Tierisches Moabit
Auch wenn der Zoo nicht weit ist, wirklich viele Tiere gibt es in Moabit nicht, vor allem Hunde, Katzen und Vögel. Und das eine oder andere als Relief, Abbildung oder als Figur. Wenigstens das.
MoabitOnline-Leser Martin Conradi schickte uns eine Mail mit Fuchs-Fotos, die er 2004 im Poststadion aufgenommen hatte. Ausschnitte einiger dieser Bilder zeigt die nächste Galerie, vielen Dank an Martin Conradi.



















Also die Ponys hast Du doch wohl kaum in Moabit gefunden oder sollte ich mich so irren?? Aber paar mehr Tiere als die beschriebenen Hunde, Katzen und Vögel – was ja schon eine ganze Menge sind – sind schon noch unterwegs. Hauptsächlich natürlich Ratten, die einem sogar tagsüber an verschiedenen Stellen über den Weg laufen, besonders dort wo gerade laute Bauarbeiten stattfinden, sie fliehen vor dem Lärm, aber natürlich auch dort, wo der Müll rumliegt. Und von dem Müll ernähren sich auch die Füchse. Es ist nicht nur einer, der im Fritz-Schloß-Park lebt, wenn ich den auch schon am häufigsten getroffen habe Es gibt eine ganze Reihe. Witzigerweise musste mit den Füchsen sogar bein Sandskulpturenfestival gerechnet werden. Weil diese Tiere gerne im Sand buddeln, wurden die Skulpturen nach der Fertigstellung mit Wolfsgerüchen präpariert, um die Füchse zu fernzuhalten. Und die Vogelwelt ist schon recht vielfältig. Zur Zeit warte ich, dass die Nachtigall im Fritz-Schloß-Park wieder auftaucht. Sie kommt immer erst ziemlich spät aus dem Winterquartier. Und im Gegensatz zu den Ratten stört sich die Nachtigall gar nicht am Lärm, im Gegenteil, sie singt dann einfach lauter, um die Geräuschkulisse zu übertönen. Bei uns im Hinterhof hatten Elstern ein Nest gebaut und für diesen Nistplatz die Ringeltauben vertrieben, die dort eigentlich seit Jahren nisten. Die Elstern kamen bestimmt wegen der Futterstelle. Dort steht auf dem Küchenfenster Katzenfutter, von dem die Elstern und auch schon mal eine Saatkrähe sich gerne bedienten. Wenn die Krähe fraß, hielten die Elstern weiten Abstand. Eine von ungewohnter Seite kommende Windböe hat das Nest vom Baum gefegt, mitsamt Eiern, denn Schalen lagen herum. Obwohl die Elter-Nester von weitem so wild und unordentlich wirken, sind sie super kunstfertig bebaut. Erst die dickeren Zweige, nach oben hin immer dünnere, ineinander verwoben und mit Lehm verschmiert und verklebt. Ganz innen weich gepolstert. Der Habicht aus dem Großen Tiergarten zählt nicht mehr für Moabit, das ist klar. Aber er leistet einen guten Job. Seit er vor ein paar Jahren wieder zurückgekommen ist, hat die Kanninchenplage aufgehört. Nun bestimmt gibt es noch mehr Tierbeobachtungen aus Moabit.
Doch, die Ponys und Ziegen waren in Moabit, sie gehörten zum Kinderzirkus, der an der Birkenstraße stand. Aber sie waren nur zu Besuch, jetzt sind sie weitergezogen.
Das Tierische Moabit – ein schöne Seite, der gelegentlich Ergänzungen aus vielerortigen Erfahrungen zu wünschen sind. Die kurze Bussard-Rast in unserer Lesser-Ury-Kastanie oder die Einzel-Patroullie des weißschweifigen Fuchs in der Invalidenstraße wird man wohl schwerlich im Bild festhalten können. Aber als das Poststadion in Rekonstruktion nur augenzwinkernd gesperrt war, präsentierte sich dort eine morgendliche Fuchsfamilienparty zum Bildbericht – wenigstens in Schlußphase und Rückzug. Gern sende ich ihn an Wunschadressen.
Lieber Martin Conradi,
das ist wundervoll. Angeregt durch diesen Artikel von Aro Kuhrt hat die Redaktion der LiesSte, Zeitung für den Stephankiez, in der heute (?) erschienenen Ausgabe (bis sie im Internet steht, dauert es vielleicht noch ein paar Tage), dazu aufgerufen kleine Geschichten und Bilder von Tieren im Stephankiez und in Moabit einzureichen. Die schönsten werden in den nächsten Ausgaben veröffentlicht. MoabitOnline freut sich ebenfalls über eingereichte Beiträge. An die Redaktion bitte schicken.
Vielen Dank an Martin Conradi für die Zusendung der Fuchsbilder. Eine kleine Auswahl haben wir als Ausschnittvergrößerung in unsere Tierisches Moabit Galerie aufgenommen,