So können Sie mitmachen!

Hoteleröffnung auf der Baustelle

Wenn’s um Reklamationen beim Urlaub geht, rangieren Beschwerden über Baulärm ganz oben, falls sich neben der als idyllisch gepriesenen Unterkunft in Wirklichkeit die Kräne drehten und die Bagger rummorten. Beim A + O Hostel und Hotel in der Lehrter Straße 12-15, kann man ab heute direkt auf der Baustelle übernachten.

Von der heutigen Eröffnung waren Anwohner mehr als überrascht. „Was? Hier ist schon geöffnet? Das ist doch noch eine Baustelle!“ Warum es jetzt so schnell gehen musste? Keine Ahnung! Nun versteht man aber die Hektik der letzten Wochen, die schwer zu ertragen war. Gesperrte Gehwege, weil immer wieder mit Kränen volle Palletten durch die Fenster in die oberen Etagen transportiert wurden. Also alle Fußgänger ausweichen auf die Straße, die häufig genug von wartenden LKWs noch zusätzlich blockiert war. Auch der Umgang mit den Straßenbäumen auf dem Grünstreifen hat katastrophale Züge angenommen. Nicht nur, dass Kleintransporter ständig auf den Wurzeln parkten, Gerüstteile, schwere Gehwegplatten und aller möglicher anderer Müll lagerte dort ebenfalls, zum Teil direkt an die Bäume gelehnt.

Vor einigen Tagen wurde die Straßenfassade hellgelb verputzt. Wie die Ameisen wirkten unzählige Arbeiter auf dem Gerüst. Zu Feierabend waren sie über und über mit gelber Farbe bekleckert. Arbeitsbedingungen unter Terminstress. An den Seiten des Längsflügels steht  das Gerüst noch. Fenster in der oberen Etage sind dort auch noch nicht eingesetzt. Zwar wurden heute der Eingangsbereich mit Platten befestigt und das Hinweisschild mittags montiert, weitere Außenbeleuchtung fehlt aber noch. Die Rezeption ist geöffnet, viel Spaß, es ist ja nicht so teuer!

Alle Fotos vom Eröffnungstag.


Nachtrag:
Mieter machen mobil gegen nächtliche Lärmbelästigung (Oktober 2010)

21 Kommentare auf "Hoteleröffnung auf der Baustelle"

  1. 1
    Guido says:

    Vielleicht wäre es hier mal sinnvoll bei der Bauaufsicht nachzufragen, ob die Nutzung überhaupt schon erlaubt ist. Wenn da zum Schluß solche Hektik aufgetreten ist, war bestimmt noch niemand da um nachzusehen, ob auch alle Brandschutzforderungen erfüllt sind. Man stelle sich nur vor da schlafen Schulkinder aus sonstwo und die Rauchmelder (die müssen die doch haben, oder?) funktionieren noch nicht…

  2. 2
    Taylan says:

    Ich frage mich ernsthaft, wer freiwillig in einer Baustelle übernachten will und dafür noch Geld zahlt^^

  3. 3
    Susanne Torka says:

    Zitat von Oliver Winter, General Manager von A & O: „Wir freuen uns sehr, unseren ersten Eigenbau vor dem geplanten Termin teilweise eröffnen zu können. Ein großer Dank geht an das Planungsteam und an die Berliner Behörden“. 100 Zimmer sind fertig, von insgesamt 324 mit 864 Betten.
    http://www.ahgz.de/news/AO-Hotels-and-Hostels-oeffnet-viertes-Haus-in-Berlin,200012176091.html

    Also ist der Tipp von Guido mit der Bauaufsicht vermutlich hinfällig.

  4. 4
    Pierre says:

    Es fängt übrigens schon an mit der Lärmbelästigung, auch wenn nicht mal ein Drittel der Zimmer fertig gestellt ist. Die ganze Nacht durch stehen größere Personengruppen vor dem Hostel und rauchen (wahrscheinlich weil sie drin nicht dürfen) und unterhalten sich lautstark. Zudem kehren immer wieder alkoholisierte Gäste zurück, die man schon hört, wenn sie vorne in die Lehrter einbiegen …

    Da freut man sich doch, endlich in einer „belebten“ Straße zu wohnen… ^^

  5. 5
    A. H. says:

    Ich empfehle, sich sofort im Hotel zu beschweren. Und wenn das nicht hilft, jedes mal die Polizei holen. Und wenn das nicht hilft, eine Anzeige gegen das Hotel wegen nächtlicher Ruhestörung machen.
    Moabit muss einfach zeigen, dass es sich nichts mehr gefallen läßt, weder vom Bezirksamt, noch von der Politik und auch nicht von Investoren.

  6. 6
    P.Erdmann says:

    Wegen Ruhestörung können sich zurzeit am ehesten die Hostelgäste beschweren. Die schlafen bei dem Wetter bei offenem Fenster, und pünktlich um 6.30 Uhr fangen die Bauarbeiter an, Steine zu zersägen oder andere geräuschintensive Dinge zu tun. Da springen die Gäste dann mit Lichtgeschwindigkeit zum Fenster, um es schnell zuzuschmeißen.
    Auf der Webseite, wo man ein Zimmer buchen kann, wird die Baustelle jedenfalls mit keinem Wort erwähnt.

    „Lustig“ ist auch, wenn mehr oder weniger angetrunkene A&O-Gäste auf dem Baugerüst rumklettern. Ich hoffe sehr, dass es nicht noch irgendwann zu einem Unfall kommt, bevor das Gerüst abgebaut wird.

  7. 7
    A.B. says:

    Leider wird der Lärm nicht weniger – noch sind ja nicht alle Zimmer fertig. Es muss also davon ausgegangen werden, dass sich daieses Problem eher verschärft: Wir dürfen schon jetzt teilhaben an lautstarken nächtlichen Unterhaltungen durch geöffnete Fenster von Zimmer zu Zimmer. Die von P.Erdmann im vorigen Beitrag geschilderten Gerüstkletteraktionen haben auch wir schon mehrfach beobachten können.
    Auch die Parkplatzsituation in der Lehrter Strasse hat sich seit der Hoteleröffnung deutlich verschlechtert.
    War es zunächst wegen der Baustelle und der dort gesperrten Flächen, so kann man jetzt feststellen, das viele PKW mit auswärtigem Kennzeichen dazugekommen sind. Auch das wird nicht besser, wenn alle Zimmer bewohnbar sein werden…..

    Wenn dann auch noch das Motel One an der Invalidenstraße fertig ist: Gute Nacht im wahrsten Sinne des Wortes……

  8. 8
    MK says:

    Lärm, Vandalismus und Verschmutzung prägen gegenwärtig das Leben in der Lehrter Straße.
    Tagsüber durchqueren Taxen wie eine aufgezogene Perlenkette -Auto an Auto- die bis dahin beschauliche Straße; in der Nacht kehren besoffene und lärmende Stoßtrupps in das neu eröffnete Hotel zurück. Auf dem Weg vom Hauptbahnhof bis zum Hotel werden lästige Bierflaschen unkonventionell entsorgt. Jede abgestellte -nicht zerschlagene Flasche- ist schon eine echte Liebenswürdigkeit. Wie toll wird es erst sein, wenn weitere „Gäste“ folgen.
    Mieter der gegenüberliegenden Häuser wissen wovon ich berichte, unsere Gärten werden gern mal als öffentliches Pissoir genützt.
    Derzeit ist ein Schlafen nur bei geschlossenem Fenster möglich.
    Das Alarmieren der Polizei beurteile ich als ungeeignet, da die Beamten nur auf die temporäre Belästigung reagieren können. An lärmende Gäste wird lediglich die Aufforderung ergehen, den Vorplatz zu verlassen. Aus polizeitechnischer Sicht ist mit dem Herstellen der Nachtruhe der Einsatz abgeschlossen. Das ist keine beständige Lösung, zumal ununterbrochen neue Gäste anreisen werden.
    Das Ordnungsamt als originär zuständige Behörde muss mit dem Problem betraut werden.
    Jeder Betroffene sollte bürokratisch genau alle Störungen dokumentieren, sodass geschlossen eine Anzeige beim Ordnungsamt erstattet werden kann.
    Diese sollte gegen den Betreiber des Hotels gerichtet sein, weil erst durch das Hotel dieser Zustand verursacht wurde.
    Meine finanziellen Mittel reichen leider nicht aus, um mir ein vermeintliches Recht auf Ruhe vor Gericht zu erstreiten. Ich wohne seit vierundzwanzig Jahren in der Lehrter Str., erstmalig denke ich über einen Auszug nach. Wie überall in unserer Gesellschaft beeinflusst das Kapital die Politik. Man hätte nie eine Genehmigung für den Bau des Hotels inmitten einer Wohnstraße erteilen dürfen.

  9. 9
    Guido says:

    @MK

    „Dürfen“? Das Verwaltungsgericht hat bestätigt, daß die Genehmigung zu erteilen war, wobei der Betreiber hierauf einen Rechtsanspruch hatte. Wie hätte man das verhindern sollen?

  10. 10
    Rané says:

    @ Guido

    Recht-Gericht, ich lach mich weg. Geldgeile Juristen verfolgen ihre eigene Wege.

  11. 11
    A. H. says:

    Mein Eindruck ist, dass die Abt. Stadtentwicklung kein städtebauliches Konzept und kein Stadtentwicklungskonzept für gesamt Moabit hat und entsprechend auch keine Bebauungspläne gemacht hat. Spätestens nach der Wende wäre all´dieses fällig gewesen. Damit hätte man jegliche bauliche Fehlentwicklung im Stadtteil verhindern können, so auch diese Hotelschachtel.

    Statt dessen wurden und werden nur grundstücksweise die Investoren allerbestens bedient. Und die bisherigen Bewohner können dann sehen, wie sie mit den Fehlentwicklungen fertig werden. Eine Auswirkung ist, dass gerade die wegziehen, die der Stadtteil am dringendsten braucht. Man hört es immer öfter: z. B. im Bereich Lehrter Straße (Mittelbereich und neue Hotels), Quitzowstr. (Hellweg) und Siemensstraße (geplanter Großmarkt).

  12. 12
    Guido says:

    Ach Rané, immer diese Phrasen. Hast Du das „Recht“ für Dich gepachtet?

  13. 13
    carsten says:

    Was heißt Phrasen. Es ist eine Unverschämtheit, einem Verwaltungsrichter, der eine Hostelgenehmigung auf einem „beschränkten Arbeitsstättengebiet“ zu beurteilen hat, „Geldgeilheit“ vorzuwerfen. Was hatte der wohl für einen Handlungsspielraum? War das ein Vorwurf der Bestechlichkeit? Die Redaktion sollte vielleicht einige Teilnehmer vor ihren eigenen unbedachten Äußerungen schützen. Wenn das der Falsche liest, ist die Äußerung kein Fall mehr für die Verwaltungsgerichtsbarkeit.

  14. 14
    Rané says:

    Nun, das war sehr allgemein gehalten und bezieht sich eher auf aktuelle Eigenerfahrungen. Auch sind die meisten Sozial- und Strafrechtler und Richter davon ausgenommen. Aber wenn es um Kapitalinteressen geht, sieht es oft anders aus. Vor allem, wenn sich das Honorar nach dem Streitwert richtet. Hier wäre eine Reform angebracht. Aber zum Glück haben wir ja noch die Gewaltenteilung.

  15. 15
    Susanne Torka says:

    Alle bitte ein bißchen auf dem Teppich bleiben!
    Wenn Nachbarn sagen, das Hostel hätte in der Wohnstraße nicht genehmigt werden dürfen, ist das eine Empfindung, die ich durchaus verstehen kann. Dazu trägt insbesondere die Größe bei: 860 Betten und auch der extrem niedrige Preis. Es muss ja auch nicht jedes Hostel stören. Wie mir scheint funktioniert das Amstel Hostel und das daneben anscheinend ohne starke Belästigung der Nachbarschaft.
    Richtig ist auch, dass die Rechtslage wohl nicht zugelassen hat, die Baugenehmigung zu kassieren. Aber eine Chance gab es bestimmt, sonst hätte die Rechtsabteilung der Degewo wohl kaum die Klage gegen die Baugenehmigung eingereicht.
    Zur Bemerkung Ranés, leider wie so oft bei ihm üblich eine Phrase, die ich allerdings beim Freischalten nun wirklich nicht als persönliche Beleidigung eines Richters oder einer Richterin eingeschätzt habe. Kann mich natürlich auch irren! Aber trotzdem Rané, bitte in Zukunft konstruktive Kommentare.
    Und zum beschränkten Arbeitsgebiet, wirklich ein Versäumnis der Abt. Stadtentwicklung den Bebauungsplan vorher nicht weiter bearbeitet zu haben. Aber ob der geholfen hätte, ist leider auch zweifelhaft, denn im Mischgebiet, das ausgewiesen werden sollte, ist Beherbergungsgewerbe auch möglich. Leider lässt sich konstatieren, dass – wie an so vielen anderen Stellen in der Stadt – der Liegenschaftsfonds mit dem unbedingten Vermarktungsinteresse der Grundstücke des Landes Berlin Tatsachen schafft. Denn das das nicht gut geht, mit dem 860 Billigbetten-Hosten zwischen und gegenüber von Wohngebäuden war nun wirklich absehbar.

  16. 16
    A. H. says:

    Könnte es sein, dass die Abteilung Stadtentwicklung von Mitte heillos überfordert ist?

  17. 17
    Rané says:

    Sicher ist sie überfordert, aber gut bezahlt im Gegensatz zu den sozialen, pädagogischen, oder kulturellen Feldern. Sie plant nur die Rahmenbedingungen, aber Schulen, Kitas und div. Institutionen mit ähnlicher Klientel pfeifen aus dem letzten Loch.
    Wollen wir wirklich was für unsere Kinder und Jugendlichen, also für die nachkommenden Generationen oder was für kaviarfressende Besserverdiendende ? Liebe Leute, es geht um Verteilungskämpfe. Da dürfen wir auch nicht unsere RentnerInnen vergessen.Nur Grießbrei bis zum Tod ? Das kanns wohl nicht gewesen sein.

  18. 18
    Susanne Torka says:

    Rané, was ist denn mit Dir los? Wieso sollte ein Job im Stadtplanungsamt besser bezahlt sein, als einer im Jugendamt oder in der Schulverwaltung? Irgendwie geht da ja alles durcheinander. Mein Vorschlag: du kommentierst besser nicht mehr nach Mitternacht!

  19. 19
    Rané says:

    Meinte die Kollegen und Kolleginnen an der Basis, nicht auf den Ämtern.

  20. 20
    Sandro says:

    > Wie mir scheint funktioniert das Amstel Hostel und das daneben anscheinend ohne starke Belästigung der Nachbarschaft.>

    Das behauptet wer? Parkende Busse mit laufendem Motor, zerschmissene Bierflaschen, Gegröhle die gesamte Nacht durch, Unmengen von Zigarettenkippen auf dem Bürgersteig, weggeworfene Lebensmittelreste, Rollkoffer-Orgien, mit Reisebussen zugeparkte Straßen, Lieferverkehr ab 04:00 Uhr nachts mit Bettwäsche, Lebensmitteln… natürlich alles über Kopfsteinpflaster. Seit dem Betreiberwechsel zum jetzigen „Amstel House“ vor ein paar Jahren entwickelt sich die Straße munter zu einem Tollhaus.

    Glücklicherweise hat das „Amstel House“ Personal, das rund um die Uhr telefonisch erreichbar ist und wenigstens kurzfristig einschreitet, wenn es denn allzu krawallig wird. Beispielsweise wenn Bierflaschen-Zerschmeiß-Wettbewerbe losgehen, oder sich die Halbstarken zu prügeln versuchen. Natürlich auch hier werden von den Anwohnern Lärmprotokolle geführt, zumal der Krach im Wohnumfeld bei Mieterhöhungen ein wohnwertminderndes „Ausstattungsmerkmal“ sein kann.

    Wer im Brennpunkt zwischen Cafe Subito, Amstel House und John’s Hosel seinen Pkw parkt, sollte auch nicht allzu sehr damit rechnen, ein paar Tage später noch intakte Rückspiegel oder funktionierende Scheibenwischer vorzufinden. Von Schrammen, Kratzern, Lackschäden und mit Feuerwerkskörpern zerspprengten Windschutzscheiben einmal abgesehen.

    Das Hostel „daneben“ („John’s Hosel“) ist nach außen etwas unauffällig, weil es kleiner ist; dafür gibt es dort kein Personal rund um die Uhr und auch keine telefonische Möglichkeit, Gitarrengeklampfe oder Gejohle gegen 02:00 Uhr nachts irgendwie abzustellen. Auch hier gibt es ein akutes Rollkoffer-Problem für die Mieter im Seitenflügel und Hinterhaus und allerlei Dauerärger über Sachbeschädigungen, Diebstähle, knallende Durchgangstüren, Pissoir-Toreinfahrten usw.

    Sicherlich geht es noch viel schlimmer; beispielsweise gibt es bisher nur selten Messerstechereien, und auch von Heroin-Leichen in Hauseingängen sind wir bisher m.W. verschont geblieben. Das tröstet zwar ein wenig, macht die Gegend jedoch nicht lebenswerter.

  21. 21
    Susanne Torka says:

    Danke für die Info!

    Kommentare jezt beim aktuellen Artikel „Mieter machen mobil gegen nächtliche Lärmbelästigung“
    http://www.moabitonline.de/5390