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Mahnmal Synagoge Levetzowstraße

In und um Moabit gab es bis zu ihrer Zerstörung während der Reichspogromnacht drei Synagogen. Die kleinste von ihnen stand Siegmunds Hof 11, eine andere an der Flensburger Ecke Lessingstraße, hierhin gingen u.a. Albert Einstein und Hermann Struck, sie war vor allem für die Juden im Hansaviertel wichtig.
Die Synagoge Levetzowstraße 7-8 dagegen war ein Gotteshaus für die Massen. Mit mehr als 2000 Plätzen gehörte sie zu den größten der Stadt. Und sie war eine der prächtigsten. Am 9. November 1938 wurde sie wie die meisten auch von den Nazis angezündet, jedoch nicht zerstört. Ab September oder Oktober 1941 diente die Synagoge als Sammellager für Juden, die zur Deportation in die Konzentrationslager vorgesehen waren.

Bis zu 1000 Menschen wurden hier zusammengetrieben oder meldeten sich, weil sie eine Vorladung bekommen hatten. Der nichtjüdischen Bevölkerung, die z.B. im Nebenhaus im Postamt ein und aus ging, war das sicher nicht entgangen. Wie auch nicht die Märsche, die dann von der Synagoge zum Güterbahnhof Putlitzstraße führten. Hunderte Opfer wurden dort in Viehwaggons getrieben, die sie zur letzten Station ihres Lebens brachten. Die meisten der Berliner Juden sind von hier aus ins KZ deportiert worden.

Die Synagoge selber wurde im Krieg beschädigt, jedoch nicht zerstört. Nach dem Ende der Naziherrschaft stand sie zehn Jahre lang leer, bis der Senat sie abreißen ließ. Ohne Not, denn Augenzeugen zufolge war sie nicht baufällig oder einsturzgefährdet. Aber eine Jüdische Gemeinde, die ein solch großes Haus noch gebraucht hätte, gab es damals nicht mehr.
Heute erinnern dort zwei Mahnmale an die Zeit der Deportationen. Eines zeigt als Relief die wichtigsten Berliner Synagogen. Das andere ist ein Eisenbahnwaggon, in den gefesselte Menschen über eine Rampe hinein getrieben werden. Im Hintergrund steht eine mehrere Meter hohe Wand mit Daten von Deportationen in die KZs.

Regelmäßig am 9. November erinnern Antifaschisten und Linksradikale mit einer Demonstration an die Judenverfolgung, die Pogromnacht und die Ermordungen.

Nachtrag:
Der Rost der Erinnerung von Dieter Huhn, Spaziergänge in Berlin in den 90er Jahren

Ein Kommentar auf "Mahnmal Synagoge Levetzowstraße"

  1. 1

    „Regelmäßig am 9. November erinnern Antifaschisten und Linksradikale mit einer Demonstration an die Judenverfolgung, die Pogromnacht und die Ermordungen.“ Ich kann mich noch an die Einweihung erinnern – da war das Bündnis wesentlich größer. Auch das Bezirksamt, die Rathausparteien und jüdische Gemeinde waren vertreten …

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