Der Humboldthafen – ein ZwischenOrt

Zwischen Moabit und Mitte, zwischen Hauptbahnhof und Charité, das war früher zwischen Ost und West. Hier an der verfallenen Kaimauer über der Wasseroberfläche sitzend, fühlte ich mich unwirklich, entrückt den Geräuschen der betriebsamen Umgebung – gar nicht weit weg, aber dennoch sehr fern. Die Autos auf der Invalidenstraße, die Züge und S-Bahnen auf der Brücke, die Ansagen aus der Bahnhofshalle schienen wie mit Watte gefiltert. Viel näher war das Klatschen der Wellen an der Kaimauer, der Wind im Gebüsch, der Sand in der Luft, auch Insekten summten. Hier konnte man die hektische Welt ein wenig wie von außen betrachten.

Im Mai habe ich mir noch einen Fliederstrauß holen können dort, wo auf einem weiteren ZwischenOrt, dem früheren Hafenplatz, die Sandsation den Sommer über Menschenmassen angezogen hat. Zwischennutzungen für ZwischenOrte sind in der sprichwörtlichen Wüste um den Hauptbahnhof schon viele entstanden. Die Sandsation zog in den letzten 3 Jahre von einem ZwischenOrt zum nächsten. Der erste unterhalb Alt-Moabit ist jetzt in den ULA-Park verwandelt worden. Den zweiten ZwischenOrt belegt seit Monaten das Traumtheater Salomé mit seinen mit goldenen Halbmonden geschmückten Zelten.

Der Humboldthafen – ein ZwischenOrt auch zwischen Gestern und Morgen. Denn wie wird er werden, wenn die Baupläne verwirklicht werden. Eingefasst von Glas und Stein soll ein modernes und bestimmt auch mondänes Hafenquartier entstehen. Das könnte dann an die ursprüngliche Geschäftigkeit des alten Hafens wieder anknüpfen, wenn auch auf ganz andere Art.

Der Hafen wurde 1857 – 1859 nach Plänen von Peter Josef Lenné an der Einmündung des Spandauer Schifffahrtskanals in die Spree angelegt. Die im Sommer schlecht befahrbare Unterspree konnte damit umfahren werden. Die Pläne Lennés und auch Karl Friedrich Schinkels für das neue Stadtviertel, das nach der Verlegung der Königlichen Pulvermühle 1839 nach Spandau entstehen sollte, mussten immer wieder geändert werden. Aus der großzügigen Stadterweiterung mit repräsentativen Bauten an breiten grünen Alleen inspiriert von Pariser Boulevards wurde nichts. Letztendlich prägten Eisenbahn, Gefängnis, Militär und soziale Einrichtungen das Gebiet und Moabit wurde erneut von der Stadt abgeschnürt. Der Hafen hatte direkte Verbindung zu den Güberbahnhöfen des Hamburger und des Lehrter Bahnhofs und zum Neuen Packhof. Er war bis 1945 ein wichtiger Warenumschlagsplatz und Verkehrsknotenpunkt. Es konnten gleichzeitig 15 Schiffe oder 22 Finowkähne abgefertigt werden. Die Ladestraßen aus Granit- und Basaltpflaster, die Kaimauern aus Kalkstein und die Treppenanlagen sind zum großen Teil noch erhalten und lassen die ursprüngliche Funktion erkennen.

Nach dem Mauerbau verlief die Grenze zwischen Ost und West in der Mitte des Wassers. Hier ist das erste Maueropfer zu beklagen: Günter Litfin versuchte am 24. August 1961 schwimmend in den Westen zu gelangen und wurde von Grenzern erschossen. Der Bruder des Toten hat im nahegelegenen ehemaligen Wachturm an der Kieler Straße eine Gedenkstätte eröffnet.

Kürzlich wurden an der Invalidenstraße die Baucontainer der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung abgeräumt, es scheint schon Bauvorbereitungen für die drei massiven Blöcke auf dem nördlichen Hafenplatz zu geben. Und das östliche Ufer ist mit einem Bauzaun abgesperrt und damit auch mein Lieblingsplatz an einer der kleinen zugewachsenen Treppen, die runter ans Wasser führen. Es sieht so aus, als ob die denkmalgerechte Wiederherstellung der alten Kaimauer, die schon für vergangenen Herbst abgekündigt war, begonnen hat. So hört der Humboldthafen bald auf ein ZwischenOrt zu sein.

Die Grundstücke rund um den Hafen gehören dem Land Berlin. Wären sie privat, könnte ich die vorgestellten Planungen vielleicht verstehen. Berlin jedoch sollte statt Hotels, Büros und Gastronomie mit Arkaden bis ans Wasser besser für öffentliche Freiflächen sorgen. Hier bestünde die Chance einen Anlegeplatz einzurichten für Ausflugdampfer und Wassertaxis mit der entsprechenden touristischen Infrasturktur in flachen Gebäuden, die nicht den Blick auf den Hamburger Bahnhof (Museum für Gegenwartskunst) und sein ehemaliges Verwaltungsgebäude (jetzt Sozialgericht) verstellen. Unter den alten Bäumen am sogenannten Schinkelschen Horn könnte ein öffentlicher Park entstehen statt Wohngebäude. Aber das Land Berlin zieht es vor kein Geld auszugeben auf den landeseigenen Grundstücken, sondern Geld einzunehmen für die Vermarktung derselben.

Der Betroffenenrat Lehrter Straße, der Verein für eine billige Prachtstraße und viele Bürger, die bei der öffentlichen Auslegung des Planes Einwändungen abgegeben haben, haben sich bisher vergeblich für mehr öffentliche Freiflächen eingesetzt. Den ersten Preis im 2007 vom Betroffenenrat ausgelobten Wettbewerb hat Andreas Szagun für seine nebenstehende Zeichnung gewonnen.

18 Kommentare auf "Der Humboldthafen – ein ZwischenOrt"

  1. 1
    Flaneur in Moabit sagt:

    Mehr oeffentliche Freiflaechen oder nicht – ich glaube das ist nicht die grundlegende Frage. Viel schwerwiegender sind die Folgen, die sich daraus ergeben, dass der Komplex Humboldthafen, Heidestrasse, Hauptbahnhof als neue “Berliner Mitte” konzipiert und im schlimmsten Fall auch realisiert wird. Fuer mich jedenfalls ist es unvorstellbar, dass es dort dann mehr als “sanitaeres Gruen” und mehr als atmosphaerisch unbedingt erforderlich ueberkommene Bausubstanz geben wird.

    Das waere dann der Preis dafuer, dass der Verlockung nachgegeben wird, die unuebersichtliche polyzentrische Stadtstruktur Berlins zu ueberwinden. Jedenfalls machte es fuer mich immer den Charme Berlins aus, dass die Inseln urbanen Lebens und Kommerzes oder industrieller Betriebssamkeit durch Uebergangsbereiche getrennt werden, die unter die Rubrik “einfache Wohngegung” fallen und haeufig ueberdies durch Freiflaechen in Form industrieller Brachen oder stillgelegte Verkehrsflaechen bereichert werden.

    Vielleicht sollten wir einfach mal aufhoeren, aengstlich darauf bedacht zu sein, den Anschluss an die Metropolenentwicklung zu halten und mehr daran denken, in was fuer einer Stadt wir eigentliche leben wollen. Fuer die “neue Berliner Mitte” habe ich persoenlich mittlerweise jegliche Hoffnung aufgegeben. Ansonsten wird Berlin bestimmt die Stadt bekommen, die es verdient.

  2. 2
    Susanne Torka sagt:

    Und nun kommt wie schon im Sommer die Kunsthalle und ein Kunstmuseum für den Humboldthafen ins Gespräch, hier der Artikel (mit Kommentaren) aus dem Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Humboldthafen-Mitte;art270,2626355. Doch auch in der Berliner Zeitung und der Morgenpost finden sich Texte. Wowereit war mit einem ganzen Tross von Journalisten auf Bootstour. Vielleicht hat er dabei ja gemerkt, dass man den Hamburger Bahnhof, das hochgelobte Museum für Gegenwartskunst nicht mehr sehen kann vom Wasser aus, wenn erstmal die mehr oder weniger spektakulären Neubauten dort stehen.

  3. 3
    Jürgen sagt:

    Und da musste erst unser Regierender zusammen mit der Stadtentwicklungssenatorin Böötchen fahren, um festzustellen „Der städtebauliche Entwurf , wie er jetzt vorliegt, wird es hoffentlich nicht sein“ (Wowereit laut Morgenpost), Mal sehen was da bis zum Sommer nächsten Jahres noch alles vermeldet wird. Mit einem Kulturstandort alleine ist es da nicht getan.

  4. 4
    suse sagt:

    SchülerInnen der Paul-Natorp-Oberschule haben sich im Kunstunterricht mit dem Kunstmuseum am Humboldthafen beschäftigt und Modelle gebaut. Hier im Netz zu finden: http://www.paul-natorp-oberschule.de/faecher/kunst/Humboldthaf-Bauten/S03.html

  5. 5
    Susanne Torka sagt:

    So schön und fantasievoll die Ideen sind, die SchülerInnen schon 2007 für einen Kiosk und die Kunsthalle am Humboldthafen entwickelt haben – das war auch wirklich eine prima Aufgabe “… gegen das architektonische Einerlei!” – Anfang Januar 2009 war in der Mopo zu lesen, dass Wowereit mit seinen Plänen für eine privat finanzierte Kunsthalle gescheitert ist. Keine Investoren wollten die Auflagen erfüllen – hier nachzulesen: http://www.morgenpost.de/berlin/article1012021/Wowereit_scheitert_mit_Kunsthalle_am_Humboldthafen.html

  6. 6
    suse sagt:

    Der Verein Historischer Hafen hat sich mal wieder zu Wort gemeldet, er möchte die Museumsschiffe im Humboldthafen anlegen lassen und hat auch gute Vorschläge zur Herrichtung von Frei- und Grünflächen und eine Anlegestelle. Zu lesen im Tagesspiegel vom 31.8.09: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Humboldthafen-Mitte;art270,2887242

  7. 7

    Ja, die netten Ideen *g*. Da gab es mal das “Kunstschiff Anna” ein alter Frachtkahn, der sich wunderbar für Performances,
    Konzerte u.a. geeignet hat, was ist daraus geworden ? Auch das Theaterschiff Tau vor dem Urbankrankenhaus, mittlerweile wohl eher zum Abwracken geeignet. Konzeptionen zur kulturellen Nutzung von Schiffen sind vorhanden, doch wer finanziert
    und unterstützt das ? Für blahblahblubber bin ich nicht zu haben, dann können wir gleich “Schiffe versenken” bei gameduell spielen.

  8. 8
    Susanne Torka sagt:

    Sehr lesenswert – die Beschreibung der Hafenfeste bei vilmoskörte:
    http://vilmoskoerte.wordpress.com/2009/08/30/hafenfest-in-berlin/

  9. 9

    Da wir bei Schiffen und der Seefahrt sind, hier eine Seite einer doppelten Weltumseglung: http://www.sail2horizons.de

  10. 10
    Susanne Torka sagt:

    In der BVV am 17.9.09 bringen die Grünen einen Antrag für neue öffentliche Grünflächen (statt Kunsthalle) am Humboldthafen ein. Hier ist der Text herunterzuladen:
    http://www.moabitonline.de/wp-content/uploads/2009/09/BVV28-IIIA-Humboldt..pdf

  11. 11
    Jörn Jaath sagt:

    Medien-Info vom 22. September 2009

    Mitte beschließt neue Grün- und Erholungsfläche statt Kunsthalle am Humboldthafen

    Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Berlin Mitte hat in ihrer Sitzung am letzten Donnerstag, den 17.09., mehrheitlich einem Antrag der bündnisgrünen Fraktion gegen die Stimmen der SPD zugestimmt.
    Beschlossen wurde, dass sich das Bezirksamt gegenüber dem Senat dafür einsetzen soll, die Planungen für eine Kunsthalle auf dem ca. 12.000 m² großen Areal am nördlichen Humboldthafen zugunsten einer
    ökologisch wertvollen Grünanlage einzustellen.
    Mit diesem Beschluss spricht sich Mittes BVV nicht grundsätzlich gegen eine staatliche Kunsthalle aus, sondern erkennt vielmehr in der noch unbebauten Fläche am nördlichen Ende des Humboldthafens das hohe Potential für die Erholungsnutzung und für den Arten- und Biotopschutz. Ein Verzicht auf die Kunsthalle an dieser Stelle macht den Weg frei für die Entwicklung eines Trittsteinbiotops im Sinne des
    Countdown 2010 für mehr Biodiversität und Naturschutz in der Stadt.
    In mitten zweier Neubaugebiete mit hoher Verdichtung, im Norden die Heidestraße und im Süden der Humboldthafen, soll so eine Grünoase auf einer der wenigen übrig geblieben Brachen mit Altbaumbestand in der Innenstadt entstehen.
    Für die Kunsthalle gibt es einen anderen geeigneten Standort mit der ehemaligen Blumengroßmarkthalle in Kreuzberg gegenüber dem jüdischen Museum. Eine überparteiliche Initiative macht sich seit längerem für
    diesen Standort stark. Mitte jedenfalls hat sich entschieden. Jetzt steht es für den Senat an, Mittes politischem Willen zu akzeptieren und zu folgen.
    Kontakt:
    Jörn Jaath (Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Verkehr und Lokale Agenda in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin Mitte)
    Tel.: (030) 2 85 78 73 • 01 76 28 08 22 24, Mail: info@jaath-online.de

  12. 12
    quitzow sagt:

    Berlin hat genug Grünanlagen. Woher soll die Stadt leben, wenn weiterhin Harz IV-freundliche Ideale realisiert werden?
    Auf diese Weise bleibt Moabit ein Nest für arbaitsunwilligen Querulanten.
    Ich lebe in Moabit, bin Steuerzahler, und finde diesem Post-existierenden Sozialismus in den Köpfen als verhängnisvoll.

  13. 13
    Hans Richter sagt:

    ich finde eher „Arbeit zu jedem Preis“ verhängnisvoll. Ich finde eher verhängnisvoll, wenn man Banken unterstützt und dann die Kosten nicht zurück fordert. Schlimm ist auch, wenn Extremisten ein Schuldenbeschleunigungsgesetz verabschieden, die Hoteliers aber das eingesparte in die eigene Tasche stecken. Ganz schlimm aber ist ein Vollhorst, der die Diskrepanz zwischen offenen Arbeitsstellen und der Arbeitslosenquote nicht sehen will und Hartz IV-Empfänger als Querulanten beschimpft. Also nimm deinen Ball und geh spielen – aber auf der Autobahn!

  14. 14
    Hans Richter sagt:

    Liebe Redaktion,
    Meinungsfreiheit ist ja gut und schön, aber diese hat m.E. ihre Grenze da, wo eine Bevölkerungsschicht diffamiert wird. Ich hab lange überlegt, ob ich auf den nicht gerade hilfreichen Beitrag von quitzow eingehe, aber es reicht mir jetzt einfach mit der Diffamierung von Hartz IV-Empfängern. Und ich glaube, das geht nicht nur mir so. Vielleicht sollte man sich mal überlegen, ob man solche Beiträge noch veröffentlicht. Wer Hartz IV-Empfänger diffamieren will, kann das ja auf focus.de, welt.de, stern.de, spiegel.de, und wie sie sonst alle heißen, machen.

    Gruß
    Hans

  15. 15
    Hartmut Eschenburg sagt:

    Der Senat hat sich offenbar das Ziel gesetzt, vorhandene Grünflächen oder Flächen für mögliches Grün zugunsten eines “Steinernen Berlin” zu versilbern. Beispiele sind: 1. Die Kleingärten an der Württembergischen Straße (hier könnte man einen Park vom Olivaer Platz bis zum Fehrbelliner Platz anlegen), 2. die Kleingärten zwischen Lehrter Straße und Eisenbahngelände (auch hier wäre ein Park möglich), 3. das Gelände um den Humboldthafen (hier ist fast schon ein Park vorhanden), 4. das ehemalige Eisenbahngelände an der Siemensstraße (wo ein Park geplant war und jetzt der Baustadtrat von Mitte eine 18.000 m² große Industriehalle für einen Gastronomiegroßmarkt durchboxen möchte).

    Es ist bekannt, dass auf Grund des Klimawandels in Berlin die Jahres-Durchschnittstemperatur bis 2050 um 2 °C steigen wird. Dieses bedeutet, dass in den Sommern die Tagestemperaturen mehrere Grad höher liegen können als zur Zeit. Zur Kühlung ist daher jede Grünfläche innerhalb der Stadt notwendig. Auch dieses ist bekannt, nur den Senat scheint es nicht zu interessieren.

    Insofern ist es sehr zu begrüßen, wenn die BVV-Mitte die geplante Bebauung am Humboldthafen zumindest teilweise in Frage stellt. Noch erfreulicher wäre es jedoch, wenn sich die BVV genauso kritisch mit dem an der Siemensstraße geplanten Gastronomiegroßmarkt auseinandersetzen würde, da dieser in jeder Hinsicht viel negativer zu bewerten ist als eine aufgelockerte Wohnbebauung am Humboldthafen.

  16. 16
    Rané sagt:

    Stimme Hans zu, denn der Kommentar zu Hartz IV hat nichts mit der Thematik dieses Threads zu tun. Denke auch, die Entscheidung für Grünflächen ist sinnvoll, da so ein Projekt berlinweit zu beurteilen ist.
    Bin eher für mehr Galerien in Moabit, wir haben ja den Hamburger Bahnhof und die Galerie Nord.

  17. 17
    Florenius sagt:

    Ich habe grundsätzlich überhaupt nichts gegen Grünanlagen, bin sogar in der Umweltbranche tätig und damit eigentlich Pro-Grünanlagen eingestellt. Andererseits muss man aber auch einsehen, dass Berlin nun mal eine Stadt ist und kein naturnahes Dorf. Was ich damit sagen will ist, dass nicht einfach ALLE Freiflächen in Grünanlagen umgewandelt werden können, wie es viele Menschen fordern. Es muss auch die Chance zur (nachhaltigen) Stadtentwicklung gegeben bleiben. Im Umkreis des Hauptbahnhofes kann man sich über den Mangel an Grün nun wirklich nicht beschweren. Direkt gegenüber ist der Spreebogenpark, übergehend über den Platz der Republik bis zum Tiergarten eine riesige Parklandschaft. Auf der anderen Seite befindet sich der Geschichtspark Zellengefängnis und auch auf dem Gebiet der so genannten Europacity (Heidestraße) ist eine große Grünfläche geplant (Döberitzer Grünzug). Der Fritz-Schloss-Park ist ebenfalls fußläufig zu erreichen. Eine Bebauung im Bereich des Humboldthafens ist meiner Meinung nach deshalb eher zu begrüßen. Der Hauptbahnhof steht immer noch total isoliert in der “Pampa”, eine Verbindung zum umliegenden Stadtgebiet fehlt vollkommen. Gerade für Moabit, was durch seine Insellage und die teilweise sehr großen Industrie- und Gewerbegebiete an seinen Rändern sowieso schon sehr isoliert vom übrigen Stadtgebiet ist, sollte hier eher besser mit Mitte verknüpft werden. Grünflächen können eben auch eine trennende Wirkung haben. Eine mehr oder weniger geschlossene Bebauung entlang der Invalidenstraße, eventuell mit Ladenlokalen im Erdgeschoss, würde den Publikumsverkehr (nicht nur den motorisierten, sondern den Fußgängerverkehr!) dort auf jeden Fall stärken. Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall wirken die großen freiflächen um den Hauptbahnhof immer noch wie Barrieren, die beiden Ortsteile Moabit und Mitte sind immer noch getrennt. Dabei wäre für die zukünftige Entwicklung Moabits eine bessere Verknüpfung mit seinem “starken Nachbar” Mitte doch so wichtig!

  18. 18
    Florenius sagt:

    EDIT:
    Im Bereich der Siemensstraße sieht das natürlich wieder ganz andes aus. Nordmoabit ist was Grünflächen angeht ziemlich unterversorgt. Hier wäre ein großer Park entlang der Ringbahn wirklich wünschenswert, da hier auch viel mehr Menschen wohnen als unmittelbar am Hauptbahnhof, die diese Grünfläche nutzen würden. Der geplante Gastronomiegroßmarkt ist dort wirklich eine Schande!

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