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Informationsveranstaltung Schultheiss-Gelände

Am 29. März soll jetzt doch noch eine Informationsveranstaltung zu den Planungen auf dem Gelände der früheren Schultheiss-Brauerei stattfinden. Bereits vom 7. Februar bis zum 7. März hatten die Unterlagen zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan 1-43VE ausgelegen. Auf eine über die förmlich vorgeschriebenen Verfahren hinausgehende Öffentlichkeits­betei­li­gung hatte dabei die von Bezirksstadtrat Ephraim Gothe geführte Stadtentwicklungverwal­tung verzichtet, obwohl die Ent­wick­lungs­planungen für dieses Areal in den vergangenen Jahren auf sehr großes Interesse gestoßen waren und zudem mitten im Gebiet des „Aktiven Stadtzentrums Turmstraße“ sowie dem Gebiet des Quartiersmanagments Moabit-Ost liegten also zwei Verfahren, zu denen sich der Bezirk „Bürgerbeteiligung“ auf die Fahnen schreibt. Doch erst nachdem die Bezirksverordnetenversammlung Mitte (BVV)  in ihrer Sitzung am 17. Februar einstimmig Stadtrat Gothe zur Durchführung einer Informationsveranstaltung, deren Ergebnisse in die Auswertung einfließen, aufgefordert hatte, kommt es jetzt zu einer Informationsveranstaltung zu den Plänen, die das Quartiersmanagement Moabit-Ost mit organisiert. Dem vorausgegangen war der Brief eines Bürgers an die BVV mit der Forderung nach einer Erläuterungsveranstaltung. MoabitOnline ist darüber hinaus bekannt, dass schon bei der anlässlich der „frühzeitigen Bürgerbeteiligung“ im April 2008 mindestens ein Bürger in seiner  Einwendung für die öffentliche Auslegung eine Informationsveranstaltung angeregt hatte.

In seiner Antwort an die BVV in einer Vorlage zur Kenntnisnahme führte Stadtrat Gothe im Hinblich auf die von der BVV geforderte Info-Veranstaltung aus: „Denkbar wäre die Durchführung einer Veranstaltung im März/April 2011, die aber somit nach Ablauf der öffentlichen Auslegung nur einen rein informatorischen Charakter haben könnte.“ was nahelegt, dass Gothe eine Berücksichtung der Beiträge bei der Veranstaltung zum Bebauungsplanverfahren nicht durchführen will. Denn ein gesetzliches Verbot der Berücksichtigung gibt es offenkundig nicht, sagt doch auch der Text zum förmlichen Verfahren „Nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen können unberücksichtigt bleiben.“, wohlgemerkt hier steht „können“ und nicht „müssen“. Insofern bleibt abzuwarten, inwiefern die Beiträge der Bürger bei der anstehenden Informationsveranstaltung auch tatsächlich in das förmliche Verfahren aufgenommen werden. Allerdings haben bei vielen Bebauungs­planungen mit einem hohen Beteiligungsgrad Bürger hinterher den Eindruck, dass die Anregungen von der Abteilung Stadt­entwicklung weggewogen und nicht abge­wogen wurden.

Aber vielleicht wird es ja diesmal doch anders kommen. Viele der Anregungen zur Schultheiss-Planung, von denen MoabitOnline erfahren hat, sind jedenfalls differenzierte und konstruktive Anregungen und nicht einfach pauschale Befür­wor­tungen oder Ablehnungen der  Planungen des Einkaufszentrums auf dem Schultheiss-Gelände.

Bebauung Schultheiss-Gelände
Bürgerbeteiligung
Informationsveranstaltung
des Bezirksamts Mitte von Berlin

Dienstag, 29.03.11 um 18 Uhr
BVV-Saal Rathaus Tiergarten
Mathilde-Jacob-Platz 1

Programm:
Begrüßung durch den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe
Projektvorstellung durch den Bauträger HLG Projektmanagement Gmbh & Co.KG
Im Anschluss: Diskussion und Sammlung von Anregungen zur Bebauung

Nachtrag:
Mehrere Moabiterinnen und Moabiter haben uns ihre Anregungen und Bedenken zum Bebauungsplan zugeschickt mit der Bitte diese zu veröffentlichen, damit die Argumente und die ganze Tragweite der Planung bekannt werden. Hier sind die einzelnen Stellungnahmen verlinkt:
Reinhard Nake
dto. zur Begrenzung der Parkplätze
Brigitte Nake-Mann
ST
Marianne Ratajczak
Dr. Gotthard Schulte-Tigges

Die Details der Planung sind im ersten Artikel zu finden.

weitere Nachträge:
Ein Bericht von der Veranstaltung ist auf der Seite des QM Moabit West und beim QM Moabit-Ost sowie im Tagesspiegel erschienen.
Weil die Berliner Woche als pdf auch nur wenige Wochen im Netz steht, stellen wir hier den Artikel vom 16.2.2011 mit Kommentar und den Artikel vom 30.3. über die Veranstaltung mit Kommentar bereit.
Am 6.4.11. fragte die Berliner Woche „Wie weiter mit Schultheiss?“ und das Berliner Abendblatt am 9.4.11 titelte „Mehr Denkmal, weniger Fläche“ .

Nachtrag vom 6. Mai 2011:
Im Amtsblatt Nr. 18 vom 6. Mai 2011, Seite 813 wird die

Erneute Auslegung des Bebauungsplanentwurfs “Schultheiss-Areal” – Stellungnahmen nur zu Änderungen – bekannt gegeben:

Der Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans 1-43 VE für die Grundstücke der Perleberger Straße 42, Turmstraße 25-26 und Stromstraße 11-17 im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit liegt mit Begründung gemäß §4a Absatz3 in Verbindung mit §3 Absatz 2 des Baugesetzbuchs erneut öffentlich aus. Er wird in der Zeit vom 16. Mai 2011 bis einschließlich 27. Mai 2011 erneut ausgelegt.

Stellungnahmen können nur zu Änderungen abgegeben werden.

92 Kommentare auf "Informationsveranstaltung Schultheiss-Gelände"

  1. 1
    Miriam Scheffler says:

    ich möchte demjenigen, der das plakat entworfen hat, nicht zu nahe treten, aber ich finde, es gibt den grundsätzlichen missstand dieses verfahrens sehr gut wieder: überall sieht man immer nur die eckfassade von der turmstraße aus, so dass der fokus darauf gelenkt wird. ins hintertreffen gerät darüber die rückwärtige bebauung des geländes mit dem riesigen parkhaus, der schwierigen zufahrtssituation über die perleberger str., der verschattung der wohngebäude in der lübecker str., dem abriss großer teile des denkmalgeschützten ensembles usw.
    die plakate hängen übrigens noch nicht in unserer straße.

  2. 2
    H. E. says:

    Wie hier alles zubetoniert werden soll, ist gut auf der perspektivischen Zeichnung im anderen Artikel zu sehen.

    Und ein weiterer Mißstand ist das Programm: Es geht um einen Bebauungsplan, also eine Amtssache. Deswegen müßte das Bezirksamt den B´plan erläutern und allenfalls am Rande der Bauträger sein Projekt.

    Für den B´plan und die damit verbundenen Entscheidungen sind das Bezirksamt und Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) verantwortlich. Sie müssen Rede und Antwort stehen. Von ihnen möchten wir z. B. hören, mit welcher Begründung das zulässige Bauvolumen völlig willkürlich überschritten wird.

    Auch hier zeigt sich, dass die gesamte Art des Genehmigungsverfahrens „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ nicht mehr zeitgemäß ist und dringend erneuert werden muss. Es dient zu sehr den Investoren und zu wenig dem Gemeinwohl.

  3. 3
    Susanne Torka says:

    Einige Moabiterinnen und Moabiter haben uns ihre Anregungen und Bedenken zum Bebauungsplan zugeschickt und möchten die Argumente breiter bekannt machen, damit sich viele andere mit der Planung intensiv auseinandersetzen können. Oben im Nachtrag zum Artikel verlinkt.

  4. 4
    Miriam Scheffler says:

    prima idee, die verlinkung! besonders der einwand von herrn nake bzw. der nachtrag bzgl. parkhaus ist gerade für uns in der lübecker str. 37 sehr interessant!

  5. 5
    H. E. says:

    Hier einige Infos zum Parkhaus:

    Das Parkhaus ist nur so hoch, weil im Keller, im EG und im 1. OG Verkaufsflächen sind. Fallen die weg, weil sie sowieso für Moabit viel zu viel sind, kann man das Parkhaus wesentlich kompakter und besser gestalten.

    Das Parkhaus grenzt direkt an die Höfe der Lübecker Straße. Man sollte fordern, dass die Fassade (auch die der zurückspringenden Ebenen) wegen des Lärms geschlossen ist. Außerdem könnte man das unterirdische Parkgeschoss an der Turmstraße vergrößern und dafür weniger oberirdische Parkplätze vorsehen (siehe Grundriss UG).

    Die Höhe des Parkhauses direkt an den Höfen ist 15,00 + 0,30 Attika = 15,30 m.
    Dann springt die Fassade etwas zurück und steigt an auf eine Höhe von 19,65 + min. 0,30 Attika = 20,00 m. Im Bereich der Rampe zum obersten Parkdeck sind es sogar 22,00 + 0,30 Attika = 22,30 m. Dieses entspricht der Traufhöhe (Regenrinne) von typischen Berliner Altbau-Fassaden an der Straße. An den Höfen ist sie oft etwas niedriger.
    Auf dem Plan ist die Stromstraße waagerecht, im Stadtplan jedoch senkrecht. Will sagen: das Parkhaus liegt genau im Westen der Höfe. Also wird es gerade nachmittags und abends, also am Feierabend, wenn man zu Hause ist, richtig finster in den Höfen.

    Die Ansichtszeichnungen (siehe die Pläne zum B´plan) hätte die Abt. für Stadtentwicklung so nie akzeptieren dürfen. Sie sind die reinste Augenwischerei, weil sie nur die bessere Hälfte zeigen: die alten Brauerei-Bauten. Gerade auf den Zeichnungen links oben und rechts unten sind die Baumassen des Parkhauses nur mit dünnen Umrisslinien dargestellt, so dass sie kaum zu sehen sind.

  6. 6
    Miriam Scheffler says:

    dass unsere höfe teilweise völlig verschattet werden, kann man ja auch dem verschattungsgutachten entnehmen.
    gerade die planung mit einer massiven mauer direkt vor unserer nase empfinden wir anwohner/innen (zumindest die in der lübecker str. 37) als absolut daneben, die jetzigen brandmauern an unseren höfen sind natürlich viel niedriger. der alte bvv-beschluss aus 2007/2008 forderte deshalb auch u.a., dass das gebäude, das an unsere höfe grenzt, erhalten bleibt. und ausgerechnet dieses gebäude soll nun dem parkhaus weichen, völlig unnötiger weise, wie von h.e. dargestellt.

  7. 7
    H. E. says:

    Die Tiefgarage an der Turmstraße hat 120 Parkplätze. Das Parkhaus an der Strom- Ecke Perleberger Str. hat im 2., 3. und 4. OG zusammen 400 Parkplätze. Das Dach des Parkhauses wird bisher nicht genutzt.

    Auf dem Dach befindet sich exakt über der Autorampe ein rechteckiger Aufbau mit der Oberkante von 22,00 m. Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, warum man diesen Aufbau gerade über der Rampe plant und damit den Hof an der Lübecker Str. noch mehr verschattet, es sei denn, man möchte später in diesem Aufbau die Autorampe bis auf´s Dach verlängern.

    Ebenso ist über den Aufzügen und der Treppe ein quadratischer Turm mit einer Oberkante von 23,00 m geplant, dessen Inhalt aus den Plänen nicht ersichtlich ist. Zumindest die Treppe, über die es einen direkten Zugang zu den Aufzügen und allen Verkaufsgeschossen gibt, könnte man in diesem Turm auch nachträglich bis auf´s Dach verlängern.

    Auf der Dachfläche wären dann weitere 115 Parkplätze möglich. Dann hätten die Bewohner der Lübecker Str. nicht nur einen finsteren Hof sondern auch noch Lärm, Dreck und Gestank dazu.

  8. 8
    u.Zerres says:

    Ich wohne Lübeckerstr. 37, im Seitenflügel und bin nicht begeistert über die Bebauung, die ich als Unverschämtheit bezeichnen möchte.
    Dieses Grundstück mit seinem Potenzial wird durch die Architekten und den Investor nicht wahrge-nommen. Die Einmaligkeit der alten Ziegelgebäude, die stillen vom Autolärm unberührten Höfe und Sträßchen, begrünt und gut gestaltet, mit einem offenen Himmel über Berlin, könnten so zu einem Gewinn für alle hier wohnenden Menschen werden, und dem Geschäftemachen auch bestimmt nicht abträglich sein wird.
    Denn ich bin der festen Überzeugung, das heute mehr und mehr nur noch mit Qualität Kundenströme beeinflußt werden können, wenn sie denn von anderen Zentren abgezogen werden sollen, denn die sogenannte Kaufkraft der Berliner Bevölkerung bleibt im Idealfall konstant, wenn sie sich in den nächsten Jahren nicht noch verschlechtert.
    Selbst in sog. ärmeren Ländern wie Brasilien, werden in fast aufgegebenen Stadtteilen mit armer Bevölkerung und hoher Verwahrlosung auf künstlerisch wertvolle Architektur gebaut und entsprechend investiert. Mit hochwertigen Gebäuden und Angeboten haben es die Verantwortlichen dort tatsächlich geschafft, diese Stadtteil zu befrieden und den Menschen dort eine Perspektive zu geben, und zwar nur dadurch, das sie mittels herausragender Architektur und Freiraumgestaltung gezeigt bekommen, das man sie noch nicht aufgegeben hat.
    Bleibt es bei dieser ideenarmen Planung, die nur einem überkommenen Bild vom Einkaufszentrum folgt, so kann man nur sagen: Schafft viele „Stuttgart 21“ Bewegungen.

  9. 9
    Carsten says:

    An H.E.: Die Spekulation verstehe ich nicht. Das Dach wird doch nach der Planung als offenes Parkdeck genutzt. Das ist nicht schön. Aber es steht im Text und ist auch im Projektplan zu erkennen (wenngleich man auch genau hinschauen muss.)

  10. 10
    H. E. says:

    @ Carsten

    Sorry, habe mich vertan. Ja, das Dach ist leider jetzt schon als offenes Parkdeck geplant.
    Wenn man nun davon ausgeht, dass dieses Deck eine massive Brüstung mit ca. 1,0 m Höhe erhält, kommt man auf eine Gesamthöhe von 19,65 +1,00 = 20,65 m. Der Aufbau über der Rampe bleibt bei ca. 22,30 m.

  11. 11
    H. E. says:

    Am Dienstag sollte im BVV-Ausschuss für Stadtentwicklung die Abt. Stadtentwicklung von Mitte die Anfrage beantworten, ob zwei Urteile des Oberverwaltungsgerichts betreffend Bebauungspläne (u. a. für das Daimler-Gelände hinter dem Salzufer) Auswirkungen auf die B´pläne für den Großmarkt an der Siemensstraße und für Schultheiss an der Stromstraße haben werden.

    Zur Erinnerung: Nachdem das Bezirksamt Charlottenburg obige Normenkontrollverfahren verloren hat, hat Charlottenburgs Baustadtrat Gröhler gesagt, dass die Entscheidungen Auswirkungen hätten auf 15 weitere Fälle in seinem Bezirk, in ganz Berlin seien es 50 bis 60. Da es sich m. E. beim Großmarkt und bei Schultheiss um die gleiche Problematik handelt, müßten diese eigentlich dabei sein.

    Nun hat der Ausschuss am Dienstag gg. 21 Uhr wegen der späten Stunde abgebrochen und u. a. obiges Thema auf Mai verschoben. Richtig, nicht etwa April, nein, sogar Mai. Da gibt es zwei riesige aktuelle und problematische Bauvorhaben in Moabit, deren vom BA geplante extreme Größe den Bewohnern zutiefst suspekt ist und der Ausschuss vertagt die Klärung einfach um 2 Monate. Ist das noch ein zeitgemäßes und verantwortungsvolles Handeln? Ich finde nicht.

    Man sollte daher am Dienstag in der Informationsveranstaltung zu Schultheiss im Rathaus die Frage zu den Auswirkungen an Herrn Gothe richten. Da er ja für den Ausschuss vorbereitet gewesen sein muss, dürfte ihm wohl eine ausführliche Stellungnahme nicht schwer fallen.

    Hier der Link zum Artikel, der die o. g. Sache am Salzufer beschreibt:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article12395317/Der-Aufstand-der-Buerger-gegen-die-Stadtplaner.html

  12. 12
    Miriam Scheffler says:

    @ h.e
    na, das nehmen wir doch gleich mal als merkposten für dienstag auf!

    übrigens hängen bei uns in der lübecker str., aber auch bei anderen wohnhäusern, die durch die planung betroffen sind (z.b. entlang der perleberger str.) immer noch keine plakate für die veranstaltung. auf nachfrage im stadtentwicklungsausschuss verwies herr gothe nach meinen informationen darauf, dass in irgendeiner postwurfsendung, die an haushalte im bereich aktives stadtzentrum gesteckt werden sollen, auf seite 9 ein hinweis auf die veranstaltung stehen würde. angeblich soll auch das qm moabit ost informationen verteilen, ich seh hier bloß keine… toll! diese art von informationspolitik finde ich ein echtes armutszeugnis!

  13. 13
    Susanne Torka says:

    ich bin gestern durch die Lübecker gefahren und war vollkommen überrascht, dass die Plakat nirgendwo zu sehen sind. Was helfen die schönsten Plakate, wenn sie nirgendwo hängen.
    Die Information von Herrn Gothe bezog sich vermutlich auf die Zeitung „ecke turmstraße“ Märzausgabe, die an vielen Stellen ausliegt. Ob sie als Hauswurfsendung verteilt wurde, wie die Nullnummer, weiß ich nicht.

  14. 14
    Miriam Scheffler says:

    liebe susanne,
    dass plakatiert werden muss, habe ich herrn gothe schon letzte woche in der bvv vorgehalten, passiert ist nichts. ob und wie die „ecke turmstraße“ verteilt wird, entzieht sich meiner kenntnis, weite teile der betroffenen anwohner haben jedenfalls nichts davon, da nicht im az turmstraße wohnend.
    es kann nicht sein, dass wir anwohner nun auch noch täglich durch moabit eiern sollen, vom b-laden bis zum qm-büro, immer auf der suche nach informationen, die das bezirksamt vielleicht irgendwo versteckt hat. alle anwohner, mit denen ich gesprochen habe, sind dadurch erst recht misstrauisch geworden und argwöhnen, dass man sie für dumm verkaufen will.

  15. 15
    Thomas Koch says:

    Schultheiss eine notwendige Debatte, mit welchem Adressaten?

    Die Forderungen an das Bezirksamt, auch bei dem jetzigen Verfahrensstand eine Informationsveranstaltung durchzuführen, sind absolut nachvollziehbar. Es entsteht hierbei allerdings ein demokratisches Dilemma.

    Bebauungspläne gehören zu den wenigen politischen Bereichen, in denen die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nicht nur Empfehlungen aussprechen kann, sondern ein echtes Beschlussrecht hat. Der Souverän BVV hat dem Bezirksamt (BA) mit seinem Beschluss vom 24.01.2008 (Drucksache Nr. 0588/III) im Schultheissverfahren allerdings bereits enge Grenzen gesetzt: gefordert wird in dem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU, Grünen, Linken und FDP das Verfahren auf der Basis der HLG-Projektdarstellung zu führen. Das bedeutet, ein Projekt mit großflächigem Einzelhandel, einer Bruttogeschossfläche von 87.000 qm, massiver Überbauung und Abriss der Denkmalsubstanz die die stadtbildprägende, wuchtige Schultheissbrauerei nur noch wie ein Fleck Karies in einer Schopping-Mal erscheinen lässt (Dokumentation des damaligen Projekts: http://www.remtec.eu/de/projekte/stadtplanung/schultheissareal-berlin/). Immerhin wurde auf Initiative der Fraktion der Grünen eine Beschränkung der Zahl der Parkplätze sowie der Verzicht auf die Überdachung der Ladenstraße gefordert. Eine weitergehenden Diskussion im zuständigen Ausschuss und mit der Öffentlichkeit, wie von meiner Fraktion angeregt, wurde damals von den Antragstellern abgelehnt, die Chance eines der Turmstraße förderlichen Konsens in der BVV und der Moabiter Öffentlichkeit zugunsten des Investors verspielt.

    Herrin des Verfahrens ist somit letztlich die BVV, die über den B-Plan beschließt und sich mit der oben geschilderten Mehrheit bereits inhaltlich festgelegt hat. Diese politische Mehrheit sollte sich nicht hinter dem ausführenden BA verstecken. Die geeignete Beteiligungsform und der ehrlichere Weg ist in diesem Fall die Einwohnerversammlung nach dem Bezirksverwaltungsgesetz, zu der die BVV selbst einlädt und in der die Fraktionen ihre Positionen und ihr zu erwartendes Stimmverhalten offen zur Diskussion stellen.

    Schultheiss – wo steht das Verfahren heute?

    Auch gegen die BVV-Mehrheit konnte der Investor im Verfahren zu einer Verringerung der Bruttogeschossfläche um 11.000 qm auf jetzt 76.000 qm veranlasst werden. Die Überbauung der Denkmalsubstanz konnte abgewehrt und etwas mehr Substanz gerettet werden. Die Überdachung der Ladenstraße entfällt, wie gefordert. Die Zahl der Stellplätze wurde von 750 auf 520 reduziert, von denen 120 „anwohnerfreundlich“ in einer Tiefgarage untergebracht werden.

    Bei allen erreichten Verbesserungen bleiben die in diesem Forum zu Recht diskutierten Auswirkungen für die Anwohner in der Lübecker Straße. Hier sollte in der Veranstaltung erörtert werden, ob es durch Anpassungen „im System“ noch Verbesserungen geben kann. Es bleibt allerdings das Kardinalproblem des von der BVV-Mehrheit bestellten Shoppingcenters mit Ankermieter aus dem großflächigen Einzelhandel. Wer großflächigen Einzelhandel fordert, bestellt eine Vielzahl von Parkplätzen gleich mit.

    Was bringt Schultheiss der Turmstraße und Moabit?

    Mit dem Gegensatzpaar „Frequenzbringer für die Turmstraße“ und „Kaufkraftsauger“ (gemeint ist aus der Turmstraße heraus) haben Thorsten Reschke (CDU) und ich in der öffentlichen Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses auf dem Schultheissgelände vom 27.09.2007 die Diskussion um großflächigen Einzelhandel auf den Punkt gebracht. Um auch den Konsens aller Fraktionen festzuhalten: begrüßt wird, dass es auf dem Grundstück an der Turmstraße kleinteiligen Einzelhandel und eine Bebauung geben wird. Dies bereichert das Angebot und stärkt die Turmstraße. Braucht die Turmstraße allerdings einen großflächigen Einzelhändler a la Kaufland, wie von der BVV-Mehrheit festgeschrieben?

    Auch das BA hat hier Zweifel, wie Susanne Torka in stadt.plan.moabit, Nr. 52, September 2007, schreibt (dokumentiert unter: http://www.moabitonline.de/6289) „Gothe wünscht sich eine andere Nutzerstruktur, wenn nicht Kaufland sondern kleinere und mehr an Freizeitnutzung gewonnen werden könne, dann könne mehr von den kleinteiligen Nebengebäuden erhalten werden.“

    Schultheiss – wie weiter?

    Für das weitere Verfahren und eine Mehrheitsfindung zum Schultheissprojekt wird es entscheidend sein, ob und wie sich die Fraktionen, die die Festlegung auf eine investorenorientierte Planung durchgesetzt haben, sich zu dem aktuellen Verfahrensstand positionieren. Bedeuten die vielfältigen Einlassungen von Anwohnerin Miriam Scheffler – als der Pro-Investorenbeschluss gefasst wurde immerhin Stadträtin und damit kommunalpolitische Spitzenfrau der Grünen Mitte – dass die Grünen nunmehr ihre bisherige Positionen überdenken oder konnte sich Frau Scheffler damals in ihrer eigenen Partei nicht durchsetzen und versucht nun noch einmal indirekt auf die BVV-Mehrheit Einfluss zu nehmen? Stimmt die CDU dem Schultheiss-B-Plan auch dann zu, wenn, wie vom BA durchgesetzt, die Bruttogeschossfläche verringert wird?

    Wünschenswert wäre es, wenn es in einem Konsens aus Investor, Anwohnern und Bezirkspolitik eine Nutzungsanpassung geben könnte, zum Wohle der Turmstraße und der Anwohner und eines gut auskömmlichen Investorenkonzeptes. Sind die Parteien des Pro-Investorenbeschlusses bereit, ihre Kontakte zum Investor entsprechend zu nutzen?

    Thomas Koch
    Bezirksverordneter (SPD)
    Mitglied des Stadtentwicklungsausschusses

  16. 16
    H. E. says:

    Schultheiss wie weiter?

    Nach einem Jahr intensiver Arbeit für einen stadtteilverträglichen Großmarkt an der Siemensstraße, die weder den Stadtrat noch die CDU und FDP und schon garnicht die SPD umgestimmt hat, sehe ich das so: Mit gewissen Parteien und Amtsinhabern sollte man keine Zeit verschwenden, sondern sie einfach ihre peinlichen Spielchen und Wahlkämpfe machen lassen. Oben hat´s ja schon angefangen.

    Statt dessen könnte man ungenervt die Zeit nutzen und sich von einem Anwalt für Verwaltungs-, Bau- und Umweltrecht beraten lassen. Dann könnte man Geld sammeln und gegen die Baugenehmigung und den B´plan klagen. Die Chancen sind gut, siehe hierzu den Link in Kommentar Nr. 11.

  17. 17
    taylan says:

    @ h.e.:

    Ich glaube eher, dass hier gewisse Parteien, die gerne den/die regierende Bürgermeisterin stellen würden und dies heute nicht tun, jetzt gegen alles sind, wofür sie bis gestern unter einem Bürgermeister Zeller in einer schwarz-grün-dunkelroten Koalition gestimmt haben. Das ist ganz schön platt. Ich würde mich da veräppelt fühlen.

  18. 18
    Miriam Scheffler says:

    @ h.e.: klar, juristischen beistand wird man brauchen, wir anwohner kennen uns mit dieser speziellen, hochkomplizierten materie ja gar nicht so aus, wie es erforderlich scheint.

  19. 19
    Rané says:

    @ taylan
    Hier geht es darum, welche Partei die Bürgerinteressen eher akzeptiert und wahrnimmt. Und wenn deine Partei in Berlin eher feudalistische Elemente bevorzugt, wird sie ihre Quittung im September bekommen. Die Schwachpunkte sind neben der Stadtentwicklung, die hier ausführlich diskutiert wird, Bildung und Kultur. Die Folge von schlechter Politik sind im Bezirk, Senat und Bund juristische Auseinandersetzungen, unabhängig von den Parteien. Da dies Kosten verursacht, die von allen zu tragen sind, sollten alle vorsichtiger planen. Empfehle einen Kurs bei dem von mir sehr geschätzten Herrn Steinbrück.

  20. 20
    moabiterin says:

    wie in beitrag 15 deutlich gemacht, hat Herr gothe ja kaum chancen etwas zu tun, da die bvv ja dieses ding beschlossen hat. schon 2007 wollte herr gothe kleinteilige nutzer, weniger fläche somit weniger parkplätze. doch die bvv und somit auch frau miriam scheffler beschlossen ja großfläüchigen einzelhandel, also viele parkplätze, überbauung und so
    es wundert mich warum frau scheffler nicht gegen das ding anging als es noch möglich war und sie in der bvv saß. jetzt einfach auf gothe zu kloppen ist einfach. und ich bin politisch nicht aktiv sehe das also nicht aus einer politischen richtung

  21. 21
    snuk says:

    Was sind denn DIE Bürgerinteressen? Es wird keine Planung geben, die alle Einzelinteressen unter einen Hut bringt. Eine Planung (z.B. für Schultheiss), die H.E. glücklich macht, wäre für mich nicht akzeptabel. Ich finde es bezeichnend, dass es in dieser Diskussion bisher nie darum ging, welche Planung bei den Moabiter Bürgern mehrheitsfähig sein würde. Ich bezweifele auch sehr, dass eine Mehrheitsentscheidung der Bürger (und sei sie auch noch so eindeutig) jemand wie H.E. vom Prozessieren abhalten würde.

  22. 22
    abcdefg says:

    @snuk:

    Das ist ja die „kehrseite“ der Bürgerbeteiligung. Bürgerbeteiligung ist gut, damit die Menschen politische Entscheidungen notfalls korrigieren können. ABer was mache ich, wenn sich einzelne Partikularinteressen artikulieren, und zwar deutlich von vielen artikuliert werden, diese vielen aber nur ein extrem geringer Prozentsatz gemessen an der ganzen Bevölkerung sind? Das ganze ernst nehmen oder doch als EInzelinteressen abstempeln?

    Ich halte es für sinnvoll, Partikularinteressen zu artikulieren, aber ich glaube einige sollten dann doch versuchen wirklich merheitsfähig zu werden und dafür in der ganzen Bevölkerung zu werben anstatt dass dann zwei wieder sagen „Wir sind die Bürger Moabits und wir sind dagegen und dagegen“.

  23. 23
    Miriam Scheffler says:

    habe heute erfahren, dass es einen durchführungsvertrag mindestens als entwurf geben soll. dieser wird nach meinen informationen später mit beschlossen (die fachmenschen mögen mich korrigieren, sollte ich da falsch liegen oder es nicht korrekt ausdrücken). bisher ist dieser vertrag nach meiner kenntnis nirgends veröffentlicht worden.
    außerdem möchte ich auf die bvv-drucksache 1947/III hinweisen, zu finden über die suchfunktion auf der seite der bvv. darin ist die auswertung der träger öffentlicher belange dargestellt.
    das landesdenkmalamt berlin kann demnach laut seite 8 „nur unter schwersten denkmalpflegerischen bedenken hinsichtlich der drohenden erheblichen substanzverluste zustimmen. das denkmalamt wirft außerdem die frage auf, ob haus e, halle j, halle d und schlosserei nicht doch sinnvoll einbezogen werden könnten. (in dem zusammwnhang: ist haus e das, was direkt am hof von lübecker str. 37 und 38 liegt?)
    einwände des umweltamtes (seite 16/17) zur verschattungsproblematik werden beiseite gewischt.
    schließlich hat das straßen- und grünflächenamt bedenken wegen der hohen stellplatzzahl, die weit über dem selbst für spitzenzeiten ermittelten bedarf liegen würde. auch dieser einwand wird locker „versenkt“, und zwar mit der behauptung, das gutachten habe den statistischen mittelwert dargestellt (was eindeutig falsch ist) und es sei üblich, auf diesen wert nochmal 50-100% aufzuschlagen.
    dies alles in der gebotenen kürze für alle, die es bis morgen nicht schaffen, die drucksache ganz oder überhaupt zu lesen.
    mir kommt da einiges recht merkwürdig vor, und ich hoffe, dass das morgen in der veranstaltung geklärt werden kann.

  24. 24
    Miriam Scheffler says:

    @ moabiterin: ich war weder 2007 noch 2008 mitglied der bvv, somit habe ich die beiden damaligen beschlüsse auch nicht mit beschlossen. vielmehr war ich bezirksstadträtin für soziales und bürgerdienste. in dieser eigenschaft habe ich an keinerlei festlegungen bzgl. des bauvorhabens mitgewirkt, jedenfalls nicht dass ich wüsste. damals wurden die planungen vom investor vorgestellt und es gab eine veranstaltung auf grundlage der damaligen pläne, mehr nicht. nicht umsonst wird das formale verfahren jetzt durchgeführt; wenn das alles schon damals passiert wäre, stünde jetzt nicht dieser b-plan zur debatte.

  25. 25
    Carsten says:

    Schön, dass es diese Veranstaltung gibt. Anregungen der Bürger können in die Planung natürlich auch nach der Auslegungsfrist eingehen (nur nicht mir in das gerichtlich überprüfbare Abwägungsmaterial. Zudem sind hinsichtlich nicht eingebrachter Kritikpunkte ggf. Klagewege eingeschränkt). Hinzuweisen wäre auch noch: Gerade bei diesem Vorhaben, können entscheidende Dinge auch noch im Durchführungsvertrag geregelt werden. Ich finde das Projekt nach wie vor unter dem Strich positiv, wenngleich vor allem im Norden noch deutliche Verbesserungen (weniger Baumasse und Einzelhandelsnutzung, größere Abstandsflächen, Durchwegung) nötig sind. Dann würde es im Moabit wohl kaum noch größere Ablehnung geben. Die Diskussion wird hier leider aber schon wieder etwas fehlgeleitet, zum einen wieder mal mit falschen Schuldzuweisungen, die sich kaum mit der Planungsgeschichte des Vorhabens decken (wurde hier schon dargelegt), zum anderen in Richtung (angeblich) formaljuristischer Pfade und schräger Vergleiche mit dem Großmarkt. Dabei wäre eine tiefere städtebauliche Diskussion, warum genau etwas weniger Baumasse „mehr“ wäre und wie man das über die BVV durchsetzen könnte, eigentlich notwendig.
    An H.E: Auch wenn Sie es immer wieder sagen: Beim B-Plan Großmarkt werden nicht die Obergrenzen des Maßes der baulichen Nutzung nach § 17 BauNVO überschritten. Oder übersehe ich etwas? Vielmehr wird die maximale Versiegelung überschritten, deren Überschreitung man auch kritisieren kann, wofür aber nach § 19 keine (besonderen) städtebaulichen Gründe erfordert sind. Eine Aufhebung eines B-Plan aufgrund einer dementsprechenden Festsetzung ist mir nicht bekannt. Was das Schultheißgelände betrifft: Hier wird in der Tat die Obergrenze der Dichte überschritten, hier muss man aber gezielt für eine Reduzierung der Baumasse im Nordbereich sorgen und insbesondere städtebaulich argumentieren. Rechtlich sehe ich in Hinblick auf das Maß der Nutzung allerdings eher begrenzte Möglichkeiten auf dem Klagewege, da in diesem Fall eben nicht wie von H.E. schon falsch zitiert „besondere städtebauliche Gründe“, sondern eben nur „städtebauliche Gründe“ (Abs. 2!) erforderlich sind. Der Begründungstext scheint die einschlägigen Urteile der letzten Zeit (die sollte man mal lesen) durch aus aufzugreifen. Eine erfolgreiche Klage dürfte schwieriger werden, zumal ein VE-Plan ohnehin eine geringe Bindung an die Dichteobergrenzen hat, als ein normaler B-Plan. (Ansonsten könnten man auch von Sondergebiet auf Kerngebiet umschwenken, wo dann eine höhere Dichte möglich wäre, aber man auf die weitere Feinsteuerung der Nutzung verzichten müsste.) Der ständige Verweis auf den Artikel „Aufstand der Bürger…“ erweckt bei den Anwohnern möglicherweise falsche Vorstellungen als sei schon alles klar. Das ist es mitnichten! Wo man sicher ansetzen kann, ist weniger die Gesamtdichte als die konkrete Beeinträchtigung der Wohnbebauung durch Verschattung etc.. Hier sollte sich gerade der Bauherr überlegen, ob man nicht relativ einfach durch die gezielte Reduzierung der Fläche für Stellplätze und Einzelhandel im Nordostbereich fast alle Kritikpunkte ausräumen und für eine schnelle Zustimmung und Genehmigungsfähigkeit sorgen könnte. Also mein Apell: sachliche städtebauliche Diskussion. Noch ist eine gute Lösung für alle Beteiligten möglich …

  26. 26
    H. E. says:

    Zu Schultheiss:

    Selbst „städtebauliche Gründe“ (s. o.) sehe ich nicht, die hier dieses maßlose Überschreiten des Maßes der Nutzung rechtfertigen könnten. Wünschenswert aus städtebaulichen Gründen ist m. E. eine Randbebauung entlang der Turm- und der Stromstraße. Diese ist ja auch geplant. Ob es an der Stromstraße durch das Parkhaus sein muss, wage ich zu bezweifeln (abschreckendes Beispiel siehe das Parkhaus vom Moabogen an der Birkenstraße direkt gegenüber einer Wohnbebauung: eine städtebauliche Sünde allererster Ordnung!).

    Für die Randbebauung ist es jedoch nicht erforderlich, das Maß der Nutzung so maßlos zu überschreiten. Die Maßlosigkeit entsteht vielmehr durch die überzogenen Verkaufsflächen (zwei Geschosse) hinter der Randbebauung der Turmstraße und im Parkhaus und durch die überzogenen Parkplatzflächen (drei Geschosse). Hier sollte man ein Abspecken fordern.

    In der Begründung zum B´plan werden die 20.000 m² Verkaufsfläche aufgeführt. Steht aber auch irgendwo eine Zahl zu den vielen tausend m² Bürofläche, die in den oberen Geschossen geplant sind?

    Und wieso gibt es nicht eine einzige Wohnung, obwohl für Moabit neue Wohnungen wichtig sind? Entlang der Turmstraße gibt es überall Wohnungen. Wieso hier nicht? Lärm ist kein Argument dagegen, da man an der Turmstraße (Südseite) schalldämpfende Wintergärten davorsetzen und die Schlafräume zum Innenbereich (ruhige Nordseite) orientieren kann. Ein innerstädtisches Grundstück, 76.000 m² Bruttogeschoßfläche und keine einzige Wohnung, das sollte nicht sein !!

  27. 27
    Redaktion says:

    Der Tagesspiegel-Artikel “Shoppen bei Schultheiss” bringt zwar wenig neue Informationen, aber Einschätzungen über den frühestmöglichen Baubeginn, der auf der Veranstaltung selbst nicht genannt wurde:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/shoppen-bei-schultheiss/4001972.html

  28. 28
    doa21 says:

    Bertermann: „allerdings schätzt er das Vorhaben insgesamt als Chance zur Belebung der kränkelnden Turmstraße ein.“

    Ich wette 100 % dagegen, die Turmstrasse wird damit mehr kaufkräftige Kunden verlieren und weiter veröden. Sinnvoll halte ich die Reaktivierung des Hertiegebäudes, hier sollten alle Energien und Gelder eingesetzt werden. Moa-Bogen + Hertie bilden Einkaufsmöglichkeiten genug, damit wäre das Fass voll und die Kaufkraft erschöpft. Das Schultheiss Areal könnte man zu einer Kulturbrauerei umfunktionieren, damit der Kiez auch in diese Richtung mehr Leben bekommt. Wenn schon Aufwertung, dann aber bitte in alle Richtungen, Kiez, Konsum und Kultur für Moabit!

  29. 29
    taylan says:

    @doa21:

    Das glaube ich nicht. Ich behaupte, die Umbaukosten für das ehemalige Hertiegebäude sind enorm hoch und schrecken jeden potenziellen Investor ab. Des weiteren ist das Hertiegebäude städtebaulich ein Fall für sich und bestimmt kein Anziehungspunkt in der Turmstraße.
    Die Idee einer Kulturbrauerei gibt es nun schon seit 30 Jahren und ich finde sie erstrebenswert. Aber was machen wenn sich kein Investor dafür meldet? Warten? Wie lange denn noch? Es muss endlich doch etwas im Kiez passieren. Wie lange sollen die Moabiter denn noch warten?

    Ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger Moabits, wir und die Politik müssen uns erst einmal darüber unterhalten, was wir hier im Kiez KONKRET wollen. Ich erlebe eher ein klein-klein, wo dann mal ein Bauantrag kommt, und dann es das bekannte Für und Wider gibt. Wir müssen uns überlegen was wir hier im Kiez wollen.

    Und was noch wichtiger ist:
    Moabit braucht endlich ein Konzept, wie sich die (geplanten) Bauten (Schultheiss, Markthalle, e center, Hertiegeäude und die Gewerbeeinheiten in der Turmstraße) gegenseitig sinnvoll ergänzen sollen und evtl. auch befruchten. Das ist in meinen AUgen zur Zeit im Geschäftsstraßenmanagement der Raumplaner noch nicht zu erkennen.

    Meine Meinung zu Schultheiss ist:
    Ich halte die Bebauung für noch nicht ausgereift und auch etwas zu dicht. Die Verschattungsproblematik besteht sowie die Frage der Parkplätze (oberirdisches Parkdeck). DIese müssen dringend zügig und transparent gelöst werden. Ich halte aber nichts von denen, die ALLES in Frage stellen. Schließlich müssen wir doch irgendwo auch in der Turmstraße unsere Klamotten einkaufen gehen können außer bei Kik und Zeemann. Und zum Kudamm fahren ist insbesondere für niedrige EInkommen eine Zumutung.

  30. 30
    snuk says:

    Wo bitteschön kaufen denn „kaufkräftige Kunden“ in der Turmstrasse ein? Bei kik oder in einem 1 Euro Laden? Die Turmstrasse ist als Einkaufsstrasse erbärmlich. Was soll sich da noch verschlechtern? Wenn es im Schultheiss-Gelände Angebote gibt, die die Turmstrasse nicht bietet, müssen die Moabiter ihre Kaufkraft nicht mehr in andere Bezirke tragen.

    Ich hätte kein Problem damit diese Angebote in einem vergösserten Hertie-Areal zu sehen und aus dem Schulheiss-Gelände eine Kulturbrauerei zu machen. Aber für beides braucht man Investoren und die fallen nicht wie reifes Obst von den Bäumen.

    Ich verstehe auch die ganze Kaufkraftlogik bezogen auf die Turmstrasse nicht. Wenn ein Schultheiss-EKZ Kaufkraft von der Turmstrasse abziehen würde, hätte ja umgekehrt auch der Verlust des Hertieangebots (inkl. Lebensmittel im Untergeschoss und dm-Drogerie) einen Kaufkraftschub und ein aufblühen der restlichen Turmstrasse ergeben müssen.

  31. 31
    R.V says:

    Durch Zufall war ich vor ca. 3 Wochen an einem Samstag in Tempelhóf in diesem Shoppingcenter. Es war Mittagszeit. Ich hatte eine Vorstellung, dass dieses Center anders ist als andere (stand ja auch in der Tagespresse). Von der Optik vielleicht – aber als ich es betrat :Gähnende Leere und wieder die gleichen Läden wie überall. „Kennst Du eins – kennst Du alle“. Da ist was dran und ich vermeide schon in den letzten Jahren solche Center zu betreten. Da fahre ich lieber in die Schlosstrasse – da stimmt die Mischung noch. Also meine Kaufkraft wird wohl weiterhin dort landen. Auch der Rest meiner Familie wird dann auch wohl dort nicht zu sehen sein…Es wird uns nichts neues geboten…Wirkliche Ideen kann man wohl nicht mehr erwarten. Die Zukunft sind kleine Läden mit guten Angeboten. Das ist meine eigene Prognose. Dazu brauch ich kein Center.

  32. 32
    doa21 says:

    @ Snuk: Ich rede von zukünftig, kaufkräftige Kunden. Sorry, hatte es nicht genügend ausgelegt.

    @ Taylan: Ich finde diese herangehensweise auch stimmig…

    allgemein gesagt, das Problem mit den fehlenden Investoren ist zugegeben ein großes Argument! Vielleicht würde ja eine große Stiftung für das Areal der Brauerei in Frage kommen.

  33. 33
    H. E. says:

    Heute steht es im Tagesspiegel: „Das Hertie-Haus in der Moabiter Turmstraße hat wieder eine Zukunft. Mit dem neuen Eigentümer würden bereits Gespräche geführt, sagte Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe. Konkrete Pläne sollen im Mai oder Juni vorgestellt werden.“

    Und am Dienstag nach der Info-Veranstaltung im Rathaus zu Schultheiss sagte jemand, dass dieser Interessent auch eine Shoppingmall bauen möchte.

  34. 34
    taylan says:

    @R.V.: Man sollte mit dem Ivestor reden und druckmachen, damit das center nicht öde und fad wirkt. Man sollte darüber nachdenken, wie man die Gewerbestruktur dahingehend modifizieren sollte, dass insbesondere kleine Läden sich dort ansiedeln sollten bzw. mehr „einzigartigere“. Nicht nur Ketten.
    Des weiteren sollte der Investor auch in sein Konzept viel mehr Fläche für Kultur (jetzt kein Theater im Shoppingcenter, aber Dinge mit einem Bezug zur Kultur) integrieren anstatt nur Textilien zu verkaufen.

  35. 35
    H. E. says:

    An alle Moabiter

    Man sollte lieber mit den Fraktionen der BVV reden, damit diese angesichts der Entwicklung beim Hertie-Grundstück den Bebauungsplan für Schultheiss umgehend auf Eis legen.

    Dann man sollte die Fraktionen und den Ausschuss für Stadtentwicklung bitten, Druck auf die Abteilung Stadtentwicklung auszuüben, damit diese endlich anfängt, selbst erst mal Vorstellungen für die Art und den Umfang der Bebauung im Zentrum von Moabit zu entwickeln, statt lediglich nacheinander die von Investoren gemachten Max-Bebauungspläne zu befördern. Das Zentrum von Moabit umfaßt die Turmstraße, die Markthalle, das Rathaus mit seinem Vorplatz, die Thusnelda-Allee, den Kleinen Tiergarten, das Hertie-Gelände, die Stromstraße inkl. Schultheiss-Areal bis hin zum Moabogen und natürlich auch das ehemalige Krankenhaus Moabit.

    Hierfür sollte von Stadtplanern, die unabhängig und Spezialisten für derartiges sind, endlich eine stadtteilverträgliche Gesamtplanung gemacht werden. Andere Städte schreiben für so etwas einen hochrangigen Planungswettbewerb aus, an dem sich dann mehrere freie Planungsbüros beteiligen und an dessen Ende ein zu realisierendes Gesamtkonzept für ein Stadtzentrum steht. Außerdem sind die Bewohner bereits im Vorfeld und während des gesamten Verfahrens intensivst daran zu beteiligen.

    Wo leben wir eigentlich? Moabit ist doch nicht ein Gewerbepark irgendwo im Grünen am Berliner Ring, wo jemand willkürlich x-beliebiges Zeug hinstellen kann, weil man nichts davon sieht. Die Menschen hier werden täglich davon berührt und das die nächsten 100 Jahre lang – mindestens !

  36. 36
    R.V says:

    zu 34:
    Ja, meint Du denn, der würde auf die Bürger hören? – gutes Beispiel dafür sind doch die Gepräche mit dem Investor und dem Baustadtrat Gothe in etlichen Verhandlungen zum Bauprojekt Siemenstrasse – diese Leute wissen es doch besser. Wenn dann die nächste Krise kommt (und die kommt bestimmt..) braucht keiner mehr so ne grosse Halle, aber wir haben sie dann vor unserer Haustür. Schönen Dank. Warum wird denn alles immer größer? Größenwahn?? Zusammenarbeit zwischen Verwaltung in Mitte und Senat scheinen auch nicht zu laufen, denn jeder, der hier Geld aus den zur Verfügung stehenden Töpfen macht sein eigenes Ding. Hauptsache das Geld ist verbraucht.

  37. 37
    Carsten says:

    Es ist jetzt wohl kaum möglich noch nötig alle Planungen zu stoppen, ein schönes Konzept zu machen und dann irgendwann umzusetzen. So ein Grand Project wird hier nicht funktionieren. Die verschieden Planungen laufen ja schon sehr lange. Wer weiß, wann wirklich etwas Konkretes auf dem Hertiegrundstück vorliegt. Über die vorliegende Bereichsentwicklungsplanung, das bezirkliche Zentrenkonzept und auch die Abwägung innerhalb des B-Plans ist das Wechselspiel zwischen Hertie und Brauerei ja leidlich berücksichtigt, teils seit über 10 und 15 Jahren. Wenn auch nicht gestalterisch. Aus den Planungen des Aktiven Stadtzentrums ist diesbezüglich leider noch nicht viel gekommen, zukünftig wäre hier mehr zu erwarten. Zum jetzigen Stand wäre zumindest eine gestalterische Abstimmung des Kreuzungsbereichs an der Stromstraße sinnvoll und auch möglich. Die BVV könnte einen Wettbewerb verlangen. Die intensivere Einbeziehung der Hertieplanungen könnte in der BVV aber die Debatte über die verträgliche Größenordnung der Verkaufsflächen in der Brauerei bereichern. Die Aussicht bald Konkurrenz zu bekommen, wird auch die Verhandlungsbereitschaft auf Seiten des Brauereiinvestors und damit die Möglichkeit zu einer schnellen verträglichen Lösung vergrößern. Die einzelnen Teile (Hertie, Markthalle, Brauerei, kl. Tiergarten, Turmstraße etc.) fügen sich durchaus ineinander. Die Koordinierung ist zukünftig auf jeden Fall zu verbessern, aber m.E. eher in einem dynamischen Prozess, denn das Aktive Stadtzentrum in Form einer Gesamtkonzeption begleiten könnte.

  38. 38
    Redaktion says:

    Gerald Backhaus, Kiezreporter aus Moabit West hat seine Eindrücke von der Informationsveranstaltung aufgeschrieben (auch im Nachtrag zum Artikel verlinkt):
    http://www.moabitwest.de/Schultheiss-Mall-oder-Kiez-Magnet-was-wird-aus-dem-Moabiter-Brauerei-Gelaende.3786.0.html

  39. 39
    H. E. says:

    Schwacher Artikel von Gerald Backhaus: Mehr Platz für das Drumherum als für die umfangreiche und fundamentale Kritik der Bewohner.

    Hoffentlich schreibt noch jemand einen besseren Bericht!

  40. 40
    prolet says:

    zu 36 und 37
    Dank an Carsten für seine sachliche Einschätzung. Zu HE ist zu fragen, ob er die von Carsten geschilderte Entwicklung überhaupt mitbekommen hat:
    Die im ersten Entwurf geplante Größe ist deutlich reduziert worden, der denkmalgeschützte Bereich dagegen wird weniger stark beeinträchtigt.
    Das Grundstück ist langgestreckt und in der Mitte sitzt der denkmalgeschützte Bereich als funktionale Barriere, die erst einmal geschickt in eine funktionierende Erschließung einbezogen werden muß.
    Das Büro Kahlfeldt ist mir in Berlin schon lange bekannt als ein Büro, das mit denkmalgeschützten Objekten umzugehen versteht, siehe die von Frau Kahlfeldt erwähnten Umspannwerke des BEWAG-Architekten Müller.
    Nicht zuletzt: Denkmalschutz kostet richtig viel Geld, es seien hier stellvertretend nur die Berücksichtigung der Wärmedämmanforderungen (EnEV 2009) und die verschiedenen Anforderungen an die Materialwahl genannt. Diese Kosten müssen wieder hereinkommen und daran würde vor allem ein Kulturprojekt ohne Mäzen zugrunde gehen. Ohne diese Kosten wäre eventuell auch ein Kaufland nicht unbedingt nötig.
    Der Knackpunkt besteht meines Erachtens in der trotz Reduzierung immer noch zu großen Stellplatzfläche mit der sich daraus ergebenden Verschattung der Seitenflügel in der Lübecker Straße und den entsprechenden Verkehrsbelastungen. Hier muß Stadtrat Gothe beim Wort genommen werden, er hat sich ja auf der Veranstaltung positoniert. Hier sollte aber auch alle konstruktive Kritik ansetzen, gerade gegenüber den Bezirksverordneten, denn ein um diese Kritikpunkte bereinigtes Brauereiprojekt sehe ich durchaus als Gewinn für Moabit an (Auch wenn ich nun wirklich nicht zu den „Shoppern“ gehöre – ich finde es blamabel für Moabit, daß ich für alles, was über einen Grundbedarf hinausgeht, nach Charlottenburg oder Wedding muß, und sei es nur Kleidung mittlerer (NICHT Billig-) Qualität).
    Die mit verbaler Lautstärke vorgetragenen „Bloß-nichts-verändern / wir-wollen-unsere-Spielwiese“-Lösungen bringen dagegen niemanden weiter. Eher würde irgendwann der Senat das Verfahren an sich ziehen und dann könnten hier die bekannten Leute viel brüllen, es nützte ihnen gar nichts mehr. Deshalb lieber im Bezirk einen vernünftigen Kompromiß suchen, vor allem unter Wahrung der Interessen der Bürger aus der Lübecker Straße, als das Projekt als „Max-Planung“ völlig abzulehnen!

  41. 41
    doa21 says:

    es muss ganz dringend Öffentlichkeitsarbeit her, wir brauchen mehr Kultur, weniger Konsum! Falls da jemand etwas planen sollte, ich bin dabei! Bitte melden!

    Mir kommt es so vor, als würden da bestimmte Personen ein bisschen Geld unter den A….. geschoben bekommen, anders kann ich mir diesen genehmigten Bauboom nicht erklären. Baut Hertie wieder auf und belebt damit ernsthaft die Turmstrasse, füllt den Moa-Bogen am anderen Kiezende mit Leben und dann kümmert euch endlich um Freizeitangebote damit man als Mensch auch was von Moabit hat!!! So sieht es aus, aber lieber Spielhallen öffnen lassen und Schwimmbäder schließen! Eine Frechheit die nach ÖFFENTLICHKEITSARBEIT schreit, ich laufe als Dr. Kapitän Kiez gerne „symbolisch“ Amok, damit die Presse mal die Fakten auf den Tisch bekommt! Das hat man von der Zusammenlegung der Bezirke jetzt davon, die Ämter können kein Feingefühl mehr für die Kieze entwickeln….

  42. 42
    taylan says:

    @40: Kann dir nur voll zustimmen.
    @41: Du vermischst alle Probleme miteinander. Das bringt uns auch nicht weiter.

  43. 43
    Rudolf Blais says:

    Ein guter Artikel: „Anwohner wollen mitreden“, Unterüberschrift: „Baustadtrat wegen mangelnder Kommunikation in der Kritik“ steht in der aktuellen Ausgabe der Berliner Woche vom 30.3.2011, Ausgabe Tiergarten, und ist unter
    http://www.berliner-woche.de/fileadmin/Wochenblatt-Ausgaben/2011/1113_TG.pdf
    herunterzuladen.

    Endlich wird massive Kritik auch von Vertretern aus der BVV Mitte öffentlich, einmal zum Beteiligungsverfahren und zum anderen am Bauvorhaben selbst. Es sollte zukünftig nicht mehr hingenommen werden, dass Bürgerbeteiligungsrechte so massiv unterdrückt werden.
    Auf der genannten Informationsveranstaltung am 29.3. wurde deutlich, dass der Vorhabensträger HLG nicht zu wesentlichen Planänderungen bereit ist, wie z.B. eine deutliche Reduzierung der Einzelhandelsfläche, Abspeckung der Baukörper, Kulturetagen statt Einzelhandel im denkmalgeschützten Fabrikgebäude.
    Erschreckt hat mich auch die Ablehnung der Forderung nach Kulturetagen an Stelle der Centerläden in der Schultheißfabrik durch unseren Baustadtrat Herr Gothe. Die Förderprogramme des Aktiven Stadtzentrums Turmstrasse sehen auch für den Kulturbereich entsprechende Förderungen bis 2018 vor, über die entsprechend genannte Kulturprojekte wie ein Kino, Tagungsetage, Künstlerwerkstätten auch in der Schultheißfabrik (liegt vollständig im AZ-Gebiet) realisiert werden können bzw. auf den Weg gebracht werden sollten. Die unzureichende Raumsituation in Moabit (auch für die Akteure des Aktiven Stadtzentrums) wurde auch auf dieser Informationsveranstaltung kritisiert und Konsequenzen gefordert. Siehe hierzu Bericht und Foto von Gerald Backhaus, verlinkt in Kommentar Nr. 38!

    Auf der Infomationsveranstaltung wurde berichtet, dass der MOA-Bogen nicht so zufriedenstellend laufen soll – ein Eiscafe hat vor ein paar Tagen dicht gemacht – einmal mehr ein Grund, dass es kein Bedarf und auch keine Kaufkraft für ein solch großes SchoppingCenter auf dem Schultheissgelände gibt.

    Ich stimme den Kommentar Nr. 35 (wie auch Nr. 37) zu, dass die BVV diesen Bebauungsplan auf Eis legen sollte um die Entwicklung auf dem Hertie-Gelände abzuwarten, damit wichtige Planänderungen für das Schultheißgelände daraus abgeleitet werden können. Immerhin wird schon seit 2004 geplant, da muss es auch jetzt noch ausreichend Zeit im Planungsprozess (z.B. ein neuer Wettbewerb) sein – erst recht, wenn der vorliegende Plan auf so viel Unzufriedenheit stößt.
    Nicht erwähnt wurde auf der Informationsveranstaltung, wo der neue Woolworth-Standort sein soll. Hat jemand davon etwas erfahren?

    Rudolf Blais

  44. 44
    doa21 says:

    danke für die Infos R.Blais,

    zu 42: das Problem mit dem Schultheissgelände ist nun mal auch nicht nur ein Problem, alle Probleme gebündelt und für den Laien gut verständlich zusammengefasst, dann ab auf die Strasse + Lärm machen, genügend Personen scheinen ja vorhanden.

    Presse ist ein gutes Druckmittel… Da muss sich dann auch mal der Bezirk offen mit der Sache auseinandersetzen. So wie bisher Veranstaltungen zum Thema Schultheiss Areal beworben wurden ist es definitiv zu wenig, kaum einer bekommt hier mit, wann man seine Stimme erheben kann/soll.

  45. 45
    snuk says:

    Auf der Turmstrasse machen ständig Läden dicht und auch in den Seitenstrassen. Kann man dann daraus auch ableiten, dass es in der Turmstrasse keine Bedarf gibt?

    Und wenn nicht mal die Kaufkraft für den Grundbedarf in einem EKZ vorhanden sein soll, wer hat dann Geld für eine Kinokarte?

    Der Artikel in der Berliner Woche ist total einseitig. Es kommt nur eine Seite zu Wort.

    Was soll denn genau mit dem Hertiegebäude passieren? Gibt es schon einen konkreten Plan? Bisher diesnt das doch nur als Munition um gegen das Schultheiss EKZ zu schiessen. Wenn es mit dem Hertie-Gebäude Ernst wird, ist doch H.E der Erste, der etwas zu mäkeln hat.

  46. 46
    Carsten says:

    Lieber Rudolf, ich habe (in 37) nicht gesagt, dass man den B-Plan auf Eis legen sollte. Ich plädiere nur dafür, neue Erkenntnisse aus der kommenden Hertieplanung einzuarbeiten und die Chance zu nutzen den Brauerei-Investor zu Nachbesserungen zu bringen (wenn er denn eine schnelle Genehmigung wünscht) und zur Gestaltung an der Gesamtecke noch einen Wettbewerb durchzuführen. Die konkrete Nutzung kann man mit dem Investor auch im Rahmen des Aktiven Stadtzentrums weiter diskutieren. Vielleicht ist hier noch mehr Kultur zu erreichen. Aber du solltest wissen, dass es außerhalb des baurechtlich vorschreibbaren, dem Betreiber obliegt, was er ansiedelt. Ich wage etwas zu bezweifeln, dass es in Moabit einen wahnsinnigen Mangel an Flächen für Kultur gibt (dazu steht zu viel wenige Einzelhandelsgeeignetes in den Nebenstraßen leer), eher vielen Konzepte und Finanzierungen. Auch wenn es kein Wunschkonzert ist: Gleichwohl ließe sich im Center und entlag der Turmstraße in Sachen Kultur und Freizeit mehr machen: Aber: Hier sind einige öffentliche Bauten (auch das ex-Krankenhaus, und Turm 75), die man intensiver für Kultur nutzen könnte? All das ist auch Debattenstoff fürs Aktive Stadtzentrum.
    Dass der Moabogen nicht so toll läuft, freut mich eher, ist er doch am falschen Paltz und nur gegen langen Widerstand von Bezirksamt und Senat durchgesetzt worden. Die Kaufkauft an der Turmstraße in einem attraktiven Mix an kleinen Läden, Markthallem ex. Kaufhaus und Center wird da sein, auch heute ist sie da, sie wird nur woanders hin getragen. Von mir aus kann man den B-Plan vor den Sommerpause verabschieden. Mit diesen Maßgaben. 1. Reduzierung um min. 3000 qm VKF,2. 100 Stellplätze streichen, 3. Zurücknehmen der Baugrenzen der Obergeschosse im Nordwesten im einige Meter plus Höhenreduzierung, 4. Vereinbarung zur Durchführung eines Gestaltungswettbewerbes zur Ecke Turm/Strom gemeinsam mit dem Hertieinvestor, um Grundlinien abzustimmen. 5. Verbesserung Zugang im Norden, 6. Erklärung im Durchführungsvertrag: Teil der Stellplätze können auch Kunden der Turmstraßengeschäfte nutzen, Aktives Stadtzentrum/Straßenmanagement wird unterstützt, zumindest Abstimmungsgespräche über die Belegung eines Teils der Flächen sind durchzuführen (Übrigens bin ich gerade gegen zu viele kleine besondere Läden im Center: die sollen doch gerade drumherum ihre Chance haben).
    Ich glaube sehr viel Kritik würde dann nicht übrigbleiben.

  47. 47
    banikowski says:

    zu 44:

    Genügend Personen? Ist denn eure Meinung überhaupt mehrheitsfähig? Wieviel sind denn eurer Meinung? Und wieviel sind anderer Meinung? Willst du die etwa unterbuttern auch wenn sie die Mehrheit stellen sollten?

    Lies dir doch bitte nochmal Beitrag 22 durch. Danke!

  48. 48
    doa21 says:

    ich würde den Platz an der Turm/Strom ja lieber offen als Aktionsfläche sehen, damit man das Areal/Objekt besser einsehen kann. Außerdem macht es auch Sinn einen Veranstaltungsplatz für Märkte und Kunstaktionen zu haben. Also größer als die zukünftig geschlossene Thusnelda Allee. Ich denke das kaufkräftige Volk ist schon da, es fährt mom. leider noch zum shoppen aus den Kiez raus. Demnach gäbe es in Zukunft auch Kinogänger und kulturinteressierte Moabiter.

  49. 49
    Miriam Scheffler says:

    @ banikowski:
    tja, das mit den einzelinteressen ist ein schwieriges thema. mag ja sein, dass es im verhältnis zur gesamten moabiter bevölkerung verschwindend wenige menschen sind, die z.b. von den riesenaufbauten (parkhaus – verschattung) betroffen wären. aber zählen unsere stimmen als direkte anwohnerInnen mangels masse dann nicht, nur weil wir wenige sind? ich meine: nein. sie müssen genauso gehör und beachtung finden, da sonst praktisch jeder zu lasten anderer machen könnte, was ihm beliebt. und genau so darf es nicht sein, wenn wir hier in moabit ein echtes miteinander haben wollen. sonst hat jeder investor leichtes spiel mit uns dummen moabitern, die sich nur mit sich selbst beschäftigen.

  50. 50
    H. E. says:

    Vorsichtshalber möchte ich ausdrücklich anmerken, dass ich nicht gegen die Entwicklung des Schultheiss-Areals bin. Was ich mir jedoch wünsche, ist eine stadtteilverträgliche und nicht nur vom Investor bestimmte Bebauung und Nutzung des Areals. Und das sehen offenbar auch viele andere Bewohner so.

    @ 40 prolet:
    Dass das Projekt gegenüber der alten Planung abgespeckt wurde, war mir bekannt. Außerdem haben es am Dienstag im Rathaus sowohl der Investor als auch Stadtrat Gothe erwähnt und besonders betont. Als Rechtfertigung für das immer noch vorhandene viel zu große Bauvolumen kann dieses trotzdem nicht dienen.

    Wie viel wirklich gebaut wird, ist in den Plänen aus den Bebauungsplanunterlagen kaum zu sehen. In der Schrägaufsicht und dem Plan mit den vier Perspektiven sind die Umrisse der neuen Gebäudeteile nur mit dünnen Linien dargestellt. Daher fällt die wahre Baumasse kaum ins Auge. Man drucke die Pläne mal aus, ziehe die Linien nach und lege die Fassaden insbesondere in den Ansichten links oben und rechts unten mit einem Bleistift grau an. Man wird sich wundern, wie viel Beton dann dort steht.

    Ansonsten:
    So gut wie alle Kritik, die in der Info-Veranstaltung am Dienstag in großer Menge geäußert wurde, resultiert aus dem immer noch maßlosen Bauvolumen und der Übernutzung des Areals: Lärm, Verschattung, Zahl der Parkplätze, zusätzlicher Verkehr in Moabit, keine Bäume mehr, keine Grünfläche, Verkaufsfläche im Keller (statt Parkplätzen), Parken in Obergeschossen und auf dem Dach, kein Kundenzugang von der Perleberger Straße und – vor allem – die Konkurrenz (20.000 m² neue Verkaufsfläche) zur Turmstraße (z. Zt. 21.000 m² inkl. Hertie), zur Markthalle und zum Moabogen.
    Was, möchte ich einige Leute fragen, hat dieses noch mit behutsamer Stadterneuerung zu tun?

    Übrigens: Habe mir heute mal wieder den Moabogen angesehen. Ergebnis: Bei Edeka viel Fläche, viele Artikel und wenige Kunden nachmittags um 16 Uhr. Und im 1. OG: absolut tote Hose. Man kann es nicht mal betreten, denn die Rolltreppe ist gesperrt und der Aufzug zum Hotel hält nicht im 1. OG. In der Hotelhalle und im Hotelrestaurant war auch gähnende Leere. Ich war der einzige, der nicht zum Personal gehörte.