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Welche Bäume sollen gefällt werden und warum?

Am 7. April 2011 findet ein Rundgang mit dem Baumgutachter, Dr. Neumann, mit Mitarbeitern des bezirklichen Straßen- und Grünflächenamts und Vertretern des Landschafts­planungs­bü­ros Latz + Partner statt. Während des Rundgangs geben die Sach­ver­stän­digen Erklä­run­gen zum Zustand der Bäume und diskutieren mit den interessierten Bürger/innen über die geplanten Fällungen im westlichen Kleinen Tiergarten/Ottopark. Die Bäume sollen einzeln besprochen und auch markiert werden, hatte Tilman Latz bei der Besprechung des aktuellen Planungsstandes am 14. März in der Heilandskirche angekündigt. Es ist geplant mit den Baumaßnahmen im Herbst 2011 zu beginnen.
Treffpunkt: Ottoplatz, 7. April, 16 Uhr. Hier ist der Flyer für die Veranstaltung herunterzuladen.

Zum Hintergrund:
Die Planer und die Verantwortlichen des Bezirks Mitte werden Überzeugungsarbeit für ihr Konzept der Umgestaltung des westlichen Kleinen Tiergartens/ Ottoparks leisten müssen. Denn gegen die geplanten Baumfällungen gibt es Widerstand von Bürger/innen. Es gibt aber auch Bürger-Stimmen, die der Auffassung sind, dass noch mehr ausgelichtet werden sollte.

Über die Umgestaltung des Kleinen Tiergartens wurde schon mehrere Male berichtet und bei verschiedenen Veranstaltungen diskutiert. Die AG Grün der Stadtteilvertretung Turmstraße hatte vergangenen Sommer zu Rundgängen und Diskussion eingeladen. Der Siegerentwurf als Ergebnis des landschaftsplanerischen Wettbewerbs für den Kleinen Tiergarten wurde kurz danach in einer Ausstellung in der Arminiusmarkthalle vorgestellt und diskutiert. Zunächst soll in diesem Jahr der erste  Teilbereich des Kleinen Tiergarten westlich der Stromstraße bis zum Ottoplatz umgestaltet werden. Für diesen Teilbereich wurde das  Konzept überarbeitet und im Dezember 2010 in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Das Protokoll ist von der Webseite des Aktiven Zentrums herunterzuladen (ebenso wie ein Flyer und weitere Dokumente wie Ausschreibung und Ergebnisprotokoll des Wettbewerbs). Schließlich wurden einzelne Themen, die sich auf einzelne Orte (wie Ottoplatz, Ottopark, Weg, Thusnelda-Platz, Kirchengrundstück, Gelände rund um den U-Bahnhof) beziehen, im Februar ausführlich bei einer ganztägigen Planungswerkstatt mit Bürgern diskutiert (im hier verlinkten Artikel sind die Pläne für diese einzelnen Orte zusammengefasst und der Bericht der Berliner Woche über die Planungswerkstatt eingebunden).
An dieser Planungswerkstatt haben etwa 70 Personen teilgenommen. Es gab viel Zustimmung zu dem grundsätzlichen Ziel der Umgestaltung, die Weite des Raumes im Inneren wieder neu erlebbar zu machen. Das soll damit erreicht werden, dass die immergrünen Eiben an die Ränder des Parks umgepflanzt werden. Hier sollen dichte niedrige Hecken, zum Teil auf kleinen Wällen entstehen, aber auch neue Zugänge von den Straßen. Bäume sollen aufgeastet, das heißt die unteren Äste sollen entfernt werden. Und es sollen 109 Bäume gefällt werden. Diese Zahl wurde im Laufe der Planung immer mehr reduziert. Interessierte können sich die vom Ko-Büro erstelle Dokumentation der Planungswerkstatt hier herunterladen.

Zu den Baumfällungen:
Im ursprünglichen Konzept der Landschaftsplaner von Latz + Partner war vorgesehen von den rund 800 Bäumen im Kleinen Tiergarten (westlich und östlich der Stromstraße) etwa ein Drittel zu entfernen. Jetzt sollen es 112 Bäume sein. Das Gutachten teilt die Bäume in vier Kategorien ein (unbedingt zu erhalten / erhaltenswert /bedingt zu erhalten / zu entfernen). Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Bäume gefällt werden sollen. Es gibt Exemplare, die nicht mehr standsicher sind. Diese müssen schon aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Es gibt Bäume mit Krankheiten, sei es Pilzbefall oder Verletzungen durch alte Pflegeschnitte. Es gibt Bäume, die sich nicht ihrem Alter entsprechend entwickeln konnten, zum Beispiel in Bereichen, in denen die Bäume sehr dicht stehen und sich gegenseitig bedrängen. Da werden  dann auch gesunde Bäume gefällt, damit der Nachbar Platz hat sich zu entwickeln. Dr. Neumann erklärte bei der Planungswerkstatt, dass die Einteilung von Bäumen in Vitalitätsstufen immer auch eine individuelle Einschätzung ist. Es sollen aber auch Bäume aus ästhetischen Gründen gefällt werden um das Bild der Vegetation zu ändern. Es sollen zusammenhängende besonnte Bereiche entstehen, damit zum Beispiel neuer strapazierfähiger Rasen im Rondell an der Thusnelda Allee wachsen kann. Es geht um neue Aufenthalts- und Bewegungsflächen für die Menschen im dichtbesiedelten Moabit.

Ein Schwerpunkt der Fällungen wird im nördlichen Teil des Ottoplatz liegen und auf dem Streifen, der zwischen dem Weg hinter dem pädagogisch betreuten Spielplatz und den Hinterhäusern an der Turmstraße. Hier ist ein kleiner Wald entstanden. Und genau an dieser Stelle sind neue Orte für Sport und mehr Auftenthaltsqualität vorgesehen. Für ältere Kinder und Jugendliche sollen zusätzliche Sport- und Bewegungsflächen gewonnen werden. Sie haben sich in der Kinder- und Jugendbeteiligung eine Streetball-Anlage, Klettermöglichkeiten, eine Bühne, Jugendbänke und eine Nestschaukel gewünscht. Dem soll weitgehend entsprochen werden. Auch an Bewegungsflächen zum Rollen mit Inlinern, Fahrrädern oder zum Skaten ist gedacht. Und vielleicht gelingt es sogar, das frühere Toilettenhäuschen, das im Gebüsch steht, in Eigeninitiative zu einem kleinen selbstbewirtschafteten Kiosk auszubauen. Dafür braucht es natürlich viel freie Fläche. Hier wird ein Großteil der Bäume gefällt werden müssen, wenn das Konzept so umgesetzt werden soll.

Entlang des Weges soll die benutzbare Wegefläche stark ausgeweitet werden. Hier sind Bewegungsflächen und Spielangebote für eine breite Bevölkerung vorgesehen, z. B. Boule, Tischtennis und Sitzgelegenheiten, die nicht im Gebüsch verschwinden. Hinter der Turmstraße 85 könnte die Mauer abgerissen werden und das Rathauscafé eine Außenfläche zum Park und zur Südsonne erhalten. Dieser Vorschlag wurde einhellig von allen Beteiligten begrüßt. Aber auch dafür werden Büsche und Bäume fallen. Das Protokoll der Planungswerkstatt ist oben im Artikel verlinkt und bald wird wohl auch die Webseite des Aktiven Zentrums Turmstraße ergänzt werden. Am 14. März hatte Tilmann Latz vorgestellt, wie die Meinung der beteiligten Bürger/innen in die Entwurfsplanung eingeflossen ist. Auch das lässt sich, selbst wenn man dabei war, ohne Pläne nicht leicht darstellen. Deshalb: wer sich ein konkretes Bild machen möchte, sollte die Gelegenheit wahrnehmen mit dem Baumgutachter beim Rundgang ins Gespräch zu kommen.

Die mündliche Anfrage des Bezirksverordneten Michael Böttrich (Grüne) zu den zu fällenden Bäumen findet sich hier.

Bleibt zu hoffen, dass am Donnerstag eine fruchtbare Diskussion unter allen Beteiligten gelingt und anhand sachlicher Argumente entschieden wird.

Nachtrag vom 18.4.11

Das KoBüro hat aktuell auf der Website des Aktiven Stadtzentrum Turmstraße den Entwurfsplan (Stand 7.4.2011) für die Umgestaltung von Ottopark/Kleinem Tiergarten zum Download (PDF, 2,5MB) bereit gestellt.

Nachtrag vom 27.4.11:
Die B.I. Silberahorn hat sich alle Bäume, die gefällt werden sollen, noch einmal genau angesehen und richtet einen Appell an Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer, Bezirksbürgermeister Dr. Hanke, Baustadtrat Gothe und alle Fraktionen der BVV. Hier sind eine Liste der Bäume, der Appell, ein Bericht über Gespräche mit Parkbesucher/innen und eine Karte mit den Baumstandorten zum herunterladen bereitgestellt. Sie wünscht sich einen erneuten Rundgang noch vor dem 17.5., an dem die Umgestaltung im BVV-Ausschuss besprochen werden soll. Und hier auch noch aus dem Landwehrkanal-Blog vom 8.4. „Kahlschlag als Bürgerwille?„.

Nachtrag vom 13.5.11:
Die Berliner Woche hat am 11.5.11 über die Forderungen der B.I. Silberahorn berichtet. Während die Stadtteilvertretung Turmstraße mehrheitlich die Unterstützung der Planung beschlossen hat und die AG Grün der Stadtteilvertretung lediglich alternative Vorschläge für 25 bis 28 Bäume macht, lädt heute um 16 Uhr Volker Liepelt (CDU) zu einem „baumfällkritischen Spaziergang“ ein. Ab Montag werden die Pläne von Latz + Partner im Rathaus Tiergarten im Raum 111 (1. Etage) ausgestellt und sind dort von 9 bis 18 Uhr bis zum 31. Mai zu besichtigen.

Nachtrag vom 13.7.11:
Die Planung wurde noch einmal überarbeitet. Der Stand vom 20. Juni ist von der Webseite des Aktiven Stadtzentrums herunterzuladen, ebenso wie die Ausführungsplanung mit Stand vom 30. Juni. Und der Artikel aus der Berliner Woche vom 6.7. zur Thusnelda-Allee.

Die Antwort auf eine Kleine Anfrage, welche Bürgerbeteiligungen stattgefunden haben, ist im Informationssystem der BVV eingestellt.

Nachtrag vom 23.8.11:
Nachdem das QM Moabit-Ost bereits berichtete, stellen wir hier die neue Unterschriftenliste, mit der 53 Bäume gerettet werden sollen, und die Presseerklärung der „Bürgerinnen und Bürger für den respektvollen Umgang mit unseren Grünflächen“ bereit.

Nachtrag vom 23.9.11:
Hier der Artikel „Jeder dritte Baum wird gefällt“ aus dem Berliner Abendblatt vom 3.9.11 ,
der Artikel vom 7.9.2011 in der Berliner Woche und
der abgestimmte Antrag in der BVV (Drs. 2223/III) vom 15. September, die heutige Pressemitteilung des Bezirksamts und der Artikel in der Berliner Woche vom 21. September zur Übergabe der 2.800 Unterschriften in der BVV.

Nachtrag vom 30.9.11:
Artikel im Tagesspiegel vom 28.9. und in der TAZ vom 29.9.2011 mit Kommentaren.
Knuth Pankrath hat die Bauzäune genau beobachtet. Das Bauschild ist aufgestellt, hier die Telefonnummern der Verantwortlichen.

Nachtrag vom 7.10.11:
Hier die Vorlage zur Kenntnisnahme zur Drs. 2223/III (Mediationsverfahren) für die nächste BVV, die das Bezirksamt am 4.10.11 beschlossen hat, mit Anlage vom 21.9.11 bezüglich der Kosten eines Baustopps, die dem Umweltausschuss am 26.9.11 vorlag und der hat dann mehrheitlich anders entschieden als die BVV am 15.9.11 (vor und nach der Wahl!). Drs. 2223/III im Informationssystem der BVV.
Außerdem Links zu Protest gegen die Fällungen auf dem Blog der BI Bäume am Landwehrkanal und im Umweltjournal des Nabu.
Und den Artikel im Berliner Abendblatt vom 1.10.11 „Bäume werden fallen„, sowie in der Berliner Woche vom 5.10.11 „Verzweifelte Kompromisssuche“ mit Kommentar.

Nachtrag vom 11.10.11:
Die Umwelt- und Naturschutzverbände NABU und BUND haben diesen offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden der BVV Mitte (verlinktes Beispielexemplar an „Die Linke“) verfasst. Und es gibt einen weiteren Nabu-Artikel „Baumschutz trifft auf Ignoranz„.

Ein Leser hat uns Fotos von der Demonstration vom 8. Oktober zugeschickt. Hier sind sie:


Nachtrag vom 19.10.11:
Auf der Website zum Aktiven Stadtzentrum Turmstraße wurde heute ein Informationsplakat zu den Baumaßnahmen im ersten und zweiten Bauabschnitt zum Download (PDF, 1.6MB) zur Verfügung gestellt. Es enthält auch eine Auflistung der Art von Tätigkeiten vom Oktober – Dezember 2011. Außerdem wird darauf auf drei Bürgersprechstunden zu den Baumaßnahmen hingewiesen, die am 24.10., 14.11. und 05.12., jeweils um 14 Uhr in der Heilandskirche, Thusneldaallee 1, stattfinden werden. Bei dieser Bürgersprechstunde steht die Bauleitung von Beissert und Hengge Garten- und Landschaftsarchitekten für Fragen und Hinweise zur Verfügung.

weitere Nachträge:

Das Interview mit Angelika Adner aus der „ecke turmstraße“ Nr. 6 Oktober/November ist hier zu lesen.

Es ist zwar schon eine Weile her, hier ist das Verwaltungsgerichtsurteil vom 11.10.11 herunterzuladen.

Dokumentation auf der Seite der SPD Alt-Moabit zum Mediationsverfahren.

Hier der Bericht der Berliner Woche vom 23.11.2011, auf den Rudi Blais im Kommentar hingewiesen hat. Der neue Baustadtrat will kein Mediationsverfahren durchführen. Er hält es nicht für nötig, weil über die Bäume zwischen Thusneldallee und Stromstraße sowieso noch einmal gesprochen werde.

Link zu einer Kleinen Anfrage (DS 0016/IV) in der BVV Mitte, Thema: Umwelschutz, Außenluftverunreinigungen und Auswirkungen auf die Gesundheit. Hier wird auch ausführlich auf die Filterwirkung von Vegetation eingegangen. Und die Berliner Woche darüber, dass weiter Busse durch die Thusnelda Allee fahren werden.

In der BVV Mitte von Dezember war beschlossen worden, dass zu der Umgestaltung zwischen Thusnelda Allee und Stromstraße ein Runder Tisch mit externer Moderation eingerichtet werden soll, der bis zum 21.3. 2012 Ergebnisse herbeiführt. In die BVV vom 23.2.2012 wird ein Dringlichkeitsantrag (0207/IV) eingebracht, diesen Antrag nicht umzusetzen sondern stattdessen im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Ausschuss Soziale Stadt, QM, Verkehr und Grünflächen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben mit externer Moderation ihre Meinungen einzubringen.

Hier ist die Einladung zur Ausschuss-Sitzung = Runder Tisch zum Kleine Tiergarten, Termin: Samstag, 10.3.12, von 14 bis 17 Uhr, in der Miriam-Makeba-Grundschule (ehem. Gotzkowsky-Grundschule), Zinzendorfstraße 15-16, 10555 Berlin, Historische Turnhalle,  Eingang am besten über Levetzowstraße.

Über diese Sitzung berichtet ein Artikel der Berliner Zeitung „Sündenfall im Park„. Und als Kontrast der Artikel von Andreas Szagun „Bürgerbeteiligung vor dem selbstverschuldeten Aus?„. Auch in den Kurznachrichten der Abendschau vom 10.3.12 (eine Woche im Netz) wurde berichtet. Hier auch die Pressemitteilung der „Bügerinnen und Bürger für einen respektvollen Umgang mit unseren Grünflächen“ vom 6.3.12, ein weiterer Beitrag „Wenn das Denken die Richtung ändert“ und die sehr konkreten Vorschäge der BI SilberahornPLUS vom 14.3.12. „Kampf um jeden Baum“ heißt der Artikel in der Berliner Woche.

Vor dem nächsten Ausschuss für Soziale Stadt, QM, Verkehr und Grünflächen am 21. März 2012 soll ein Rundgang stattfinden, bei dem die im Bereich zwischen Stromstraße und Thusneldaallee zur Fällung vorgesehenen Bäume angesehen werden können. Treffpunkt: 17 Uhr Turmstraße / Stromstraße. Allerdings sagt die Tagesordnung der Sitzung, die im Netz steht, etwas anderes. Also besser noch mal nachfragen. Vielleicht wurde das verschoben. Es wird ja frühestens im Herbst gefällt. Link zum Protokoll vom 21.3. „Nachbereitung Sonderausschuss vom 10.3.“

Informationen von Latz + Partner für den BVV-Ausschuss (Fällungen, Funktionen, Verschattungssituation, Querungen usw).

Welche Bauarbeiten für welchen Monat im 1. und 2. Bauabschnitt (also von der Ottostraße bis zur Thusnelda Allee) geplant sind, erfährt man auf diesem Plakat. Im Juli sollen diese beiden Bauabschnitte übrigens beendet sein. Einmal im Monat findet dazu eine Bürgersprechstunde statt: in der Heilandskirche ab 16:30 Uhr am: 19. März, 16. April, 7. Mai und 4. Juni.

Also Baumrundgang mit den Ausschussmitgliedern laut Kommentar von Rudolf Blais während der ersten Bürgersprechstunde am 19.3.2012 um 16:30. Treffpunkt: Ecke Turm-/Stromstraße. Diese Anregungen und Einwände von der BI SilberahornPlus wurden verteilt.

Heute, am 21.3.12 wurde die Entwurfsplanung rund um die  Heilandskirche und für den Abschnitt Heilandskirche bis Stromstraße auf der Webseite des Aktiven Stadtzentrums Turmstraße zum Download bereit gestellt. In dieser Karte kann man genau erkennen, welche Bäume gefällt werden sollen. Die Planer erklären diese Entscheidungen für jeden Baum nach Baumnummern geordnet hier, außerdem werden weitere Planungsvorschläge beantwortet.

Unter dem Titel „Glücklos im Park“ hat die Berliner Woche am 13.6.2012 auf der Titelseite berichtet, s. auch Kommentar von Ralf Liptau. Die genannte Pressemitteilung liegt MoabitOnline bisher nicht vor.

Zur Öffnung des Rathauscafes zum Park wurde eine Kleine Anfrage der Grünen beantwortet (KA 0210/IV).

Mittlerweile (August 2012) ist auch das Baumgutachten mit dem Lageplan ins Netz gestellt (für den ganzen Kleinen Tiergarten).

Presse zu Eröffnung des umgestalteten Ottoparks:
Ein kritischer Artikel vom Nabu Berlin am 24.8.2012, vom Landwehrkanal-Blog am 25.8., Berliner Woche vom 29.8., Berliner Abendblatt vom 1.9. und Berliner Morgenpost vom 28.8. (textgleich zur Berliner Woche).

Über die Diskussion beim Hoffest des GSZM: Aufwerten ohne zu verdrängen aus der Berliner Woche.

Zum Bauabschnitt zwischen Heilandskirche und Stromstraße, rund um den U-Bahnhof:
Antrag in der BVV (Drs. 0433/IV), damit drei Bäume zwischen Thusneldaallee und Stromstraße erhalten bleiben. Dieser wurde positiv abgestimmt mit den Stimmen von SPD und CDU, allerdings fand der Antrag von Bü 90/Grüne zum Erhalt von 16 Bäumen in diesem Bereich keine Mehrheit (s. Bericht von Rudi Blais im Landwehrkanal-Blog vom 28.9.12).

Entscheidung in der BVV (Drs. 03324/IV) zum Erhalt von 2 Bäumen (Nr. 197 und 197a)vor der Heilandskirche war am 13.9.12 in der BVV beschlossen worden, dazu gibt es eine Vorlage zur Kenntnisnahme vom 11.10.12, die besagt, dass einer davon wahrscheinlich nicht mehr sehr lange überleben wird.

Hier die Ausführungsplanung für den Bauabschnitt zwischen Heilandskirche und Stromstraße (Achtung 6,5 MB).

Wer es ein wenig lustig mag, liest den Blog vom Kapitän Kiez zum Thema.

Bericht und schöne Herbstfotos vom geretteten Ahornbaum. Ironischer Bericht zum doch nicht so weiten Blick ins Ottopark-Rondell der BI SilberahornPLUS.

Pressemitteilung des Bezirksamts Mitte, dass die Fällungen und Bauarbeiten für diesen Bauabschnitt 5 am 18.2. beginnen und bis Oktober dauern sollen.

Aufruf der BI KTO zum Protest gegen die Baumfällungen, mit einer Liste der zu fällenden Bäume, den Gründen dafür und weiteren Informationen vom 18.2.13. Und wer nun noch wissen will, welcher Baum welcher ist, schaut auf diese Karte:

KTO-BA5-Transitraum-500

Laut Auskunft des Grünflächenamtes bleiben die Bäume mit den Nummern 275 und 234 stehen. Der Baum A_187 hat keine rote Markierung (nach R. Blais-Liste). Laut Kommentar Nr. 158 bleibt allerdings Z52 und nicht A_187 stehen.

BI Silberahorn zu den Baumfällungen und zu denen, die erhalten blieben.

BI KTO/Ottopark zu den Baumfällungen und Fragebogenaktion zum Ottopark (download Fragebogen).

Manches Mal gehen die Landschaftsbaufirmen zu rabiat vor. Aber es gibt ja aufmerksame Moabiter mit Pflanzenkenntnissen, so konnten die Fontanesien durch gemeinsamen Einsatz mit dem Gartendenkmalspezialisten Bernd Krüger gerettet werden (Kurzbericht der Bürgerparkgruppe).

Für die Umgestaltung des Bereichs zwischen Heilandskirche und Stromstraße gibt es – wie schon beim ersten Bauabschnitt – monatliche Bausprechstunden, bei denen der Bauleiter Herr Beissert Fragen interessierter Bürger_innen zum aktuellen Baugeschehen beantwortet. Und zwar an folgenden Terminen: 8. April / 6. Mai / 3. Juni / 8. Juli / 5. August und 2. September. Die Bausprechstunden finden im Café der Heilandskirche statt und beginnen jeweils um 16:30 Uhr.

Pressemitteilung des Bezirksamts Mitte zur Fertigstellung des Bereichs zwischen Heilandskirche und Stromstraße im Dezember 2013 (und Artikel in der Berliner Woche).

Schöne Bescherung“ heißt die Umgestaltung des Kleinen Tiergartens West bei der BI SilberahornPlus.

Der Trinkwasserbrunnen wird im Winter abgestellt, um Rohrbrüche zu vermeiden (Knut Pankrath-Blog).

Das hat leider nicht geklappt! Umgestaltung des Gehwegs gegenüber der Heilandskirche. Dort sind die Parkplätze entfallen, aber die Autos stehen trotzdem dort (Berliner Woche).

223 Kommentare auf "Welche Bäume sollen gefällt werden und warum?"

  1. 101
    prolet says:

    zu 100

    Ich habe es schon an anderer Stelle geschrieben: Ich kann die im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Ottoparks durchgeführte Bürgerbeteiligung nur als vorbildlich bezeichnen, im Gegensatz zu vielen „Beteiligungen“ der letzten 20 Jahre, wo Bürger zum Teil erst in Nachbarbezirke fahren mußten, um sich – ohne Unterstützung wohlgemerkt – durch Aktenordner in zweistelliger Anzahl, voll mit bestem Planerdeutsch, durchzuwursteln.
    Und auch noch einmal: Wer ist hier eigentlich Bürger? Die, die bei der überall plakatierten Bürgerbeteiligung sich beteiligt und mit den sehr offenen Planern diskutiert haben, oder diejenigen, die mit dem Bürgervotum nicht einverstanden sind und dann alle Hebel (einschließlich öffentlicher Diffamierung) in Bewegung setzen, um ihre Minderheitenposition (siehe Bilder der „Großdemo“!) durchzusetzen, einschließlich des Einspannens der BVV. Was ist das für ein selbstherrliches Demokratieverständnis??????? Gleiches Rederecht dann bitteschön auch für die Befürworter der Umgestaltung und rechtzeitiges Unterbinden solcher Tiraden in epischer Breite, wie ich sie auf dem Rundgang mit dem Baumgutachter von Kreuzberger Reisekadern erleben mußte …

  2. 102
    Jürgen Schwenzel says:

    Der Veranstaltungsort der außerordentlichen Ausschusssitzung Soziale Stadt, Verkehr und Grünflächen am Samstag, 10.3.12 von 14 bis 17 Uhr, ist nunmehr die Miriam-Makeba-Grundschule (ehem. Gotzkowsky-Schule), Zinzendorfstraße 15-16 – 10555 Berlin, Historische Turnhalle, Eingang am besten über Levetzowstraße.

    Der Link zur Einladung mit dem richtigen Ort: http://www.moabitonline.de/wp-content/uploads/2012/03/SozStadt_05-IV_10-03-12_Einladung-Runder-Tisch-KTO.pdf

  3. 103
    Hans-Hermann Hirschelmann says:

    „Die einen sehen es als Verlust, dass ein paar Bäume gefällt wurden,“

    Wieviel sind „ein paar Bäume“? Wie viel sollten ursprünglich gefällt werden? Wieviele waren es am Ende (auch aufgrund der Proteste)? Welche Rolle spielte dabei eigentlich das Baumgutachten? Die Verluste sind jedenfalls real und nicht lediglich eine Ansichtssache. Es wäre im Übrigen auch an der Zeit, einen etwas anderen Umgang mit Sträuchern und Büschen in der Großstadt einzuüben. Die geplanten Hochbeetinseln mit ihren „offenen Räumen“ in Richtung Straßenverkehr mögen ja Geschmacksache sein. Nachtigallen werden sich dort allerdings mit Sicherheit nicht mehr einfinden.

    „… die übergroße (schweigende) Mehrheit wohl eher als Gewinn“

    Nunja, die Rede von der „schweigenden Mehrheit“ wurde einst von Richard Nixon in die Welt gesetzt um einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Motiven deren zu entgehen, die damals gegen den Vietnamkrieg demonstriert hatten. Und das wurde ja nicht ohne Zufall zu einem Symbol der Ignoranz der Nachkriegsgesellschaft gegenüber den Anliegen der neuen demokratischen Bewegungen. Kein gutes Vorbild finde ich.

    „dass der Ottopark nun endlich wieder zu einem für weite Teile der Bevölkerung nutzbaren, schönen Park wird und keinen Angstraum mehr darstellt.“

    Ich halte die Argumentation mit dem „Angstraum“ für äußerst fragwürdig. Wie viel ist Realität, und wieviel Projektion? Das ist grad bei Ängsten stets die zentrale Frage. Wie viele Übergriffe gab es bisher im Ottopark? Könnte es nicht auch sein, dass gerade auch Väter die ihre Kinder schlagen oder missbrauchen, besonders eifrig vor angeblich hinter jedem Busch lauernden Sittenstrochen warnen? Und wenn ich mir diese ganzen Herabwürdigungen gegenüber den Baumschützern hier im Forum ansehe (A.S. setzt das ja in seinem heutigen Beitrag leider fort), so denke ich, dass ökologische Anliegen (wie auch die angeblich „abstrakte Argumentation“ mit der Klimaschutzfunktion der Bäume) bei einigen der hier Diskutierenden ein sehr angstbesetztes Thema ist, das man sich mit allen Mitteln vom Hals halten möchte.

    „Die von der überaus emotional argumentierenden ersten Gruppe so oft verwendeten Begriffe Kahlschlag oder Rodung treffen…“

    So unterschiedlich sind also die Wahrnehmungen. Was ich hier von dieser Seite lese und auch auf der Versammlung am Samstag gehört hatte, waren sachlich vorgetragegne Argumente während die leidenschaftlichen Verteidiger der aktuellen Planung leider immer wieder zu Diffamierungen Zuflucht nehmen. Außerdem: Was ist dagegen zu sagen, dass Gefühle der Trauer und des Ärgers zum Ausdruck gebracht werden?

    Die Parkgestaltung ist jedenfalls alles andere als ein behutsames Anknüpfen an Bestehendes und einer Suche nach Kompromissen zwischen der Notwendigkeit einer ökologischen Aufwertung von Stadtnatur (nicht zuletzt auch als ein Lernmittel) und dem Bedürfnis nach Spiel-und Spaß-Räumen mit Kiosk. Ich kann dem Archim Appel nur zustimmen, es wir höchste Zeit für eine andere Philosophie in der „grünen Stadtplanung“

    Der Fehler im System war womöglich bereits der Wettbewerb selbst, dem wohl erst einmal eine intensivere Auseinandersetzung mit den Anforderungen einer nachhaltigen Parkgestaltung hätte vorangestellt werden sollen, die jedenfalls die Frage der ökologischen Auf- oder Abwertung nicht zufälligen Stimmungslagen überlässt. Und auch im Übrigen mit der besonderen Situation zwischen zwei verkehrsreichen Straßen stärker thematisiert hätte (Stichwort: bewachsene Lärmmschutzmmauern).

    Vielleicht hätte es sogar die Möglichkeit gegeben, dies rechtzeitig einzuklagen. Aber nicht jeder, der hier lebt, betrachtet das politische Treiben rund um seine Hausür immer mit der gleichen Aufmerksamkeit. Und manchmal vertraut man auch einfach – dummerweise – darauf, dass die rundum sowieso und immer schon Aktiven, die Grünen etc. darauf achten werden, dass hier keine rückwärts gewandten Sachen geplant werden.

    Immerhin zeigt sich jetzt de Fragwürdigkeit eines solchen „Gottvertrauens“. Aber wenn wirklich nach vorn geschaut würde, sollte die Ebene persönlicher Schuldzuweisungen überwunden werden und Lernen aus dem Ganzen als eine gemeinsame Aufgabe berachtet werden. Es müsste doch jedem klar geworden sein dass es zwar kurzfristig erfolgreich aber eben doch nicht nachhaltig sein kann, wenn – mit einiger Si8cherheit – erst später zum Tragen kommende Konflikte nicht von vornherein antizipiert werden. (Ich hatte übrigebns am Samsttag am Ende den Eindruck, dass der Herr Beziksstadtrat Spallek dies viel besser verstanden haben könnte, als macher der anwesenden Bürgerbeteiligungsveteranen.)

    Gruß hh

  4. 104
    Susanne Torka says:

    @ hh,
    schätzungsweise gehöre ich in Deinen Augen zu den Bürgerbeteiligungsveteranen, aber egal. Ich bin für konkrete Kompromissvorschläge, die ja teilweise auch gemacht worden sind. Aber die erste Stunde am Samstag (war es wirklich eine ganze Stunde, die mit dem Geplänkel um Mediation und weitere angebliche Versäumnisse der Politik verschwendet wurde?) hätte man sich wirklich sparen können. Über die einzelnen Bäume konkret zu sprechen, hätte vielleicht was bringen können und die Idee „die Kirche auf den Platz zu stellen“ diskutieren. Doch leider wurden nur wenige Beiträge derart konkret.
    Im Nachtrag zum Artikel sind oben übrigens die Pressemitteilung der Bürgerinnen und Bürger für einen respektvollen Umgang mit unseren Grünflächen, die konkreten Vorschläge der BI SilberahornPlus und verschiedene Presseveröffentlichungen dokumentiert, wie auch die Kurznachricht der Abendschau, die noch für einige Tage im Netz stehen wird.
    Ein Rundgang vor der nächsten Ausschusssitzung am 21.3. um 17 Uhr Ecke Turmstraße / Stromstraße war angesagt, aber lieber noch mal nachfragen, denn in der Tagesordnung der Sitzung auf der BVV-Seite findet man das nicht:
    http://www.berlin.de/ba-mitte/bvv-online/to010.asp?SILFDNR=2641

  5. 105
    vilmoskörte says:

    ZU 103: Ich verstehe einfach nicht, wo die Baumschützer und ihre Sympathisanten ihre absoluten Wahrheiten hernehmen. „Nachtigallen werden sich dort allerdings mit Sicherheit nicht mehr einfinden“ macht aus einer schieren, gut in den eigenen Kram passenden Vermutung eine Aussage, die ohne sachliche Begründung als absolut gültig in den Raum gestellt wird. Die Argumente der anderen sind natürlich mit der gleichen Gewissheit falsch. So wird die Existenz der Angsträume in Abrede gestellt, obgleich bei der Befragung der Jugendlichen genau das mehrfach geäußert wurde, bis hin zum Verbot mancher Eltern an ihre Kinder, den Weg durch den Ottopark zu nehmen. Stattdessen wird eine wilde Spekulation von prügelnden Vätern dahin fabuliert.

  6. 106
    Susanne Torka says:

    Welche Baumaßnahmen im 1. und 2. Bauabschnitt (Ottostraße bis Thusnelda Allee) in den nächsten Monaten anstehen, ist auf diesem Plakat abzulesen (pdf, 1,6 MB):
    http://www.turmstrasse.de/download/120309%20Plakat%20A2%20klein.pdf

    Außerdem sind Bürgersprechstunden angesetzt, die erste am nächsten Montag in der Heilandskirche um 16:30 Uhr. Weitere Termine oben im Nachtrag zum Artikel und im Veranstaltungskalender.
    Im Juli sollen diese beiden Bauabschnitte übrigens beendet sein.

  7. 107
    Susanne Torka says:

    Der nächste Ausschuss Soziale Stadt, QM, Verkehr und Grünflächen tagt am 21.3.12 um 18 Uhr im Sprengel-Haus
    Es gibt keine vorherige Begehung, aber er beschäftigt sich unter TOP 4.2 mit der
    Nachbereitung Sonder-Ausschusssitzung „Kleiner Tiergarten – 2. Bauabschnitt“; Klärung offener Fragen; weiteres Vorgehen. U.a. BE: Bezirksamt.
    Den Link zur Tagesordnung findet ihr ja schon im Kommentar Nr. 104 !

  8. 108
    Rudolf Blais says:

    Zu 107

    Neue Meldung vom BVV-Ausschussvorsitzenden Herrn Udo Sack von heute:
    Die Baumbegehung im Kleinen Tiergarten des BVV Ausschusses Soziale Stadt, QM, Verkehr und
    Grünflächen ist am Montag den 19.3.2012 um 16.30 Uhr und nicht wie ursprünglich geplant am Mittwoch den 21.3. vor der BVV-Auschusssitzung. Treffpunkt: Ecke Turm-/Stromstraße

    Rudolf Blais

  9. 109
    bundesseppl says:

    Ist ja echt rührig, wie sich der eine oder andere um jeden Baum kümmert. Nun gut, jedem das seine. Aber – wie sieht es um die Bäume im Großen Tiergarten aus? Die, da Euch ja offensichtlich Euer Freizeitspaß wichtiger zu sein scheint, Euch einen Dr… zu interessieren scheinen! Keine Demos oder Initiativen gegen das Grillen (das ja nun endlich verboten ist). Als „echter“ Tiergartner sollte man auch da aktiv werden! Das was hier vorherrscht ist pures Eigeninteresse. Mehr ist es nicht. Ihr meint, dass 2800 Unterschriften Euch wirklich zu den Sprechern machen, die zu sagen haben, was im Kleinen Tiergarten passiert? Laut Wiki seid ihr etwa 25 % der Einwohner. Wobei es interessant wäre, wie viele „echte“ Tierpartner da unterschrieben haben, und wie viele Wanderunterschreiber da mitgewirkt haben? Also, ermittelt doch einmal, was die restlichen 75 % wollen? Wenn ihr dazu überhaupt bereit und in der Lage seid.

  10. 110
    H. E. says:

    @ Kommentar Nr. 109 Nur um der korrekten Zahlen willen:

    Der Kleine Tiergarten liegt lt. Stadtplan nicht in Tiergarten sondern in Moabit. Da die Unterschriften daher sicher aus Moabit kommen, wäre hier dann m. E. die Einwohnerzahl von Moabit mit 70.900 anzusetzen. 2.800 Unterschriften davon ergeben leider nur 3,95 % und nicht 25 %.

    Aber letztlich ist es egal, wie viel Prozent diese Stimmen ausmachen, da Kritik immer nur von einer Minderheit ausgeht, während die Mehrheit schweigend abwartet. Dank des Internets dürften diese Minderheiten wohl in Zukunft größer werden, was wiederum Bürgerinitiativen mehr Gewicht verleihen wird.

  11. 111
    banikowski says:

    „Könnte es nicht auch sein, dass gerade auch Väter die ihre Kinder schlagen oder missbrauchen, besonders eifrig vor angeblich hinter jedem Busch lauernden Sittenstrochen warnen? “

    Was sind denn das für „Argumente“? Könnte es nicht auch sein, dass Herr Hirschelmann…
    und jetzt verkneife ich mir lieber irgendwelche weit hergeholten Hypothesen. Herr Hirschelmann ist bestimmt ein ganz netter Kerl, auch wenn ich eine ganz andere Wahrnehmung habe zu dem, was hier und anderswo zum Thema Umgestaltung des kleinen Tiergarten gesagt und geschrieben wurde.

  12. 112
    bundesseppl says:

    @kommentar Nr. 110

    Offensichtlich gibt es da zwei Seiten auf Wiki über den Bezirk, die sich ziemlich unterscheiden. Sowohl was Einwohner als auch was die Fläche angeht. Auf der Seite des Bezirksamtes steht nur die Zahl von 2008. Die Einwohnerzahl ist da noch mit etwas über 75 000 EW für Moabit und Hansaviertel angegeben. Bei Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Tiergarten) steht hingegen etwas über 12.328 (31. Dez. 2011), was dann knapp 23 % ergeben. Aber ich gehe man von der kleineren Zahl aus, was dann auf knapp 4 % derjenigen ergibt die unterschrieben hatten. Was dann aber erst recht Kritik aufkommen lässt, dass sich 4 % tatsächlich anmaßen, den Alleinvertretungsanspruch für die Gestaltung eines Parks zu erheben, den wohl weit über 100 000 Bürger nutzen könnten. Und da ich selbst auch schon Unterschriften gesammelt habe weiß ich, das viele auch deshalb nicht unterschreiben, weil sie keine Alternative haben. NICHT unterschreiben heißt also noch lange nicht, dass man gleichgültig ist. Es kann auch bedeuten, dass man mit dem was man da unterschreiben soll NICHT EINVERSTANDEN IST! Denn, ohne jetzt den Text der Unterschriftenliste zu kennen, man kann doch davon ausgehen, dass den Menschen nur das JA per Unterschrift angeboten wurde.

    Deshalb noch einmal die von den Zahlen aktualisierte Frage: „ermittelt doch einmal, was die restlichen 86 % wollen? Wenn ihr dazu überhaupt bereit und in der Lage seid.“

    Denn nur das wäre demokratisch. Weil es eben auch dazu gehört, das zu verbreiten, was die wollen, die nicht unterschreiben! Das nur mal für diejenigen, die so gerne nach Demokratie und Bürgerbeteiligung schreien. aber letztlich doch nur das richtig finden, was sie selbst wollen. Und das ist dann keine Demokratie, das kommt schon der Anarchie ganz nahe!

  13. 113
    Susanne says:

    Hallo bundesseppl,
    schau Dir doch mal die Karte an, auf der Seite, die Du verlinkt hast (Wikipedia Berlin-Tiergarten)! Das schreiben die schon sehr richtig, aber es ist nicht der alte Bezirks Tiergarten gemeint, der zusammen mit Wedding und Alt-Mitte zum neuen Bezirrk Mitte wurde.
    Sondern es ist hier das frühere Tiergarten-Süd gmeint, jetzt der Ortsteil Tiergarten. Da passen die ca. 12.000 Einwohner schon.
    Darüber auf der Karte siehst Du das Hansaviertel (ziemlich klein) mit 10.621 EW (http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Hansaviertel)
    und darüber Moabit mit 70.911 EW (http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Moabit).
    Solche Verwechslungen kommen immer mal wieder vor.

  14. 114
    Hans-Hermann Hirschelmann says:

    “Könnte es nicht auch sein, dass gerade auch Väter die ihre Kinder schlagen oder missbrauchen, besonders eifrig vor angeblich hinter jedem Busch lauernden Sittenstrochen warnen? ”

    Was sind denn das für “Argumente”? Könnte es nicht auch sein, dass Herr Hirschelmann…

    … abends im Ottopark hinterm Busch auf ein unvorsichtiges Rotkäpchen lauerte und nun sauer ist, dass die schöne Deckung dahin ist?

    Wenn das, was ich (und mit mir gewiss noch einige andere Anwohner) als etwas wahrnehme, das immerhin Nachtigallen anzog nun als Angstraum definiert wird der nun fraglos“ abzuholtzen sei, so sollte die Frage erlaubt sein, wie viel reale Gründe zum Angsthaben der Otttopark lieferte und wie viel Projektion dabei ist. Ich sehe diese ganze Entstrolchungshysterie halt kritisch.

    Ich denke, dass moderne Parkgestaltung zu allererst die Frage stellen sollte, wie die ökologische Qualität einschließlich der Naturdienstleistungen in immer heißer werdenden Zeiten gehalten oder gar gesteigert werden könnte und dass erst einmal entsprechende Aufklärung zu bieten wäre bevor die Bedürfnisse nach Spaß, Spiel und Sonnenbad abgefragt werden. Wenn hiernach eine Mediation Wege und Mittel findet, beides zum Recht kommen zu lassen: ok. Aber so war es ja wohl nicht.

  15. 115

    @ hh, schätzungsweise gehöre ich in Deinen Augen zu den Bürgerbeteiligungsveteranen,

    Ich hoffe, dass du das nicht als eine Schmähung empfindest, ich schätze dich und deine jahrelange unermüdliche Arbeit sehr. (Auch wenn ich es sehr bedaure, in dir keine Verbündete bei dem Vorhaben „Nachhaltigkeitsziele für Mitte“ zu haben) Dachte übrigens auch eher an A.S.

    aber egal. Ich bin für konkrete Kompromissvorschläge, die ja teilweise auch gemacht worden sind. Aber die erste Stunde am Samstag (war es wirklich eine ganze Stunde, die mit dem Geplänkel um Mediation und weitere angebliche Versäumnisse der Politik verschwendet wurde?) hätte man sich wirklich sparen können. Über die einzelnen Bäume konkret zu sprechen, hätte vielleicht was bringen können und die Idee “die Kirche auf den Platz zu stellen” diskutieren. Doch leider wurden nur wenige Beiträge derart konkret.

    „Ein Fluss wird gewalttätig genannt, nicht aber die Dänmme, die ihn einengen“ (Brecht, oder?) Oder: „Trampelpfade sind ein Beleg für Planungsfehler“. (Das hörte ich einst von Klaus Piela von der damaligen „Baumschutzgemeinschaft“ während einer Begehung des Carl von Ossietzky Parks – ist lange her. Ungefähr 30 Jahre, meine ich.)

    Warum nur diese Ungeduld im Hinblick auf das nur allzu verständliche Bedürfnis, den aufgestauten Unmut losuwerden? Und wenn dann so eine Sitzung (die ja ursrünglich eine Mediation nach Fällstopp im Ottopark sein sollte, dann für den kleinen Tiergarten, dann nur noch runder Tisch und schließlich …) mit den Worten eröffnet wird, dass an den Planungen sowiewso nichts mehr zu rütteln sei, weil es schließlich bereits eine Bürgerbeteiligung gegeben hätte, so sollte man eigentlich den Hut vor der Geduld der Baumschützer ziehen, weil die es sich verkniffen haben, gleich wieder nach Haus zu gehen. Und irgendwoher muss Stadtrat Spallek doch den Eindruck gewonnen haben, dass von beiden Seiten gute Arrgumente genannt worden seien.

    Gruß hh

  16. 116
    prolet says:

    In der Quitzowstraße steht gesprüht: „Ich rette die Welt, wer hilft mit?“ Nach all den gescheiterten Versuchen, den Ausstoß von Treibhausgasen global zu begrenzen, wird scheinbar die ganze Welt im Kleinen Tiergarten gerettet. Kann daher Vilmos (Kommentar Nr. 105) nur zustimmen!

  17. 117
    Susanne Torka says:

    @hh,
    kein Problem mit solcher Art Bezeichnung, stimmt ja 😉
    Interessant, Du schreibst: „Trampelpfade sind ein Beleg für Planungsfehler“. Mal abgesehen davon, dass viele Planer kein Problem mit Trampelpfaden haben, die sich entwickeln, wäre das doch eher ein Argument für die vielen Zuwege und Eingänge in den Park. Keine Trampelpfade, sondern schon eingeplant, dass die Leute ihn von vielen Seiten betreten wollen. An diesen Stellen können dann natürlich keine Nachtigallen brüten, aber Platz für ein dichtes Gebüsch wird man wohl auch noch finden!

  18. 118
    Susanne Torka says:

    Seit heute ist übrigens ein Vorabzug der Entwurfsplanung für den Kleinen Tiergarten von der Heilandskirche bis zur Stromstraße von der Webseite des Aktiven Stadtzentrums herunterzuladen:
    http://www.turmstrasse.de/download/2011-10-05%20Vorabzug%20Masterplan%20BA%203-5.pdf

    Hier kann man nach vergrößern alle zu fällenden Bäume mit den Baumnummern genau erkennen. Die Gründe für die Entscheidung der Planer sind hier nachzulesen:
    http://www.moabitonline.de/wp-content/uploads/2012/03/12-03-2012_Antworten_Planung.pdf

    Beides auch oben im Nachtrag zum Artikel verlinkt.

    Im Ausschuss heute wurden Vorschläge zum Erhalt von einzelnen Bäumen gemacht. Diese werden im Laufe der nächsten Woche in einer gemeinsamen Liste aller Fraktionen noch zusammengestellt, dann soll das Bezirksamt sie an das Planungsbüro zur Stellungnahme weiterleiten. Und im nächsten Ausschuss wird noch einmal darüber beraten.

  19. 119

    Interessant, Du schreibst: “Trampelpfade sind ein Beleg für Planungsfehler”. Mal abgesehen davon, dass viele Planer kein Problem mit Trampelpfaden haben, die sich entwickeln, wäre das doch eher ein Argument für die vielen Zuwege und Eingänge in den Park. Keine Trampelpfade, sondern schon eingeplant, dass die Leute ihn von vielen Seiten betreten wollen. An diesen Stellen können dann natürlich keine Nachtigallen brüten, aber Platz für ein dichtes Gebüsch wird man wohl auch noch finden!

    Verzeihung, wenn ich da mal ein wenig ironisch werde: Ja, irgendwo wird sicher noch Platz für ein Gebüsch sein – am besten gut ausgeleuchtet und von allen Seiten von Kameras erfasst, damit die vielen Sittenstrolche, die bisher nachweislich den Grusel-Otto-Park unsicher gemacht hatten, nicht auf die Idee kommen, jetzt auch noch Nachtigallenquälerei zu begehen. Was allerdings nicht geschehen wird, weil letztere zwar durchaus in der Nähe von verkehrsreichen Straßen brüten (die singen dann halt einen Zacken lauter), aber bisher noch nicht die Chutzpe aufbringen, ihren Nachwuchs auf so kleinen Verkehrsinseln mit geblümten Hochbeeten aufzuziehen. Aber das wird sicher kein Verlust, denn es könnten Beschallungsanlagen aufgebaut werden, deren Programm bei Einbruch der Dämmerung automatisch auf „Naturgeräusche“ schaltet.

    Man hätte bestehende Trampelpfade (von denen es ja interessanterweise ganz wenige gab) ja durchaus ausbauen können. Aber genau das, was für viele den Reiz des Parks ausmachte, wie zum Beispiel eine grüne Mauer zur verkehrsreichen Durchgangsstraße zu bilden, deren Anblick allein Freude auslöste, etwa wennman sich von der Elberfelder Straße aus in Richtung Turmstraße bewegte, und die von innen her betrachtet auch eine pychologische Mauer gegen den Verkehrslärm bildete, htte eben auch verstärkt werden können indem man den Dickicht-Schonraum an diesen Stellen noch besser abgegrenzt und gesichert hätte. Denkbar wären auch bewachsene Schallschutzmauern gewesen. Und die „öffnung zum Stadtraum“ auf die Ottostraße und die Tusneldaallee beschränkt hätte.

    In den 1980er Jahren hatten insbesondere die Grünen – durchaus erfolgreich aber offenbar nicht nachhaltig genug – gegen die willhelminische Nostalgie-Parkgestaltung nach Stimmanscher Art (Anlage von Sichtachsen, Weg mit dem Gebüschen) agiert. (Mal Wolfgang Endler fragen) . Jetzt, wo das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung in seiner Studie über Anpassungsbedarf in Großstädten vor zunehmendem Hitzestrss warnt und dringend empfiehlt, für mehr Schatten spendende Bäume zu sorgen und wo wir das UN-Jahr der biologischen Vielfalt begehen, werden Träume nach einem Platz an der sengenden Sonne realisiert.

    Aber was ich mit den Trampelpfaden natürlich meinte: Könnten die Proteste nicht auch ein Zeichen ungenügender Planung sein? Etwa weil es an Anlässen fehlte, sich von vornherein (d.h. vor Ausschreibung des Wettbewerbs) einen Kopf über Nachhaltigkeitsfaktoren zu machen? Wie ich hörte, sollen selbst diejenigen, die sich an den Beteiligungsverfahren beteiligt haben, nichts davon geahnt hatten, dass da über zweihundert Bäume weg sollen.

    Aber wie wäre es, wenn wir die Erfahrung nun gemeinsam produktiv nutzen indem wir die BVV-Parteien und das Bezirksamt dazu bewegen, unter Mitwirkung von Bürgerexperten Nachhaltigkeitsziele zu definieren (und wie Schritte in deren Richtung messbar gemacht, wodurch sie erreicht werden sollen, was dem evt entgegen steht usw.) Zum Beispiel in Sachen Bürgermitwirkung. Siehe http://www.la21mitte.de/index.php/aufgabenbereiche/107-liste-nachhaltigkeitsziele

    Zu dem Zweck baue ich grad für den Förderverein LA21-Mitte e.V. nachem er das Agendabro im Rathaus Tiergarten glücklich geräumt hat, ein „Büro in den Wolken“ auf. Damit ein Jeder und eine Jede die Entwicklung eines Modells für die Erstellung solcher Nachhaltigkeitszielen des Bezirks life miterleben – und auch jederzeit darann mitwirken – kann. Siehe http://www.la21mitte.de

    Der BVV Beschluss von Ende 2009 zur Lokalen Agenda gibt das BA eigentlich genau diesen Auftrag. Ich meine, dass dies mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

    Gruß hh

  20. 120

    Als ein Nachhaltigkeitsziel in Sachen „nachhaltiger Erholungsqualität“ im Aufgabenbereich Straßenverkehr würde mir etwa einfallen, die Sperrung der Straßen rund um Parks zumindest an Wochenenden als einen Faktor zu betrachten, der für die Zukunftsfähigkeit einer Gemeinde steht – zum Beispiel auch des Gedankens einer „Öffnung von Parks zum Stadtraum“.

  21. 121
    banikowski says:

    zu 114:
    Lieber Herr Hirschelmann, als Rotkäppchensckreck werden Sie bestimmt nicht gebraucht, da gibt es schon den bösen Wolf. Dem kann man auch (im Gegensatz zu Ihnen) einfach mal schnell den Bauch aufschlitzen, wenn er versehentlich jemanden gefressen hat. Was mich zum Thema zurückbringt. Ihre Argumentation, dass ja im Ottopark nichts passiert und er als „Angstraum“ nicht real ist kommt mir vor wie die Behauptung eines Kampfhundbesitzers, dass sein Tier noch nie jemandem etwas getan hat und jede Angst vor dem Hund daher völlig unbegründet ist. Mir persönlich reicht schon das Unbehagen, wenn ich sehe, wie sich im Kleinen Tiergarten zwei Fixer im Gebüsch gegenseitig eine Spritze setzen.

    Könnte es etwa sein, dass sie sich nach Biotopen für Trinker und Fixer sehnen? Nach Urwald in der Grosstadt, so schön dunkel und unheimlich, dass sich nicht mal Rotkäppchen dorthin wagen würde?

    In Ihren Beiträgen lese ich ständig Befürchtungen, die ich als Umwelthysterie einordnen würde. Wo ist denn Ihr reales, durch zu starke Sonneneinstrahlung entstandenes Melanom? Dafür werden dann diejenigen, die für die Umgestaltung des Parks sind, von Ihnen schnell mal eben als Anhänger von Spassgesellschaft und sengender Sonne verteufelt. Aber Hauptsache Sie haben Ihren Spass beim Lauschen des Gezwitschers der Nachtigall. So sieht er aus, der faire Umgang miteinander nach Art des Herrn Hirschelmann?

    Wie wär’s denn wenn Sie erstmal Ihren Balkon und/oder Garten ökologisch auf Vordermann bringen? Am besten gleich noch eine Messtation fürs PIK einrichten. Dann wird die Klimakatastrophe noch realer. Und nicht den Hut gegen die sengende Sonne vergessen!

    P.S.: Ist etwa auf la21mitte.de so wenig los, dass Sie sich hier austoben müssen?

  22. 122
    prolet says:

    Zu 121
    Ich kann Banikowski nur zustimmen. Obwohl ich seit meiner Jugend auf Ökologie achte, auch Dinge repariere statt sie wegzuschmeißen, werde ich langsam immer feindseliger gegenüber diesen Leuten, die die Weisheit wohl mit Schöpfkellen gefressen haben müssen. Wer die (berechtigten) Ängste seiner MitbürgerInnen nicht wahrhaben will, der zeigt doch nur Intoleranz und Verachtung denjenigen gegenüber, die nicht der ökologisch-orthodoxen Kirche angehören. Ich habe Ökologie immer als eine Sache auch für die Menschen verstanden, aber dem ist offenbar nicht so.

  23. 123
    vilmoskörte says:

    Zu 119: Nur dadurch, dass man immer wieder denselben Unsinn wiederholt, wird er nicht wahr. Zur „sengenden Sonne“: Auch nach den für eine nachhaltige Parkgestaltung viel zu gering ausgefallenen Fällungen sind deutlich mehr als 50% der Fläche des Ottoparks verschattet.

  24. 124
    Susanne Torka says:

    @ 119,
    tatsächlich existieren kaum Trampelpfade. Richtig beobachtet. Warum? Weil da die Zäune im Weg stehen!

  25. 125
    Rudolf Blais says:

    Berichte und Bilder von der Ottoparkeröffnung am 24.8.2012

    Die positive und umfangreiche kritische Presseberichterstattung über die Protestaktionen zur Ottoparkeröfnung (BI Kleiner Tiergarten/Ottopark, BI Silberahorn, Umweltverbände und unzufriedene Anwohner) am 24.8.2012 auf der offizellen Ottoparkeröffnung (Veranstaslter Bezirksamt Mitte) hat auch meine Erwartungen übertroffen, und ich kann nur nochmal an alle Politiker, Planungsbeteiligten usw. zum Umdenken appellieren, um „Ähnliches im Kleinen Tiergarten“ zu verhindern, wie es bereits auf zwei Plakaten der BI KTO lautet.
    Zahlreiche Transparente, Schilder, der Kunstbaum, zwei Särge und eine Hecken- und Sträucherdemonstration in Blumentüpfen auf den Beton-Sitzkiesel und weitere Protestaktivitäten fanden großes Interesse auf der Ottoparkeröffnung wie auch am Stand des Turmstrassenfestes. Viele Menschen äußerten Ihre Unzufriedenheit mit dem übermäßig betonierten und asphaltierten Ottopark.

    Siehe folgende Presseberichte:

    Artikel „Das ist nicht unser Park“ in: Berliner Woche vom 29.8.2012 mit Foto unter

    http://www.berliner-woche.de/fileadmin/Wochenblatt-Ausgaben/2012/1235_TG.pdf

    Artikel „Das ist nicht unser Park“ in: Berliner Morgenpost vom 28.8.2012 unter

    http://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article108842872/Das-ist-nicht-unser-Park.html

    Artikel „Klettern auf gefällten Bäumen“ in: Berliner Abendblatt vom 1.9.2012 mit Foto unter
    http://www.abendblatt-berlin.de/fileadmin/pdf_archiv/KW_35/Tiergarten_vom_01.09.2012.pdf

    Internetblog „Bäume raus, Beton rein!“ und Fotosammlung in

    http://baumschutz.wordpress.com/2012/08/25/baeume-raus-beton-rein/

    Artikel „Ottopark – schöner oder steriler?“ in

    http://berlin.nabu.de/themen/baumschutz/baumschutz-news/15119.html

    Rudolf Blais

  26. 126
    Vilmoskörte says:

    Die kleine uneinsichtige, anmaßende und in hohem Maße undemokratische Minderheit der Baumschützer ist in keiner Weise repräsentativ für die Moabiter Bevölkerung. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass Rudi und seine BI ganz Moabit mit ihren Pamphleten zukleistern und es gelegentlich schaffen, in einem Wochenblatt einen Artikel zu platzieren und das in völliger Verblendung als Sieg feiern. Es handelt sich lediglich um ein, maximal zwei Dutzend (siehe z.B. Beteiligung von sieben Leuten an den Großdemos gegen die Fällungen) etwas weltfremder und verbohrter Menschen, die dem Rest der Moabiter Bevölkerung ihren anscheinend allein selig machenden Willen aufzwingen wollen. Und wenn das nicht klappt, dann nennen sie den Prozess eben undemokratisch.

    Ich wünsche mir, dass möglichst viele Moabiter und Moabiterinnen die Gelegenheit wahrnehmen, an den anstehenden Veranstaltungen zur Umgestaltung des Kleinen Tiergartens (siehe u.a. http://stv-turmstrasse.de/2012/08/29/terminplan-buergerbeteiligung-kleiner-tiergarten-ost/) teilnehmen, sich informieren, ihre Meinung sagen, ihren Ideen einbringen, um den monothematischen Baumschützern, die systematisch jede positive Änderung verhindern möchten, nicht das Feld alleine zu überlassen.

  27. 127
    prolet says:

    Zu vilmos
    Sehr richtig, nichts wird wahrer durch das auch in der Zeitung verbreitete verbohrte Gerede. Ich sage dagegen: Mir gefällt der Park und ich kann – als fast täglicher Nutzer – sehen, wie gut der neugestaltete Spielplatz angenommen wird, wie viele unterschiedliche Menschen – nicht wie früher fast nur Halbstarke – sich mittlerweile auf dem luftigen Weg aufhalten. Und ich kann auch die „geretteten“ Krücken sehen, die Bäume mit halbseitig unbelaubter Krone und Rindenschäden. Die Verbohrten in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf? Weit gefehlt, wir sind die Moabiter!!! Zeigen wir es ihnen! Das IST unser Park!

    Was übrigens die Zettelkleberei angeht: Wenn man sich die Landwehrkanalgeschichten ansieht, bemerkt man, daß die dortige BI sich mit dem WSA auch über Tiergartener und Charlottenburger Bäume unterhält. Da wird dann klar, warum diese zum Teil an Verleumdung grenzenden Zettel auch gerade im Bereich des Landwehrkanals, also auch in Charlottenburg, geklebt bzw. – baumfreundlich – mit Nägeln an die Bäume gepinnt sind.

  28. 128
    Olaf Lemke says:

    Ich kann mich den Beiträgen 126, 127 nur anschließen, der neu gestaltete Ottopark stellt in dieser Form eine wesentlich Verbesserung im Vergleich zum Zustand der letzten Jahre dar. Die breiten, hellen Wege, Rasenflächen und im Bereich der Ottostraße die Spielflächen, erlauben es den Moabiterinnen und Moabitern von Jung bis Alt den Park endlich wieder zu begehen und in Gänze (und sicherer) zu erleben.
    Durch persönliche Beobachtung und Gespräche im Bekanntenkreis aber auch mit vielen Anwohnerinnen und Anwohnern in den letzten Tagen, auch auf dem Turmstraßenfest, kann ich die Einschätzung von Rudi Blais nur mit großer Verwunderung als gesteigerte Form von Beharrlichkeit des eigenen Standpunktes einordnen. So laut man auch protestieren mag, es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass man hier lediglich eine verschwindend kleine Minderheit repräsentiert.
    Daher bin ich zuversichtlich, dass die erfolgreiche Arbeit an der Umgestaltung der weiteren Abschnitte des Kleinen Tiergartens fortgesetzt werden kann, so auch in den demokratischen Gremien von BVV und ihren Ausschüssen und natürlich in Zusammenarbeit mit weiteren Bürgervertretungen.

    Olaf Lemke
    Bezirksverordneter CDU Fraktion Mitte

  29. 129
    Ralf Hartmann says:

    Ich wohne direkt am Ottopark und freue mich über das Leben, das jetzt dort sichtbar eingezogen ist. Kinder spielen, AnwohnerInnen sitzen auf den Bänken, junge Leute nutzen die Sitzkiesel für ein abendliches Treffen und sogar mit ihren Hunden gehen dort Menschen spazieren. Das alles gemeinsam und in einer helleren und freundlicheren Atmosphäre als bislang. Ich finde, diese vielfältige neue Nutzung des Parks entzieht allen Argumenten der Baumschützer den Boden. Denn jetzt ist es ein Park für alle!

  30. 130
    Rané says:

    Nun habe ich mir mal den „Park“ angesehen und fand, bis auf die Parkbänke, nichts, was mich begeistert hätte. Vor allem die Betonsteine sind in dieser Anzahl potthässlich. Nach dem nächsten harten Winter werden die ersten Risse im Beton zu sehen sein. Hätte man da wenigstens einen Naturstein hingesetzt. Dann die vielen Fahrradständer, die eh in keinem Park der Welt gebraucht werden. Und merkwürdig kleine Rasenflächen und Erhebungen, die keinen Sinn ergeben. Wenn, dann hätte man bei so viel Stein und Beton wenigstens eine kreative und anspruchsvolle Fläche für Skater gestalten können. Blumenbeete oder Sträucher für das Auge fehlen völlig. Und den „Spielplatz“ würde ich als „Samuel Beckett Memorial Spielplatz“ bezeichnen, da nur ein einziges Gerät für Spiel und Spass sorgt, der Rest ist eher nutzlose Deko.

  31. 131
    prolet says:

    Zum Glück sehen Kinder ihre Umwelt nicht durch eine so durch und durch intellektualisierte Brille wie Rané, so oft ich da durchgehe, sehe ich immer wieder eine Menge begeistert herumtollende Kinder.

  32. 132
    Rané says:

    @ prolet
    Hast Du eigene Kinder oder hast jahrelang mit Kindern gearbeitet ? Es gibt Spielplätze wie u.a. im Berliner Zoo oder im Tiergarten gegenüber dem Haus der Kulturen der Welt die sehr gut von den Kids angenommen werden. Aber wenn man die betroffenen Kids nicht fragt, bekommt man eben so ein Ergebnis.
    Im Ostteil Berlins wurden viele Spielplätze unter Mitwirkung von Künstlern gestaltet. Aber es gibt da ja noch auf dem Terrain zwei andere Spielplätze. Hätten sich die Planer mal bemüht, Ergänzungen zu den Spielgeräten zu schaffen, wäre vielleicht was Sinnvolleres entstanden. Und schreiben kann man viel, ich habe Foto- und Videodokumente, die etwas anderes aussagen.

  33. 133
    vilmoskörte says:

    Ach Rané, wie leider so oft verkaufst du hier deine falschen Annahmen – wie hier „wenn man die betroffenen Kids nicht fragt“ – als Wahrheiten. Gerade die Kids und die Jugendlichen sind intensiv befragt worden und haben erheblich dazu beigetragen, dass die Spielflächen so sind, wie sie jetzt sind, und in der Tat von den Kindern auch angenommen werden. Und man muss mental schon sehr blind sein, wenn man nicht sehen will, dass der Ottopark nach der Umgestaltung erheblich bevölkerter ist, als er es in den letzten Jahren des traurigen Dahindämmerns gewesen ist. Ich bin fast jeden Tag dort und freue mich über Licht und Sonne und die vielen Menschen, alt und jung, die ganz offensichtlich Gefallen am neuen Park finden. Es wird Zeit, dass der Rest des Parks auch aus seinen Verwucherungen befreit wird.

  34. 134
    prolet says:

    Nun, Rané, wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil: „so oft ich da durchgehe, s e h e ich immer wieder eine Menge begeistert herumtollende Kinder“ habe ich geschrieben. Und ich gehe oft da entlang, weil ich nun einmal nicht im feinen Wilmersdorf wohne, sondern um die Ecke. Gewiß: Um Mitternacht sehe ich dort tatsächlich keine Kinder, tagsüber dafür um so mehr. Ich denke z. B. an die Stöpsel, die mit ihren kleinen Fahrrädern immer wieder über die „Erhebeungen, die keinen Sinn ergeben“ fahren. Da ich allerdings keinen Alkohol trinke und auch sonst keine Drogen konsumiere, kann ich wohl auch keine Halluzinationen haben. Die Kinder müssen also da sein! Dafür brauche ich keine „Foto- und Viedeodokumentation“.
    Gefragt hat man die Kinder sehr wohl, und sogar als erste – vor den Erwachsenen! Bekommt man natürlich nicht mit, wenn man sich zu Hause, im Korb der Wilmerdorfer Witwen, selbstgerecht als Gockel aufplustern muß. Wahrscheinlich unterstellt er mir, dem Proleten, daß ich keinerlei Ahnung von irgendwas und schon gar nicht von Kultur und Künstlern hätte, vielleicht sogar Beethoven für einen Gärtner und Warhol für einen Bombentrichter hielte. Zum Glück habe ich in meinem nun doch schon etwas längerem Leben eine Reihe von Künstlern kennengelernt, die überhaupt nicht überheblich sind, so daß ich es mir verkneife, über Künstler so herzuziehen, wie Rané über Menschen herzieht, die es wagen, ihm nicht zu Munde zu reden.

  35. 135
    Rané says:

    @ prolet und vilmoskörte
    Da ich nicht mehr in Moabit wohne, lasse ich Euch bei eurem positiven Urteil. Aber jammert nicht,
    wenn es aufgrund der Gestaltung in der Zukunft zu div. Verletzungen kommt. Allein der minimale
    Raum in der Nähe des Basketballkorbes, konfrontiert mit weiteren „Erhebungen“ dürfte allen die Lust am
    Basketballspiel verderben. Wundere mich nur dass der TÜV diesen „Spielplatz“ abgenommen hat.
    Aber wenn was passiert, behauptet nur nicht, ihr hättet von nichts gewusst.
    Hätte ja Lust den Film „Züri brennt“ dort open air zu zeigen, wo der Satz vorkommt: „Schade, das Beton nicht brennt!“. Aber ich habe keine Lust, mit bestimmten Leuten hier weiter zu diskutieren. Sollten juristable Meinungen hier veröffentlicht werden, werde ich gegen diese vorgehen.

  36. 136
    Carsten says:

    Ich finde denn ersten Bauabschnitt durchaus gelungen. In der Tat ist hier noch etwas viel Beton (ein Teil des Ottoparks ist ja auch der Ottoplatz). Weiter östlich würde ehe mehr Grün dominieren. Auch meinen Kindern gefällt es und allen mit denen ich gesprochen habe. Es ist zu hoffen, dass sich viele alteingesessene Moabiter an den Diskussionen im den restlichen Park beteiligen. Die „Baumschützer“ sollen ihre Meinung haben, vielleicht ist der eine oder andere Baum auch mehr zu erhalten. Ich vermisse hier zuweilen aber etwas die gute Kinderstube. Sie sollten nicht den Anspruch erheben für alle zu sprechen. Es geht um einen Park mit sehr vielen Nutzungsansprüchen, dessen Qualität sich nicht ausschließlich nach der Bilanz seiner Biomasse bemisst.

  37. 137
    Rané says:

    Ich hoffe auch, dass viele Moabiter sich an den Diskussionen um den restlichen Park beteiligen, schließlich wird alles mit öffentlichen Geldern finanziert und bleibt für viele Jahre. Danke Carsten, dass Du trotz Meinungsverschiedenheiten sachlich geblieben bist. Ein weiterer Film für open air wäre
    die „Steinlaus“ von Loriot. Schade, dass es dieses „possierliche Tierchen“ leider nicht real gibt. *g*!

  38. 138
    Susanne Torka says:

    Anfang nächste Woche beginnen die Fällungen und die Bauarbeiten für den Abschnitt zwischen Heilandskirche und Stromstraße (siehe auch im Nachtrag, der einen Link zur Ausführungsplanung enthält). Das teilt das Bezirksamt Mitte heute in einer Pressemitteilung mit:
    http://www.berlin.de/ba-mitte/aktuell/presse/archiv/20130214.1410.381303.html

  39. 139
    Rané says:

    Aber was muss ich da lesen „….werden durch große Sitzkiesel ergänzt“. War nicht eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die Sitzkiesel ? Und was ist aus den Nachpflanzungen für gefällte Bäume geworden ?

  40. 140
    H. E. says:

    So ein Blödsinn, Leute zum Sitzen auf Stein zu animieren. Das gibt es aber nicht nur in Moabit, sondern auch auf dem neuen Mittelstreifen vom Tauentzien. Dort allerdings aus poliertem Granit und nicht aus banalem Beton.

    Wer so was genehmigt und bezahlt, sitzt, so nehme ich an, wahrscheinlich auf einem geheizten Sitzkissen in einer überheizten Amtsstube.

  41. 141
    max says:

    „ausgestattet ist der Park mit zusätzlichen Fahrradabstellmöglichkeiten“

    So ein Schwachsinn! Fahrradständer gehören an Orte mit möglichst viel Fußgängerverkehr. Sicher nicht in Parks. Wer soll denn da sein Rad anschließen? Da kann man gleich ein „zu verschenken“ Schild dran befestigen.
    Sollen sie lieber mal ein paar mehr Ständer am Hauptbahnhof aufstellen. Da herrscht richtiger Notstand.

  42. 142
    Fahr_Rad says:

    Obwohl ich selbst notorische Fahrradfahrerin bin, finde ich es eher lästig und nicht Sinn eines Parks, dass die Betonklöpse für Jugendliche als Übungsplatz für ihre Mountain-Bikes dienen. Die kleinen Wellen hingegen werden eher von kleineren Kindern zum Fahrradfahren genutzt, was in Konflikt zu dem direkt danebenliegenden (viel zu eng bemessenen) Basketball-Feld liegt. Wer wird sich da auf wessen Kosten durchsetzen? Oder sollen die Kinder zwischen den Basketballspielern herumradeln?
    Daneben liegt eine Riesenfläche neu versiegelten Bodens brach. Da hätten doch die verschiedenen Spielflächen auf dem ganzen Platz besser verteilt werden können. Wozu wurden denn eigentlich die schönen großen Linden gefällt, um jetzt verschiedene NutzerInnengruppen auf kleinstem Raum zusammenzudrängen?
    Angeblich sollte ja der Ottoplatz mehr für Jugendliche bieten. Aber früher hockten dort nach meinem Eindruck mehr Jugendliche rum als jetzt: weil nämlich die Anordnung der Sitzmöglichkeiten kommunikationsfeindlich ist. Es gibt keine Sitzgruppen und keine Tische mehr. Wo sind die Sitzmöglichkeiten für die „Bühne“???
    Und Fahrradbügel, da gebe ich max recht: die wären an vielen anderen Stellen dringender nötig, z.B. an den U- und S-Bahnhöfen.
    Alles sehr undurchdacht!!!

  43. 143
    Olaf Lemke says:

    Die Fahrradabstellmöglichkeiten machen im Bereich des Eingangs zum U-Bahnhof Turmstraße natürlich Sinn!

  44. 144
    Runkelrübe says:

    Was wird denn aus den Berufskritikern wie z. B. den Silberahörnern, wenn jetzt am 18. die Bauarbeiten am Kleinen Tiergarten beginnen (und erst recht, wenn sie enden)? Muss man sich Sorgen machen? Ach nein, das Schultheiss-Projekt steht ja noch an, da muss man auch prinzipiell gegen sein (dort steht vermutlich auch ein Bäumchen herum) und der Gastro-Markt (dagegen), Lehrter Straße (dagegen), Spa, … . Der Stoff geht ja nicht aus. Wie wäre es mal mit einem produktiven gesellschaftlichen Beitrag, einer Art Leistung? Es ist doch sehr viel befriedigender, etwas auf die Beine zu stellen. Leider auch sehr viel anstrengender.

  45. 145
    H. E. says:

    @ 144

    Dein Kommentar läßt leider sehr deutlich erkennen, dass Du drei Dinge nicht begriffen hast:
    – worum es bei den obigen Themen im einzelnen geht,
    – wie viel Arbeit es bedeutet, wenn man als einzelner oder als BI etwas erreichen möchte und
    – dass es ein produktiver gesellschaftlicher Beitrag ist, wenn von Bürgern erreicht wird, dass eine bürgerunfreundliche und/oder völlig unsinnige Planung der öffentlichen Hand von eben dieser dann geändert wird.

    Im übrigen kannst Du ja einen „produktiven gesellschaftlichen Beitrag“ leisten. Nur zu, Moabit hat es nötig und wird es Dir danken.

  46. 146
    prolet says:

    zu 144
    Tja, das ist das Problem, denn man muß hier immer die bürgerinitiativlich-autokratische Grundordnung beachten (siehe auch 145):
    § 1: H.E. hat immer recht
    § 2 (1): Bürgerinitiativen sprechen immer für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung, sei die BI auch noch so klein und weltfremd
    § 2 (2): Gewählte Gremien, ob BVV oder Stadtteilvertretung, sind äußerst suspekte Veranstaltungen institutionalisierter, vorgeblicher Demokratie
    § 3: Wer nicht die reine Leere vertritt, macht sich verdächtig, Agent von SPD oder CDU zu sein

  47. 147
    Runkelrübe says:

    @145

    zu
    1. ?
    2. doch, dass es Zeit kostet glaube ich schon. Kritisieren, was andere machen ist aber deutlich weniger mühselig als eben selbst etwas aktiv zu gestalten (und sich dann noch das anhören zu müssen, was andere theoretisch alles besser können/getan hätten/schon immer wussten).
    3. da stimme ich Ihnen sogar teilweise zu: natürlich kann es gesellschaftlich produktiv sein, etwas Bürgerunfreundliches zu verhindern. Bei einem Großmäster an der Turmstraße hätten Sie da auch sehr viel Unterstützung, auch meine. In diesem Fall (Otto) wäre es aber sehr einfach gewesen, sich rechtzeitig in den Prozess einzubringen, bloß: Die BIs hatten allein schon mangels Masse eben wenig Legitimation! Es gibt eben nicht so viele Leute, die den Ottopark so geliebt haben, wie er war. Es gibt eben nicht so viele Leute, die sich zwischen Spritzen und Flaschen durch Sträucher schlagen möchten und im schon tagsüber stockdunklen „Park“ mit einem Baum kuscheln und für ihn Rilke zitieren möchten. Echt nicht! Und dafür durfte die BI ja schon sehr, sehr viel mitreden (dafür dass sie eigentlich keiner gefragt hat), weil es bedauerlicherweise sonst so wenige tun (Selbstkritik, obwohl ich seit 12 Jahren da durch radle).

    Aber: Inzwischen scheint es so, dass Minderheiten außerhalb demokratischer Prinzipien einen Strukturkonservatismus betreiben (möchten) und damit leider oft auch erfolgreich sind, der keine Veränderung mehr zulässt. Und in diesem Fall auch eine sehr gesunde Portion Selbstwertgefühl haben, nach dem Motto, wir wissen einfach alles besser, um sie herum nur kleine, dumme Kinder. Welch Anmaßung! Mich würde wirklich mal interessieren, wo man das lernt.

    Diese beispiellose, alberne Hatz auf das Planungsbüro des Ottoparks ist ja nur ein Beispiel; die Planung hat alle Prozesse korrekt durchlaufen, aber ein paar versprenkelte Existenzen machen so viel Lärm, das alles, aber auch alles schlecht gemacht wird. Natürlich gibt es keine völlig fehlerfreie Planung oder Bauausführung; nicht einmal, wären die Bis die Bauherren; voller Häme wird jetzt jedes Pfützchen fotografiert und gebloggt. Hätten Sie doch auf die BIs gehört, dann wäre das nicht passiert! So ist der Unterton. Zu viele Fahrradständer an der falschen Stelle! Wie furchtbar! Unlösbar! Ein Kind ist vom „Sitzkiesel“ gefallen! Das ist bei den (von den BIs bevorzugten) Parkbänken natürlich völlig ausgeschlossen und noch nie, nie vorgekommen! Usw. usf.

    Die BI Silberahorn, stellvertretend da offenbar federführend tätig in Sachen Baumrettung Ottopark/Kleiner Tiergarten, ist in einem mir bis dato unbekannten Maße an Arroganz und Größenwahn aufgetreten. Kenntnisnahme oder Respektierung demokratischer Prozesse, Meinungen anderer Bewohner, Meinungen von Fachplanern, für die BI offenbar alles Schwachsinn. Hauptsache, jeder Baum wird gerettet (auch wenn das teilweise für diese gar nicht gut ist, aber nicht einmal das stört offenbar die BI).

    Es ist ein gutes Zeichen, dass der BI diese letzlich undemokratische Haltung ganz offensichtlich nicht zuträglich war. Es ist sogar ein positives Beispiel dafür, dass die sich in den letzten Jahren immer mehr professionalisierten und lauteren Bürgerinitiativen mit ihren einfachen Demagogien sich nicht vollständig über die demokratischen Prozesse stellen und ihr „eigenes Süppchen“ kochen können. Hier im Kleinen wie im Großen.

    So muss jetzt kochen (auch ein Süppchen). Keine Zeit mehr für Fehlerkorrektur, sorry.

  48. 148
    H. E. says:

    @ 144 und 147

    Ob Sie, soweit es Ihnen um den Ottopark geht, das richtig sehen, kann ich nicht beurteilen, da ich, abgesehen von meiner Kritik an der Sitzqualität von „Sitzkieseln“, an diesem Thema nicht beteiligt war.

    Ich finde es aber ärgerlich und unnötig, wenn Sie im Kommentar 144 zu einem Rundumschlag gegen alle Bürgerinitiativen und kritischen Bewohner von Moabit ausholen und auch die BI’s herabsetzen, an denen Sie z. B. nicht beteiligt waren, deren Inhalte Sie daher nicht kennen und deren Arbeit Sie daher auch nicht beurteilen können.

    Nun zu Ihren „Minderheiten außerhalb demokratischer Prinzipien“ in Kommentar 147:
    Vielleicht sollten Sie zur Kenntnis nehmen, dass eine Bürgerinitiative, nur weil sie von einer Minderheit gebildet wird, noch lange nicht außerhalb demokratischer Prinzipien steht.
    In der Regel werden BI’s immer von Minderheiten gebildet, weil sich die meisten Leute – leider und gerade auch in Moabit – viel zu wenig für ihre Umgebung interessieren oder ihnen die Probleme gar nicht bewußt werden oder sie nicht die Zeit haben oder ihnen auch die fachlichen Grundlagen (bei Großmärkten und Einkaufszentren z. B. auf den Gebieten von Architektur, Städtebau, Stadtplanung, Baugesetzgebung und Genehmigungsverfahren) fehlen. Manche, die sich anfangs beteiligen, kommen z. B. später nicht mehr, weil ihnen die Materie zu kompliziert und die Arbeit zu viel wird.
    Als es z. B. am Gendarmenmarkt um die Bäumchen ging, haben die dortigen Bewohner und Geschäftsleute in großer Anzahl und derart engagiert und fachlich präzise reagiert, dass sich SenStadt nicht einmal mehr das Absägen auch nur eines Bäumchens getraut hat. Raten Sie mal, warum das in dieser Gegend so war.

  49. 149
    Runkelrübe says:

    @H.E. 148
    „…an denen Sie z. B. nicht beteiligt waren, deren Inhalte Sie daher nicht kennen und deren Arbeit Sie daher auch nicht beurteilen können.“
    Das macht keinen Sinn. Man kann doch nicht nur die Arbeit von Gruppen beurteilen, deren Mitglied/Teilnehmer man ist? Dann dürfte/sollte ich ja auch nicht wählen gehen, weil ich parteilos bin (und streng genommen müsste man nach Ihren Maßstäben dann Mitglied jeder Partei sein, um die Arbeit beurteilen zu können und stimmberechtigt zu sein.)
    Im Übrigen habe ich gar nicht gesagt, dass BIs per se überflüssig und schlecht sind, sondern anhand dieser BI dargestellt, dass die Arbeit von BIs eben tendenziell bewahrend und blockierend ist. In vielen Fällen kommt noch das St.-Florian-Prinzip hinzu (Flugrouten, Stromtrassen), die zu Stillstand führen.

    „Als es z. B. am Gendarmenmarkt um die Bäumchen ging, haben die dortigen Bewohner und Geschäftsleute in großer Anzahl und derart engagiert und fachlich präzise reagiert, dass sich SenStadt nicht einmal mehr das Absägen auch nur eines Bäumchens getraut hat. Raten Sie mal, warum das in dieser Gegend so war.“
    Ich habe das nicht verfolgt, aber ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass hier gute Arbeit für eine sinnvolle Sache geleistet wurde. Was der Grund für die Fällungsabsicht war, da müsste ich mich jetzt erst mal reinlesen. Aber nochmal: Ich schließe nicht aus, dass es gute und sinnvolle BIs gibt. In der Tendenz werden sie manchmal aber zum Problem.

  50. 150
    Susanne Torka says:

    „Warum hatten die Gegener der Baumfällungen am Gendarmenmarkt Erfolg?“
    Also ich würde die Frage so beantworten, dass sich dort ziemlich viel Leute mit Einfluss und Geld, die dagegen waren, durchgesetzt haben. Es gibt eben solche und solche BIs.
    …. aber bitt jetzt nicht so interpretieren, dass ich etwas dagegen hätte!

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