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Moabiter Anwohner möchten die Baumallee in der Levetzowstrasse erhalten

Liebe Nachbarn und Freunde der Bäume in der Levetzowstraße in Moabit,

am Samstag, den 18. November war es soweit. Wir hatten um 14 Uhr ein Treffen mit dem Leiter der Straßenbaumpflege des Straßen- und Grünflächenamt Berlin-Mitte, Herrn Wolfgang Leder. Rund 60 interessierte Bürger und Bürgerinnen waren dabei – für ihr Erscheinen und Interesse an dem Thema „Rettet die Kastanienallee“ bedanken wir uns!

Worum geht es uns?
In der Levetzowstraßse stehen in alleenartiger Bepflanzung rund 120 weißblühende Kastanien, die größtenteils in einem traurigen Zustand sind. Sie erscheinen ungepflegt, krank und verlieren bereits im August ihre Blätter. Der Boden ist festgetrampelt, mit Steinen und Schotter aus Kriegstagen durchsetzt. Baustellen im unteren Bereich der Straße nehmen den Bäumen zusätzlichen Grund, indem unvorsichtigerweise wertvolle Erde mit Asphalt versiegelt wird, wo Grünfläche sein sollte.

Diesen Zustand wollten wir hinterfragen und ebenfalls die Aussage in den Medien, dass „150 Bäume in der Levetzowstrasse gefällt werden sollen“. Die Initiatoren sind Sabine Bechinger und Stefan Zobel als Anwohner der Levetzowstraße. Zu uns haben sich aber schnell und tatkräftig weitere besorgte Kiez-Bewohner gesellt, die sich für den Erhalt der Bäume einsetzen wollen.
Nach einer Reihe von Anfragen u.a. an die Stadträtin Sabine Weißler – und hier einen herzlichen Dank an Sonja Kreitmair (Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung) für ihre Unterstützung – konnten wir den oben genannten Termin mit dem Leiter der Straßenbaumpflege des Straßen- und Grünflächenamt Berlin-Mitte, Herrn Leder, durchführen und haben folgendes erfahren:

Zum Zustand der Bäume:

  • Die Kastanien sind geschädigt von Miniermotte und Zunderschwamm, zusätzlich noch von dem winterlichen Streusalz, das mit dem Spritzwasser von der Straße auf die Bäume gelangt.
  • Die Bäume sind langfristig nicht mehr zu retten, da der Schwamm das Holz zerstört und damit die Standfestigkeit. Begünstigt wird dies durch das unterirdische Zusammenwachsen der Wurzeln, wodurch die Krankheit von Baum zu Baum weitergegeben wird.
  • Im April 2018 werden die Bäume untersucht, um ebendiese Standfestigkeit einzeln zu prüfen.
  • Ebenfalls in 2018 findet die turnusmäßige Baumpflege statt, bei der die Bäume beschnitten werden.

Zum Zustand des Bodens:

  • Der Boden ist ausgelaugt, von schlechter Qualität und versalzen durch das Streusalz im Winter. Er muss bei einer Neubepflanzung komplett gegen Baumsubstrat ausgetauscht werden.

Zum weiteren Vorgehen des Grünflächenamtes (geplant):

  • Bislang sind Stabilitätsmessung und Baumpflege im nächsten Jahr geplant – also nichts, was den Boden verbessern könnte oder die Lebenserwartung der Bäume verlängern würde.
  • Wenn ein Baum umsturzgefährdet oder einfach abgestorben ist, wird er entfernt.
  • Fehlen genügend Bäume in einem Abschnitt (wobei hier von größeren Abschnitten gesprochen wird, wie zum Beispiel der Bereich zwischen Elberfelder- und Jagowstraße), so wird dieser Abschnitt mit neuen, widerstandsfähigen Jungbäumen „aufgeforstet“ und der Boden um die Bäume herum ausgetauscht.
  • Das Projekt wird einen Zeitraum von 8 – 10 Jahren in Anspruch nehmen.

Soweit die Informationen des Straßen- und Grünflächenamtes – wir bedanken uns noch einmal ausdrücklich für das Gespräch mit Herrn Leder, das uns sehr viele Einblicke in die Arbeit, Herausforderungen und Anstrengungen der zuständigen Behörde gegeben hat. Auch die Berliner Woche hatte schon vor 2 Tagen über unsere Veranstaltung berichtet.

Dies sind unsere nächsten Schritte als Freunde der Baumkultur in der Levetzowstraße:

Wir wollen die Anwohner informieren, damit sie wissen, was mit unseren Bäumen passiert. Der April 2018 wird mit den dann angesetzten Untersuchungen der Bäume eine Gelegenheit geben, Herrn Leder erneut einzuladen, um über die Ergebnisse zu sprechen. Gleichzeitig wollen wir in Erfahrung bringen, wie die Geldvergabe an das Straßen- und Grünflächenamt funktioniert, um herauszufinden, ob für das Vorhaben „Baumallee in der Levetzowstraße“ ein Budget festgelegt werden kann. Hierfür wollen wir auch an die politischen Parteien herantreten, die sich das Projekt auf die Fahne geschrieben haben, um deren Hilfe einzufordern.

Wir planen derzeit eine Webseite, um alle Anwohner, Interessierte und Freunde der Bäume in der Levetzowstraße fortlaufend über die anstehenden Aktivitäten zu informieren.

Vor allem wollen wir, dass unser Kiez in Moabit grün und lebenswert bleibt. Dafür setzen wir uns ein und hoffen auf eine breite Unterstützung von euch als Anwohner. Der Anfang ist gemacht – jeder, der sich aktiv einbringen möchte, kann dies tun – schickt eine Mail an: kastanienfreunde@gmx.de.

Text und Foto: Stefan Zobel

 

2 Kommentare auf "Moabiter Anwohner möchten die Baumallee in der Levetzowstrasse erhalten"

  1. 1
    Christiane Berndt says:

    Auch Bäume haben eine Lebenszeit. Unsere Kastanienbäume in der Levetzowstraße sind schon für jeden sichtbar sehr mitgenommen, wie Herr Leder es auch darstellte. In der Dortmunder Straße, wo 2016 fast alle Bäume gefällt wurden/werden mussten, war Herr Leder auch schon Ansprechpartner – ein kompetenter, wie mir schien.
    Wichtig erscheint mir vor allem, dass die Fläche nach eventueller Fällung der Bäume -auch sukzessiver Fällung- nicht als bewirtschafteter Parkplatzraum oder Gewerbefläche anderweitig verloren geht, sondern es Neupflanzungen und Pflege eines grünen Mittelstreifens gibt.
    Gruß, Christiane Berndt

  2. 2

    Hier kann man übrigens eine Liste finden, wann und in welchen Straßen welche Arbeiten an den Straßenbäumen vorgenommen werden:
    https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/gruenflaechen/artikel.342887.php

    Im Dezember noch folgende Straßen in Moabit: Bochumer Straße, Siemensstraße, Pritzwalker Straße und die Lehrter Straße kommt dann in der 4. Woche 2018 an die Reihe, Kruppstraße 13. Woche, Stephanstraße 14. Woche – soweit der Plan, wenn nicht wieder ein Sturm wie Xavier dazwischen kommt.

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