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Uplifting für die Turmstraße

Es stand schon in der Tageszeitung: der Bezirk Mitte hat beim Wettbewerb um die besten Konzepte für „Aktive Stadtzentren“ gewonnen, und zwar gleich mit zwei in Tristesse zu versinken drohenden Einkaufsstraßen – mit der Müllerstraße und der Turmstraße. Die Müllerstraße überlassen wir mal „WeddingOnline“, auch wenn’s da meist ums Heiraten geht.

Hier wollen wir ganz kurz das Konzept für die Turmstraße vorstellen, das im Auftrag des Bezirks Mitte von der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH (BSM) und Jürg Schwarz vom Büro für Urbane Entwicklung (BUE) ausgearbeitet wurde. Die Planung knüpft an bereits vorhandenen Potentialen an.

Sie will die öffentlichen Grünflächen, den Kleinen Tiergarten und den Ottopark, einerseits durch attraktivere Gestaltung aufwerten. Das ganze heißt etwas hochstaplerisch „Kleiner Central Park“. Andererseits soll mit einem neuen Stadtplatz am U-Bahneingang für die bessere Verbindung der südlich Alt-Moabit gelegenen Wohnviertel zu den Einkaufsmöglichkeiten an der Turmstraße gesorgt werden, die sich dann ebenfalls mittels privater Initiative besser entwickeln sollen. Auf der Thusnelda-Allee soll ein Marktplatz entstehen. Busspuren und Fahrradstreifen sowie an einigen Stellen breitere Gehwege sollen die Aufenthaltsqualität auf der Turmstraße erhöhen. Zusammen mit dem zukünftigen Erwerber der Arminiushalle – die Berliner Großmarkt GmbH hat diese ja an den Liegenschaftsfonds zum Verkauf übergeben – soll eine bunte und vielfältige Mischung in die Halle einziehen, in der Unternehmer aus aller Herren und Frauen Länder ihre Spezialitäten anbieten. Die Arminiusstraße vor der Halle soll als Vorplatz gestaltet werden.

Außerdem wird mit der tatkräftigen Mitarbeit der Interessengemeinschaft „Wir für die Turmstraße“ gerechnet und diese unterstützt, vorhandene Kulturstandorte wie das Engelbrot, das Afrikahaus, die Kirchengemeinden mit ihrem vielfältigen Kulturangebot sollen kooperieren und ein berlinweites Publikum anziehen, das mit dem Image-Wandel die Vorzüge von Moabit entdecken wird. Das Investitionsprogramm beginnt in diesem Jahr und läuft bis 2013. Die Vorschläge des Konzeptes werden weiter diskutiert und konkretisiert werden müssen.

Das Kurzkonzept „Aktives Stadtzentrum Turmstraße“ kann hier heruntergeladen werden.

12 Kommentare auf "Uplifting für die Turmstraße"

  1. 1
    Frank says:

    Und als Ergänzung sei noch hinzugefügt, dass sich auch die Bezirksverordnetenversammlung Mitte parteiübergreifend und geschlossen hinter die bezirklichen Bewerbungen für den Wettbewerb „Aktive Stadtteilzentren“ gestellt hat und in der Mai-BVV beschlossen hatte: „Die BVV unterstützt nachdrücklich das bezirkliche Bewerbungsverfahren für das Bund-Länder-Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“ mit den „Besonderen Stadtteilzentren“ Müllerstraße und Turmstraße.
    Begründung:
    Die Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit den Ländern als Teil der Städtebauförderung das Programm „Aktive Stadtzentren“ aufgelegt. Das Programm hat die Stärkung der städtischen Zentren zum Ziel hat. Das Programm soll dazu beitragen, die Zentren als attraktive Wirtschaftsstandorte und Orte des Wohnens, des Lebens, der Kultur und der Freizeit zu entwickeln. Mit der Ausrichtung auf die Zentren werden wichtige Ziele der Stadtentwicklung aufgenommen wie Innenentwicklung vor Außenentwicklung und die Erhöhung der Attraktivität der Innenstädte. Der Bezirk Mitte beabsichtigt Programmbewerbungen für die Stadtteilzentren Müllerstraße und Turmstraße. Hierzu wurden jeweils Entwicklungskonzepte pro Stadtteilzentrum erarbeitet, die folgende Ziele verfolgen:
    – Stärkung der Stärken der Zentren
    – Funktionsverlusten und gewerblichem Leerstand entgegenwirken,
    – Erschließung neuer Potenziale durch Aktivierung, Mitwirkung und Partnerschaften vor Ort.
    Die Stadtteilzentren Müllerstraße und Turmstraße spielen eine zentrale Rolle für die Stabilisierung der jeweiligen Kieze. Hierfür kann das Programm „Aktive Stadtzentren“ einen wichtigen Beitrag leisten.
    Daher unterstützt die BVV Mitte die Bewerbung nachdrücklich.“
    Frank Bertermann, BVV-Mitte, Fraktionssprecher Bündnis 90 / Die Grünen (und Initiator der BVV-Initiative)

  2. 2

    Da hätte ich doch etwas Konkretes, nämlich die Realisierung des von Spraymobil Moabit ausgeschriebenen Wettbewerbs für die Gestaltung der Wandfläche von Hertie und der angrenzenden Parkplatzmauer. Und bei dem Park bin ich für einen „Speaker`s Corner“, Bürger sagen der Politik die Meinung frei in guter englischer Tradition.
    Liebe Grüße von der Moabiter Kreativabteilung *g*
    Rané

  3. 3
    Rudolf Blais says:

    Zum BSM-Turmstraßenkonzept:

    In der Konzept-Kurzfassung ist nichts von einer Straßenbahnanbindung vom Hbf bis zum U-Bhf Turmstraße, wie auch weiterreichender Verkehrskonzepte zu finden. Ich hoffe daß das Straßenbahnmodell vom Moabiter Ratschlag jetzt wieder öfters zu sehen ist, z.B. auf dem nächsten Turmstraßenfest.
    Zu bedenken ist auch, das die Schließung des Flughafen Tegel feststeht und dann die heutige TXL-Buslinie auch nach Schönefeld verlegt wird oder gestrichen wird, und dann gar nicht mehr durch Moabit verkehrt. Dadurch wäre eine schnelle Ost-West-BVG-Verbindung als Straßenbahn nochmals um so notwendiger und im Rahmen der beabsichtigten gesamten Turmstraßenneugestaltung ein „Muss“
    Zum zweiten fehlt das im Energietisch-Bezirk Tiergarten Ende der 90er jahre beschlossene, konzepierte und nicht realisierte Fahrradhaus am U-Bhf Turmstraße, Mitteleinstieg, wo die Fahrräder heute noch meist ungeordnet im Regen stehen.
    Für das auch in der Presse gewünschte „bessere Turmstraßenfest“ hat Hans Herrmann Hirschelmann eine Konzeption eines Klimaschutzfestetes erstellt, das alle Akteure sämtlicher Moabiterr Stadtteilfeste und Stadtteilinitiativen, Bezirksamt und die heutigen Turmstraßenfestveranstalter mittelfristig in einem prozeß vorbereiten und durchführen können.

    Rudolf Blais

  4. 4
    mladi says:

    wann ist denn eigentlich baubeginn am schultheiss gelände?

  5. 5
    Susanne Torka says:

    Na das kann noch eine ganze Weile dauern mit dem Baubeginn bei Schultheiß! Im Gegensatz zum Paech-Brot-Gelände ist ja für Schultheiß noch nicht einmal ein Bebauungsplan von der BVV verabschiedet. Es gab im April 08 ja erst die frühzeitige Bürgerbeteiligung an einem Plan, der noch nicht zwischen Investoren, Bezirksamt und Denkmalschutz abgestimmt war (siehe auch: http://www.moabitonline.de/380. Da stehen noch viele Verhandlungen an und die zweite Runde der Bürgerbeteiligung mit öffentlicher Auslegung der Pläne. Danach muss ein Bauantrag gestellt werden …

  6. 6
    mladi says:

    danke für die schnelle antwort

    naja, da bleibt uns ja nichts anderes übrig als abzuwarten – was anderes sind wir ja nicht gewöhnt ^^

    eine frage hätte ich noch: wo finde ich mehr info´s zu den den projekten der müllerstraße?

  7. 7
    Susanne Torka says:

    Ich versuche auch schon an Informationen heranzukommen, ist mir aber noch nicht gelungen. Ich würde bei der Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamts Mitte nachfragen.

  8. 8
    Martin Reeckmann says:

    Hübsche Pläne, keine Frage. Aber dennoch: das Ganze ergibt ein Facelifting, kein Uplifting.
    Siehe hier: http://www.dict.cc/?s=uplifting

  9. 9
    Luk says:

    Die Bürgerbeteiligung ist Hyperdemokratie. Was der Philosoph Ortega-y-Gasset in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts befrürchtend vorasussah, trägt sich heute zu. In Moabit scheint eine derartige plebiszitäre , meinetwegen antidemokratische Kultur, weit ausgebreitet zu sein. Denn die Bürger -, hier spräche Tuchosky vom „Mob“ weiß nicht immer alles besser. Und wenn es um Feindseeligkeiten gegen jede Art Veränderung geht, dann sind wir ja Spitzen reiter. Ich sage hier, gut,daß die Belriner U-bahn in einer Zeit gebaut wurde, währednd derer die Pläne einfach durchgezogen wurden.
    Denn Mit-Moabier, den Bürgern, die sich beteiligen , und dennoch nicht alle – vielleicht nur sich selbst nebest ihrer spießigen Interessen -, vertreten , wachen wir auf. Die Welt bleibt nicht an den Kinderspielplätzen, die unsere Gegend verunstalten, stehen. Und es ist auch gut so.

  10. 10
    Susanne Torka says:

    Marin, mit der falschen Verwendung von Uplifting hast Du eindeutig Recht, aber dass es beim Facelifting bleibt – also nur Kosmetik – hoffe ich nicht.
    Luk, da gehen ja wirklich einige Begriffe und Gedanken wild durcheinander. Welche selbsternannte Elite soll denn Deiner Meinung nach bestimmen?

  11. 11
    Susanne Torka says:

    @mladi
    Das Konzept für die Müllerstraße kann jetzt auch heruntergeladen werden:
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/dateien/Turmstrasse/Muellerstr_Kurz.pdf

  12. 12

    Es wäre eine echte Aufwertung, wenn die Bedingungen für Bewohner, Fußgänger und Radfahrer verbessert würden. Breitere Gehwege, Angebotsstreifen für Radfahrer, ein Zebrastreifen vor Hertie würde den Aufenthalt wesentlich angenehmer machen. Die Turmstraße ist bislang vor allem Hauptverkehrsstraße. Die vielen einkaufenden Fußgänger und die Menschen in den Wohnhäusern spielen nur eine Nebenrolle. Darunter leiden natürlich auch die Geschäfte.Tempo 30 würde ihnen allen sehr entgegenkommen. Soweit mein Wunschzettel. Am 05.November können wir dann hören, ob die Planer ähnliche Vorstellungen haben.
    _____________________________________________________________
    Redaktion:
    bitte Kommentare zum Aktiven Stadtzentrum Turmstraße jetzt bei dem neuesten Artikel zu diesem Thema „Turmstraße – Verkehrs- und Gestaltungskonzept wird vorgestellt“
    http://www.moabitonline.de/2126