So können Sie mitmachen!

Kleiner Tiergarten: Wettbewerbsentwürfe und Kunstaktion

Im Laufe des Nachmittags und Abends des 5. Juli wollen gleich zwei Veranstaltungen erneut den Blick der Moabiter Bürger_innen auf den Kleinen Tiergarten lenken.

Entscheidungsfindung zum Ergebnis des Landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerbs Kleiner Tiergarten / Ottopark

WettbewerbsgebietZunächst sind die Bürger_innen von der Senatsverwaltung und dem Bezirksamt Mitte eingeladen, sich zu Beiträgen des landschaftsplanerischen Wettbewerbs für den Kleinen Tiergarten / Ottopark zu informieren, sich die Entwürfe der teilnehmenden Landschaftsplanungsbüros anzusehen und im Vorfeld der Jurysitzung zu den Entwürfen Stellung zu beziehen.

Am 5. Juli, 17 Uhr wird in der Heilandskirche eine Ausstellung mit allen eingereichten Wettbewerbsbeiträgen geöffnet, so dass sich die Interessierten schon vor Beginn der der Informationsveranstaltung um 19 Uhr ausführlichst mit den Wettbewerbs-Entwürfen auseinandersetzen können. Ab 19 Uhr werden dann die Entwürfe in einer Beamerpräsentation kurz in ihren wesentlichen Aussagen erläutert. Danach haben die BürgerInnen die Möglichkeit zu den Entwürfen zu diskutieren und ihre Bewertungen kundzutun. Mitglieder der über den Wettbewerb entscheidenden Jury werden an der Veranstaltung teilnehmen, um so auch die Positionen der Veranstaltungsteilnehmer_innen in ihre Entscheidungsfindung einfließen zu lassen. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Gisbert Preuß vom Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement KoSP, welches seit Februar 2010 mit der Prozesssteuerung für das „Aktive Stadtteilzentrum Turmstraße“ beauftragt ist.

Informationsveranstaltung Landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Kleiner Tiergarten / Ottopark
5. Juli 2010, Heilandskirche, Tusneldaallee 1, 10555 Berlin

17.00 Uhr: Ausstellung der Wettbewerbsentwürfe
19.00 Uhr Vorstellung und Diskussion

Eine öffentliche Präsentation des Wettbewerbsergebnisses (mit eventuellen Überarbeitungen aufgrund des Juryentscheids) soll voraussichtlich Ende August erfolgen.

Die Grün-AG der Stadtteilvertretung Turmstraße hat unlängst auf der Website der Stadtteilvertretung ihre Mitte Januar vorgebrachten Anregungen (PDF, 25kB) zum landschaftsplanerischen Wettbewerb veröffentlicht.

Kunstaktion Sunrise@Sunset

Im Anschluss an die Diskussionsveranstaltung versucht ab 21.45 Uhr die Kunstaktion „Sunrise@Sunset“ von Monika Goetz auf der Wiese im kleinen Tiergarten, dass sich die Moabiter_innen und andere Kunstinteressierte durch die direkte Konfrontation und Infragestellung von Zeit und Raum angeregen lassen, sich mit der eigenen Wirklichkeit, der eigenen Lebenszeit auseinanderzusetzen.

Eine Gegenüberstellung von Realität und medialer Wiedergabe unserer Erfahrungswelt steht gleichermaßen im Zentrum der Arbeit von Monika Goetz wie das Durchbrechen heutiger, von Bilderflut und schnellen Schnitten geprägter Sehschemata. Darüber hinaus reflektiert „Sunrise@Sunset“ relevante Fragen der Kunstgeschichte in der Auseinandersetzung mit dem Natur- und Landschaftsbegriff und eröffnet eine äußerst zeitgemäße medienbasierte Perspektive auf die Rezeption von Natur im Kontext aktueller künstlerischer Fragestellungen. Mit einem ebenso einfachen wie überzeugenden filmischen Motiv wird so eine künstlerische Arbeit realisiert, die dazu angelegt ist, breite Bevölkerungskreise anzusprechen und ein gemeinsames kulturelles Erleben zu initiieren.

Hierzu wird  – parallel zur abendlichen Dämmerung – in der Installation von Monika Goetz der Sonnenaufgang desselben Tages in Echtzeit auf eine Leinwand im Kleinen Tiergarten projiziert. Die Vorführung dauert etwa 1 Stunde. Die Vorführungen von „Sunrise@Sunset“ werden vom 5. Juli an täglich bis zum 11. Juli, jeweils ab 21.45 Uhr stattfinden. Die Kunstaktion wird über das Aktive Stadtteilzentrum Turmstraße finanziell unterstützt.

Nachtrag vom 9.7.2010:
Ein Bericht von der Veranstaltung zur Vorstellung der Wettbewerbsentwürfe am 5. Juli in der Heilandskirche ist auf der Webseite des Quartiersmanagements Moabit-Ost erschienen. Aber immer noch keine Pressemitteilung der Senatsverwaltung über die Juryentscheidung! Am 23. August sollen die Pläne jedenfalls in Moabit öffentlich ausgestellt werden.

Nachtrag vom 12.7.2010:
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat heute den Gewinner des Wettbewerbs bekanntgegeben: Das Landschaftsarchitekturbüro Latz und Partner aus Kranzberg hat den mit 16.100 Euro dotierten 1. Preis erhalten.

»Der Siegerentwurf überzeugte das Preisgericht besonders durch die gelungene Öffnung der Parkanlage zum öffentlichen Straßenraum, ohne gänzlich die schützende Strauchschicht zu entfernen. Es gelingt der Arbeit, die unterschiedlichen räumlichen und funktionalen Anforderungen in Einklang zu bringen. Die Bestandssituation mit ihren gartenhistorischen Relikten wird behutsam aufgegriffen und in eine ausdrucksstarke, zeitgemäße Parkanlage überführt. An der Ottostraße wird ein Spielbereich angelegt und an der Stromstraße entsteht eine leicht erhöhte Terrasse mit Café.« teilt zum Siegerentwurf die Senatsverwaltung in ihrer Pressemeldung mit. Nachfolgend die zur Verfügung stehenden Visualisierungen zum Bereich Kleiner Tiergarten bzw. Ottoplatz:

Perspektive Kleiner Tiergarten, Grafik: Latz+Partner

Perspektive Ottoplatz, Grafik: Latz + Partner

Die Wettbewerbsarbeiten werden im August 2010 im Bezirk Mitte öffentlich ausgestellt. Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben und unter www.stadtentwicklung.berlin.de veröffentlicht.

Nachtrag vom 13.8.2010:
Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten des Landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerbs Kleiner Tiergarten / Ottopark wird am Montag, den 23. August 2010 um 18 Uhr durch Hella Dunger-Löper, Staatssekretärin für Bauen und Wohnen, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Ephraim Gothe, Baustadtrat des Bezirks Mitte von Berlin,  eröffnet. Timo Hermann, Vorsitzender des Preisgerichtes stellt die Wettbewerbsarbeiten vor.

Die Ausstellung ist zu besichtigen von Dienstag, den 24. August bis Samstag, den 4. September in der Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2-4, 10551 Berlin. Öffnungszeiten: mo – fr 9 – 18 Uhr, sa 9 – 14 Uhr.
Die Postkarte ist hier herunterzuladen.

Nachtrag vom 24.8.2010:
In der Ausstellung liegt die Auslobungsbroschüre für den Wettbewerb aus, in der ausführlich auf die verschiedenen historischen Phasen des Kleinen Tiergartens und des Ottoparks eingegangen wird. Mit vielen historischen Bildern. Die Broschüre (82 Seiten) ist als pdf von der Seite der Senatsverwaltung herunterzuladen (Achtung 6 MB).

Nachtrag:
Video der Bundesstiftung Baukultur zum Kleinen Tiergarten. Danke Vilmoskörte!

28 Kommentare auf "Kleiner Tiergarten: Wettbewerbsentwürfe und Kunstaktion"

  1. 1
    rané says:

    Ein super Projekt, nur hätte ich selbst gern die berühmten Reiter der Apokalypse darin integriert *g*.

  2. 2
    Rané says:

    Nehme das super doch zurück, denn es gab beim Video keine Zeit, in der es entstanden ist. Keine farblichen Veränderungen des Himmels die auf Sunset oder Sunrise hingewiesen hätten. Dazu noch im Parkbild der „Spielplatz“, der eigentlich keiner
    ist. Bin enttäuscht und erinnere mich gern an mein Fotoprojekt für eine Druckerei, wo Fotos alle 20 Minuten vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang vom gleichen Standort entstanden sind.

  3. 3
    moabiterin says:

    Hallo Rané,
    wie ich die Aktion verstehe, geht es ja gerade nicht darum spektakuläre Sonnenaufgänge in der Dämmerung zu zeigen, sondern den tatsächlichen Sonnenaufgang des gleichen Tages. Und wenn es da dann diesig war, der Himmel wolkenverhangen oder etwas anderes, dann gab es eben keinen besonders schönen, erkennbaren oder wie auch immer Sonnenaufgang. Er wird auch icht simuliert.
    Finde ich eigentlich gerade das interessante: man selbst ist eben nicht ganz frühmorgens aufgestenden. Das machen die Künslter, die den Film aufnehmen. Dennoch „opfert“ man seine Zeit sozusagen am Abend, weil man neugierig darauf ist, wie der Sonnenaufgang war. Und wenn er nix war, damit muss jeder selbst umgehen. Wie in der Ankündigung schon erklärt, Wahrnehmung, Wirklichkeit, Natur, Medien …. die eigene Lebenszeit. Finde ich schon interessant.

  4. 4
    Rané says:

    Liebe Moabiterin,
    genau dieser Zeitfaktor fehlt mir, bei dieser Konzept-Art. Es geht um den alltäglichen Sonnenaufgang. Aber welcher Tag und zu welcher Zeit ? Das gehört zum Konzept !!! Ob es trübe war oder nicht, ergibt sich aus dieser Zeit. Aber ohne diese Zeitinformationen verliert sich das Konzept in der Belanglosigkeit.

  5. 5
    Wer says:

    Da könnte man das fußballspiel heut auch zeigen !!!

  6. 6
    moabiterin says:

    Nee lieber nicht, rundherum schon genügend Großleinwände mit Fußball!!

  7. 7
    tl says:

    Auf der Leinwand schälen sich langsam die Konturen der Bäume und der Spielgeräte heraus. Was zeigt das? fragte ich mich und kam einfach nicht auf die naheliegende Antwort, dass die Kamera natürlich im Kleinen Tiergarten in Richtung Osten gerichtet war.
    Nach den Konturen sind es die ersten Farben, die erkennbar werden, langsam Vogelgesang und gelegentlich frühe Passantinnen und Passanten. Der alsphaltierte Weg reflektiert das Licht. Es hat wohl geregnet.

    „Eigentlich verrückt“, bemerkt meine Nachbarin. Eine mir unbekannte junge Frau, vielleicht 20, die auf der während des Deutschland-Spiels überschaubar besetzten Wiese neben mir Platz genommen hat. „Wir sitzen in der Natur und schauen uns Natur an, nur eben als Film.“ Sie kommt aus Köln, besucht Berlin und fand die Veranstaltung bei den Tipps für kostenlose Veranstaltungen eines kostenlosen Magazins. Vielleicht macht Fußball die kleinen Dinge doch sehr groß.

    Es sind diese Gedanken über das zeitversetzte Naturereignis die uns dann in der Diskussion beschäftigen. Es regt an zum Gespräch, das sich auch fortsetzt als die Vorsitzende des Kulturvereins sich zu uns gesellt.

    Langsam ist es in der Wirklichkeit dunkel, auf der Leinwand hell. Während um uns die Farben schon lange verschwunden sind und nur noch die Formen gegen das Licht des Himmels erkennbar, liegt auf der Leinwand der Spielplatz in dem neuen Licht des eigentlich vergangenen Tages vor uns. Unser Gespräch dreht sich jetzt über die Turmstraße und die Möglichkeiten, die die Kultur uns bietet, unsere Umwelt lebenswerter zu gestalten. Kultur öffnet aber auch den Blick, für Dinge, die wir vielleicht aus lauter Gewohnheit schon gar nicht mehr so wahrnehmen, wie sie sind.

    Der Kleine Tiergarten ist ein kleiner Schatz. Mütter und Kinder, BalkonentbehrerInnen und Sonnenhungrige, HundebesitzerInnen und RaucherInnen merkwürdiger Zigaretten teilen ihn sich mit vielen anderen.
    Es lohnt sich, ihn in dieser Woche einmal wieder neu kennen zu lernen.

    P.S. Eine Decke lohnt sich, weil das Gras abends nass wird – und ein Bier, weil es irgendwie doch Fernsehen ist.

  8. 8
    Rané says:

    Nun weiss ich, warum ich Romantiker in Zeiten der Verteilungskämpfe nicht mag. Aber als künstlerisches Konzept so einen ähnlichen Text für eine Müllverbrennungsanlage hätte was. Wenn ich der Stellungnahme folge, ist alles Bestens. Man braucht keine Veränderungen und der Spielplatz könnte analog zu Greenaway ein „Samuel Beckett Memorial Spielplatz sein“. Die nächste Idee, Spielplätze in Deutschland, von kreativ bis…., nunja.

  9. 9
    moabiterin says:

    Einen Bericht über die Veranstaltung am 5.7. in der Heilandskirche zur Vorstellung der landschaftsplanerischen Entwürfe für den Kleinen Tiergarten habe ich auf der Webseite vom QM Moabit Ost gefunden, doch so richtig aufschlussreich ist er eigentlich nicht.
    http://www.moabit-ost.de/Umgestaltung-kl-Tiergarten-Ottopark.575.0.html

    Es war ja richtig anstrengend bei den 16 Entwürfen von Landschaftsplanungsbüros den Überblick zu behalten und überhaupt alleine aus den Plänen zu erkennen, wo die Knackpunkte der einzelnen Entwürfe liegen. Das haben die Vorprüferinnen vom La Bar, dem Landschaftsplanungsbüro, das den Wettbewerb im Auftrag der Senatsverwaltung betreut, zwar zusammenzufassen versucht, aber die Fülle war eigentlich nicht darstellbar.
    Vielleicht ist der Jury die Entscheidung auch nicht so einfach gefallen, denn bis heute finde ich auf der Seite der Senatsveraltung keine Pressemeldung über die Entscheidung. Vielleicht muss ja noch nachgearbeitet werden.

    Eine Grundentscheidung wird vermutlich sein: offene Blickbeziehungen nur innerhalb des Parks, aus den Sitzbereichen über die große Wiese oder auch auf die Straßen und von außen in den Park hinein. Einige haben ja rundherum Promenaden angelegt, ein bißchen wie an der Tiergartenstraße. Aber so viel Platz gibt diese kleine Grünfläche meiner Meinung nach nicht her, dass so etwas sinnvoll wäre.

  10. 10
    Rané says:

    Schaun wir mal, aber das Drogenproblem bleibt.

  11. 11
    Redaktion says:

    Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat heute den Gewinner des Wettbewerbs bekanntgegeben und zwei Perspektivansichten für Kleinen Tiergarten und Ottoplatz bekannt gegeben. Das wichtigste hierzu ist zu finden im 2. Nachtrag vom 12.7.2010 zum Artikel.

  12. 12
    vilmoskörte says:

    Das scheint doch mal in die richtige Richtung zu gehen, Unterholz raus, Licht und Luft rein! Ich bin gespannt auf die öffentliche Präsentation.

  13. 13
    Heinrich says:

    @ vilmoskörte

    Genau so! Auf Deinem Blog hattest Du Dich letztens zu Recht über das deplazierte Nachtigallgeschrei im kleinen Tiergarten beklagt. Daher ist die Entfernung der Büsche und Sträucher auch nur konsequent: nimmt man doch so diesem lästigen Parkgeflügel den Lebensraum. Dann haben wir dort bald unsere Ruhe. Und damit es dann nicht so langweilig wird, bietet sich uns ja der ungestörte Blick auf die Blechkarawanen mit der Sinfonie der Motoren, Hupen und quietschenden Bremsen. Auch Abgasduft kommt einen wahren großstädtischen Lebensgefühl sehr entgegen.

  14. 14
    K. S. says:

    Die untere der beiden Visualisierungen hätte für meinen Geschmack ruhig noch etwas grüner sein können. Und auf der oberen sehen meine Gedanken schon ecken-abkürzende Leute.

    Hauptsache, für die kontinuierliche Pflege nach der Umgestaltung bleibt ausreichend Geld übrig. Vielleicht sogar dafür, um Brunnen wieder in Betrieb zu setzen.

  15. 15
    Jürgen says:

    @ Heinrich
    Dein pseudoironischer Kommentar zu Vilmoskörte ist so aber nicht richtig nachvollziehbar. Denn hättest Du im Blog vom Vilmoskörte noch mal nachgelesen, hättest Du sehen müssen, dass für Vilmoskörte der Gesang der Nachtigallen einer der vorhandenen Lichtblicke ist. Es ist allerdings sicherlich eine herausfordernde Aufgabe bei der Umgestaltung, dass bei einer Auslichtung von Sträuchern noch viel Lebensraum für die vorhandenen Tiere im Kleinen Tiergarten übrig bleibt. Eine wahrnehmbare Dämmung der Lärmimmissionen des Autoverkehrs leisten die Sträucher und Bäume allerdings auch jetzt nicht, dazu reicht die Dichte der „Biomasse“ nicht aus. Ein „optischer Schutz“ scheint aber nach der Darstellung zu den Straßen hin vorgesehen zu sein. Mehr werden wir alle aber erst abschätzen können, wenn den die Planungen mit mehr Information ausgestellt werden, warten wir’s ab.

  16. 16
    Susanne says:

    Die Nachtigallen sind Bodenbrüter, deshalb kann ich Heinrich durchaus verstehen, aber mehr Licht und Luft und damit auch Auslichtung von Sträuchern (aber bitte nicht komplett) braucht’s auch, da stimme ich vilmos zu.

  17. 17
    R@lf says:

    Ottoplatz: das soll Gartenplanung sein? Ich sehe vor meinem geistigen Auge in dieser Ödnis nur Staubwolken wehen…

    Sieht mir -auf den ersten virtuellen Blick zumindest- nach dem befürchteten Kettensägenmassaker aus. Echte Ideen kann ich in der Visualisierung nicht erkennen. Naturschutz schon gar nicht. Menschenfreundlichkeit auch nicht.

  18. 18
    Heinrich says:

    @ Jürgen:
    So pseudo ist die Ironie gar nicht gemeint gewesen.

    Die Nachtigall war im kleinen Tiergarten schon mehrmals heimisch – bis dann die Leute vom Gartenbauamt sämtliche Sträucher bis auf ein paar Zentimeter über dem Boden zurückschnitten. Das schafft in einem Jahr für ein paar Tage viel Arbeit und sechs bis acht folgende Jahre keine Mühe. – Ein Prozedere, das sich hier als Rhythmus etabliert hat.

    Man macht sich halt keine Arbeit mehr mit den Grünflächen hier im Bezirk – wer’s nicht glaubt, schaue sich mal die vertrocknenden Pflanzen überall im kleinen Tiergarten an.

    Auf der Photomontage oben blitzen weiße („lichte“) Streifen an den Parkrändern. Der Effekt der grünen Oase wird dadurch wohl eher nicht aufgelockert, sondern zerstört. (Und Nachtigall: Adé!)

    Das ganze Planungsverfahren hätte fast etwas satirisches, wäre es nicht so brutal und bedrohlich real. EInziger „Lichtblick in der Angelegenheit ist wohl die berechtigte „Hoffnung“, daß das Bezirksamt weiterhin keine Mittel für Grünanlagenpflege bereitstellen wird und demzufolge in zehn Jahren wieder alles beim alten ist.

    Statt die Gelder in solchen Kanälen versickern zu lassen, hätte man doch lieber die Springbrunnen und Wasserspiele reparieren sollen und an den Stellen, wo es Sinn macht, Sträucher entfernt und Blumenbeete angelegt. Und vor allem: das Gros des Geldes für eine regelmäßige Pflege der Parks zur Verfügung gestellt. Aber, Satire lebt, eine nachhaltige Verwendung öffentlicher Gelder ist wohl nicht vorgesehen im Vergabeverfahren.

  19. 19
    vilmoskörte says:

    @Heinrich: Du scheinst mir auch zu der Gruppe derjenigen zu gehören, die grundsätzlich davon ausgehen, dass jeder Veränderung schlecht ist. Schade, dass diese negative Grundhaltung inzwischen immer mehr Anhänger findet.

  20. 20
    Rané says:

    @ vilmos
    Ja, da fehlt die Differenzierung. Es gibt gute und schlechte Projekte. Veränderungen sind in der Moabiter Kulturwüste absolut notwendig.

  21. 21
    2. Heinrich says:

    @vilmoskörte

    wie würde denn eine grundlegende erneuerung des freiraums für dich aussehen?
    ich kann mir auch einen urbanen stradtplatz vorstellen, der ohne „landschaftliches grün“ auskommt.
    gruß

  22. 22
    vilmoskörte says:

    Ich denke schon dass der östliche, breite Teil des Kleinen Tiergartens schon eher den jetzigen Grüncharakter behalten sollte, wenn auch ausgelichtet (der Park ist eher für Menschen gemacht als für Waldtiere mit Migrationshintergrund – es ist zwar schön, wenn ich die Nachtigall dort singen höre, aber nicht unverzichtbar). Ich kann mich durchaus damit anfreunden, dass im westlichen Teil rund um die U-Bahneingänge Turmstraße ein Stadtplatz angelegt wird (seit dem Bau des Rathauses hat Moabit ja keinen Platz mehr) , so wie es in der Vorbereitenden Untersuchung zum Aktiven Zentrum angedacht war. Das würde möglicherweise wieder etwas „Leben in die Bude“ bringen und den Platz nicht allein den Sternburgflaschenhaltern überlassen.

  23. 23
    Susanne Torka says:

    Die Einladung zur Ausstellungseröffnung der Wettbewerbsarbeiten ist da. Einzelheiten und Einladungskarte siehe oben im Nachtrag zum Artikel von heute.
    Die Ausstellung findet in der Arminiusmarkthalle statt. Eröffnung am 23.8.10 um 18 Uhr. Öffnungszeiten ab 24.8. bis zum 4.9.2010.

  24. 24
    R@lf says:

    @ vilmoskörte

    Wie schön sich ein solcher Stadtplatz macht, kann wenige U-Bahnstationen weiter am Leopoldplatz begutachtet werden, wo sich die Säufer- und Junkie-Szene besonders wohl zu fühlen scheint.
    Auch in deiner Heimatstadt gibt es dafür das schöne Beispiel Marktplatz, der zumindest partiell ähnlich genutzt wird. Auf solches „Leben in der Bude“ kann ich gut verzichten und sicher die meisten anderen MoabiterInnen auch.
    Not tun Ideen, die die Situation deutlich verbessern UND das Stadtbild verschönern – so ökologisch wie möglich, gerade in Anbetracht einen angrenzenden Parklandschaft – fließende Übergänge wären hier das Stichwort. Ich finde Nachtigallen übrigens nicht „nicht unverzichtbar“.
    Man sollte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.

  25. 25
    Redaktion says:

    Link zur Pressemitteilung des Bezirksamts Mitte über den Rundgang am vergangenen Montag:
    http://www.berlin.de/ba-mitte/aktuell/presse/archiv/20100816.1345.306557.html
    und der Link zum Bericht auf der Seite des QM Moabit West:
    http://www.moabit-ost.de/AKTIVE-ZENTREN-Tour-de-Turmstrasse-Pressetermin.591.0.html
    am Ende dieses Berichtes kommt man auch zur Abendschau (solange der Film noch online steht), die allerdings anlässlich der Tour durch Aktive Zentrum Turmstraße eine ganz eigene Moabit-Tour gemacht hat und die laufenden Investitionen filmt.
    und Artikel in der Berliner Morgenpost:
    http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1375804/Wie-Berlin-Moabit-attraktiver-werden-soll.html

  26. 26
    Susanne Torka says:

    In der Ausstellung liegt die Auslobungsbroschüre (82 Seiten) aus, mit vielen historischen Bildern und Texten zum Kleinen Tiergarten und Ottopark. Sie kann von der Seite der Senatsverwaltung heruntergeladen werden, Achtung 6MB:
    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/ergebnisse/2010/kleiner_tiergarten/ausschreibungstext.pdf

  27. 27
    FLANEUR IN MOABIT says:

    Wenn die Prognosen der Klimaerwaermung zutreffen, dann sind in absehbarer Zeit „Jahrhundertsommer“ wie 2003 oder auch Perioden wie der letzte Juli nichts mehr ungewoehnliches. Zur Erinnerung: 2003 hat es in Paris ca 10000 Menschen das Leben gekostet, europaweit waren es ca 70000.

    Es sollte deshalb eigentlich oberstes Ziel der Stadtplanung sein, moeglichst viel Gruenzeug in der Stadt zu halten. Das faengt bei dem vorbildlich verfilzten Unterholz an, und hoert noch lange nicht bei den Kletterpflanzen in den Baumwipfeln auf. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Temperatur- und Feuchtigkeitsregulierung, Staubfaenger, Schallschutz. Und Nachtigall gibt es extra! In diesem Sinn haben die abgebildeten Entwuerfe Nachbesserungsbedarf.

    Kuerzlich war ich in einer Anwohnerversammlung fuer die Parkplanung in einem anderen Kiez. Es ist mir dabei aufgefallen, dass die dominierende Altersgruppe die der 40 – 75 Jaehrigen ist, was auch dem Alter der Planungsarchitekten entspricht. Die Nutzergruppe in dem bereits existierenden benachbarten Kiezpark ist dagegen wesentlich juenger und unterscheidet sich ueberdies durch die ethnische Herkunft. Es ist deshalb naheliegend, dass derartige Planungen fuer Parks typischerweise an den eigentlichen Nutzern vorbeigehen, was eigentlich schade ist, weil nach der Ausfuehrung die Anlage oft jahrzehntelang Bestand hat.

    Parks werden anscheinend ja auch mehr als Alltagsgebrauchsgegenstaende verwendet, und nicht so sehr, um in einer repraesentativen Umgebung zu Sehen und Gesehen zu werden, jedenfalls war das vielfach Anlass zum Erstaunen, als das Holocaust-Denkmal endlich fertig war. Vom gr. Tiergarten, Sprengelpark, Rehberge ganz zu schweigen. Die abgebildeten Entwuerfe deuten darauf hin, dass Architekten anscheinend diesen Sachverhalt noch nicht immer verstanden haben. Stattdessen wird von „transparenter Sicherheit“, „sicherer Offenheit“, „transparenter Offenheit“ fabuliert – alles schon mal gehoert, ich war dabei, ich kann es bezeugen!

    Ich finde es schoen, dass immer noch Geld fuer die Neuanlage von Stadtparks ausgegeben wird, allerdings scheint es mir fast unausweichlich zu sein, dass ohne eine extrem intensive Buergerbeteiligung die Planung an den eigentlichen Nutzerinteressen vorbeigeht. Es stellt sich dann die Frage, welche Moeglichkeiten dann noch bestehen, wenigstens graduell eine Feinkorrektur vorzunehmen. Aus einer Diskussion in einem anderen Kiez habe ich herausgehoert, dass diese Moeglichkeiten sehr beschraenkt sind: Die Architekten beanspruchen fuer ihr Werk das Urheberrecht und das bedeutet, dass wesentliche Veraenderugen nur mit ihrem Einverstaendnis durchgefuehrt werden koennen. Oft in Verbindung mit ihrer bezahlten Mitarbeit.

    Wenn das wirklich so ist, dann sollte man mal ueberlegen, wie man eine solche Knebelsituation umgehen kann, beispielsweise durch eine mehrstufige, breit angelegte Buergerbeteiligung, in deren Rahmen die wesentlichen Entwurfsgedanken generiert werden, und zwar von den Buergern in einer nicht personalisierten Form. Die spaetere Weiterentwicklung der Planung bezieht sich dann auf die handwerkliche, ingenieurmaesssige Ausarbeitung, fuer die kein urheberrechtlicher Schutz beansprucht werden kann. Mag sein, dass diese Vorgehensweise dem Selbstverstaendnis und den geschaeftlichen Interessen der Architekten zuwiderlaeuft, aber besser als eine wirkichkeitsfremde, unsinnige Planung ist das allemal. Als Beispiel der Planungsablauf des Sprengelparks, der nach meiner Meinung den „urheberfreien Zustand“ fast erreicht hat, allerdings hat das anscheinend damals keiner gemerkt.

  28. 28
    Stadtteilvertretung says:

    Am Dienstag, den 7.12. 2010 findet um 19.00 h in der Ottostraße 16 , 10555 Berlin-Moabit, im Gemeindesaal eine Informationsveranstaltung zur Um- und Neugestaltung des Kleinen Tiergartens des Ottoparks statt.
     
    Die Landschaftsarchitekten Latz und Partner, Gewinner des dazu ausgeschriebenen Wettbewerbs, werden ihre Vorstellungen zur Aufwertung der Grünflächen vorstellen.  Die MitarbeiterInnen des Büros werden den BürgerInnen von Moabit Rede und Antwort stehen, was die Gestaltung und den zeitlichen Ablauf der Umgestaltung des Parks anbetrifft und aufzeigen, welche Wünsche BürgerInnen noch einbringen können.
     
    Ebenfalls werden VertreterInnen des Senates und des Bezirksamtes Mitte anwesend sein.
     
    Die Stadtteilvertretung Turmstraße wünscht sich eine möglichst große BürgerInnen-Beteiligung.
     
    Der Kleine Tiergarten und der Ottopark liegen als „grünes Band“ zwischen den Hauptverkehrsstraßen Turmstraße und Alt-Moabit. Sie werden im Rahmen der Städtebauförderung / Aktive Zentren neu gestaltet.
     
    Aus der Stadtteilvertretung Turmstraße ging die Arbeitsgruppe Grün hervor, die innerhalb des letzten Jahres viele Vorschläge zur Gestaltung und Nutzung des Kleinen Tiergartens / Ottopark erarbeitete.

    Die weitere Diskussion bitte hier, sagt die Redaktion:
    http://www.moabitonline.de/6336