So können Sie mitmachen!

Kindheitserinnerungen wurden wach …

gruppe-250… sowohl bei mir als auch bei anderen Besuchern der Einweihung des zuletzt fertiggestellten Bauabschnittes des Kleinen Tiergartens am 9. Mai 2015. Dieser ist sozusagen das Kernstück der Ideen von Willy Alverdes: Der Senkgarten. So luftig, wie er sich jetzt präsentiert, war er damals auch, das Wasser sprudelte damals allerdings aus allen Brunnen und es machte einfach Spaß, dort entlang zu gehen. Lang, lang ist es her, man ließ den Park verlottern und schnitt einfach nichts mehr zurück, ließ Wildtrieb wuchern, verfüllte Wasserbecken und pflanzte Eiben und anderes hinein. Auf einigen Bänken saß man wie auf dem Außenklo, es wurde dunkler und dunkler, urwaldähnlicher. Wer ging da noch gerne hin, außer denen, die nicht gesehen werden wollten?

aussenklo-250Die Unterdenkmalschutzstellung war deshalb der eine wichtige Schritt, die Prämierung des mit dem Park sehr viel behutsamer als die Wettbewerber umgehenden Entwurfes von Latz & Partner der andere, um wieder einen schönen Park zu erhalten, durch den man gerne geht. Allerdings hat der Denkmalschutz natürlich seine Ecken und Kanten, nicht alles, was damals gebaut worden ist, entspricht heutigen Vorschriften, Vorstellungen oder Pflegemöglichkeiten. Um die deshalb notwendigen Kompromisse musste gerungen werden, was sowohl Herr Stegmeier vom Büro Latz & Partner als auch Herr Krüger, Kenner der Planungen von Willy Alverdes und mit der denkmalpflegerischen Baubegleitung beauftragt, und nicht zuletzt Herr Lingenauber vom Landesdenkmalamt bei der gestrigen Eröffnung betonten. So ist es z. B. nicht möglich, alle Wasserspiele wieder in Betrieb zu nehmen, da sie im Unterhalt viel zu teuer kämen. Dennoch: Nichts ist abgerissen oder verbaut, alles könnte wieder angeschlossen werden, wenn Geld genug da wäre.

wasser-ohne-250Nur der Betrieb des zentralen Wasserbeckens, das die robusteste Bauform besitzt (das Problem Vandalismus stellte sich damals ja überhaupt nicht in diesem Maße, wie wir es heute kennen), ist auf zehn Jahre durch eine Übernahme der Betriebskosten durch die Firma Ströer gesichert. Ebenso ist es mit der Pflanzenauswahl. Pflegeintensive Rosenbeete wie damals wären heute nicht mehr finanzierbar, aber sie könnten jederzeit wieder hergestellt werden. Fontanesien, die für die Entwürfe von Alverdes so kennzeichnenden Pflanzen, die früher den Senkgarten völlig einrahmten, sind derzeit nicht am Markt zu bekommen. Der Schattendruck der wild aufgewachsenen Bäume und Sträucher hatte sie eingehen lassen. Schade, denn ihr leichter, luftiger Rahmen fehlt im Senkgarten.

wasser-kinder-250Eingeleitet wurde die Eröffnung durch eine Rede von Baustadtrat Spallek, der dann auch den großen roten Knopf zur Inbetriebnahme der Wasserspiele drücken durfte. Es schloss sich ein Rundgang durch die fertiggestellte Anlage an, bei dem auch die Leistungen der Potsdamer Gartenbaufirma TEGLa hervorgehoben worden sind, die zum Teil in äußerst mühseliger Kleinarbeit die historischen Plattenbeläge wieder genauso wie es in den alten Plänen stand, verlegt hatte. Beschlossen wurden Eröffnung und Rundgang durch ein sehr leckeres Büffet, das Herr Dogan vom Café am Park spendiert hatte. Aber schon während der Eröffnung hatten die Kinder das aus Sicherheitsgründen flacher als früher gestaltete Wasserbecken für sich entdeckt, Wasser macht halt Spaß. Es wäre so schön, wenn der jetzt gerade begonnene Abschnitt mit der Rollerbahn so einfach „simsalabim“ auch schon fertig wäre, und man nicht erst noch ein weiteres Jahr warten müsste …

Obwohl Moabit mit dieser Teileröffnung wieder ein Stück lebenswerter geworden ist, waren natürlich auch wieder einige wenige Miesmacher der „Zeugen Baumes“ vor Ort und verteilten ihre demagogischen Zettel. Dazu hatten sie ihr Gebilde, das am treffendsten als „Doppelkeule mit Elefantenohren“ zu bezeichnen ist, und einen kleinen Sarg mitgebracht (Ob in ihm wohl all ihre von den „bösen Ämtern“ nicht umgesetzten Beschlüsse gesammelt sind?). Wer nimmt sie noch ernst, was haben sie erreicht? Nichts, denn auch in diesem Teil des Parkes zeigt sich dasselbe Bild wie in den anderen Teilen: Die Moabiter stimmen mit den Füßen gegen ihre selbsternannten Bevormunder ab, denn der Kleine Tiergarten soll für die Menschen, ob jung, ob alt, da sein und nicht der politischen Selbstbefriedigung biologistischer Sektierer dienen!

Text und Fotos: Andreas Szagun

76 Kommentare auf "Kindheitserinnerungen wurden wach …"

  1. 1
    albrecht says:

    Danke für den treffenden Kommentar! Ich war schon mehrmals mit meinen Kindern da, und wir freuen uns, dass es schön geworden ist.
    In 3 Tagen haben wir dort schon mehr Menschen gesehen als sonst in 3 Monaten!

  2. 2
    taylan says:

    Kaum ist der Park eröffnet, schon sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa: Herumliegende PIzzapackungen, freilaufende Hunde, die nicht angewachsene Wiese ist auch schon hinüber, Grafitti im Senkgarten und als Krönung eine verewigte Kritik an der Parkumgestaltung (wer das wohl war? Da fallen mir ein paar Namen ein…) auf dem Boden.

    In zwei Jahren kann dann der herunter gekommene Park wieder umgestaltet werden. Schade.

  3. 3
    Susanne Torka says:

    Lieber Andreas,
    vielen Dank für Deinen engagierten Artikel, ich teile Deine Meinung, wenn ich sie auch nicht so krass wie im letzten Absatz ausdrücken würde.

    Dennoch wolle wir die ganz anderen Sichtweisen nicht unterschlagen:
    zum Beispiel: den Offenen Brief der B.I. Silberahorn zm 6. Bauabschnitt mit ganz konkreten Fragen:
    https://silberahorn.wordpress.com/2015/05/09/offener-brief-den-kleinen-tiergarten-betreffend/

    die Erklärung der BI KTO:
    https://biktomoabit.wordpress.com/2015/05/05/erklarung-zur-eroffnung-des-bauabschnittes-6-kleiner-tiergarten/

    oder moabit.net:
    http://moabit.net/8684

  4. 4
    Bewohner says:

    Was mich interessieren würde, ob zwischen der Haltesteller „kleiner Tiergarten“ und der Straße Lübeckerstraße – auf dem Zwischenweg noch Laternen hinkommen so wie vorher?
    Durch den Park jetzt Abends/ in der Nacht zu gehen ist echt unheimlich…

  5. 5
    Aro Kuhrt says:

    @ Bewohner
    Was genau ist daran „unheimlich“? Mittlerweile ist der „Park“ doch von allen Seiten so offen wie ein Parkplatz.

  6. 6
  7. 7
    Andreas Szagun says:

    zu 4:
    In der zuletzt vorgestellten Planung sind Leuchten sowohl am mittleren als auch am östlichen Verbindungsweg zwischen Turmstraße und Alt-Moabit vorgesehen, also so, wie früher mit den Gaslaternen. Sie werden vermutlich alle zusammen eingebaut werden.

  8. 8
    A.B. says:

    In seinem so dankenswerten, engagierten Artikel (3) schreibt Szagun:

    „Fontanesien, die für die Entwürfe von Alverdes so kennzeichnenden Pflanzen, die früher den Senkgarten völlig einrahmten, sind derzeit nicht am Markt zu bekommen. Der Schattendruck der wild aufgewachsenen Bäume und Sträucher hatte sie eingehen lassen. Schade, denn ihr leichter, luftiger Rahmen fehlt im Senkgarten.“

    Keine mehr da? Das ist ja wohl ein bischen übertrieben. Auf dem mittleren Foto oben, mit dem Wasserbecken ohne Wasser, sind sie im Hintergrund zu sehen.
    Übrigens ein schönes Bild, verschiedenes Grün und blühende Sträucher.

    Fontanesia phillyreoides ist eine Art aus der Gattung Fontanesia, die 2 Arten umfasst und zur Familie der Oleaceae (Ölbaumgewächse) gehört.

    Die Sträucher werden 2 bis 3 Meter hoch.

    Fontanesia phillyreoides ist sommergrün. Die Blätter sind einfach und gegenständig angeordnet. Sie sind lanzettlich, ganzrandig und gestielt.

    Von Mai bis Juni trägt Fontanesia phillyreoides weiße radförmig vierzählige Blüten die in Rispen angeordnet sind.

    Die Sträucher bilden Flügelnüsse.

    Fontanesia phillyreoides stammt aus Syrien, dem Libanon, der Türkei und von Sizilien und Malta und ist in Italien eingebürgert.

    Die Sträucher bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf frischen bis feuchten Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig oder sandig-tonig sein. Sie vertragen Temperaturen bis -23°C (WHZ 6).

    Geeignet für Hecken, außerdem geeignet als Solitär.

    …………… wächst auf frischen bis feuchten Böden. Wo viel Grün wächst, ist der Boden feuchter. Andernfalls muss man mehr wässern! Wer wässert?

  9. 9
    A.B. says:

    Noch ein paar Sätze aus Herrn Szaguns engagiertem Artikel:
    „….ließ Wildtrieb wuchern, verfüllte Wasserbecken und pflanzte Eiben und anderes hinein. Auf einigen Bänken saß man wie auf dem Außenklo, es wurde dunkler und dunkler, urwaldähnlicher.“
    Was hat man jetzt vorwiegend gepflanzt, das was den Park so dunkel machte, Eiben!
    „Wer ging da noch gerne hin, außer denen, die nicht gesehen werden wollten?“
    Viele harmlose, vielleicht auch ein paar, die nicht gesehen werden wollten, die gibt es noch, ein gesellschaftliches Problem. Hat Herr Szagun eine menschenfreundliche Lösung?
    „(das Problem Vandalismus stellte sich damals ja überhaupt nicht in diesem Maße, wie wir es heute kennen)“
    Stimmt, nach dem Krieg, was für ein Ausbruch von menschlicher Verkommenheit besonders zu Ende des Krieges, waren in den neuen deutschen Staaten alle außerordentlich brav und wohl erzogen, zumindest nach außen, vielleicht weil es die alten Autoritäten noch gab?
    „Obwohl Moabit mit dieser Teileröffnung wieder ein Stück lebenswerter geworden ist, waren natürlich auch wieder einige wenige Miesmacher der “Zeugen Baumes” vor Ort und verteilten ihre demagogischen Zettel. Dazu hatten sie ihr Gebilde, das am treffendsten als “Doppelkeule mit Elefantenohren” zu bezeichnen ist, und einen kleinen Sarg mitgebracht (Ob in ihm wohl all ihre von den “bösen Ämtern” nicht umgesetzten Beschlüsse gesammelt sind?). Wer nimmt sie noch ernst, was haben sie erreicht? Nichts, denn auch in diesem Teil des Parkes zeigt sich dasselbe Bild wie in den anderen Teilen: Die Moabiter stimmen mit den Füßen gegen ihre selbsternannten Bevormunder ab, denn der Kleine Tiergarten soll für die Menschen, ob jung, ob alt, da sein und nicht der politischen Selbstbefriedigung biologistischer Sektierer dienen!“
    Freiheit ist immer die der anders Denkenden!

  10. 10
    A.B. says:

    Bernd Krüger, Gartenarchitekt und Spezialist für die Parkplanung der 1950er Jahre in Berlin, hat ausführlich auf den Offenen Brief der BI Silberahorn vom 8.5.15 geantwortet.
    So sollte es nicht sein, dass man um etwas mehr Grün, und blühende Sträucher so zäh kämpfen muss! https://silberahorn.wordpress.com/2015/05/
    https://silberahorn.files.wordpress.com/2015/05/kto-antwort-offener-brief-0515.pdf

  11. 11
    B N-M says:

    zu Nr. 6

    Hier ist die vollständige Pressemitteilung der Bürgerinitiative SilberahornPLUS

    https://silberahorn.files.wordpress.com/2015/05/150507_pwzukto_ba6.pdf

    aus der die Berliner Woche auszugsweise zitierte.
    Da finden Sie u.a. die Begründungen, warum der umgestaltete Kleine Tiergarten k e i n „Park für alle“ ist.
    Und Hinweise auf die Bürgerparkgruppe, deren Angebot zur Pflege von Blumenbeeten im Kleinen Tiergarten
    auf Ignoranz (Verwaltung) und Widerstand (Latz+Partner) stieß. L+P bestanden darauf, die Gartenhöfe zur Verkehrsfläche zu machen und die Große Sitznische „schlafen zu legen“. (Diese befinden sich im Bauabschnitt 7, der jetzt in Arbeit ist).

  12. 12
    Rudolf Blais says:

    Auf
    http://stv-turmstrasse.de
    gibt es einen neuen Beschluss der Stadtteilvertretung AZ Turmstrasse vom 25.4.2016 zur Parkumgestaltung im Kleinen Tiergarten. Siehe auch Einladung für das Eröffnungsfest am 21.5.2016 im Veranstaltungskalender!

  13. 13
  14. 14
    Andreas Szagun says:

    zu 13:
    Das Word „Silberahorn“ enthält weit mehr Buchstaben als Kritiker vor Ort waren, da entlarvt sich die BI Silberahorn mit ihren Bildern sogar selbst. Alles schon gesagt und gebetsmühlenartig wiederholt. Nur mit einem haben sie Recht: Mit dem Wort der „klimapolitischen Katastrophe“, denn mit ihrer Politik haben sie das politische Klima nachhaltig vergiftet. Aber auch das ist hier schon vielfach erläutert worden. Ansonsten: Selbst als ich klein war, waren nicht einmal zwei Prozent der am Sonnabend anwesenden Kinder auf dem damals langweiligen und düsteren Spielplatz mit Riesenbuddelkiste, Klettergerüst und „Kotzkarussel“. Ich finde die Umgestaltung nach wie vor gelungen!

  15. 15
    Christine says:

    Ich bin gestern das erste Mal durch den neu gestalteten Teil des kleinen Tiergartens gefahren und war ziemlich begeistert. Es waren viele Menschen unterwegs, saßen dort, spielten. Das habe ich dort seit vielen Jahren nicht gesehen. Ich kann nicht beurteilen, was hier klimapolitisch passiert ist, auch ob im Sommer vielleicht zu viel Sonne drauf scheint, muss man abwarten. Aber als Ort der Begegnung und des Spiels ist der Park sicherlich sehr aufgewertet und schön.

  16. 16
    A.B. says:

    Zu 14:
    Die „Kritiker vor Ort“, welche das gemütliche, politische Klima in Moabit (Kleiner Tiergarten; Schultheiss-Quartier, HGHI) so nachhaltig vergiftet haben, sind geflohen vor so vielen kahlen, grauen Plätzen…
    Zum Schlosspark Charlottenburg, Eichhörnchen füttern…
    Dort kann man auch Kinder sehen, die still da stehen und die Hände ausstrecken, mit Futter drauf, und warten, bis sich ein Vögelchen nieder lässt…
    Vielleicht nicht richtig, aber ein nachhaltiges Erlebnis für Kinder – was lebendiges – und eine Übung in sozialer Kompetenz…
    Die „Kritiker vor Ort“ werden sich mit Leuten, Marke Nr. 14, nicht länger herum schlagen…

  17. 17
    Andreas Szagun says:

    Zu Marke Nr. 16:
    Wenn da jetzt Brixplatz gestanden hätte, wo Erwin Barth eine Senke zu einer Nachempfinung märkischer Naturräume genutzt hatte, dann könnte ich es ja noch verstehen, aber stattdessen ausgerechnet in den Schloßgarten Charlottenburg flüchten, auf das baum- und strauchlose Broderieparkett, wo die Sonne erbarmungslos auf sauber geharkte graue Flächen und akkurat gesetzte Zierpflanzen brennt? Wo früher einmal etliche Bäume aus Lennés Landschaftsgartenplanung fallen mußten, um besagtes Broderieparkett wieder historisch nachzuempfinden? Nicht zu vergessen die vielen Büsche, Bäumchen und Grashalme, die dort der aktuellen Rekonstruktion im noch bestehenden Teil des Landschaftsgartens geopfert worden sind. Verstehe einer A.B.

  18. 18
    Rudolf Blais says:

    Bericht und Fotosammlung der Berliner Woche von der Eröffnung des Kleinen Tiergarten:
    http://www.berliner-woche.de/moabit/bauen/nachtigall-ick-hoer-dir-trapsen-selbst-bei-parkeroeffnung-vereinzelt-proteste-d101808.html

  19. 19
    Moabiter says:

    Und hier noch ein zweiter Bericht in der Berliner Woche anlässlich der Eröffnung des weiteren Bauabschnitts vom Kleinen Tiergarten: http://www.berliner-woche.de/moabit/bauen/neugestalteter-kleiner-tiergarten-wurde-oeffentlichkeit-uebergeben-d101807.html

  20. 20
    A.B. says:

    Zu 17:
    Der Charlottenburger Schlosspark ist recht weitläufig, wie man weiß, und bietet jenseits der Touristenpfade Entspannungsmöglichkeiten und Großstadtnaturerlebnisse – Reiher, Schwäne, seltenere Singvögel – ein Biber soll unterwegs sein…

  21. 21
    H. E. says:

    Zu 16 und 17:
    Der denkmalgeschützte „Ziergarten“ zwischen Charlottenburger Schloss und See ist der kleinere Teil des Parks. Der weitaus größere Teil wird relativ „wild“ belassen und wird in vielfältiger Weise intensiv für Freizeitaktivitäten von Berlinern und Touristen genutzt: großer Spielplatz, Liegewiesen, Sport, u. a. Ballspiele. Radfahren außen herum ist auch möglich. Leider gibt es zu wenige Bänke.
    Ein Besuch lohnt, aber lieber noch etwas warten, da die Beete gerade erst die Sommerbepflanzung erhalten haben !

  22. 22
    Andreas Szagun says:

    Lieber H.E.,
    der Schloßgarten Charlottenburg ist alles andere als „natürlich“, er wirkt nach den Umgestaltungen durch Eyserbeck, Steiner und schließlich Lenné nur so: Das meiste davon war ursprünglich eine rein geometrische barocke Gartenanlage nach Entwürfen von Godeau, die bis weit nördlich in den heutigen Wiesenbereich reichte. Sie war unter Friedrich Wilhelm II und III in einen Landschaftsgarten umgestaltet worden (eine „verräterische“ Spur ist z.B. die lange Bodenmulde, die heute noch in Süd-Nord-Richtung zu den Gewässern führt: Hier befand sich einmal ein kleiner Kanal). Die drei genannten Herren, insbesondere aber Lenné, waren allerdings Meister in der geschickten Anordnung von Bäumen, Sträuchern, großen Wiesen und Sichtbeziehungen. Die zu Sophie Charlottes Zeiten naturbelassenen Teile gehören heute zum größeren Teil längst nicht mehr zum Schloßgarten, sie lagen westlich und nördlich davon. Unter Friedrich Wilhelm IV wurden die westlichen Boskette teilrekonstruiert und nach dem Zweiten Weltkrieg das Broderieparkett. Für jede dieser Umgestaltungen sind mal mehr, mal weniger, Bäume und Sträucher vernichtet worden, ebenso bei den seit Jahren laufenden Rekonstruktionen (sehr gut anhand der neuen Wegedecken zu erkennen). Relativ wild ist nur die längliche Trümmerschutthalde nördlich an der Bahn.

  23. 23
    Vilmoskörte says:

    Ich finde die Umgestaltung des Parks – mit Ausnahme der leider sehr „geplätteten“ großen Rasenfläche – doch recht gelungen. Und der Park wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen, so belebt war er schon Jahre nicht mehr. Auch an den Tagen nach der Eröffnung sind viele Nutzer im Park, insbesondere der große Spielplatz und die Rolleracht werden heftig genutzt, letztere von Kindern (und Jugendlichen bis hin zu jungen Erwachsenen) auf Rollern, Rädern, Skateboards, Rollschuhen und auf allem möglichen anderen mit Rädern, das man sich haute so unter die Füße schnallen kann. Schön, dass das wiederbelebt wurde und offensichtlich auch heute noch Liebhaber findet! Auch die „Teepavillons“ und der große Tisch samt Bänken sind oft komplett belegt.

  24. 24
    Andreas Szagun says:

    zu 23:
    Die große Wiese war früher wirklich bretteben, anläßlich eines der ersten Turmstraßenfeste hatten da sogar einmal kleine Karussells gestanden. Die Fläche ist, weil damals sehr viel Fußball gespielt worden war, zu der bekannten Hügellandschaft umgebaut worden, um das Fußballspielen zu unterbinden – da haben die Leute dann halt „Hügelfußball“ gespielt.

  25. 25
    H. E. says:

    Als Berliner muss man ja heute schon dankbar sein, wenn Grünflächen oder Grünanlagen jedweder Art nicht mit Zustimmung von Senat oder Bezirksämtern zubetoniert werden.
    Eigentlich erstaunlich, dass man nicht zumindest auf Teilen des Kleinen Tiergartens noch ein Einkaufszentrum oder Billighotel oder Eigentumswohnungen oder zumindest einen Discounter errichten wollte.

  26. 26
    H. E. says:

    In diesem Tagesspiegel-Artikel steht genau das zu Parks, Grünflächen, Kleingärten usw., das viele Senatoren, Stadträte, Bürgermeister, Senatsabgeordnete und BVV-Verordnete gar nicht oder wenig zu interessieren scheint, wenn sie über Bau- und Bebauungspläne für so etwas wie Einkaufszentren, Hamberger Großmarkt, Mauerpark, Oeynhausen, Tempelhofer Feld, Bebauung am Humboldt-Hafen u. a. nachdenken und abstimmen.
    Hier nur ein Zitat: „Vor allem können (durch den Erhalt von Grünbereichen) Gesundheitskosten eingespart werden. Allein in Berlin sind etwa vier bis fünf Prozent der Sterbefälle eines Jahres direkt auf Hitze zurückzuführen. Stadtnatur verbessert das Stadtklima und reduziert hitzebedingte Erkrankungs- und Sterberaten.“
    http://www.tagesspiegel.de/politik/gruenflaechen-in-berlin-lieb-und-teuer/13666940.html

  27. 27
    H. E. says:

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kudamm/buergerentscheid-in-berlin-18-000-wollen-gruenflaechen-in-der-city-west-schuetzen/13695216.html
    Ich hatte mehrfach Gelegenheit, mir den Stadtentwicklungsausschuss samt Baustadtrat von Charlottenburg anzuhören. Es ist 100 % richtig, dass Stadtrat Marc Schulte (SPD) auf diese Weise ausgebremst wird, denn in Charlottenburg bilden SPD und Grüne eine Zählgemeinschaft und die CDU nickt bei Bausachen sowieso fast alle Investorenwünsche ab. Es gibt also so gut wie keine Opposition bei Bausachen.

    Wenn man den Auftritt der Grünen von Charlottenburg mit dem der Grünen in Mitte vergleicht, könnte man meinen, man hat zwei verschiedene Parteien vor sich. Aber so ist das wohl, wenn man erst mal mitregiert und es ab Oktober gern weiter machen möchte.

  28. 28
    Kai says:

    Der umgestaltete Kleine Tiergarten scheint ein voller Erfolg zu sein. Der Park wird nun offenbar auch von den üblichen Verdächtigen in den zwielichtigen Berliner Grünanlagen lebhaft angenommen und auch vehement gegen die Präsenz der uniformierten Freunde & Helfer verteidigt. Offenbar geht man hier mit so viel Leidenschaft seinen Geschäften nach, dass nur wenig Verständnis für Kunden da ist, die eigentlich keine Kunden sein wollen:
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/dealer-am-lageso-passanten-wollen-keine-drogen-kaufen-und-werden-verpruegelt-24247082

  29. 29
    Zeitungsleser says:

    Ein Artikel in der Berliner Zeitung über Kriminalität im Kleinen Tiergarten, ich finde dass die Darstellung echt übertrieben ist:
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/moabit-kleiner-tiergarten-ist-neuer-brennpunkt-der-kriminalitaet-24410854

  30. 30
    KE says:

    Ich finde es nicht übertrieben. Schon einen Tag später passierte zum Beispiel das hier:

    Massenschlägerei im Kleinen Tiergarten
    In Moabit kam es in der vergangenen Nacht im Kleinen Tiergarten zu einem Überfall – und einer anschließenden Massenschlägerei. Zwei Männer wurden dabei leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Nach den bisherigen Erkenntnissen liefen zwei Männer, 24 und 29 Jahre, gegen 22.30 Uhr durch den Kleinen Tiergarten. Ein Mann soll dann an die beiden herangetreten sein und versucht haben, einem der beiden eine Einkaufstüte zu entreißen. Als sich die beiden wehrten, sollen laut Polizei „etwa 25 Männer hinzugekommen sein und auf den 24- und 29-Jährigen eingetreten und eingeschlagen haben.“ Mit Geld und einem Mobiltelefon seien die Angreifer anschließend geflüchtet. Die Attackierten erlitten Hautabschürfungen. Zusätzlich klagte der Ältere über Rückenschmerzen. Die Ermittlungen dauern an.

    Ich will das jetzt nicht dramatisieren, aber diesen Park meide ich sobald es dunkel wird. Früher schon und inzwischen erst recht. Die teure Sanierung hat die Situation dort absolut nicht verbessert. Die Grünstreifen sind eine Schande für den Stadtteil. Im Bereich hinter der Kirche wird man von Drogenabhängigen, Betrunkenen und Obdachlosen bedrängt und angepöbelt und in dem Bereich zwischen Stromstrasse und Wilsnacker Strasse tummeln sich inzwischen Dealer und ganz offenbar auch kriminelle Banden. Kontrollierende Polizei oder Ordnungsamt habe ich dort aber noch nie gesehen.

  31. 31
    Zeitungsleser says:

    Die Berliner Woche kommt jetzt sogar mit dem „2. Görlitzer Park“ an – das passt in den Wahlkrampf:
    http://www.berliner-woche.de/moabit/blaulicht/wird-der-kleine-tiergarten-ein-zweiter-goerlitzer-park-d106000.html

  32. 32
    vilmoskörte says:

    Gerade der eigentliche schöne Senkgarten ist ein Drecksloch: Überall Unmengen von Müll, rausgerissene und zerstörte Mülleimer, große Gruppen von wenig Vertrauen erweckenden Jugendlichen, die auf den Rückenlehnen der Bänke sitzen und ihre Füße auf die Sitzflächen stellen, eine Brunnenanlage, deren meistens kaputte Fontänen gerade mal fünf Zentimeter hoch müde sprudeln. Brr, ein Park, der so abstoßend ist, sehr schade. Inzwischen bin ich fast der Meinung, dass man keine Parks mehr in der Stadt anlegen sollte, wenn es keinen Gemeinsinn mehr gibt und sie dermaßen kaputt gemacht werden. Alles betonieren und einmal die Woche mit dem Wasserwerfer drüber, um den Dreck wegzuspülen, wäre wohl angemessener.

  33. 33
    Andreas Szagun says:

    Mit dem symbolischen Wasserwerfer in Form von Kreuzchen sollte man doch wohl eher die Heuchler mit dem großen „C“ im Parteinamen wegspülen, die diese Zustände als politisch Verantwortliche offensichtlich mit dem Ziel, uns einfache Menschen zu spalten, zugelassen haben: Der eine hat monatelang die elementarsten Bedürfnisse von geflücheten Menschen ignoriert und darauf gesetzt, daß Ehrenamtliche teilweise die Arbeit seiner Verwaltung erledigen (was wohl sogar in der New York Times seinen Widerhall gefunden haben soll) und der andere setzt im Bezug auf polizeiliche Maßnahmen ganz andere Prioritäten (mittlerweile gerichtsnotorisch) als die Bekämpfung von Drogenkriminalität und deren Begleitumständen.

    Allerdings habe ich da wenig Hoffnung auf Veränderung, denn derzeit liegt wohl – nicht nur in Deutschland – eher die Kraftmeierei im Trend und nicht die politische Vernunft und Nachdenklichkeit. Und der Zustand des frisch erneuerten Parks spielt eher den Oberkraftmeiern mit ihren Stammtischparolen in die Hände, die „C“ gern rechts überholen wollen.

  34. 34
    Kai says:

    Folgt das, was sich in den zentralen Moabiter Parkanlagen abspielt, nicht einem Trend, der in den letzten Jahrzehnten erkennbar ist? Vilmoskörte hat doch völlig recht, wenn er mangelnden Gemeinsinn als Grund angibt. Man hat den Eindruck, ein wachsender Anteil der Bevölkerung hat komplett andere Werte, als die, die wir noch vor nicht allzu langer Zeit hatten. Damit meine ich nicht zusätzliche, neue Werte durch den Einfluss anderer Kulturen, sondern so etwas wie den totalen Mangel an Respekt vor so etwas wie allgemeinen Regeln, dem Eigentum Einzelner oder der Allgemeinheit oder auch von Institutionen wie der Polizei. Und das ist nicht nur in einzelnen Bevölkerungsgruppen zu beobachten. Schuld sind also explizit nicht nur Leute mit Migrationshintergrund, wobei man sie natürlich auch nicht ausklammern kann!
    Reflexartig die Verantwortung bei einer bestimmten Partei zu suchen (@ #33), erinnert doch recht stark an die gängige Praxis im politischen Alltag. Das erscheint mir wenig lösungsorientiert zumal solche Probleme auch schon auftraten, als gar keine Partei mit dem „C“ in der Regierungsverantwortung war. Ich fände es sinnvoller, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten statt anderen die Schuld zuzuschanzen! Denn wenn Bürger ganz zurecht sagen, es wäre besser gewesen, den Park einfach platt zuzubetonieren statt ihn aufwändig renoviert zu haben, läuft etwas ganz gewaltig schief!

  35. 35
    A.B. says:

    Hier sind die vorläufigen Kosten aufgelistet:
    http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/17/SchrAnfr/S17-18879.pdf
    9.000 Euro für die Eröffnung des Parks – wie das?

  36. 36
    vilmoskörte says:

    zu 35: Halbtägiges Fest mit viel Personal, Ständen, Essen & Trinken, Aufbau und Abbau, Vorbereitung und Planung usw. Das gibt’s nicht für lau.

  37. 37
    A.B. says:

    Zu 36:
    Da gibt es nichts für lau ??? — und die vielen Ehrenamtlichen, die da mitgemacht haben?
    Da sollte es nichts für lau geben – Ehrlichkeits halber !!!

  38. 38
    Netzgucker says:

    @ 29,30,31,
    dieser Blogbeitrag „Kleiner Tiergarten mit großen Problemen“ ist zwar schon von Juli, aber er überzeugt. Dem brauche ich inhaltlich nichts hinzuzufügen:
    http://stephan-rauhut.de/kleiner-tiergarten-mit-grossen-problemen/

  39. 39
    Thomas Koch says:

    Könnte man mal Näheres hierzu erfahren:

    http://www.morgenpost.de/berlin/article208161891/Im-Kleinen-Tiergarten-herrscht-Angst.html?google_editors_picks=true

    „Wie die Mithilfe der Bevölkerung aussehen könnte, zeigt eine Bürgerinitiative in Moabit, der der Kleine Tiergarten nach wie vor am Herzen liegt, wie ein Sprecher betont. Die Mitglieder stellen sich für den Brennpunkt am westlichen Ende der Grünanlage einen „Multifunktionspark“ vor. Regelmäßige Wochenmärkte und Kiezfeste könnten den unliebsamen Teil der Parkbesucher vertreiben, ist die Idee der Initiatoren.“

  40. 40
    Zeitungsleser says:

    @ 39,
    keine Ahnung, aber weil hier schon so viel über Kriminalität diskutiert wird, poste ich mal den Artikel im Tagesspiegel von Ende Juli zum Kriminalitätsatlas:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/kriminalitaetsatlas-berlin-im-regierungsviertel-und-am-kudamm-ist-es-am-gefaehrlichsten/13910442.html
    mit Link zu der Veröffentlichung der Polizei:
    http://www.berlin.de/polizei/_assets/verschiedenes/pks/kriminalitatsatlas_berlin_2015.pdf
    Auf Seite 18 findet man die Karte zu Mitte.

  41. 41
    Kai says:

    In absoluten Zahlen über 30% mehr erfasste Straftaten in Ost-Moabit im Jahr 2015 und auf die Bevölkerungszahl normalisierte Verbrechensraten, die nun an die Touristenbrennpunkte am Alex und Potsdamer Platz heranreichen! Krass!

    Ob man diese Entwicklung mit Wochenmärkten und Kiezfesten aufhalten kann? Ich weiss ja nicht…

  42. 42
    Shoshin says:

    Ich frage mich so gut wie jeden Morgen ob ich der einzige bin der vor Trauer nur noch lachen kann wenn er die verschwendeten 8 Millionen Euro sieht die im Ottopark verbraten wurden! Es klang am Anfang so interessant und nach genau dem Schritt den die Turmstrasse braucht. Endlich etwas aus dem riesen Potenzial was diese Lage bietet zu machen. Ich bin in Moabit aufgewachsen und habe mir immer gewünscht das es doch jetzt endlich mal aufblüht. Aber was ist passiert!? Mit kommt es vor als würde es täglich schlimmer werden. Die Bewohner haben Angst den Park zu durchqueren und das selbst am Tag. Herumlungernde besoffene und wer weiß was noch für Leute zerstören diese schöne Wende die gerade in Moabit passiert. Es kann einfach nicht sein das Plätze wie auch der Hansaplatz der in meiner Jugend voller schöner Geschäfte waren und sehr sauber was mir besonders am Herzen liegt jetzt eine Zone für herum hängende Penner geworden ist die den ganzen Tag nichts zu tun haben herumpöbeln und alles verschmutzen. Ich denke ich bin da nicht alleine. Jeder wünscht sich das wenn er aus der Haustür kommt das es schön und idyllisch ist auch in einer großen Stadt und einer befahrenen Straße wie der Turmstr. Dieser Ottopark ist für mich das Sinnloseste Projekt das ich jemals gesehen habe. Es werden 8 Millionen Euro in die Sanierung gesteckt und mit der fertigstellung ist der Park schlimmer als je zuvor. Drogendealer, Penner, Leute die in die Ecken pissen. Dieses wiederliche gelbe Häusschen. Das sind doch keine Umstände!? Ich habe mir so gewünscht das es nach der Sanierung Berg auf geht aber die jetzigen Zustände sind einfach nicht mehr tragbar finde ich. Was meint ihr kann man dagegen machen?

  43. 43
    Kai says:

    @Shoshin
    Ich hoffe mal sehr, dass Sie hier nicht pünktlich zur Wahl auf Stimmenfang für rechte Partein gehen, die hier nun wirklich niemand braucht!

    Unter dieser Annahme: Es reicht einfach nicht, etwas zu renovieren, wenn man nicht nachhaltig dafür sorgt, dass der einmal geschaffene Zustand erhalten bleibt. Ein Radstreifen auf der Turmstrasse ist unnütz, wenn das Ordnungsamt nicht regelmässig kontrolliert, ob er nicht zugeparkt wird und ein Park lockt nun mal Kriminalität an wenn nicht regelmässig nach dem Rechten gesehen wird. Hat die Stadt kein Geld für das dafür nötige Personal, sollte sie sich das Geld für die Umbauten/Renovierung besser auch gleich sparen. Sonst passiert so was (aus moabit.net):

    Veröffentlicht am 1. September 2016
    Nach einem Streit wurde gestern Nachmittag ein 22-Jähriger durch einen Messerstich in die Schulter verletzt. Nach seinen Angaben ist er im Kleinen Tiergarten von zwei Männern angesprochen und dann verletzt worden.

    oder das

    Veröffentlicht am 9. September 2016
    Am Mittwoch Nachmittag wurde ein 47-Jähriger von zwei Männern im Kleinen Tiergarten ausgeraubt. Die Täter stahlen ihm Geld und sein Handy, außerdem verletzten sie ihn. Gestern Mittag erkannte das Opfer einen der Täter wieder und rief die Polizei. Sie konnte den 21-Jährigen festnehmen, der bereits wegen Drogenhandels bekannt ist. Er wird am Freitag einem Haftrichter vorgeführt.

    oder das

    Veröffentlicht am 14. September 2016
    Gestern früh wurde ein 20-Jähriger von drei Männern im Kleinen Tiergarten überfallen. Sie bedrohten ihn mit einem Messer, sprühten ihm Pfefferspray ins Gesicht und schlugen und traten auf ihn ein. Dann raubten sie ihm sein Handy und Geld. Die Polizei konnte zwei der Täter festnehmen. Bei der Hausdurchsuchung fanden sie zahlreiche Handys, ein Kilogramm Haschisch, Kokain und Extasy in größeren Mengen.

    etc…

  44. 44
  45. 45
    vilmoskörte says:

    zu 44: Ich würde mir ja die Aussagen dieses eigenartigen Vereins nicht zu eigen machen wollen.

  46. 46
    Rané says:

    Danke Zeitungsleser und Vilmos, der Bund der Steuerzahler ist nun wahrlich kein „eigenartiger Verein“, sondern ein elementar wichtiger Verein. Aber nach den Wahlen sind zum Glück die Tage des dubiosen SPD-Bürgermeisters von Mitte zu Ende, der diese „Sitzkiesel“ zu verantworten hatte.

  47. 47
    Susanne Torka says:

    @ Rané,
    ich finde das „eigenartiger Verein“ von Vilmos allerdings noch sehr schmeichelhaft. Hast Du denn den Wikipedia-Artikel überhaupt gelesen? Oder diesen aus einem alten Spiegel:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-39834790.html

  48. 48
    Kai says:

    Ob der Verein eigenartig ist oder nicht sollte ja nicht davon ablenken, dass sie diese Ausgabe durchaus zurecht an den Pranger stellen. Überspitzt ausgedrückt könnte man auch sagen, dass hier 7.8 Mio € aus dem Fenster geworfen wurden, um Alkis, Drogenabhängigen, Dealern und Kriminellen mit Hang zum gewalttätigen Raubüberfall ein angenehmeres Umfeld zu bieten. Insbesondere wenn es dunkel wird, traut sich der 08/15 Bürger doch nicht mehr in die so aufwändig gestalteten Grünanlagen hinein. Ich habe Bekannte, die gehen auch am hellichten Tag lieber den aufwändigen Weg durch die U-Bahnstation um von Alt-Moabit zur Turmstrasse zu gelangen, nur um den Weg durch den Grünstreifen zwischen beiden Straßen bzw. das dort anwesende Klientel zu vermeiden. Da kann man dann doch sicher nicht mehr davon sprechen, dass Steuergelder sinnvoll im Sinne der Bürger investiert wurden, oder?

  49. 49
    Andreas Szagun says:

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Kriminalität wird doch wohl nicht durch schöne Parkanlagen angelockt, sondern durch zu geringen Verfolgungsdruck bzw. an anderer Stelle stark erhöhtem und durch die guten Fluchtmöglichkeiten am U-Bahneingang. Der Park in vergammeltem Zustand wäre für die Dealer und anderen Kriminellen wahrlich besser geeignet. Was wirklich neu ist, ist die Aggressivität der Dealer bei hrer „Verkaufsanbahnung“ und die Brutalität der anderen Kriminellen. Die ist aber nicht von Blümchen abhängig.

  50. 50
    Kai says:

    Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass die Investitionen in den Park die Kriminalität verursacht haben! Es ist aber unstrittig so, dass nach diesen massiven Investitionen sich auch diese unsäglichen Zustände eingestellt haben. Die, die diese Grünanlagen jetzt primär nutzen, sind nun mal in erster Linie Alkis, Dro­gen­ab­hän­gi­ge, Dea­ler und ganz offensichtlich auch Kri­mi­nel­le mit Hang zum gewalt­tä­ti­gen Raub­über­fall. Sie sind demnach auch diejenigen, die in erster Linie die Nutzniesser dieser 7.8 Mio Investition sind. Auch wenn das natürlich so nicht geplant war.
    Wobei es aus meiner Sicht jedoch zumindest absehbar war, dass die Alkoholiker- und Drogenszene die Angebote im Park hinter der Heilandskirche dankend annehmen würden und sich dadurch logischerweise eine ganze Reihe von Folgeproblemen einstellen wird, wenn man das Areal nicht gut überwacht. Zu diesen Problemen gehören Beschaffungskriminalität und das vermehrte Auftreten von Dealern. Dass diese Probleme eine Folge der Umgestaltungspläne sein würden, wurde ja u.a. auch hier im Forum schon vor einiger Zeit angemerkt. Die Probleme, die wir aktuell haben sind also mitnichten lediglich durch erhöhten Verfolgungsdruck an anderer Stelle entstanden, sondern vor allem auch dadurch, dass man an dieser Stelle gezielt Infrastrukturen für die Alkoholiker- und Drogenszene geschaffen hat. Das klingt jetzt sicher hart, ist aber meiner Meinung nach unstrittig.

    Wenn Sie nun die guten Fluchtmöglichkeiten als eines der grundlegenden Probleme anführen, klingt das für mich geradezu lächerlich. Denn die örtlichen Gegebenheiten waren ja vorher bestens bekannt! Ebenso bekannt war, mit welcher Frequenz Polizei und Ordnungsamt in den Moabiter Grünanlagen unterwegs waren. Das hat sich doch nach den Umbauten in keinster Weise geändert. Also kann man doch dann doch nachher nicht hinstellen und behaupten, das wäre der Grund für die Zustände! Es war zu Beginn der Planungen bekannt, dass nur sehr sporadisch kontrolliert wurde und sich daran ganz sicher nicht einfach etwas ändern wird. Das muss man dann einfach bei den Planungen berücksichtigen.

    Gleiches Thema beim Radstreifen auf der Turmstrasse: Prinzipiell eine gute Sache. Aber es war schon vorher klar, dass das Ordnungsamt sich dort eher selten blicken lässt. Dann anzunehmen, dass nur durch ein auf der Strasse aufgemaltes Rad das Problem der Parker in zweiter Reihe gelöst würde, ist bestenfalls naiv. Auch da wurde in guter Absicht viel Geld für einen Umbau in die Hand genommen, bei dem aber doch eigentlich jedem hätte klar sein müssen, dass das ohne zusätzliche, begleitende Maßnahmen nicht funktionieren wird.

Schreibe einen Kommentar

Beachte bitte die Netiquette!