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Letztes Wettbewerbsverfahren „quartier HEIDESTRASSE“ entschieden

Staatssekretärin Regula Lüscher und Thomas Bergander, Taurecon präsentieren das Wettbewerbsergebnis

Das „quartier HEIDESTRASSE“ der Taurecon GmbH in der sogenannten „Europacity“

Visualisierung Mischgebiete MI 1 (rechts) und MI 2 am Nordhafenufer, in der Mitte der Nordhafenplatz © von Gerkan, Marg und Partner Berlin

Visualisierung Hofbereich im Mischgebiet MI 3.1 © ROBERTNEUN Architekten

Visualisierung Mischgebiet MI 3.2 am Dreiecksplatz © Collignon Architektur und Design

Die Sieger des letzten von vier Wett­bewerb­ver­fah­ren im sogenannten „quartier HEIDE­STRASSE“ des Projekt­ent­wicklers Taurecon Real Estate Consulting GmbH wurden Ende September 2017 der Presse vorgestellt. Bestand­teil dieses Wett­bewerbs sind die drei Misch­gebiete Mi 1, Mi 2 und Mi 3 westlich der Heide­straße (siehe Karte). Gewinner des Archi­tektur­wett­bewerbs sind gmp Archi­tekten von Gerkan, Marg und Partner (Berlin), Collignon Architektur und Design (Berlin) sowie ROBERTNEUN Architekten (Berlin).

Die Mischgebiete MI 1, MI 2 und MI 3 bestehen aus insgesamt vier sich jeweils um einen Innenhof gruppierenden Gebäude­komplexen mit Raum für Wohnungen und klein­teiligem Gewerbe. Sie weisen eine Geschoss­fläche von insgesamt ca. 26.000 m², ca. 21.300 m² und ca. 41.850 m² auf. Das Gebiet MI 3 umfasst zwei Baukörper (MI 3.1 und MI 3.2).

Die Mischgebiete MI 1 und MI 2 grenzen an den Nord­hafen­platz. Die Gebäude werden von gmp Architekten realisiert. Das Misch­gebiet MI 3 besteht aus den beiden Baukörpern MI 3.1 und MI 3.2, von denen einer an den Dreiecks­platz im geografischen Zentrum des Quartiers angrenzt. Der Bau am Dreiecks­platz wird von Collignon Architekten ausgeführt, während ROBERTNEUN Architekten den nördlich anschließenden Baukörper realisiert.

Die Erdgeschosszonen sollen je nach Lage Büros, gewerbliche Nutzungen, Atelier­wohnungen (auch diese tragen zur Gesamtzahl an Wohnungen bei) und weitere in den öffent­lichen Raum wirkende Nutzungen haben.

Innerhalb des gesamten „quartier HEIDESTRASSE“ sind rund 175.000 m² Gewerbe- und Einzel­handels­flächen sowie rund 860 Wohnungen, davon 25 % miet­preis­gebundene, geplant. Bei allen Wohnungen handelt es sich um Miet­wohnungen. Die 215 mietpreisgebundenen Wohnungen werden allesamt im schon zuvor geplanten Mischgebiet MI 4.1 realisiert, so dass es sich bei allen Wohnungen im nördlichen Abschnitt um nicht preisgebundene Wohnungen handelt.

Regula Lüscher lobte das Wett­bewerbs­ergebnis „Mit dem Abschluss aller Wettbewerbe für das Quartier Heidestraße ist es uns gelungen, eine hohe architektonische Qualität, unter­schied­liche Wohn­formen und einen viel­fältigen Nutzungsmix im gesamten Gebiet als Voraussetzung für einen lebenswerten Stadtteil zu sichern.“ und endete mit den Worten „In unseren Köpfen ist die Europacity vollendet.“ Thomas Bergander meinte zum Wettbewerbsergebnis betreffend der Architektur innerhalb des Quartiers „Die Vielfalt in Einheit ist gelungen“.

Diese Ansichten blieben mit einem Vergleich zu den schon bestehendem „Lehrter Quartier“ südöstlich des Hauptbahnhofs nicht unwidersprochen, die Massivität des Vorhabens und auch die vergleichbare langweilig erscheinenden Architektursprache ließen auch hier kein lebendiges Quartier erwarten (Ralf Schönball: Die Klotz-Stadt nördlich vom Hauptbahnhof).

Wie schon bei der etwa eine Woche zuvor erfolgten Grundsteinlegung für die am Berlin Spandauer Schifffahrtskanal gelegene „Wasserstadt Mitte“ von Kauri Kab / Benson Elliot sprach Regula Lüscher von der Einrichtung eines „Quartiersmanagements“ — gemeint im Sinne eines Standortmanagements z.B. zur Steuerung der Entwicklung der Er­dgeschoss­zonen und von Lösungen für die Mobi­li­täts­infra­struktur wie Stellplätzen für Fahrräder, Ladestationen für Elektro­mobilität. Von einer realen Voll­endung der Europacity in den Köpfen ist man also doch noch weit entfernt — es sei denn das vorgesehene Standort­management wäre kopflos.

Erste Erschließungsarbeiten für das „quartier HEIDESTRASSE“ haben bereits begonnen. Baubeginn für den 1. Bauabschnitt soll im November 2017 sein, seine Fertigstellung ist für Ende 2019 / Anfang 2020 vorgesehen. Das Gesamtprojekt soll 2022/23 fertiggestellt sein.
Achja, eine erste Ausgabe einer Broschüre im Vorfeld des Standortmanagments ist auch schon erschienen — eine Werbebroschüre genannt EUROPA CITY  Das Magazin.

Frühere Beiträge über die Planungen (für den gesamten Bereich westlich der Heidestraße) sind mitsamt Nachträgen im MoabitOnline Artikel „Bebauungsplan für Stadtquartier westlich der Heidestraße“ zu nachzulesen.

2 Kommentare auf "Letztes Wettbewerbsverfahren „quartier HEIDESTRASSE“ entschieden"

  1. 1
    H. E. says:

    Und wieder wurde ein Wettbewerb für die Europa-City entschieden und wie üblich wurde das Ergebnis von der Senatsbaudirektorin gelobt.

    Aus dem Tagesspiegel-Artikel dazu geht hervor, dass das Sytem des Berliner Blocks kritisch bis negativ gesehen wird. Dazu kann ich nur Folgendes sagen:
    Das Prinzip des Berliner Blocks ist nicht nur nicht schlecht sondern richtig gut. Schließlich hat es sich über 100 Jahre bewährt. Es hat einst zu einer Stadt geführt, die funktioniert hat und einen guten öffentlichen Raum mit einem guten sozialen Gefüge hat – oder besser hatte, bis vor allem letzteres durch riesige Verkaufsflächen, die an wenigen Stellen der Stadt konzentriert wurden – und immer noch werden – ruiniert wurde.

    Bei der Europacity hat m. E. die Senatsabteilung für Stadtentwicklung den großen Fehler gemacht – wie auch an vielen anderen Stellen der Stadt, u. a. im Mittelbereich der Lehrter Straße – den Grund und Boden nicht zu parzellieren. Sie hat zugelassen, dass Flächen, die mehrere Berliner Blöcke groß sind, jeweils an nur einen Investor verkauft wurden, der dann nur einen, zwei oder drei Architekten beauftragt hat.
    Vor 100 Jahren kam in der Regel entlang des Geweges alle 25 bis 50 Meter ein anderer Eigentümer und Bauherr mit einem anderen Architekten zum Zuge, wodurch ein lebendiges Stadtbild entstand. Trotzdem ergab dieses ein einheitliches Stadtbild. Ob dieses das Resultat eines stillschweigenden Konsenses oder einer öffentlichen Gestaltungssatzung war, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Ergebnis war jedoch so positiv, dass es noch heute, wo es denn erhalten geblieben ist, liebens- und lebenswert ist und zu einem positiven Stadtgefühl beiträgt.
    Von den neuen meistens endlosen und stur gerasterten Fassadenflächen ohne Vor- und Rücksprünge wird man das wohl nie sagen können. Fast alles, was bisher um den Hauptbahnhof entstanden ist, inklusive den kleinstteilig gerasterten Zellenbauten des Innen- und des Bildungsministeriums, strahlt m. E. nur eine klotzhafte öde Langeweile aus.
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/quartier-heidestrasse-die-klotz-stadt-noerdlich-vom-hauptbahnhof/20398854.html

  2. 2
    H. E. says:

    Hier gibt es noch mehr dazu:
    http://quartier-heidestrasse.com/index.php?id=33

    Empfehlenswert sind auch viele Kommentare zu dem unter Kommentar 1 genannten Tagesspiegel-Artikel.

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