut werden. Derzeit läuft ein Bebauungsplanverfahren, bei dem nicht nur die Belange der Bewohner sondern auch die Maßgaben des Berliner Umweltatlas eklatant außer Acht gelassen werden. Wir stellen uns gegen eine solche Vorgehensweise und fordern eine massive Überarbeitung der vorliegenden Planung.
Nähere Informationen finden Sie unter: www.moabitonline.de/2265 und www.moabitonline.de/1501 (hier können die Unterlagen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung heruntergeladen werden).
Kommen Sie zahlreich zur Bezirksverordneten-versammlung (BVV)!
Je zahlreicher, desto besser!
Bringen Sie Transparente mit. Erheben Sie lautstark Einspruch.
Den Politikern musss klar gemacht werden, dass die Bewohner mit dem Bauvorhaben und der Vorgehensweise des Amtes für Stadtentwicklung nicht einverstanden sind.
Auf der Bezirksverordneten-versammlung wird einem Vertreter unserer Bürger-initiative die Möglichkeit eingeräumt, drei Fragen zu dem Bauvorhaben der Firma Hamberger zu stellen.
Alle Fraktionen antworten auf diese Anfrage und stellen damit ihre Position zu dem Bauvorhaben dar.
Die Bezirksverordnetenversammlung ist das Gremium, welches dem Bebauungsplanentwurf durch Zustimmung seine Rechtsgültigkeit verleiht.
Die BVV findet statt:
am Donnerstag, den 21. Januar 2010, Beginn: 17.30 Uhr
(für die Beantwortung der Bürgeranfragen ist nur die erste halbe Stunde vorgesehen)
Ort: Parochialstraße 3, 10179 Berlin, U-Bahnstation Klosterstraße
Gemeinsamer Treffpunkt: 16 Uhr vor der James-Krüss-Grundschule
Wer will, kann natürlich auch anders und auf anderem Weg dorthin kommen, wichtig ist, daß kommt, wer kann.
Hier der Text der 3 Fragen:
Bezüglich des Entwurfs für den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan 1-45 VE, der die Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofgeländes nördlich der Siemensstraße mit einem riesigen Baukörper sowie Parkplätzen und Fahrwegen durch die Firma Hamberger vorsieht,
frage ich, unterstützt durch Mitglieder der BI Siemensstraße und durch die Teilnehmer des Stadtteilplenums Moabit West, die Parteien der BVV und das Bezirksamt:
1. Wenn aus BauNVO und BauGB eine Überschreitung der GFZ GRZ „in geringfügigem Ausmaß“ ( Zitat aus BauNVO §19 Abs. 4) von maximalen 0,8 auf 0,97 sich errechnen läßt, eine Bebauung von 97% statt eigentlich maximalen 80% der Grundstücksfläche, wenn demzufolge von 42.000 m² 40.760 m² statt der eigentlich höchstens zulässigen 33.600 m² bebaut werden sollen:
Muß das maxi- maximal Zulässige unbedingt ausgeschöpft werden oder ist nicht gerade hier Ihre Aufgabe, die Interessen der Anwohner dagegen einzubringen und das Vorhaben auf politischem und Verwaltungswege verträglicher für diese zu gestalten ?
2. Was tun Sie, um zum Einen die unzweifelhaft Stadtlandschaft prägende Pappelallee – bzw. das stadtlandschaftlich Besondere dieser Allee (etwa durch Ersatzpflanzung von Säuleneichen) zu erhalten und zum Andern das geplante Gebäude dem dringlichen Verlangen der Anwohner entsprechend 10 m vom Gehweg zurücksetzen zu lassen?
3. Haben wir Sie auf unserer Seite, wenn wir verlangen, dass zuerst die neue Planstraße gebaut wird und erst danach die Firma Hamberger ihren Betrieb aufnimmt, damit nicht ein ganzes Jahr lang der ohnehin starke Verkehr in der Siemensstraße zusätzlich verstärkt wird durch den Kundenverkehr einerseits und andererseits den LKW – Verkehr der Zulieferer, der sich zudem in Schlagdistanz direkt gegenüber dem Eingang der James – Krüss – Grundschule abspielen würde?
Hier noch einmal die Links zu den Unterlagen aus der “frühzeitigen Bürgerbeteiligung” vom Mai/Juni 2009 bis dann die neuen Unterlagen im Rahmen der Auslegung des Bebauungsplans für den Großmarkt veröffentlicht werden (demnächst zu erwarten):
Presseveröffentlichung Anzeige (PDF, 40kB)
Bebauungsplanentwurf 1-45VE (PDF, 1,6MB)
Begründung 1-45VE (PDF, 3,5MB)
Lageplan (PDF, 1,3MB)
Dachaufsicht (PDF, 730kB)
Schnitte (PDF, 1,1MB)
Fassade Siemenstraße (PDF, 2,1 MB)
Fassadenauszug 1 (PDF, 1,1 MB)
Fassadenauszug 2 (PDF, 3,5 MB)
Fassadenauszug 3 (PDF, 2,0MB)
Fassadenauszug 4 (PDF, 3,4 MB)
Fassadenauszug 5 (PDF, 3,3 MB)
Perspektive (PDF,600kB)
Am 28.09.2009 veranstaltete das Bezirksamt einen Vor-Ort-Termin mit anschließender Infoveranstaltung, hier das Protokoll.
Einen umfangreichen schriftlichen Bericht der Auswertung der Behördenbeteiligung und “frühzeitigen Bürgerbeteiligung” (PDF, 4.9MB) erhielt die Bezirksverordnetenversammlung als Vorlage zur Kenntnisnahme zur BVV am 25.02.2010.
Und hier der Artikel aus dem Berliner Abendblatt vom 13.2.2010, weil der Link zum pdf ja in ein paar Wochen nicht mehr funktionieren wird. Moabiter gegen Riesenhalle (Teil 1) und 130 Bäume werden gefällt (Teil 2).
Die Berliner Woche brachte am 24.2.2010: Gießkannen für Hamberger? SPD sorgt sich um die Grünpflege durch den Investor.
Berliner Abendblatt vom 3.4.2010 berichtet über das Gegen-Baumgutachten unter dem Titel Gutachter: Die Pappeln sind gesund.
Auslegungszeitraum des Bebauungsplans im Amtsblatt veröffentlicht.
Der Entwurf des vorhabenbezogenen (Hamberger Großmarkt) Bebauungsplans 1-45 VE wird im Zeitraum vom 10.05.-14.06.2010 ausgelegt werden. Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen hierzu abgegeben werden. Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen können unberücksichtigt bleiben.
Tolle Fläche für Grafittisprüher, sieht dann bestimmt noch besser aus als auf der Fotomontage, so ähnlich wie die verschmierte Blechbüchse des Asiamarkts an der Putlitzbrücke. Ich verstehe nicht, warum die gesamte Fläche neben dem Bahnring mit den allerhässlichsten Blechbüchsen, die bar jeder architektonischen Qualität sind, zugequackt werden muss. Wundern tut es mich allerdings nicht, wenn ich erlebe, wie unsere politische Führung und die nachgeordnete Verwaltung so eine Verbrecherarchitektur wie das Alexa mitten in der Stadt genehmigen. Diese Kiste darf so nicht gebaut werden!
maxi- maximal Zulässige => katastrophales Deutsch. bitte maxi- weglassen, hört sich besser an und stärkt die Klarheit, weil weniger verwirrend.
“Die Wiederholungsfiguren stauen den Informationsfluss und geben Zeit zur affektischen ‘Auskostung’ des als gewichtig hingestellten Informationsinhalts.”
Die Planungen erinnern mich an die Bauklötze in früher Kindheit. Zwar gibt es mittlerweile Variationen, welche auch runde Formen beinhalten, aber quadratisch, praktisch, schlecht kann ja wohl nicht die Zukunft sein. Die Holländer wollten mal quadratische Tomaten züchten, wegen der besseren Stapelbarkeit. Wenn ich diesen Entwurf mit alten Industriebauten vergleiche, bitte ich darum, sich um den Erhalt dieser Bauten einzusetzen. Es war eine Zeit der kreativen Architekten.
An Rané:
Als Architekt möchte ich mal meinen Berufsstand etwas in Schutz nehmen. Christoph Hertling, früherer Präsident der Architektenkammer Berlin, hat mal gesagt: “Ich wünsche mir, dass Sie sich ….. daran erinnern, dass die Baukultur abhängt von der Kultur des Umgangs mit denjenigen, die sie hervorbringen.”
Ich vermute, dass im vorliegenden Fall der Bauherr sehr wenig an Kultur und Baukultur gedacht hat, sondern dem Architekten vorgegeben hat, eine möglichst preiswerte Halle zu liefern. Und die preiswerteste Lösung ist leider eine möglichst quadratische Kiste aus Blech. Dafür braucht man am wenigsten Material, der Bau geht am schnellsten, der Baustoff ist der billigste und der Unterhalt ebenfalls.
Oft ist es auch so, dass eine Firma für Hallensysteme die Planung macht und ein Architekt nur benutzt wird, um den Bauantrag bei der Behörde einzureichen.
Es gibt die kreativen Architekten auch heute noch, man muss sie nur beauftragen und auch kreativ sein lassen. Dafür gibt es ja auch gute Beispiele in der Stadt.
Die Fassade ist nicht aus Blech. Das scheint in der Fotomontage nur so.
Das ist der Fassadenentwurf.
http://www.berlin.de/imperia/md/content/bamitte/plang/bauleitplanung/oeffentlichkeitsbeteiligung/11-05-09_10-06-09/6_fassadenauszug_1.pdf?start&ts=1242023257&file=6_fassadenauszug_1.pdf
Immer noch zu groß und der Verlust der Baumreihe ist zu bedauern. Aber er handelt sich keinesfalls um eine Blechbüchse, die eine Höhe wie die gegenüberliegende Wohnbebauung hat, wie die Darstellung hier zu suggerieren scheint. Die Wohnhäuser haben Traufhöhe 21 m, die Halle 13 m. Insgesamt ist der Entwurf durchaus über dem Schnitt heutiger Gewerbehallenarchitektur, was aber auch nicht allzu schwer ist. (Es soll ja noch Leute geben, die Sichtbeton immer noch für modern halten.)
Hinsichtlich der ersten der drei Fragen muss man anmerken, dass sich dort doch einige Fehler eingeschlichen haben, was dem Anliegen der BI durchaus schädlich ist. Natürlich geht es um GRZ und nicht um GFZ. Der Verweis auf § 19 BauNVO (4) Satz 2 („im geringfügigem Ausmaß“) ist hier nicht zielführend, da er sich auf die Baugenehmigung und nicht den Bebauungsplan bezieht. Für Aussagen im B-Plan gibt es diese Einschränkung nicht (siehe Satz 3). Außerdem geht es hier um weitere versiegelte Flächen neben der eigentlichen Bebauung, also z.B. Stellplätze (dennoch: ein hohes Maß an versiegelter Fläche). Wenn man hier auf ein paar (überdachte) Stellplätze verzichten würde, ändert das im Übrigen nichts an der Dimension des eigentlichen Hallenbaus. Hier kann und sollte man noch Verbesserungen (ggf. durch eine Staffelung und vorgesetzte Baumreihe) zu erreichen suchen. Die eigentliche mit Hochbau überbaute Fläche beträgt, wenn der Text der Begründung stimmt nur 18.000 qm. Deshalb kann es leicht zu Unklarheiten kommen. Auf jeden Fall ist die Angabe der Grundstücksfläche mit 42.000 qm falsch, denn so groß ist das gesamte Plangebiet einschließlich neuer Straße und dem Teil der Siemensstraße, weshalb hier alle Rechnungen nicht stimmen. Und: Es handelt sich übrigens um eine Pappelreihe und nicht um eine Allee.
Vielleicht kann man das eine oder andere auch noch korrigieren….
@ Carsten. Zu den drei Fragen:
Danke für die Korrekturen.
Die Verwechslung GFZ und GRZ wurde bereits per nachgereichter Anmerkung korrigiert.
Bezug Baugenehmigung statt Bebauungsplan: Bleibt als Kern der Frage dennoch: Muß das rechtlich Zulässige ausgereizt werden, auch gegen die Einwände der Anwohner?
42000m2 : Richtig, die Kritik. Das Ausmaß an Versiegelung allerdings dürfte auf dem 4,2 ha großen Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebauungsplans in der angegebenen Größenordnung liegen.
Die Forderung nach Genauigkeit ist absolut berechtigt. Es ist allerdings schwierig, sich innerhalb kurzer Zeit ein Expertentum zu erwerben, für das andere ein Studium und lange Berufspraxis hinter sich bringen.
Es kann aber nicht jeder Bürger, der ja sich zu beteiligen aufgefordert ist, Experte sein – oder einen Experten bezahlen, der ihm hilft.
Trotzdem sollte auf Mitsprache, Einwände oder auch Protest nicht verzichtet werden.
Von den Politikern, den Planern, den Fachleuten dürfen wir erwarten, daß sie in ihren Antworten sich auf den Kern der Einwände beziehen, gerne auch Begriffe und Kürzel zurechtrücken, aber nicht an dem gleichwohl erkennbaren Gemeinten vorbeiargumentieren.
Am ehesten vermeidbar allerdings: Pappelallee statt Pappelreihe.
Die Fragen sind so eingereicht und können in ihrer Formulierung nicht mehr geändert werden.
Wenn wir sie mal um Rat fragen möchten hinsichtlich Kürzel, Paragraph oder Verordnung: Wie erreichen wir Sie?
Fassadenentwürfe sind in der Regel nicht Bestandteil eines Bebauungsplans, höchstens einer Gestaltungssatzung. Das eine Gestaltungssatzung hier zum Tragen kommen wird, ist nicht zu befürchten. Wie die Fassade nun genau aussehen wird, Blech oder Beton, ist unklar und wird wahrscheinlich erst im weiteren Planungsprozess (in Abhängigkeit von den Kosten) festgelegt werden. Welches Fassadenmaterial auch immer zum Einsatz kommen wird, gegen die Monotonie einer 180 m langen Gebäudewand wird es nichts ausrichten können. Das Fassadenmaterial an sich ist im Kern auch nicht Bestandteil der Kritik. Es geht um die Kubatrur, die schlichte Größe, auf engstem Raum.
Ist den Moabitern eigentlich schon mal aufgefallen, wie dicht ihr Wohngebiet bebaut ist? Da gibt es keinen Platz für einen Platz, für einen Platz im urbanen Sinn (Ich nenne den Helmholtzplatz, den Kollwitzplatz, den Teutoburger Platz als wenige unter vielen, an denen das urbane Leben und die städtische Entwicklung prosperiert) Und nun soll der ohnehin schon vorhandenen strukturellen (sozialen wie städtebaulichen) Schwäche des Gebiets ein weiterer Tiefschlag versetzt werden, indem direkt am Einfahrtstor zum Wohngebiet einer der GRÖSSTEN Großmärkte DEUTSCHLANDS gebaut werden soll.
Zu bemängeln ist daran nicht, dass Hamberger durch schiere Größe einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern zu erringen sucht, sondern schlicht und ergreifend, dass das Grundstück für dieses Ansinnen zu klein ist und das demzufolge das Streben Hambergers zu Lasten der Anwohner und der zukünftigen Entwicklung des Quartiers geht.
Das den Anwohnern im Gegenzug der Stadtgarten spendiert wird, erscheint wie Hohn. Auch die geplante Weiterführung der Umgehungsstraße hat einen allzu bitteren Beigeschmack.
Auf dem Gelände des Güterbahnhof liegt das Potential Moabits, welches mit der Ansiedlung Hambergers meines Erachtens (kurzsichtig) verspielt wird. Ein kleinteilige, in ihrer Struktur flexible Gewerbeansiedlung, die sich nicht nur zur neuen Planstraße sondern auch zum Wohngebiet hin offen zeigt, könnte impulsgebend auf die städtische Entwicklung des Wohngebiets als auch auf die Entwicklung des Gewerbegebiets entlang der Siemensstraße/Quitzowstraße wirken.
Hier ist aber nur Wunsch Vater des Gedankens. Zunächst einmal geht es darum, auf Grundlage der vorliegenden Planung, Verbesserungen zu erwirken. Und je mehr sich dem Protest und den Aktionen der Bürgerinitiative anschließen, desto mehr kann erreicht werden. Ich kann also nur auffordern sich einzubringen: mit Rat, besser noch mit Tat.
Hier noch eine Information zur Stellplatzzahlkalkulation: Hierzu hatte ich im Anschluss an die Veranstaltung am 28.09.2009 den Geschäftsführer von Hamberger Herrn Titius gefragt, welchen Grund die geplante Höhe der Kunden-Stellplatzzahl angesichts des bei der Veranstaltung präsentierten Besuchertagesgangs hat, da ich in der Präsentation nicht eine entsprechende Spitzenlast erkennen konnte. Die bemerkenswerte Antwort: Der Spitzenwert der Kundenbesuche betrifft die 2 Wochen vor Weihnachten, alleine auf diesen kurzen Zeitraum hoher Kundenzahlen ist die Stellplatzzahl ausgelegt.
Danke Jürgen, das wird ja immer besser. Hat Herr Baustadtrat Dr. Gothe vom Bezirksamt Mitte das auch gehört?
Ich würde gern mal einen Größenvergleich anstellen. Kann mir jemand sagen, welche Verkaufsfläche die Ikea-Häuser in Berlin, Möbel-Höfner an der Pankstraße, die Metro am Nonnendamm und z. B. Holz-Possling am Friedrich-Olbricht-Damm haben?
Mir kommt es sehr merkwürdig vor, dass ein Gastronomiemarkt für die Lagerung und den Verkauf von Töpfen, Gurken, Kartoffeln, Kaviar, Peanuts, Rotkäppchen-Sekt, Tellern, Messern, Klopapier, Kerzen, Brot, Servietten, Kaffeemaschinen usw. 18.000 m² Gebäude-Grundfläche brauchen soll. Wobei mir noch nicht bekannt ist, ob in dem Gebäude vielleicht teilweise zwei Geschosse oder auch drei Geschosse drin sind. Dann ist man nämlich ganz schnell bei 25.000 m² Verkaufs- und Lagerfläche.
Drei Mitglieder der Bürgerinitiative Siemensstraße besuchten am Montag, 18.1. die Bürgersprechstunde von Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke. Sie brachten ihre Bedenken gegen das Bauvorhaben Siemensstraße 27 -49 der Firma Hamberger Gastrogroßmarkt vor. Gleichzeitig gaben sie ihrer Verwunderung Ausdruck, dass in innerstädtischer Lage zu Lasten der Anwohner eines ohnehin schon benachteiligten Wohngebiets einer der größten Gastronomiegroßmärkte Deutschlandweit gebaut werden solle. Insgesamt hält die Bürgerinitiative das Baugelände für erheblich zu klein für ein Vorhaben dieser Dimension. Sie äußerten zudem ihren Unmut über das bisherige Verfahren der Bürgerbeteiligung.
Nachdem die Bedenken gegen eine 200 Meter lange (inclusive Einfahrt zur Anlieferung) und 13,0 Meter hohe Gebäudewand unmittelbar am Gehweg entlang der Siemensstraße vorgebracht waren, schlug Bürgermeister Dr. Hanke spontan vor, das Gebäude 10 Meter von der Siemensstraße abzurücken. (schön wärs). Dr. Hanke nahm aus der Bürgersprechstunde mit, dass den Bürgern bisher weder das Baumgutachten zum Zustand der Pappeln noch das Lärmgutachten zugänglich gemacht werde. Zudem will der Bürgermeister prüfen, ob die Planstraße nicht vor dem Bauvorhaben voran gestellt werden könne. Die Frage weshalb das Protokoll der Informationsveranstaltung von 28.9.2009 von den Internetseiten des Bauleitplanungsamtes gelöscht wurde, konnte nicht beantwortet werden.
@H.E.: Ob Herr Gothe die Antwort von Herr Titius zur Stellplatzzahl mitgehört hat, weiss ich nicht, das war in der Phase der vielen kleinen Nachgespräche im Anschluss an die Veranstaltung.
@Matin B. und alle: MoabitOnline hat gestern das Protokoll der Infoveranstaltung vom 28.9.2009 am Ende des Artikels zur Veranstaltung wegen des nicht mehr funktionierenden Bezirksamtslinks auf dem eigenen Server für Interessierte bereit gestellt.
Hallo in die Runde
Denkt mal an Eure Pappeln ! Vor einiger Zeit wo mal dieser heftige “Orkan” über Moabit fegte !
Sind doch mehrere dieser Bäume schon zu bruch gegangen !
Vielleicht sollte man bedenken, das auch Bäume nur ein bestimmtes Lebensalter erreichen können!
(für Pappeln werden 100 bis 200 Jahre genannt) Und bei der Belastung die diese Bäume ertragen haben….
Zu den Stellplätzen:
Werden keine Stellplätze gebaut und die Mitarbeiter parken dann alle freien Parkplätze in der Umgebung zu ! wird gemault !
Tja wie man es macht , macht man es verkehrt ! So auch in Moabit
Der Anblick aufs Bahn-Gelände war ja auch wunderschön (war ja teilweise auch schon eine wunderschöne Müllhalde)
In diesem Sinne ….
Es ist bekannt, dass viele der Pappeln krank sind, aber man kann sie durch Pappeln oder andere schlank wachsende Bäume ersetzen und damit diese Baumreihe, die für die Gegend signifikant ist, erhalten.
Und um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Bürgerinitiative hat nichts gegen Gewerbe und auch nichts gegen Stellplätze auf diesem Grundstück.
Aber die Bürgerinitiative möchte von der Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte und dessen Chef Herrn Stadtrat Dr. Gothe ein geplantes gutes “Städtebauliches Konzept” und nicht ein durch Zufall aufgetauchtes Projekt, das Böswillige vielleicht auch als Bunker bezeichnen würden.
Es ist natürlich stark “wohnwerterhöhend”, eine glatte Wand vor seinem Fenster zu haben, durch die sich auch der Lärm des Restautoverkehrs (ca 7000 Fahrzeuge am Tag) stärker bemerkbar macht. Meiner Meinung ist ein so großes Gebäude nicht an dieser Stelle, in solcher Nähe zur Wohnbebauung zu errichten.
Es hat keinerlei Funktion im Stadtteilgefüge, die Bauart der Halle ist abweisend (siehe Hellweg).
@Ingo R
“Denkt mal an Eure Pappeln ! Vor einiger Zeit wo mal dieser heftige “Orkan” über Moabit fegte !
Sind doch mehrere dieser Bäume schon zu bruch gegangen !
Vielleicht sollte man bedenken, das auch Bäume nur ein bestimmtes Lebensalter erreichen können!”
und das heisst dann im umkehrschluss dass die fällung der pappeln egal ist oder dass man keine ersatzbäume pflanzen braucht?
worauf willst du hinaus?
“Zu den Stellplätzen:
Werden keine Stellplätze gebaut und die Mitarbeiter parken dann alle freien Parkplätze in der Umgebung zu ! wird gemault !”
hat keiner verlangt…
“Tja wie man es macht , macht man es verkehrt !”
das, lieber ingo hast du dir selbst zurechtgesponnen, siehe oben.
Is ja ne echte WAND-lung für die Siemensstraße. Unt ick dachte die Maua is weg…
Fortsetzung folgt.
Na Klasse, dann werde ich hier wohl doch wegzeihen. Wollte eigentlich hier im Kiez bleiben aber damit hat sich das wohl erledigt. Danke für die Info.
@paule
Ich meine das was recht klar und einfach ersichtlich ist !
Der Schutz von kranken oder toten Bäumen macht keinen Sinn !
ich habe nie geschrieben ,das es keine Ersatzbepflanzung geben soll!
Sondern geschrieben das eben die Bäume von alleine kaputt gehen!
Das die Planung der Halle direkt am Bürgersteig ein mehr als nur hässlich Zweckbau ist steht auch nicht zu Diskusion.
Das die Legung der Zufahrt praktischer Weise direkt vor der James-Krüss-Schule mehr als falsch ist !
Auch das ist nicht zu diskutieren !
Schönen Abend
An Dan:
Es ist bedauerlich, wenn nun wegen dieser Großmarkthalle die lange Schlange der Auswanderer noch länger wird. Dabei will doch der Senat genau das Gegenteil. Es ist mir daher ein Rätsel, wieso er das Bezirksamt gerade bei diesem Stadtteil nicht zu einer insgesamt verträglicheren Planung zwingt. Gerade hat das “Monitoring Soziale Stadt” wieder bestätigt, dass Moabit ein Bezirk mit Problemen ist, und prompt kommt auch schon das nächste Problem.
Wie wäre es mit dem neuen Standort von “Bred and Butter” ? Das Gebäude ist einem Kleidungsstück nachempfunden. Für den Export gibts ne direkte Bahnverbindung. Für unsere modebewussten Migranten günstigen Fabrikverkauf. Und für Events wird wohl auch ein Raum vorhanden sein. Lieber Wowereit, lass doch bitte das Tacheles in Ruhe, denn im Kernbezirk Mitte brodelt es eh. Hier in Moabit gibts Bedarf, wir haben die Flächen und unsere BewohnerInnen sind kulturell fast am verhungern.
Naja wenn man aber bedenkt das das au8ch wieder Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaft in Moabit etwas belebt ist es doch auch mal was positives. SIcher ist es nicht schön das da nun sowas großes gebaut wird aber irgendwo muss man das ja auch bauen da ja der Großmarkt auch nicht fern ist.
Es ist natürlich auch wieder ein Pluspunkt für die Gastronomen in Moabit erstens gibt es frische Ware —> kurze Lieferwege –> wenig co2 wenn man das nun in Schönefeld z.B bauen würde wer würde da schon hinfahren ? da stört es dann keinen aber man hat nicht diese flexiblität und Moabit ist nunmal der Zentralste Punkt.
Es können viele hier einkaufen, es kommen arbeitsplätze, leute fahren an den kleinen geschäften vorbei wieso sollte es nicht sein das sie da dann auch mal reinschauen in die Kiosks und Bistros.
Die freuen sich doch und nun mal ehrlich die alte Bahnhofsanlage ist nunmal total verschandelt also lasst sie doch Bauen.
Vll findet ihr auch noch gefallen dran immerhin ist es sehr Zentral.
Desweiteren haben wir sehrviele großfamilien in moabit die dort dann ohne probleme auch größere einkäufe erledigen könnnten. Die Moabiter Tankstellen haben auch was davon.
Also es ist und bleibt nunmal ein geben und nehmen und man muss ebend auch mal zurückstecken.
Dürfte ich daran erinnern, dass wir mit dem Beusselmarkt schon Gewerbe haben, was diesen Bereich abdeckt. Wir sollten uns eher die Frage stellen: Was fehlt ? Was ist zu viel ? Bin für eine Gewerbevielfalt, denn nur sie schafft nachhaltig Arbeitsplätze. Bei Konkurrenzsituationen bleibt einer auf der Strecke und es entsteht Leerstand.
Fotos aus der BVV vom 21.1. (die Plakate auf der Saaltribüne) und einen kurzen Bericht vom Kiezreporter aus Moabit West gibt es auf der QM Seite:
http://www.moabitwest.de/BVV-zu-den-Bebauungsplaenen-in-der-Siemensstrasse.3338.0.html
Wenn wir das Wortprotokoll erhalten, werden wir es zur Verfügung stellen.
MilaN: Desweiteren haben wir sehrviele großfamilien in moabit die dort dann ohne probleme auch größere einkäufe erledigen könnnten.
Die Großfamilien können da eben nicht einkaufen, da es nur für Gewerbekunden gedacht ist. Normalsterbliche haben da nichts zu suchen. Oder meinst du Großfamilien mit einem Restaurant?
An Milan betr. die Arbeitsplätze:
Es handelt sich um einen Lebensmittel- und Getränkegroßmarkt. Die meisten Arbeitsplätze dürften daher Jobs für Leute werden, die Waren in die Regale räumen. Das sind heute doch wohl sogenannte Billigjobs, mit denen die Leute nicht mal eine vernünftige Rente erwerben können? Zur Erinnerung: 2007 hatten in Moabit (zwischen Stromstraße und Neuem Ufer) bereits 20 % aller arbeitenden Einwohner Jobs, von denen allein sie nicht leben konnten und wo der Staat daher zuzahlen musste.
Nehmen wir mal an, dass dort tatsächlich nur Wiederverkäufer einkaufen können, dann könnten dort alle Lebensmittel- und Getränkehändler, Restaurants, Hotels, Kneipen, Kioske, Zigaretten- und Zeitungsläden usw. für ihr Geschäft einkaufen – und für ihren privaten Bedarf gleich mit.
Da die bisher auch irgendwo eingekauft haben, geht dort der Umsatz zurück und anschließend werden Arbeitsplätze gestrichen. In Moabit könnte das den Beussel-Großmarkt, kleinere Zwischenhändler und die Läden überall im Stadtteil betreffen.
EINLADUNG!
Die Bürgerinitiative Siemensstr., die sich ja mit all diesem beschäftigt, trifft sich wieder diesen Dienstag, 2. Februar, im Nachbarschaftstreff beim Stadtschloss Moabit, Rostockerstr. 32b um 19 Uhr.
Wir würden uns über eure tatkräftige Unterstützung freuen bei der Öffentlichkeitsarbeit, Unterschriftenaktion, der Auseinandersetzung mit Verwaltung und Politikern, usw., um eine weitere Gefährdung der Struktur unseres Stadtteils zu verhindern.
Bis Dienstag dann hoffentlich! Euch ein schönes Wochenende!
Hier noch eine Ergänzung zur Architektur des geplanten Lebensmittel-Großmarktes an der Siemensstraße:
Die Fassade an der Siemensstraße gegenüber der Wohnbebauung und der James-Krüss-Grundschule soll 180 m lang werden. Da eine 20 m lange Schallschutzwand dazukommt, sind es 200 m. Sie soll 13 m hoch sein und aus Beton-Fertigteilplatten bestehen, keine Vor-und Rücksprünge und offenbar auch keine Fenster haben.
Zum Längenvergleich: 2 mal hintereinander die 100-m-Bahn.
Zum Höhenvergleich: 13 m hoch ist ca. die Fensterbrüstung des 3. Obergeschosses bei Altbauten.
Und zur Erinnerung: Die Betonteile der Berliner Mauer waren 3,75 m hoch. Die Betonwand an der Siemensstraße wird demnach fast 3 1/2 mal so hoch wie die Berliner Mauer.
Gestern um 19 Uhr hatte die SPD von Moabit die Bewohner zu einem Bürgerforum in das Rathaus eingeladen, um zu hören, warum die SPD bei der letzten Wahl in Moabit so viele Stimmen verloren hat.
Die Bürgerinitiative Siemensstraße hat ihre Bedenken gegen den an der Siemensstraße geplanten Lebensmittel-Großmarkt und die dafür beabsichtigte Großhalle vorgetragen. Dieses war jedoch nur einer der vielen kritischen Beiträge. Die anwesenden Vertreter der SPD haben zugesagt, dass im Internet ein Protokoll veröffentlicht wird und dass die SPD alle angesprochenen Themen bearbeiten wird.
Mal sehen, was zu der Bemerkung rauskommt, dass das Bezirksamt den Moabitern in der Adventszeit nicht mal einen beleuchteten Weihnachtsbaum vor ihr Rathaus gestellt hat.
Hallo
Ich will nochmal darauf hinweisen, daß der Großmarkt nicht für Privatkunden ist. Mit diesem Bau wird zudem der Co2-Ausstoß erhöht. Meiner Meinung nach werden die Gastronomiekunden, die in diesem Markt einkaufen sollen und die bisher dezentral jeweils in ihren Kiezen einkaufen waren, auf diesen Markt zentralisiert (der Markt soll für ganz Berlin sein), was bedeutet, daß mehr Verkehr entsteht und daß an anderen Stellen Arbeitsplätze verloren gehen. Nur wegen dem neuen Großmarkt erhöht sich ja nicht der Gasdtronomiebedarf in der Stadt, dieser wird nur zentralisiert und zerstört damit noch mehr die Berliner Mischung, also die Einkaufsstraßen mit Einzelhandel, wie man ja an der Turmstraße und der Arminiushalle hervorragend beobachten kann. Zudem entstehen in dem Großmarkt nur Billigarbeitsplätze und nach meinem Wissen hat es Hamberger nicht so mit den sozialen Arbeitsbedingungen. Dann zu der Pappelreihe: Die Pappeln sind geschädigt, aber diese haben einen stadtbildprägenden Charakter. Daher wäre es gut, die gesunden Bäume auf einem 10 m breiten Grünstreifen zu erhalten und die kranken Bäume durch neue, höherwertige Bäume zu ersetzen. Ansonsten sind die geplanten Fassaden-, Dachbegrünungen und Heckenpflanzung, Baumpflanzungen nach der mir bisher vorliegenden Planung im Vergleich zum Ausmaß der Halle lächerlich klein, und die Auswahl der Pflanzenarten hat eher einen Ziergartencharakter anstelle einer Auswahl nach ökologisch wertvollen Gesichtspunkten.
Sven ist in allen Punkten zuzustimmen. Ich war oft auf dem Gelände und habe dort fotografiert, daher kenne ich es sehr gut, obwohl ich ein ganz paar Meter weiter wohne. Katastrophal finde ich schon jetzt die Abräum-Sanierung des Geländes, die schon einen großen ökologisch angepaßten Pflanzenbestand zerstört hat. An dem kleinen, etwas erhöhten alten Gebäude, das ich unbedingt erhalten würde, stehen übrigens Obstbäume (evtl. schon nicht mehr, ich war jetzt einige Wochen nicht mehr da), z.B. ein alter Birnbaum.
Auch die vollständige Abräumung des Raumprägenden Kopfsteinpflasters sehe ich mit großem Ärger und Bedauern. Das wäre zumindest in Teilen erhaltensswert gewesen, auch um auf den Geschichtscharakter des Geländes im Rahmen einer neuen Parkgestaltung hinzuweisen. Diese Kopfsteine trugen die Spuren von einem Jahrhundert harter Arbeit. Hier war ich z.B. einmal mit Kohlemännern aus Moabit, über die ich eine Fotoreportage machte, die mitten im Winter per Hand einen Brikettwagon abluden. Aber wahrscheinlich sind die Kopfsteine zu wertvoll, um sie liegen zu lassen: altes Pflaster wird teuer gehandelt (teils mehrere Euro pro Stein) und die Fläche dürfte ihrem Abräumer ne Menge Geld einbringen…
Sicher werden einige Pappeln nicht stehen bleiben können, da folge ich Sven. Seinen Hinweis auf einen höherwertigen Ersatzbaum kann ich vielleicht konkretisieren. Säuleneichen haben einen ähnlichen Charakter wie Pappeln, aber sind wesentlich stabiler und langlebiger. Diese könnten Ersatzbäume sein. Es gibt auch Ginkos (Lebensbaum), die ähnlich säulenhaft wachsen. Ich kenne eine relativ schmale Straße in einer anderen Stadt, die damit bepflanzt wurde, aus eigener Anschauung. Die Ginkos sind inzwischen haushoch.
Säuleneichen (auch Stieleiche genannt) z.B.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Säuleneiche
http://www.stohn-henningsen.de/Alsterdorfer_Sporthalle_2.html
http://www.moehrle-partner.de/Projekte/Wuerth/Wuerth.htm
http://stuttgartwege.blogspot.com/2009/11/landschaftstreppe-ostfildern.html
Säulenginkgo – Ginkgo biloba “Fastigiata”
Groß wachsend, Wuchs spitz kegelförmig bis säulenförmig:
http://www.planet-weimar.de/ginkgobiloba/zuechtungenginkgo/index.html
http://www.gartendatenbank.de/forum/saeulenbaeume-tiefwurzler-schaeden-an-bodenbelaegen-vermeiden-t-151-1
http://www.garden-picture.com/fotoseite7/kw09/imggr9.html
Hier ein sehr ähnlich gelagertes Thema:
Laut Industrie- und Handelskammer – http://www.ihk-berlin24.de – sind in Berlin 20 weitere Einkaufszentren mit zusammen 340.000 m² Fläche in der Planung oder Realisierung. Zumindest die, die schon realisiert werden, müssen die Ämter für Stadtentwicklung genehmigt haben. Ob die auch die Kaufkraft dafür liefern, oder wo kommt die wohl her? Wär mal interessant, wie das Bezirksamt Mitte diese Frage beantworten würde?!
Tja, vielleicht für Herrn Ackermann allein oder sind da etwa Schmiergelder geflossen ? Der “Kaufkraftindex” ist gesunken und die alte Einschätzung der USA unter Bush “Nur ein guter Konsument ist auch ein guter Bürger” dürfte sich mittlerweile als falsch erwiesen haben. Vielleicht sollten die wenigen, die noch denken können, den Unterschied zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft herausarbeiten und dies unserem immer ärmer werdenden Volk verständlich vermitteln.
Das Volk wird nicht ärmer – nur vier Fünftel davon…
Ich möchte es mal sagen:
“Moabit online” ist klasse.
Vielen Dank an die Redaktion.
…krass was ecstasy so alles möglich macht…
Hallo,
Erstmal muss ich mich im Voraus für meine schlechten Ausführungen in der Goethe Sprache entschuldigen….
Ich wohne in direkter Nähe des Geschehens…..Es wurde mal auf einer Veranstaltung des Bezirksamtes über das “Nachbarprojekt” Moabiter Bahnhof (parkähnliche Anlage) gesprochen, wo auch das Hamberger Haus zu Sprache kam. Von der dortigen Projektleiterin wurde behauptet dass der gesamte Verkehr, der zu diesem Objekt führen, auch alle Lieferanten- und Kunden-Einfahrten, über die neu geplante Strasse entlang der aktuellen Gleise der DB führen würde… Alles Lüge oder???? In den “Hamberger Plänen” sieht es anders aus, und wie immer auf dieser Welt und auch in Berlin wahrscheinlich, wird die “temporäre Hauptzufahrt” gegenüber der Waldstrasse eine Definitive bleiben….Diese wiederum wird, obwohl sie eine verkehrs-beruhigte Strasse ist, wahrscheinlich dazu führen, dass sie in Wirklichkeit eine zweite Beusselstrasse wird, allerdings mit Pflastersteinen….Ade relative Ruhe, aber die gibt es auch schon heute nicht mehr, da heutzutage die Waldstrasse schon als kürzere Alternative zu der Beusselstrasse dient: die vielen Taxis (tagsüber) und die Kastenwagen, die von der Gotzkowskystrasse kommend, die Waldstrasse teilweise mit Karacho um 05:30 Uhr hinunter krachen – es gibt ja nicht diese “Hügelchen” um alles langsamer zu machen aber die Pflastersteine haben trotzdem eine tolle Wirkung in punkto Krach um 5:00 morgens!!. Alles ist hier in Berlin doch piepegal: die Polente kontrolliert nicht oder ist noch nicht aufgewacht; die Fahrer denken noch nicht mal mit. Wahrscheinlich gibt es dasselbe Motto bei den Lokalpolitikern (dies gilt übrigens auch wieder weltweit): piepegal was da geschieht! Ich mache sowieso weiter in meine politische Karriere, und solange der Kasten nicht vor meiner Villa in Dahlem oder Potsdam gebaut wird, ist alles… – dieses letzte gilt auch womöglich für den Bauherrn….
Hier ein interessantes Link wie man das Bauvorhaben von dergleichen „Klotz oder Bunker“ im Schwabenland behandelt:
http://www.grosser-forst.de/magazin/tag/stadt-nuertingen/
Danke nochmals für Eure Mühe dieses katastrophale Vorhaben hier auf diese zu kleine Fläche eventuell zu verhindern.
Würde mich freuen Termine, auch interne der Moabit online bezüglich dieses “Projekts“ etwas früher zu erfahren, da ich meine Termine langfristig planen muss… Sie könnten mein E-Mail dafür benutzen (aber bitte nur dafür). Könnte mich dann etwas mehr beteiligen….
Im Berliner Abendblatt ist am Samstag ein ausführlicher Artikel über den vom Bezirksamt geplanten Großmarkt an der Siemensstraße.
Hier der link zum Abendblatt:
http://abendblatt-berlin.de/fileadmin/pdf_archiv/KW_06/Tiergarten_vom_13.02.2010.pdf
Wenn der link nicht mehr funktioniert, weil die pdfs nach einigen Wochen von der Webseite verschwinden. Der Artikel ist oben im Nachtrag zum Text als 2 Bilder eingebunden (die Redaktion)
@Philippe: Woher nimmst du die Aussage, dass der Lieferverkehr über die Siemens läuft? Soweit ich informiert bin, läuft er über die neue Straße, dafür ist sie ja da.
@EK Siehe bitte den Artikel unter Punkt 39…. Ich glaube, dass ich doch gut getippt habe…Siehe aber auch den Anlage-Plan mit der “temporären Hauptzufahrt”: die ist tatsächlich auf der Siemensstrasse auf Höhe Waldstrasse… bis dass die neue Trasse fertig gestellt wird… und dass dann das Provisorium nicht zur definitiven Lösung wird.
Der gesamte Baustellenverkehr (Schuttabfuhr, Bodenaustausch, Baugrubenaushub und Baumaterialanfuhr) mit schweren Lastwagen, der Lieferverkehr mit 100 LKW pro Tag und der Kundenverkehr mit 700 (es gibt auch eine höhere Zahl) PKW pro Tag wird solange über die Siemensstraße gehen, wie die Umgehungsstraße = Planstraße nicht fertiggestellt ist.
Die bisherige Planung sieht vor, dass die Anlieferung für den Betrieb des Großmarktes am rechten Ende des Hauses neben dem geplanten Moabiter Stadtgarten liegen wird und die Auslieferung am anderen Ende des Gebäudes. D. h.: Wenn der Großmarkt in Betrieb geht und die Umgehungsstraße bis dahin nicht fertig ist, fahren die 100 LKW pro Tag genau gegenüber der James-Krüss-Grundschule auf das Grundstück und die PKW irgendwo im Bereich der Waldstraße.
PS: Jeder Lastwagen fährt also 2 x und jeder PKW ebenso 2 x über die Siemensstraße. Das macht dann 200 LKW und 1.400 PKW. Arbeitet so nicht die Verkehrszählung?
A C H T U N G A C H T U N G A C H T U N G
Die Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative Siemensstraße läuft. Die Unterschriftenlisten liegen in Läden, Kiosken, Kneipen, Cafès und anderen Einrichtungen aus.
Bitte unterstützt uns mit eurer Unterschrift.
wo genau? Ich wohne in der Lehrter – also der Bronx
Bitte konkret, da ich östlich der Stromstrasse wohne. Um unseren Großmarkt Beusselstrasse zu unterstützen würde ich auch gern meine Eventidee “Tomatenschlacht zwischen Moabit Ost und West” über die Stromstrasse realisieren wollen.
Wenn unser Großmarkt die faulen Tomaten sponsert, wäre das super. Kreuzberg/Friedrichshain hat die Wasserschlacht, wir brauchen auch einen Event.
Die Unterschriftenlisten liegen z.B. bei Ali (Lebensmittelladen) am U-Bahnhof Birkenstr, im Aktionsmarkt Siemensstraße 11 und in der Oldenburger Apotheke aus.
Hier zwei weitere Auslegungsorte der Unterschriftenliste:
Zeitungsladen in der Emdener Str. 43,
Arminius-Apotheke in der Turmstr. 38
Hier noch mehr Auslegungsorte der Unterschriftenliste:
Copyshop, Perleberger Str. zwischen Havelberger- u. Lübecker Str.,
Reinigung, Perleberger Str. kurz vor dem Copyshop,
AREMA, Kneipe am U-Bahnhof Birkenstr.,
Blumenladen, Union- Ecke Oldenburger Str.,
Bioladen, Wiclef- Ecke Oldenburger Str.,
Wundersamt, Oldenburger Str. 6
Die Bürgerinitiative Siemensstraße tagt wieder
am Dienstag den 23. Februar
um 19:00 Uhr
in der Rostocker Str. 32
im Nachbarschaftstreff des Stadtschlosses Moabit
Jede(r) kann jetzt auch hier ein Blatt der Unterschriftenliste herunterladen und dann ausgefüllt bei der angegebenen Adresse abgeben (Die Unterschriftenliste ist jetzt auch oben im Artikel verlinkt):
http://www.moabitonline.de/wp-content/uploads/2010/02/10-02_Unterschriften-gegen-Baumfällungen_Großmarkt.pdf
Gibt es für die Unterschriftenaktion irgendwelche Fristen? Oder steht ein Anlass zur Übergabe noch nicht fest?
Je eher unterschrieben wird, um so besser. Aber Zeit für drei von diesen guten Espressos ist schon noch.
Die Bürgerinitiative Siemensstraße zeigt sich enttäuscht von einem Gespräch mit Baustadtrat Gothe und Vertretern der Firma Hamberger, die den Bau des umstrittenen Gastrogrossmarktgebäudes betreibt. Auf Einladung des Baustadtrates fand das Gespräch im Bauamt des Bezirks Mitte statt.
„ An der Größe der Halle von 180 x 100 Metern und der Bebauung bis direkt an die Siemensstraße hält Hamberger fest. Für die auch bundesweit außergewöhnlichen Ausmaße gab es aber keinerlei nachvollziehbare Begründung. Und die vorgestellte Fassadenbegrünung halten wir für völlig unzureichend.“ teilte die Bürgerinitiative mit.
Der von der BI geforderte Achtungsabstand zum Wohngebiet sei aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen nicht einzuhalten, behaupteten die Vertreter des Investors . Sie sähen keine Möglichkeit, die stadtbildprägende Baumreihe aus 130 Pappeln zu erhalten. Die 20 Straßenbäume, die Hamberger der Siemensstraße spendieren möchte, sind nach Ansicht der Bürgerinitiative kein Ersatz.
Es sollen zwar 310 Arbeitsplätze im zukünftigen Gastrogrossmarkt entstehen. Aber Fragen nach den Löhnen und einer Mitarbeitervertretung bei Hamberger beantwortete Geschäftführer Titius mit eisigem Schweigen. Deutlich wurde auch, dass mögliche Auswirkungen auf den Beusselgroßmarkt und andere Großmärkte nicht untersucht wurden.
Die Frage, warum zum Beispiel die Stellungnahme der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. nicht im Ergebnis der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit auftaucht, konnten weder der Baustadtrat noch sein Mitarbeiter Henselmann beantworten.
Aber auch Gothe schien sich nicht wohl zu fühlen mit dem Bauprojekt. Um die Wucht der Fassade, die nur zu einem kleinen Teil begrünt werden soll, zu mildern, brachte er zusätzlich farbliche Gestaltungsmöglichkeiten zur Sprache. Dies sei pure Kosmetik, hielt ihm die BI entgegen
.
Die Frage, ob denn wenigstens der Parkplatz begrünt statt überdacht werden könne, wurde verneint. Eine Überdachung sei notwendig, damit die Kunden ihre Waren bei Regen im Trockenen zum Auto bringen könnten.
Das Fazit der Bürgerinitiative: Bei diesem Projekt, das größer als das Berliner Stadtschloss werden wird, zählen nur die wirtschaftlichen Belange. Die berechtigten Interessen und die Argumente der Moabiter und Anwohner fallen komplett unter den Tisch.
Das Engagement für eine stadtverträgliche Gestaltung ist nur zu unterstützen. Der Baukörper muss kleiner und gestaffelter und die Erschließung neu überdacht werden. Auch dann bleibt der Markt wirtschaftlich. Dass die Chance, gerade die (oder eine neue) Pappelreihe als Möglichkeit zur Integration in die Stadt zu nutzen, vertan wird, ist mehr als bedauerlich. Hier muss man dran bleiben: Mein Tipp aber: Verzettelt euch nicht in anderen – sei es wirtschafts- oder sozialpolitischen – Nebenargumentationen, die teils nicht tragfähig sind, sondern Konzentration auf die stadtplanerischen und umweltpolitischen Faktoren vor Ort.
1. Es sollte nur nicht so getan werden (wieder im Flyer), als ob hier der oder einer der „größten Märkte“ (mit 14.000 Nettofläche) Deutschlands entsteht. Solche Märkte (12. -16.000 qm Verkaufsfläche) gibt es von den Handelsgiganten Metro, Selgros etc. Dutzendweise in Deutschland (auch im Berliner Raum). Die städtischen Großmärkte haben sowieso eine noch viel größere Fläche (in Berlin fast zehnfache Grundstücksfläche).
2. Das Stadtschloss ist in seinen Ausmaßen etwas und in seiner Baumasse sehr viel größer als der Gastromarkt. (192 Meter * 116 Meter * 25 Meter, fast 50.000 qm BGF). So macht man sich nur angreifbar.
3. Um den Beusselmarkt muss man sich keine Sorgen machen. Außerdem darf mögliche wirtschaftliche Konkurrenz in einem Bauleitplanungsverfahren schlicht kein Argument sein (lediglich bei Einzelhandel würde etwas anderes gelten). Die Sortimente unterscheiden sich schon erheblich, wenngleich es Überschneidungen im Gemüse/Fleischbereich geben wird. Allerdings zielt Hamberger wohl eher auf teure Produkte. Ansonsten werden dort auch Getränke und Non-Food-Produkte für die Gastronomie angeboten. Konkurrenz haben wohl eher die großen Metro-Märkte mit ihrem Sortiment zu fürchten. Wenn die ein bisschen weniger Monopolgewinne einstreichen und nicht an ihre Aktionäre ausschütten, ist das nur gut. Es gibt noch viele weitere Großmärkte mit sehr großen Hallen in Berlin, wie z.B. Selgros oder Mios. An der Beschaffung von Kleinmengen durch Gastronomen beim Händler nebenan im Kiez wird sich durch den Hamberger Markt genauso wenig wie durch die zahlreichen anderen Großmärkte etwas ändern. Eine Konzentration der Berliner Nachfrage auf diesen Markt in Moabit ist nicht möglich, dazu ist er dann doch viel zu klein. Das Berliner Gastronomiegewerbe besteht immerhin aus 12.000 Betrieben!
4. Der Berliner Großmarkt an der Beusselbrücke ist Senatseigentum. Der hat wirklich ausreichend Gelegenheit auf die Bauleitplanung für den Gastromarkt formell und informell Einfluss zu nehmen. Wenn der etwas gesagt hätte, hätte das Gewicht gehabt. Außerdem muss man auch mal sagen dürfen, dass die Großmarktleitung für den jahrelangen Niedergang der Arminiushalle als Eigentümer verantwortlich ist, weshalb sich meine Sympathien in engen Grenzen halten.
Die BI-Siemensstr. lädt für diese Woche wieder herzlich zu ihrem Treffen diesmal am Dienstag, den 02.03. um 19 Uhr im Nachbarschaftstreff in der Rostockerstr. 32 b (neben dem Stadtschloss Moabit) ein. Wir würden uns freuen, euch als Mitstreiter gewinnen zu können!
Liebe Grüße!
ich hab mal „unsere Bundestagsabgordneten“ zu Hamberger gestellt.
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_eva_hoegl-575-37659.html
http://www.abgeordnetenwatch.de/wolfgang_wieland-575-38046.html
Fragen natürlich
sehr gute Idee mit den Fragen an die Bundestagsabgeordneten für unseren Wahlkreis gewählt wurden bzw. kandidiert haben.
@ Carsten
Ich hätte von dir gern mal eine Antwort auf die Frage:
Woher kommt in Berlin die Kaufkraft für einen zusätzlichen Lebensmittel- und Getränkegroßmarkt für Gastronomen und Händler mit einer Verkaufsfläche von 14.000 m² (2 x die Spielfläche im Olympiastadion)?
Ansonsten: Ich wußte nicht, dass die Berliner Großmarkt GmbH ein städtisches Unternehmen ist. M. E. gehört der Stadt nur das Grundstück.
Die Berliner Großmarkt GmbH gehört zu 100% dem Land Berlin, so wie z.B. auch städtische Wohnungsbaugesellschaften.
@ Carsten:
Ich muss mich korrigieren: Die Berliner Großmarkt GmbH ist eine landeseigene Gesellschaft, die auf dem Beussel-Großmarkt jedoch nur für die Vermietung und Verpachtung der Gewerbeflächen an die 300 dort ansässigen Lebensmittel- und Getränke-Großhändler zuständig ist.
Lieber H.E. ich kann mich gerne noch mal wiederholen: Ich weiß nicht, woher die Kaufkraft kommt. Habe ich das irgendwo gesagt? Es ist für das Planungsverfahren auch völlig belanglos. Ob man einen neuen Tischler oder ein Callcenter genehmigt: Die Bewertung, ob sie ggf. einen Konkurrenten verdrängen, gehört nicht zu einem Planungs- und Genehmigungsverfahren (teils anders bei zentrumsrelevanten Nutzungen). Ob nun Hambacher von der Metro ein paar Kunden abwerben will und damit bei sich Arbeitsplätze auf Kosten der Metroaktionäre schafft, ob sie einen Markt am Stadtrand in den Ruin treibt, der dann Gartenmöbel verkaufen muss oder ob Hamberger sich verkalkuliert und pleite geht oder ob sie die Dynamik dieser Branche antreiben und durch neue Angebote und neue Konkurrenz auch neue Nachfrage in der qualitätsmäßig ja ausbaufähigen Berliner Gastronomie schaffen (und mittlerweile kommt allein beim Handel 20 % der Kaufkraft von Berlinbesuchern, bei der Gastronomie dürfte das eher mehr sein). Wie dem auch sein. Ich weiß es nicht. All das ist letztlich egal. Man kann nur argumentieren, dass der Markt an dieser Stelle zu groß ist und dass es auch keinen zwingenden stadtstrukturellen Grund und Bedarf gibt, einen Markt in dieser Dimension hier ansiedeln.
@ Carsten:
Für den reinen Verwaltungsakt ist es in der Tat belanglos, ob man eine Tischlerei, ein Callcenter, ein Puff oder einen Großmarkt genehmigt.
Hier aber geht es um Stadtentwicklung. Und da kann man als Bewohner eines offiziell als “Problembezirk” bezeichneten Stadtteiles von der Abt. Stadtentwicklung und insbesondere deren Chef sehr wohl erwarten, dass alle diesen Stadtteil betreffenden Aspekte bei der Genehmigung erörtert und berücksichtigt werden. Und das vor allem, wenn es sich um ein so extrem großes Vorhaben wie das vorliegende handelt.
Zur regen Kommentierung nun auch ein Kommentar von meiner Seite:
Im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofes Moabit entlang der Siemensstraße sind z. Z. die Verlängerung der Ellen-Epstein-Straße (2. Bauabschnitt Planstraße), der Bau des Moabiter Stadtgartens und die Ansiedlung des Hamberger-Großmarktes geplant.
Durch den 2. Bauabschnitt der Planstraße wird nach Fertigstellung eine deutliche Lärmminderung in der Siemensstraße eintreten. Nach der jetzigen Zeitplanung ist die Fertigstellung der Straße im Frühjahr 2012 vorgesehen. Der Durchgangsverkehr wird dann über die neue Straße verlaufen. In der Siemensstraße wird nur noch der Anliegerverkehr und der Verkehr in Richtung Rathenower Straße verbleiben. Nach den aktuellen Verkehrsprognosen sind das ca. 6.100 bis 7.000 Kfz/Tag. Im Jahr 2005 wurden 21.000 Kfz/Tag in der Siemensstraße gezählt. Das geplante Gebäude des Hamburger-Großmarktes wird tlw. einen zusätzlichen Schutz vor den Verkehrsbelastungen der neuen Straße bieten. Entlang der neuen Straße sollen 83 neue Bäume gepflanzt werden.
Östlich des Grundstückes von Hamberger ist der Moabiter Stadtgarten mit einer Größe von 15.000m2 vorgesehen. Dort sind, neben anderen Begrünungsmaßnahmen, 85 Laubbäume und 27 Obstbäume zum Anpflanzen vorgesehen.
Der Hamberger-Großmarkt, der westlich der geplanten öffentlichen Grünfläche und südlich der neuen Straße vorgesehen ist, wird voraussichtlich im Herbst 2011 fertig gestellt sein. Für ca. 6 Monate erfolgt die Anlieferung von der Siemensstraße über zwei temporäre Zufahrten. Aufgrund der Ergebnisse des Schallgutachtens, wird die Anlieferung in der Nacht begrenzt. Nach Fertigstellung der Planstraße werden diese temporären Zufahrten geschlossen. Das Gebäude des Großmarktes wird um 1,50 m von der Straße zurück gesetzt, um in dem Streifen abschnittsweise Hecken und Begrünungsmaßnahmen vorzusehen. Ein weiteres Zurücktreten des Gebäudes, wie von der Bürgerinitiative Siemensstraße gefordert, wird von mir nicht unterstützt. Gespräche mit der Fa. Hamberger haben ergeben, dass der geforderte Pflanzstreifen von 10 m zwischen Straße und Gebäude nicht realisiert werden kann.
Die Pappeln entlang der Siemensstraße müssen leider gefällt werden. Das ergab ein Baumgutachten im Auftrag des Investors, das von meinen Fachleuten im Amt für Umwelt und Natur geprüft wurde. Durch die Baumaßnahme auf dem Hamberger-Grundstück erfolgt ein Eingriff in Natur und Landschaft, der aber auf dem eigenen Grundstück ausgeglichen werden kann. Entlang des Parkplatzes wird eine Hecke mit 140 Pflanzen vorgesehen und vor der Fassade des Gebäudes werden des weiteren abschnittsweise Hecken und Fassadenbegrünungen vorgesehen. Ferner erhält das Dach eine extensive Dachflächenbegrünung und es werden auf dem Grundstück 5 Bäume im Bereich des Parkplatzes gepflanzt. Im Gehwegbereich entlang des Hamberger-Grundstückes sollen weitere 20 Bäume aus städtebaulichen Gründen gepflanzt werden. Näheres zum Eingriff und Ausgleich wird sich im Umweltbericht zum Bebauungsplan 1-45 VE befinden, der z. Z. überarbeitet wird.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Fassade besser gestaltet wird, evtl. auch unter Einbeziehung von Anwohnern. Insgesamt glaube ich, dass der Teil Moabits durch den geplanten Moabiter Stadtgarten, die geplante neue Straße und durch die Begrünungsmaßnahmen entlang des Hamberger Grundstückes eine Aufwertung erfahren wird.
Mit freundlichen Grüßen, Ephraim Gothe
Stadtrat für Stadtentwicklung
mal eine Frage zu dem Komplex. Werden Steuergelder dafür die Ansiedlung fließen? Oder sind se schon?
Wer sich so verteidigt, Herr Gothe, der hat in meinen Augen ein sehr schlechtes Gewissen. Könnte es sein, dass sie sich bei dem ganzen Ding selber nicht mehr ganz wohl fühlen?
Lieber Ephraim Gothe,
zu den Pappeln:
dann stelle doch das Baumgutachten jetzt endlich öffentlich. Seit September 2009 (28.9. Infoveranstaltung) wollen Moabiter Bürger dieses Gutachten selbst einmal lesen. Sie haben danach gefragt, waren bei Herrn Henselmann, fragten Bürgermeister Hanke, selbst beim Gespräch mit dir und der BI Siemensstraße im Bezirksamt mit Investor Hamberger gab es das Gutachten nicht auf den Tisch.
Stelle es doch bitte online –JETZT- auch wenn der Umweltbericht noch in Arbeit ist.
zur Fassade:
„vor der Fassade des Gebäudes werden abschnittsweise Hecken und Fassadenbegrünungen vorgesehen“. Diese Abschnitte durften wir ja in bunten großen Bildern beim Gespräch der BI sehen. Sie sind lächerlich klein; große Strecken der Fassade sind blanker Beton. Statt der stadtbildprägenden Abgrenzung des ehemaligen Güterbahnhofs zum Wohngebiet durch die Baumreihe steht dann eine 180 Meter lange Betonfassade.
Dass Herr Gothe sich hier selbst zu Wort meldet, ist immerhin anerkennenswert.
Vielen Dank, Herr Gothe, für Ihre Stellungnahme.
Sie fassen im Grunde noch einmal zusammen, was der Bebauungsplanentwurf
vorsieht.
Die zahlreichen Einwände, die seinerzeit dagegen erhoben wurden, bleiben abgeschmettert.
Es zählt, was rechtlich zulässig ist, nicht, ob es die Bürger, die Anwohner bedrückt und bedroht. Allenfalls bei der Gestaltung der Fassade, im m. E. rein kosmetischen Bereich, zeigen Sie begrenzt Entgegenkommen, können sich hier sogar Bürgerbeteiligung vorstellen.
Können Sie sich vielleicht auch vorstellen, Herr Gothe, daß die Anwohner das als Verhöhnung empfinden?
Es war in einem Gespräch mit Ihnen von einem „Achtungsabstand“ die Rede, den das doch so massige Gebäude halten sollte zur Straße, zur Wohnbebauung. Sie unterstützen das nicht, bieten stattdessen an – ja, was? Sollen wir mitentscheiden dürfen, ob an dem Gebäude, das uns mit seiner Masse einfach unzumutbar dicht auf den Pelz rückt, Efeu hochwächst oder Hopfen, ob es blau gestrichen wird oder rosa?
Warum wird, wie Sie schreiben, ein weiteres Zurücktreten des Gebäudes von Ihnen nicht unterstützt? Sie sagen: „Gespräche mit der Fa. Hamberger haben ergeben …“ – das mag ja sein. Aber andererseits haben Gespräche mit Anwohnern und mit der Bürgerinitiative ergeben, daß der bereits erwähnte „Achtungsabstand“ unbedingte Forderung ist, ebenso wie der Erhalt bzw. das Ersetzen der stadtbildprägenden Baumreihe.
Sie haben sich doch in Ihrem Amtseid dem Wohl der Bevölkerung von Mitte verpflichtet, nicht dem eines Investors. Daß beides zusammengehen könnte, steht
außer Frage, aber daß sie so massiv die Position des Investors gegen die der betroffenen Bevölkerung einnehmen,empört. Wir sind doch auch wer, in Moabit West. Oder nicht? Kann man uns, ohne Achtung, einfach vor den Latz knallen, was irgend rechtlich rauszuquetschen ist?
Wozu arbeitet seit mehr als zehn Jahren das Quartiersmanagement daran, diesen hochproblematischen Teil von Moabit wenigstens stabil zu halten auf niedrigem
sozialen Niveau, wenigstens den Totalabsturz zu verhindern, wenn dann, wumm, ein solcher Klotz dahingesetzt wird, der die zarten Andeutungen gesünderer
sozialer Mischung einfach platt macht!?
Sie wissen schon aus den Einwendungen gegen den Bebaungsplanentwurf im letzten Jahr, wir wissen aus den Gesprächen über das Projekt Hamberger hier im
Kiez, daß gerade die Leute, die auch Sie hier gerne bleiben sähen im Interesse einer sozialen Stabilisierung, wegziehen werden. Wir wissen auch, daß bei diesen Erwägungen nicht nur der direkte Blick von einem Balkon in der Siemensstraße auf die Hamberger – Fassade eine Rolle spielt, sondern auch die Geste, bzw. die fehlende Geste, mit der Hamberger hier Einzug hält.
Sie sind doch Politiker, Herr Gothe. Und auch dem Geschäftsführer der Firma Hamberger traue ich ohne Weiteres soviel Verständnis für Politik zu, daß er sieht,
was er anrichtet, wenn er die Einwände der Anwohner einfach vom Tisch fegt: Baugesetz sagt: Darf ich. Also mach’ ich.
Sie werden uns doch nicht allen Ernstes erzählen wollen, daß es nur so gehe, nicht anders.
Selbstverständlich kann man, auch auf einem Grundstück wie diesem, das
planerische Grenzen setzt, anders bauen. Man kann auch kleiner bauen, aber selbst wenn nicht kleiner, anders geht allemal. Einhaltung des „Achtungsabstands“ und Erhalt bzw. Ersatz der Baumreihe geht allemal.Es gibt doch nicht nur einen Architekten – und ist der jetzige denn wirklich so gut, wenn dem nur dieser Klotz einfällt, bis an die Gehwegkante, mit Grünzeug geschminkt?
Und die Arbeitsplätze, die Ausbildungsplätze, die die Fa. Hamberger in Aussicht stellt: Die sollen von der Form des Gebäudes abhängig sein? Nach dem Motto:
Friß, Vogel, oder stirb?
Ich erwarte vom Bezirksamt mehr Phantasie, mehr anwohnerorientierten Gestaltungswillen. Wir brauchen Arbeits – und Ausbildungsplätze. Aber nicht als Totschlagargument
Kurz: Bürgernähe durch Achtung und Achtungsabstand. – Und Baumreihe.
Bravo Norbert!!
Ich stimme Dir voll zu!
An Hr Gothe:
Da werden ja bestimmt demnächst Wohnungen in der Siemensstrasse frei, wenn der Klotz gebaut wird. Da könnten doch unsere sogenannten “Volksvertreter” einziehen-mit Blick auf ne weisse Wand. Aber vielleicht könnte man ja ein paar Beamer über das Quartiersmangement Moabit West oder Ost beantragen. Die könnten ja dann Bäume an die Wand werfen. Den Moabiter würde das ja sicherlich reichen-mehr brauchen die ja sowieso nicht oder? Aber vielleicht bindet man sie ein-dann hebt dann die Stimmung?! Ach, ja der Stadtgarten.Ist doch schön wenn man da sitzt und der Lärm der Lastwagen von nebenan rauscht in den Park und die “schöne ” Wand lacht einen an. Bin mal gespannt wenn das erste Kind auf der Siemensstrasse vor der Grundschule angefahren wird.Na und die Arbeitnehmer, denen bezahlt man möglichst wenig, denn dann kann der Arbeitgeber beim Arbeitsamt schön Zuschüsse beantragen. Das alles von von unseren Steuergelder…Ach, ja angeblich nimmt der Strassenverkehr ja ab-sagt ein Gutachten. Aber in der Invaldivenstrasse wird bald ausgebaut , weil der Verkehr zunimmt-so ca. 7000 Autos mehr-sagt ein Gutachten.Wo fahren die Autos denn dann eigentlich durch. Ich nehme mal an überwiegend durch Moabit.. Also ich würde mal vorschlagen noch ein paar Gutachten einzuholen…Kostet ja nichts!!!Dafür ist immer Geld da.
Na ja, wenn die Herren Politiker dann beim nächsten mal ihren Posten nicht mehr inne habe, dann können sie sich ja gut rausreden”Das haben wir ja alles nicht kommen sehen” oder “Ich bin nicht mehr zuständig” Prima!Über Architektur braucht ich jetzt hier wohl nichts mehr schreiben… Das ist nämlich keine!!! Vielleicht sollte mal überlegen warum es eine Bürgeriniative Siemensstrasse gibt und so viele Einwände gegen den Bebauungsplan.So, ganz blöd sind wir in Moabit nicht!
Übrigens : Die nächste Wahl in Berlin kommt bestimmt!!
…Ist doch schön wenn man da sitzt und der Lärm der Lastwagen von nebenan rauscht in den Park und die “schöne ” Wand lacht einen an…..
Von einer weissen Wand konnen die Leute gegenueber dem Tolmien-Gebaeude nur traeumen. Dieses Gelb grenzt an Psychoterror.
Noch besser, der nächste Orkan bringt diesen industriellen Bauklotz zum Einsturz, frei nach “vom Winde verweht”. Die 08/15 Architekten scheinen den Klimawandel wohl noch nicht begriffen zu haben. Kalte Winter, heisse Sommer und mehr Orkane, bzw. Tornados. Hoffe, die Stahlträger vom Hauptbahnhof sind nun gesichert. Architektur im Windkanal getestet und Erdbebenresistent, das ist die Zukunft !
@ Rané
Ich glaube, es verhält sich eher so:
Nicht die Architekten und auch nicht der Investor sind die Verursacher, sondern unser Staat in Form der
Deutschen Bahn, die zusammen möglichst viel Geld für ihr Grundstück sehen wollen, und natürlich Stadtrat Ephraim Gothe (SPD), der (er ist ja Diener dieses Staates) deswegen alles tut, um dieses Ding durchzuboxen, obwohl er es zum Wohle von Moabit verhindern müsste und könnte.
Sehr geehrter Herr Gothe,
zu Ihrem Kommentar:
Zu den verkehrlichen Veränderungen:
Laut Ihren Aussagen wird „durch den 2. Bauabschnitt der Planstraße nach Fertigstellung eine deutliche Lärmminderung in der Siemensstraße eintreten[…] In der Siemensstraße nur noch der Anliegerverkehr und der Verkehr in Richtung Rathenower Straße verbleiben.“ Um genau zu sein: Auf einem TEILSTÜCK der Siemensstraße wird nur noch der Anliegerverkehr verbleiben. Die Verkehrsbelastung im Einmündungsbereich der Siemensstraße in die Beusselstraße wird unverändert hoch sein, sogar zunehmen. Im Einmündungsbereich der Planstraße auf die Siemensstraße wird die Verkehrsbelastung nur in dem Maße abnehmen, wie sich die Planstraße von der Siemensstraße entfernt. Lediglich im Bereich des Großmarktes (auf gut 180 m Länge) wird eine verkehrliche Emissionsminderung (Schall) festzustellen sein. Im weiteren Verlauf der Siemenstrasse bis zum Stadtgarten ist die Lärmminderung unerheblich, da hier (im Gegensatz zum westlichen Teil der Siemensstraße) keine Wohnbebauung an die Straße grenzt.
Laut Ihren Aussagen wurden „im Jahr 2005 21.000 Kfz/Tag in der Siemensstraße gezählt.“
Der Verkehr hat seit Fertigstellung des 1. Umgehungsstraßenabschnitts im Jahr 2009 spürbar zugenommen. Inwiefern nach Inbetriebnahme des Planstraßenteilstücks im westlichen Bereich der Siemensstraße Messung des Verkehrsaufkommens vorgenommen wurden, ist unbekannt. In jedem Fall wird im Verkehrsgutachten von einer weiteren Zunahme des Verkehrs bis zum Jahr 2015 ausgegangen.
Fazit zu den verkehrlichen Veränderungen:
Es findet lediglich eine Verlagerung des Verkehrs um 100 m jedoch keine Vermeidung des Verkehrs statt. (Wer vom Wohngebiet zur S-Bahnstation Beusselstraße gelangen möchte, muss weiterhin eine vielbefahrene Straße überqueren.) Im Gegenteil: laut Verkehrsgutachten wird sich die Intensität des Verkehrs unabhängig vom Zuliefer- und Kundenverkehr des Großmarktes bis zum Jahr 2015 erhöhen. Was bedeutet, dass auch ohne die Ansiedlung eines Großmarkts, schon aufgrund der derzeit vorherrschenden Verkehrsbelastung und der damit verbundenen Benachteiligung des angrenzenden Stadtgebiets der Bau einer „Umgehungsstraße“ (und sei diese lediglich 100 m vom angrenzenden Stadtgebiet entfernt) angezeigt ist.
Zu den im Zusammenhang mit dem Bau der Planstraße und des Großmarktes ergriffenen Maßnahmen:
„Entlang der neuen Straße sollen 83 neue Bäume gepflanzt werden.“
Welchen wohnwertsteigernden, aufwertenden und ausgleichenden Einfluss haben Baumpflanzungen an einer Straße, die nicht mehr zum Wohngebiet gehört?
„Östlich des Grundstückes von Hamberger ist der Moabiter Stadtgarten mit einer Größe von 15.000m2 vorgesehen.“
Es bleibt die Frage, welchen positiven Einfluss hat ein Stadtgarten auf das Stadtgebiet, der sich a) (ebenso wie die Baumbepflanzungen entlang der Planstraße) abseits, d.h. außerhalb des Wohngebiets befindet, der b) sich eingeschlossen zwischen zwei unterschiedliche (klein- und großteilig) strukturierten Gewerbegebieten befindet, der c) von Verkehrslärm der Planstraße flankiert ist, der aufgrund der beschriebenen Merkmale introvertierten Charakters ist – also im Besten Fall nach innen aber nicht nach außen zu „strahlen“ vermag?
Nebenbei bemerkt: Neben der langzeitlichen Verschlechterungen müssen die Anwohner auch temporäre Verschlechterungen in Kauf nehmen, denn „für ca. 6 Monate erfolgt die Anlieferung von der Siemensstraße über zwei temporäre Zufahrten.“
„Aufgrund der Ergebnisse des Schallgutachtens, wird die Anlieferung in der Nacht begrenzt.“
Eine vollständige Umbauung der Anlieferung mit Wand und Dach, wäre sinnvoller. Dann wäre die Anwohnerschaft auch nicht am Tag von Schallemissionen belästigt. Zudem könnte die Anlieferung auch in der Nacht stattfinden.
Unbeachtet der Maßstabssprengung, „das Gebäude des Großmarktes wird um 1,50 m von der Straße zurück gesetzt, um in dem Streifen abschnittsweise Hecken und Begrünungsmaßnahmen vorzusehen. Ein weiteres Zurücktreten des Gebäudes, wie von der Bürgerinitiative Siemensstraße gefordert, wird von mir [Herrn Gothe] nicht unterstützt. Gespräche mit der Fa. Hamberger haben ergeben, dass der geforderte Pflanzstreifen von 10 m zwischen Straße und Gebäude nicht realisiert werden kann.“
Es ist weiterhin ungeklärt, warum die Fa Hamberger den Pflanzstreifen nicht realisieren kann, welche Begründung die Fa. Hamberger (in den Gesprächen) vorlegte. Außerdem bleibt offen, aus welchem Grund Sie – Herr Gothe – das Anliegen eines deutlichen Zurückweiches der Gebäudekante hinter die Grundstücksgrenze nicht unterstützen?
Zu der Aussage “Die Pappeln entlang der Siemensstraße müssen leider gefällt werden.”: Würde die Fa. Hamberger die Pappeln auch fällen, auch wenn sie aufgrund der Festsetzungen des B-Planes einen hinreichend breiten Pflanzsteifen freihalten müsste oder fällt die Fa. Hamberger die Pappeln nur, um einen entsprechend großen Großmarkt realisieren zu können? Die Aussagen zu den Pappeln und der Größe des Großmarktes lassen sich (widersinniger Weise) auch so zusammenfassen: Weil die Pappeln laut Baumgutachten zum großen Teil geschädigt sind, muss die Großmarkthalle so groß (bis 1,50 m hinter die Grundstücksgrenze) gebaut werden, bzw.: Die Großmarkthalle kann nicht kleiner gebaut werden, weil die Pappeln krank sind.
Es ist dabei scheinbar unerheblich, dass die Pappeln stadtbildprägend und identifikationsstiftend sind, dass das Wohngebiet begrenzen und beschützen (Sichtschutz), dass sie den Staub fernhalten, das Einfallstor zum Wohngebiet markieren, den Fußgänger in das und aus dem Wohngebiet geleiten, dass sie Brutstätte für unzählige, z.T. seltener Vogelarten (z.B. Nachtigallen) sind, dass unabhängig von Ihrem Zustand, die Fällung eine Leere verursacht und einen
massiven Verlust darstellt.
Zu der Aussage: „Durch die Baumaßnahme auf dem Hamberger-Grundstück erfolgt ein Eingriff in Natur und Landschaft, der aber auf dem eigenen Grundstück ausgeglichen werden kann.“.
Das mag rein rechnerisch so sein. Es gibt aber auch ideelle Werte, die man bekannter Maßen nicht so schnell ersetzen kann. Hier liegt es in Ihrem Entscheidungs- und Kompetenzbereich – Herr Gothe – ideelle und materielle Werte gegeneinander abzuwägen gegebenenfalls aufzuwiegen.
Zu den Ausgleichsmaßnahmen auf dem Grundstück:
„Entlang des Parkplatzes wird eine Hecke mit 140 Pflanzen vorgesehen und vor der Fassade des Gebäudes werden des weiteren abschnittsweise Hecken und Fassadenbegrünungen vorgesehen.“
Die Seitens der Fa. Hamberger für die Fällung der Pappelreihe vorgeschlagene Ersatzmaßnahme in Form von vor die Fassade zu errichtenden Rankgerüsten (von Ihnen euphemistisch als „hängende Gärten“ bezeichnet) sind allenfalls als Mittel der Fassadengestaltung zu betrachten und zu bewerten. Dieses Mittel stellt keinerlei Ausgleichsmasse für die Abholzung der Pappelreihe und die aus dem Bau des Großmarktes resultierenden Verschlechterungen und Beeinträchtigungen dar. Es ist zudem zu Bedenken, dass die Fassadenberankung bei guter Pflege, mindestens fünf, wenn nicht mehr Jahre benötigt, bis sie das dargestellte Begrünungsniveau – also eine Höhe von 6,5 m – erreicht hat. Zudem überdeckt die vorgeschlagene Fassadenbegrünung gerade mal 20% der Fassadenfläche und das erst im ausgewachsenen Zustand. Außerdem ist das winterliche Erscheinungsbild der (wahrscheinlich entlaubten) Begrünung zu überprüfen.
“Ferner erhält das Dach eine extensive Dachflächenbegrünung.”
Die vorgeschlagene extensive Dachbegrünung ist in Ihrer ökologischen Funktion umstritten. Zunächst einmal benötigt eine extensive Dachbegrünung mehrere Jahre intensive Pflege, die nicht gewährleistet werden kann. Darüber hinaus kann in trockenen Sommerperioden, wie sie in Berlin häufig vorkommen, eine extensive Dachbegrünung austrocknen, was sowohl ihren ökologischen Wert als auch den Wert als Ausgleichsmaßnahme hinfällig macht.
„Im Gehwegbereich entlang des Hamberger-Grundstückes sollen weitere 20 Bäume aus städtebaulichen Gründen gepflanzt werden.“ Der Volksmund nennt es Schamgrün.
“Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Fassade besser gestaltet wird, evtl. auch unter Einbeziehung von Anwohnern.”
Die mangelhafte architektonische Ausgestaltung der Großmarkthalle an sich und der Fassade im besonderen, d.h. die monotone Reihung von Fertigteilelementen, wird im Gegensatz zu der derzeit bestehenden „landschaftichen„ Aufweitung des dicht bebauten Stadtraums und der Qualität der (jahreszeitlichen, bahnverkehrlichen) Veränderungen als Verschlechterung wahrgenommen. Die Gebäudewand ist dem Charakter nach eine Fassade zum Vorbeifahren (mit möglichst hoher Geschwindigkeit) nicht zum Vorbeilaufen. Demnach widerspricht die Fassadengestaltung der Intention der Verkehrsberuhigung.
Gleiches gilt für die Aus- bzw. die Nicht-gestaltung des städtischen Raumes. Hier wird durch eine Gebäudekante ein städtischer Raum ohne städtische Funktion geschaffen und von dieser dominiert. Die Intention der Verkehrsberuhigung der Siemensstraße – den Wohnwert zu erhöhen – wird durch die sich abwendende Gebäudewand konterkariert. Der “Sozialraum Straße” wird im Erscheinungsbild zu einer Durchgangsstraße degradiert, wodurch die Wirkung der Wohnwertverbesserung verloren geht. Das Ziel der Steigerung der Aufenthaltsqualität wird nicht erreicht. Auch unter Einbeziehung der Anwohner bei der Gestaltung der Fassade wird dieses grundsätzliche stadtbauliche Problem nicht zu beheben sein.
Insgesamt glauben Sie Herr Gothe, “dass der Teil Moabits durch den geplanten Moabiter Stadtgarten, die geplante neue Straße und durch die Begrünungsmaßnahmen entlang des Hamberger Grundstückes eine Aufwertung erfahren wird.” Da wir aber wissen, dass sich die städtische Situation durch den Bau des Großmarktes verschlechtert, kann allenfalls von einem Ausgleich jedoch nicht von einer Aufwertung gesprochen werden. Der Unterschied zwischen Ausgleich und Aufwertung besteht darin, dass bei der Summierung aller Maßnahmen bei einer Aufwertung ein Plus heraus kommen muss, bei einem Ausgleich lediglich eine Null herauszukommen braucht.
@ Uta H.
Zur Schallentwicklung in der Siemensstraße: Bisher wird der Lärm eines Autos nur durch die Wohnbebauung in Richtung Güterbahnhof reflektiert. Nach Fertigstellung der 200 m langen Betonfassade des Großmarktes wird der Schall jedoch zusätzlich von dieser in Richtung Wohnbebauung reflektiert. Dieses hat zur Folge, dass jedes einzelne Auto sehr viel lauter zu hören sein wird als bisher.
Zum “Moabiter Stadtgarten”: Diesen infrage zu stellen, ist falsch, denn jeder m² Grün in der Stadt zählt, und das gerade in einer dicht bebauten Gegend wie Moabit. Außerdem wird durch ihn wenigstens ein Teil der Frischluftschneise erhalten, durch die vor allem im Sommer die Frisch- und Kaltluftzufuhr aus den Rehbergen nach Moabit erfolgt.
Wie weit der Stadtgarten integriert wird, hängt lediglich von der Gestaltung des Überganges über die Siemensstraße ab. Wenn diese gelingt, kann man den Stadtgarten durchaus als Fortsetzung des Unionsplatzes und des anschließenden Spielplatzes zwischen Oldenburger und Bremer Straße sehen. Und falls der Hamberger-Großmarkt nicht gebaut werden sollte (könnte ja durchaus passieren), ergeben sich nach Westen hin weitere Möglichkeiten der Anbindung.
@ H.E.
Was gibt Dir die Hoffnung, dass der Großmarkt nicht gebaut wird?
Ich stimme Dir zu: Jeder m² Grün ist in dem dicht bebauten Stadtgebiet von immenser Wichtigkeit, gerade jetzt wo uns die Weite (das kleine Bisschen Qualität – nämlich stadträumliche Weite) durch den Gastronomiegroßmarkt genommen werden soll.
Aber nicht dass das falsch verstanden wird: Ich stelle nicht einen Quadratmeter Grün in Frage. Ich frage nur, ob andere Maßnahmen besser, geeigneter sind, um Defizite die aus dem Bau des Großmarktes resultieren auszugleichen bzw. um Defizite, die in Moabit-Nord ohnehin vorhanden sind, zu beheben. Mir scheint, der Stadtgarten ist ein ungeeignetes – weil ineffizientes – Mittel. Die 15.000 m² Stadtgartenfläche werden an der falschen Stelle platziert.
Als alternatives Mittel schlage ich einen öffentlich zugänglichen Grünstreifen in einer Größe von mindestens 15.000 m² vor dem Hamberger Großmarkt vor. Dieser öffentlich zugängliche Grünstreifen soll sich von der Einmündung der Planstraße bis zum Beginn des Grünzugs an der Unionsstraße/Oldenburgerstraße erstrecken und in umgekehrter Richtung das sich durch das Wohngebiet ziehende Grünkontinuum bis zur Einmündung der neuen Planstraße weiterführen.
Ob ein Mittel geeignet, ob ein anderes Mittel geeigneter – also besser ist, lässt sich relativ einfach durch eine Gegenüberstellung der Mittel überprüfen.
Für den Stadtgarten ist festzustellen:
(-) Der Stadtgarten befindet sich außerhalb des Wohngebiets zwischen zwei unterschiedlich strukturierten Gewerbegebieten.
(o) Der Stadtgarten hat keine ausgeprägte Orientierung bzw. ist die Ausrichtung (Nord, Süd, Ost oder West) nebensächlich.
(-) Dem Stadtgarten kommt die Verkehrsberuhigung der Siemensstraße nur bedingt zu gute. Nach Fertigstellung der Planstraße wird der Stadtgarten nicht mehr im Süden dafür aber im Norden von Verkehr flankiert sein.
(-) Der Stadtgarten ist introvertiert, vom Wohngebiet abgewandt. Er entzieht sich räumlich der Öffentlichkeit und kann damit nur bedingt auf die Entwicklung des Stadtteils einwirken.
(-) Der Stadtgarten wird voraussichtlich seltener als die Grünzone genutzt werden, weil man wahrscheinlich nur an Schön-Wetter-Tagen bzw. zu einer Veranstaltung in den Stadtgarten geht.
Wenn der Stadtgarten sich dadurch bedingt, dass Hamberger bis unmittelbar an die Grundstücksgrenze gebaut wird, kommen weitere negative Aspekte hinzu:
(-) Der Bau des Großmarktes bedingt die Abholzung der Pappelreihe.
(-) Durch den Bau der Großmarkthalle unmittelbar an der Gehwegkante entsteht ein inhaltsleerer Straßenraum.
(-) Dem Wohngebiet wird die „Südseite“ genommen.
(-) Die dem Großmarkt gegenüberliegende Wohnbebauung wird mit einer monotonen, abweisenden Betonfassade konfrontiert.
(-) Die stadträumliche Aufweitung, wie sie z.Z. in Form der Bahnbrache vorhanden ist, geht vollständig verloren.
Für die Einrichtung einer öffentlich zugänglichen Grünzone vor dem Gastronomiegroßmarkt sprechen folgende Argumente:
(+) Die stadträumliche Aufweitung, wie sie z.Z. in Form der Bahnbrache vorhanden ist, bleibt zumindest zu einem Teil erhalten.
(+) Die gegenüberliegende Wohnbebauung wird mit einer gestalteten/gestaltbaren Grünzone konfrontiert.
(+) Die Grünzone befindet sich noch IM Wohngebiet. Sie wirkt als Übergangszone zwischen dem Gewerbe- und dem Wohngebiet.
(+) Die Grünzone orientiert sich nach Süden, kann die südliche Lage für sich nutzen.
(+) Der Grünzone ist die Verkehrsberuhigung der Siemensstraße nützlich.
(+) Die Grünzone wird ermöglicht durch das Zurückweichen der Großmarktgebäudekante. Durch die öffentliche Zugänglichkeit der Fläche entsteht ein nutzbarer insofern ein „sozialer“ Straßenraum.
(+) Die Grünzone wird durch die Großmarkthalle im Norden gegenüber dem Verkehr abgeschottet.
(+) Die Grünzone hat öffentlichen Charakter mit einer direkten Wirkung auf die gegenüberliegende Wohnbebauung; die Grünzone wendet sich dem Stadtgebiet zu und kann damit positiv auf die Entwicklung des Stadtteils einwirken.
(+) Durch die Grünzone läuft man hindurch (weil’s auf dem Weg liegt) bei jedem Wetter; je nach Gestaltung kann man hier auch verweilen.
(+) Durch die Grünzone ist es möglich die Pappelreihe zu erhalten.
(+) Zu guter letzt: Man kann die Grünzone auch in einen Stadtgarten umwandeln. Die Grünzone attraktiv zu gestalten, dafür gibt es unendlich viele Möglichkeiten.
(-) negative Bewertung, (+) positive Bewertung, (o) neutrale Bewertung
@ Herrn Gothe:
Wie unschwer festgestellt werden kann, hat es Ihre Fachbehörde leider versäumt, das Grundstück des ehemaligen Güterbahnhofs auf seine städtebaulichen Nutzungsmöglichkeiten hin zu überprüfen: Eine Aufteilung des Grundstücks in Gewerbefläche und öffentliche Parkfläche (Stadtgarten) ist mitnichten nicht nur in Ost-West-Richtung sondern auch in Nord-Süd-Richtung möglich und angesichts der Fülle der Argumente, die für eine Grünzone vor dem Großmarktgebäudes (Nord-Süd-Grundstücksaufteilung) sprechen wohl auch angezeigt. Vielleicht ist dann auch der Grundstückszuschnitt für Hamberger „zweckdienlicher“.
@ H.E.: Durch das deutliche Zurückweichen der Großmarktgebäudekante hinter die Grundstücksgrenze lässt sich wohl die vermeintliche Schallentwicklung in der Siemensstraße reduzieren.
@ Uta H.
Die Hoffnung besteht darin, dass sich die Parteien, die in der BVV über die Annahme oder Ablehnung des Bebauungsplanes entscheiden, an ihre Wurzeln erinnern, nämlich an grün und sozial, und nicht nach irgendeiner Kosmetik suchen, mit der sie dann ihre Zustimmung rechtfertigen können.
Zu dem vorgeschlagenen Grünzug: Wenn ich es richtig interpretiert habe, schlägst Du statt des Stadtgartens einen Grünzug von der Einmündung der Planstraße (nahe Beusselstr.) bis gegenüber der Oldenburger Straße vor. Aus Deiner Sicht als Anwohnerin der Siemensstraße ist das verständlich. Warum aber soll dann der Grünzug nicht wenigsten bis zur östlichen Grenze des geplanten Stadtgartens gehen? Vielleicht weil bei Deiner Variante das östlich vom Stadtpark liegende Gewerbegebiet seine jetzige Zufahrt behalten kann??
Wie dem auch sei, bei allem vergißt Du, dass es keinen Sinn macht, wieder bei Adam und Eva anzufangen. Der Stadtgarten ist beschlossen, das Grundstück hat das Land Berlin gekauft und die Finanzierung ist gesichert (s. Flyer des Bezirksamtes). Und das wird unsere Verwaltung kaum alles von vorne aufrollen.
Außerdem geht ja Dein Vorschlag für den Grünzug einher mit der Voraussetzung, dass der Investor statt eines Gebäudes von 180 x 100 m eines baut mit ca. 300 m Länge oder mehr, weil er ja bei einem 25 m tiefen Grünstreifen nur noch 75 m Tiefe zur Verfügung hat. Und das wird er mit Recht ablehnen, weil der Bau des Gebäudes und der Betrieb des Großmarktes so unwirtschaftlich werden, dass es nicht zumutbar ist. Und was soll ein 25 m breiter Grünstreifen entlang einer mindestens 300 m langen und 3 Altbaugeschosse hohen Beton-Fertigteil-Fassade?
Dein Vorschlag mit dem noch längeren Gebäude ist auch insofern falsch, als fast alle Gründe, die es gegen einen Großmarkt mit 180 m Länge gibt, bestehen bleiben oder teilweise sogar noch gravierender werden.
Schade, dass Du Dich nicht entschliessen konntest, an Stelle des Großmarktes einen Gewerbepark zu fordern. Damit würden sich nämlich alle negativen Auswirkungen für Moabit schlagartig in Luft auflösen.
@H.E. zu Deiner Hoffnung: Dein Wort in Gottes Ohr!!!
Zu Länge des Grünzugs: Der kann meinetwegen biss nach Honelulu gehen, hauptsache er befindet sich vor dem Großmarktgebäude und vor den Parkplätzen. Wenn der Stadtgarten dann trotzdem realisiert wird, umso besser.
Ob bei Adam und Eva angefangen werden muss, entscheide nicht ich. Ich mache nur auf schwerwiegende Versäumnisse im Zusammenhang mit der Grundstücksaufteilung der Bahnbrache aufmerksam: Es war ja mal (laut Flächennutzungsplan) angedacht, auf dem gesamten Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs einen Park zu errichten. Dieses Vorhaben scheiterte, weil die Bahn das Grundstück nicht verkaufen wollte. Insofern ist Dir – Rané – recht zu geben. Wenn auf dem Grundstück „nur“ ein Park realisieren werden kann, ist das Grundstück nur ein Bruchteil dessen wert, als wenn dort eine hochverdichtete Gewerbeansiedlung stattfinden kann. Die Verhandlungen zwischen dem Land/der Stadt Berlin und der Bahn waren also zum Scheitern verurteilt: denn niemand – vor allem nicht die Bahn – verkauft ein Grundstück zu einem niedrigen Preis, wenn absehbar ist, dass irgendwann und unter bestimmten Umständen ein, um ein vielfaches höherer Preis dafür zu erzielen ist. Die Umstände, von denen ich hier spreche, sind nun eingetreten. Man hat die Fa. Hamberger aus dem Hut gezaubert, die auf eigene Kosten für das besagte Grundstück einen vorhabenbezogenen B-Plan initiiert hat. Mit diesem B-Plan, so er denn Zustimmung in der BVV findet, wird Baurecht geschaffen. Mit diesem Baurecht erhält das Grundstück seinen eigentlichen Wert. Hiervon profitiert vor allem die Bahn, denn die kann das Grundstück nun zu einem sehr viel höheren Preis an Hamberger verkaufen. Ich weise darauf hin: es geht hierbei um Millionen. Bei diesem Geschäft gewinnt die Bahn und es verlieren die Anwohner.
Das weiß natürlich auch das Amt für Stadtentwicklung. Darum hat sie der Bahn den Stadtgarten aus den Rippen geleiert (im Übrigen wurde der im Verlauf der Verhandlungen mit der Bahn bzw. Hamberger immer kleiner) und obendrein bekommen wir noch eine Umgehungsstraße – so ist`s gesagt, so steht`s geschrieben. Der Deal scheint also zu lauten: wenn auf der eine Seite, das Grundstück massiv versiegelt und bebaut werden kann, kann (und wird) auf der anderen Seite der Stadtgarten realisiert werden.
Auf dem Grundstück des ehemaligen Güterbahnhofs sollen also zwei Nutzungen untergebracht werden, die unterschiedlicher nicht sein können: öffentlicher Park/Garten/Grünfläche und Gewerbefläche. Jetzt gehe ich in meiner Argumentation davon aus, dass es der Bahn ziemlich egal ist, ob die 15.000 m² öffentliche Grünfläche links, rechts, oben oder unten vom Gesamtgrundstück abgeteilt werden, wenn nur der anvisierte Preis für das Grundstück erzielt werden kann. Wenn dem so ist, dann hätte das Amt für Stadtentwicklung, als dafür zuständige Fachbehörde, in städtebaulicher Hinsicht und in Bezug auf die von dem Großmarkt zu erwartenden Beeinträchtigungen vorab prüfen müssen, welche Nutzungsaufteilung sinnvoll bzw. sinnvoller ist. (Nebenbei gesagt, gibt es ja nicht nur die Ost-West und die Nord-Süd-Aufteilung sondern auch dutzend andere Möglichkeiten der Nutzungsaufteilung.) Das hat sie scheinbar versäumt, denn anders ist das Ergebnis des Stadtgartens nicht zu verstehen…
Aber H.E. zurück zu Deinem Kommentar: Du machst hier ja dolle Vorschläge: den Großmarkt auf 300 m zu verlängern. Ich habe das nirgendwo geschrieben. Was Du mir in den Mund legst, muss ich doch scharf zurückweisen. Aber was ein hinreichend breiter Grünstreifen vor dem Großmarkt soll, dass kann ich Dir sagen: Hier ließen sich Blumen- und Gemüsebeete, Murmelbahnen, Spiel- und Sportgeräte, Wasserflächen anlegen; es könnten Pavillons errichtet werden, in denen Obst- und Gemüse, Kaffee und Kuchen verkauft werden könnten, hier ließen sich Parkbänke, Skaterbahnen, Schaukeln, Wippen und und und unterbringen. Das, und noch viel mehr ließe sich alles mit Bürgerbeteiligung erdenken. Ein Grünstreifen, zudem ein öffentlich nutzbarer, beinhaltet sogar die Möglichkeit, dass das Großmarktgebäude bzw. dessen Südfassade quasi von Außen gestaltet werden könnte. Das ist eine ganz andere Herangehensweise an so ein prekäres Thema, wie es die Gestaltung eines Gewerbebaus nun einmal ist. Normalerweise werden Fassaden aus der inneren Nutzung heraus gestaltet. Das führt dann zu dem derzeit vorliegenden Ergebnis – der monotonen Reihung von Beton-Fertigteil-Fassadenelementen mit ein bisschen Glas dazwischen. Wenn man sich der Fassade nun von außen annimmt, also von der Art der Nutzung der Grünzone ausgeht, kommt man vielleicht zu ganz anderen Ergebnissen… Herr Gothe, Sie wollten sich doch für eine besser gestaltet Fassade, evtl. auch unter Einbeziehung von Anwohnern einsetzen?
Ich will das hier nicht weiter ausführen. Ich will nur sagen, den Anwohnern (und damit meine ich alle, die im angrenzenden Stadtgebiet leben) wäre schon geholfen, wenn ein hinreichend breiter Abstand zwischen Pappelreihe und Großmarkt im B-Plan festgeschrieben wird. Diese Fläche kann auch gern erst einmal frei bleiben. Was man damit anstellt, kann man ja später immer noch entscheiden. Wenn im Gegenzug dafür die Großmarkthalle ein bisschen länger wird – ob 180 oder 200 m – ist auch egal.
Zurück zu deinem Kommentar H.E. Natürlich – wenn ich die Wahl hätte – ich würde mich auch für einen kleinteiligen Gewerbepark entscheiden. Es sprechen sehr viele Argumente dafür – ich will sie (damit die BVV sie erhört und den B-Plan postwendend an das Stadtentwicklungsamt zurück sendet) hier nicht unerwähnt lassen:
(+) Ein kleinteiliger Gewerbepark orientiert sich an der vorhandenen kleinteiligen Gewerbestruktur.
(+) Ein kleinteiliger Gewerbepark würde das Stadtbild nicht in der Form dominieren, wie es die Großmarkthalle wohl tun wird.
(+) Eine kleinteilige Gewerbestruktur hat positive Auswirkungen auf das vorhandene Stadtgebiet.
(+) Bei einer kleinteiligen Gewerbestruktur besteht die Chance, dass es sich nicht so hermetisch vom Stadtgebiet abwendet wie die Großmarkthalle wie auch der Hellweg-Baumarkt.
(+) Eine kleinteilige Gewerbestruktur vermag es ebenso, Arbeitsplätze zu schaffen. Eine gute Mischung aus hochqualifizierten und geringer qualifizierten Arbeitsangeboten ist denkbar.
(+) Eine kleinteilige Struktur kann sukzessiv umgesetzt werden. Sie kann flexibel auf Veränderungen der Nutzerbedürfnisse und des Marktgeschehens reagieren.
(+) Eine kleinteilige Struktur ist nicht in so starkem Maße vom Erfolg eines einzelnen Unternehmers abhängig. (Die Frage ist berechtigt, was passiert, wenn das unternehmerische Konzept der Fa. Hamberger nicht aufgeht, Hamberger sich mit dem Projekt übernimmt? Müssen wir dann mit der Großmarkthalle leben?)
(+) Eine kleinteilige, z.T. offene Bebauung verriegelt nicht die Schneise, die das Wohngebiet mit gekühlter Frischluft versorgt.
(+) Eine kleinteilige Struktur ist im Zentrum Berlins zwischen TU, FH, zwischen Siemens und Frauenhofer Institut mindestens genauso gut – wenn nicht besser – angesiedelt wie ein Gastronomiemarkt.
(+) Die Architektur einer kleinteiligen Struktur könnte wohl ansprechender gestaltet werden.
Ich werde einen Teufel tun, hier in diesem Forum die Argumente zu nennen, die dagegen sprechen. Die können sich diejenigen ausdenken, die dagegen sind, die einen kleinteiligen Gewerbepark entweder nicht umsetzen wollen oder nicht umsetzen können. Und wie gesagt: nichts wäre mir lieber, als das sich der schlechte Traum vom Hamberger Großmarkt in Luft auflösen würde.
Egal wie die Entscheidungen drumherum ausfallen: Mir würde es auch gefallen, wenn sich aus Siemens- und Unionstraße nicht nur eine Spielstraße, sondern sogar eine mit den geplanten Stadtgarten zusammenhängende Grünfläche entwickeln würde, die Autostellplätze für Anlieger sollten aber vorläufig irgendwo erhalten bleiben.
Neben der edlen Kunst, Dinge zu verrichten, gibt es die edle Kunst, Dinge unverrichtet zu lassen. Lin Yu-Tang
Die BVV hat im Februar die Auswertung der Behörden-Beteiligung und der “frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit” zum “B-Plan 1-45 VE” des Hamberger Großmarkts erhalten, hier das umfangreiche (4,9MB) PDF.
Am Mittwoch, 24. März 2010 wird der B-Plan zum Großmarkt auf der Tagesordnung des BVV-Ausschusses für Stadtentwicklung, Sanieren, Bauen und Bebauungspläne (Tagesordnungspunkte Ö5.2 und Ö5.3). Die Sitzung beginnt um 17:30 Uhr und findet im Sitzungssaal 226 des Neuen Stadthauses, Parochialstraße 3, 10179 Berlin statt (nähe S/U Alexanderplatz)
Die Tagesordnung (Stand v. 18.3.01 laut Internet):
N 1 (nichtöffentlich)
N 2 (nichtöffentlich)
Ö 3 Genehmigung der Tagesordnung
Ö 4 Genehmigung des Protokolle der 41. Sitzung vom 27.01.2010, der 42. Sitzung vom 11.02.2010 und der 43. Sitzung vom 24.02.2010
Ö 5 Aktuelle Themen sowie Beratung und Beschlussfassung von dazugehörigen Drucksachen
Ö 5.1 Bayer Schering – aktueller Planungsstand BE: Bezirksamt, Gast: Bayer Schering
Ö 5.2 B-Plan 1-45 VE – Großmarkt Siemensstraße BE: Bezirksamt, Gast: Hamberger und Pro Stadt in Verbindung mit der Drs. 1545/III
Ö 5.3 Neubau des Gastronomie-Großmarktes an der Siemensstraße, Drucksache 1545/III
Ö 5.4 Stadtumbau West: Teilbereich c+d (Moabit West) BE: Bezirksamt, Gast: S.T.E.R.N.
Ö 6 Mitteilungen
Ö 6.1 des Vorsitzenden
Ö 6.2 des Bezirksamtes
Ö 7 Aktuelle Viertelstunde
Ö 8 Beratung und Beschlussfassung von Drucksachen und Bezirksamtsvorlagen
Ö 8.1 Der Spittelmarkt – Für einen wirklich attraktiven Stadtplatz!, Drucksache 1452/III
Ö 8.2 Bebauungspläne Molkenmarkt und Petriplatz , Drucksache 1453/III
Ö 8.3 Bebauungsplan III-244 (Kleingartenkolonie Quartier Napolèon) sowie Entscheidung über den Entwurf der Rechtsverordnung zur Festsetzung des Bebauungsplanes III-244, Drucksache 1528/III
Ö 9 Verschiedenes
Das wird ja dann am Mittwoch in politischer Hinsicht eine spannende Ausschusssitzung! SPD und Grüne haben in der BVV die Mehrheit. Da man wohl davon ausgehen kann, dass die SPD ihren Stadtrat nicht im Regen stehen lassen wird, sind die Grünen sozusagen das Zünglein an der Waage. Sie haben es in der Hand, ob der Bebauungsplan für den Großmarkt bei der später folgenden endgültigen Abstimmung in der BVV genehmigt oder abgelehnt wird.
Am Mittwoch wird sich an ihren Forderungen und Argumenten zeigen, wohin die Grünen tendieren, ob sie auch nur Kosmetik oder evt. doch schwerwiegende Änderungen verlangen oder sogar so eine Riesenhalle und einen Großmarkt mit allen negativen Auswirkungen auf die Umwelt an dieser Stelle insgesamt ablehnen. Letzteres könnte man ja wohl eigentlich erwarten. Damit würden die Grünen auch mal wieder ihr Profil schärfen und sie würden sich um Moabit verdient machen.
Letztlich will auch Grün gewählt werden, und die grünen Wähler sind in der Regel Leute, die die Folgen solcher Projekte abschätzen können, die solchen Projekten sehr kritisch gegenüberstehen und die sie meistens ablehnen.
Frank Bertermann (Ausschussvorsitzender Stadtentwicklung) teilte mit, dass der TOP Hamberger Großmarkt voraussichtlich so etwa gegen 19 Uhr dran kommt am nächsten Mittwoch (s. oben Kommentar Nr. 82).
@ h.e.
schau dir doch an, wie das abstimmungsverhalten der grünen beim mauerpark war. wenn die grünen da schon einknicken und zustimmen, wird dies aus machtkalkül mit 1000%iger Sicherheit auch bei Hamberger der Fall sein.
@ Kiezbürger
Wer ist hier der Pessimist bzw. Negativist ? Lach mich weg, Kiezling, der Rio Reiser plagatieren will. Für mich zählen nur Orginale und keine Abziehbilder.
Realist trifft es mE besser.
Rio Reiser war übrigens noch nie mein Fall. 68er auch nicht. PDS auch nicht. “Links” sein auch nicht. Aber natürlich auch nicht “Rechts” sein. Bin ich deswegen ein schlechter Mensch oder hier im Forum oder in Moabit nicht willkommen?
Liebe Grüße
Guido (Ex-Kiezking)
@ Guido
Nun, ich kenne die wilden Chatzeiten der 9oer und war damals auch unter mehreren Nicks unterwegs. Die Seiten dienten vor allem der Unterhaltung. Aber ab einem bestimmten Diskussions- und Beteiligungsniveau finde ich es besser mit realem Namen aufzutreten.
Lieber Gruß Rané
@ Rané und Guido
Es wär nett, wenn Ihr Euer Gehakel wo anders austragen könntet. Das Thema Großmarkt hat ernsthafte und der Sache dienliche Kommentare verdient.
Wie lief jetzt eigentlich der Ausschuß? Sind die Grünen um Bertermann eingeknickt und machen sich jetzt so richtig unglaubwürdig?
Gruß
Guido
Hier einige Punkte aus dem BVV-Ausschuss zum Thema Hamberger Großmarkt
Folgende Verbesserungen für die Anwohner hat der Investors über den bisherigen Stand hinaus angeboten:
- Mehr als 18 Bäume auf der Siemensstraße
- Mehr als 5 Bäume auf dem Kundenparkplatz
- Mehr Fassadenbegrünung
- Kunstwettbewerb zur Gestaltung der nichtbegrünten Fassadenteile
- Verschiebung der Halle um 1 Meter von Siemensstraße weg
Zur Hallenhöhe: Die aktuell vorgesehene Hallenhöhe beträgt 11,35 Meter.
Herr Immenlauer von Pro Stadt (tätig für Senatsverwaltung Wirtschaft) stellte fest: Das Land Berlin hat großes Interesse an der Ansiedelung des Großmarkts, Hamberger wird für seine Investitionen GA Mittel (EU Fördertopf) erhalten. Er sagte außerdem, dass die Grünläche auf dem Bahngewerbegürtel (geplanter Moabiter Stadtgarten) von den ursprünglich vorgesehenen ca. 4 Hektar auf 1,5 Hektar verringert worden war, ausdrücklich zugunsten des Großmarkts.
Die BI Siemensstraße hat die Stellungnahme eines vereidigten Baumgutachters zum vorliegenden Baum-Gutachten übergeben, das die Ergebnisse des Gutachtens anzweifelt. Eine Anwohnerin hat ein Bürgergutachten erstellt und an die Bezirksverordneten übergeben.
Es wurden von verschiedenen Vertretern der Politik im Ausschuss folgende Argumente vorgebracht:
Es bestehen Zweifel an einem realen Bedarf eines Großmarkts in dieser Größe.
Das Konzepts eines Großmarkts auf dem ehemaligen Bahngewerbegürtel widerspricht dem ursprünglich im Bezirk abgestimmten Konzept einer kleingliedrigeren Gewerbeentwicklung. Derartige Einrichtungen sollten nach dem Konzept auf dem Beusselgroßmarkt oder im Westhafen untergebracht werden.
Der Großmarkt integriert sich nicht in den Stadtraum, sondern steht diesem massiv entgegen.
Aufgrund der Stellungnahme eines Baumgutachters zum vorliegenden Baumgutachten soll Stadtrat Gothe eine kritische Prüfung des Gutachtens veranlassen und das Ergebnis schriftlich vorlegen. Herr Gothe will überlegen, was zu tun ist.
Die vielfach vorgetragenen Bedenken einer negativen Auswirkung des Großmarkts auf die weitere soziale Entwicklung im Quartiersmanagementgebiet soll in einer Studie untersucht werden.
Es ist zu überprüfen, ob eine Verlagerung des Großmarkts nach Norden durch Änderungen an der “Planstraße” ermöglicht werden könnte, z.B. wenn die dort geplanten Radwege wegfallen würden. Allerdings könnte es problematisch werden, eine solche Planänderung zu veranlassen, da dadurch das Planfeststellungsverfahren verlängert werden würde.
Die Diskussion zum Großmarkt wird bei der Sitzung des Stadtentwicklungs-Ausschusses im April fortgesetzt. Auch die Drucksache der SPD zum Thema wird auf April (voraussichtlich 28.4. ??) vertagt.
Im Anschluss die von der BI Siemensstrasse den Bezirksverordneten des Bauausschusses vorgelegte Stellungnahme von Dr. Michael Barsig zum offiziell einsehbaren Baumgutachten. Das offizielle Gutachten schließt sich dem von der Firma Hamberger bestellten Gutachten von Frau M. Formacon an und ergänzt dies um die fehlenden Bäume.
Die Einsicht in das Gutachten gelang uns in den letzten Tagen. Sie war unter Berufung auf das Berliner Informationsfreiheitgesetz möglich. Danke allen, die sich, auch auf dieser Internetseite, für die Einsicht in dieses Dokument eingesetzt haben!
“An die BI Siemensstraße (Auftraggeberin)
v.d. Frau Elke Blume, Emdener Str.32, 10551 Berlin
Sehr geehrte Frau Blume und Frau Winkler,
hier meine abschließende Stellungnahme zur von Ihnen beauftragten Durchsicht und fachlichen Prüfung der von Ihnen zur Verfügung gestellten Unterlagen:
1. Gutachten von Frau M. Fornacon: “Zur Bewertung von 86 Pyramiden-Pappeln (Populus nigra ,Italica´) an der Siemensstraße, in 10551 Berlin-Mitte auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes Moabit” vom 03.05.2009.
2. Auszüge aus dem Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 1-45 VE, FB Stadtplanung Mitte, s.31-40 und s.67-71 (einschl. des darin zitierten Pappelgutachtens der Dr. Szamatolski+Partner GbR).
Dazu folgende Anmerkungen:
1. Es wurden insgesamt von allen untersuchten 100 Pappeln nur eine einzige Säulen-Pappel in Schadstufe 1, keine in Vitalitätsstufe 0 und alle anderen in die Schadstufe 2-4 eingestuft.
Eine Kurz-Besichtigung des Pappelstreifens an der Siemensstraße durch mich am 19.03.10 hat ergeben, dass es
- a) zwar (einige) geschädigte Pappeln im Bestand gibt
- b) jedoch auch eindeutig mehrere Pappeln mit Schadstufe 1 oder ungeschädigt im Bestand zu finden sind. Da in den zitierten Gutachten offensichtlich insgesamt keine eingehende Untersuchung möglicher verkehrsgefährdender Pappeln erfolgt ist, sondern hier lediglich Sichtkontrollen im Rahmen der o.g. Gutachten durchgeführt worden waren, erscheint die Schadstufen-Einteilung und davon abhängige Ausgleichsberechnung fachlich nicht ausreichend;
- c) sich bei der Pappelreihe um eine lineare Baumreihe handelt, die eine Ensemble-Funktion hat (Abschirmung eines ehemaligen Güterbahnhofs von der gegenüber liegenden Wohnbebauung mit alleeartigem Charakter). Dadurch erhält sie auch einen bisher offenbar nicht berücksichtigten Biotopwert, weil sich in einem Bestand von 100 Pappeln andere Einnischungsmöglichkeiten für Tierarten darbieten als bei einem Einzelbaum. In diesem Zusammenhang ist das Vorhandensein von Totholz im Bestand übrigens nicht wertmindernd, sondern aus ökologischer Sicht wertsteigernd, weil sich dadurch die Diversität der Tierzönosen (Tier-Lebensgemeinschaften) nach allen bisher bekannten stadtökologischen Untersuchungen erhöht. Außerdem sind entsprechende Tierpopulationen (insbesondere Insekten, ev. Vogelpopulation) stetiger und dauerhafter als bei einem Einzelbaum. Eine internationale Literaturstudie des Sachverständigen im Auftrag der Bundesanstalt für Gewässerkunde hat ergeben, dass auch Hybrid-Pappeln eine deutlich höhere ökologische Wertigkeit aufweisen als bisher angenommen wurde.
Daraus ist zu folgern:
1. Die eher pauschale Abwertung der Pappelvitalität in den o.g. Gutachten und Planungsberechnungen führt zu einem fachlich nicht gerechtfertigten Gehölzabschlag.
2. In diesem Bereich wäre neben einer möglicherweise noch fehlenden ausreichenden naturschutzfachlichen Begutachtung die Einberechnung des Ensemblecharakters der Pappelreihe erforderlich, die entsprechend mit Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden müsste. Hier wäre die bei der Methode Koch geforderte Berücksichtigung der Funktion eines Gehölzes bei Baumwertberechnungen einzubeziehen; im konkreten Fall wäre als Ausgleichsberechnung eigentlich der Ersatz der gesammelten Baumreihe als Ensemble anzustreben; der Einzelwert eines mehr oder weniger vitalen Pappelgehölzes ist zwar auszurechnen, zielführend müsste aber die Wiederherstellung des Baumreihencharakters sein. Die bisher in den genannten Dokumenten vorgenommenen Ersatzpflanzungsberechnungen würden keinesfalls ausreichen, um diese Wiederherstellungskosten zu decken.
3. Fachlich falsch ist in diesem Zusammenhang die gutachterliche Einschätzung, dass die Einzel-Entnahme zu enger oder kranker Bäume die Standsicherheit der verbleibenden Pappeln gefährden würde. Dafür fehlt eine fachliche Begründung. Hier könnte es sich möglicherweise um eine Abwertung der Pappelreihe im Interesse des Investors handeln.
4. Bei der Bauplanung wäre ggf. zu überprüfen, welche Teile der Pappelreihe wirklich so stark geschädigt sind, dass man hierfür ggf. eine Einfahrt oder dgl. planen könnte. Es wäre aber wie erwähnt auf eine Wiederherstellung des Ensembles z.B. durch eine gruppen- bzw. reihenweise Neupflanzung zu achten. Hierfür wäre vermutlich ein überschlägiger Betrag von mindestens 65.000 Euro anzusetzen, weil hierbei unbedingt auch bodenverbessernde Maßnahmen vordringlich wären. Der teilweise geschädigte Zustand von einzelnen Pappeln ist vermutlich auch auf schlechte Bodenbedingungen (ev. sogar Kontaminationen) zurückzuführen.
5. Zielführend wäre aus baumbiologischer Sicht sowie aus stadtökologischen Kriterien (Abgrenzung eines Wohnquartiers von einer Gewerbebebauung, Schutz eines linearen Baumreihen-Biotops) ein Erhalt der Baumreihe und ein möglicher Gehölzumbau z.B. durch die Ergänzung der Pappelreihe durch Säulen-Eichen. Falls die Pappelreihe der geplanten Bebauung weichen müsste, würde dies einen beträchtlichen gehölzbiologischen Verlust darstellen, der durch punktuelle Ausgleichspflanzungen nicht zu ersetzen wäre.
Mit freundlichen Grüßen
gez. am 22.03.2010
Stempel der Industrie- und Handelskammer zu Berlin: Dr. rer. nat. Michael Barsig, Sachverständiger für Statik und Verkehrssicherheit von Bäumen; biotische und abiotische Schäden an Bäumen, Baumpflege – öffentlich bestellt und vereidigt –
Unterschrift: Michael Barsig”
Danke, Jürgen, für den ausführlichen Bericht.
Hier einige Anmerkungen dazu:
Die vom Investor angebotenen “Verbesserungen” sind aus der Sicht des Investors verständlich. Leider haben sie, da das Gebäude in seinen Maßen unverändert und an der geplanten Stelle bleiben soll, genauso wenig Auswirkungen wie ein Sack Reis, der in China umfällt.
Herr Immenlauer von Pro Stadt möchte doch bitte öffentlich und schriftlich darlegen, welche konkreten Interessen denn die Stadt Berlin tatsächlich an der Ansiedlung des Großmarktes hat.
Betreffend die eventuelle Studie über die sozialen Auswirkungen sollte man im Sinne der Neutralität u. a. sehr darauf achten, dass nicht eine Gesellschaft damit beauftragt wird, die eh schon in Moabit tätig ist. Und man sollte fordern, dass die Studie einen Vergleich mit den Auswirkungen eines Gewerbeparkes enthält.
Wenn die bisher bereits fertiggestellte Umgehungsstraße bereits Radwege hat, macht es keinen Sinn, diese im Bereich des geplanten Großmarktes wegzulassen.
Ihr fixiert euch zu sehr auf die Pappeln! Aus Sicht des B-Planes ist das nur nebensächlich, auch wenn es anders wünschenswert wäre.
@ Guido
Du hast völlig recht.
Zur demnächst anstehenden Offenlegung des Bebauungsplanes durch die Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte:
Zitat aus dem Baugesetzbuch (BauGB):
§ 1 Aufgabe , Begriffe und Grundsätze der Bauleitplanung, hier Abs. 5:
“Die Bauleitpläne (Bebauungsplan) sollen eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen in Einklang bringt, und eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten. Sie sollen dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln, auch in Verantwortung für den allgemeinen Klimaschutz, sowie die städtebauliche Gestalt und das Orts- und Landschaftsbild baukulturell zu erhalten und zu entwickeln.”
Angesichts dessen frage ich mich: woher nimmt die Abteilung Stadtentwicklung auch nur eine einzige Rechtfertigung für den geplanten Großmarkt an dieser Stelle?
@Guido, @H.E. und zur Baumreihe
Hier sei gesagt, dass ich deine Bedenken, H.E., bezüglich des Baus ausdrücklich teile. Die BI stellt allerdings gegenüber dem Vorgelegten Plan des Großmarkts von Hamberger u. A. wohlbemerkt zunächst MINIMALFORDERUNGEN! Doch auch gegenüber diesen sind die Verwaltung und der Investor bisher nicht bereit, in einer ernstzunehmenden Weise zu reagieren.
Desweiteren will ich nicht behaupten, dass ich fähig bin, zu erklären, warum Bäume und diese Baumreihe wichtig sind. Trotzdem will ich es hier versuchen.
Dass der Erhalt der Pappelreihe und ihre schonende Wiederaufforstung trotzdem nicht die einzige Forderung der BI ist, dürfte aber bekannt sein (siehe Leitartikel dieser Diskussion und die drei weiteren Forderungen auf dem Unterschriftenblatt: Zurückrücken der Gebäudewand um mind. 10 m; Bau der Umgehungsstr. vor dem Bau des Großmarktes; eine stadtteilverträgliche Ansiedlung von Gewerbe, evtl. Gewerbepark). Einige der Bedenken der BI im Zusammenhang mit dem Großmarkt wurden u. A. gegenüber dem Bauausschuss und gesondert gegenüber der Abteilung Stadtentwicklung und dem Investor geäußert: die Größe des Gebäudes und die Versiegelungsfläche; entstehende soziale Probleme durch eine so rücksichtslose Bauweise; die Problematik der Zunahme des Verkehrs im Innenstadtbereich durch den Großmarkt; die Probleme des Lärms; die fragliche Wirtschaftlichkeit eines solchen Unternehmens an dieser Stelle und die drastische Unterbrechung einer wichtigen Schneise bodennaher Kaltluft, die in Nord-Süd-Richtung die Straßen von Moabit bis Charlottenburg abkühlen sollte. Den Themen sind wir weiterhin auf der Spur.
Obwohl die Pappeln nun zwar wahrscheinlich nicht alles schützen können, was durch das Projekt in Bezug auf die Anwohner, die Umwelt und die Wirtschaft unberücksichtigt bleibt, könnte der Erhalt der Baumreihe aber gleich mehrere der gravierenden Probleme, die durch den Bau des Großmarktes auf diesen Teil von Moabit zukommen würden, abschwächen.
Aus landschaftlichen, gesundheitlichen und ökologischen Gründen fordert die BI deshalb, dass die Baumreihe weitestgehend erhalten bleibt, indem man sie pflegt und nur die unbedingt verkehrsgefährdenden Bäume entfernt und durch junge Bäume ersetzt. Wenn die Bäume nicht auf diese Weise erhalten werden, sondern in irgend einer Weise durch Ersatz ausgeglichen werden, sind alle der hier dargestellten Verbesserungen des Bauplans hinfällig. (Das von der BI hierfür vorgeschlagene Konzept wird demnächst hier vorgestellt).
Vorteile des Erhaltes der Baumreihe:
1. Ihr Erhalt und ihre Wiederaufforstung schützen wenigstens einen wichtigen Teil des Grüns, der durch die vorliegende Planung des Großmarktes auf diesem Gelände verloren gehen würde.
2. Die Reihe ist stadtbildprägend und dient der Identifikation der Anwohner mit ihrem Wohnumfeld.
3. Der weitestgehende Erhalt der ausgewachsenen Bäume ist in dieser Gegend, die durch den Verkehr bereits äußerst belastet ist (Beussel- und Siemensstr.), und der durch Hamberger, trotz Umgehungsstrasse, enorm zunehmen wird (geschätzte 1800 zusätzliche PKWs 200 LKWs) sehr wichtig: die Bäume produzieren Sauerstoff und binden Feinstaub.
4. Um dies zu ermöglichen, muss die Gebäudeaußenkante um mindestens 10 m zurückrücken (erforderlich zum Schutz der Pappelwurzeln).
5. Hiermit wird wenigstens ein Teil der versiegelten Fläche reduziert.
6. Zugleich wird ein Abstand von der gegenüberliegenden Wohnreihe ermöglicht, was den Bau etwas erträglicher machen soll.
7. Die Baumreihe dient als Sichtschutz vor der riesigen Gebäudewand und der Dachfläche.
8. Die Baumreihe verringert die zu erwartende Erwärmung der Wand und damit der Umgebung. (Letztere würde wegen der durch den geplanten Bau unterbrochenen, wichtigen Frischluftschneise bereits aufgeheizt.)
9. In den Bäumen leben zahlreiche Vögel- und Insektenarten. Die Anwohner kennen und schätzen die Vogelpopulation.
Es sei hier erwähnt, dass die BI nicht dafür ist, dass für die Forderung des Zurückrückens der Gebäudewand der geplante Stadtgarten (siehe z. B. http://www.moabitonline.de/1412) als Ausgleichswert zur Disposition gestellt wird, wie es ein anderer Entwurf tut.
Für den Erhalt der Baumreihe fordert die BI (u. A. nach Empfehlung durch Sven Salzwedel, Dipl. Ing. Landschaftsplanung und zertifiziertem Baumgutachter):
1. Ein unabhängiges Baumgutachten zur reellen Einschätzung der Pappelreihe mit entsprechenden Empfehlungen zum Erhalt, der Pflege (Aufstellung eines Pflegekonzeptes) und den Ersatz von zu kranken und toten Bäumen.
2. Einen schonenden Umgang mit der Pappelreihe, d. h., dass zu kranke und tote Bäume entfernt werden, die weiteren Pappeln ordnungsgemäß nach der ZTV-Baumpflege gepflegt werden und dass die entfernten Bäume durch Säuleneichen nach und nach ersetzt werden.
3. Die Anlage eines mindestens 10 m breiten Abstandes zwischen Gebäudewand und Gehweg für die Pflanzung der Ersatzbaumreihe entlang der Siemensstr., inklusive einer behutsamen Entsiegelung und Bodenverbesserung.
Kennt jemand den Amtseid, den Bezirksbürgermeister und Bezirksstadträte in Berlin ablegen müssen? Und wenn ja, wo sind sie nachzulesen?
Der Artikel aus dem Berliner Abendblatt vom 3.4. zum Gegengutachten für die Bäume ist oben am Ende des Artikels bereitsgestellt:
http://www.moabitonline.de/wp-content/uploads/2010/04/Pappeln_BerlAbendbl_10-04-03.jpg
Eine identische Pappelreihe steht übrigens auf der anderen Seite der Beusselbrücke zwischen dem Beussel-Großmarkt und der S- bzw. Fernbahn. Und da redet keiner und schon gar nicht das Bezirksamt davon (habe jedenfalls noch nichts gehört), dass die krank sind und wegmüssen. Da hier immerhin die Fernbahn mit mindestens 100 km/h und alle fünf Minuten die S-Bahn vorbeidonnert, müßte, wenn ein Teil der Pappeln krank wär, aus Sicherheitsgründen schon längst die ganze Reihe gefällt sein.
Wieso sollen also die Pappeln hier offenbar alle gesund sein und stehenbleiben, während ca. 200 m weiter gerade die im Bereich des Hamberger-Großmarktes an der Siemensstraße angeblich so krank sind, dass die ganze Reihe mit 130 Bäumen gefällt werden muss?
Ich warte immer noch drauf, dass man endlich mal von den Grünen von Mitte richtig was grünes zu den Pappeln an der Siemensstraße hört.
Hier in Berlin kann gar nicht so schnell protestiert werden, wie gefällt wird! Wir haben uns in den letzten Jahren mehrfach über unabgestimmte Fällaktionen beschwert und immer unzureichende Antworten erhalten. Von den GRÜNEN kam ohnehin gar nix. Die kümmern sich bestenfalls um Kreuzberg. Die GRÜNEN sind noch so grün wie ein Laubbaum im Winter – grünlackierte Wirtschaftsliberale.
Die Naturschutzverbände (NABU und BUND) sind verzweifelt überfordert, kommen doch aus allen Ecken Berlins fast täglich niederschmetternde Alarmmeldungen. Seitdem vor ein paar Jahren die Baumschutzverodnung geändert worden ist, gibt es quasi keinen Schutz mehr für Bäume in Berlin.
Kürzlich sind rund um den Nordhafen etwa 25 teils alte Bäume gefällt worden, ein großer Teil der anderen die noch stehen wurden verstümmelt. Vom Gartenbauamt habe ich noch immer keine Antwort erhalten – nach Wochen!!! Die Oase am Nordhafen ist jedenfalls weitgehend und auf Jahre irreversibel zerstört. Aber da wird ja demnächst BAYER-Schering hingebaut – dann wird aus Park ohnehin Vorgarten.
Unbedingt muß die Baumschutzverordnung (“Baumfällverordnung” wäre passender) schnell wieder geändert und stark verschärft werden, da sind sich alle NaturschützerInnen einig. Für viele Naturdenkmäler und ehemals grüne Nachbarschaften ist es allerdings schon zu spät. Jetzt heißt es zu retten was noch zu retten ist!
Da bisher aus dem Bezirksamt als Rechtfertigung immer wieder der Hinweis kam, dass der geplante Großmarkt Arbeitsplätze schaffen wird, hier ein Hinweis an alle Parteien in der BVV Mitte:
Heute können Sie im Tagesspiegel in einem großen Artikel nachlesen, was Lagerarbeiter bei einem 35 Std./Woche-Niedriglohnjob verdienen. Danach geht ein verheirateter Lagerarbeiter mit einem Kind mit 800 € nach Hause. Dazu erhält er vom Amt Kindergeld und die Miete. Insgesamt sind es 60 € weniger als mit Hartz IV. In dem Artikel ist auch nachzulesen, dass die Ehefrau Angst vor der Einschulung ihres Kindes hat, da sie nicht weiss, wie sie dann Dinge, die erforderlich werden, bezahlen sollen.
Sind Sie der Meinung, dass solche Jobs wünschenswert sind und dem Staat und insbesondere Moabit nutzen?
Bessere Arbeitsplätze könnten Sie mit einem Gewerbe- und Technologiepark an gleicher Stelle schaffen. Hiermit könnten Sie auch die Pappelreihe erhalten und sämtliche Umweltprobleme vermeiden.
wollte den Artikel gern lesen, musste aber ein bißchen suchen:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Niedrigloehne-Hartz-IV;art271,3081072
und das Interview passt auch zum Thema Niedriglöhne:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Barbara-Riedmueller-Niedrigloehne;art271,3081076
mit Statistik:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Niedriglohn-OECD;art271,3081074
Sozial ist, was Arbeit schafft. Hört man doch von Politikern fast jeglicher Couleur. Denen ist doch nur wichtig, das die Arbeitslosenzahlen stimmen. Ob Mensch dann von der Arbeit leben kann, ist nebensächlich. Du wirst also, wenn du was hörst, zu hören kriegen, das jeder Job wünschenswert und willkommen ist.
Durchschnittlicher Tarifarbeitslohn in Berlin für Vollzeit Lagerarbeiter liegt bei 1800 bis 2100 Brutto.
Hat jemand die Löhne bei Hamberger mal angefragt oder soll munter weiter geraten werden?
Hat sich jemand von denen, die hier Pappeln mit Arbeitsplätzen verrechnen (im übrigen fast 3 Arbeitsplätze pro Pappel und 25 Mio Investitionen d.h. 80.000 € pro Pappel), und denen Ihre Aussicht mehr wert ist als ein Gewerbe im Gewerbegebiet, und keinen Job akzeptieren, der nur um die 1000 Euro bringt, weil es ja Hartz4 gibt und dann irgendeine Frischluftschneise entdeckt haben, die von einem Flachbau im Vergleich zu Wohnhaushöher unterbrochen wird, mal überlegt, bei all dieser wilden Suche nach Gründen warum in Moabit alles so bleiben soll wie es ist, ob nicht unter dem verseuchten Bahngelände eine denkmalgeschützte Schildburg vergraben liegt.
@ I. D.
In einem offiziellen Gespräch bei Stadtrat Gothe wurden die Hamberger-Leute nach den Löhnen und nach einem Betriebsrat gefragt. Die Antwort war eisiges Schweigen.
Die geplante bauliche Situation in der Siemensstraße ist mit der in der Quitzowstraße beim Hellwig-Baumarkt zu vergleichen. Die Hamberger-Großmarkthalle wird jedoch höher. Ich wage zu bezweifeln, dass Du dort gern gegenüber wohnen möchtest.
Keiner will den Güterbahnhof im jetzigen Zustand erhalten. Auf das Grundstück soll Gewerbe, jedoch in einer stadtteil- und umweltveträglichen Form.
Außerdem: M. E. hat die Geschichte von Schilda nicht auf einem Güterbahnhof sondern im Rathaus gespielt.
Aber es waren die Bürger von Schilda die auf die Idee des Rathausbaus gekommen sind und beim Bau die Fenster vergessen haben. Auch ein Hereintragen des Lichts hat nicht geklappt…
Vielleicht weiss Herr La Barre was für ein Tarif den bei Hamberger gilt. Schließlich schreibt er ja in “Hamberger Fluch und Segen” von “tarifgebundenen Vollarbeitszeitplätzen”. Bei seinen ausführlichen Recherchen zu Hamberger wird er doch sicher den Tarifvertrag kennen.
Was ist nun mit der Pappelreihe ?
An dieser Stelle der angekündigte Beitrag zu dem von der Bürgerinitiative Siemenstrasse favorisierten Umgang mit der Pappelreihe auf dem Gelände des ehem. Güterbahnhofs Moabit im Rahmen des Bebauungsplanes 1-45 VE. Mit unseren Forderungen auf dem Unterschriftenblatt setzen wir uns für einen weitestgehend schonenden Umgang mit der Pappelreihe ein. Wie wir uns diesen vorstellen, sei im Folgenden erläutert. Dieser Vorschlag liegt, in etwas ausführlicherer Form, auch den Mitgliedern des Bauausschusses vor.
Folgende zeitlichen Daten zur verbleibenden Lebensdauer der Pappelreihe und der Anwuchszeit für neu gepflanzte Bäume und sonstiger Pflanzen beweisen, dass ein Ersatz der Pappelreihe durch neue Bäume, Hecken und Kletterpflanzen einen gravierenden Verlust des ökologischen, gesundheitlichen und landschaftlichen Wertes der Pappelreihe, die aus ausgewachsenen Bäumen besteht, bedeuten würde. Nur ein weitestgehender Erhalt der Reihe und ein behutsamer Ersatz nach Fällung lediglich der unbedingt verkehrsgefährdenden Bäume, wie im Folgenden dargestellt, würde dem Wert der Pappeln am ehesten Rechnung tragen.
Zunächst die Daten:
Geschätzte verbleibende Lebensdauer des jetzigen Bestandes:
Die Pappeln (Populus nigra „Italica“) wurden vermutlich in den 50er Jahren gepflanzt.
ca. 5-15 % sind bereits tot, oder durch Pilze geschädigt.
ca. 40-50 % sind geschädigt: noch verbleibende Lebensdauer 10-15 Jahre
35-50 % könnten als relativ „gesund“ eingeschätzt werden: verbleibende Lebensdauer ca. 15-30 Jahre
(Hinweis: Einschätzung nach Sichtnahme, da das offizielle Baumgutachten angezweifelt werden muss. Siehe hier nochmals die Stellungnahme von Dr. Barsig)
Nachwuchszeit bei Neuanpflanzungen:
Pflanzt man neue Bäume, so brauchen diese je nach Baumart mind. 20-30 Jahre bis sie eine beachtenswerte Größe erreichen.
Dass der ökologische, gesundheitliche und landschaftliche Wert von mehr als 100 Pappeln mit ca. 10-25 m Höhe und ca. 5 -15 m Kronenumfang nicht ersetzt werden kann durch 140 Heckenpflanzen, die höchstens 1-2 m hoch werden und durch eine lediglich mehrere Zentimeter tiefe Begrünung der Fassade, dürfte einleuchten. Bei den geplanten Ausgleichsmaßnahmen sind zudem ebenfalls Wuchszeiten von mehreren Jahren einzuberechnen und ihre Pflege ist nicht gesichert.
Der ökologische und anwohnerbezogene Wert der bestehenden Pappelreihe wurde im
Kommentar von H. W. (31. März) zur Bedeutung der Pappelreihe bereits aufgezählt und wird
zugunsten der Straffung hier übersprungen. Also bitte dort bei Bedarf nachlesen!
Ergebnis
Der ökologische und landschaftliche Wert neu gepflanzter Baumschulbäume nähert sich dem Wert ausgewachsener Pappeln erst nach 20 bis 30 Jahren!
Auch die Hecken, Kletterpflanzen, die Dachbegrünung ersetzen aufgrund ihrer biologischen Masse, ihrer Wuchsform und Pflanzenarten- und Sortenauswahl nicht den Wert der Pappelreihe und tragen ihrem landschaftlichen und stadtbildprägenden Charakter keine Rechnung.
Deshalb der Vorschlag eines behutsamen Ersatzes:
Nach Fällung lediglich der unbedingt verkehrsgefährdenden Bäume (Anzahl durch ein objektives Baumgutachten zu bestimmen) sind diese auf dem mind. 10 m breiten Grünstreifen, der von der Bürgerinitiative Siemensstr. gefordert wird, als neue Baumreihe zu ersetzen (zum Beispiel mit Deutscher Pyramideneiche, Quercus pedunculata „Fastigiata“).
Alle übrigen Pappeln sind regelmäßig zu pflegen (Pflegeabstand je nach Schadeinstufung nach FLL-Richtlinie, zwischen jährlich oder bis zu alle 5 Jahre kontrollieren und Durchführung entsprechender Pflegemaßnahmen und Führung eines Baumzustandsbuches für die Pappeln).
Kann die Pappelreihe trotz entstehender Lücken erhalten werden?
Das Argument, dass Bäume aus der Pappelreihe absterben oder umfallen könnten, wenn einzelne aus der Reihe entfernt würden, ist zunächst spekulativ. Regelmäßige Kontrollen, wie oben beschrieben, würden ausreichen, um den Zustand der Bäume einzuschätzen.
Dass der Wind trotz größerer Baumlücken allerdings wenig Chance hat, zeigt z. B. die Tatsache, dass bereits jetzt unterschiedlich große und teilweise sehr große Lücken zwischen den Bäumen bestehen und diese kein Grund dafür sind, dass Schäden angerichtet würden. U. A. haben sie inzwischen bisher starke Stürme gut überstanden.
Wie gesagt: verkehrsgefährdende Bäume sollten natürlich entfernt werden!
Nach Fällungen können die verbleibenden Bäume durch die Wurzeln der abgesägten Bäume weiterhin gehalten werden, was für ihre Stabilität sorgt. Es kann sogar sein, dass durch den entstehenden Raum die anderen Bäume unten neue Wurzeln bilden und dass sie mehr Wasser zur Verfügung haben. Die Pappeln wurzeln an trockenen Standorten tiefgehend und sich breit ausbreitend (nach Bruns (Pflanzen-) Sortimentskatalog 2000/01 und dem Späth`schen Baumschulen-Katalog).
Zur Klärung sei hier noch einmal erwähnt, dass die Bürgerinitiative Siemensstraße nicht dafür ist, als Ausgleich für den geforderten, mind. 10 m breiten Grünstreifen den Stadtgarten in seiner geplanten Form zur Disposition zu stellen.
Verfasser:
Haydee Winkler
Sven Salzwedel (Dipl. Ing. Landschaftsplanung und zertifizierter Baumgutachter)
(aktive Mitglieder der Bürgerinitiative Siemensstr.)
Inzwischen gibt es Hinweise, dass hier vielleicht doch nicht nur ein Großmarkt für Gastronomie und Handel sondern eine Art Metro entsteht:
1. In der letzten Bauausschusssitzung im Bezirksamt Mitte hat der Hamberger-Geschäftsführer die Metro als “Wettbewerber” bezeichnet. Ein Wettbewerber ist für mich jemand, der auf dem gleichen Gebiet arbeitet und die gleichen Kunden anspricht.
2. Aus München kam die Information, dass dort nicht nur Gastronomen und Händler beim dortigen Hamberger-Großmarkt einkaufen, sondern z. B. auch eine Firma, die weder Gastronom noch Händler ist und die die Getränke und Lebensmittel für ihren Eigenbedarf verwendet. Außerdem kaufen die Mitarbeiter mit dem ausgeliehenen Einkaufsschein dieser Firma ihren privaten Bedarf ein.
Wenn das hier auch so kommt, kann sich ja mal jeder, insbesondere auch die Parteien in der BVV, überlegen, ob das wohl Umsatzeinbußen und Arbeitsplatzverluste nicht nur bei den Großhändlern sondern auch bei den Einzelhändlern in Wedding, Charlottenburg und vor allem in Moabit gibt.
War das nicht gleich klar? Ebenso wie die Metro verkauft Hamberger an gewerbliche Verbraucher, vorrangig zwar an solche aus Gastronomie und Handel, aber eben auch an Kantinen (und alle anderen, die irgendwie ein Gewerbe ausüben oder sich in den Besitz eines Einkaufsausweises gebracht haben).
Auslegungszeitraum des Bebauungsplans im Amtsblatt veröffentlicht.
Der Entwurf des vorhabenbezogenen (Hamberger Großmarkt) Bebauungsplans 1-45 VE wird im Zeitraum vom 10.05.-14.06.2010 ausgelegt werden. Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen hierzu abgegeben werden. Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen können unberücksichtigt bleiben.
Hier der Wortlaut der Erklärung, die die Bürgerinitiative Siemensstraße am Donnerstag den Mitgliedern des Bauausschusses der BVV und Stadtrat Gothe überreicht hat:
Erklärung der Bürgerinitiative zu dem geplanten Großmarkt an der Siemensstraße
Die Bürgerinitiative Siemensstraße lehnt die derzeitige Planung des Bezirksamtes Mitte für den Hamberger-Großmarkt an der Siemensstraße aus folgenden Gründen ab:
1. ein weiterer Großmarkt gegenüber vom Beussel-Großmarkt ist überflüssig
2. das Vorhaben ist gemessen an der Grundstücksgröße völlig überzogen
3. das Vorhaben wertet die nähere Umgebung in städtebaulicher Hinsicht zu einem zubetonierten Hinterhof ab
4. das Vorhaben wird in Moabit, Wedding und Charlottenburg Arbeitsplätze im vorhandenen mittelständischen Lebensmittel- und Getränkegroßhandel vernichten
5. das Vorhaben konterkariert die Bemühungen des seit 10 Jahren laufenden Quartiersmanagements um Aufwertung des Problembezirkes Moabit
6. das Vorhaben konterkariert das öffentlich genannte Ziel der Senatsabteilung für Stadtentwicklung, die Problembezirke aufzuwerten
7. das Vorhaben konterkariert die Klimaziele des Berliner Senats
8. das Vorhaben steht vielfach im Widerspruch zum Baugesetzbuch (BauGB)
9. das Vorhaben ignoriert die Empfehlungen des Umweltatlasses der Senatsabteilung für Stadtentwicklung
10. das Bezirksamt hat keine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Vorhaben durchgeführt
11. das Bezirksamt stützt sich bei seiner Bewertung des Vorhabens auf Baum-, Verkehrs- und Schallgutachten, die vom Investor in Auftrag gegeben wurden und daher nicht als unabhängig betrachtet werden können.
Die Bürgerinitiative Siemensstraße fordert daher vom Bezirksamt Mitte, dass die Auslegung des Bebauungsplanes verschoben wird, dass das Vorhaben überarbeitet wird und hierbei berücksichtigt wird, dass …
1. das Vorhaben in jeder Hinsicht stadtteilverträglich geplant wird
2. das Bauwerk in Anlehnung an die bestehenden Hamberger-Großmärkte auf eine Größe von ca. 10.000 m² Grundfläche reduziert wird
3. das Bauwerk und der Parkplatz 10 m von der Siemensstraße abgerückt werden
4. die Anlieferzone 10 m vom Moabiter Stadtgarten abgerückt wird
5. das Gebäude komplett unterkellert wird, um den gößtenTeil der PKW-Parkplätze aufzunehmen und hierdurch die versiegelte Bodenfläche (bisher 97 % der Grundstücksfläche) stark zu reduzieren
6. die Umgehungsstraße vor Baubeginn fertig gestellt wird
7. die Pappelreihe an der Siemensstraße erhalten bleibt und, falls teilweise erforderlich, aufgeforstet wird
8. das Vorhaben mit dem Baugesetzbuch (BauGB) in Einklang gebracht wird
9. die Empfehlungen des Umweltatlasses weitestgehend erfüllt werden
10. das Bezirksamt eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen läßt
11. das Bezirksamt unabhängige Gutachten zur Pappelreihe, zum Verkehr und zum Schallschutz erstellen läßt
12. das Bezirksamt per Vertrag mit der Hamberger GmbH regelt, dass in diesem Großmarkt ausschließlich Gastronomen und Wiederverkäufer einkaufen dürfen und dass die Genehmigung für den Betrieb des Großmarktes bei Vertragsbruch widerrufen wird.
Berlin, 28. April 2010
Bürgerinitiative Siemensstrasse
Sehr geehrter Herr Gothe,
angesichts der zentalen Lage in der Hauptstadt, die Hamberger hier bekommt, müssten das doch durchsetzbare Forderungen sein, oder?
Gestern nun sollte im Bauausschuss des Bezirksamtes über den umstrittenen Großmarkt an der Siemensstraße diskutiert werden. Dieses fiel erneut wegen Zeitmangel aus und wurde nun auf nächste Woche, Mittwoch den 02.06., vertagt.
Ganz wichtig:
Wer sich über den ausgelegten Bebauungsplan informieren will, sollte nur die unter dem Moabit-Online-Artikel “Hamberger Großmarkt Bebauungsplanentwurf liegt aus” angeführten Unterlagen benutzen, da dieses die neueste und eine gegenüber anderen geänderte Fassung ist.
Sieh einer an, nun kommen wir der Realität langsam näher:
Früher wurde das Bauvorhaben immer nur als “Großmarkt für Gastronomie und Handel” bezeichnet, und nun heißt das Ding in der Begründung zum Bebauungsplan auch öffentlich plötzlich “Großmarkt für Gastronomiebedarf und Lebensmittel”.
Damit wird nun die Überflüssigkeit des Ganzen endlich auch mal vom Bezirksamt Mitte Abt. Stadtentwicklung dokumentiert, da ja auf der anderen Seite der Beusselbrücke ein Großmarkt mit über 300 Großhändlern der Lebensmittelbranche auf einem Senatsgrundstück und in Senatsgebäuden vorhanden ist, kurz “Beusselmarkt” genannt.
Nun könnte man sich ja fragen, ob nicht das Bezirksamt die Mieteinnahmen des Senats und damit unser aller auf dem Beusselmarkt durch die Genehmigung einer Konkurrenz an der Siemensstraße gefährdet. Könnte doch sein, oder?
Die Bürgerinitiative Siemensstraße hat bisher rund 850 Unterschriften gegen negative Auswirkungen des an der Siemensstraße geplanten Hamberger Großmarktes und für die Forderungen der Initiative gesammelt.
Die Unterschriftenaktion geht weiter und wir bitten die Moabiter, uns mit möglichst vielen weiteren Unterschriften zu unterstützen. Jede Unterschrift hilft uns, die Rechte und Interessen Moabits und seiner Bewohner gegenüber dem Investor und der Abt. Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte wirkungsvoll geltend zu machen.
Die Bürgerinitiative dankt hiermit allen, die schon unterschrieben haben oder es demnächst tun werden.
H. Eschenburg für die Bürgerinitiative Siemensstraße
Hier ein weiterer Hinweis darauf, wie überflüssig und unsinnig der geplante Großmarkt für Lebensmittel, Getränke und Gastronomieartikel an der Siemensstraße ist, mit dem die Abt. Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte die Bewohner von Moabit beglücken will:
Zitat aus “Berliner Wirtschaft” vom Mai 2010, herausgegeben von der IHK Berlin:
“Wie das Statistikamt Berlin-Brandenburg mitteilte, mussten fast alle Bereiche des hauptstädtischen Großhandels (also Berlins) im Vorjahr (also 2009) Umsatzrückgänge hinnehmen. In besonderem Maße war der Großhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren betroffen. Hier blieben die nominalen Umsätze um 28,7 Prozent (nochmal: 28,7 % !!!) unter dem Vorjahresniveau.”
Da kann man doch nur fragen: Was soll das also? Könnte es vielleicht sein, dass hier ein Pleitebau genehmigt werden soll? Und wenn ja, was dann? Baut ihn dann die Abt. Stadtentwicklung fertig? Oder zieht dann die Abt. Stadtentwicklung ein? Oder das Rathaus? Das Rathaus wär gut, dann könnte man das jetzige abreißen und vor der Arminius-Markthalle endlich einen schönen Stadtplatz für Moabit anlegen.
Na ja: Wenn im letzten Jahr die Umsätze um 28,7 % zurückgegangen sind, dann könnte man doch den Großmarkt zumindest erst mal um 28,7 % verkleinern. Wär das nicht ein Anfang?
Die Metro hat heute bekannt gegeben, dass sie zwei (Pankow und Marzahn) der derzeit fünf Großmarkt-Standorte in Berlin bis zum 31. Oktober 2010 schließen will, 300 Arbeitsplätze sollen davon betroffen sein. Deutschlandweit will der Konzern zusätzlich weitere zwei Standorte von insgesamt derzeit 61 aufgeben. Die Zustimmung des Aufsichtsrats zu den Beschlüssen steht noch aus.
Danke an die Redaktion!
Hoffentlich lesen den Beitrag Nr. 22 auch:
Herr Titius von der Firma Hamberger,
Herr Gothe, Chef der Abt. Stadtentwicklung im Bezirksamt Mitte (SPD),
Frau Junge-Reyer, Chefin der Abt. Stadtentwicklung des Senats (SPD),
Helmut Rösener, Projektleiter der S.T.E.R.N. GmbH für dieses Gelände.
Wie sich die aktuelle Temperatur in der Hauptstadt Berlin fühlt..und in den nächsten Tagen soll es bekanntlich ja noch etwas wärmer werden, kann sich sicherlich sehr gut vorstellen, wie dann mit der nie vollendeten, künftigen Großmarkthalle des Müchner Unternehmers Hamberger, das künftige Stadtklima nämlich dann wäre.
Ist die wichtige klimatische Luftzufuhr auf dem FNP-Gebiet ersteinmal zugebaut und versiegelt, so ist von einer durchschnittlichen Temperatursteigerung von 2,5 bis 4,0 Grad im Sommer auszugehen. Stellen Sie sich bitte mal einfach vor…..die aktuelle Temperatur..und noch 2-4 Grad dazu !!
Weiterhin…warum wird überhaupt diese komische Planstarße gebaut, wo doch die günstige und eher ökologische Bahnanlage direkt an das Grundstück angrenzt. Etliche LKW könnten so wegbleiben beim Transport und ein Sondergleis führt zum Beispiel auch zum Moabiter Kraftwerk.
Außerdem..wenn die Planstraße entfällt, die übrigenz nicht Bestandteil des B-Planes 1-45 VE ist, da ja bekanntlich Berliner Land ( und nicht Bundesland, wie das Bahngelände bis zur rechtswirksamen Übergabe), so wär genug Rückfläche vorhanden, um diese KUBUS-Halle und Tankstelle, nebst Leerguthalle, näher an das Bahngelände zu bauen. Damit wäre weitgehend alle Großbäume im Stand und Erhalt gesichert.
Moabiter/innen lasst Euch nicht einschüchtern…
Nächstes Jahr sind am 4. September 2011 W A H L E N und Frau Ingeborg Junge-Reyer tritt eh` nicht mehr an (treibende Kraft für den Weiterbau der A 100 und den Berliner Masterplan)
Also Zweckbündnisse, Krativität, Überparteilische Kampagnen usw. dann verhindern wir die Großmarkthalle locker. Denkt immer daran, wie viele Menschen sich gegen das Riesenrad am Zoo erfolgreich gewehrt haben, auch wir waren einer der wesentlichen Einwender am Rand des Zoofensters und Tiergarten !! Jetzt treumt die Fläche vor sich hin……und die Natur lässt es wachsen und sprießen.
Das tapfere Schneiderlein….und nicht allein !
@ das tapfere Schneiderlein:
Dein Artikel ist ein guter Hinweis darauf, dass ein Abrücken der großen Halle von der Siemensstraße noch lange nicht die immensen Probleme, die diese große Halle für die Bewohner von Moabit produzieren wird, beseitigt. Die Pappeln können dann stehenbleiben und die Bodenversiegelung wird etwas geringer, aber sämliche anderen negativen Auswirkungen werden dadurch nicht weniger, z. B. auf Verkehr, Schall, Luftqualität, Frischluftzufuhr, Stadtklima usw. Die neg. Auswirkungen fallen alle erst weg, wenn diese Walhalla garnicht erst gebaut wird.
Zur Umgehungsstraße und zu einem möglichen Gleisanschluss:
Die Gleisanschlüsse gab es mal. Unsere Vorväter waren nämlich schlauer als wir. Die haben die Waren per Bahn in die Stadt gebracht und dort auf kurzen Wegen verteilt. Dann wurden die Gleise von der Deutschen Bahn gekappt und nun wird alles per dreckschleudernden Lastwagen von sonst wo herangefahren. Dieses haben wir einer deutschen und Berliner Verkehrspolitik zu verdanken, die m. E. nicht mal den Namen verdient.
Und weil die Berliner Baupolitik und die Berliner Verkehrspolitik so sind, brauchen wir die Umgehungsstraße, weil sonst die Siemensstraße, die eh schon unerträglich belastet ist, vollends von den Lastwagen plattgemacht wird.
Ich möchte mal der Abteilung Stadtentwicklung im Bezirksamt empfehlen, einen Feierabend auf einem Balkon im 4. Stock an der Siemensstraße zu verbringen, damit man dort mal begreift, was in dieser Straße für ein immenser Verkehrslärm vorhanden ist. Und zwar nicht nur von den Autos, sondern auch von den Güterzügen. Man versteht sein eigenes Wort nicht mehr, wenn ein Tankzug durchfährt.
Direkt am Bahngelände wären dringend Schallschutzmaßnahmen angebracht. Wie wäre es denn, Herr Gothe, wenn Sie als Stadtrat für Stadtentwicklung dieses mal von der Bahn fordern würden? Von dem Geld, das die Bahn mit Ihrer Hilfe evt. für das Großmarktgrundstück bekommt, könnte sie doch locker die wenigen Kilometer Schallschutzwand an den Durchgangsgleisen von der Beusselstraße bis zur Perleberger Straße aufstellen.
Ceterum censeo: Tempo 30 in der Umgehungsstraße und der Lärm von der Bahn wären gute Gründe für eine nächste Bürgerinitiative !!!
Schneiderleins Überlegungen zur Frischluftzirkulation waren auch bei meiner Behördeneingabe ein zentraler Punkt. Wünsche mir einen Link auf das Berechnungsverfahren für Schneiderleins Temperaturprophezeiung. Würde gerne mal wieder meine Mathe-Kenntnisse überprüfen. Allerdings wäre eine Zersiedelung des Umlandes (bei der ich zwar persönlich weniger betroffen wäre) wohl ökologisch mindestens ebenso fragwürdig wie die Nutzung einer Brache im Stadtgebiet.
Vielleicht ist unter den Industrieruinen Ostberlins ein Gelände zu finden? Und darf man noch was über eventuelle Subventionen erfahren? Wie genau lauten die Vergabebedingungen bei den angeblich schon eingeplanten Fördertöpfen?
An die Moabit-Online-Leser:
Hat schon jemand betreffend seine Stellungnahme (Einwände) gegen den Bebauungsplan eine Eingangsbestätigung des Bezirksamtes erhalten? Immerhin ist der Termin (14.06.) schon 3 Wochen her.
Die Abt. Stadtentwicklung sollte hier mal eine Mitteilung machen, wann sie das zu tun gedenkt. Es sollen ja sehr viele Stellungnahmen gewesen sein und schließlich möchte jeder wissen, ob sein Brief angekommen ist und berücksichtigt wird.
Habe den Brief zunächst durchgefaxt und dann per Normalpost geschickt. Besitze somit keine juristisch relevante Ausgangsquittung. Rechne eigentlich nicht mit einer Eingangsbestätigung. Ist das Bezirksamt dazu verpflichtet? Und warum solle das Bezirksamt angekommene Briefe nicht berücksichtigen? So viel Vertrauen habe ich noch …
@ H.E.
Eingangsbestätigungen sind vollkommen unüblich. So etwas habe ich noch nie erhalten, egal ob der Plan beim Bezirk oder Senat ausgelegen hat.
Die bisherigen Pläne des Investors und der Abt. Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte für den Hamberger-Großmarkt an der Siemensstraße sehen vor, dass die aus 130 Pappeln bestehende stadtbildprägende Baumreihe gefällt werden soll, damit das Gebäude möglichst groß werden kann. Zur Pappelreihe hat der Investor selbst ein Baumgutachten anfertigen lassen, das insgesamt negativ ausfällt. Auch dieses Gutachten benutzt die Abt. Stadtentwicklung als Rechtfertigung für die Ausdehnung des Gebäudes.
Nun sind in der letzten Woche mit der Genehmigung des Bezirksamtes 22 Pappeln gefällt worden, die wegen ihres schlechten Zustandes als verkehrsgefährdend angesehen wurden.
Die Bürgerinitiative Siemensstraße stellt hierzu fest, dass sie dieses Fällen als ersten Schritt der Pflege der Pappelreihe betrachtet, da tote, innerlich verfaulte und fehlgewachsene Bäume entfernt wurden. Der Zustand der Baumreihe, auch in optischer Hinsicht, hat sich deutlich verbessert. Weitere Fällungen sind nicht notwendig. Eine Pflege der verbliebenen Bäume ist dagegen erforderlich, da diese vom bisherigen Grundstückseigentümer offenbar vernachlässigt wurde.
H. Eschenburg für die Bürgerinitiative Siemensstraße
Bei ihrer heutigen wöchentlichen Sitzung hat die Bürgerinitiative Siemensstraße einmal ein Resumee gezogen betreffend das Interesse der in der BVV vertretenen Parteien.
Die BI konnte erfreut feststellen, dass es mit Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke, Graue und SPD Gespräche gegeben hat, die auf dem Baugrundstück und in einem nahegelegenen Büro stattfanden und in freundlicher und sachlicher Atmosphäre verliefen. Die BI möchte hiermit den Abgeordneten danken, die sich die Zeit genommen und der BI zugehört haben.
Diesen Gesprächen ist sicherlich auch zu verdanken, dass die BVV am 18.06. einen Beschluss gefällt hat, der den Stadtrat für Stadtentwicklung zwingt, mit der BI einen Konsens zu mehreren Punkten herzustellen. Die BI ist gespannt, wie Stadtrat Ephraim Gothe in diesem Fall die Umsetzung dieses Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung Mitte vollziehen wird.
Gleichzeitig mußten wir aber auch mit Bedauern feststellen, dass es der BI trotz vieler Versuche bisher nicht gelungen ist, mit der Fraktion der FDP einen Termin zu vereinbaren. Offenbar besteht bei der FDP kein Interesse an einem Gespräch mit den Bewohnern des Stadtteiles. Über die Gründe kann man nur spekulieren.
H. Eschenburg für die Bürgerinitiative Siemensstraße
Hier meine persönliche Einschätzung des Treffens mit dem BA am Freitag:
Es waren anwesend: Anwohner, Mitglieder der BI Siemensstraße, Mitarbeiter der Abt. Stadtentwicklung und des Grünflächenamtes und ein Vertreter von Pro Stadt. Der Termin fand statt auf dem Baugrundstück am Rande von allem Müll und Schutt, der dort seit längerem mit Duldung des Bezirksamtes Mitte verstärkt abgeladen wird. Aber er fand wenigstens statt bei einer angenehmen abendlichen Kaltluftströmung aus den Rehbergen in Richtung Moabit.
Herr Henselmann vom Bezirksamt hat mitgeteilt, dass es zum Bebauungsplan 68 Stellungnahmen von Bürgern gegeben hat. Diese werden einzeln beantwortet, was aber erst nach dem 16.09. und nach der Abstimmung der BVV über den Bebauungsplan sein soll. Anmerkung: Der 16.09. als Termin für die Abstimmung würde insofern passen, da der 16. der dritte Donnerstag im Monat ist und die BVV-Sitzung in der Regel an diesem stattfindet.
Da die BA-interne Auswertung bereits vorher vorliegt, betrachte ich diesen Zeitablauf als eine Unverschämtheit der Abt. Stadtentwicklung des Bezirksamtes, da die Bürger dann nicht mehr vor der Abstimmung über den Bebauungsplan reagieren können.
Betreffend den Beschluss der BVV vom 18.06.10, in dem der Stadtrat ersucht wird, in verschiedenen Punkten der Planung auf den Investor dahingehend Einfluss zu nehmen, dass dieser seine Planung ändert, wurde deutlich, dass es keine Änderungen geben wird. Offenbar ist also Stadtrat Ephraim Gothe nicht bereit, den Beschluss der BVV vom 18.06. umzusetzen. Insofern war der Termin überflüssig, was dem Stadtrat von vornherein klargewesen sein dürfte.
Dass der Stadtrat trotzdem die Arbeitszeit diverser Mitarbeiter des Bezirksamtes und die ehrenamtlich aufgebrachte Zeit der Bürger mit diesem überflüssigen Termin verschwendet hat, betrachte ich als die zweite Unverschämtheit der Abt. Stadtentwicklung des Bezirksamtes.
Folgendes wurde während des über zwei Stunden dauernden Gespräches deutlich:
Da das Bezirksamt keine schlüssigen Argumente für das Großmarkt-Bauvorhaben anführen konnte, versuchte es, die Bürger immer wieder mit einem angeblich schlechten Zustand der Pappeln und damit zu überzeugen, dass die Absichten des Investors mit den geltenden Gesetzen übereinstimmen und man daher nichts machen könne.
Bei den Pappeln widerspricht sich das Bezirksamt selbst, da es wegen Verkehrsgefährdung nur für 22 Bäume eine Fällgenehmigung erteilt hat. Also kann der Zustand der übrigen 108 Bäume nicht so schlecht sein.
Betreffend die Gesetze bin ich erstens der Meinung, dass sich der Bebauungsplan nicht mit § 1 Abs. (5) des Baugesetzbuches im Einklang befindet, und zweitens ist noch lange nicht alles, was mit den geltenden Gesetzen übereinstimmt, auch aus städtebaulicher, stadtentwicklungspolitischer, ökonomischer, ökologischer und verkehrstechnischer Hinsicht richtig und wünschenswert. Bei diesen Themen ist sehr oft das Gegenteil der Fall, da die Gesetzgebung immer erst auf die Erkenntnisse und die Realität reagiert, diesen also hinterher hinkt. Oder diese Themen sind vom Detail her überhaupt nicht in der Baugesetzgebung verankert. Dieses wird bestens bestätigt durch den senatseigenen Umweltatlas, der z. B. in bezug auf die Frischluftschneisen die Erfordernisse nennt, der aber für Bebauungspläne noch nicht bindend ist und daher von den Ämtern nicht umgesetzt werden muss.
Da das Bezirksamt keine stichhaltigen Gründe für das Bauvorhaben vorbringen konnte, wurde auch wieder die Entstehung von Arbeitsplätzen angeführt. Dieses betrachte ich inzwischen nur noch als Zirkusnummer und Ausdruck einer unglaublichen Hilflosigkeit des BA, das nicht wahrhaben will, dass dafür vor allem im derzeitigen mittelständischen Großhandel vorhandene Arbeitsplätze wegfallen werden, da der Investor ja keine zusätzliche Kaufkraft im Großhandel generieren wird.
Des weiteren wurde klar, dass die Stadt Berlin und/oder das Bezirksamt Kaufverträge für das Gelände der Umgehungsstraße und des Moabiter Stadtgartens abgeschlossen haben, die offenbar ein Rücktrittsrecht des Grundstückseigentümers beinhalten, falls der Großmarkt nicht verwirklicht wird.
Meiner Meinung nach heißt das, dass die Stadt Berlin und/oder das Bezirksamt die Bezirksverordnetenversammlung Mitte in eine Situation manövriert haben, in der sie jeden mit den geltenden Gesetzen übereinstimmenden vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den Großmarkt genehmigen m u s s , wenn sie die Umgehungsstraße und den Stadtgarten verwirklichen will.
Um dieses zu bewerten, fehlen mir die Worte, ich würde aber gern wissen, was der Bauausschuss des Bezirksamtes und die Bezirksverordneten dazu sagen. Ich fordere daher hiermit den Bauausschuss auf, dieses in der nächsten Sitzung und in der BVV zu thematisieren, und zwar vor der Abstimmung der BVV über den Bebauungsplan.
Nun noch etwas zum Beschluss der BVV vom 18.06.10, Drucksachen-Nr. 1545/III:
Der Beschluss geht zurück auf einen Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und SPD. Ich bitte hiermit diese Fraktionen, ihren Antrag erneut einzureichen und vorher so umzuformulieren, dass der Stadtrat nicht nur e r s u c h t wird, auf den Investor einzuwirken, sondern a u f g e f o r d e r t wird, definitiv Änderungen der Planung herbeizuführen. Der ursprüngliche Antrag ist m. E. so gestellt, dass ihn der Stadtrat in keiner Weise umsetzen muss. Entsprechend schlaff sind der Beschluss und bisher die Reaktion des Stadtrates ausgefallen.
H. Eschenburg
Sieh mal einer an!
Stadtrat Ephraim Gothe wollte wieder zuschlagen, oder besser abschlagen. Erst mal eben 130 Pappeln an der Siemensstraße für den Hamberger Großmarkt und nun obendrein noch 140 Kugelahornbäume auf dem Gendarmenmarkt. Und was passiert? Die Bürger lassen sich sowas einfach nicht mehr gefallen.
Im letzten Wochenend-Extra der Berliner Morgenpost stand es:
Auch am Gendarmenmarkt hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die dem Sägen des Stadtrates entgegentritt. Und was macht der? Er sagt: “Denkbar ist auch, dass die über 130 Kugelahornbäume überwiegend stehen bleiben – aber nur, wenn das Gesamtkonzept für den Platz überzeugend ist und von einer breiten Mehrheit getragen wird”. Aha, sieh einer an, am Gendarmenmarkt geht es! Und warum nicht in Moabit, Herr Stadtrat?
Was versteht denn der Stadtrat unter “einer breiten Mehrheit”? Was ist denn die Mehrheit, wenn nicht die 4000 Bürger am Gendarmenmarkt und die 850 Bürger in Moabit, die sich auf Unterschriftenlisten mit ihrer Stimme gegen sein Sägen wehren? Vielleicht er und seine wenigen Mitarbeiter und der Investor (am Großmarkt) bzw. die Senatsbaudirektorin (am Gendarmenmarkt)?
Sommerloch fragt sich, wie lange sich die SPD das eigentlich noch leisten will – nicht “kann” sondern “will”. Und was sagt übrigens Bürgermeister Dr. Hanke dazu, der ist doch der Vorgesetzte von Herrn Gothe und auch in der SPD? Will er nicht vielleicht bald mal das Sägen beenden, oder soll mehrheitlich so lange weitergesägt werden, bis bei der Wahl alle zusammen die SPD und sich selbst von der Bildfläche gesägt haben?
@ Sommerloch,
warum immer gegen eine Person und dazu noch gerade dann, wenn sie sich lernfähig zeigt.
Lieber mitmachen, wer Zeit darfür hat, heute 12 Uhr beim Relax-Mob unter den Kugelbäumen mit Picknick, Luftmatratze, Liegestühlen auf dem Gendarmenmarkt.
Stellungnahme des BUND Berlin:
http://www.bund-berlin.de/nc/bund_berlinde/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/kahlschlag-am-gendarmenmarkt/?tx_ttnewsbackPid=447&cHash=3bc65ed3fc
Aufruf zur Aktion: http://www.bund-berlin.de/
@ Susanne und Sommerloch
Es ist gut so, weil diese Person offenbar Unterschiede macht. Im Renommierviertel Gendarmenmarkt zuckt sie geradezu auffällig zurück, aber in Moabit, dem Hinterhof des Renommierviertels (“Hinterhof der Macht”), zeigt sie sich beim Großmarkt-Projekt bisher nicht lernfähig, obwohl hier die Probleme unvergleichbar größer und vielseitiger und die Proteste schon viel länger vorhanden sind.
Typisch auch für die Haltung des Bezirksamtes: Der Gendarmenmarkt wird täglich gefegt, das Großmarktgrundstück dagegen verkommt mit Duldung des Bezirksamtes jeden Tag mehr zur illegalen Müllhalde. Das BA war dort auf Einladung der Bürgerinitiative, es hat den Müll gesehen und trotzdem darf weiter jeden Tag mehr Müll abgeladen werden. Und angrenzend sind hunderte von Wohnungen!