Aktion zum Gastrogroßmarkt in der BVV Mitte

Die neugegründete Bürgerinitiative Siemensstraße startet ihre erste Aktion. Auch die Unterschriftensammlung läuft an. (Nächstes Treffen der BI am Montag, 18. Januar um 19 Uhr im Nachbarschaftstreff, Stadtschloss Moabit, Rostocker Straße 32.) Bei der Bürgerfragestunde in der BVV (Bezirksverordnetenversammlung) Mitte am Donnerstag, den 21. Januar kann ein Mitglied der Initiative 3 Fragen (Fragen siehe ganz unten) stellen, die das Bezirksamt und die einzelnen Fraktionen in der BVV  beantworten werden:

Wir dokumentieren den Text des Flyers, der hier heruntergeladen und gerne weiterverbreitet werden kann:

STOPPT DEN GRÖSSENWAHN VOM HAMBERGER*!  *Bevor es zu spät ist!
Bürgerinitiative Siemensstraße für eine umweltverträgliche Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs

Auf dem ehemaligen Güterbahnhof Moabit beabsichtigt die Firma Hamberger den größten C&C-Gastronomiegroßmarkt in Deutschland zu errichten. Die 180 x 100 m große und 13 m hohe Gewerbehalle soll unmittelbar an den Gehweg der Siemensstraße grenzen (auf der Graphik rechts ist das Größenverhältnis von Hamberger, Hellweg und Tolmien entlang der Siemens-/Quitzowstraße anschaulich zu erkennen). Dafür wird die 300 m lange Baumreihe vollständig gefällt. Pro Tag werden 100 LKWs und 700 PKWs zusätzlich die Lebensqualität in Moabit belasten. Die Zufahrt der Anlieferung wird sich auf Höhe der James-Krüss-Grundschule befinden. Eine, für das gesamte Wohngebiet wichtige, Frischluftschneise wird verschlossen. 97% des Grundstücks sollen versiegelt bzw. überbaut werden. Derzeit läuft ein Bebauungsplanverfahren, bei dem nicht nur die Belange der Bewohner sondern auch die Maßgaben des Berliner Umweltatlas eklatant außer Acht gelassen werden. Wir stellen uns gegen eine solche Vorgehensweise und fordern eine massive Überarbeitung der vorliegenden Planung.
Nähere Informationen finden Sie unter: www.moabitonline.de/2265 und www.moabitonline.de/1501 (hier können die Unterlagen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung heruntergeladen werden).

Kommen Sie zahlreich zur Bezirksverordneten-versammlung (BVV)!
Je zahlreicher, desto besser!
Bringen Sie Transparente mit. Erheben Sie lautstark Einspruch.
Den Politikern musss klar gemacht werden, dass die Bewohner mit dem Bauvorhaben und der Vorgehensweise des Amtes für Stadtentwicklung nicht einverstanden sind.
Auf der Bezirksverordneten-versammlung wird einem Vertreter unserer Bürger-initiative die Möglichkeit eingeräumt, drei Fragen zu dem Bauvorhaben der Firma Hamberger zu stellen.
Alle Fraktionen antworten auf diese Anfrage und stellen damit ihre Position zu dem Bauvorhaben dar.
Die Bezirksverordnetenversammlung ist das Gremium, welches dem Bebauungsplanentwurf durch Zustimmung seine Rechtsgültigkeit verleiht.

Die BVV findet statt:
am Donnerstag, den 21. Januar 2010, Beginn: 17.30 Uhr
(für die Beantwortung der Bürgeranfragen ist nur die erste halbe Stunde vorgesehen)
Ort: Parochialstraße 3, 10179 Berlin, U-Bahnstation Klosterstraße
Gemeinsamer Treffpunkt: 16 Uhr vor der James-Krüss-Grundschule

Wer will, kann natürlich auch anders und auf anderem Weg dorthin kommen, wichtig ist, daß kommt, wer kann.

Hier der Text der 3 Fragen:

Bezüglich des Entwurfs für den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan 1-45 VE, der die Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofgeländes nördlich der Siemensstraße mit einem riesigen Baukörper sowie Parkplätzen und Fahrwegen  durch die Firma Hamberger vorsieht,
frage ich, unterstützt durch Mitglieder der BI Siemensstraße und durch die Teilnehmer des Stadtteilplenums Moabit West,  die Parteien der BVV und das Bezirksamt:

1. Wenn  aus BauNVO und  BauGB  eine Überschreitung der GFZ GRZ „in geringfügigem Ausmaß“  ( Zitat aus BauNVO §19 Abs. 4) von maximalen 0,8 auf 0,97 sich errechnen läßt, eine Bebauung von 97% statt  eigentlich maximalen 80% der Grundstücksfläche,  wenn demzufolge von 42.000 m² 40.760 m² statt der eigentlich höchstens zulässigen 33.600 m²  bebaut werden sollen:
Muß das maxi- maximal Zulässige unbedingt ausgeschöpft werden oder ist nicht gerade hier Ihre Aufgabe, die Interessen der Anwohner dagegen einzubringen und das Vorhaben auf politischem und Verwaltungswege verträglicher  für diese zu gestalten ?

2. Was tun Sie, um zum Einen die unzweifelhaft Stadtlandschaft prägende Pappelallee – bzw. das stadtlandschaftlich Besondere dieser Allee  (etwa durch Ersatzpflanzung von Säuleneichen) zu erhalten und zum Andern das geplante Gebäude dem dringlichen Verlangen der Anwohner entsprechend 10 m vom Gehweg zurücksetzen zu lassen?

3. Haben wir Sie auf unserer Seite, wenn wir verlangen, dass zuerst die neue Planstraße gebaut wird und erst danach die Firma Hamberger ihren Betrieb aufnimmt, damit nicht ein ganzes Jahr lang der ohnehin starke Verkehr in der Siemensstraße zusätzlich verstärkt wird durch den Kundenverkehr einerseits und andererseits den LKW – Verkehr  der Zulieferer, der sich zudem in Schlagdistanz direkt gegenüber dem Eingang der James – Krüss – Grundschule abspielen würde?


Hier noch einmal die Links zu den Unterlagen aus der “frühzeitigen Bürgerbeteiligung” vom Mai/Juni 2009 bis dann die neuen Unterlagen im Rahmen der Auslegung des Bebauungsplans für den Großmarkt veröffentlicht werden (demnächst zu erwarten):
Presseveröffentlichung Anzeige
(PDF, 40kB)
Bebauungsplanentwurf 1-45VE (PDF, 1,6MB)
Begründung 1-45VE (PDF, 3,5MB)
Lageplan (PDF, 1,3MB)
Dachaufsicht (PDF, 730kB)
Schnitte (PDF, 1,1MB)
Fassade Siemenstraße (PDF, 2,1 MB)
Fassadenauszug 1 (PDF, 1,1 MB)
Fassadenauszug 2 (PDF, 3,5 MB)
Fassadenauszug 3 (PDF, 2,0MB)
Fassadenauszug 4 (PDF, 3,4 MB)
Fassadenauszug 5
(PDF, 3,3 MB)
Perspektive (PDF,600kB)

Und hier der Artikel aus dem Berliner Abendblatt vom 13.2.2010, weil der Link zum pdf ja in ein paar Wochen nicht mehr funktionieren wird. Moabiter gegen Riesenhalle (Teil 1) und 130 Bäume werden gefällt (Teil 2).
Die Berliner Woche brachte am 24.2.2010: Gießkannen für Hamberger? SPD sorgt sich um die Grünpflege durch den Investor.

16. Januar 2010 | Von Susanne Torka | Kategorie: Aktuell, Kiez

71 Kommentare
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  1. Tolle Fläche für Grafittisprüher, sieht dann bestimmt noch besser aus als auf der Fotomontage, so ähnlich wie die verschmierte Blechbüchse des Asiamarkts an der Putlitzbrücke. Ich verstehe nicht, warum die gesamte Fläche neben dem Bahnring mit den allerhässlichsten Blechbüchsen, die bar jeder architektonischen Qualität sind, zugequackt werden muss. Wundern tut es mich allerdings nicht, wenn ich erlebe, wie unsere politische Führung und die nachgeordnete Verwaltung so eine Verbrecherarchitektur wie das Alexa mitten in der Stadt genehmigen. Diese Kiste darf so nicht gebaut werden!

  2. maxi- maximal Zulässige => katastrophales Deutsch. bitte maxi- weglassen, hört sich besser an und stärkt die Klarheit, weil weniger verwirrend.

  3. “Die Wiederholungsfiguren stauen den Informationsfluss und geben Zeit zur affektischen ‘Auskostung’ des als gewichtig hingestellten Informationsinhalts.”

  4. Die Planungen erinnern mich an die Bauklötze in früher Kindheit. Zwar gibt es mittlerweile Variationen, welche auch runde Formen beinhalten, aber quadratisch, praktisch, schlecht kann ja wohl nicht die Zukunft sein. Die Holländer wollten mal quadratische Tomaten züchten, wegen der besseren Stapelbarkeit. Wenn ich diesen Entwurf mit alten Industriebauten vergleiche, bitte ich darum, sich um den Erhalt dieser Bauten einzusetzen. Es war eine Zeit der kreativen Architekten.

  5. An Rané:
    Als Architekt möchte ich mal meinen Berufsstand etwas in Schutz nehmen. Christoph Hertling, früherer Präsident der Architektenkammer Berlin, hat mal gesagt: “Ich wünsche mir, dass Sie sich ….. daran erinnern, dass die Baukultur abhängt von der Kultur des Umgangs mit denjenigen, die sie hervorbringen.”
    Ich vermute, dass im vorliegenden Fall der Bauherr sehr wenig an Kultur und Baukultur gedacht hat, sondern dem Architekten vorgegeben hat, eine möglichst preiswerte Halle zu liefern. Und die preiswerteste Lösung ist leider eine möglichst quadratische Kiste aus Blech. Dafür braucht man am wenigsten Material, der Bau geht am schnellsten, der Baustoff ist der billigste und der Unterhalt ebenfalls.
    Oft ist es auch so, dass eine Firma für Hallensysteme die Planung macht und ein Architekt nur benutzt wird, um den Bauantrag bei der Behörde einzureichen.
    Es gibt die kreativen Architekten auch heute noch, man muss sie nur beauftragen und auch kreativ sein lassen. Dafür gibt es ja auch gute Beispiele in der Stadt.

  6. Die Fassade ist nicht aus Blech. Das scheint in der Fotomontage nur so.
    Das ist der Fassadenentwurf.
    http://www.berlin.de/imperia/md/content/bamitte/plang/bauleitplanung/oeffentlichkeitsbeteiligung/11-05-09_10-06-09/6_fassadenauszug_1.pdf?start&ts=1242023257&file=6_fassadenauszug_1.pdf

    Immer noch zu groß und der Verlust der Baumreihe ist zu bedauern. Aber er handelt sich keinesfalls um eine Blechbüchse, die eine Höhe wie die gegenüberliegende Wohnbebauung hat, wie die Darstellung hier zu suggerieren scheint. Die Wohnhäuser haben Traufhöhe 21 m, die Halle 13 m. Insgesamt ist der Entwurf durchaus über dem Schnitt heutiger Gewerbehallenarchitektur, was aber auch nicht allzu schwer ist. (Es soll ja noch Leute geben, die Sichtbeton immer noch für modern halten.)

    Hinsichtlich der ersten der drei Fragen muss man anmerken, dass sich dort doch einige Fehler eingeschlichen haben, was dem Anliegen der BI durchaus schädlich ist. Natürlich geht es um GRZ und nicht um GFZ. Der Verweis auf § 19 BauNVO (4) Satz 2 („im geringfügigem Ausmaß“) ist hier nicht zielführend, da er sich auf die Baugenehmigung und nicht den Bebauungsplan bezieht. Für Aussagen im B-Plan gibt es diese Einschränkung nicht (siehe Satz 3). Außerdem geht es hier um weitere versiegelte Flächen neben der eigentlichen Bebauung, also z.B. Stellplätze (dennoch: ein hohes Maß an versiegelter Fläche). Wenn man hier auf ein paar (überdachte) Stellplätze verzichten würde, ändert das im Übrigen nichts an der Dimension des eigentlichen Hallenbaus. Hier kann und sollte man noch Verbesserungen (ggf. durch eine Staffelung und vorgesetzte Baumreihe) zu erreichen suchen. Die eigentliche mit Hochbau überbaute Fläche beträgt, wenn der Text der Begründung stimmt nur 18.000 qm. Deshalb kann es leicht zu Unklarheiten kommen. Auf jeden Fall ist die Angabe der Grundstücksfläche mit 42.000 qm falsch, denn so groß ist das gesamte Plangebiet einschließlich neuer Straße und dem Teil der Siemensstraße, weshalb hier alle Rechnungen nicht stimmen. Und: Es handelt sich übrigens um eine Pappelreihe und nicht um eine Allee.
    Vielleicht kann man das eine oder andere auch noch korrigieren….

  7. @ Carsten. Zu den drei Fragen:

    Danke für die Korrekturen.
    Die Verwechslung GFZ und GRZ wurde bereits per nachgereichter Anmerkung korrigiert.

    Bezug Baugenehmigung statt Bebauungsplan: Bleibt als Kern der Frage dennoch: Muß das rechtlich Zulässige ausgereizt werden, auch gegen die Einwände der Anwohner?

    42000m2 : Richtig, die Kritik. Das Ausmaß an Versiegelung allerdings dürfte auf dem 4,2 ha großen Plangebiet des vorhabenbezogenen Bebauungsplans in der angegebenen Größenordnung liegen.

    Die Forderung nach Genauigkeit ist absolut berechtigt. Es ist allerdings schwierig, sich innerhalb kurzer Zeit ein Expertentum zu erwerben, für das andere ein Studium und lange Berufspraxis hinter sich bringen.
    Es kann aber nicht jeder Bürger, der ja sich zu beteiligen aufgefordert ist, Experte sein – oder einen Experten bezahlen, der ihm hilft.
    Trotzdem sollte auf Mitsprache, Einwände oder auch Protest nicht verzichtet werden.

    Von den Politikern, den Planern, den Fachleuten dürfen wir erwarten, daß sie in ihren Antworten sich auf den Kern der Einwände beziehen, gerne auch Begriffe und Kürzel zurechtrücken, aber nicht an dem gleichwohl erkennbaren Gemeinten vorbeiargumentieren.

    Am ehesten vermeidbar allerdings: Pappelallee statt Pappelreihe.

    Die Fragen sind so eingereicht und können in ihrer Formulierung nicht mehr geändert werden.

    Wenn wir sie mal um Rat fragen möchten hinsichtlich Kürzel, Paragraph oder Verordnung: Wie erreichen wir Sie?

  8. Fassadenentwürfe sind in der Regel nicht Bestandteil eines Bebauungsplans, höchstens einer Gestaltungssatzung. Das eine Gestaltungssatzung hier zum Tragen kommen wird, ist nicht zu befürchten. Wie die Fassade nun genau aussehen wird, Blech oder Beton, ist unklar und wird wahrscheinlich erst im weiteren Planungsprozess (in Abhängigkeit von den Kosten) festgelegt werden. Welches Fassadenmaterial auch immer zum Einsatz kommen wird, gegen die Monotonie einer 180 m langen Gebäudewand wird es nichts ausrichten können. Das Fassadenmaterial an sich ist im Kern auch nicht Bestandteil der Kritik. Es geht um die Kubatrur, die schlichte Größe, auf engstem Raum.

    Ist den Moabitern eigentlich schon mal aufgefallen, wie dicht ihr Wohngebiet bebaut ist? Da gibt es keinen Platz für einen Platz, für einen Platz im urbanen Sinn (Ich nenne den Helmholtzplatz, den Kollwitzplatz, den Teutoburger Platz als wenige unter vielen, an denen das urbane Leben und die städtische Entwicklung prosperiert) Und nun soll der ohnehin schon vorhandenen strukturellen (sozialen wie städtebaulichen) Schwäche des Gebiets ein weiterer Tiefschlag versetzt werden, indem direkt am Einfahrtstor zum Wohngebiet einer der GRÖSSTEN Großmärkte DEUTSCHLANDS gebaut werden soll.

    Zu bemängeln ist daran nicht, dass Hamberger durch schiere Größe einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern zu erringen sucht, sondern schlicht und ergreifend, dass das Grundstück für dieses Ansinnen zu klein ist und das demzufolge das Streben Hambergers zu Lasten der Anwohner und der zukünftigen Entwicklung des Quartiers geht.

    Das den Anwohnern im Gegenzug der Stadtgarten spendiert wird, erscheint wie Hohn. Auch die geplante Weiterführung der Umgehungsstraße hat einen allzu bitteren Beigeschmack.

    Auf dem Gelände des Güterbahnhof liegt das Potential Moabits, welches mit der Ansiedlung Hambergers meines Erachtens (kurzsichtig) verspielt wird. Ein kleinteilige, in ihrer Struktur flexible Gewerbeansiedlung, die sich nicht nur zur neuen Planstraße sondern auch zum Wohngebiet hin offen zeigt, könnte impulsgebend auf die städtische Entwicklung des Wohngebiets als auch auf die Entwicklung des Gewerbegebiets entlang der Siemensstraße/Quitzowstraße wirken.

    Hier ist aber nur Wunsch Vater des Gedankens. Zunächst einmal geht es darum, auf Grundlage der vorliegenden Planung, Verbesserungen zu erwirken. Und je mehr sich dem Protest und den Aktionen der Bürgerinitiative anschließen, desto mehr kann erreicht werden. Ich kann also nur auffordern sich einzubringen: mit Rat, besser noch mit Tat.

  9. Hier noch eine Information zur Stellplatzzahlkalkulation: Hierzu hatte ich im Anschluss an die Veranstaltung am 28.09.2009 den Geschäftsführer von Hamberger Herrn Titius gefragt, welchen Grund die geplante Höhe der Kunden-Stellplatzzahl angesichts des bei der Veranstaltung präsentierten Besuchertagesgangs hat, da ich in der Präsentation nicht eine entsprechende Spitzenlast erkennen konnte. Die bemerkenswerte Antwort: Der Spitzenwert der Kundenbesuche betrifft die 2 Wochen vor Weihnachten, alleine auf diesen kurzen Zeitraum hoher Kundenzahlen ist die Stellplatzzahl ausgelegt.

  10. Danke Jürgen, das wird ja immer besser. Hat Herr Baustadtrat Dr. Gothe vom Bezirksamt Mitte das auch gehört?

    Ich würde gern mal einen Größenvergleich anstellen. Kann mir jemand sagen, welche Verkaufsfläche die Ikea-Häuser in Berlin, Möbel-Höfner an der Pankstraße, die Metro am Nonnendamm und z. B. Holz-Possling am Friedrich-Olbricht-Damm haben?

    Mir kommt es sehr merkwürdig vor, dass ein Gastronomiemarkt für die Lagerung und den Verkauf von Töpfen, Gurken, Kartoffeln, Kaviar, Peanuts, Rotkäppchen-Sekt, Tellern, Messern, Klopapier, Kerzen, Brot, Servietten, Kaffeemaschinen usw. 18.000 m² Gebäude-Grundfläche brauchen soll. Wobei mir noch nicht bekannt ist, ob in dem Gebäude vielleicht teilweise zwei Geschosse oder auch drei Geschosse drin sind. Dann ist man nämlich ganz schnell bei 25.000 m² Verkaufs- und Lagerfläche.

  11. Drei Mitglieder der Bürgerinitiative Siemensstraße besuchten am Montag, 18.1. die Bürgersprechstunde von Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke. Sie brachten ihre Bedenken gegen das Bauvorhaben Siemensstraße 27 -49 der Firma Hamberger Gastrogroßmarkt vor. Gleichzeitig gaben sie ihrer Verwunderung Ausdruck, dass in innerstädtischer Lage zu Lasten der Anwohner eines ohnehin schon benachteiligten Wohngebiets einer der größten Gastronomiegroßmärkte Deutschlandweit gebaut werden solle. Insgesamt hält die Bürgerinitiative das Baugelände für erheblich zu klein für ein Vorhaben dieser Dimension. Sie äußerten zudem ihren Unmut über das bisherige Verfahren der Bürgerbeteiligung.
    Nachdem die Bedenken gegen eine 200 Meter lange (inclusive Einfahrt zur Anlieferung) und 13,0 Meter hohe Gebäudewand unmittelbar am Gehweg entlang der Siemensstraße vorgebracht waren, schlug Bürgermeister Dr. Hanke spontan vor, das Gebäude 10 Meter von der Siemensstraße abzurücken. (schön wärs). Dr. Hanke nahm aus der Bürgersprechstunde mit, dass den Bürgern bisher weder das Baumgutachten zum Zustand der Pappeln noch das Lärmgutachten zugänglich gemacht werde. Zudem will der Bürgermeister prüfen, ob die Planstraße nicht vor dem Bauvorhaben voran gestellt werden könne. Die Frage weshalb das Protokoll der Informationsveranstaltung von 28.9.2009 von den Internetseiten des Bauleitplanungsamtes gelöscht wurde, konnte nicht beantwortet werden.

  12. @H.E.: Ob Herr Gothe die Antwort von Herr Titius zur Stellplatzzahl mitgehört hat, weiss ich nicht, das war in der Phase der vielen kleinen Nachgespräche im Anschluss an die Veranstaltung.

    @Matin B. und alle: MoabitOnline hat gestern das Protokoll der Infoveranstaltung vom 28.9.2009 am Ende des Artikels zur Veranstaltung wegen des nicht mehr funktionierenden Bezirksamtslinks auf dem eigenen Server für Interessierte bereit gestellt.

  13. Hallo in die Runde
    Denkt mal an Eure Pappeln ! Vor einiger Zeit wo mal dieser heftige “Orkan” über Moabit fegte !
    Sind doch mehrere dieser Bäume schon zu bruch gegangen !
    Vielleicht sollte man bedenken, das auch Bäume nur ein bestimmtes Lebensalter erreichen können!
    (für Pappeln werden 100 bis 200 Jahre genannt) Und bei der Belastung die diese Bäume ertragen haben….

    Zu den Stellplätzen:
    Werden keine Stellplätze gebaut und die Mitarbeiter parken dann alle freien Parkplätze in der Umgebung zu ! wird gemault !

    Tja wie man es macht , macht man es verkehrt ! So auch in Moabit

    Der Anblick aufs Bahn-Gelände war ja auch wunderschön (war ja teilweise auch schon eine wunderschöne Müllhalde)

    In diesem Sinne ….

  14. Es ist bekannt, dass viele der Pappeln krank sind, aber man kann sie durch Pappeln oder andere schlank wachsende Bäume ersetzen und damit diese Baumreihe, die für die Gegend signifikant ist, erhalten.

    Und um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Bürgerinitiative hat nichts gegen Gewerbe und auch nichts gegen Stellplätze auf diesem Grundstück.

    Aber die Bürgerinitiative möchte von der Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamtes Mitte und dessen Chef Herrn Stadtrat Dr. Gothe ein geplantes gutes “Städtebauliches Konzept” und nicht ein durch Zufall aufgetauchtes Projekt, das Böswillige vielleicht auch als Bunker bezeichnen würden.

  15. Es ist natürlich stark “wohnwerterhöhend”, eine glatte Wand vor seinem Fenster zu haben, durch die sich auch der Lärm des Restautoverkehrs (ca 7000 Fahrzeuge am Tag) stärker bemerkbar macht. Meiner Meinung ist ein so großes Gebäude nicht an dieser Stelle, in solcher Nähe zur Wohnbebauung zu errichten.
    Es hat keinerlei Funktion im Stadtteilgefüge, die Bauart der Halle ist abweisend (siehe Hellweg).

  16. @Ingo R

    “Denkt mal an Eure Pappeln ! Vor einiger Zeit wo mal dieser heftige “Orkan” über Moabit fegte !
    Sind doch mehrere dieser Bäume schon zu bruch gegangen !
    Vielleicht sollte man bedenken, das auch Bäume nur ein bestimmtes Lebensalter erreichen können!”

    und das heisst dann im umkehrschluss dass die fällung der pappeln egal ist oder dass man keine ersatzbäume pflanzen braucht?
    worauf willst du hinaus?

    “Zu den Stellplätzen:
    Werden keine Stellplätze gebaut und die Mitarbeiter parken dann alle freien Parkplätze in der Umgebung zu ! wird gemault !”

    hat keiner verlangt…

    “Tja wie man es macht , macht man es verkehrt !”

    das, lieber ingo hast du dir selbst zurechtgesponnen, siehe oben.

  17. Is ja ne echte WAND-lung für die Siemensstraße. Unt ick dachte die Maua is weg…

    Fortsetzung folgt.

  18. Na Klasse, dann werde ich hier wohl doch wegzeihen. Wollte eigentlich hier im Kiez bleiben aber damit hat sich das wohl erledigt. Danke für die Info.

  19. @paule
    Ich meine das was recht klar und einfach ersichtlich ist !
    Der Schutz von kranken oder toten Bäumen macht keinen Sinn !

    ich habe nie geschrieben ,das es keine Ersatzbepflanzung geben soll!
    Sondern geschrieben das eben die Bäume von alleine kaputt gehen!

    Das die Planung der Halle direkt am Bürgersteig ein mehr als nur hässlich Zweckbau ist steht auch nicht zu Diskusion.
    Das die Legung der Zufahrt praktischer Weise direkt vor der James-Krüss-Schule mehr als falsch ist !
    Auch das ist nicht zu diskutieren !

    Schönen Abend

  20. An Dan:

    Es ist bedauerlich, wenn nun wegen dieser Großmarkthalle die lange Schlange der Auswanderer noch länger wird. Dabei will doch der Senat genau das Gegenteil. Es ist mir daher ein Rätsel, wieso er das Bezirksamt gerade bei diesem Stadtteil nicht zu einer insgesamt verträglicheren Planung zwingt. Gerade hat das “Monitoring Soziale Stadt” wieder bestätigt, dass Moabit ein Bezirk mit Problemen ist, und prompt kommt auch schon das nächste Problem.

  21. Wie wäre es mit dem neuen Standort von “Bred and Butter” ? Das Gebäude ist einem Kleidungsstück nachempfunden. Für den Export gibts ne direkte Bahnverbindung. Für unsere modebewussten Migranten günstigen Fabrikverkauf. Und für Events
    wird wohl auch ein Raum vorhanden sein. Lieber Wowereit, lass doch bitte das Tacheles in Ruhe, denn im Kernbezirk
    Mitte brodelt es eh. Hier in Moabit gibts Bedarf, wir haben die Flächen und unsere BewohnerInnen sind kulturell fast am verhungern.

  22. Naja wenn man aber bedenkt das das au8ch wieder Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaft in Moabit etwas belebt ist es doch auch mal was positives. SIcher ist es nicht schön das da nun sowas großes gebaut wird aber irgendwo muss man das ja auch bauen da ja der Großmarkt auch nicht fern ist.

    Es ist natürlich auch wieder ein Pluspunkt für die Gastronomen in Moabit erstens gibt es frische Ware —> kurze Lieferwege –> wenig co2 wenn man das nun in Schönefeld z.B bauen würde wer würde da schon hinfahren ? da stört es dann keinen aber man hat nicht diese flexiblität und Moabit ist nunmal der Zentralste Punkt.

    Es können viele hier einkaufen, es kommen arbeitsplätze, leute fahren an den kleinen geschäften vorbei wieso sollte es nicht sein das sie da dann auch mal reinschauen in die Kiosks und Bistros.

    Die freuen sich doch und nun mal ehrlich die alte Bahnhofsanlage ist nunmal total verschandelt also lasst sie doch Bauen.

    Vll findet ihr auch noch gefallen dran immerhin ist es sehr Zentral.

    Desweiteren haben wir sehrviele großfamilien in moabit die dort dann ohne probleme auch größere einkäufe erledigen könnnten. Die Moabiter Tankstellen haben auch was davon.

    Also es ist und bleibt nunmal ein geben und nehmen und man muss ebend auch mal zurückstecken.

  23. Dürfte ich daran erinnern, dass wir mit dem Beusselmarkt schon Gewerbe haben, was diesen Bereich abdeckt. Wir sollten uns eher die Frage stellen: Was fehlt ? Was ist zu viel ? Bin für eine Gewerbevielfalt, denn nur sie schafft nachhaltig Arbeitsplätze. Bei Konkurrenzsituationen bleibt einer auf der Strecke und es entsteht Leerstand.

  24. Fotos aus der BVV vom 21.1. (die Plakate auf der Saaltribüne) und einen kurzen Bericht vom Kiezreporter aus Moabit West gibt es auf der QM Seite:
    http://www.moabitwest.de/BVV-zu-den-Bebauungsplaenen-in-der-Siemensstrasse.3338.0.html
    Wenn wir das Wortprotokoll erhalten, werden wir es zur Verfügung stellen.

  25. MilaN: Desweiteren haben wir sehrviele großfamilien in moabit die dort dann ohne probleme auch größere einkäufe erledigen könnnten.
    Die Großfamilien können da eben nicht einkaufen, da es nur für Gewerbekunden gedacht ist. Normalsterbliche haben da nichts zu suchen. Oder meinst du Großfamilien mit einem Restaurant?

  26. An Milan betr. die Arbeitsplätze:

    Es handelt sich um einen Lebensmittel- und Getränkegroßmarkt. Die meisten Arbeitsplätze dürften daher Jobs für Leute werden, die Waren in die Regale räumen. Das sind heute doch wohl sogenannte Billigjobs, mit denen die Leute nicht mal eine vernünftige Rente erwerben können? Zur Erinnerung: 2007 hatten in Moabit (zwischen Stromstraße und Neuem Ufer) bereits 20 % aller arbeitenden Einwohner Jobs, von denen allein sie nicht leben konnten und wo der Staat daher zuzahlen musste.

    Nehmen wir mal an, dass dort tatsächlich nur Wiederverkäufer einkaufen können, dann könnten dort alle Lebensmittel- und Getränkehändler, Restaurants, Hotels, Kneipen, Kioske, Zigaretten- und Zeitungsläden usw. für ihr Geschäft einkaufen – und für ihren privaten Bedarf gleich mit.

    Da die bisher auch irgendwo eingekauft haben, geht dort der Umsatz zurück und anschließend werden Arbeitsplätze gestrichen. In Moabit könnte das den Beussel-Großmarkt, kleinere Zwischenhändler und die Läden überall im Stadtteil betreffen.

  27. EINLADUNG!

    Die Bürgerinitiative Siemensstr., die sich ja mit all diesem beschäftigt, trifft sich wieder diesen Dienstag, 2. Februar, im Nachbarschaftstreff beim Stadtschloss Moabit, Rostockerstr. 32b um 19 Uhr.

    Wir würden uns über eure tatkräftige Unterstützung freuen bei der Öffentlichkeitsarbeit, Unterschriftenaktion, der Auseinandersetzung mit Verwaltung und Politikern, usw., um eine weitere Gefährdung der Struktur unseres Stadtteils zu verhindern.

    Bis Dienstag dann hoffentlich! Euch ein schönes Wochenende!

  28. Hier noch eine Ergänzung zur Architektur des geplanten Lebensmittel-Großmarktes an der Siemensstraße:

    Die Fassade an der Siemensstraße gegenüber der Wohnbebauung und der James-Krüss-Grundschule soll 180 m lang werden. Da eine 20 m lange Schallschutzwand dazukommt, sind es 200 m. Sie soll 13 m hoch sein und aus Beton-Fertigteilplatten bestehen, keine Vor-und Rücksprünge und offenbar auch keine Fenster haben.

    Zum Längenvergleich: 2 mal hintereinander die 100-m-Bahn.
    Zum Höhenvergleich: 13 m hoch ist ca. die Fensterbrüstung des 3. Obergeschosses bei Altbauten.
    Und zur Erinnerung: Die Betonteile der Berliner Mauer waren 3,75 m hoch. Die Betonwand an der Siemensstraße wird demnach fast 3 1/2 mal so hoch wie die Berliner Mauer.

  29. Gestern um 19 Uhr hatte die SPD von Moabit die Bewohner zu einem Bürgerforum in das Rathaus eingeladen, um zu hören, warum die SPD bei der letzten Wahl in Moabit so viele Stimmen verloren hat.

    Die Bürgerinitiative Siemensstraße hat ihre Bedenken gegen den an der Siemensstraße geplanten Lebensmittel-Großmarkt und die dafür beabsichtigte Großhalle vorgetragen. Dieses war jedoch nur einer der vielen kritischen Beiträge. Die anwesenden Vertreter der SPD haben zugesagt, dass im Internet ein Protokoll veröffentlicht wird und dass die SPD alle angesprochenen Themen bearbeiten wird.

    Mal sehen, was zu der Bemerkung rauskommt, dass das Bezirksamt den Moabitern in der Adventszeit nicht mal einen beleuchteten Weihnachtsbaum vor ihr Rathaus gestellt hat.

  30. Hallo
    Ich will nochmal darauf hinweisen, daß der Großmarkt nicht für Privatkunden ist. Mit diesem Bau wird zudem der Co2-Ausstoß erhöht. Meiner Meinung nach werden die Gastronomiekunden, die in diesem Markt einkaufen sollen und die bisher dezentral jeweils in ihren Kiezen einkaufen waren, auf diesen Markt zentralisiert (der Markt soll für ganz Berlin sein), was bedeutet, daß mehr Verkehr entsteht und daß an anderen Stellen Arbeitsplätze verloren gehen. Nur wegen dem neuen Großmarkt erhöht sich ja nicht der Gasdtronomiebedarf in der Stadt, dieser wird nur zentralisiert und zerstört damit noch mehr die Berliner Mischung, also die Einkaufsstraßen mit Einzelhandel, wie man ja an der Turmstraße und der Arminiushalle hervorragend beobachten kann. Zudem entstehen in dem Großmarkt nur Billigarbeitsplätze und nach meinem Wissen hat es Hamberger nicht so mit den sozialen Arbeitsbedingungen. Dann zu der Pappelreihe: Die Pappeln sind geschädigt, aber diese haben einen stadtbildprägenden Charakter. Daher wäre es gut, die gesunden Bäume auf einem 10 m breiten Grünstreifen zu erhalten und die kranken Bäume durch neue, höherwertige Bäume zu ersetzen. Ansonsten sind die geplanten Fassaden-, Dachbegrünungen und Heckenpflanzung, Baumpflanzungen nach der mir bisher vorliegenden Planung im Vergleich zum Ausmaß der Halle lächerlich klein, und die Auswahl der Pflanzenarten hat eher einen Ziergartencharakter anstelle einer Auswahl nach ökologisch wertvollen Gesichtspunkten.

  31. Sven ist in allen Punkten zuzustimmen. Ich war oft auf dem Gelände und habe dort fotografiert, daher kenne ich es sehr gut, obwohl ich ein ganz paar Meter weiter wohne. Katastrophal finde ich schon jetzt die Abräum-Sanierung des Geländes, die schon einen großen ökologisch angepaßten Pflanzenbestand zerstört hat. An dem kleinen, etwas erhöhten alten Gebäude, das ich unbedingt erhalten würde, stehen übrigens Obstbäume (evtl. schon nicht mehr, ich war jetzt einige Wochen nicht mehr da), z.B. ein alter Birnbaum.
    Auch die vollständige Abräumung des Raumprägenden Kopfsteinpflasters sehe ich mit großem Ärger und Bedauern. Das wäre zumindest in Teilen erhaltensswert gewesen, auch um auf den Geschichtscharakter des Geländes im Rahmen einer neuen Parkgestaltung hinzuweisen. Diese Kopfsteine trugen die Spuren von einem Jahrhundert harter Arbeit. Hier war ich z.B. einmal mit Kohlemännern aus Moabit, über die ich eine Fotoreportage machte, die mitten im Winter per Hand einen Brikettwagon abluden. Aber wahrscheinlich sind die Kopfsteine zu wertvoll, um sie liegen zu lassen: altes Pflaster wird teuer gehandelt (teils mehrere Euro pro Stein) und die Fläche dürfte ihrem Abräumer ne Menge Geld einbringen…

    Sicher werden einige Pappeln nicht stehen bleiben können, da folge ich Sven. Seinen Hinweis auf einen höherwertigen Ersatzbaum kann ich vielleicht konkretisieren. Säuleneichen haben einen ähnlichen Charakter wie Pappeln, aber sind wesentlich stabiler und langlebiger. Diese könnten Ersatzbäume sein. Es gibt auch Ginkos (Lebensbaum), die ähnlich säulenhaft wachsen. Ich kenne eine relativ schmale Straße in einer anderen Stadt, die damit bepflanzt wurde, aus eigener Anschauung. Die Ginkos sind inzwischen haushoch.

    Säuleneichen (auch Stieleiche genannt) z.B.:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Säuleneiche
    http://www.stohn-henningsen.de/Alsterdorfer_Sporthalle_2.html
    http://www.moehrle-partner.de/Projekte/Wuerth/Wuerth.htm
    http://stuttgartwege.blogspot.com/2009/11/landschaftstreppe-ostfildern.html

    Säulenginkgo – Ginkgo biloba “Fastigiata”
    Groß wachsend, Wuchs spitz kegelförmig bis säulenförmig:
    http://www.planet-weimar.de/ginkgobiloba/zuechtungenginkgo/index.html
    http://www.gartendatenbank.de/forum/saeulenbaeume-tiefwurzler-schaeden-an-bodenbelaegen-vermeiden-t-151-1
    http://www.garden-picture.com/fotoseite7/kw09/imggr9.html

  32. Hier ein sehr ähnlich gelagertes Thema:

    Laut Industrie- und Handelskammer – http://www.ihk-berlin24.de – sind in Berlin 20 weitere Einkaufszentren mit zusammen 340.000 m² Fläche in der Planung oder Realisierung. Zumindest die, die schon realisiert werden, müssen die Ämter für Stadtentwicklung genehmigt haben. Ob die auch die Kaufkraft dafür liefern, oder wo kommt die wohl her? Wär mal interessant, wie das Bezirksamt Mitte diese Frage beantworten würde?!

  33. Tja, vielleicht für Herrn Ackermann allein oder sind da etwa Schmiergelder geflossen ? Der “Kaufkraftindex” ist gesunken und die alte Einschätzung der USA unter Bush “Nur ein guter Konsument ist auch ein guter Bürger” dürfte sich mittlerweile als falsch erwiesen haben. Vielleicht sollten die wenigen, die noch denken können, den Unterschied zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft herausarbeiten und dies unserem immer ärmer werdenden Volk verständlich vermitteln.

  34. Das Volk wird nicht ärmer – nur vier Fünftel davon…

  35. Ich möchte es mal sagen:

    “Moabit online” ist klasse.

    Vielen Dank an die Redaktion.

  36. …krass was ecstasy so alles möglich macht…

  37. Hallo,
    Erstmal muss ich mich im Voraus für meine schlechten Ausführungen in der Goethe Sprache entschuldigen….
    Ich wohne in direkter Nähe des Geschehens…..Es wurde mal auf einer Veranstaltung des Bezirksamtes über das “Nachbarprojekt” Moabiter Bahnhof (parkähnliche Anlage) gesprochen, wo auch das Hamberger Haus zu Sprache kam. Von der dortigen Projektleiterin wurde behauptet dass der gesamte Verkehr, der zu diesem Objekt führen, auch alle Lieferanten- und Kunden-Einfahrten, über die neu geplante Strasse entlang der aktuellen Gleise der DB führen würde… Alles Lüge oder???? In den “Hamberger Plänen” sieht es anders aus, und wie immer auf dieser Welt und auch in Berlin wahrscheinlich, wird die “temporäre Hauptzufahrt” gegenüber der Waldstrasse eine Definitive bleiben….Diese wiederum wird, obwohl sie eine verkehrs-beruhigte Strasse ist, wahrscheinlich dazu führen, dass sie in Wirklichkeit eine zweite Beusselstrasse wird, allerdings mit Pflastersteinen….Ade relative Ruhe, aber die gibt es auch schon heute nicht mehr, da heutzutage die Waldstrasse schon als kürzere Alternative zu der Beusselstrasse dient: die vielen Taxis (tagsüber) und die Kastenwagen, die von der Gotzkowskystrasse kommend, die Waldstrasse teilweise mit Karacho um 05:30 Uhr hinunter krachen – es gibt ja nicht diese “Hügelchen” um alles langsamer zu machen aber die Pflastersteine haben trotzdem eine tolle Wirkung in punkto Krach um 5:00 morgens!!. Alles ist hier in Berlin doch piepegal: die Polente kontrolliert nicht oder ist noch nicht aufgewacht; die Fahrer denken noch nicht mal mit. Wahrscheinlich gibt es dasselbe Motto bei den Lokalpolitikern (dies gilt übrigens auch wieder weltweit): piepegal was da geschieht! Ich mache sowieso weiter in meine politische Karriere, und solange der Kasten nicht vor meiner Villa in Dahlem oder Potsdam gebaut wird, ist alles… – dieses letzte gilt auch womöglich für den Bauherrn….
    Hier ein interessantes Link wie man das Bauvorhaben von dergleichen „Klotz oder Bunker“ im Schwabenland behandelt:
    http://www.grosser-forst.de/magazin/tag/stadt-nuertingen/
    Danke nochmals für Eure Mühe dieses katastrophale Vorhaben hier auf diese zu kleine Fläche eventuell zu verhindern.
    Würde mich freuen Termine, auch interne der Moabit online bezüglich dieses “Projekts“ etwas früher zu erfahren, da ich meine Termine langfristig planen muss… Sie könnten mein E-Mail dafür benutzen (aber bitte nur dafür). Könnte mich dann etwas mehr beteiligen….

  38. Im Berliner Abendblatt ist am Samstag ein ausführlicher Artikel über den vom Bezirksamt geplanten Großmarkt an der Siemensstraße.

  39. Hier der link zum Abendblatt:

    http://abendblatt-berlin.de/fileadmin/pdf_archiv/KW_06/Tiergarten_vom_13.02.2010.pdf

    Wenn der link nicht mehr funktioniert, weil die pdfs nach einigen Wochen von der Webseite verschwinden. Der Artikel ist oben im Nachtrag zum Text als 2 Bilder eingebunden (die Redaktion)

  40. @Philippe: Woher nimmst du die Aussage, dass der Lieferverkehr über die Siemens läuft? Soweit ich informiert bin, läuft er über die neue Straße, dafür ist sie ja da.

  41. @EK Siehe bitte den Artikel unter Punkt 39…. Ich glaube, dass ich doch gut getippt habe…Siehe aber auch den Anlage-Plan mit der “temporären Hauptzufahrt”: die ist tatsächlich auf der Siemensstrasse auf Höhe Waldstrasse… bis dass die neue Trasse fertig gestellt wird… und dass dann das Provisorium nicht zur definitiven Lösung wird.

  42. Der gesamte Baustellenverkehr (Schuttabfuhr, Bodenaustausch, Baugrubenaushub und Baumaterialanfuhr) mit schweren Lastwagen, der Lieferverkehr mit 100 LKW pro Tag und der Kundenverkehr mit 700 (es gibt auch eine höhere Zahl) PKW pro Tag wird solange über die Siemensstraße gehen, wie die Umgehungsstraße = Planstraße nicht fertiggestellt ist.

    Die bisherige Planung sieht vor, dass die Anlieferung für den Betrieb des Großmarktes am rechten Ende des Hauses neben dem geplanten Moabiter Stadtgarten liegen wird und die Auslieferung am anderen Ende des Gebäudes. D. h.: Wenn der Großmarkt in Betrieb geht und die Umgehungsstraße bis dahin nicht fertig ist, fahren die 100 LKW pro Tag genau gegenüber der James-Krüss-Grundschule auf das Grundstück und die PKW irgendwo im Bereich der Waldstraße.

  43. PS: Jeder Lastwagen fährt also 2 x und jeder PKW ebenso 2 x über die Siemensstraße. Das macht dann 200 LKW und 1.400 PKW. Arbeitet so nicht die Verkehrszählung?

  44. A C H T U N G A C H T U N G A C H T U N G

    Die Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative Siemensstraße läuft. Die Unterschriftenlisten liegen in Läden, Kiosken, Kneipen, Cafès und anderen Einrichtungen aus.

    Bitte unterstützt uns mit eurer Unterschrift.

  45. wo genau? Ich wohne in der Lehrter – also der Bronx :D

  46. Bitte konkret, da ich östlich der Stromstrasse wohne. Um unseren Großmarkt Beusselstrasse zu unterstützen würde ich auch gern meine Eventidee “Tomatenschlacht zwischen Moabit Ost und West” über die Stromstrasse realisieren wollen.
    Wenn unser Großmarkt die faulen Tomaten sponsert, wäre das super. Kreuzberg/Friedrichshain hat die Wasserschlacht, wir brauchen auch einen Event.

  47. Die Unterschriftenlisten liegen z.B. bei Ali (Lebensmittelladen) am U-Bahnhof Birkenstr, im Aktionsmarkt Siemensstraße 11 und in der Oldenburger Apotheke aus.

  48. Hier zwei weitere Auslegungsorte der Unterschriftenliste:
    Zeitungsladen in der Emdener Str. 43,
    Arminius-Apotheke in der Turmstr. 38

  49. Hier noch mehr Auslegungsorte der Unterschriftenliste:

    Copyshop, Perleberger Str. zwischen Havelberger- u. Lübecker Str.,
    Reinigung, Perleberger Str. kurz vor dem Copyshop,
    AREMA, Kneipe am U-Bahnhof Birkenstr.,
    Blumenladen, Union- Ecke Oldenburger Str.,
    Bioladen, Wiclef- Ecke Oldenburger Str.,
    Wundersamt, Oldenburger Str. 6

  50. Die Bürgerinitiative Siemensstraße tagt wieder

    am Dienstag den 23. Februar
    um 19:00 Uhr
    in der Rostocker Str. 32
    im Nachbarschaftstreff des Stadtschlosses Moabit

  51. Jede(r) kann jetzt auch hier ein Blatt der Unterschriftenliste herunterladen und dann ausgefüllt bei der angegebenen Adresse abgeben (Die Unterschriftenliste ist jetzt auch oben im Artikel verlinkt):
    http://www.moabitonline.de/wp-content/uploads/2010/02/10-02_Unterschriften-gegen-Baumfällungen_Großmarkt.pdf

  52. Gibt es für die Unterschriftenaktion irgendwelche Fristen? Oder steht ein Anlass zur Übergabe noch nicht fest?

  53. Je eher unterschrieben wird, um so besser. Aber Zeit für drei von diesen guten Espressos ist schon noch.

  54. Die Bürgerinitiative Siemensstraße zeigt sich enttäuscht von einem Gespräch mit Baustadtrat Gothe und Vertretern der Firma Hamberger, die den Bau des umstrittenen Gastrogrossmarktgebäudes betreibt. Auf Einladung des Baustadtrates fand das Gespräch im Bauamt des Bezirks Mitte statt.

    „ An der Größe der Halle von 180 x 100 Metern und der Bebauung bis direkt an die Siemensstraße hält Hamberger fest. Für die auch bundesweit außergewöhnlichen Ausmaße gab es aber keinerlei nachvollziehbare Begründung. Und die vorgestellte Fassadenbegrünung halten wir für völlig unzureichend.“ teilte die Bürgerinitiative mit.
    Der von der BI geforderte Achtungsabstand zum Wohngebiet sei aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen nicht einzuhalten, behaupteten die Vertreter des Investors . Sie sähen keine Möglichkeit, die stadtbildprägende Baumreihe aus 130 Pappeln zu erhalten. Die 20 Straßenbäume, die Hamberger der Siemensstraße spendieren möchte, sind nach Ansicht der Bürgerinitiative kein Ersatz.

    Es sollen zwar 310 Arbeitsplätze im zukünftigen Gastrogrossmarkt entstehen. Aber Fragen nach den Löhnen und einer Mitarbeitervertretung bei Hamberger beantwortete Geschäftführer Titius mit eisigem Schweigen. Deutlich wurde auch, dass mögliche Auswirkungen auf den Beusselgroßmarkt und andere Großmärkte nicht untersucht wurden.

    Die Frage, warum zum Beispiel die Stellungnahme der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. nicht im Ergebnis der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit auftaucht, konnten weder der Baustadtrat noch sein Mitarbeiter Henselmann beantworten.
    Aber auch Gothe schien sich nicht wohl zu fühlen mit dem Bauprojekt. Um die Wucht der Fassade, die nur zu einem kleinen Teil begrünt werden soll, zu mildern, brachte er zusätzlich farbliche Gestaltungsmöglichkeiten zur Sprache. Dies sei pure Kosmetik, hielt ihm die BI entgegen
    .
    Die Frage, ob denn wenigstens der Parkplatz begrünt statt überdacht werden könne, wurde verneint. Eine Überdachung sei notwendig, damit die Kunden ihre Waren bei Regen im Trockenen zum Auto bringen könnten.
    Das Fazit der Bürgerinitiative: Bei diesem Projekt, das größer als das Berliner Stadtschloss werden wird, zählen nur die wirtschaftlichen Belange. Die berechtigten Interessen und die Argumente der Moabiter und Anwohner fallen komplett unter den Tisch.

  55. Das Engagement für eine stadtverträgliche Gestaltung ist nur zu unterstützen. Der Baukörper muss kleiner und gestaffelter und die Erschließung neu überdacht werden. Auch dann bleibt der Markt wirtschaftlich. Dass die Chance, gerade die (oder eine neue) Pappelreihe als Möglichkeit zur Integration in die Stadt zu nutzen, vertan wird, ist mehr als bedauerlich. Hier muss man dran bleiben: Mein Tipp aber: Verzettelt euch nicht in anderen – sei es wirtschafts- oder sozialpolitischen – Nebenargumentationen, die teils nicht tragfähig sind, sondern Konzentration auf die stadtplanerischen und umweltpolitischen Faktoren vor Ort.
    1. Es sollte nur nicht so getan werden (wieder im Flyer), als ob hier der oder einer der „größten Märkte“ (mit 14.000 Nettofläche) Deutschlands entsteht. Solche Märkte (12. -16.000 qm Verkaufsfläche) gibt es von den Handelsgiganten Metro, Selgros etc. Dutzendweise in Deutschland (auch im Berliner Raum). Die städtischen Großmärkte haben sowieso eine noch viel größere Fläche (in Berlin fast zehnfache Grundstücksfläche).
    2. Das Stadtschloss ist in seinen Ausmaßen etwas und in seiner Baumasse sehr viel größer als der Gastromarkt. (192 Meter * 116 Meter * 25 Meter, fast 50.000 qm BGF). So macht man sich nur angreifbar.
    3. Um den Beusselmarkt muss man sich keine Sorgen machen. Außerdem darf mögliche wirtschaftliche Konkurrenz in einem Bauleitplanungsverfahren schlicht kein Argument sein (lediglich bei Einzelhandel würde etwas anderes gelten). Die Sortimente unterscheiden sich schon erheblich, wenngleich es Überschneidungen im Gemüse/Fleischbereich geben wird. Allerdings zielt Hamberger wohl eher auf teure Produkte. Ansonsten werden dort auch Getränke und Non-Food-Produkte für die Gastronomie angeboten. Konkurrenz haben wohl eher die großen Metro-Märkte mit ihrem Sortiment zu fürchten. Wenn die ein bisschen weniger Monopolgewinne einstreichen und nicht an ihre Aktionäre ausschütten, ist das nur gut. Es gibt noch viele weitere Großmärkte mit sehr großen Hallen in Berlin, wie z.B. Selgros oder Mios. An der Beschaffung von Kleinmengen durch Gastronomen beim Händler nebenan im Kiez wird sich durch den Hamberger Markt genauso wenig wie durch die zahlreichen anderen Großmärkte etwas ändern. Eine Konzentration der Berliner Nachfrage auf diesen Markt in Moabit ist nicht möglich, dazu ist er dann doch viel zu klein. Das Berliner Gastronomiegewerbe besteht immerhin aus 12.000 Betrieben!
    4. Der Berliner Großmarkt an der Beusselbrücke ist Senatseigentum. Der hat wirklich ausreichend Gelegenheit auf die Bauleitplanung für den Gastromarkt formell und informell Einfluss zu nehmen. Wenn der etwas gesagt hätte, hätte das Gewicht gehabt. Außerdem muss man auch mal sagen dürfen, dass die Großmarktleitung für den jahrelangen Niedergang der Arminiushalle als Eigentümer verantwortlich ist, weshalb sich meine Sympathien in engen Grenzen halten.

  56. Die BI-Siemensstr. lädt für diese Woche wieder herzlich zu ihrem Treffen diesmal am Dienstag, den 02.03. um 19 Uhr im Nachbarschaftstreff in der Rostockerstr. 32 b (neben dem Stadtschloss Moabit) ein. Wir würden uns freuen, euch als Mitstreiter gewinnen zu können!
    Liebe Grüße!

  57. ich hab mal „unsere Bundestagsabgordneten“ zu Hamberger gestellt.
    http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_eva_hoegl-575-37659.html
    http://www.abgeordnetenwatch.de/wolfgang_wieland-575-38046.html

  58. Fragen natürlich :D

  59. sehr gute Idee mit den Fragen an die Bundestagsabgeordneten für unseren Wahlkreis gewählt wurden bzw. kandidiert haben.

  60. @ Carsten

    Ich hätte von dir gern mal eine Antwort auf die Frage:

    Woher kommt in Berlin die Kaufkraft für einen zusätzlichen Lebensmittel- und Getränkegroßmarkt für Gastronomen und Händler mit einer Verkaufsfläche von 14.000 m² (2 x die Spielfläche im Olympiastadion)?

    Ansonsten: Ich wußte nicht, dass die Berliner Großmarkt GmbH ein städtisches Unternehmen ist. M. E. gehört der Stadt nur das Grundstück.

  61. Die Berliner Großmarkt GmbH gehört zu 100% dem Land Berlin, so wie z.B. auch städtische Wohnungsbaugesellschaften.

  62. @ Carsten:

    Ich muss mich korrigieren: Die Berliner Großmarkt GmbH ist eine landeseigene Gesellschaft, die auf dem Beussel-Großmarkt jedoch nur für die Vermietung und Verpachtung der Gewerbeflächen an die 300 dort ansässigen Lebensmittel- und Getränke-Großhändler zuständig ist.

  63. Lieber H.E. ich kann mich gerne noch mal wiederholen: Ich weiß nicht, woher die Kaufkraft kommt. Habe ich das irgendwo gesagt? Es ist für das Planungsverfahren auch völlig belanglos. Ob man einen neuen Tischler oder ein Callcenter genehmigt: Die Bewertung, ob sie ggf. einen Konkurrenten verdrängen, gehört nicht zu einem Planungs- und Genehmigungsverfahren (teils anders bei zentrumsrelevanten Nutzungen). Ob nun Hambacher von der Metro ein paar Kunden abwerben will und damit bei sich Arbeitsplätze auf Kosten der Metroaktionäre schafft, ob sie einen Markt am Stadtrand in den Ruin treibt, der dann Gartenmöbel verkaufen muss oder ob Hamberger sich verkalkuliert und pleite geht oder ob sie die Dynamik dieser Branche antreiben und durch neue Angebote und neue Konkurrenz auch neue Nachfrage in der qualitätsmäßig ja ausbaufähigen Berliner Gastronomie schaffen (und mittlerweile kommt allein beim Handel 20 % der Kaufkraft von Berlinbesuchern, bei der Gastronomie dürfte das eher mehr sein). Wie dem auch sein. Ich weiß es nicht. All das ist letztlich egal. Man kann nur argumentieren, dass der Markt an dieser Stelle zu groß ist und dass es auch keinen zwingenden stadtstrukturellen Grund und Bedarf gibt, einen Markt in dieser Dimension hier ansiedeln.

  64. @ Carsten:

    Für den reinen Verwaltungsakt ist es in der Tat belanglos, ob man eine Tischlerei, ein Callcenter, ein Puff oder einen Großmarkt genehmigt.

    Hier aber geht es um Stadtentwicklung. Und da kann man als Bewohner eines offiziell als “Problembezirk” bezeichneten Stadtteiles von der Abt. Stadtentwicklung und insbesondere deren Chef sehr wohl erwarten, dass alle diesen Stadtteil betreffenden Aspekte bei der Genehmigung erörtert und berücksichtigt werden. Und das vor allem, wenn es sich um ein so extrem großes Vorhaben wie das vorliegende handelt.

  65. Zur regen Kommentierung nun auch ein Kommentar von meiner Seite:

    Im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofes Moabit entlang der Siemensstraße sind z. Z. die Verlängerung der Ellen-Epstein-Straße (2. Bauabschnitt Planstraße), der Bau des Moabiter Stadtgartens und die Ansiedlung des Hamberger-Großmarktes geplant.

    Durch den 2. Bauabschnitt der Planstraße wird nach Fertigstellung eine deutliche Lärmminderung in der Siemensstraße eintreten. Nach der jetzigen Zeitplanung ist die Fertigstellung der Straße im Frühjahr 2012 vorgesehen. Der Durchgangsverkehr wird dann über die neue Straße verlaufen. In der Siemensstraße wird nur noch der Anliegerverkehr und der Verkehr in Richtung Rathenower Straße verbleiben. Nach den aktuellen Verkehrsprognosen sind das ca. 6.100 bis 7.000 Kfz/Tag. Im Jahr 2005 wurden 21.000 Kfz/Tag in der Siemensstraße gezählt. Das geplante Gebäude des Hamburger-Großmarktes wird tlw. einen zusätzlichen Schutz vor den Verkehrsbelastungen der neuen Straße bieten. Entlang der neuen Straße sollen 83 neue Bäume gepflanzt werden.

    Östlich des Grundstückes von Hamberger ist der Moabiter Stadtgarten mit einer Größe von 15.000m2 vorgesehen. Dort sind, neben anderen Begrünungsmaßnahmen, 85 Laubbäume und 27 Obstbäume zum Anpflanzen vorgesehen.

    Der Hamberger-Großmarkt, der westlich der geplanten öffentlichen Grünfläche und südlich der neuen Straße vorgesehen ist, wird voraussichtlich im Herbst 2011 fertig gestellt sein. Für ca. 6 Monate erfolgt die Anlieferung von der Siemensstraße über zwei temporäre Zufahrten. Aufgrund der Ergebnisse des Schallgutachtens, wird die Anlieferung in der Nacht begrenzt. Nach Fertigstellung der Planstraße werden diese temporären Zufahrten geschlossen. Das Gebäude des Großmarktes wird um 1,50 m von der Straße zurück gesetzt, um in dem Streifen abschnittsweise Hecken und Begrünungsmaßnahmen vorzusehen. Ein weiteres Zurücktreten des Gebäudes, wie von der Bürgerinitiative Siemensstraße gefordert, wird von mir nicht unterstützt. Gespräche mit der Fa. Hamberger haben ergeben, dass der geforderte Pflanzstreifen von 10 m zwischen Straße und Gebäude nicht realisiert werden kann.

    Die Pappeln entlang der Siemensstraße müssen leider gefällt werden. Das ergab ein Baumgutachten im Auftrag des Investors, das von meinen Fachleuten im Amt für Umwelt und Natur geprüft wurde. Durch die Baumaßnahme auf dem Hamberger-Grundstück erfolgt ein Eingriff in Natur und Landschaft, der aber auf dem eigenen Grundstück ausgeglichen werden kann. Entlang des Parkplatzes wird eine Hecke mit 140 Pflanzen vorgesehen und vor der Fassade des Gebäudes werden des weiteren abschnittsweise Hecken und Fassadenbegrünungen vorgesehen. Ferner erhält das Dach eine extensive Dachflächenbegrünung und es werden auf dem Grundstück 5 Bäume im Bereich des Parkplatzes gepflanzt. Im Gehwegbereich entlang des Hamberger-Grundstückes sollen weitere 20 Bäume aus städtebaulichen Gründen gepflanzt werden. Näheres zum Eingriff und Ausgleich wird sich im Umweltbericht zum Bebauungsplan 1-45 VE befinden, der z. Z. überarbeitet wird.

    Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Fassade besser gestaltet wird, evtl. auch unter Einbeziehung von Anwohnern. Insgesamt glaube ich, dass der Teil Moabits durch den geplanten Moabiter Stadtgarten, die geplante neue Straße und durch die Begrünungsmaßnahmen entlang des Hamberger Grundstückes eine Aufwertung erfahren wird.

    Mit freundlichen Grüßen, Ephraim Gothe
    Stadtrat für Stadtentwicklung

  66. mal eine Frage zu dem Komplex. Werden Steuergelder dafür die Ansiedlung fließen? Oder sind se schon?

  67. Wer sich so verteidigt, Herr Gothe, der hat in meinen Augen ein sehr schlechtes Gewissen. Könnte es sein, dass sie sich bei dem ganzen Ding selber nicht mehr ganz wohl fühlen?

  68. Lieber Ephraim Gothe,

    zu den Pappeln:
    dann stelle doch das Baumgutachten jetzt endlich öffentlich. Seit September 2009 (28.9. Infoveranstaltung) wollen Moabiter Bürger dieses Gutachten selbst einmal lesen. Sie haben danach gefragt, waren bei Herrn Henselmann, fragten Bürgermeister Hanke, selbst beim Gespräch mit dir und der BI Siemensstraße im Bezirksamt mit Investor Hamberger gab es das Gutachten nicht auf den Tisch.
    Stelle es doch bitte online –JETZT- auch wenn der Umweltbericht noch in Arbeit ist.

    zur Fassade:
    „vor der Fassade des Gebäudes werden abschnittsweise Hecken und Fassadenbegrünungen vorgesehen“. Diese Abschnitte durften wir ja in bunten großen Bildern beim Gespräch der BI sehen. Sie sind lächerlich klein; große Strecken der Fassade sind blanker Beton. Statt der stadtbildprägenden Abgrenzung des ehemaligen Güterbahnhofs zum Wohngebiet durch die Baumreihe steht dann eine 180 Meter lange Betonfassade.

  69. Dass Herr Gothe sich hier selbst zu Wort meldet, ist immerhin anerkennenswert.

  70. Vielen Dank, Herr Gothe, für Ihre Stellungnahme.

    Sie fassen im Grunde noch einmal zusammen, was der Bebauungsplanentwurf
    vorsieht.

    Die zahlreichen Einwände, die seinerzeit dagegen erhoben wurden, bleiben
    abgeschmettert.

    Es zählt, was rechtlich zulässig ist, nicht, ob es die Bürger, die Anwohner bedrückt
    und bedroht. Allenfalls bei der Gestaltung der Fassade, im m. E. rein kosmetischen
    Bereich, zeigen Sie begrenzt Entgegenkommen, können sich hier sogar Bürger-
    beteiligung vorstellen.
    Können Sie sich vielleicht auch vorstellen, Herr Gothe, daß die Anwohner das als
    Verhöhnung empfinden?

    Es war in einem Gespräch mit Ihnen von einem „Achtungsabstand“ die Rede, den
    das doch so massige Gebäude halten sollte zur Straße, zur Wohnbebauung. Sie
    unterstützen das nicht, bieten stattdessen an – ja, was? Sollen wir mitentscheiden
    dürfen, ob an dem Gebäude, das uns mit seiner Masse einfach unzumutbar dicht
    auf den Pelz rückt, Efeu hochwächst oder Hopfen, ob es blau gestrichen wird
    oder rosa?

    Warum wird, wie Sie schreiben, ein weiteres Zurücktreten des Gebäudes von Ihnen
    nicht unterstützt? Sie sagen: „Gespräche mit der Fa. Hamberger haben ergeben …“
    – das mag ja sein. Aber andererseits haben Gespräche mit Anwohnern und mit der
    Bürgerinitiative ergeben, daß der bereits erwähnte „Achtungsabstand“ unbedingte
    Forderung ist, ebenso wie der Erhalt bzw. das Ersetzen der stadtbildprägenden
    Baumreihe.

    Sie haben sich doch in Ihrem Amtseid dem Wohl der Bevölkerung von Mitte
    verpflichtet, nicht dem eines Investors. Daß beides zusammengehen könnte, steht
    außer Frage, aber daß sie so massiv die Position des Investors gegen die der
    betroffenen Bevölkerung einnehmen,empört.
    Wir sind doch auch wer, in Moabit West. Oder nicht? Kann man uns, ohne
    Achtung, einfach vor den Latz knallen, was irgend rechtlich rauszuquetschen ist?

    Wozu arbeitet seit mehr als zehn Jahren das Quartiersmanagement daran, diesen
    hochproblematischen Teil von Moabit wenigstens stabil zu halten auf niedrigem
    sozialen Niveau, wenigstens den Totalabsturz zu verhindern, wenn dann, wumm,
    ein solcher Klotz dahingesetzt wird, der die zarten Andeutungen gesünderer
    sozialer Mischung einfach platt macht!?

    Sie wissen schon aus den Einwendungen gegen den Bebaungsplanentwurf im
    letzten Jahr, wir wissen aus den Gesprächen über das Projekt Hamberger hier im
    Kiez, daß gerade die Leute, die auch Sie hier gerne bleiben sähen im Interesse einer
    sozialen Stabilisierung, wegziehen werden.
    Wir wissen auch, daß bei diesen Erwägungen nicht nur der direkte Blick von einem
    Balkon in der Siemensstraße auf die Hamberger – Fassade eine Rolle spielt,
    sondern auch die Geste, bzw. die fehlende Geste, mit der Hamberger hier Einzug
    hält.

    Sie sind doch Politiker, Herr Gothe. Und auch dem Geschäftsführer der Firma
    Hamberger traue ich ohne Weiteres soviel Verständnis für Politik zu, daß er sieht,
    was er anrichtet, wenn er die Einwände der Anwohner einfach vom Tisch fegt:
    Baugesetz sagt: Darf ich. Also mach’ ich.

    Sie werden uns doch nicht allen Ernstes erzählen wollen, daß es nur so gehe,
    nicht anders.

    Selbstverständlich kann man, auch auf einem Grundstück wie diesem, das
    planerische Grenzen setzt, anders bauen. Man kann auch kleiner bauen, aber selbst
    wenn nicht kleiner, anders geht allemal. Einhaltung des „Achtungsabstands“ und
    Erhalt bzw. Ersatz der Baumreihe geht allemal.
    Es gibt doch nicht nur einen Architekten – und ist der jetzige denn wirklich so gut,
    wenn dem nur dieser Klotz einfällt, bis an die Gehwegkante, mit Grünzeug geschminkt?

    Und die Arbeitsplätze, die Ausbildungsplätze, die die Fa. Hamberger in Aussicht
    stellt: Die sollen von der Form des Gebäudes abhängig sein? Nach dem Motto:
    Friß, Vogel, oder stirb?

    Ich erwarte vom Bezirksamt mehr Phantasie, mehr anwohnerorientierten
    Gestaltungswillen.
    Wir brauchen Arbeits – und Ausbildungsplätze. Aber nicht als Totschlagargument

    Kurz: Bürgernähe durch Achtung und Achtungsabstand. – Und Baumreihe.

  71. Bravo Norbert!!
    Ich stimme Dir voll zu!

    An Hr Gothe:

    Da werden ja bestimmt demnächst Wohnungen in der Siemensstrasse frei, wenn der Klotz gebaut wird. Da könnten doch unsere sogenannten “Volksvertreter” einziehen-mit Blick auf ne weisse Wand. Aber vielleicht könnte man ja ein paar Beamer über das Quartiersmangement Moabit West oder Ost beantragen. Die könnten ja dann Bäume an die Wand werfen. Den Moabiter würde das ja sicherlich reichen-mehr brauchen die ja sowieso nicht oder? Aber vielleicht bindet man sie ein-dann hebt dann die Stimmung?! Ach, ja der Stadtgarten.Ist doch schön wenn man da sitzt und der Lärm der Lastwagen von nebenan rauscht in den Park und die “schöne ” Wand lacht einen an. Bin mal gespannt wenn das erste Kind auf der Siemensstrasse vor der Grundschule angefahren wird.Na und die Arbeitnehmer, denen bezahlt man möglichst wenig, denn dann kann der Arbeitgeber beim Arbeitsamt schön Zuschüsse beantragen. Das alles von von unseren Steuergelder…Ach, ja angeblich nimmt der Strassenverkehr ja ab-sagt ein Gutachten. Aber in der Invaldivenstrasse wird bald ausgebaut , weil der Verkehr zunimmt-so ca. 7000 Autos mehr-sagt ein Gutachten.Wo fahren die Autos denn dann eigentlich durch. Ich nehme mal an überwiegend durch Moabit.. Also ich würde mal vorschlagen noch ein paar Gutachten einzuholen…Kostet ja nichts!!!Dafür ist immer Geld da.
    Na ja, wenn die Herren Politiker dann beim nächsten mal ihren Posten nicht mehr inne habe, dann können sie sich ja gut rausreden”Das haben wir ja alles nicht kommen sehen” oder “Ich bin nicht mehr zuständig” Prima!Über Architektur braucht ich jetzt hier wohl nichts mehr schreiben… Das ist nämlich keine!!! Vielleicht sollte mal überlegen warum es eine Bürgeriniative Siemensstrasse gibt und so viele Einwände gegen den Bebauungsplan.So, ganz blöd sind wir in Moabit nicht!
    Übrigens : Die nächste Wahl in Berlin kommt bestimmt!!

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