So können Sie mitmachen!

„Schultheiss“ Bebauungsplan liegt (erneut) aus

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan 1-43VE für die Grundstücke der Perleberger Straße 42, Turmstraße 25-26 und Stromstraße 11-17 im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit (Schultheissgelände), liegt in der Zeit vom 16. Mai 2011 bis einschließlich 27. Mai 2011 erneut öffentlich aus.

Im Rahmen dieser erneuten öffentlichen Auslegung findet eine öffentliche Informationsveranstaltung zu den beabsichtigten Änderungen gegenüber der letzten Änderung statt am
Montag, 23. Mai 2011 um 19:30 Uhr,
Rathaus Tiergarten, ehemaliger BVV-Saal (1. Etage) Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin

Die Unterlagen zum Bebauungsplanentwurf  sind während der Auslegungszeit auf der Website des Bezirksamts zur Bauleitplanung verlinkt, bereit stehen dort Presseanzeige (PDF, 0,5 MB), Vorhabenbezogener Bebauungsplan 1-43VE (PDF, 1,8 MB), Begründung 1-43VE (PDF, 0,64 MB) und eine Visualisierung der Projektplanung 1-43VE (PDF, 3,1 MB).

Ausgelegt sind die Unterlagen in Papierform noch bis zum 27. Mai 2011 während der Dienststunden Montag bis Mittwoch von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Donnerstag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung auch außerhalb der Sprechzeiten beim Bezirksamt Mitte von Berlin, Abt. Stadtentwicklung, Amt für Planen und Genehmigen, Fachbereich Stadtplanung, Müllerstr. 146/147 (Altbau), 13353 Berlin, 1.Etage, Zimmer 169, Telefon 9018- 45873.

Sie können Ihre Stellungnahme zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan 1-43VE (nur zu den Änderungen können Stellungnahmen abgegeben werden) während der oben genannten Auslegungszeit formlos postalisch an die angegebene Adresse oder über dieses Onlineformular des Bezirksamts abgeben.

Am 25. Mai 2011 wird sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung erneut mit der Schultheiss-Planung befassen. In dieser Sitzung wird in einem weiteren Tagesordnungspunkt ebenfalls Planungen zum Hertie Gelände vorgestellt werden. Link zu Tagesordnung hier. Der Stadtentwicklungsausschuss findet im Otto-Suhr-Saal, dem BVV-Saal im Neuen Stadthaus, Parochialstraße 3, 10179 Berlin statt. Sitzungsbeginn ist um 17:30 Uhr, jedoch stehen zunächst 2 nicht-öffentliche Punkte auf der Tagesordnung. Geschätzter Beginn der zu den genannten Themen ab ca 18:30 Uhr (siehe Kommentar 84). Hier das Protokoll vom 25.5. im Informationssystem der BVV Mitte, auch das Protokoll vom 22.6.11 und vom 31.8.11.

Der Artikel zur Informationsveranstaltung Schultheiss vom März 2011 mit Links zu Einwendungen von einzelnen Bürgern bei der ersten Offenlegung des B-Plans ist hier zu finden.

Herr Nake hat eine Zusammenstellung erarbeitet über die Änderungen zum B-Plan sowie seine Kritik daran, die hier herunterzuladen ist.

Nachtrag:
Hier ein neuer Artikel, der Beiträge eines Eigentümers aus der Lübecker Straße, von Mietern, Einwändungen von Bürgern, sowie die Stellungnahme der Stadtteilvertretung Turmstraße dokumentiert.

 


Ursprünglicher Artikel vom 07.02.2011

Mitte 2006 beantragte die „Stromstraße 11-17 GmbH & Co. Entwicklungs KG“ der „HLG Projektmanagement“ aus Münster beim Bezirksamtsamt Mitte die Aufstellung eines Vorhabenbezogenen Bebauungs­planes, der die rechtlichen Grundlagen schaffen soll, auf dem Areal der ehemaligen Schultheiss-Brauerei an der Stromstraße zwischen Turm- und Perleberger Straße ein Einkaufszentrum mit ergänzenden Nutzungen zu errichten. Mehrere der alten Gebäude, auch unter Denkmalschutz stehende, sollten hierfür abgerissen werden. Seit Bekanntwerden der Planungen Ende 2006 wurde das Projekt in Politik kontrovers diskutiert. Partner der HLG zur Finanzierung des Vorhabens ist die IKB Bank. Beide haben u.a. auch das Einkaufszentrum am „Tempelhofer Hafen“ betrieben. Die beiden Gesellschaften stellten beim Turmstraßenfest 2007 gemeinsam ihre Pläne für das Schultheiss-Areal erstmals der breiten Öffentlichkeit vor. Als vorgesehene „Ankermieter“ wurden Kaufland und C&A genannt.

Lange wurde zwischen den Projektentwicklern, Bezirksamt und Landesdenkmalamt um den Erhalt bestimmter unter Denkmalschutz stehender Gebäude gestritten, die u.a. wegen eines vorgesehenen Parkhauses abgerissen werden sollte. Durch das ursprüngliche Konzept der HLG würden mehr als 50 Prozent der gewachsenen Strukturen verloren gehen, kritisierten die Denkmalschützer. Schließlich stellte ein weiterer interessierter Investor 2007 vor dem BVV Stadtentwicklungsausschuss eine alternative Planung vor, die weitaus behutsamer mit dem Denkmalschutz umging und auch eine geringere Bebauungsdichte vorsah. Doch mitten in die Vorstellung der Pläne platzte die Nachricht, dass die HLG Projektmanagement ihre Kaufoption genutzt, das Grundstück der ehemaligen Schultheiss-Brauerei gekauft und damit den Konkurrenten ausgebootet hatte. Im April 2008 schließlich fand die sogenannte „frühzeitige Bürgerbeteiligung“ zum Entwurf des Bebauungsplans für das Vorhaben statt.

Im September 2008 einigten sich Denkmalschützer und Bezirk mit der HLG auf einen Kompromiss. Die meisten der Denkmal geschützten Gebäude bleiben erhalten, allerdings soll eins der den Denkmalschützern am Herzen liegenden Gebäude doch abgerissen. Dafür verzichtete die HLG auf die Überdachung der alten Ladestraße. Und ein Teil der vorgesehen Parkplätze wird in eine Tiefgarage unter einem Neubau an der Turmstraße verlagert. Schon für das Frühjahr 2009 hatte HLG Geschäftsführer Christian Diesen den Beginn der Baumaßnahmen angekündigt. Doch in die hochfliegenden Pläne platzte nicht zuletzt die Finanzkrise, denn die IKB Bank war die erste deutsche Bank, die aufgrund der Finanzkrise ins Straucheln geriet. Und so war dann auch lange nichts konkretes mehr über das Vorhaben zu hören, die Auslegung des Bebauungsplans wurde hinausgeschoben, weil der Investor noch keinen neuen realistischen Zeitpunkt für den Beginn der Um- und Neubauvorhaben absehen konnte, erklärte Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe noch im Sommer letzten Jahres.

Doch jetzt ist es soweit: Vom 7.2. bis 7.3.2011 liegt der neue Entwurf des Vorhabenbezogenen Bebau­ungs­planes 1-43VE für die Grundstücke der Perleberger Straße 42, Turmstraße 25-26 und Stromstraße 11-17 im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit (Schultheissgelände) gemäß § 3 Abs. 2 BauGB öffentlich aus. Folgende Unterlagen sind auf den Seiten des Stadtplanungsamts verlinkt:

Presseanzeige

Vorhabenbezogener Bebauungsplan 1-43VE

Projektplan 1-43VE

Begründung 1-43VE

Wer sich dafür interessiert, welche Stellungnahmen zum Vorhaben die „Behördenbeteiligung“ ergeben hat, kann das Dokument, dass im Januar die Bezirksverordneten dazu erhielten, hier herunterladen.

Sie können Ihre Stellungnahme zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan 1-43VE während der oben genannten Auslegungszeit formlos postalisch an die rechts unter Kontakt angegebene Adresse oder über dieses Onlineformular des Bezirksamts Mitte abgeben.

Wer die Unterlagen beim Stadtplanungsamt einsehen und bei Mitarbeitern nachfragen will, kann dies natürlich auch tun. Der B-Plan Entwurf  wird Montag bis Mittwoch von 8 bis 16 Uhr, Donnerstag von 9 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 14 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung im Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung, Amt für Planen und Genehmigen – Fachbereich Stadtplanung -, Zimmer 169, 1. Etage, Müllerstraße 146/147 (Altbau), 13353 Berlin, Telefon: 9018 45873, bereitgehalten.

Verschiedene bei stadt.plan.moabit bzw. stadt.plan.mitte veröffentlichte Artikel sind hier dokumentiert.

Nachtrag vom 22.2.2011:
Aufgrund der Kritik zur Auslegung des B-Plans nur beim Stadtplanungsamt im Rathaus Wedding hat das Bezirksamt zusätzlich den Plan im Bürgeramt vom Rathaus Tiergarten ausgehangen. Dort ist auch ein extra erstellter A3-Flyer erhältlich, den MoabitOnline hier zum Download bereitstellt.

Nachtrag vom 14.3.2011:
Heute Abend wurde bei der Veranstaltung des Aktiven Stadtzentrums Turmstraße zur Neuwahl der Stadtteilvertretung Turmstraße bekannt gegeben, dass nunmehr am 29. März, 18 Uhr (vormals 19 Uhr) eine Informationsveranstaltung im BVV-Saal des Rathauses Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1, zu den Planungen auf dem Schultheiss-Areal stattfinden wird.

Artikel der SPD Alt-Moabit zur B-Planauslegung Schultheiss.

Der Artikel zur Informationsveranstaltung Schultheiss vom März 2011 mit Links zu Einwendungen von einzelnen Bürgern ist hier zu finden.

Stellungnahmen von Bürger/innen aus der Lübecker Straße und von der Stadtteilvertretung Turmstraße vom Mai 2011 sind in dieser Dokumentation zu finden.

Nachtrag vom 15.6.2011:
Am Mittwoch, 22. Juni 2011 steht der Bebauungsplanentwurf für das “Schultheissgelände” auf der Tagesordnung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Sanieren, Bauen und Bebauungspläne (TOP Ö7.2), einen Tag später, am 23. Juni 2011 ist der Plan dann zur Beschlussfassung durch die Bezirksverordnetenversammlung Mitte auf die Tagesordnung der BVV gesetzt (TOP Ö9.5). Dort sind unter dem Link auf die Drucksache 2163/III auch alle Unterlagen zum Bebauungsplan verlinkt, darunter auch der Durchführungsvertrag zum B-Plan (Anlage 9).

Nachtrag vom 15.7.2011:
Die Entscheidung ist auf Herbst vertagt, hier der Artikel in der Berliner Woche vom 29.6.11: Eine Parkebene weniger.

Nachtrag vom 23.9.2011:
Die BVV hat am 15. September dem B-Plan zugestimmt. Artikel in der Berliner Woche vom 21.9.2011.

 

weitere Nachträge:

Artikel in der Berliner Zeitung vom 26.9.2011 und einige Fragen von Knuth Pankrath zu diesem Artikel. Die Immobilien-Zeitung berichtet über Baubeginn im 3. Quartal 2012 und Eröffnung im Herbst 2014. Eine ausführlichere Version dieses Artikels, die auch das Hertie-Gelände mit betrachtet, ist hier zu finden.

Der Tagesspiegel berichtet: im Nov. 2011  Das Schultheiss-Areal darf bebaut werden und im März 2012 unter „100-Millionen-Euro-Projekt“ die neuesten Entscheidungen der BVV und weitere Zeitverzögerung. Geplanter Baubeginn jetzt Frühjahr 2013, statt Herbst 2012, Fertigstellung Ende 2014 geplant. Der Bauantrag muss erst noch gestellt werden. Das Mieterecho hat in seiner Mai-Ausgabe ebenfalls berichtet (auch wenn einzelne im Artikel erwähnten Details nicht mehr stimmen).

Nachtrag vom 22.05.2012:
Nach noch erfolgten Änderungen der Begründung des B-Planes im Rahmen der Rechtsprüfung wurde der Bebauungsplan 1-43VE laut Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 11/2012 vom 19.05.2012, Seite 135 jetzt rechtskräftig festgesetzt.

 

Festgesetzter Bebauungsplan 1-43VE
mit zusätzlichen nachgetragenen Infos zum Durchführungsvertrag

  • Festgelegter Vorhabenbezogener Bebauungsplan 1-43VE vom 8.5.2012, in Kraft getreten am 20.5.2012
  • Durchführungsvertrag vom 7.6.2011 als Anlage 9 der Drucksache 2163/III über Umweg im Informationssystem des Bezirks Mitte downloadbar
  • 1. Ergänzung zum Durchführungsvertrag vom 2.9.2011 als Anlage 10 der Drucksache 2163/III über Umweg im Informationssystem des Bezirks Mitte downloadbar
  • 2. Ergänzung zum Durchführungsvertrag vom 13.9.2013 nach Investorenwechsel und veränderter Planungskonkretisierung ohne Abänderung des B-Plans 1-43VE, als Information an die BVV Mitte im Juni/Juli 2014
 

Bei einer Veranstaltung am 14.05.2012 in der Moabiter Markthalle hatte HLG Geschäftsführer Diesen den Beginn der Baumaßnahme des Schultheiss-Areals für das Frühjahr 2013 angekündigt.

Nachträge 2013:
In der ecke turmstraße von Februar 2013 wird auf Seite 4 berichtet, dass die HLG mittlerweile Geschäftsanteile des Schultheiss-Areals verkauft hat, was möglicherweise zu Umplanungen führen könnte. Außerdem hat der Bezirk ein Gutachten in Auftrag gegeben, welche gewerblichen Nutzungen an der Turmstraße fehlen. Schließlich möchte die MIB AG auf den freien Flächen bei Hertie gegenüber auch neu bauen, hat aber einen Ablehungsbescheid erhalten.
Zu diesem Thema gibt es auch eine Dringlichkeitsanfrage (Drs. 0718/IV)  in der morgigen BVV.

Der neue Investor ist Dr. Harald Huth mit seiner HGHI (High Gain House Investments GmbH), und der neue Name für das Projekt auf dem Schultheiss-Gelände ist “Shoppingquartier Berlin Mitte” (noch mit dem Vermerk “coming soon” versehen).  Danke für die Info, Vilmos (Kommentar Nr. 232)! Im Stadtentwicklungsausschuss am 27. Februar sollen die Pläne (evtl. unter Ausschluss der Öffentlichkeit) vorgestellt werden (s. Kommentar Nr. 231).

Artikel vom 28.1.2013 in der Berliner Woche über die Planänderungen.

Im März 2013 wurde die Kleine Anfrage (0461/IV) „Schultheiss – Was die Bürger wissen wollen“ vom Bezirksamt beantwortet (s. Kommentar Nr. 244 / 245). Fazit (O-Ton): „Einen neuen B-Plan brauchen wir nicht, wir regeln alles im Rahmen des Genehmigungsverfahrens und halten uns an die Gesetzte, teilweise sind wir ja auch gar nicht zuständig!“

Die Berliner Woche stellt fest, es gibt keine neuen Informationen vom Investor, derzeit werde die Bauvoranfrage geprüft.

In der Immobilien-Zeitung wird vom Verkauf an HGHI (s.o.) im Dezember berichtet, es heißt, dass die Pläne der HLG im Wesentlichen bestehen bleiben:  „… Der vorhandene und bereits festgesetzte Bebauungsplan für das Shoppingcenter werde grundsätzlich umgesetzt, teilt HGHI mit. Die Planung für das Einkaufszentrum werde allerding modifiziert, sodass rund 120 Läden mit ca. 30.000 qm Retailfläche entstehen. Die ursprüngliche Planung für das Einkaufszentrum sah 65 Geschäfte auf zusammen 20.000 qm Centerfläche vor. Im Frühjahr oder Sommer 2014 soll der Baubeginn sein.“

Ein weiteres Immobilien-Portal über HGHI und deren Pläne. Dazu ein Kommentar der B.I. Silberahorn.

Nichts genaues weiß man nicht, schreibt die Berliner Woche.

Verkehrsuntersuchung zu Schultheiss (Stand 7.8.13): Textteil und Anlagen.

Wenn mehr klar ist, soll es dann auch eine Informationsveranstaltung für Bürger geben (aber wann? am 12. März 2014), siehe BA-Beschluss aufgrund dieser Drucksache (0850/IV).

Nachtrag vom 5. März 2014
Die Infoveranstaltung über die Planungen wird am 12.03.2014, 18 Uhr in der Heilandskirche, Thusneldaallee 1, stattfinden. Bezirksamt und Investor HGHI laden gemeinsam ein zur Infoveranstaltung, bei der sie das Projekt unter dem Namen „Schultheiss Quartier“ („S.Q.“) vorstellen .

Auf der Website des Investors zum Schultheiss Quartier finden sich einige Informationen: Die Bruttogesamtfläche wird ca 68.500 m2 betragen, mit den Nutzungen Shopping, Gastronomie, Entertainment und Hotel. Die Einzelhandelsfläche umfasst ca. 30.000 m2 mit ca. 120 Shops wie Lebensmittelfachmarkt, Fashion, Accessoires, Telekommunikation, Elektrofachmarkt, Deko, Drogerie und Bücher. Das Hotel soll 300 Betten haben.Eine Tiefgarage im Untergeschoss (Zufahrt von der Turmstraße) ist mit 500 Stellplätzen geplant. Baubeginn für das Projekt soll im Frühjahr 2014 sein.

Auf der Projekt-Website finden sich auch aktuelle Ansichten, Visualisierungen der Planungen, und Etagenpläne.

Bericht in der Abendschau vom 12.3.14 (mit Protest „Wohnen statt Konsumtempel“), in der Berliner Zeitung, der Berliner Morgenpost und im Neuen Deutschland.

Bericht über die Veranstaltung von der B.I. Silberahorn, der insbesondere problematisiert, dass Dr. Hellriegel die Gewerbetreibenden an der Turmstraße eingeladen hat, in das neue Center zu ziehen.

Tagesspiegel-Artikel über die 67 Shopping-Center in Berlin, die bald neu eröffnen, z.B. Huth am Leipziger Platz und am Schluss auch über die Pläne für Moabit: „Nach Ansicht des Handelverbands machen sich die Standorte vor allem untereinander Konkurrenz.“

Stand das Wohnhaus an der Turmstraße wirklich unter Denkmalschutz, wie im Architekturforum behauptet? Das glauben wir nicht.

Bei der Veranstaltung am 31.3.14 zum Zentrenkonzept für die Turmstraße, zu dem die raumplaner und das Bezirksamt eingeladen hatten, hat Rainer Balcerowiak für die Mieterinitiative im Sanierungsgebiet Turmstraße (M.I.S.T.) dieses Statement abgegeben. Bericht über die Veranstaltung in der Berliner Woche. Bericht der AG Wirtschaft der Stadtteilvertretung vom 5.4.2014.

Der gleiche Investor HGHI hat auch die Mall of Berlin gebaut, jetzt Mall of Shame, nachdem rumänischen Bauarbeitern ihr Lohn vorenthalten wurde (Bericht Berlin Street), gibt es eine Online-Petition der FAU.

Informationsbrief des Bezirksamts an Gewerbemieter und Antrag zur Unterstützung/Härteausgleich.

Neue Mieter für das Schultheiss-Quartier (Wirtschaftsmagazin Deal). Anfrage zur Tiefgarageneinfahrt (Kommentar).

Lieblingsorte in Moabit, u. a. das Schultheiss-Areal:

Kein Sozialplan für die jetzigen Mieter von Schultheiss (Berliner Woche).

Bericht der B.I. SilberahornPlus zum Normenkontrollverfahren. Damit ist der Bebauungsplan unwirksam. Wenn die Begründung des Oberverwaltungsgerichts bekannt geworden ist, werden wir erneut berichten.

Nachträge 2015:
Die Berliner Woche schreibt am 5.1.2015 auch noch nichts genaueres zum Urteil. Immobilienzeitung: Baugenehmigung ist da, aber B-Plan gekippt. Auch das Architekturforum diskutiert u.a. über Wohnungsbau.

Tagesspiegel zitiert die Leiterin des Stadtplanungsamtes, sie sähe bisher „keine Auswirkungen“ des Gerichtsentscheids auf das Projekt.  Die Berliner Morgenpost zitiert die Pressesprecherin des Oberverwaltungsgerichts „Beim Aufstellen des Bebauungsplans hat es Abwägungsfehler gegeben“. Sie sagt aber auch: „Das heißt aber nicht, das grundsätzlich nicht gebaut werden darf“. Und auch nochmal die Berliner Woche und der rbb.

Berliner Woche nennt „Ankermieter“, Media Markt, Kaufland und Meininger-Hotel, als ob die neu wären, und nennt als Baubeginn Mai 2015, Eröffnung frühestens Herbst 2016.

Große Anfrage in der BVV vom 18.2.15 (Drs. 1905/IV).

Was aus Berliner Brauereien so geworden ist: Wohnungsbau, Kulturstandorte, Kleingewerbe … (Berliner Zeitung)

Pressemitteilung des Gerichts „Bebauungsplan unwirksam“: Urteile vom 18. Dezember 2014 – OVG 2 A 15.12 und OVG 2 A 3.13.

Da mittlerweile die Urteilsbegründung des OVG gekommen ist, wieder eine mündliche Anfrage zu den Fehlern im B-Plan (Drs. 2005/IV) in der BVV vom 19.3. Die SPD fragt nach der Fassadengestaltung (Drs. 1955/IV).

Berliner Woche zum Urteil des OVG.

Berliner Zeitung berichtet über die Entmietung und den Baubeginn. Ein Gespräch mit Trainer Sebastian Bauer von der Sport-Oase.

Auch der Tagesspiegel berichtet mit Kurzportraits von Radio Gluth Inhaber, Wilhelm Prandzioch, und Lackierermeister Mohammed El-Hazzuuri. Hier heißt es auch: „Mehrere Anwohner klagten daraufhin gegen das Projekt – und bekamen recht: Im Dezember 2014 kippte das Oberverwaltungsgericht den Bebauungsplan. Allerdings hatte das zuständige Bezirksamt einen Tag vor dem Urteil bereits eine Baugenehmigung erteilt – und die gilt zunächst, selbst unter dem alten Bebauungsplan. Nach derzeitigem Stand kann Huth seine kleine Mall also bauen. Gegen die Baugenehmigung liegt zwar der Einspruch eines Nachbarn vor. Über den wird das Bezirksamt aber erst in den nächsten Monaten entscheiden. Solange hat Huth Zeit für sein Projekt.

Charlott Tornow MitVergnügen hat einen schönen Artikel zu Schultheiss geschrieben: „Ihr werdet nie erraten, was in Moabit gebaut werden soll„.

Berliner Woche zur Schließung des Sudhauses (hier wird allerdings Bebauungsplan mit Bauvorbescheid verwechselt). Nur drei Anträge von Gewerbetreibenden für Härtefallausgleich sind bisher beim Bezirk eingegangen.

Bericht über die Veranstaltung in der Urania zu Einkaufcentern in Berlin (Tagesspiegel).

Gutachten von Stadt + Handel: „Potentialanalyse für ergänzenden Einzelhandel im Stadtteilzentrum Berlin-Turmstraße mit besonderer Berücksichtigung der Potentialfläche des ehemaligen Hertie Warenhauses“ (Endbericht 25. März 2013) veröffentlicht von der BI SilberahornPlus im Bericht über die Sitzung der Stadtteilvertretung vom 27.April 2015.

Artikel über die entmieteten Gewerbetreibenden des Schultheiss-Geländes.

Park One wird Parkhausbetreiber (DEAL). MieterEcho über den gekippten B-Plan „Lehrstunde in Sachen Rechtsstaat“ (Nr. 374 – Mai 2015).

Berliner Morgenpost informiert über den Baustart auf dem Schultheiss-Gelände. Die Fertigstellung ist für Ende 2017 oder Anfang 2018 geplant.

Antwort auf eine Kleine Anfrage (KA 1070/IV). Antwort und Anlage anklicken!

Die Buchstaben „TURM-PALAST“ konnten für das Buchstabenmuseum gerettet werden.

Fassadenwettbewerb hat Max Dudler gewonnen (Berliner Woche).

Nina Apin in der TAZ über Huth, der bei Schultheiss keinen Generalunternehmer einsetzen will.

Abriss des schon lange leerstehenden Wohnhauses für den Neubau:

Berliner Zeitung über das Schultheiss-Quartier und den morgigen Spatenstich (Pressemitteilung Bezirksamt). Auch das Inforadio wird morgen früh berichten.

rbb-online zu den gestohlenen Kupferkesseln vom Sudhaus. Und dazu auch eine Dringlichkeitsanfrage in der BVV Mitte (Drs. 2276/IV).

Artikel in der Berliner Woche zum Spatenstich: ganz unaufgeregt und ohne Erwähnung des Diebstahls der denkmalgeschützten Kessel.

100.000 Euro stehen zur Unterstützung der Gewerbetreibenden für 2015 bereit, bisher sind 9 Anträge auf Härteausgleich gestellt worden, von denen 2 wohl nicht berücksichtigt werden (Berliner Woche).

Wieder Erfolg für rumänische Bauarbeiter der „Mall of Shame“ vor Gericht (Berl. Morgenpost).

Mündliche Anfrage zu den Vereinbarungen zwischen Bezirk und Investor bzgl. der Denkmalschutzauflagen im Innenbereich (Drs. 2591/IV).

Mittlerweile macht Schultheiss auch Werbung auf Facebook – und das Kallasch& hat prima geantwortet.

Seit August 2016 gibt es Anwohnerinfos rund um die Baustelle auf der Schultheiss-Quartier-Webseite. Anscheinend gibt es Beschwerden. Erhöhter Lieferverkehr, erhöhter Lärmpegel, eine regelmäßige Straßenreinigung wird angekündigt.

Bericht in der Berliner Zeitung: Die Baugruben sind ausgehoben, an der Turmstraße wird die 2geschossige Tiefgarage gebaut, das Meininger Hotel soll 250 (nicht 300) Zimmer haben, an der Perleberger 7.000 qm Kaufland, Mall mit 150 Geschäften und – tatsächlich jetzt doch – 140 Wohnungen (über Kaufland), d.h. kleine Apartments evtl. für Studenten. Doch das ist nicht unumstritten, weil Gewerbegebiet, könnte also auch noch ein Hotel oder Hostel werden.

Nachdem die Grundsteinlegung vom Bezirksamt schon mal vor einem Jahr angekündigt wurde, gibt es hier verschiedene Fotos von der Grundsteinlegung Anfang September und auch eine Bericht in der Berliner Woche.

Chancen und Risiken für den Einzelhandel in der Turmstraße (Berliner Woche).

B.I. Silberahorn zum Projekt: HGHI Schultheiss zerstört Turmstraße.

Bezirksamtsbeschluss vom 18.10.16 zu den verschwunden Kupferkesseln und Nachbildungen zur Drs. 2692/IV. Dazu auch ein Artikel der Berliner Woche: „Ein schlechter Scherz“, sagt Frank Bertermann (Bü90/Grüne).

Fußgängerüberweg gesperrt, eine Zumutung (Vilmoskörte), mittlerweile nicht nur der Überweg an der Stromstraße, sondern der gesamte Geh- und Radweg, sowie der Parkstreifen.

7 Bauhelfer, die in der FAU Berlin organisiert sind, haben Klagen gegen die Subunternehmen der „Mall of Berlin“ gewonnen und trotzdem noch keinen Cent der eingeklagten Löhne gesehen. Denn diese haben Insolvenz angemeldet oder sind verschwunden. Da jedoch das Arbeitnehmerentsendegesetz regelt, dass der Auftraggeber für die Zahlung der Löhne haftet, hat jetzt der erste der Bauarbeiter eine Lohnklage gegen die Harald Huth gehörende Leipziger Platz GmbH & Co. KG eingereicht. Der Gütetermin wird am 16.12.2016 vor dem Arbeitsgericht Berlin stattfinden (hier weiterlesen: Info FAU Gewerkschaft und hier die gesammelten Infos zur „Mall of Shame“).

Anfrage zur Gehwegsperrung wegen der Schultheissbaustelle in der BVV (Drs. 0107/V).

Weitere Nachträge zum Schultheiss Quartier jetzt bei dem neuen MoabitOnline-Artikel „Schultheiss: Tiefgarage, Straßenbahn und Schleichweg„.

548 Kommentare auf "„Schultheiss“ Bebauungsplan liegt (erneut) aus"

  1. 1
    Say Cheese says:

    Sieht gut aus.
    Wenn dann auch die andere Ecke (Karstadt/Hertie) neu bebaut wird, wäre Moabit und die Turm Str. ein gutes Stück weiter gekommen.

  2. 2
    vilmoskörte says:

    Die beiden neuen Baukörper sind Riesenklötze und das Gelände wird mehr oder weniger komplett dichtgemacht, die Verdichtung ist jedenfalls erheblich höher als im heutigen Bestand. Wie das Ganze dann aussehen soll, ist aus dem Plan überhaupt nicht abzulesen, da nur der jetzige Bestand im Detail gezeichnet ist (mit der Ausnahme einer Disneyland-Tempelfrontattrappe am Ende der „Ladestraße“). Zusätzliche 500 Parkplätze samt An- und Abfahrtsverkehr braucht die Stromstraße, die sowieso schon viel zu befahren ist, auch nicht. Ich befürchte eine weitere städtebauliche Gesamtkatastrophe, von denen Berlin ja schon genug aufzuweisen hat.

  3. 3

    Mir fallen auch Punkte ein, die in eine (kiez-)bezirkliche Gesamtbetrachtung gehören könnten:

    1 Wie passt der sich abzeichnende – wenigstens physikalsche – Großanziehungspunkt in die Bemühungen, mit dem Instrument des Geschäftsstraßenmanagements die Turmstraße kleinteilig (!) zu vitalisieren? 2 Was bedeutet das für den derzeit womöglich aus verkaufstaktischen Gründen (erhoffte Preissteigerung durch Aktivitäten Dritter) leerstehenden „Hertiebau“? 3 Welche Auswirkungen ergäben sich bei 1:1 Umsetzung für den in Sachen Qualitätsanspruch sich abzeichnenden Anker Zunfthalle (vormals Arminius Markthalle)?

    Ich würde mich freuen, wenn hier neben kritischen Fragen auch gute Ideen gesammelt werden. Blockaden sind zuweilen notwendig zur Verhinderung groben Unfugs aber hoffentlich zukünftig nicht das bestimmende Element der Gestaltung auf unserer Insel Moabit.

    Für 21!

  4. 4
    H. E. says:

    Siehe den Artikel:

    „Der Aufstand der Bürger gegen die Stadtplaner.“ Einfach bei Google eingeben, dann genießen und den Rest denken.

  5. 5
    prolet says:

    Kritisch sollte das Projekt auf jeden Fall verfolgt werden, allerdings ist gerade im Vergleich zum ersten Entwurf klar eine Verbesserung zu erkennen: Das Eckgebäude Turmstraße/Stromstraße wird kürzer, das Pförtnerhaus bleibt erhalten, damit kommt das eigentliche und ursprüngliche Brauereigebäude besser zur Geltung. Die Höfe bleiben Höfe und keine schräg „durchgeprügelte“ Mall. Auch, wenn das alte UFA-Kino nicht so hoch wie die Wohnbebauung war, so hat es doch die Ecke stärker geprägt als die flache Nachkriegsschachtel. Zur Perleberger Straße sieht das allerdings ganz anders aus: Hier werden die damals auch höhenmäßig untergeordneten Bauten zu einer vorgestellten Wand, hinter der eine große Baumasse unvermittelt auftaucht. Da sehe ich durchaus noch Verbesserungsbedarf (und sei es nur ein Rücksprung um einige Meter).
    Leider fallen auch einige an sich interessante Gebäudeteile, die zu den früheren Schankgärten gehören, der Spitzhacke zum Opfer, jedoch befinden sie sich in einem teilweise erbärmlichen Zustand. Hier lägen die Kosten zum mustergültigen Erhalt vermutlich weit über dem Nutzen. Trotz dieser Wermutstropfen stehe ich dem Projekt nicht völlig ablehnend, eher abwartend, gegenüber, denn daß dort etwas passieren muß, ist klar. Ein schlecht genutztes Baudenkmal verfällt langsam, aber sicher, und das kann man ja „wunderbar“ beobachten.
    Jetzt, wo die Turmstraße schon nicht mehr als gute Geschäftsstraße anzusehen ist, dürfte die Ansiedelung der typischen Läden so einer Mall (also Deichmann, H&M, Nordsee u.s.w.) nichts mehr zerstören. Im Gegenteil – vielleicht hilft ja so ein Klopper, daß die wohlhabendere Kundschaft südlich der Turmstraße nicht so häufig in die Nachbarbezirke flüchten muß und deshalb auch gehobenere Läden (wieder) eine Laufkundschaft bekämen. Für die Zunfthalle sehe ich daher auch nicht so die Konkurrenz, wenn sie sich wirklich so entwickelt wie beabsichtigt, denn dann füllte sie die Lücken aus, die die Mall offen ließe. In diese Richtung sollten auch die Überlegungen der schon ansässigen oder noch kommenden Händler auf der Turmstraße gehen.

  6. 6
    H. E. says:

    Alle Aussagen zu den Auswirkungen dieses Vorhabens auf die Turmstraße kann man getrost als Spekulation abtun. Genaues wird man erst wissen, wenn es wieder zu spät ist. Aber fast jeder Taxifahrer weiß, dass das Gesundbrunnencenter für die Badstraße und die Spandauer Arkaden für die Spandauer Altstadt nicht zum Vorteil waren.
    Einer der sicheren Nachteile hier wird der zusätzliche Verkehr sein, der sich aus den geplanten 520 Parkplätzen und der Belieferung von 20.000 m² Verkaufsfläche ergibt.

    Wenn ich es in der Begründung richtig gesehen habe, dann sehen einige Zahlen so aus:
    Im Stadtentwicklungsplan (StEP) Zentren wird für 2010 für das Zentrum Turmstraße ein Zielbedarf von 30.000 bis 35.000 m² Verkaufsfläche genannt. Nach Fertigstellung von Schultheiss rechnet man mit einer dann vorhandenen Verkaufsfläche von 41.000 m². Das wären schon mal 6.000 bis 11.000 m² mehr als das Ziel der bisherigen Stadtplanung.

    Wenn man nach Fertigstellung insgesamt 41.000 m² im Zentrum Turmstraße haben wird und 20.000 m² davon im neuen Schultheiss sein werden, müßten zur Zeit 21.000 m² Verkaufsfläche an der Turmstraße und naher Umgebung inkl. leerem Hertie-Gebäude vorhanden sein. Fazit: Durch Schultheiss wird die Verkaufsfläche entlang der Turmstraße nahezu verdoppelt !

  7. 7
    H. E. says:

    Die Tagesordnung für die BVV-Sitzung am kommenden Donnerstag den 17. 02. enthält den Punkt „Hertie-Gelände Turmstraße – Endlich neue Nutzung in Sicht?“
    Bündnis 90/Die Grünen haben eine Anfrage gestellt, die vielleicht auch beantwortet wird. Offenbar sind Gespräche gelaufen oder im Gange „mit Interessenten bzw. Investoren“.

    Ich hätte auch einen Vorschlag: Zumindest auf dem Rest des Grundstückes sollte man eine normal hohe Blockrandbebauung mit Wohnungen bauen, mit Gewerbe im EG und Büros im 1. OG. Dann würden wenigstens mal an der Turmstraße einige der 66 Jahre alten Brandwände verschwinden.

    Was wir nicht brauchen, ist noch ne Arkade oder noch ne Mall oder nochn Moabogen und auch keine 100-%-ige Versiegelung des Bodens wie bei Schultheiss. Moabit braucht lt. Umweltatlas Bäume und Grünflächen im Innern der Blöcke und keinen Beton.
    Außerdem sollte die BVV von Anfang an einen „vorhabenbezogenen“ Bebauungsplan verhindern, weil der nur der Gewinnmaximierung der Investoren dient und nicht dem Gemeinwohl.

  8. 8
    t.t. says:

    @ H.e.: doch das brauchen wir. Bäume schaffen ja wohl kaum ausreichende Arbeitsplätze. Oder sollen jetzt alle beim Grünflächenamt arbeiten?

  9. 9
    H. E. says:

    In Abwandlung einer bekannten Weissagung:

    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte m² zubetoniert und der letzte Kiez ruiniert ist, werden viele Menschen feststellen, dass Arbeitsplätze oft ein dummes Argument waren.

  10. 10
    prolet says:

    Der bekannte, russische Spitzbart muß wohl schon damals Moabit Online gelesen haben, als er seinen Satz prägte: „Der linke Radikalismus ist die Kinderkrankheit des Kommunismus.“ Auf dem Weg zum selbigen straucheln dann sogar schon einmal Bundestagsabgeordnete, also sei es so manchem Moabiter Verbalradikalisten verziehen. Der Spitzbart hat übrigens auch etwas zum „schöpferischen Denken“ gesagt.

  11. 11
    Carsten says:

    Jeder muss zu einer eigenen Meinung kommen. Ich würde das Projekt im Großen und Ganzen aber positiv bewerten. In der Bilanz hat es einige Verbesserungen zum letzten Projektstand gegeben (allerdings gleichzeitig auch ein paar Verschlechterungen). Einkaufszentren sind weder grundsätzlich des Teufels, noch Heilsbringer. Man muss schon im Einzelfall differenziert herangehen, was offenbar vielen schwer fällt. Die angestrebte Einzelhandelsfläche ist mir etwas zu hoch, 15.000 qm würden es auch tun. (Eine Beschränkung, die durchaus nicht einfach zu realisieren ist.) Aber im Vergkleich mit anderen Stadtvierteln fehlt Moabit erhebliches an Angebot. Und wer eine Familie zu versorgfen hat, wünscht sich auch hier mehr an fußläufig erreichbarem Angebot. Einkaufszentren sind ein problematischer Typus. Viele kleinteilige Zentren haben sie schon beschädigt (vor Jahrzehnten hat man ähnlich über Kaufhäuser diskutiert.) Ein angemessen dimensioniertes und gut integriertes Zentrum kann aber auch gute Auswirkungen auf die Umgebung haben (wie in Pankow z.B.) Ein zu großes und schlecht integriertes (und unnötiges) Zentrum bei einem funktierenden Einkaufsbereich wie der Altstadt Spandau war z.B. verheerend. In der Turmstraße gibt es allerdings fast keinen eigentlichen zentrumsrelevanten Einzelhandel mehr, der verschwinden könnte (vielleicht Handyläden?). (Ich kann mich noch gut an die Turmstraße in den 80er Jahren erinnern, als hier z.B. viele Schuhgeschäfte zu finden waren.) Die Turmstraße heute ist die einzige Einkaufsstraße in Berlin nunmehr ohne Kaufhaus und Einkaufszentrum. Einkauf von Textil/Schuh/Elektronik etc. ist nicht mehr möglich. Eine größere Kundenfrequenz und das Halten der ja ganz gewaltigen Kaufkraft auch eines eher ärmeren Kiezes wie Moabit vor Ort würde aber zumindest einem Teil der Turmstraße zu gute kommen (wobei ich allerdingst auch kaum positive Auswirkungen im Westteil hin zur Beusselstraße sehen würde.) Vielleicht ließe sich eine Verpflichtung des Zentrenbetreibers erreichen, Aktivitäten in der Turmstraße (Geschäftsstraßenmanagement, Feste etc.) zu unterstützen und ggf. für Straße und Markthalle auch die Nutzung eines Teils der (ohnehin zu großen Zahl) der Parkplätze zu ermöglichen und Hinweise z.B. auf die Markthalle zu installieren (die ohnehin ein anderes Segment bedient.). Das Center wird wirtschaftlich nur funktionieren, wenn die ganze Umgebung attraktiver wird.
    Nutzungsstrukturell fände ich eine stärkere Betonung des Freizeit/Kulturwertes schön (was ja auch der Tradition des alten Kino/Gaststätten und Tanzsaalgeländes entspräche. Ein paar Ansätze dazu gibt es ja.) Wann traut sich wieder jemand Stadtteilkinos zu bauen?
    Städtebaulich ist m.E. der Südteil des Projekts okay, auf jeden Fall besser als die ersten Entwürfe. Sehr gut die teilweise Öffnung der Ladestraße (könnte noch mehr sein.) Die Betonung der Ecksituation gelingt besser. Gut ist, dass sich einige Geschäfte direkt zu Straße orientieren. Schwierig finde ich die Struktur im Nordteil. Hier wäre eine Reduzierung der Dichte angemessen. Der große Lebensmittelmarkt an dieser Stelle ist ohnehin am ehesten verzichtbar und potenziell am problematischsten für die Umgebung. Für mich nicht nachvollziehbar ist, warum die Mauer an der Perleberger Straße erhalten wird. Leider hatte sich die Denkmalpflege in den letzten Jahren darauf kapriziert. Dabei ist die Mauer wohl ein Nachkriegsprodukt, wie nunmehr auch der Landesdenkmalrat eingesteht und m.E. von deutlich geringerer Ziegelqualität. Wenn man im Norden des Baufeldes baut, sollte man hier mehr Öffnung und Transparenz zur Perleberger schaffen und größere Teile der Mauer lieber opfern.

  12. 12
    prolet says:

    Zu Carsten
    Danke, das ist endlich wieder die Rückkehr zu einer sachlichen Diskussion. Ich hatte beim Schreiben meiner kurzen Stellungnahme auch überlegt, die Öffnung wenigstens eines Mauerfeldes vorzuschlagen. Auch beim Denkmalschutz sollte man den Mut haben, einmal einen Teilabriß zu erwägen, wenn dadurch das Gesamtensemble stimmig aussieht. Die gestaffelten Werkstattanbauten würde ich da weniger gerne opfern wollen, allerdings ist ein sie überragender Klotz, der die Anbauten zu einer Art vorgestellten Kulisse degradiert, auch nicht das Wahre. Und zum allerersten Bauteil gehörten auch sie nicht, da war das Gebäude kompakt.
    Was die Geschäftsstruktur angeht, so bin ich nun wirklich kein Filialisten-Fan, aber wenn diese dazu führten , daß wenigstens eine Art Ersatz für Hertie (zu seinen alten, nicht zu Dawny Days Zeiten!) geschaffen würde, wäre doch vielen gedient. Im Moment ist ja das E-Center so ein minimaler Hertie-Ersatz. Wenn es gelänge (aber das ist bei den zu erwartenden Mieten wohl illusorisch), in so eine „Schultheiss-Passage“ auch ausländische Händler, wie zum Beispiel den jetzt dort ansässigen Inder zu intergrieren, wäre das einmal eine andere Qualität, die sich deutlich von den Standard-Malls abheben, aber Moabit realistischer abbilden würde. Ich bin gespannt, ob der Investor den Mut zu einer Art Basar hätte.

  13. 13
    K. S. says:

    … aber Moabit realistischer abbilden … den Mut zu einer Art Basar …

    Möchte ganz spontan schreiben, dass mich diese Formulierung anspricht. Mit dem „Zunftwerk“ hätte man dann schon zwei recht ungewöhnliche Einkaufstempel, einen Hertie-Ersatz bräuchte ich dagegen nicht.

  14. 14
    Reinhard Nake says:

    Herrn Baustadtrat – Bezirk Mitte Ephraim Gothe
    und BVV-Fraktionen Bezirk Mitte – mit der Bitte um Veröffentlichung bei MoabitOnline
    15.2.2011

    Betr.: Bebauungsplan-Offenlegung Schultheiss-Gelände Strom-/Turmstr. muß in Moabit stattfinden – nicht in Wedding! – Bitte schnell handeln.

    Sehr geehrter Herr Gothe,
    sehr geehrte Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte,

    zur Zeit liegt der Bebauungsplanentwurf für das Schultheissgelände an der Stromstraße für die Öffentlichkeit aus (7.2. – 7.3. 2011); Zweck: Information und Beteiligung der Bürgerschaft und sonstiger Betroffener. Das hat rechtlichen Rang, weil am Ende verbindliches Baurecht mit großen Auswirkungen auf Moabit geschaffen wird.

    Es geht um ein riesiges Einkaufs- und Dienstleistungszentrum am Rande des Fördergebietes „Aktives Stadtteilzentrum Turmstr.“.

    Ich bin entsetzt darüber, daß der Bebauungsplan in Wedding, Rathaus Müllerstr. offengelegt wird – nicht aber im Rathaus Tiergarten in Moabit, wo die Betroffenen leben.

    Ich bitte Sie dringend darum, alle politischen und verwaltungsmäßigen Hebel in Bewegung zu setzen, um

    1. Kurzfristig den Bebauungsplan auch im Rathaus Tiergarten auszulegen.

    2. Die Frist der Offenlegung und für Stellungnahmen der Bürgerschaft entsprechend zu verlängern (mind. 4 Wochen im Rathaus Tiergarten.).

    3. Eine öffentliche Veranstaltung zum Bebaungsplan Schultheiss-Gelände mindestens zwei Wochen vor Ende der Offenlegung im Rathaus Tiergarten durchzuführen; und dabei auch Zeit für Informationen zur Planung aus Bürgersicht vorzusehen. (Zur Veranstaltung breit in Presse und sonst. Medien einladen.)

    A n l a ß
    für diese Bitten ist die erste Durchsicht der B-Plan-Unterlagen mit Begründung. Den B-Plan für Moabit in Wedding öffentlich zu verstecken, ist m.E. ein Unding, das an Verhinderung von Bürgerbeteiligung grenzt. Viele Menschen haben weder Zugang zum Internet noch zu der 73-Seiten Bleiwüste der brisanten Begründung. Zumindest Offenlegung in Moabit muß sein. Zahlreiche Betroffene dürften von ihrer künftigen Beeinträchtigung noch nichts ahnen.
    Beispielsweise:

    · Lübecker Straße Westseite: vielen Wohnungen wird die Besonnung durch die überzogene Höhe des Neubaues mit 3 Parkhausdecks usw. genommen.

    · Durch 520 Stellplätze wird Kfz-Verkehr mit Lärm und Abgasen gegen die Ziele des Aktiven Zentrums Turmstraße in die Umweltzone gelockt (neu ca. 3000 Kfz-Fahrten/Tag in der Nahumgebung Schultheiss).

    · Rund 20 Bäume werden gefällt, obwohl 13 nach Baumschutzsatzung zu erhalten sind.

    · Alle baulichen Höchstmaße der Verdichtung werden gesprengt, Die zulässige Geschoßfläche (GFZ 2,7), die der Bebauungsplan festsetzt, verletzt er selbst.

    · Totalversiegelung mit Aufheizung des Gebietes im Sommer wird heruntergespielt, weil ja schon bisher viel Fläche versiegelt ist.

    · Parken: soweit ich bisher sehe – kein einziger Fahrradstellplatz, obwohl die Aufwertung des Aktiven Zentrums Turmstr. gerade den Radverkehr förden will.

    W e i t e r e P u n k t e erspare ich mir hier .

    Bitte setzen Sie meine obigen Punkte 1.-3. rasch um.

    Mit freundlichen Grüßen
    Reinhard Nake

  15. 15
    Redaktion says:

    Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nahm das vorstehende Schreiben von Reinhard Nake zum Anlass, mit einem Dringlichkeitsantrag in der BVV am 17.2.2011 das Bezirksamt zur Durchführung einer Informationsveranstaltung für die BürgerInnen zum Bebauungsplan – möglichst noch innerhalb der laufenden Auslegungsfrist bis zum 7.3.2011 – aufzufordern.
    Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen informiert den Beauftragten für das Aktive Stadtzentrum Turmstraße und die beiden Quartiersmanagements (QM) in Moabit mit folgender Nachricht über den einstimmig verabschiedeten Antrag (PDF), damit die Stadtteilvertretung Turmstraße und die Quartiersräte der QMs möglichst schnell informiert werden.

    Anbei – zur Information – den Beschluss der letzten BVV zur Durchführung einer Bürgerveranstaltung zum Bebauungsplan 1-43VE (Schultheiß) mit der Bitte, dies in ihren Gremien (Stadtteilvertratung, Quartiersräte) weiterzugeben. Die Grundlage für diesen Antrag, der alle Fraktionen der BVV am 17.2. zugestimmt haben, war eine Initiative eines engagierten Bürgers aus dem Gebiet, der sich schriftlich an die Fraktionen der BVV gewandt hatte.

    Mit besten Grüßen vom Frank Bertermann, BVV-Mitte, Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, stadtentwicklungspolitischer Sprecher

  16. 16
    vilmoskörte says:

    Ich kann nicht so recht verstehen, wie dieser Senat einerseits an einer Stellplatzobergrenzenverordnung arbeitet und andererseits Bebauungspläne zulässt und veröffentlicht, die eklatant gegen eine solche Verordnung verstoßen würden: Bei 20.000 qm Verkaufsfäche und maximal einem Stellplatz pro 75 qm dürften hier mit 266 nur die Hälfte der geplanten 520 Parkplätze errichtet werden.

  17. 17
    Susanne Torka says:

    Das Bezirksamt hat auf die Kritik der Auslegung nur im Rathaus Wedding reagiert. Der B-Plan hängt jetzt auch im Bürgeramt im Rathaus Turmstraße aus und im Foyer ist die Presseveröffentlichung und ein extra erstellter A3 – Flyer zu bekommen.
    Aber eine Informationsveranstaltung ist laut Herrn Granow nicht geplant.

  18. 18
    H. E. says:

    Die Abt. Stadtentwicklung weiß schon, warum sie lieber einen großen Bogen um eine Infoveranstaltung macht! Die haben …… , dass ihnen dieser „vorhabenbezogene“ Bebauungsplan genauso um die Ohren fliegt wie beim Hamberger Großmarkt an der Siemensstraße.

    Gibt es eigentlich dafür schon eine Bürgerinitiative (die 31. in Mitte)?

  19. 19
    Carsten says:

    Wäre vielleicht eine Idee, dass die Stadtteilvertrung dazu einlädt?

  20. 20
    snuk says:

    Eine Bürgerinititative? Wozu denn? Macht doch mal ne Umfrage, wer das Einkaufszentrum will (so wie jetzt geplant) und wer nicht. Bin gespannt, wer im Zweifel wirklich nicht auf „Besonnung“, 20 Bäume (für die es ja reichlich Ersatz geben wird) oder Fahrradstellplätze verzichten kann.

    Ich habe übrigens kein Auto (hab noch nie eins besessen) und fahre Rad. Trotzdem würde ich die 520 Parkplätze in Kauf nehmen und auf Fahrradstellplätze verzichten, wenn ZÜGIG mit dem Bau des EKZ begonnen wird.

    Im Gegensatz zu Reinhard Nake bin ich überhaupt nicht entsetzt über den Bebauungsplan. Ganz im Gegenteil! Entstsetzt bin ich über Briefe wie den von Reinhard Nake.

  21. 21
    taylan says:

    kann snuk nur zustimmen. Tatsache ist, dass beim Hamberger genauso wie beim Schultheissgelände eigentlich größtenteils die das Wort ergriffen, die immer alles ablehnen und dagegen sind.Ich behaupte in diesem Zusammenhang, dass die Bildungsabschlüsse und EInkommen eben derer,die das Wort ergriffen, über den Durchschnittsdaten der moabiter Bevölkerung liegen. Dafür gehe ich jede Wette ein.

    Gegen Hamberger, gegen Bebauung, gegen Beton. Und das wird dann an die Politik verkauft als „Bürgerwille“. Natürlich sollen sich auch die artikulieren können. Aber bis jetzt habe ich das Gefühl, dass es ausschließlich solche sind und das insbesondere hier im Forum andere Meinungen totgebügelt werden.

    Ich kenne genug Leute hier im Kiez, die mir seit Jahren sagen: Es muss endlich etwas passieren!!!! Und ja, es MUSS auch gebaut werden, diese hässliche Fassaden am Schultheissgelände (ich sag nur Gebäude Turmpalast) sind einfach nur noch peinlich. Da traut man sich nicht mal mehr, mit Freunden im Kiez spazieren zu gehen.
    Diese Ödnis, dieser Verfall, diese Krebsgeschwüre müssen endlich weg. Moabit muss sich erneuern und Anziehungspunkt sein!
    Aber leider wird diese ganze Debatte von unseren sozialökologischen Besserverdienern dominiert, denen es gut geht und die halt nur n Park um die Ecke brauchen und n Bücherladen.
    Diese Engstirnigkeit muss man aufbrechen.

  22. 22
    vilmoskörte says:

    @snuk: Da scheiden sich die Geister, die einen sind froh, dass sich etwas verändert und etwas gebaut wird, ohne genau hinzuschauen, was und wie dort gebaut wird, die anderen sind eben nicht der Meinung, dass jede Veränderung des jetzigen Zustands, wie auch immer sie ausfällt, automatisch auch eine Verbesserung darstellt.

  23. 23
    Say Cheese says:

    Kann auch snuk voll zustimmen.

  24. 24
    Susanne Torka says:

    Und ich stimme Vilmoskörte zu!
    Der B-Plan liegt aus, damit man sich dazu Gedanken machen kann, damit man Verbesserungsvorschläge einreichen kann und auf die Schwachstellen hinweisen. Ob es dazu eine Bürgerinitiative braucht, weiß ich nicht. Aber die 76 Seiten Begründung sollte man sich schon antun!
    Logisch muss etwas auf diesem Grundstück passieren, aber ob es diese massive Bebauung sein muss? Und neben dem Edeka auf dem Paechbrotgelände noch ein riesiges Kaufland?
    Ich schäme mich nicht auf der Turmstraße spazieren zu gehen, neben dem Turm-Palast. Da kann man eine Menge von der alten Geschichte erzählen und vielleicht ein Bild des alten Ufa-Palastes, der dort stand, zeigen. Taylan, hast Du Dir mal die Reste des Gebäudes genau angesehen? Nun wird leider kein Investor den alten Ufa-Palast hier wieder aufbauen, auch wenn sich viele im Kiez ein zusätzliches Kino wünschen. Und der Biergarten vor sehr langer Zeit war auch mal genz nett.
    Ich bin nicht gegen ein Einkaufszentrum an dieser Stelle. Das kann für die Turmstraße Impulse bringen. Doch halte ich die Quadratmeter Verkaufsfläche für zu hoch. In dieser Dimension könnte das Projekt der Turmstraße eher den Rest geben. Und nach dem „Knochenprinzip“ bräuchte man am anderen Ende der Turmstraße noch eine Attraktion, damit die Leute nicht nur hinfahren und wieder wegfahren, sondern die gesamte Turmstraße beleben. Auch deshalb sind 520 Parkplätze viel zu viel. Wollen wir denn diese Menge Individualverkehr in unseren Kiez hineinziehen?
    Taylan, hör‘ doch auf mit der Diffamierung von Leuten, die sich Gedanken machen!
    Und mal davon ganz abgesehen, wenn Du wirklich etwas für die „kleine Leute“ in Moabit tun willst, dann solltest Du noch besser überlegen, welche Attraktion Du in den Kiez ziehst. Denn Aufwertung auf der einen Seite bedeutet höhere Mieten auf der anderen.

  25. 25
    Lars says:

    @taylan: Eine gewisse Engstirnigkeit kann ich auch deinem Beitrag unterstellen. Im übrigen kann jeder eine BI gründen/bilden, auch Befürworter und somit versuchen den (mehrheitsfähigen?) Bürgerwillen durchzusetzen.

    Und da du die BI Siemensstraße zum Thema Hamberger Großmarkt quasi erwähnst: auch ich finde einige Ansichten dieser BI als zu engstirnig, aber genauso finde ich den Bebauungsplan als nicht lebenswert für den Kiez. Und da ich mich, außer zwei Einwendungen die ich geschrieben habe, nicht weiter in diesem Thema engagiere, bin ich froh, dass es doch wenigsten einige mehr tuen als ich.

    Also: wer sich gar nicht angagiert, der darf Entscheidungen und Meinung anderer gern weiter kritisieren, aber sollte sich nicht darüber echauffieren, dass angeblich gänzlich über seinen Kopf entschieden wird.

    Und zurück zum Thema:
    auch ich wünsche mir eine behutsamere Entwicklung des Standortes. Dabei liegt mein Wunsch vor allem in der Heraushebung der historischen Nutzung des Ortes und dessen früheren Bebaungsstil. Dabei ist mir eine Aufgliederung und offenere Gestaltung des Geländes inkl. Erhalt bzw. Rekonstruierung der Gebäude wichtiger als die z.B. Anzahl irgendwelcher Parkplätze. Aber über die eher durchschnittlichen denkmalpflegerischen Fähigkeiten der Gebäuderhaltung, kann man sich sehr schön am Tempelhofer Hafen überzeugen. Dort wurde mit einem enormen finanziellen und zeitlichen Aufwand das komplette Hafengebäude entkernt und teilabgetragen, damit es nach historischem Vorbild wieder hergerichtet werden konnte, nur damit das Gebäude dann hinter einem typischen Einkaufscenter-Neubau versteckt wird und dadurch der Raum bzw. komplette Ort seinen (historischen) Charme verliert. Sowas sollte an der Stromstarße möglichst nicht passieren, wird aber nach dem jetzigen Bebauungsplan wohl doch geschehen.

  26. 26
    Carsten says:

    Liebe Susanne Torka,
    ich kann teilweise zustimmen. Ich bin hier durchaus für ein Einkaufszentrum, aber mit gewissen Modifikationen. Nur kann ich keinesfalls vilmoskörte Schutz nehmen. Er diffamiert nämlich mindestens genauso wie Taylan, wenn er sagt, dass diejenigen die dafür sind „ohne genau hinzuschauen, was und wie dort gebaut wird“, während die anderen natürlich genauer prüfen. Das ist genauso unsachlich und leider – lieber vilmoskörte – zeugen deine Postings nicht immer von ausreichender Differenziertheit: Das ganze Projekt als „städtebauliche Gesamtkatastrophe“ zu bezeichnen, ist ebenfalls mindestens so wenig schachgerecht, wie jeder Investition pauschal zuzustimmen. (Den Entwurf der StellplatzobergrenzenVO solltest du dir auch noch mal genauer ansehen, damit du zu einer korrekten Berechnung kommst.) Ist es hier nicht möglich sachlich zu diskutieren (an alle)?

  27. 27
    Jürgen says:

    @ Taylan
    Ich hoffe mal, dass Du künftig beim Schultheissplan nicht wie von Dir bei den Themen Hamberger und Edeka/Moabogen nur noch mit dem Arbeitsplatzargument kommst und andere sachbezogene Argumente nicht tolerieren willst.

    Ich hoffe, dass sich auch die Leute, die für die künftige Stadtteilvertretung Turmstraße kandidierern, die ja am 14. März neu gewählt werden wird, sachlich mit dem Bebauungsplanentwurf auseinandersetzen. Das wäre doch glatt ein „Wahlprüfstein“ für Kandidaten, falls dieses Mal denn eine Wahlmöglichkeit bestehen sollte, was ja bei der ersten Stadtteilvertretung Turmstraße nicht der Fall war, weil die Vertreter des Bezirksamts meinten, dass jeder der kandidierte auch als gewählt gelten sollte.

    Schade dass die Abteilung Stadtentwicklung anscheinend die einstimmig von den BVV-Fraktionen gewünschte Informationsveranstaltung nicht durchführen will, eine solche Veranstaltung würde vielen Bürgern die Meinungsbildung über den Bebauungsplanentwurf sehr erleichtern. Denn es geht sehr vielen Moabitern eben nicht darum einfach nur was zur verhindern, das ist eine diffamierende Unterstellung! Als einer der größten Verhinderer zu den ursprünglichen Schultheiss-Planungen wurde ja zwischenzeitlich übrigens der verantwortliche Stadtrat Gothe von so manchem angesehen, der das ursprüngliche Konzept des Investors wegen der massiven Eingriffe in den Denkmalschutz ablehnte. Da ist es schon spannend zu sehen, wie das Konzept gegenüber dem ursprünglichen verändert wurde. Und dabei werden sich vielleicht auch am Einkaufscenter interessierten Moabiter aus dem nördlichen Teil Moabits wundern, warum denn anscheinend kein fußläufiger Eingang vom Norden her über die bisherige Ladestraße vorgesehen ist, sondern von der Perleberger Straße aus nur für Autofahrer ein Zugang vorhanden ist. Aber vielleicht habe ich das ja aus den Plänen bisher noch falsch gesehen, dafür wäre doch eine Informationsveranstaltung mit der Möglichkeit auch sachlich nachfragen zu können und gegebenenfalls Verbesserungen für die Moabiter zu erreichen, sehr hilfreich.

  28. 28
    skawi says:

    Hallo Leute,
    Als Neuling bei Moabit Online und beim Überfliegen der Kommentare, egal zu welchen Thema, bin ich doch sehr erstaunt.
    Insbesondere die doch notwendigen baulichen Maßnahmen werden von den meisten kritisiert.
    Da wartet man Jahrzehntelang auf Veränderungen und wenn sie dann geschehen, will sie keiner mehr und man findet an allen Ecken was zu meckern und bildet eine BI dagegen.
    Unglaublich! Ich glaube ich bin hier falsch….

  29. 29
    H. E. says:

    Susanne hat die Begründung zum Bebauungsplan für Schultheiss erwähnt. Diese Begründung besteht aus 76 Seiten Fachchinesisch. Die Begründung zum Bebauungsplan für den Großmarkt besteht sogar aus 143 Seiten der gleichen Art.

    Der Umfang und die Sprache dieser Begründungen sind eine der Ursachen, warum sie von vielen nicht gelesen werden und warum viele nicht ahnen, was bei Vorhaben wie Schultheiss oder dem Großmarkt eigentlich passieren wird. Dieses dürfte für den Bewohner des Kiezes genauso gelten wie für den Abgeordneten in der BVV. Letzterer entscheidet dann sogar über die Zulässigkeit des Bauvorhabens !!!

    In der Bezirksverordnetenversammlung kommt hinzu, dass die Abgeordneten nicht nur die Begründung bekommen, sondern auch noch Pläne, Gutachten zu Verkehr, Umwelt, Bäumen und Schall und die Auswertung der Einwände der Bürger. Beim Großmarkt waren das insgesamt 480 Seiten eng mit Text und Tabellen bedrucktes DIN A4 – Papier.

    Da der Großmarkt oder im hier aktuellen Fall Schultheiss nicht der einzige Bebauungsplan und generell nicht das einzige Thema war bzw. ist, mit dem sich die Abgeordneten befassen müssen, kann man sich vorstellen, dass hier möglicherweise sehr schlampig vorgegangen wird, dass Mängel und auch Verstöße gegen die Baugesetzgebung nicht gesehen werden und nicht nach fachlichen sondern vor allem nach politischen Kriterien entschieden wird.

    Was ich erwarten würde, ist, dass sich die BVV geschlossen gegen einen derartigen Unsinn wehrt. Aber auf diesen Gedanken scheint keiner zu kommen. Die CDU hat sich zwar über die 480 Seiten öffentlich mokiert, aber zurückgewiesen hat sie diese Zumutung auch nicht.
    Jede Begründung zu einem Bebauungsplan müßte zumindest nach einem festgelegten gleichen Ordnungsschema abgefaßt und auch als Kurzfassung vorgelegt werden. Dieses sollte mal eine Fraktion in der BVV thematisieren. Warum soll ein Abgeordneter 39 Seiten Tabellen bekommen und lesen, wenn man das Ergebnis auch in wenigen präzisen Sätzen zusammenfassen kann?!

    Betreffend Schultheiss: Jedem, der sich intensiv mit der Begründung zum B´plan befassen möchte, kann ich nur empfehlen, sich selbst ein Stichwortverzeichnis anzulegen, damit man immer wieder schnell zu den Knackpunkten zurückfindet.
    Einige der wichtigen Punkte sind: Bruttogeschoßfläche, GFZ, Maß der Nutzung, Versiegelung, Verkaufsfläche, StEP Zentren (Stadtentwicklungsplan Zentren), Schutzbedürftigkeit der Umgebung, Baunutzungsplan von 1960 (ja, man staune: 1960 !! Das war mal vor 51 Jahren !!), Flächennutzungsplan, Sondergebiet, Umweltatlas.

  30. 30
    Martin B. says:

    @ taylan
    Brich doch erst einmal deine eigene Engstirnigkeit auf. Sehr viele derer, die sich in der BI engagierten und mir geht es um maßvollere, nachhaltige und Kiezverträgliche Bebauung. Das wurde gerade von den „Funktionären“ deiner Partei (Spezialdemokraten) immer bewusst ignoriert. Statt in Dialog zu treten, kamen Diffamierungen wie Fenstergucker, wohlsituierte Dachgeschossbewohner, sozialökologische Besserverdiener, Bürgerinformation statt Bürgerbeteiligung.
    Als fleißiger Besucher der BVV-u nd Ausschusssitzungen sollte dir nicht entgangen sein, dass einiges beim B-Plan Hamberger falsch gelaufen: Fragwürdiges Vertragskonstrukt mit Vivico (das zuerst verheimlicht wurde), städteplanerisches Versagen von Gothe, der dem Investor völlig freie Hand ließ, Ignorieren der Ergebnisse der Arbeitsgruppen zur Stadtplanung West, nicht umsetzen des BVV-Beschlusses einen Konsens zu finden usw. Vielleicht hilft zukünftig bei dir ja zuhören statt Bildchen malen.
    Darf jetzt nur noch der „Durchschnittsbildungsmoabiter“ das Wort ergreifen?

  31. 31
    taylan says:

    Das war ja wieder mal klar, da sagt man was und dann wird wieder mit schrfer Munition geschossen.

    Wenn es denn nur so einfach wäre: Nein, nicht jeder kann seine Interessen durch eine BI artikulieren. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zu BIs und die zeigen eigentlich alle, dass sich eher der gutbürgerliche aus der Oldenburger- bzw. Essener Straße eher gegenüber der Politik artikulieren kann als der ehemalige türkische Osramarbeiter, dem noch nie die deutsche Sprache beigenracht wurde. Ja,
    und nun soll Letzterer mal nen B-plan lesen und seine Einwände schriftlich formulieren! Verar… kann ich mich auch selber.

    Ich habe eher manchmal das Gefühl, dass die Engstirnigkeit hier bei anderen liegt, die sich nur mit gleichgesinnten umgeben und deshalb die Umwelt anders wahrnehmen. Ich glaube nicht, dass die Ökofraktion, nur weil sie mit dem Fahrrad durch den Beusselkiez radelt, auch weiß, was die Leute dort denken.
    Natürlich soll man auch altes erhalten. Ich habe nicht gesagt, dass hier alles plattgemacht werden soll. Ich kann aber mit dem Kompromiss zum Schultheiss-Gelände leben und desweiteren halte ich es für viel sinnvoller, statt Veränderungen im Kiez zu bekämpfen (Einige sind hier ja gegen alles-Besitzstandwahrer), Veränderungen im Kez zu gestalten und zwar mit allen.

    Man kann mir gerne Engstirnigkeit vorwerfen, weil ich gewisse Dinge anders gewichte. Aber dann ist die sozialökologische Fraktion genauso engstirnig.
    DIE LEUTE WOLLEN ARBEIT! Und dann sind denen (und ich kenne viele hier im Kiez, den ich wie meine rechte Hosentasche kenne) 3 meter abstand oder 4 meter Abstand vom Hamberger an der Siemensstraße irgendwo auch egal. Aber genau das wurde halt nicht artikuliert

  32. 32
    vilmoskörte says:

    Haut mal ruhig weiter aufeinander ein, ich halt mich raus.

  33. 33
    H. E. says:

    Zur Abwechslung mal zurück zu Schultheiss:

    An der Turmstraße sind zur Zeit inkl. Hertie 21.000 m² Verkaufsfläche vorhanden, wobei Hertie zur Zeit noch nicht mal genutzt wird. Mit Schultheiss werden 20.000 m² dazukommen, womit plötzlich entlang der Turmstraße die doppelte Verkaufsfläche vorhanden ist.

    Keiner kann oder wird garantieren, dass diese 41.000 m² auch wirklich gebraucht werden: der Investor nicht, der Stadtrat nicht, der Bürgermeister nicht und die Parteien schon garnicht. Alle zusammen können nicht garantieren, dass die Kaufkraft der Moabiter plötzlich für das doppelte Angebot ausreicht oder dass durch Auswärtige so viel Kaufkraft dazukommt. Warum sollte jemand plötzlich die doppelte Menge Bananen, Schuhe, CD´s, Klamotten oder Seife kaufen oder extra mit dem Auto zum Einkaufen gerade nach Moabit fahren?

    An vielen Stellen in der Stadt hat sich gezeigt, dass die Kaufkraft nicht ausgereicht hat. Warum soll sie also gerade in Moabit ausreichen, wo es so viel Arbeitslosigkeit und so viel Kinderarmut gibt wie nur noch an zwei oder drei anderen Stellen in Berlin – leider.

    Warum also nicht kleiner bauen? Das bringt auch Arbeitsplätze und es erhält gleichzeitig die vorhandenen. Außerdem gibt es weniger Verkehr, städtebaulich kann es genauso oder besser werden und menschlicher und umweltfreundlicher allemal.

    Wie geht es eigentlich im Moabogen? Man hört so garnichts mehr? Ist schon alles vermietet?

  34. 34
    Say Cheese says:

    Ich finde dass Schultheiss-projekt gut. Ob hier und da ein Par Änderungen notwendig sind ist mir Wurst. Mann kan nicht die 20.000 m2 auf der Turmstrasse mit den neuen 20000m2 gleichstellen. Die Shops die wahrscheinlich im Schultheiss-center ihre Heimat finden, würden wahrsheinlich nicht Ihre Heimat anderswo af der Turmstrasse finden (Ausser in etwas neues af dem Hertie-gelände). Das Schultheiss-center behält eher die Kunden auf Moabit, die sonst auf dem Kuh’dam oder anders wo fahren würden.

  35. 35
    snuk says:

    zu H.E.:
    GARANTIEREN kann keiner was. Du bestimmt auch nicht, dass mit einer kleineren Lösung alles städtebaulich besser, menschlicher und umweltfreundlicher sein wird. Und noch viel weniger, dass sich dafür auch ein Investor findet.

    Und was die Kaufkraft angeht: Klamotten und Schuhe (und viele andere Dinge) kaufe ich nicht in Moabit. Wenn das ensprechende Angebot da ist, kann sich das ändern. Und das wird nicht nur für mich gelten. Damit kommt dann schon einiges an Kaufkraft zusammen. Und so wie ich zur Zeit mangels Angebot zum Einkaufen bestimmter Waren in andere Stadtteile fahre, werden einige (z.B. auch die, die hier arbeiten, aber woanders wohnen) zum Einkaufen zum Schultheiss-Gelände kommen.

  36. 36
    skawi says:

    Hallo H.E.,
    hätte da mal ne Frage. Was willst du eigentlich?
    Übrigens, war erst letzten Samstag im Moa-Bogen einkaufen. Alles chick und vermietet. Gefällt mir.

  37. 37
    snuk says:

    Das wird nicht nur H.E. interessieren:
    Info zum Moa Bogen, Stand 8.2.2011

    Anfang März wird das 1.OG eröffnet, u.a. werden eröffnen: Persisches Restaurant, Food-Court (verschiedene Angebote zum Essen), Nagelstudio, Schuster und ein Schuhladen im EG.

    Quelle: http://www.moabogen.beepworld.de/aktuell.htm

  38. 38
    taylan says:

    @ Martin B.:

    Meine Partei ist auch deine Partei…

    P.S.: Sei nicht eifersüchtig, ich kann die das Autos zeichnen bei Bedarf dann auch beibringen.

  39. 39
    prolet says:

    Man sollte sich einfach einmal vor Augen führen, daß vieles, was in diesem unseren Lande geschieht, den sogenannten Marktgesetzen unterworfen ist. Einkaufscenter streiten sich um die Kunden wie Spatzen um das Futter, siehe Köpenick. Deshalb die Diskussion um „Ankermieter“, sprich die garantierte Rendite. Aus purer Moabiterfreundlichkleit wird wohl niemand ein Nischeneinkaufscenter für Moabit, klein und schnuckelig um alle Bäume und Sträucher herumgebaut, errichten. Ein Unternehmer muß bei Strafe seines Unterganges Gewinn erwirtschaften, mindestens jedoch müssen die Kosten wieder hereinkommen. Wenn wir also hier und heute keine Revolution machen, also die Eigentumsverhältnisse nicht ändern können oder wollen, dann müssen wir – ob wir das nun gut finden oder nicht – uns mit diesem System arrangieren. Sachliche Kritik gibt es für mich an dem Projekt schon (wie schon eingangs geschildert), aber ich lehne es nicht rundheraus ab, siehe oben. Was wäre denn eine realistische Alternative? Alles so lassen wie es ist? Auf den Mäzen hoffen, der ganz uneigennützig nur Tolles hinbaut?
    Also, statt hier sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen oder sich mit kindischen Äußerungen bloßzustellen, sollten wir diskutieren, was sinnvoll ist, und was nicht. Und wir sollten dann vereint eine Position vertreten, auch in der Frage der Arbeitsplätze, bei denen es ja nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität ankommt. Da sollten ruhig auch einmal Gewerkschafter mitdiskutieren. Wenn aus einer solcherart hier geführten Diskussion der Interessierten dann ein Meinungsbild und vor allem Wissen herauskäme, das auch den in der Bauleitplanung nicht so Vertrauten eine gute Vorlage für eine eigene, qualifizierte Einwendung gäbe, dann wäre schon etwas gewonnen. Wenn sich daraus dann auch noch der eine oder andere, bisher Abwartende, zu einer Mitarbeit in den bezirklichen Gremien bzw. auch BIs entschlösse, wäre viel gewonnen!

  40. 40
    Rané says:

    @ prolet
    Vollste Zustimmung und zur Ergänzung, was in Moabit fehlt, sind Treffpunkte (Cafés und Kultur, u.a. eine „Kiezdisco“). Es gab in den 80ern Jahren mal eine Initiative für eine „Kulturbrauerei“ für dieses Gelände, leider ist dies gescheitert. An andere geschlossene Theater und Galerien will ich lieber nicht erinnern.

  41. 41
    vilmoskörte says:

    Zum Nachtrag im Artikel: Im Bürgeramt im Rathaus Tiergarten ist lediglich ein Übersichtsplan, aus dem sich wenig mehr als die Lage des zu bebauenden Geländes ergibt, auf dem Gang angeheftet. Meine Nachfrage bei „Information“ zum oben erwähnten A3-Flyer stieß auf ungläubiges Staunen: „Nein, das haben wir hier nicht“.

  42. 42
    Susanne Torka says:

    Habe noch einmal nachgefragt: Herr Blank (stellv. Leiter Bürgeramt) bestätigte, dass die Flyer am Tresen der Infomation im Bürgeramt ausliegen. Man solle dort nachfragen. Keine Ahnung vilmos, wer da mal wieder nicht Bescheid wusste.

  43. 43
    Redaktion says:

    Am 7. März geht die Auslegungsfrist schon zu Ende. Gestern haben sich einige engagierte Bürger getroffen, um über die Pläne zu sprechen. Es waren eine Menge gute Anregungen dabei, die hoffentlich in den nächsten Tagen hier als Bausteine angefügt werden, damit sich viele mit guten Argumenten beteiligen.

  44. 44
    H. E. says:

    Jedem, der sich weiter mit diesem Polit- und Rendite- Beton beschäftigen möchte, würde ich empfehlen, mindestens die Begründung zu speichern oder noch besser auszudrucken und sich selbst dazu ein Stichwortverzeichnis anzulegen. Dann wird so ein Konglomerat sehr schnell richtig übersichtlich und man findet vor allem die Knackpunkte wieder.
    Zu den Knackpunkten siehe Kommentar Nr. 29 letzter Absatz.

  45. 45
    Evsan says:

    guten Tag

    ich persönlich Hab nix dagegen. Abeer Wäre es nicht besser denn bau am kartsatd/hertie grundstucks zubauen. Der hässliche hertie haus muss weg.

    Bye

  46. 46
    Stromstraßianer says:

    Im Gegensatz zum überwältigenden Teil meiner Vorredner sehe ich ein großes Problem in der zu niedrigen Anzahl von Parkplätzen, die zu einer nicht hinnehmbaren zusätzlichen Belastung des ohnehin geringen Parkplatzangebotes in den benachbarten Straßen führen wird (Zitat: „Eine Unterbringung des ruhenden Verkehrs muss vorrangig überirdisch erfolgen, da der zu erhaltende Bestand, inklusive der gepflasterten Hofflächen, nicht unterbaubar ist“).

    Wer hier zu Hauptzeiten oder am Abend gelegentlich einen Parkplatz sucht, wird wissen, was ich meine. Die vom rot-roten Senat gewollte StellplatzobergrenzenVO ist sowieso ein Schlag ins Gesicht derer, die auf ein Auto aus beruflichen oder privaten Gründen angewiesen sind.

    Bevor jetzt unsere Ewiggrünen und Jungkommunisten mit ihrem Fahrrad kommen: Tut das mal schön, aber versucht nicht, von Euch auf andere zu schließen und andere zu ihrem Glück zu zwingen. So, jetzt kann der Flamewar weitergehen. 🙂

  47. 47
    H.R. says:

    Danke, Taylan und snuk,
    die ewig Meckerer sollten mal begreifen, das es hier um Miliionen und aber Millionen von Euros geht, welches die Investoren nun endlich in MOABIT!! investieren.
    Seit Jahrzenten wurde versprochen, geplant, zerstört, zerstritten, kaputtdiskutiert….. und, und….
    Soll den Moabit wie vor Jahrhunderten wieder ein Acker werden?
    Soll das denn ewig weitergehen? Die Ewigkrititisier sollten mal einige Zeit die Positionen der Stadtplaner und der Investoren etc.einnehmen und dann – nicht nur – mit dieser Kritik umgehen.
    Konstruktive Kritik ist gut; aber nur dann, wenn die Kritker ihre Hausaufgaben gemacht haben. Und zwar RICHTIG und über den Tellerrand hinaus und nicht egoistisch denken bitte. Die Turmstrasse geht nicht unter. Auch die Händler nicht. Wir Moabiter brauchen das Center mit seiner Vielzahl von Geschäften und Branchen. Das haben verschiedene Umfragen vor Jahren bereits ergeben. Und Moabiter haben wieder Kaufkraft
    Endlich passiert was:
    Zunfthalle, aktives Stadtzentrum, Koordinationsbüro, QM arbeiten endlich zusammen, Geschäftsstrassenmanagement, der Kleine Tiergarten wird ENDLICH saniert. Ottopark dito, kein Leerstand in der Turmstrasse, evtl. Sanierungsgebiet, Millionen staatliche Zuschüsse,MOA21, EuroCity, usw.immer mehr junge Menschen ziehen hier her.
    Also hört endlich auf immer nur zu meckern und denkt positiv und optimistisch.
    MOABIT wird dufte.
    Aber wenns Euch nicht gefällt, dann geht auf die Wiese und meckert dort weiter

  48. 48
    Baumliebhaber says:

    Die Erhaltung vorhandener Bäume ist unbedingt im B-Plan festzusetzen, innerhalb des Denkmalbereichs südliche Gartenfläche, 1 Kastanie, 3 Linden, 1 Zierapfel, 1 (wahrscheinlich(?) Ulme und im Hof südlich des Denkmalbereichs 2 prächtige Ahornbäume.
    Die Bäume bilden hochwertige Ökoelemente für Moabit. Die eine Fäche mit 6 Bäumen ist großteils nicht versiegelt, sie hat Gartencharakter. Dieses hervorragende ökologische Potential sollte erhalten und für geeignete Zwecke im Rahmen des Vorhabens genutzt werden (z.B. Biergarten.)
    Das Plangebiet ist nach (Landschaftsplan 2.5.3): im Vorranggebiet Luftreinhaltung Sanierungsschwerpunkt und mit öff. Freiflächen unterversorgt. Hier sagt die Empfehlung des Landschaftsprogramm u.a. „Hofbegrünung“. Das verpflichtet zumindest zur Erhaltung vorhandener Bäume im B-Plan.
    Die Bäume prägen heute das Ortsbild. Ihre Beseitigung wäre eine ökologische und ästhetische Verarmung von Moabit.
    -ie Bäume dienen erheblich der Stabilisierung des Wasserhaushalts, dem Bodenleben und zahlreichen Tieren / Vögeln/Nutzinsekten, Bienen usw. im Kronen- und Stammbereich. Sie sind an diesem hochbelasteten Ort nicht ersetzbar. Neuanpflanzungen anderswo oder in anderer Form des Grüns können weder qualitatitiv im Blick auf vorhandene Baumgröße/-alter noch im Blick auf die Ortsgebundenheit der notwendigen ökologischen und ökosozialen Positiveffekte der Bäume quantitativ und qualitatitiv als Ausgleichsmaßnahmen akzeptiert werden. Sind – wie im vorliegenden Fall – Eingriffe weder ausgleichbar noch ersetzbar, so sollen sie unterlassen werden. Die Erhaltung der herrlichen Bäume ist bei gewissen Plankorrekturen mit dem Gesamtvorhaben leicht vereinbar, geschickt genutzt, liegt sie auch in Interesse des Investors.
    „Insgesamt sollen bei baulicher Verdichtung qualitativ hochwertig gestaltete Freiräume geschaffen werden“, verlangt (I. 2.5.3 Landschaftsprogramm). Wir schließen uns dem an:
    Die vorhandenen Bäume im Plangebiet sind aus diesen Gründen vordringlich als zu erhalten im B-Plan festzusetzen.

  49. 49
    Redaktion says:

    Für alle diejenigen, die sich im Hinblick auf eine Stellungnahme zum Bebauungsplan zum Bauplanungsrecht ein noch wenig schlauer machen wollen, gibt’s übrigens beim Stadtteilausschuss Kreuzberg e.V. unter Plan B die Links zu einem 2-seitigen Faltblatt „http://www.stadtteilausschuss-kreuzberg.de/pdfs/faltblatt.pdf“ (PDF, ca. 1MB) sowie einer 100-seitigen Broschüre „Plan B – Bauleitplanung für alle

  50. 50
    wahnfried says:

    @taylan, snuk und…
    Danke. Endlich passiert mal was in Moabit und schon wird einem erklärt warum es nicht geht oder schlecht sein soll. Ich sehe das Einkaufscenter als eine Chance für Moabit. Wir wohnen nun seit ca. 15 Jahren in Moabit und haben den Niedergang der Turmstr. verfolgt. Bei allen „Gefahren“ die ein großes Einkaufscenter trägt, wo soll ich denn für meine Kinder Schuhe, Hosen, … ja selbst Strümpfe einkaufen? Bislang müssen wir dafür zum Ku’damm oder Alex fahren und lassen unser Geld dann auch dort, in Zukunft könnte das in Moabit passieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das geplante Einkaufscenter eine Konkurrenz für die 99 Cent-, Handy- und Gemüseläden in der Turmstr. darstellen wird und Spielhallen wird das Einkaufscenter wohl auch eher nicht beherbergen. Meine Familie und ich würden es sehr begrüßen, wenn neben der Markthalle und dem Edeka im Moabogen weitere angemessene Einkaufsmöglichkeiten in Moabit entstehen würden. Wir lieben nämlich unseren Kiez.