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Bebauungsplanentwurf II-201db nördlicher Humboldthafen liegt aus

Vom 31. August bis einschließlich 30. September 2015 liegt der Entwurf des  Bebauungsplans II-201db (nördlicher Humboldthafen)  mit Begründung und Umweltbericht sowie den wesentlichen umweltbezogenen Stellungnahmen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt öffentlich aus.

Was ist geplant?
Auf dem ehemals gewerblich genutzten Hafengebiet des Humboldthafens nördlich der den Humoldthafen überquerenden Bahntrasse soll Planungsrecht für die Entwicklung eines neuen, gemischt genutzten Stadtquartiers mit Wohn- und Bürogebäuden, öffentlichen Straßen und Grünflächen geschaffen werden. An der Ecksituation Invalidenstraße/ Friedrich-List-Ufer wird eine Sondernutzung Kultur und Gesundheit planungsrechtlich gesichert.

Grafik 1. Preis: Visualisierung vom Hafenbecken, © Hadi Teherani Architects

1. Preis: Visualisierung vom Hafenbecken, © Hadi Teherani Architects

Rund 250 Miet- und Eigentumswohnungen mit Blick auf das Kanzleramt und Parlament sowie rd. 7.500 m² Bürofläche und rd. 3.500 m² Einzelhandels- und Gastro­nomie­fläche sollen in den beiden Häusern entstehen, die von der ABG-Unter­nehmens­gruppe aus München und der LIP Ludger Inholte Projekt­ent­wicklung aus Hamburg gemeinsam entwickelt werden. Ein Objekt soll Büro- und Geschäfts­haus mit Laden­flächen von ca. 13.200 m² Brutto­geschoss­fläche und ca. 75 Tief­garagen­stell­plätzen werden. Das Wohn­haus mit Miet- und Eigen­tums­wohnungen hat eine Brutto­geschoss­fläche 23.000 m² BGF und ca. 100 Tief­garagen­stell­plätze. Einen Wettbewerb für die beiden Wohn- und Bürohäuser hatte der Hamburger Architekt Hadi Teherani 2013 gewonnen (Artikel in „Die Welt“ am 27.9.2013).

Grafik 1. Preis: Visualisierung von der Invalidenstraße, © Hadi Teherani Architects

1. Preis: Visualisierung von der Invalidenstraße, © Hadi Teherani Architects

Im Erdgeschoss der Gebäude sind Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Die zum Humboldthafen sowie nach Osten und Westen orientierten Wohnfassaden sollen vom Spiel offener und geschlossener Flächen in Form von Erkern und Balkons leben. Die an der Invalidenstraße gelegenen Bürofassaden gegenüber dem historischen Hamburger Bahnhof sollen mit Klarheit gestaltet werden und die Höhe dieses Baudenkmals mit einem markanten Gebäuderücksprung aufnehmen.
Die Fertigstellung ist für das IV. Quartal 2017 avisiert.

 

Unterlagen zum Bebauungsplanentwurf
(nur während der Auslegungszeit downloadbar)

Bebauungsplanentwurf – Planzeichnung
Begründung

6691_G_Bri_20140718_Stellungnahme Gebäudehöhe_LIP_DH.pdf
6691_G_Rap_01-1_20140711_Humboldthafen_Verschattung_DH_gez.pdf
70477-08-01_wind.pdf
140600_HH_Luftschadstoffgutachten_end.pdf
140623_II-201db_Abstandsflächenplan_aktuell.pdf
140709_II-201db_Abstandsflächen_SO_MKH2_ZechRuth_BSM.pdf
140804_II-201db_Winterlinde_Anlagen.pdf
140804_II-201db_Winterlinde_Gutachten.pdf
140904_II-201db_Verkehrsgutachten-end.pdf
Abschlussbericht-BPlan-Parlaments-Regierungsviertel-Anhang1bis3.pdf
Anhaenge4bis6.pdf
Anhaenge7bis9.pdf
FledermauserfassungHumboldthafen_Okt08.pdf
Liste der Gutachten für Öffentlichkeitsbeteiligung II-201db.docx
Stellungnahme-Lkw-Verkehr-Humboldhafen_Laerm.pdf
Grundstücksverzeichnis

Nähere Auskünfte
Erläuterung der Ziele, Zwecke und Auswirkungen der Planung nach telefonischer Vereinbarung
030 9025-2124 und -2053.
Oder per E-Mail 2-201db@SenStadtUm.Berlin.de

Ort: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Dienstgebäude Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin
Erdgeschoss, links neben der Ausstellungshalle Lichthof (Infopoint)

Zeitraum: 31.08.2015 bis einschließlich 30.09.2015, Montag bis Donnerstag: 10:00 – 18:00 Uhr, Freitag: 10:00 – 17:00 Uhr

Postalische Adresse für Ihre Beteiligung
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Referat II A, StadtUm II A 19
Brückenstraße 6, 1017

Die Informationen zum B-Plan Entwurf, dem Verfahren und ein Onlineformular für Anregungen und Bedenken auf der Website der Senatsverwaltung.

 

Beschluss des Bebauungsplans II-201 db durch das Abgeordnetenhaus am 10.12.2015

Nach Empfehlungen zur Zustimmung des vom Senat beschlossenen Bebauungsplans (Drucksache 17/2632 mit Planunterlagen) durch den Ausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr (2.12.2015) und den Hauptausschuss (9.12.2015) hat das Abgeordnetenhaus Berlin den Bebauungsplan II-201 db am 10.12.2015 beschlossen (PDF Plenarprotokoll).


 

Ursprungsartikel »Der Humboldthafen – ein ZwischenOrt« vom 29.12.2012

Zwischen Moabit und Mitte, zwischen Hauptbahnhof und Charité, das war früher zwischen Ost und West. Hier an der verfallenen Kaimauer über der Wasseroberfläche sitzend, fühlte ich mich unwirklich, entrückt den Geräuschen der betriebsamen Umgebung – gar nicht weit weg, aber dennoch sehr fern. Die Autos auf der Invalidenstraße, die Züge und S-Bahnen auf der Brücke, die Ansagen aus der Bahnhofshalle schienen wie mit Watte gefiltert. Viel näher war das Klatschen der Wellen an der Kaimauer, der Wind im Gebüsch, der Sand in der Luft, auch Insekten summten. Hier konnte man die hektische Welt ein wenig wie von außen betrachten.

Im Mai habe ich mir noch einen Fliederstrauß holen können dort, wo auf einem weiteren ZwischenOrt, dem früheren Hafenplatz, die Sandsation den Sommer über Menschenmassen angezogen hat. Zwischennutzungen für ZwischenOrte sind in der sprichwörtlichen Wüste um den Hauptbahnhof schon viele entstanden. Die Sandsation zog in den letzten 3 Jahre von einem ZwischenOrt zum nächsten. Der erste unterhalb Alt-Moabit ist jetzt in den ULA-Park verwandelt worden. Den zweiten ZwischenOrt belegt seit Monaten das Traumtheater Salomé mit seinen mit goldenen Halbmonden geschmückten Zelten.

Der Humboldthafen – ein ZwischenOrt auch zwischen Gestern und Morgen. Denn wie wird er werden, wenn die Baupläne verwirklicht werden. Eingefasst von Glas und Stein soll ein modernes und bestimmt auch mondänes Hafenquartier entstehen. Das könnte dann an die ursprüngliche Geschäftigkeit des alten Hafens wieder anknüpfen, wenn auch auf ganz andere Art.

Der Hafen wurde 1857 – 1859 nach Plänen von Peter Josef Lenné an der Einmündung des Spandauer Schifffahrtskanals in die Spree angelegt. Die im Sommer schlecht befahrbare Unterspree konnte damit umfahren werden. Die Pläne Lennés und auch Karl Friedrich Schinkels für das neue Stadtviertel, das nach der Verlegung der Königlichen Pulvermühle 1839 nach Spandau entstehen sollte, mussten immer wieder geändert werden. Aus der großzügigen Stadterweiterung mit repräsentativen Bauten an breiten grünen Alleen inspiriert von Pariser Boulevards wurde nichts. Letztendlich prägten Eisenbahn, Gefängnis, Militär und soziale Einrichtungen das Gebiet und Moabit wurde erneut von der Stadt abgeschnürt. Der Hafen hatte direkte Verbindung zu den Güberbahnhöfen des Hamburger und des Lehrter Bahnhofs und zum Neuen Packhof. Er war bis 1945 ein wichtiger Warenumschlagsplatz und Verkehrsknotenpunkt. Es konnten gleichzeitig 15 Schiffe oder 22 Finowkähne abgefertigt werden. Die Ladestraßen aus Granit- und Basaltpflaster, die Kaimauern aus Kalkstein und die Treppenanlagen sind zum großen Teil noch erhalten und lassen die ursprüngliche Funktion erkennen.

Nach dem Mauerbau verlief die Grenze zwischen Ost und West in der Mitte des Wassers. Hier ist das erste Maueropfer zu beklagen: Günter Litfin versuchte am 24. August 1961 schwimmend in den Westen zu gelangen und wurde von Grenzern erschossen. Der Bruder des Toten hat im nahegelegenen ehemaligen Wachturm an der Kieler Straße eine Gedenkstätte eröffnet.

Kürzlich wurden an der Invalidenstraße die Baucontainer der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung abgeräumt, es scheint schon Bauvorbereitungen für die drei massiven Blöcke auf dem nördlichen Hafenplatz zu geben. Und das östliche Ufer ist mit einem Bauzaun abgesperrt und damit auch mein Lieblingsplatz an einer der kleinen zugewachsenen Treppen, die runter ans Wasser führen. Es sieht so aus, als ob die denkmalgerechte Wiederherstellung der alten Kaimauer, die schon für vergangenen Herbst abgekündigt war, begonnen hat. So hört der Humboldthafen bald auf ein ZwischenOrt zu sein.

Die Grundstücke rund um den Hafen gehören dem Land Berlin. Wären sie privat, könnte ich die vorgestellten Planungen vielleicht verstehen. Berlin jedoch sollte statt Hotels, Büros und Gastronomie mit Arkaden bis ans Wasser besser für öffentliche Freiflächen sorgen. Hier bestünde die Chance einen Anlegeplatz einzurichten für Ausflugdampfer und Wassertaxis mit der entsprechenden touristischen Infrasturktur in flachen Gebäuden, die nicht den Blick auf den Hamburger Bahnhof (Museum für Gegenwartskunst) und sein ehemaliges Verwaltungsgebäude (jetzt Sozialgericht) verstellen. Unter den alten Bäumen am sogenannten Schinkelschen Horn könnte ein öffentlicher Park entstehen statt Wohngebäude. Aber das Land Berlin zieht es vor kein Geld auszugeben auf den landeseigenen Grundstücken, sondern Geld einzunehmen für die Vermarktung derselben.

Der Betroffenenrat Lehrter Straße, der Verein für eine billige Prachtstraße und viele Bürger, die bei der öffentlichen Auslegung des Planes Einwändungen abgegeben haben, haben sich bisher vergeblich für mehr öffentliche Freiflächen eingesetzt. Den ersten Preis im 2007 vom Betroffenenrat ausgelobten Wettbewerb hat Andreas Szagun für seine nebenstehende Zeichnung gewonnen.

 

Nachtrag vom 29.10.2012

Bebauungsplan Humboldthafen (südlicher Bereich) liegt aus

Geltungsbereich des B-Plan Entwurfs II-201da, Grafik SenStadt

Geltungsbereich des B-Plan Entwurfs II-201da, Grafik SenStadt

Für den südlichen Teil des Humboldthafens einschließlich des Kanals bis zur Spree findet vom 29. Oktober bis 29. November 2012 die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs „II-201da Humboldthafen / südlicher Bereich“ statt. Das Gebiet ist eine Teilfläche des städtebaulichen Entwicklungsbereichs „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“, die Abgrenzung Bebauungsplans zeigt die nebenstehende Karte. Durch das Bebauungsplanverfahren sollen, auf der Grundlage des städtebaulichen Entwurfes der Architekten O.M.Ungers und Prof. Winkens, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Umbauung des Humboldthafens im südlichen Bereich – an Friedrich-List-Ufer bzw. Alexander-Ufer – geschaffen werden. Der Bebauungsplan setzt kerngebietstypische Nutzungen auf den zwei Baufeldern fest. Darüber hinaus sollen öffentliche Freiflächen entlang der Spree und öffentliche Straßenflächen gesichert werden. Unterhalb des Bahnviadukts in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof ist die Errichtung einer Fahrradstation für den Hauptbahnhof zulässig.

Planausschnitt, Grafik: SenStadt

Planausschnitt, Grafik: SenStadt, B-Plan Download

Die Unterlagen zum Bebauungsplan liegen im genannten Zeitraum aus bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin, Referat II B – Städtebau und Projekte, Dienstgebäude Brückenstraße 6, 10179 Berlin, im vierten Stock, vor Zimmer 4.013; Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi 9.00 – 17.00 Uhr, Do 9.00 – 18.00 Uhr, Fr 9.00 – 15.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung (Frau Ulla Hömberg, Telefon +49 30 9025-2110) auch außerhalb dieser Zeiten. Zusätzlich sind Unterlagen parallel zur Auslegung auf der Website der Senatsverwaltung zur Auslegung des B-Plan-Entwurfs abrufbar.

Während der öffentlichen Auslegung kann jedermann Anregungen und Änderungswünsche zu den Plänen vorbringen. Ein späterer Antrag auf Feststellung der (Teil-) Nichtigkeit des Bebauungsplans in einem Normenkontrollverfahren (§47 Verwaltungsgerichtsordnung) ist in der Regel nur möglich wenn Sie ihre Einwendungen bereits zur öffenlichen Auslegung vorgebracht haben. Sie können sich zu den Plänen auch formlos postalisch oder über die Online Beteiligung der Senatsverwaltung äußern.

Nachträge 2013:
An der südöstlichen Eche des Humboldthafens, dort wo ganz lange eine Tafel für das grünste Bürogebäude geworben hat, wird morgen der erste Spatenstich angesetzt für ein großes Bürogebäude (Berliner Woche). Und wer zieht ein? Die PricewaterhouseCoopers AG. Der Bau ist schon im Vorhinein Gold zertifiziert, wie die Architekten KSP Jürgen Engel Architekten mitteilen (s. BauNetz). Noch nicht gebaut und schon von den Projektentwicklern weiterverkauft (Pressemitteilung OVG).

Anfang September war Grundsteinlegung am Humboldthafen 1, wie die Adresse des o.g. Projektes sein wird. Mittlerweile gibt es eine Webseite für das OVG-Projekt mit Webcam. Auch das Architekturforum beobachtet die Baustelle.

Ende September 2013 wurde ein weiterer Wettbewerb entschieden und zwar zwei von drei Baublöcken, die auf dem Hafenplatz nördlich des Humboldthafens vorgesehen sind. Hier entstehen 250 Wohnungen sowie Büros, Einzelhandel und Gastronomie. Das 35.000 Quadratmeter große Grundstück wurde vom Land Berlin an die Hamburger LIP (Ludger Inholte Projektentwicklung) und die Münchner ABG (Allgemeine Bauträgergesellschaft) für rund 35 Millionen Euro (nach Auskunft der Investoren) verkauft  (s. Artikel Berliner Morgenpost, rbb Abendschau).

Die neue Uferbefestigung ist nach fünf Jahren Bauzeit fertiggestellt, der Schlussstein wurde gesetzt, aber ein Schiffsanleger ist noch nicht finanziert (Berliner Woche und Pressemitteilung Senatsverwaltung).

Ein Gesundheitshaus „Schaufenster Gesundheit“ als PPP (?) am Humboldthafen (Tagesspiegel, Hauptstadtkongress Gesundheit, B.Z.)

Inforadio Oktober 2013: Interview mit Susanne Torka zur Umbauung des Humboldthafens.

Nachtrag 2014:
Berliner Zeitung zum Neubau Humboldthafen Eins, der gerade Richtfest gefeiert hat: im Frühjahr 2015 soll das Gebäude, in das die niederländische OVG 130 Millionen investiert hat, fertig sein. Dort einziehen werden PricewaterhouseCoopers und der Impfstoffhersteller Sanofi Pasteur aus Leimen. Außerdem entstehen Cafes und Läden.

Auch die Berliner Woche schreibt über das „grünste Bürogebäude“.

Die Fassade wird montiert (Architekturforum).

Nachtrag 2015:
Bürogebäude fertig? Na ja, von außen sieht es noch nicht ganz so aus, aber es ist schon bezogen (Berliner Woche). Zum Ende Juni sollte die Uferpromenade eröffnet werden, da müsste man doch mal nachsehen.

Am Dienstag, den 7. Juli 2015 war die Eröffnung, beim Artikel aus Der Welt ist auch eine Simulation zu sehen, die die weitere geplante Humboldthafenumbauung zeigt. 

Berliner Zeitung über das neue Viertel am Humboldthafen. Baubeginn Januar 2016, ob das wohl klappt? Und ein kritischer Kommentar.

Am 24.11.2015 hat der Senat den Entwurf des Bebauungsplans II-201db beschlossen, wie dieser Pressemitteilung zu entnehmen ist. Als nächster Schritt wird der B-Plan Entwurf dem Abgeordnetenhaus Berlin zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Nachtrag Januar 2016
Nach Empfehlungen zur Zustimmung des vom Senat beschlossenen Bebauungsplans (Drucksache 17/2632 mit Planunterlagen) durch den Ausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr (2.12.2015) und den Hauptausschuss (9.12.2015) hat das Abgeordnetenhaus Berlin den Bebauungsplan II-201 db am 10.12.2015 beschlossen (PDF Plenarprotokoll).

59 Kommentare auf "Bebauungsplanentwurf II-201db nördlicher Humboldthafen liegt aus"

  1. 51
    Jürgen Schwenzel sagt:

    Die aktuell ausliegende Planung zur Bebauung der Nordseite ist Anlass für einen Kommentar in der Berliner Zeitung zum Bahnhofsviertel unter der Überschrift „Eine einmalige Chance wird am Humboldthafen vertan“. Das Schlussfazit des Verfassers Nikolaus Bernau: »Jetzt wird die Umgebung des Hauptbahnhofs genau das, wovor alle, wirklich alle Stadtplaner in den 90er-Jahren gewarnt haben: ein Quartier, das nicht einmal Prostituierte anzieht.«

  2. 52
    H. E. sagt:

    Dieses schrieb ich in Kommentar 50:
    „In meinen Augen in stadtplanerischer und städtebaulicher Hinsicht eine einzige Katastrophe. Ich glaube, Alexander von Humboldt als Namensgeber für den Hafen und Peter Lenné als Schöpfer der früheren Parkanlage zwischen Invalidenstraße und Wasserfläche, die im Zusammenhang mit dem Vorplatz vom Hamburger Bahnhof zu sehen war, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen könnten, welch‘ banale Betonwüste Sen Stadt aus diesem innerstädtischen Juwel macht.“

    Teil 1 dieser Betonwüste ist jetzt zu besichtigen, denn das pvc-Gebäude ist fertig. Beton, Stein, Beton, Stein und nicht ein einziger Baum und kein qm Grünfläche mehr auf der Wasserseite. Ist pflegeleicht, da kein Laub mehr anfällt und der verstärkte Durchzug den Papiermüll in den Hafen wehen dürfte.
    Ach ja: Gastronomie ist schon da, sieht gemütlich aus, Mittagessen auf Hockern an Stehtischen, dürfte sich wohl um die Kantine von pwc handeln.
    Und könnte man nicht aus dem Uferstreifen z. B. das an der Museumsinsel angedachte Fluss-Schwimm-Strand- und Spass-Bad machen? Liegestühle und Wurst- und Dönerbude aufstellen, an die Arkaden-Pfeiler ein paar Duschen und Lautsprecher schrauben und dahinter Dixi-Klos aufstellen, schon ist’s fertig. Für saharaähnliches Klima jedenfalls ist gesorgt, da die Gegend wegen den Beton- und Steinmengen in der Sonne glühen wird. In den Büros muss man das zwar wieder runterkühlen, aber was solls, der Strom dafür kommt ja aus der Steckdose.

    PS: Hat nicht kürzlich jemand von „Green Moabit“ geredet?

  3. 53
    Peter sagt:

    @52

    Ist nicht auch für Neubauten die aktuelle ENEV anzuwenden. Unter der Annahme, dass es davon keine begründete Ausnahme gibt, dürfte der aktuelle Bau deutlich weniger Energie im Winter und Sommer benötigen und damit deutlich ökologischer sein, als Alte Bauten die den 3-5 fachen Energieverbrauch haben.

    Zusätzlich die Frage, weshalb ein Anspruch auf Bäume innerhalb der Stadt gefördert werden?! Persönlich finde ich Parks und Baumreihen auch sehr schön, aber wer neunmal mehr Natur möchte sollte doch eher in eine ruhige Seitenstraße z.B. beim Fritz-Schlos-Park, Bellevue o.ä. ziehen oder wem das auch zu wenig ist, der kann jederzeit nach Brandenburg gehen, da gibt es jede Menge grün und Natur typischerweise außerhalb der Stadt.

  4. 54
    Georg sagt:

    Zu 53.:
    Es geht nicht darum Grün zu fördern, denn das passiert schon seit Jahren nicht mehr in Berlin, wie man gut an den maroden Grünflächenämtern der Stadt erkennen kann.

    Sondern es geht darum, dass die Stadt lebenswert bleibt und lebenswert macht Berlin nun mal das viele Grün.

    Der Verweis mit Brandenburg ist deshalb wenig hilfreich und im Sommer sieht man niemand mehr auf diesen Steinwüsten, weil es einfach keiner aushält.

  5. 55
    H. E. sagt:

    Zu 53:
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/temperaturhauptstadt-berlin-berlin-war-2015-das-waermste-und-trockenste-bundesland-,10809148,33034328.html

    Deswegen brauchen wir in Berlin jeden Baum. Das jedoch hat man m. E. bei Sen Stadt und in großen Teilen der Berliner Stadtentwicklungs-Politik und -Verwaltung immer noch nicht begriffen.

  6. 56
    vilmoskörte sagt:

    Bei der nächsten Wahl wählen wir alle H.E., dann wird alles besser 😉

  7. 57
    H. E. sagt:

    Zu 56:
    Besser wär‘, wenn mehr Leute aus Moabit und u. a. solche, die hier nur manchmal Sprechblasen absondern, sich mit echter Arbeit in Bürgerinitiativen engagieren würden, um der Baupolitik Grenzen aufzuzeigen.

  8. 58
    H. E. sagt:

    Ergänzung zu 57:
    … z. B. um so ein Bauvorhaben sozialverträglich zu gestalten:

    „Dieser Verkauf ist bis heute einer der größten Skandale der Grundstückspolitik der öffentlichen Hand: Ohne jede sozial,- mieten-, wohnungs- oder städtebaupolitische Rücksicht war bei der Privatisierung allein das Höchstangebot entscheidend. Auch andere zu DDR-Zeiten mit Kaufhallen bebaute Eckgrundstücke in Berlin wurden auf diese Art und Weise an Privatinvestoren weitergereicht. Auf deren Bauprojekte hatte die Stadt dann praktisch keinen Einfluss mehr. Am Teutoburger Platz etwa bietet nun die Berliner Wohnungsbau Consult Luxuswohnungen an. Das Projekt ist umstritten. Mit der Vermietung dieser Etablissements droht der gesamte Mietspiegel für das Viertel anzusteigen“,
    Zitat aus diesem Artikel:
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/ad—nettester-supermarkt-berlins-alte-ddr-kaufhalle-in-prenzlauer-berg-muss-luxus-wohnungen-weichen,10809148,33035394.html

  9. 59

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