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Bebauungsplanentwurf II-201db nördlicher Humboldthafen liegt aus

Vom 31. August bis einschließlich 30. September 2015 liegt der Entwurf des  Bebauungsplans II-201db (nördlicher Humboldthafen)  mit Begründung und Umweltbericht sowie den wesentlichen umweltbezogenen Stellungnahmen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt öffentlich aus.

Was ist geplant?
Auf dem ehemals gewerblich genutzten Hafengebiet des Humboldthafens nördlich der den Humoldthafen überquerenden Bahntrasse soll Planungsrecht für die Entwicklung eines neuen, gemischt genutzten Stadtquartiers mit Wohn- und Bürogebäuden, öffentlichen Straßen und Grünflächen geschaffen werden. An der Ecksituation Invalidenstraße/ Friedrich-List-Ufer wird eine Sondernutzung Kultur und Gesundheit planungsrechtlich gesichert.

Grafik 1. Preis: Visualisierung vom Hafenbecken, © Hadi Teherani Architects

1. Preis: Visualisierung vom Hafenbecken, © Hadi Teherani Architects

Rund 250 Miet- und Eigentumswohnungen mit Blick auf das Kanzleramt und Parlament sowie rd. 7.500 m² Bürofläche und rd. 3.500 m² Einzelhandels- und Gastro­nomie­fläche sollen in den beiden Häusern entstehen, die von der ABG-Unter­nehmens­gruppe aus München und der LIP Ludger Inholte Projekt­ent­wicklung aus Hamburg gemeinsam entwickelt werden. Ein Objekt soll Büro- und Geschäfts­haus mit Laden­flächen von ca. 13.200 m² Brutto­geschoss­fläche und ca. 75 Tief­garagen­stell­plätzen werden. Das Wohn­haus mit Miet- und Eigen­tums­wohnungen hat eine Brutto­geschoss­fläche 23.000 m² BGF und ca. 100 Tief­garagen­stell­plätze. Einen Wettbewerb für die beiden Wohn- und Bürohäuser hatte der Hamburger Architekt Hadi Teherani 2013 gewonnen (Artikel in „Die Welt“ am 27.9.2013).

Grafik 1. Preis: Visualisierung von der Invalidenstraße, © Hadi Teherani Architects

1. Preis: Visualisierung von der Invalidenstraße, © Hadi Teherani Architects

Im Erdgeschoss der Gebäude sind Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Die zum Humboldthafen sowie nach Osten und Westen orientierten Wohnfassaden sollen vom Spiel offener und geschlossener Flächen in Form von Erkern und Balkons leben. Die an der Invalidenstraße gelegenen Bürofassaden gegenüber dem historischen Hamburger Bahnhof sollen mit Klarheit gestaltet werden und die Höhe dieses Baudenkmals mit einem markanten Gebäuderücksprung aufnehmen.
Die Fertigstellung ist für das IV. Quartal 2017 avisiert.

 

Unterlagen zum Bebauungsplanentwurf
(nur während der Auslegungszeit downloadbar)

Bebauungsplanentwurf – Planzeichnung
Begründung

6691_G_Bri_20140718_Stellungnahme Gebäudehöhe_LIP_DH.pdf
6691_G_Rap_01-1_20140711_Humboldthafen_Verschattung_DH_gez.pdf
70477-08-01_wind.pdf
140600_HH_Luftschadstoffgutachten_end.pdf
140623_II-201db_Abstandsflächenplan_aktuell.pdf
140709_II-201db_Abstandsflächen_SO_MKH2_ZechRuth_BSM.pdf
140804_II-201db_Winterlinde_Anlagen.pdf
140804_II-201db_Winterlinde_Gutachten.pdf
140904_II-201db_Verkehrsgutachten-end.pdf
Abschlussbericht-BPlan-Parlaments-Regierungsviertel-Anhang1bis3.pdf
Anhaenge4bis6.pdf
Anhaenge7bis9.pdf
FledermauserfassungHumboldthafen_Okt08.pdf
Liste der Gutachten für Öffentlichkeitsbeteiligung II-201db.docx
Stellungnahme-Lkw-Verkehr-Humboldhafen_Laerm.pdf
Grundstücksverzeichnis

Nähere Auskünfte
Erläuterung der Ziele, Zwecke und Auswirkungen der Planung nach telefonischer Vereinbarung
030 9025-2124 und -2053.
Oder per E-Mail 2-201db@SenStadtUm.Berlin.de

Ort: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Dienstgebäude Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin
Erdgeschoss, links neben der Ausstellungshalle Lichthof (Infopoint)

Zeitraum: 31.08.2015 bis einschließlich 30.09.2015, Montag bis Donnerstag: 10:00 – 18:00 Uhr, Freitag: 10:00 – 17:00 Uhr

Postalische Adresse für Ihre Beteiligung
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Referat II A, StadtUm II A 19
Brückenstraße 6, 1017

Die Informationen zum B-Plan Entwurf, dem Verfahren und ein Onlineformular für Anregungen und Bedenken auf der Website der Senatsverwaltung.

 

Beschluss des Bebauungsplans II-201 db durch das Abgeordnetenhaus am 10.12.2015

Nach Empfehlungen zur Zustimmung des vom Senat beschlossenen Bebauungsplans (Drucksache 17/2632 mit Planunterlagen) durch den Ausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr (2.12.2015) und den Hauptausschuss (9.12.2015) hat das Abgeordnetenhaus Berlin den Bebauungsplan II-201 db am 10.12.2015 beschlossen (PDF Plenarprotokoll).


 

Ursprungsartikel »Der Humboldthafen – ein ZwischenOrt« vom 29.12.2012

Zwischen Moabit und Mitte, zwischen Hauptbahnhof und Charité, das war früher zwischen Ost und West. Hier an der verfallenen Kaimauer über der Wasseroberfläche sitzend, fühlte ich mich unwirklich, entrückt den Geräuschen der betriebsamen Umgebung – gar nicht weit weg, aber dennoch sehr fern. Die Autos auf der Invalidenstraße, die Züge und S-Bahnen auf der Brücke, die Ansagen aus der Bahnhofshalle schienen wie mit Watte gefiltert. Viel näher war das Klatschen der Wellen an der Kaimauer, der Wind im Gebüsch, der Sand in der Luft, auch Insekten summten. Hier konnte man die hektische Welt ein wenig wie von außen betrachten.

Im Mai habe ich mir noch einen Fliederstrauß holen können dort, wo auf einem weiteren ZwischenOrt, dem früheren Hafenplatz, die Sandsation den Sommer über Menschenmassen angezogen hat. Zwischennutzungen für ZwischenOrte sind in der sprichwörtlichen Wüste um den Hauptbahnhof schon viele entstanden. Die Sandsation zog in den letzten 3 Jahre von einem ZwischenOrt zum nächsten. Der erste unterhalb Alt-Moabit ist jetzt in den ULA-Park verwandelt worden. Den zweiten ZwischenOrt belegt seit Monaten das Traumtheater Salomé mit seinen mit goldenen Halbmonden geschmückten Zelten.

Der Humboldthafen – ein ZwischenOrt auch zwischen Gestern und Morgen. Denn wie wird er werden, wenn die Baupläne verwirklicht werden. Eingefasst von Glas und Stein soll ein modernes und bestimmt auch mondänes Hafenquartier entstehen. Das könnte dann an die ursprüngliche Geschäftigkeit des alten Hafens wieder anknüpfen, wenn auch auf ganz andere Art.

Der Hafen wurde 1857 – 1859 nach Plänen von Peter Josef Lenné an der Einmündung des Spandauer Schifffahrtskanals in die Spree angelegt. Die im Sommer schlecht befahrbare Unterspree konnte damit umfahren werden. Die Pläne Lennés und auch Karl Friedrich Schinkels für das neue Stadtviertel, das nach der Verlegung der Königlichen Pulvermühle 1839 nach Spandau entstehen sollte, mussten immer wieder geändert werden. Aus der großzügigen Stadterweiterung mit repräsentativen Bauten an breiten grünen Alleen inspiriert von Pariser Boulevards wurde nichts. Letztendlich prägten Eisenbahn, Gefängnis, Militär und soziale Einrichtungen das Gebiet und Moabit wurde erneut von der Stadt abgeschnürt. Der Hafen hatte direkte Verbindung zu den Güberbahnhöfen des Hamburger und des Lehrter Bahnhofs und zum Neuen Packhof. Er war bis 1945 ein wichtiger Warenumschlagsplatz und Verkehrsknotenpunkt. Es konnten gleichzeitig 15 Schiffe oder 22 Finowkähne abgefertigt werden. Die Ladestraßen aus Granit- und Basaltpflaster, die Kaimauern aus Kalkstein und die Treppenanlagen sind zum großen Teil noch erhalten und lassen die ursprüngliche Funktion erkennen.

Nach dem Mauerbau verlief die Grenze zwischen Ost und West in der Mitte des Wassers. Hier ist das erste Maueropfer zu beklagen: Günter Litfin versuchte am 24. August 1961 schwimmend in den Westen zu gelangen und wurde von Grenzern erschossen. Der Bruder des Toten hat im nahegelegenen ehemaligen Wachturm an der Kieler Straße eine Gedenkstätte eröffnet.

Kürzlich wurden an der Invalidenstraße die Baucontainer der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung abgeräumt, es scheint schon Bauvorbereitungen für die drei massiven Blöcke auf dem nördlichen Hafenplatz zu geben. Und das östliche Ufer ist mit einem Bauzaun abgesperrt und damit auch mein Lieblingsplatz an einer der kleinen zugewachsenen Treppen, die runter ans Wasser führen. Es sieht so aus, als ob die denkmalgerechte Wiederherstellung der alten Kaimauer, die schon für vergangenen Herbst abgekündigt war, begonnen hat. So hört der Humboldthafen bald auf ein ZwischenOrt zu sein.

Die Grundstücke rund um den Hafen gehören dem Land Berlin. Wären sie privat, könnte ich die vorgestellten Planungen vielleicht verstehen. Berlin jedoch sollte statt Hotels, Büros und Gastronomie mit Arkaden bis ans Wasser besser für öffentliche Freiflächen sorgen. Hier bestünde die Chance einen Anlegeplatz einzurichten für Ausflugdampfer und Wassertaxis mit der entsprechenden touristischen Infrasturktur in flachen Gebäuden, die nicht den Blick auf den Hamburger Bahnhof (Museum für Gegenwartskunst) und sein ehemaliges Verwaltungsgebäude (jetzt Sozialgericht) verstellen. Unter den alten Bäumen am sogenannten Schinkelschen Horn könnte ein öffentlicher Park entstehen statt Wohngebäude. Aber das Land Berlin zieht es vor kein Geld auszugeben auf den landeseigenen Grundstücken, sondern Geld einzunehmen für die Vermarktung derselben.

Der Betroffenenrat Lehrter Straße, der Verein für eine billige Prachtstraße und viele Bürger, die bei der öffentlichen Auslegung des Planes Einwändungen abgegeben haben, haben sich bisher vergeblich für mehr öffentliche Freiflächen eingesetzt. Den ersten Preis im 2007 vom Betroffenenrat ausgelobten Wettbewerb hat Andreas Szagun für seine nebenstehende Zeichnung gewonnen.

 

Nachtrag vom 29.10.2012

Bebauungsplan Humboldthafen (südlicher Bereich) liegt aus

Geltungsbereich des B-Plan Entwurfs II-201da, Grafik SenStadt

Geltungsbereich des B-Plan Entwurfs II-201da, Grafik SenStadt

Für den südlichen Teil des Humboldthafens einschließlich des Kanals bis zur Spree findet vom 29. Oktober bis 29. November 2012 die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs „II-201da Humboldthafen / südlicher Bereich“ statt. Das Gebiet ist eine Teilfläche des städtebaulichen Entwicklungsbereichs „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“, die Abgrenzung Bebauungsplans zeigt die nebenstehende Karte. Durch das Bebauungsplanverfahren sollen, auf der Grundlage des städtebaulichen Entwurfes der Architekten O.M.Ungers und Prof. Winkens, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Umbauung des Humboldthafens im südlichen Bereich – an Friedrich-List-Ufer bzw. Alexander-Ufer – geschaffen werden. Der Bebauungsplan setzt kerngebietstypische Nutzungen auf den zwei Baufeldern fest. Darüber hinaus sollen öffentliche Freiflächen entlang der Spree und öffentliche Straßenflächen gesichert werden. Unterhalb des Bahnviadukts in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof ist die Errichtung einer Fahrradstation für den Hauptbahnhof zulässig.

Planausschnitt, Grafik: SenStadt

Planausschnitt, Grafik: SenStadt, B-Plan Download

Die Unterlagen zum Bebauungsplan liegen im genannten Zeitraum aus bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin, Referat II B – Städtebau und Projekte, Dienstgebäude Brückenstraße 6, 10179 Berlin, im vierten Stock, vor Zimmer 4.013; Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi 9.00 – 17.00 Uhr, Do 9.00 – 18.00 Uhr, Fr 9.00 – 15.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung (Frau Ulla Hömberg, Telefon +49 30 9025-2110) auch außerhalb dieser Zeiten. Zusätzlich sind Unterlagen parallel zur Auslegung auf der Website der Senatsverwaltung zur Auslegung des B-Plan-Entwurfs abrufbar.

Während der öffentlichen Auslegung kann jedermann Anregungen und Änderungswünsche zu den Plänen vorbringen. Ein späterer Antrag auf Feststellung der (Teil-) Nichtigkeit des Bebauungsplans in einem Normenkontrollverfahren (§47 Verwaltungsgerichtsordnung) ist in der Regel nur möglich wenn Sie ihre Einwendungen bereits zur öffenlichen Auslegung vorgebracht haben. Sie können sich zu den Plänen auch formlos postalisch oder über die Online Beteiligung der Senatsverwaltung äußern.

Nachträge 2013:
An der südöstlichen Eche des Humboldthafens, dort wo ganz lange eine Tafel für das grünste Bürogebäude geworben hat, wird morgen der erste Spatenstich angesetzt für ein großes Bürogebäude (Berliner Woche). Und wer zieht ein? Die PricewaterhouseCoopers AG. Der Bau ist schon im Vorhinein Gold zertifiziert, wie die Architekten KSP Jürgen Engel Architekten mitteilen (s. BauNetz). Noch nicht gebaut und schon von den Projektentwicklern weiterverkauft (Pressemitteilung OVG).

Anfang September war Grundsteinlegung am Humboldthafen 1, wie die Adresse des o.g. Projektes sein wird. Mittlerweile gibt es eine Webseite für das OVG-Projekt. Auch das Architekturforum beobachtet die Baustelle.

Ende September 2013 wurde ein weiterer Wettbewerb entschieden und zwar zwei von drei Baublöcken, die auf dem Hafenplatz nördlich des Humboldthafens vorgesehen sind. Hier entstehen 250 Wohnungen sowie Büros, Einzelhandel und Gastronomie. Das 35.000 Quadratmeter große Grundstück wurde vom Land Berlin an die Hamburger LIP (Ludger Inholte Projektentwicklung) und die Münchner ABG (Allgemeine Bauträgergesellschaft) für rund 35 Millionen Euro (nach Auskunft der Investoren) verkauft  (s. Artikel Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, Pressemitteilung).

Die neue Uferbefestigung ist nach fünf Jahren Bauzeit fertiggestellt, der Schlussstein wurde gesetzt, aber ein Schiffsanleger ist noch nicht finanziert (Morgenpost, Berliner Woche und Pressemitteilung Senatsverwaltung). Hier eine ausführliche Baubeschreibung.

Ein Gesundheitshaus „Schaufenster Gesundheit“ als PPP (?) am Humboldthafen (Tagesspiegel, Hauptstadtkongress Gesundheit, B.Z.)

Inforadio Oktober 2013: Interview mit Susanne Torka zur Umbauung des Humboldthafens.

Nachtrag 2014:
Berliner Zeitung zum Neubau Humboldthafen Eins, der gerade Richtfest gefeiert hat: im Frühjahr 2015 soll das Gebäude, in das die niederländische OVG 130 Millionen investiert hat, fertig sein. Dort einziehen werden PricewaterhouseCoopers und der Impfstoffhersteller Sanofi Pasteur aus Leimen. Außerdem entstehen Cafes und Läden.

Auch die Berliner Woche schreibt über das „grünste Bürogebäude“.

Die Fassade wird montiert (Architekturforum), hier die z.Zt. letzte Seite.

Nachtrag 2015:
Bürogebäude fertig? Na ja, von außen sieht es noch nicht ganz so aus, aber es ist schon bezogen (Berliner Woche). Zum Ende Juni sollte die Uferpromenade eröffnet werden, da müsste man doch mal nachsehen.

Am Dienstag, den 7. Juli 2015 war die Eröffnung (Tagesspiegel), beim Artikel aus Der Welt ist auch eine Simulation zu sehen, die die weitere geplante Humboldthafenumbauung zeigt.

Berliner Zeitung über das neue Viertel am Humboldthafen. Baubeginn Januar 2016, ob das wohl klappt? Und ein kritischer Kommentar.

Am 24.11.2015 hat der Senat den Entwurf des Bebauungsplans II-201db beschlossen, wie dieser Pressemitteilung zu entnehmen ist. Als nächster Schritt wird der B-Plan Entwurf dem Abgeordnetenhaus Berlin zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Nachtrag 2016:
Nach Empfehlungen zur Zustimmung des vom Senat beschlossenen Bebauungsplans (Drucksache 17/2632 mit Planunterlagen) durch den Ausschuss für Bauen, Wohnen und Verkehr (2.12.2015) und den Hauptausschuss (9.12.2015) hat das Abgeordnetenhaus Berlin den Bebauungsplan II-201 db am 10.12.2015 beschlossen (PDF Plenarprotokoll).

Das Projekt H3 und H4 auf der Seite von nps tchoban voss, ABG und prasch bruken partner architekten.

Anfrage zum Bieterverfahren im Abgeordnetenhaus von Juni 2016.

Die Zentralbibliothek an den Humboldthafen, schlägt der neue (alte) Baustadtrat von Mitte vor (Tagesspiegel). Die Berliner Zeitung schreibt, dass auch der Verkauf der weiteren Grundstücke überdacht werden sollte „um den Hafen offen zu halten“. Das ist doch mal ein guter Vorschlag.

Nachtrag 2017:
Grundsteinlegung für das Großprojekt am Humboldthafen (Tagesspiegel und Berliner Woche).

67 Kommentare auf "Bebauungsplanentwurf II-201db nördlicher Humboldthafen liegt aus"

  1. 1
    Flaneur in Moabit says:

    Mehr oeffentliche Freiflaechen oder nicht – ich glaube das ist nicht die grundlegende Frage. Viel schwerwiegender sind die Folgen, die sich daraus ergeben, dass der Komplex Humboldthafen, Heidestrasse, Hauptbahnhof als neue „Berliner Mitte“ konzipiert und im schlimmsten Fall auch realisiert wird. Fuer mich jedenfalls ist es unvorstellbar, dass es dort dann mehr als „sanitaeres Gruen“ und mehr als atmosphaerisch unbedingt erforderlich ueberkommene Bausubstanz geben wird.

    Das waere dann der Preis dafuer, dass der Verlockung nachgegeben wird, die unuebersichtliche polyzentrische Stadtstruktur Berlins zu ueberwinden. Jedenfalls machte es fuer mich immer den Charme Berlins aus, dass die Inseln urbanen Lebens und Kommerzes oder industrieller Betriebssamkeit durch Uebergangsbereiche getrennt werden, die unter die Rubrik „einfache Wohngegung“ fallen und haeufig ueberdies durch Freiflaechen in Form industrieller Brachen oder stillgelegte Verkehrsflaechen bereichert werden.

    Vielleicht sollten wir einfach mal aufhoeren, aengstlich darauf bedacht zu sein, den Anschluss an die Metropolenentwicklung zu halten und mehr daran denken, in was fuer einer Stadt wir eigentliche leben wollen. Fuer die „neue Berliner Mitte“ habe ich persoenlich mittlerweise jegliche Hoffnung aufgegeben. Ansonsten wird Berlin bestimmt die Stadt bekommen, die es verdient.

  2. 2
    Susanne Torka says:

    Und nun kommt wie schon im Sommer die Kunsthalle und ein Kunstmuseum für den Humboldthafen ins Gespräch, hier der Artikel (mit Kommentaren) aus dem Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Humboldthafen-Mitte;art270,2626355. Doch auch in der Berliner Zeitung und der Morgenpost finden sich Texte. Wowereit war mit einem ganzen Tross von Journalisten auf Bootstour. Vielleicht hat er dabei ja gemerkt, dass man den Hamburger Bahnhof, das hochgelobte Museum für Gegenwartskunst nicht mehr sehen kann vom Wasser aus, wenn erstmal die mehr oder weniger spektakulären Neubauten dort stehen.

  3. 3
    Jürgen says:

    Und da musste erst unser Regierender zusammen mit der Stadtentwicklungssenatorin Böötchen fahren, um festzustellen „Der städtebauliche Entwurf , wie er jetzt vorliegt, wird es hoffentlich nicht sein“ (Wowereit laut Morgenpost), Mal sehen was da bis zum Sommer nächsten Jahres noch alles vermeldet wird. Mit einem Kulturstandort alleine ist es da nicht getan.

  4. 4
    suse says:

    SchülerInnen der Paul-Natorp-Oberschule haben sich im Kunstunterricht mit dem Kunstmuseum am Humboldthafen beschäftigt und Modelle gebaut. Hier im Netz zu finden: http://www.paul-natorp-oberschule.de/faecher/kunst/Humboldthaf-Bauten/S03.html

  5. 5
    Susanne Torka says:

    So schön und fantasievoll die Ideen sind, die SchülerInnen schon 2007 für einen Kiosk und die Kunsthalle am Humboldthafen entwickelt haben – das war auch wirklich eine prima Aufgabe „… gegen das architektonische Einerlei!“ – Anfang Januar 2009 war in der Mopo zu lesen, dass Wowereit mit seinen Plänen für eine privat finanzierte Kunsthalle gescheitert ist. Keine Investoren wollten die Auflagen erfüllen – hier nachzulesen: http://www.morgenpost.de/berlin/article1012021/Wowereit_scheitert_mit_Kunsthalle_am_Humboldthafen.html

  6. 6
    suse says:

    Der Verein Historischer Hafen hat sich mal wieder zu Wort gemeldet, er möchte die Museumsschiffe im Humboldthafen anlegen lassen und hat auch gute Vorschläge zur Herrichtung von Frei- und Grünflächen und eine Anlegestelle. Zu lesen im Tagesspiegel vom 31.8.09: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Humboldthafen-Mitte;art270,2887242

  7. 7

    Ja, die netten Ideen *g*. Da gab es mal das „Kunstschiff Anna“ ein alter Frachtkahn, der sich wunderbar für Performances,
    Konzerte u.a. geeignet hat, was ist daraus geworden ? Auch das Theaterschiff Tau vor dem Urbankrankenhaus, mittlerweile wohl eher zum Abwracken geeignet. Konzeptionen zur kulturellen Nutzung von Schiffen sind vorhanden, doch wer finanziert
    und unterstützt das ? Für blahblahblubber bin ich nicht zu haben, dann können wir gleich „Schiffe versenken“ bei gameduell spielen.

  8. 8
    Susanne Torka says:

    Sehr lesenswert – die Beschreibung der Hafenfeste bei vilmoskörte:
    http://vilmoskoerte.wordpress.com/2009/08/30/hafenfest-in-berlin/

  9. 9

    Da wir bei Schiffen und der Seefahrt sind, hier eine Seite einer doppelten Weltumseglung: http://www.sail2horizons.de

  10. 10
    Susanne Torka says:

    In der BVV am 17.9.09 bringen die Grünen einen Antrag für neue öffentliche Grünflächen (statt Kunsthalle) am Humboldthafen ein. Hier ist der Text herunterzuladen:
    http://www.moabitonline.de/wp-content/uploads/2009/09/BVV28-IIIA-Humboldt..pdf

  11. 11
    Jörn Jaath says:

    Medien-Info vom 22. September 2009

    Mitte beschließt neue Grün- und Erholungsfläche statt Kunsthalle am Humboldthafen

    Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Berlin Mitte hat in ihrer Sitzung am letzten Donnerstag, den 17.09., mehrheitlich einem Antrag der bündnisgrünen Fraktion gegen die Stimmen der SPD zugestimmt.
    Beschlossen wurde, dass sich das Bezirksamt gegenüber dem Senat dafür einsetzen soll, die Planungen für eine Kunsthalle auf dem ca. 12.000 m² großen Areal am nördlichen Humboldthafen zugunsten einer
    ökologisch wertvollen Grünanlage einzustellen.
    Mit diesem Beschluss spricht sich Mittes BVV nicht grundsätzlich gegen eine staatliche Kunsthalle aus, sondern erkennt vielmehr in der noch unbebauten Fläche am nördlichen Ende des Humboldthafens das hohe Potential für die Erholungsnutzung und für den Arten- und Biotopschutz. Ein Verzicht auf die Kunsthalle an dieser Stelle macht den Weg frei für die Entwicklung eines Trittsteinbiotops im Sinne des
    Countdown 2010 für mehr Biodiversität und Naturschutz in der Stadt.
    In mitten zweier Neubaugebiete mit hoher Verdichtung, im Norden die Heidestraße und im Süden der Humboldthafen, soll so eine Grünoase auf einer der wenigen übrig geblieben Brachen mit Altbaumbestand in der Innenstadt entstehen.
    Für die Kunsthalle gibt es einen anderen geeigneten Standort mit der ehemaligen Blumengroßmarkthalle in Kreuzberg gegenüber dem jüdischen Museum. Eine überparteiliche Initiative macht sich seit längerem für
    diesen Standort stark. Mitte jedenfalls hat sich entschieden. Jetzt steht es für den Senat an, Mittes politischem Willen zu akzeptieren und zu folgen.
    Kontakt:
    Jörn Jaath (Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Verkehr und Lokale Agenda in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin Mitte)
    Tel.: (030) 2 85 78 73 • 01 76 28 08 22 24, Mail: info@jaath-online.de

  12. 12
    quitzow says:

    Berlin hat genug Grünanlagen. Woher soll die Stadt leben, wenn weiterhin Harz IV-freundliche Ideale realisiert werden?
    Auf diese Weise bleibt Moabit ein Nest für arbaitsunwilligen Querulanten.
    Ich lebe in Moabit, bin Steuerzahler, und finde diesem Post-existierenden Sozialismus in den Köpfen als verhängnisvoll.

  13. 13
    Hans Richter says:

    ich finde eher „Arbeit zu jedem Preis“ verhängnisvoll. Ich finde eher verhängnisvoll, wenn man Banken unterstützt und dann die Kosten nicht zurück fordert. Schlimm ist auch, wenn Extremisten ein Schuldenbeschleunigungsgesetz verabschieden, die Hoteliers aber das eingesparte in die eigene Tasche stecken. Ganz schlimm aber ist ein Vollhorst, der die Diskrepanz zwischen offenen Arbeitsstellen und der Arbeitslosenquote nicht sehen will und Hartz IV-Empfänger als Querulanten beschimpft. Also nimm deinen Ball und geh spielen – aber auf der Autobahn!

  14. 14
    Hartmut Eschenburg says:

    Der Senat hat sich offenbar das Ziel gesetzt, vorhandene Grünflächen oder Flächen für mögliches Grün zugunsten eines „Steinernen Berlin“ zu versilbern. Beispiele sind: 1. Die Kleingärten an der Württembergischen Straße (hier könnte man einen Park vom Olivaer Platz bis zum Fehrbelliner Platz anlegen), 2. die Kleingärten zwischen Lehrter Straße und Eisenbahngelände (auch hier wäre ein Park möglich), 3. das Gelände um den Humboldthafen (hier ist fast schon ein Park vorhanden), 4. das ehemalige Eisenbahngelände an der Siemensstraße (wo ein Park geplant war und jetzt der Baustadtrat von Mitte eine 18.000 m² große Industriehalle für einen Gastronomiegroßmarkt durchboxen möchte).

    Es ist bekannt, dass auf Grund des Klimawandels in Berlin die Jahres-Durchschnittstemperatur bis 2050 um 2 °C steigen wird. Dieses bedeutet, dass in den Sommern die Tagestemperaturen mehrere Grad höher liegen können als zur Zeit. Zur Kühlung ist daher jede Grünfläche innerhalb der Stadt notwendig. Auch dieses ist bekannt, nur den Senat scheint es nicht zu interessieren.

    Insofern ist es sehr zu begrüßen, wenn die BVV-Mitte die geplante Bebauung am Humboldthafen zumindest teilweise in Frage stellt. Noch erfreulicher wäre es jedoch, wenn sich die BVV genauso kritisch mit dem an der Siemensstraße geplanten Gastronomiegroßmarkt auseinandersetzen würde, da dieser in jeder Hinsicht viel negativer zu bewerten ist als eine aufgelockerte Wohnbebauung am Humboldthafen.

  15. 15
    Hans Richter says:

    Liebe Redaktion,
    Meinungsfreiheit ist ja gut und schön, aber diese hat m.E. ihre Grenze da, wo eine Bevölkerungsschicht diffamiert wird. Ich hab lange überlegt, ob ich auf den nicht gerade hilfreichen Beitrag von quitzow eingehe, aber es reicht mir jetzt einfach mit der Diffamierung von Hartz IV-Empfängern. Und ich glaube, das geht nicht nur mir so. Vielleicht sollte man sich mal überlegen, ob man solche Beiträge noch veröffentlicht. Wer Hartz IV-Empfänger diffamieren will, kann das ja auf focus.de, welt.de, stern.de, spiegel.de, und wie sie sonst alle heißen, machen.

    Gruß
    Hans

  16. 16
    Rané says:

    Stimme Hans zu, denn der Kommentar zu Hartz IV hat nichts mit der Thematik dieses Threads zu tun. Denke auch, die Entscheidung für Grünflächen ist sinnvoll, da so ein Projekt berlinweit zu beurteilen ist.
    Bin eher für mehr Galerien in Moabit, wir haben ja den Hamburger Bahnhof und die Galerie Nord.

  17. 17
    Florenius says:

    Ich habe grundsätzlich überhaupt nichts gegen Grünanlagen, bin sogar in der Umweltbranche tätig und damit eigentlich Pro-Grünanlagen eingestellt. Andererseits muss man aber auch einsehen, dass Berlin nun mal eine Stadt ist und kein naturnahes Dorf. Was ich damit sagen will ist, dass nicht einfach ALLE Freiflächen in Grünanlagen umgewandelt werden können, wie es viele Menschen fordern. Es muss auch die Chance zur (nachhaltigen) Stadtentwicklung gegeben bleiben. Im Umkreis des Hauptbahnhofes kann man sich über den Mangel an Grün nun wirklich nicht beschweren. Direkt gegenüber ist der Spreebogenpark, übergehend über den Platz der Republik bis zum Tiergarten eine riesige Parklandschaft. Auf der anderen Seite befindet sich der Geschichtspark Zellengefängnis und auch auf dem Gebiet der so genannten Europacity (Heidestraße) ist eine große Grünfläche geplant (Döberitzer Grünzug). Der Fritz-Schloss-Park ist ebenfalls fußläufig zu erreichen. Eine Bebauung im Bereich des Humboldthafens ist meiner Meinung nach deshalb eher zu begrüßen. Der Hauptbahnhof steht immer noch total isoliert in der “Pampa”, eine Verbindung zum umliegenden Stadtgebiet fehlt vollkommen. Gerade für Moabit, was durch seine Insellage und die teilweise sehr großen Industrie- und Gewerbegebiete an seinen Rändern sowieso schon sehr isoliert vom übrigen Stadtgebiet ist, sollte hier eher besser mit Mitte verknüpft werden. Grünflächen können eben auch eine trennende Wirkung haben. Eine mehr oder weniger geschlossene Bebauung entlang der Invalidenstraße, eventuell mit Ladenlokalen im Erdgeschoss, würde den Publikumsverkehr (nicht nur den motorisierten, sondern den Fußgängerverkehr!) dort auf jeden Fall stärken. Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall wirken die großen freiflächen um den Hauptbahnhof immer noch wie Barrieren, die beiden Ortsteile Moabit und Mitte sind immer noch getrennt. Dabei wäre für die zukünftige Entwicklung Moabits eine bessere Verknüpfung mit seinem “starken Nachbar” Mitte doch so wichtig!

  18. 18
    Florenius says:

    EDIT:
    Im Bereich der Siemensstraße sieht das natürlich wieder ganz andes aus. Nordmoabit ist was Grünflächen angeht ziemlich unterversorgt. Hier wäre ein großer Park entlang der Ringbahn wirklich wünschenswert, da hier auch viel mehr Menschen wohnen als unmittelbar am Hauptbahnhof, die diese Grünfläche nutzen würden. Der geplante Gastronomiegroßmarkt ist dort wirklich eine Schande!

  19. 19

    Unsere Einwendung zum B-Plan II-201da – eher flapsig als fachlich:

    „Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir sehen die (fast) komplette Umbauung des Humboldthafens sehr kritisch, da hier das Land Berlin die Möglichkeit vergibt eine interessante Freifläche am Wasser zu gestalten. Die Bürogebäude werden das Hafenbecken stark „einquetschen“ in ein steinernes Bett. Das ist sehr schade, denn der Blick, den ja noch das Fenster des Spreebogenparks aufzeigen wollte, wird noch zusätzlich zu der Straßenbrücke verbaut. Die öffentlichen Freiflächen zwischen den beiden neuen Gebäuden und dem Ufer sollten viel großzügiger gestaltet werden und nicht auf einen schmalen Streifen beschränkt. Es sollte vor allen Dingen die Möglichkeit geboten werden, auch ohne Verzehrzwang gemütlich und zwanglos sich am Wasser aufhalten zu können. Mehr Grünbereiche sind vorzusehen. Die ursprüngliche Planung der Umbauung aus den 1990er Jahren war wesentlich filigraner und verträglicher gedacht. Jetzt sind es Baublöcke, die den Hafen umgeben, vorher waren es schmale Riegel mit Durchgängen in den untersten Geschossen. Mehr Grün! Mehr Wasser für alle! Mehr Aufenthaltsqualität ohne Konsumzwang! Mehr Luft und Licht für die Stadt! Keine so starke Verdichtung!
    Mit freundlichen Grüßen
    Betroffenenrat Lehrter Straße“

  20. 20
    H. E. says:

    Auch diese so sehr berechtigte Einwendung von Bürgern wird die Abt. Stadtentwicklung leider mit irgendwelchen fein sauber begründeten aber hohlen Argumenten ebenso wie viele hunderte zuvor bei anderen Bebauungsplänen zurückweisen. Schließlich heißt die Devise Beton, Beton, Beton …

    Gab es hier vor dem Krieg Bauten und wenn ja, welche und wie groß? Ich kann mich nur noch aus den 80-er Jahren an eine Halle auf dem Westufer erinnern, in der ein Künstler sein Atelier hatte und die vor dem Bau des Bahnhofes abgerissen wurde.

  21. 21
    Susanne Torka says:

    H.E.,
    schau mal auf das historische Bild im Artikel, das ist die Situation ca. 1930, da ist die Alsenbrücke schon nicht mehr da!

  22. 22
    H. E. says:

    Also gab es die Halle schon um 1930 mit reichlich freier Fläche drum herum und auf dem Ostufer sieht es nach einer einzigen großen Freifläche aus – evt. für die Verladung von Massengütern?

    Eine historische Begründung für eine Bebauung rund um den gesamten Hafen gibt es also offenbar nicht, und für eine derart massive Bebauung wie in der Zeichnung im Artikel schon gar nicht.

    Bemerkenswert dagegen die zurückhaltende Bebauung im Entwurf des Architekten O. M. Ungers in der Broschüre unter dem Link „Baupläne“.

  23. 23
    Carsten says:

    Kopfkratz: Wieso ist die Bebauung von Ungers zurückhaltend? Von ihm stammt doch erst die Idee der Umbauung des Hafens 1994. Damals noch komplett geschlossen, wenn auch mit etwas weniger Dichte. Und der jetzige städtebauliche Entwurf stammt auch von ihm und seinem Partner Winkens, wenn auch erst nach seinem Tod abgeschlossen.
    Ich muss gestehen, dass ich die Umbauung des Humboldthafens für eine der besseren Ideen halte. Das kann durchaus eine ganz interessante städtebauliche Figur ergeben, wobei ein klein bisschen weniger Dichte der Bebauung im südlichen Bereich vielleicht ein Gewinn gewesen wäre. Dieser Bereich war in der Tat historisch nicht dicht bebaut. Dafür wurde das ehemals dicht bebaute Alsenviertel auf der anderen Flussseite in weiten Teilen zum Park.

  24. 24
    H. E. says:

    Der Entwurf von Ungers für eine zurückhaltende Umbauung des Hafens war der 1. Preis des städtebaulichen Wettbewerbes von 1994. Die Umbauung muss in der Tat nicht so geschlossen sein, aber für den Grundgedanken hat er zu Recht diesen Preis bekommen.

    Wenn sich ein Entwurf danach so radikal ändert wie hier, dann ist das in der Regel auf Auflagen des Bauherrn zurückzuführen, in diesem Fall von Sen Stadt. Und die Gründe für die Anhäufung von Beton auf landeseigenen Grundstücken sind sicher auch Dir bekannt.

  25. 25
    H. E. says:

    Hier ein Zitat aus der Broschüre des Liegenschaftsfonds (oben im Artikel unter „Baupläne“) zum Humboldt-Hafen:

    „Ausgewiesene Grundstücke werden durch den Liegenschaftsfonds Berlin qualifiziert. Für diese Grundstücke wird die Vermarktungsqualität gemeinsam mit den zuständigen Stellen des Landes erhöht.“

    Deutlicher kann man es nicht zugeben, worum es hier geht. Der Senat möchte für diese landeseigenen Grundstücke möglichst viel kassieren und damit die Grundstücke möglichst viel wert sind, müssen die Investoren möglichst viel bauen können.

    Die Gesamtfläche der Baufelder beträgt 22.300 m², das „Gesamtentwicklungspotential“ beträgt über 118.000 m² Bruttogeschoßfläche (BGF). D. h., im Durchschnitt kann jedes Baufeld mehr als fünffach überbaut werden. Daher die abartige große Baumasse mit überall 7 Geschossen.
    Und gerade einmal 22,4 % davon sind für Wohnungsbau vorgesehen.

  26. 26
    H. E. says:

    Und hier für den Humboldt-Hafen die Bewertungskarte zum Stadtklima aus dem „Umweltatlas“ von SenStadt:
    http://fbinter.stadt-berlin.de/fb/index.jsp?loginkey=showAreaSelection&mapId=k04_11_2plan_stadtklima2005@senstadt&areaSelection=address

    Die Humboldt-Hafen-Grundstücke an der Invalidenstraße und das Grundstück links vom Kanal werden in obiger Bewertungskarte 4.11.2 wie folgt bewertet:
    Sehr(auf Wunsch des Kommentators nach Hinweis des Folgekommentators korrigiert, d. Red.) hohe Empfindlichkeit gegenüber Nutzungsintensivierung. Keine weitere Verdichtung. Erhalt aller Freiflächen.“ D. h. also, dass es für das zukünftige Klima in Berlin am besten wäre, wenn nichts gebaut und am besten ein Park angelegt würde.

    Das heißt für mich (nach dem Großmarkt an der Siemensstr., wo die Bewertung noch krasser war) erneut, dass der Senat mit seinen Bauplänen am Humboldt-Hafen gegen die Planungsempfehlungen einer Studie und eines Planwerkes verstößt, das er selbst in Auftrag gegeben hat und mit vielen Millionen EURO Steuermitteln bezahlt hat.

  27. 27
    vilmoskörte says:

    Die Bewertung mit „(Sehr) hohe Empfindlichkeit gegenüber Nutzungsintensivierung. Keine weitere Verdichtung. Erhalt aller Freiflächen.” gilt gemäß dieser Karte für so gut wie das gesamte Innenstadtgebiet von Berlin. In der Karte eingefärbt: orange = klimatisch weniger günstig oder violett = klimatisch ungünstig.

    Das Gebiet direkt rund um den Humboldthafen ist übrigens orange eingefärbt („Hohe Empfindlichkeit …“) und nicht violett („Sehr hohe Empfindlichkeit …), wie du hier versehentlich behauptest. Allerdings ist das Gebiet der zukünftigen Europacity schön violett …

  28. 28
    H. E. says:

    Hier der Link zum „Planwerk Innenstadt“ von SenStadt von 1999 mit der damals aktuellen Planung für den Humboldt-Hafen:

    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/planwerke/pix/innere_stadt/planwerk_innenstadt_1999/planwerk_innenstadt_19990518.jpg

    Die dargestellt Form der Bebauung geht auf den Wettbewerbs-Entwurf von O. M. Ungers von 1994 zurück. Man sieht sehr schön, welche zurückhaltende Bebauung und welche großen Freiflächen SenStadt selbst 1999 für erforderlich gehalten hat, um diesem Areal gerecht zu werden.
    Diese Erkenntnis scheint angehalten zu haben, bis ca. 2007 im Senat die Gier nach Geld durchgekommen sein muss und daraufhin zwei andere Büros mit den entsprechenden Vorgaben im Januar 2008 das gesamte Areal so zugeplant haben, wie es oben im Artikel in der Zeichnung dargestellt ist und wie es in der Liegenschaftsfonds-Broschüre noch deutlicher wird – die man mit dem Link „Baupläne“ im obigen Artikel aufrufen kann.

    So ganz am Rande noch: Die größten Flächen der öffentlichen Uferpromenade befinden sich unter der Eisenbahnbrücke (s. den Bebauungsplan im obigen Artikel).

  29. 29
    H. E. says:

    Nachtrag:
    Der direkte Link zur Verkaufsbroschüre des Liegenschaftsfonds lautet:
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/dateien/Humboldthafen/humboldthafen_neu_Lieg-brosch.pdf

  30. 30
    H. E. says:

    In der letzten Woche war im Tagesspiegel der Artikel

    „Parlament bestimmt Liegenschaftspolitik“
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/nussbaums-freiheiten-beschnitten-parlament-soll-liegenschaftspolitik-bestimmen/7482658.html

    Offenbar hat man im Senat erkannt, dass es falsch ist, für landeseigene Grundstücke den Preis in die Höhe zu treiben, indem man ein möglichst großes Bauvolumen und vor allem möglichst viel gewerbliche Nutzung genehmigt. Es scheint ein Pradigmenwechsel im Sinne von „Gestaltung statt Maximierung von Einnahmen“ stattzufinden.

    Diese Maximierung der Einnahmen des Landes ist m. E. der einzige Grund für die geplante Betonwüste rund um den Humboldthafen. Noch ist kein Bebauungsplan von der BVV beschlossen, noch könnte man die Bremse ziehen und erreichen, dass hier eine sozialere und umweltverträglichere Umgebung entsteht.

    Ich hoffe, dass die Oppositionsfraktionen in der BVV Mitte alles tun werden, um einen Beschluss dieses Bebauungsplanes durch CDU und SPD zu verhindern.

  31. 31
    H. E. says:

    Wenn man
    http://www.detail.de/daily/ksp-gewinnen-wettbewerb-fuer-humboldthafen-in-berlin-2103/

    aufruft, bekommt man eine Vorstellung, was hier entstehen soll. Man sieht den 1. Preis eines Wettbewerbes für das östliche Ufer zwischen den beiden Brücken. Das Haus ist offenbar als reiner Bürobau mit ca. 30.000 m² Geschossfläche inkl. Gastronomie im EG und mit bis zu 8 Geschossen geplant. Vor dem Gebäude gibt es kein Grün und die 3 Bäume links stehen so gut wie unter der Bahnbrücke.

    Statt im EG Läden und Gastronomie mit Bäumen davor, im 1. OG Büros und darüber in 2 oder drei Geschossen Wohnungen zu bauen, befürworten Bezirk und SenStadt schon wieder eine monofunktionale Kiste. Von wünschenswerter Durchmischung im Sinne einer sozialen und lebendigen Stadt keine Spur. Nach Büroschluß wird hier tote Hose sein und der Wind den Müll im Kreis drehen. Ephraim Gothe und Regula Luscher sei Dank, sie waren in der Jury.

    Ob die Visualisierung korrekt ist, habe ich so meine Zweifel. M. E. ist die Wasserfläche zu breit dargestellt, wodurch das Gebäude weiter weg zu stehen scheint und lange nicht so hoch und so gewaltig wirkt, wie es nachher in Wirklichkeit ist.

    Weiß jemand, ob SenStadt oder Mitte eine Gestaltungssatzung für die gesamte Hafenbebauung erarbeitet und beschlossen haben?

  32. 32
    H. E. says:

    Bild 9 von http://www.berliner-zeitung.de/berlin,10809148,21078824.html zeigt den Humboldthafen im Stadtmodell von SenStadt mit den Gebäuden entsprechend dem Entwurf von O. M. Ungers von 1994. Schon dieses ist viel Beton an dieser Stelle, aber heute will der Senat mit fast dem doppelten Bauvolumen fast alle Freiflächen zubauen. Und das, nur um für die Grundstücke mehr Geld zu bekommen.

    Ohne die Gebäudebrücke über den Kanal entspricht dieses Modell der im Planwerk Innenstadt 1999 von SenStadt für gut befundenen Bebauung. Dieses hatte Bestand bis ca. 2006/2008.

    Bemerkenswert auch der Hochhauspenis direkt neben dem Bahnhof, der Moabit noch mehr Verkehrschaos, noch mehr Umweltverschmutzung und dem Hafen gerade nachmittags und abends eine schöne Verschattung bescheren wird.

    Gibt es ein Modell von der aktuell am Humboldthafen geplanten Bebauung? Wenn nicht, sollten alle Fraktionen der BVV noch vor der Abstimmung über den B’plan ein Modell im M 1:500 verlangen, da Modelle in der Regel die Gebäudehöhen und Volumina besser zeigen als irgendwelche Pläne oder als irgendwelche eh meistens getürkten Visualisierungen.

  33. 33
    Susanne Torka says:

    So kommt man direkt zu dem Modell der Planung von 1994 um den Humboldthafen:
    http://img545.imageshack.us/img545/5887/bahnhofsplatz.jpg

  34. 34
    Carsten says:

    @ 30-33: Es handelt sich um einen B-Plan des Senats, weshalb die BVV den B-Plan gar nicht formell beschließt, sondern das Abgeordnetenhaus. Eine aktuelle Fassung der städtebaulichen Struktur am Humboldthafen findet sich im 1:500 Modell von SenStadt. Dass es überhaupt zu einem Architekturwettbewerb kam, ist m.W. wohl maßgeblich dem Engagement des ex-Baustadtrats zu verdanken. Ein Wohnanteil wäre schön. Das ist aber schlicht durch das verkürzte Bahnhofsdach bei Erfüllung der Lärmschutznormen kaum oder nur mit so großem Aufwand realisierbar, dass man ihn hier nicht rechtssicher festschreiben könnte. Eine Gestaltungssatzung (bzw. in Berlin: Verordnung) gibt es nicht – aber einige wenige Gestaltungsvorgaben im B-Plan (über Landesbaurecht. Ausschluss von Glasfassaden etc.). Mehr war in Berlin leider eh nie durchsetzbar von den wenigen Personen in der Verwaltung und Wissenschaft, die das wollten gegen die beharrende Macht der restlichen Verwaltung und insbesondere der Investoren/Architekten, die immer so schön bei jeder amtlichen Vorgabe die einschlägigen „Pusemuckel“-Artikel in den Tageszeitungen lancieren konnten. Die bauliche Dichte mag hier auch m.E. etwas zu hoch sein. Direkt am Hauptbahnhof kann man das aber gerade noch vertreten. Bedauerlicher finde ich die fehlende Kleinteiligkeit und Nutzungsmischung (immer hin mit etwas Gastronomie und Läden ist ja zu rechnen). Da hier die Messen weitgehend gelesen sind, wird man in dieser Frage wohl eher auf den Bereich Heidestraße das Augenmerk richtigen müssen. Die vielen Ambitionen der 1990er Jahre, Bauflächen wieder kleinteilig zu parzellieren und einzeln zu bebauen sind letztlich ja bislang fast nur am Friedrichswerder erfolgreich gewesen (und da auch nur für einen einigen Luxuswohnungsbereich). Aber das Thema bleibt für alle großen Entwicklungsgebiete enorm wichtig.

  35. 35
    H. E. says:

    Wie primitiv ausgerechnet die schönsten Grundstücke an der großen Fläche des Humboldthafens zugebaut werden sollen, ist auch auf dem Foto unter diesem Link zu sehen:
    http://stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtplanerische_konzepte/heidestrasse/

    Aber vielleicht gibt es ja noch Hoffnung, da ja nun auch SenStadt das Thema Wohnungsbau entdeckt hat. Bin gespannt, was der neue Stadtentwicklungsplan Wohnen dazu sagt, der am 04. März vorgestellt werden soll.

  36. 36
    H. E. says:

    Fortsetzung:

    Und wenn man
    http://stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtplanerische_konzepte/heidestrasse/downloads/100302_Brosch_Heide_webdruck_deutsch.pdf
    aufruft und bis zum Bild nach der Seite 9 rollt, dann sieht man in voller Schönheit, was SenStadt an dieser Stelle unter gutem Städtebau versteht.

  37. 37
    vilmoskörte says:

    Amüsant finde ich die völlige Ahnungslosigkeit der Stadtplaner und Architekten, die immer wieder aufs Neue in ihren Bildchen Sportboote auf dem Wasser einzeichnen. Der Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal ist für Sportboote gesperrt, das müsste sich doch mittlerweile in den Amtsstuben und Architekturbüros rumgesprochen haben.

  38. 38
    Jürgen says:

    Über eine besonders einfallsreiche Visualisierung mit Leben auf dem Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal, diesmal aber ohne Sportboote, kann man beim 2. Preis für den Bau eines Büro-, Wohn- und Galeriegebäudes am „Kunst-Campus“, ein geplantes Gebäude direkt nördlich der jetzigen „Halle am Wasser“ amüsieren. Der Visualisier Jens Gehrcken hat bei der Visualisierung des Entwurfs von Baumschlager Eberle Schlittschuhläufer auf dem Kanal eingezeichnet, so als ob nicht im Winter notfalls Eisbrecher den Kanal – solange es die Eisbrecher schaffen – freihalten würden. Schließlich läuft die Hauptversorgung des Kraftwerks Moabit per Schiff, der Bahnanschluss dient als zusätzliche und Notversorgungsmöglichkeit.

  39. 39
    H. E. says:

    Habe mir gerade noch einmal das Foto aus dem Link von Nr. 36 angesehen.
    Entweder ist dem Visualisierer total der Maßstab mißlungen oder diejenigen, die die Baumassen rund um den Hafen festgelegt haben, haben zu wenig an guten Städtebau und/oder zu viel an Geld gedacht. Man betrachte mal das Bauvolumen und die Gebäudehöhen im Verhältnis zum Volumen und zur Höhe des Hauptbahnhofs und vor allem des Hamburger Bahnhofs. Volumen und Höhe sind m. E. völlig überdimensioniert.

    Außerdem ist mir ein Rätsel, warum in der Nordost-Ecke des Hafenareals in keiner Weise thematisch auf den Hof bzw. Park vom Hamburger Bahnhof geantwortet wird. Statt einer Sichtachse (Frau Lüscher ist doch sonst so dafür) oder Grünachse steht auch hier wieder nur einfältiger Beton.

    Und das Hochhaus rechts hinter dem Hauptbahnhof hat man wohl vorsichtshalber schon in der Visualisierung transparent dargestellt, weil es sonst mit seiner Masse die gesamte Umgebung erschlagen und verschatten würde.

  40. 40
    H. E. says:

    Auf verschiedenen Bildern aus dem Link von Kommentar Nr. 36 kann man sehr gut sehen, wie man vor bald 100 Jahren behutsam Stadt geschaffen hat, indem man Sicht- und Grünachsen bewußt geplant und nicht mit Gebäuden zugestellt hat.

    Auf dem alten Stadtplan unter Seite 5 und auf dem alten Luftfoto von ca. 1929 unter Seite 7 sieht man sehr gut, wie man den Park vor dem Hamburger Bahnhof auf der anderen Seite der Invalidenstraße zum Humboldthafen hin fortgesetzt hat und damit eine Verbindung zum Hafen geschaffen hat.
    Und selbst auf der neueren Luftaufnahme unter Seite 7 kann man noch erkennen, wie menschlich und auch stadtklimatisch sinnvoll die städtebauliche Situation dort einmal war. Man kam durch die Invalidenstraße und hatte plötzlich mitten in der Stadt einen Blick auf Blumen, Büsche, Bäume und aufs Wasser. Und in Zukunft? Beton!

    Heute ist im Tagesspiegel der Artikel „Von Tisch zu Tisch“, Untertitel „Ob Wasser, Energie oder S-Bahn: Immer mehr Berliner wollen die großen Felder nicht der Politik überlassen und selbst mitreden“. Und das ist auch gut so, denn SenStadt oder das BA Mitte schaffen es nicht einmal, so etwas kleines wie einen Großmarkt oder Schultheiss oder eben eine Bebauung am Humboldthafen bürgerfreundlich zu gestalten.

  41. 41
    Susanne Torka says:

    An der südöstlichen Eche des Humboldthafens, dort wo ganz lange eine Tafel für das grünste Bürogebäude geworben hat, wird morgen der erste Spatenstich angesetzt für ein großes Bürogebäude. Und wer zieht ein? Die PricewaterhouseCoopers AG.
    http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-mitte/artikel/13946-beraterfirma-wird-mieter-im-neuen-bueropalast/

  42. 42
  43. 43

    […] Der Humboldthafen neben dem Hauptbahnhof. Auch hier verlief die ehemalige Grenze, der Todesstreifen (für das erste Opfer, das an der Mauer starb, gibt es auf der Sandkrugbrücke eine Gedenktafel). Demnächst entsteht hier, was im aktuellen städtebaulichen Diskurs wohl als Luxusbau bezeichnet würde: Ein “Büropalast” von fragwürdiger architektonischer Qualität, in dessen Erdgeschoss Gastronomie und Geschäfte einziehen. Eine angesagte Strandbar musste dafür weichen, und auch die übrigen Freiflächen rund um Hafen sind eine einzige Baustelle. Historie, Freiräume, Gentrifizierung – bis auf das Fehlen einer bemalten Mauergalerie (die jedoch gar nicht Kern der Debatte ist) könnten alle Kreuzberger Protest-Argumente auch hier zutreffen. Was diesen Platz von der East Side Gallery bzw. dem Mediaspree-Gebiet jedoch unterscheidet, ist, je nach Ansicht, wohl die fehlende Mischung aus Prominenz, Szenelobby und Nimbytum, oder die angesichts der hier stattfindenden Entwicklung notwendige Portion kritisches Bewusstsein und Engagement. […]

  44. 44
    Jens G. says:

    @Jürgen
    „Über eine besonders einfallsreiche Visualisierung mit Leben auf dem Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal, diesmal aber ohne Sportboote, kann man beim 2. Preis für den Bau eines Büro-, Wohn- und Galeriegebäudes am “Kunst-Campus”, ein geplantes Gebäude direkt nördlich der jetzigen “Halle am Wasser” amüsieren.“

    Ich kann Ihnen versichern, dass mir die Diskrepanz des Kanals zur dargestellten Nutzung durchaus bewusst ist.
    Manchmal kommt es aber darauf nicht an – wie heißt es so schön „Der Kunde ist König“.

  45. 45
    Susanne Torka says:

    Nun geht’s ran an den Hafenplatz: tatsächlich 60% Wohnen (250 Whg) immerhin, aber man weiß schon, was für Wohnungen das sein werden, nicht die, die in Berlin dringend gebraucht werden. Da hätte das Land Berlin beim Verkauf des Grundstücks auch andere Vorgaben machen können, als lediglich einen Architekturwettbewerb zu verlangen. Hier der Artikel in der Berliner Morgenpost:
    http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article120477788/Am-Humboldthafen-entstehen-250-Wohnungen-direkt-am-Wasser.html
    und in der rbb-Abendschau (noch ein paar Tage zu sehen):
    http://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20130927_1930/plan-humboldthafen.html

    Nicht weit weg entstehen noch mehr Luxusobjekte, z.B.:
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/chausseestrasse–the-garden–neue-wohnungen-am-einstigen-grenzuebergang,10809148,24492034.html

  46. 46
    Thomas Koch says:

    Hallo Susanne, wichtig finde ich den städtebaulichen Aspekt (zu dem natürlich auch der Wohnanteil gehört):

    „Um die Urbanität im Viertel zu stärken, sind im Erdgeschoss Geschäfte und Restaurants geplant. An der denkmalgeschützten Uferkante, die bereits saniert wurde, sollen auch Cafés entstehen. Außerdem hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Uferbereich Wert darauf gelegt, dass die neuen Gebäude einen Arkadengang haben. Der Uferbereich wie auch die Wege und Plätze zwischen den neuen Gebäuden werden öffentlich zugänglich sein.“

  47. 47
    Susanne Torka says:

    Ja, das stimmt! Immerhin öffentlicher Zugang zum Wasser! und an dieser Stelle sogar ein bisschen breiter, als an den anderen Baufeldern rund um den Humboldthafen. Aber viel Fläche für nicht kommerzielle Nutzung ist leider insgesamt doch sehr wenig.
    Hätte doch vielleicht mehr sein können.

  48. 48
    H. E. says:

    Den Arkadengang haben die Ämter möglicherweise nur gefordert, damit es weniger auffällt, wie wenig Freifläche auf der Wasserseite übrigbleibt. Und dann wird das BA wahrscheinlich auch noch genehmigen, dass er vom Gewerbe zugestellt wird.

    Zitat aus der Abendschau: „Sozialverträgliche Mieten sind im Kaufvertrag nicht vorgesehen.“ Wenn das stimmen sollte, hat m. E. auch hier wieder die Politik versagt.

    Wenn man in dem im Kommentar Nr. 36 genannten Link auf die Seite 13 geht, sieht man m. E., dass das in der Visualisierung dargestellte Portal des Hamburger Bahnhofes mitnichten in der Achse der Freifläche zu sehen sein dürfte. Ob das in der Senatsabteilung für Stadtentwicklung und im BA schon jemand bemerkt und bemängelt hat? Offenbar nicht, sonst könnte man ja wohl erwarten, dass es so nicht veröffentlicht wird.

    Insgesamt: M. E. hat man in SenStadt und der Politik nicht begriffen, welch ein Juwel dieses innerstädtische Areal für die Bewohner Berlins und Moabits und für die Touristen auf Dauer sein könnte. Dabei hat es O. M. Ungers in seinem Wettbewerbsbeitrag (1. Preis) deutlich gezeigt.

  49. 49
  50. 50
    H. E. says:

    So sieht das aus der Luft aus (auch oben im Artikel zu sehen):
    http://www.moabitonline.de/610/humboldthafen_plan

    In meinen Augen in stadtplanerischer und städtebaulicher Hinsicht eine einzige Katastrophe. Ich glaube, Alexander von Humboldt als Namensgeber für den Hafen und Peter Lenné als Schöpfer der früheren Parkanlage zwischen Invalidenstraße und Wasserfläche, die im Zusammenhang mit dem Vorplatz vom Hamburger Bahnhof zu sehen war, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen könnten, welch banale Betonwüste Sen Stadt aus diesem innerstädtischen Juwel macht.

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