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Streit um neues Einkaufscenter

Die Planungen für das neue Einkaufscenter in der Schultheiß-Brauerei Stromstraße sind schon fertig, Kaufland und C&A haben sogar schon Mietverträge unterschrieben – doch nun steht das Projekt wieder auf der Kippe. Wie so oft ist der Grund ein Streit zwischen Investor und Denkmalschutzamt. Während die Denkmalpfleger alle alten Gebäude erhalten wollen, möchte der neue Besitzer einiges abreißen, um Platz für einen zusätzlichen Neubau und Parkplätze zu gewinnen. Das große Hauptgebäude an der Stromstraße, das wie eine Burg mit Zinnen gestaltet ist, soll das Zentrum des neuen Centers werden, die Gebäude nördlich und südlich davon sollen verschwinden. Dagegen ist geplant, den langgezogenen Bau auf der Rückseite zu erhalten, um dort eine Durchfahrt oder Ladenpassagen einzurichten.
Der Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe, verhandelt nun bereits seit einem halben Jahr mit dem Investor, einer „HLG Projektmanagement“ aus Münster. Die verweisen darauf, dass 78 Prozent der denkmalgeschützten Fläche erhalten bleiben sollen, Gothe sieht das trotzdem als „nicht genehmigungsfähig“. Gleichzeitig sagt er, dass er das Projekt realisieren möchte, um den Turmstraßen-Kiez eine Initialzündung für eine weitergehende Entwicklung zu geben.
Um Argumente gegen die HLG zu haben, hatte Gothe eine Architektin beauftragt, ein Alternativmodell zu entwerfen. Nachdem die aber keine überzeugende Lösung erstellen konnte, ist der Baustadtrat nach eigenen Angaben „etwas ratlos“. In seiner Ratlosigkeit rät er dem Investor nun, eine Lösung ohne Kaufland zu suchen, um Abriss zu vermeiden. Dass die HLG das nicht will, ist klar. Sie verweisen darauf, dass unter einigen Gebäuden der Boden verseucht ist, zudem stehe im Keller das Wasser 1,50 Meter hoch.
Wenn sich die Herrschaften nicht bald einigen, ist eine teilweise Zwangsschließung des Komplexes absehbar.

2 Kommentare auf "Streit um neues Einkaufscenter"

  1. 1
    Susanne Torka says:

    Danke für die Berichterstattung. Allerdings sind manche Einzelheiten nicht so ganz nachvollziehbar dargestellt. Ich will hier nur auf eine eingehen. Nämlich die 78 Prozent der denkmalgeschützten Fläche, die angeblich stehen bleiben soll. Das ist gerade falsch. Sie haben 78 Prozent der Kubatur gesagt. Das heißt 78 Prozent des umbauten Volumens. Die beiden großen Gebäude wollen sie stehen lassen, aber zu einem großen Teil völlig entkernen und das Parkhaus reinsetzen. Hier also Parken im Denkmal!

  2. 2
    Redaktion says:

    Die Debatte zu Schultheiß bitte lieber unter dem neuesten Artikel weiterführen!
    http://www.moabitonline.de/380