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Klara-Franke-Preis für bürgerschaftliches Engagement in Moabit 2018 verliehen

Der Verbund für Nachbarschaft und Selbsthilfe Moabit mit Hansaviertel (Mitglieder s. ganz unten) hat am Sonntag bei einer nachbarschaftlichen Feier zum 11. Mal den Klara-Franke-Preis für bürger­schaft­liches Engagement in Moabit verliehen. Im Jahr 2000 wurden mit diesem Preis zum ersten Mal aktive und in vielfältigen Bereichen engagierte Nachbarinnen und Nachbarn geehrt. Neben Ingrid Thorius, der Tochter Klara Frankes, wirkten in der Jury mit: Mustafa Fahim, Ela Wulf, Ylva Holzhausen, Helmi Saworski, Rihab Chamaa und Jürgen Schwenzel, Ehrenamtliche aus den Verbundeinrichtungen.

Aus sechs von Moabiterinnen und Moabitern vorgeschlagenen Persönlichkeiten wählte die Jury zwei Preisträgerinnen aus: Sabine Lüdecke und Sedanur Karaça erhalten den Klara-Franke-Preis 2018.

Ingrid Thorius und Sabine Lüdecke

Sabine Lüdecke ist 27 Jahre alt. Sie hat durch persönlichen Einsatz verhindert, dass ihr Moabiter Wohnhaus an einen Investor verkauft wurde. Sie hat dafür gesorgt, dass die Privateigentümer dem Hausprojekt in einem ganz normalen Mietshaus eine Chance geben. Dafür initiierte sie gegenseitiges Kennenlernen und Zusammenhalt zwischen den Bewohnern, die bunt gemischt ist, wie die Moabiter Bevölkerung: Alt und Jung, aus 10 verschiedenen Kulturkreisen stammend. Im Hausprojekt, die „Wilde 13“ wird jetzt vieles selbst gemeinsam repariert und gebaut, um Kosten zu sparen. An vorderster Stelle dabei ist Sabine Lüdecke, ob es um Rohrverstopfung, Löcher im Dach oder Hofbegrünung geht. Die Fassade im Ergeschoss wurde in einer Nachbarschaftsaktion fantasievoll bemalt. Zurzeit steht der Ausbau eines leerstehenden Ladens als „Offenes Wohnzimmer“ kurz vor der Vollendung. Hier kann sich die Hausgemeinschaft treffen, eine Gruppe von Lebensmittelrettern Essen für die Nachbarschaft kochen und viele selbstorganisierte Veranstaltungen stattfinden. Den Machbarschafts e.V. hat sie zusammen mit anderen Nachbarn und Nachbarinnen gegründet, um die Nachbarschaft besser stärken, gestalten und verschönern zu können und dafür auch Fördermittel aus dem Quartiersmanagement Moabit West einzusetzen (ein Portrait soll in Kürze bei MoabitOnline erscheinen).

Sedanur Karaca

Sedanur Karaça ist 64 Jahre alt. Sie engagiert sich an vielen Stellen in Moabit. Sie arbeitet mit im Quartiersrat des Quartiersmanagement Moabit-Ost und im Beirat der SeniorInnenvertretung Mitte. Sie hat einen Nachbarschaftstreff in der Pritzwalker Straße aufgebaut, an dem sich bei gutem Wetter viele Nachbarinnen draußen unter freiem Himmel treffen. Im Planungsprozess zur Umgestaltung des Kleinen Tiergartens – Ostseite hat sie kreative Ideen eingebracht, wie einen überdachten Teepavillon, und auch tatkräftig bei Grünpflegemaßnahmen angepackt. Für Menschen, die Hilfe brauchen, ist sie gerne da. Das war auch schon früher so, als sie noch bei Bolle im Lebensmittel­handel gearbeitet hat.

Die ersten Preisverleihungen fanden in der Kulturfabrik statt, in der Klara Franke, die Kiezmutter der Lehrter Straße, gemeinsam mit Nachbarn und „ihren jungen Leuten“ ihre Geburtstage feierte. Seit 2014 gibt Klaus-Peter Rimpel, Buchhändler der Dorotheenstädtischen Buchhandlung, dieser Nachbarschaftsveranstaltung Raum in seiner Kunststätte Dorothea. Der kleine Raum platzte aus allen Nähten so voll war es. Jutta Schauer-Oldenburg, die Laudatorin, hatte den Mädchenchor „Levetzow-Girls“ mitgebracht. Gegründet zur Unterstützung des Deutschunterrichts in der mittlerweile geschlossenen Notunterkunft Levetzowstraße sangen die 15 aus Afghanistan, Irak und Syrien stammenden Mädchen beeindruckend sicher bekannte deutsche Volkslieder und als Zugabe auf Wunsch von Ingrid Thorius „Die Moorsoldaten“, ein Lied, das Klara Franke geliebt hatte. Es folgten die Lobreden auf Sedanur Karaca und Sabine Lüdecke und Übergabe der Preise durch Michael Wiesemann-Wagenhuber vom Frechen Spatz e.V., je 2 Karten für die Komische Oper.

Anlässlich der Verleihung des Klara-Franke-Preises wurden beide Preisträgerinnen vom Bündnis für Gemeinnützigkeit für den Deutschen Engagement Preis nominiert und erhielten im Anschluss an die Preisverleihung von Artemis Toebs (Deutscher Engagement Preis) die Nominierungsurkunden. Nach einer Kaffee-, Tee- und Kuchen-Pause folgte ein unterhaltsames Musikprogramm von Joyce Henderson und Michael Stürmer mit zumeist nicht ganz jugendfreien alten Berliner Liedern. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung.

ursprünglicher Artikel vom 29. Januar 2018:

Wer soll 2018 den Klara-Franke-Preis für Bürger-Engagement erhalten?

Der Verbund für Nachbarschaft und Selbst­hilfe Moabit lobt dieses Jahr wie­der den Klara-Franke-Preis aus, der vom Verbund alle zwei Jahre vergeben wird. Benannt ist er nach Klara Franke (1911-1995), der Kiez­mutter der Lehr­ter Straße, die sich uner­müdlich für ihre Nach­barinnen und Nach­barn, Benach­­tei­ligte, für jung und alt eingesetzt hat.

Zum elften Mal sollen mit diesem Preis Menschen aus Moabit geehrt werden, die sich freiwillig für ihren Stadtteil engagieren. Der Preis geht an Menschen, die in Moabit leben und sich für unseren Stadtteil und seine Bewohnerinnen und Bewohner einsetzen. Dabei stehen benachteiligte Gruppen, soziale Zwecke, aktives Kiezleben und gute Nachbarschaft im Mittelpunkt. Denn manchmal verbessern schon kleine Ideen die Lebensbedingungen im Stadtteil.

„Wenn Du was erreichen willst, musst Du den Politikern auf die Füße treten!“, Klara Franke

Jede/jeder kann PreisträgerInnen aus Moabit vor­schlagen. Vorschläge schicken Sie mit einer kurzen Begründung an den Verein für eine billige Prachtstraße – Lehrter Straße, c/o B-Laden, Lehrter Straße 27-30, 10557 Berlin, Tel. 397­ 52 38, mail: b-laden[at]lehrter-strasse-berlin[.]net
Einsendeschluss ist der 25. Februar 2018

Der Preis selbst ist eher eine symbolische Anerkennung, persönlich abgestimmt auf den Preisträger bzw. die Preisträgerin.

Die Jury besteht aus Ingrid Thorius, der Tochter Klara Frankes, als Schirmfrau (ein Interview mit ihr in Englisch), und aus Ehrenamtlichen des Verbundes für Nachbarschaft und Selbsthilfe Moabit. Das sind der Moabiter Ratschlag e.V., die Selbsthilfe-, Kontakt- und Beratungsstelle SHK, die Nachbarschaftseinrichtungen des Frecher Spatz e.V., das SOS-Kinderdorf Moabit, das Familienzentrum Moabit Ost, das Meerbaum-Haus und der Verein für eine billige Prachtstraße – Lehrter Straße e.V.

Die Preisverleihung findet am 11. März 2018 um 16 Uhr in der Kunststätte Dorothea – Dorotheenstädtische Buchhandlung in der Turmstraße 5 statt. Es gibt Kaffee und Kuchen (gegen Spende) und auch ein kleines Kulturprogramm mit den Levetzow-Girls sowie Joyce Henderson und Michael Schirmer (Klavier und Gesang). (Facebook-Event)

Mehr Informationen zu Klara Franke und den früheren Preisträgern und Preisträgerinnen unter: www.lehrter-strasse-berlin.net/klara-franke

2 Kommentare auf "Klara-Franke-Preis für bürgerschaftliches Engagement in Moabit 2018 verliehen"

  1. 1
    Susanne Torka says:

    Denkt bitte dran, am Sonntag, den 25.2.2018 ist Einsendeschluss!

  2. 2

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