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So soll das Hertie-Gebäude aussehen

Hier ein kurzes „Update“ des Artikels „Pläne für das Hertie-Gelände“, der am 26. Mai 2011 erschienen war (er bleibt unten unverändert mit den Nachträgen dokumentiert).

MoabitOnline erkundigte sich Mitte November über den Fortgang der Bauarbeiten bei der MIB AG.   Seit dem Sommer wird das Gebäude innen entkernt. Mit der Baugenehmigung rechnet Lars Neubauer in etwa vier Wochen, so dass voraussichtlich ab Januar 2012 mit dem Neuaufbau begonnen werden kann. Wie das Gebäude später einmal aussehen soll, zeigt diese „Visualisierung ehemaliges Hertie Kaufhaus Turmstraße 29, Entwurf MIB AG / Granz & Zecher Architekten“ .

Was den im Herbst geplanten Architekturworkshop für die Neubebauung der Ecke Turm-/Stromstraße betrifft, müssen sich die Moabiter/innen noch ein bisschen gedulden. Er wurde wegen den personellen Veränderungen im Bezirksamts verschoben. Schließlich soll der zuständige neue Stadtrat für Stadtentwicklung. Carsten Spallek, dabei sein. Neubauer erklärt, dass alles soweit vorbereitet ist, der Text muss nur noch geprüft und ein Termin mit dem Bezirksamt vereinbart werden.

Nachtrag:
Zur späteren Projektseite der MIB.

_______________________________

Pläne für das Hertie-Gelände, Artikel vom 26. Mai 2011

Schon Anfang des Jahres meldeten Immobilienportale den Verkauf des früheren Hertie-Grundstücks in Moabit. Das Warenhaus war 2009 nach vergeblichem Kampf der Belegschaft geschlossen worden. Zunächst wollte der neue Eigentümer noch nicht an die Öffentlichkeit treten.  Mittlerweile jedoch sind die Pläne der MIB AG schon konkreter geworden. Die 10.000 Quadratmeter Fläche auf fünf Etagen sollen zu einem Geschäftshaus umgebaut werden. Ein Abriss des in den späten 1960 er Jahren errichteten Warenhausgebäudes ist nicht geplant. Es soll saniert und revitalisiert werden, aber nicht mehr als Warenhaus. Für Einzelhandel  sind drei Etagen vorgesehen, wobei an mehrere Geschäfte vermietet werden soll, wie einem Presseartikel auf der Firmenwebseite zu entnehmen ist. In den oberen Etagen ist ein Hotel geplant.

Gestern, am 25. Mai 2011, stellte Tilman Sauer-Morhard, Mitglied des geschäfts­führenden Vorstands der MIB AG, die Pläne im Stadtentwicklungsausschuss der BVV Mitte vor. Das musste leider im Schnell­durchgang geschehen, denn die erneute Diskussion um das Schultheiss-Projekt der HLG hatte ein wenig länger gedauert als geplant.

Bereits in diesem Sommer soll mit der Entkernung des ehemaligen Hertie-Hauses begonnen werden. Das Skelett des bestehenden Gebäudes bleibt stehen und erhält eine neue Hülle. Sechs bis acht Ladengeschäfte und Gastronomie sollen entstehen. Die Geschäfte werden alle von der Turmstraße aus zugänglich sein. C&A hat bereits einen Mietvertag unterschrieben. Der Laden wird auf zwei Etagen ca. 2.000 Quadratmeter groß. Auch der Drogeriemarkt dm hat schon einen Mietvertrag. Mit weiteren Interessenten steht die MIB AG kurz vor einem Vertragsabschluss, erklärte Sauer-Morhard. Die Ladenflächen sollen bereits nach einem Jahr Bauzeit übergeben und zum Weihnachtsgeschäft 2012 eröffnet  werden. Dieser ehrgeizige Zeitplan kann nur eingehalten werden, wenn die Anträge zeitnah bearbeitet und die notwendigen Genehmigungen durch den Bezirk erteilt werden. Die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Amt wurde gelobt.

Erst in einem zweiten Schritt sollen die Parkplatzfläche sowie die Flächen an der Stromstraße mit dem Eckgrundstück, jetzt NanuNana und Apotheke, zu einem Einzelhandelsstandort an der Stromstraße entwickelt werden. Dafür wurde mit dem Amt ein Architektenworkshop mit sechs eingeladenen Büros vereinbart. Nicht ganz einfach dürfte dabei der Umgang mit dem denkmalgeschützten Haus Stromstraße 61 werden, das wiederum einem anderen Eigentümer gehört. Das neben Hertie gelegene Grundstück an der Turmstraße  wurde schon vor einiger Zeit von den Eigentümern des Moa-Bogens gekauft, die mit der MIB AG kooperieren wollen. Der Parkplatz soll nicht komplett bebaut werden, sondern es ist vorgesehen die Ladengeschäfte von der Turmstraße um die Ecke in die Stromstraße zu ziehen und einen grünen Innenbereich freizuhalten. Das sind bisher aber nur Ideen, die durch den Architektenworkshop konkretisiert werden sollen. Während für den Neubau ein erheblicher Vorlauf mit Bebauungsplan notwendig ist, soll der Umbau des Bestandsgebäudes so schnell wie möglich in Angriff genommen werden.

Die MIB AG ist in Leipzig, Berlin und Hannover ansässig. Hertie Turmstraße ist das fünfte Berliner Objekt dieses Investors, unter anderem wurde das Büro- und Geschäftshaus Wilmersdorfer Straße 62/63 umgebaut und ist komplett vermietet. Die Firma ist einerseits Projektentwickler, hält andererseits Immobilien auch langfristig im Bestand. Investiert wird im ganzen Bundesgebiet, Schwerpunkte sind Leipzig, Berlin und Süddeutschland. Das Unternehmen hat 70 Mitaarbeiter/innen und in Tochter­gesellschaften noch weitere 100. Ein besonders interessantes Beispiel ist der Umbau und die Nachnutzung einer alten Baumwollspinnerei in Leipzig zum Kunst- und Kulturzentrum. So ähnlich würde sich mancher wohl die Entwicklung für die Gebäude der früheren Schultheissbrauerei wünschen.

Die Entwicklung bei Hertie wird auf jeden Fall ein wichtiger Schritt zur Wiederbelebung der Turmstraße.

Nachträge:
Hier ist der Artikel aus der Berliner Woche vom 1. Juni zu finden.

Bei der Ausschuss-Sitzung wurde allen Parteien der BVV die Zusendung der Präsentation der MIB AG zugesagt. Auf der Webseite der 8. Abtlg. der SPD (Alt-Moabit) ist ein Plan des Erdgeschosses verlinkt, links an der Wilhelmshavener Straße soll dm einziehen und rechts C&A, die Läden erstrecken sich dann auch noch ins Untergeschoss. Damit das nicht jemand in den falschen Hals bekommt: vielleicht ist das auch noch woanders veröffentlicht, haben es aber hier gefunden, wir möchten hier lediglich den Plan zur Verfügung stellen!

Hier das Protokoll des Stadtentwicklungsausschuss der BVV Mitte vom 25.5. zu diesem Thema.

Artikel in der Immobilienzeitung vom 3.11.2011 „Shoppen bei Schultheiss und Handel bei Hertie

Antwort auf die Kleine Anfrage (0032/IV) in der BVV zur Versagung des Bauvorbescheids für Hertie aus sanierungsrechtlichen Gründen vom 5.1.2012 (Anlage zur Antwort als pdf).

Im Berliner Abendblatt vom 21.1.12 wird ausführlich über die Hertie-Pläne berichtet, Teil 1 und Teil 2. Es ist jetzt entschieden, dass in den Obergeschossen Seniorenwohnen entsteht und kein Hotel. Außerdem wird über die Verzögerung der Neubaupläne auf dem angrenzenden Grundstück berichtet. Der Architekturwettbewerb hätte schon längst ausgeschrieben werden können, wenn es nach der MIB AG ginge.

Wie auf einer CDU-Veranstaltung in der Arminiusmarkthalle am 14.5.12 bekannt wurde, beginnt noch im Mai der Umbau und es gibt auch wieder Änderungen der Planung, nicht Seniorenwohnen, sondern Appartements  (genaueres s. Kommentar Nr. 62) oder im Tagesspiegel „In Moabit rollen die Bagger an„.

Eine Besichtigung des ehemaligen Hertiekaufhauses ist am 21. Mai um 19 Uhr möglich, Treffpunkt: Turm-/Wilhelmshavener Straße. Ein Kurzbericht von der Besichtigung mit vielen Fotos ist auf der QM Moabit West Seite erschienen.

Uwe Aulich schreibt am 16.7.12 in der Berliner Zeitung über das neue Konzept und die Probleme mit der Entwicklung des Parkplatzareals.

Die Bauarbeiten am Hertie-Haus sind im Deutschen Architekturforum mit vielen Bildern dokumentiert (manchmal auch noch ein paar Baustellen in der Umgebung dazu, wie z.B. Moavitalis): Juni 12, Juli 12, Ende Juli 12, Aug. 12, Dez. 12.

Nachträge 2013:
Das Aussehen der Fassade hat sich auch wieder geändert, seit einiger Zeit schon ist das neue Fassadenbild, sowie Werbung der Geschäfte an der Brandwand zur Stromstraße aufgehängt. Zum Teil sind die roten Hüllen jetzt schon gefallen.
Sie moabiter Inselpost Nr. 13 nennt auf Seite 6 den Eröffnungstermin am 25. April 2013. Einziehen werden: C & A, Reno-Schuhe, dm-Drogerie, eine Apotheke (Apotheke 4.0), ein Asia-Supermarkt und das AOK-Kundenzentrum. In die dritte Etage zieht eine Filiale der Frauen-Fitness-Kette Jopp ein, bei der man sich laut Webseite bereits ab 8. April im Vorverkauf anmelden kann. Die ersten 100 Mitglieder können 60% sparen. Darüber in der vierten und fünften Etage entstehen Apartments.

Fortsetzung der Dokumentation der Bauarbeiten (Dt. Architekturforum): April 13, mit neuer Fassade April 13, Eröffnung 25. April 13

Weitere Nachträge zum Baugeschehen, Aubau der oberen Stockwerke zu Apartements, die 10 Euro netto-kalt kosten sollen bei diesem MoabitOnline-Artikel.

65 Kommentare auf "So soll das Hertie-Gebäude aussehen"

  1. 1
    taylan says:

    hmmmm…ist das alles nun gut oder schlecht für Moabit?
    Mir fehlt bei der ganzen Sache etwas der Zusammenhang zur restlichen wirtschaftlichen Entwicklung in Moabit, insbesondere zum Schultheissprojekt. Was immer noch notwendig ist und bleibt, ist ein wirtschaftliches Konzept für den Kiez, wie sich die wirtschaftlichen Akteure, die es jetzt schon gibt und die noch hinzukommen sollen, gegenseitig sinnvoll ergänzen sollen und wie möglichst ein schädlicher Konkurrenzdruck vermieden werden kann.

    Was aber viel interessanter an dem Artikel von Susanne ist, ist, dass Herr Diesen also definitiv seinen einen Ankermieter C und A verlieren wird/verloren hat. Damit steht das Projekt Schultheiss mit einem Bein im Grab. Oder glaubt jemand, C und A macht neben C und A auf?

    Mir ist trotzdem das alles noch etwas zu schwammig, was denn nun konkret dort für Einzelhandel etabiliert und was für ein Hotel dort eröffnet werden soll. Nicht, dass aus dem Hotel dann auch ein Hostel wird.

    Die geplante Erweiterung des Projektes in Zukunft sehe ich skeptisch hinsichtlich einer weiteren baulichen Verdichtung auf dem Parkplatz. Das sollte man nur akzeptieren, wenn dort auf einem Teilstück z.B. eine Grünfläche für die Menschen im Kiez entstehen könnte.

    So. Jetzt soll bitte mir keine/r vorwerfen ist sei ein Pessimist und ein Nörgler. ABer die Pläne müssen dringend im Sinne der hier ansässigen Menschen konkretisiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ohne Geheimniskrämerei. Und über C und A freue ich mich auch.

  2. 2
    skawi says:

    zu 1.
    Ersteinmal sollte man doch froh sein, dass sich überhaupt ein Investor für das alte Hertiegemäuer gefunden hat.
    Und dem dann gleich vorschreiben zu wollen, er müsse eine Grünfläche für die Moabiter auf seinem Grundstück realisieren, klingt doch sehr überheblich. Man sollte froh sein, anstatt eines öden Parkplatzes vieleicht ein paar nette Gebäude zu sehen zu bekommen.
    Ob nun ein, zwei oder drei C&A, das Risiko liegt ja nicht beim Moabiter, sondern beim Investor.
    Außerdem, Konkurenz belebt das Geschäft.
    Ob nun Hotel oder Hostel. Ich denke, an dieser Stelle würde auch ein Cirkus nicht stören, es gibt ja keine direkten Anwohner.

  3. 3
    EK says:

    Bin sehr zufrieden. taylan wünscht auf einem Teilbereich des Hertiestandpunkt eine Grünfläche für die Menschen im Kiez? Unlogisch und nicht akzeptabel. Einzelhandel ist hier richtig angesiedelt. Grünfläche ist gegenüber vorhanden, welche ja für 100Tausende umgestaltet wird.
    Herrlich C&A! Wer weiß ob Schultheiss nun tatsächlich kommt.

  4. 4
    L.S. says:

    Man kann sich über gute Nachrichten auch mal freuen, wie etwa über die Investition in das ehemalige Hertie-Gebäude oder darüber, dass Berlin inzwischen zu den besten Standorten für Investitionen in Deutschland gezählt wird:

    http://www.focus.de/finanzen/finanz-news/management-international-deutschland-attraktivster-investitionsstandort-berlin-nummer-1_aid_632331.html

    Wenn die Politik lernt, privatwirtschaftliche Investitionen gemeinsam mit den Bürgern richtig zu lenken, dann wird Berlins Zukunft jedenfalls besser sein als seine Vergangenheit.

  5. 5
    Rané says:

    Nunja, es hilft nicht weiter, 08/15-Artikel von Focus zu verlinken. Was Binnenmarkt und Kaufkraft betrifft, reicht es aus, ohne Blindenbrille durch Berlin zu laufen. Kaufkraft entsteht durch Mindestlöhne und bezahlbare Mieten
    und Investoren, die dies berücksichtigen und nicht Subventionen abgreifen und sich dann aus Berlin verabschieden.

  6. 6
    L.S. says:

    Nur zur Information: Bei dem obigen Artikel handelt es sich nicht um einen Meinungsartikel aus dem „Focus“, sondern um eine Agenturmeldung von AFP, die auf einer Umfrage unter Investoren basiert. Ich habe den Link auf den „Focus“ gewählt, weil die Meldung hier einfacher zugänglich ist. Die Frage der Mindestlöhne und der bezahlbaren Mieten wird in dem Artikel nicht behandelt, weil es, wie gesagt, kein Meinungsartikel ist. Was meine Meinung zu Mindestlöhnen angeht, bin ich durchaus dafür. Allerdings ist das ein bundespolitisches Thema. Was das Niveau der Mieten in Berlin angeht, werden hier meiner Meinung nach die Möglichkeiten des Berliner Senats stark überschätzt. Egal welche Parteien ab Herbst in Berlin regieren werden, alle werden sich mit dem Problem der Überschuldung auseinandersetzen müssen und keine wird zu der Subventionspolitik vor der Wende zurückkehren können. Berlins einzige realistische Chance bleibt der Kapitalimport, der natürlich sinnvoll gesteuert werden muss. Dazu wollte ich lediglich auf einen informativen Artikel hinweisen. Und ich denke nach wie vor, dass man sich prinzipiell darüber freuen kann, dass in Berlin investiert wird.

  7. 7
    Rané says:

    Bitte um Differenzierung, was die Investoren betrifft. Mir erscheint ein Kriterienkatalog für Investoren dringend geboten, der Arbeitsplätze, Architektur und Marktsegment (Branche u.a.) enthalten sollte. Sonst haben wir bald überall in der Stadt hässliche Bauruinen. Auch bitte ich darum, die noch vorhandenen Wohnungsbaugesellschaften zu erhalten, um den Immobilienkauf div. ausländischer Unternehmen einzudämmen. Vielfalt auf dem Immobiliensektor !

  8. 8
    Benjamin says:

    „Ich denke, an dieser Stelle würde auch ein Cirkus nicht stören, es gibt ja keine direkten Anwohner.“

    Als jemand, der am südlichen Ende der Wilhelmshavener Str. wohnt, will ich das mal überlesen haben. Hier ziehen jetzt schon genügend Jugendliche zum Hostel in der Bugenhagenstr. nachts entlang. Ein Zirkus muss es also nicht unbedingt sein. Aber ein schönes Kaufhaus bzw. Einzelhandel wäre m.E. wirklich super hier an der Ecke. Das würde dieses Gebiet hier im Zentrum von Moabit deutlich aufwerten.

    Mir ist ohnehin unverständlich, warum an diesem Ort — einem sehr belebten Umsteigebahnhof (gerade da, wo TXL, M27 und U9 Haltestellen bzw. Eingänge haben) — nicht schon längst wieder ein Investor gefunden wurde. Gerade eben ging ich dort vorbei und dachte daran, wie schade es ist, dass hier ein großes Gebäude steht und mit der Zeit verkommt. Ich kann die Eröffnung von C&A gar nicht erwarten, hoffentlich gibt es auch einen kleinen Supermarkt, so wie vorher bei Hertie im Untergeschoss. 🙂

  9. 9
    Yiannis HD. Kaufmann says:

    Es ist schon interessant, dass der Vorschlag geamcht wird, einen Innenbereich für die Bürger zu schaffen. Wie schön wird es nur, wenn dann demnächst die Parkplatz-Sucher durch die angrenzenden Straßen fahren … ingesamt fehlen mir bei dem Konzept die notwendigen Parkplätze > Wie kann so etwas genehmigt werden?

  10. 10
    Susanne Torka says:

    @9.
    Zur Klarstellung: Im Artikel heißt es, dass der Investor den Parkplatz soll nicht komplett bebauen will, sondern die Ladengeschäfte von der Turmstraße um die Ecke in die Stromstraße ziehen möchte und einen grünen Innenbereich freizalten. Ob das ein Bereich „für die Bürger“ ist, ist reine Spekulation, es könnte auch für Gastronomie vorgesehen sein, ist ja Privatgelände. Außerdem betrifft diese erste Idee den 2. Bauabschnitt, für den es frühestems ab Herbst Architekturworkshops geben soll.
    Genehmigt ist da noch nichts.
    Zunächst wird das bestehende Gebäude entkernt, saniert und neu genutzt. Erstmal bleibt der Parkplatz bestimmt bestehen.
    Parkplätze (in geringerer Anzahl als beim Moabogen und Schultheiss werden bestimmt auch eingeplant. Vielleicht eine Tiefgarage?
    Ansonsten kam die Äußerung des Investors im Ausschuss sehr positiv an, dass er auf Nutzer des ÖPNV setzt und auf in Moabit Ansässige!

  11. 11
    skawi says:

    Zu 8.
    Kann mich nur wiederholen, das Ex-Hertiegebäude hat heine direkten Anwohner auch wenn du zugegebenermaßen dicht dran bist.
    Ich wundere mich bloß, wie man sich über nächtlichen Lärm beschweren kann, wenn man doch freiwillig in eine Wohnung an einer Hauptverkehrsstraße zieht.
    Oder ist dir die Turmstraße erst aufgefallen, nachdem du eingezogen bist…?!

  12. 12
    abcdefg says:

    @11: Gib Bescheid, wenn Geld vom Himmel regnet, dann können die Leute auch dort wohnen, wo es schön ist.

  13. 13
    L.S. says:

    Mal ein etwas anderer Blick auf die zuweilen etwas hysterische Debatte zur Gentrifizierung in Berlin:

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/steigende-mieten-muessen-nicht-nur-schlechtes-bringen/4246290.html

  14. 14
    vilmoskörte says:

    zu 13: Hier geht es im die künftige Nutzung des Hertie-Geländes, du (L.S.) bist derjenige, der das Wort Gentrifizierung hier als erster eingebracht hat, von einer „hysterischen Debatte“ kann folglich nicht die Rede sein. (Den Beitrag im TSp finde ich übrigens dürftig, aber das gehört hier nicht her).

  15. 15
    L.S. says:

    Entschuldigung für den falschen Beitrag in der falschen Rubrik. Aber ich meinte nicht die Debatte im Forum, sondern die Berlin-Debatte insgesamt, die mir zuweilen sehr hysterisch vorkommt. Leider kann ich den Beitrag nicht wieder aus dem Forum löschen.

  16. 16
    Susanne Torka says:

    @ L.S., das macht nichts, wir lassen den Link ruhig hier stehen, obwohl er vielleicht besser in die Debatte über das A+O Hosterl in der Lehrter Straße gepasst hätte.
    @ vilmos, ist doch eine nette subjektive Reportage, wenn auch mit wenig Erkenntniswert für die Gentrifizierungsdebatte.

    Um auf Hertie zurückzukommen: der Plan für das Erdgeschoss ist oben im Nachtrag zum Artikel verlinkt oder hier zu finden:
    http://www.spd-altmoabit.de/wp-content/uploads/2011/05/Hertie-EG.jpg

  17. 17
    skawi says:

    Zu 12,
    Versteh ich nicht.Geht ja wohl völlig am Thema vorbei.

  18. 18
    H. E. says:

    Was soll die Veröffentlichung des Erdgeschossplanes ohne die Obergeschosse? Und dann noch mit unvollständigen Zahlen!
    Die angegebenen Verkaufsflächen betreffen nur das EG, werden aber mit „Mieteinheit“ bezeichnet. Da Rolltreppen drin sind, zählen also offenbar auch Obergeschossflächen zu den Mieteinheiten, was bedeutet, dass die Mieteinheiten wesentlich größer sind als angegeben. Ist das ne neue Salamitaktik?

  19. 19
    Susanne Torka says:

    Also wirklich H.E.,
    da regst Du Dich bei den falschen auf! Warum die SPD nur den Erdgeschoss-Plan veröffentlicht, musst Du sie schon selber fragen! Außerdem Salamitaktik … steht doch oben im Artikel klar drin, 3 Etagen Einzelhandel und oben drüber Hotel. Die Läden gehen übrigens im Untergeschoss weiter, sonst würd’s für dm und C&A ja wirklich zu klein sein. Steht übrigens oben im Nachtrag.
    Kannst Du auch was anderes als meckern?
    Also hier mal die genauen Zahlen aus der Präsentation des Konzepts für das ehemalige Hertiegebäude:
    Bestand: Grundstücksgröße: 6.210 qm, BGF oberirdisch: 10.146 qm, Verkaufsfläche: 8.500 qm, Stellplätze: 120
    Planungskonzept: Handelsgeschosse 3 (UG + 1./2. OG), Hotelgeschosse 3 (2./3.OG + 4. OG), Verkaufsfläche: 6.900 qm, Ladengeschäfte: 6, Eröffnung Herbst 2012

  20. 20
    H. E. says:

    @ Susanne

    Wenn hier ein Link zu einem Plan auf der Website der SPD ist, dann betrifft doch logischerweise mein Meckern die SPD und nicht die Redaktion.

    Aber nun wissen wir wenigstens, dass es eine Verkaufsfläche von erst mal 6.900 m² geben wird. Wie viel dann noch dazukommt, bleibt anzuwarten. Mit Schultheiss sind es jetzt jedenfalls 27.000 m². Wie das Moabit verkraften soll, ist mir ein Rätsel.

  21. 21
    prolet says:

    H.E., zieh doch einfach in ein kleines mecklenburgisches Dorf, dorthin, wo der Konsum schon seit zwanzig Jahren ersatzlos dicht ist und alle (übriggebliebenen) schwärmen, daß früher (ob Wilhelm, Adolf, Walter oder Erich) alles besser war. Ansonsten: In einer Stadt, wo sehr viele Menschen leben, gibt es auch die verschiedensten Meinungen und Einkaufsbedürfnisse. Die muß man auch akzeptieren (lernen), anstatt sich selbst für den Nabel der politischen Diskussion zu halten. Ich jedenfalls habe es genossen, durch den Ottopark zu Hertie zu spazieren, um dort viel kleine Dinge zu kaufen, für deren Erwerb ich jetzt immer den Bezirk verlassen muß (per Fahrrad oder Öffi). Deshalb: Kritische und vor allem sachliche Begleitung von Planungen, aber bitte keine „ICH will das nicht, also darf es GENERELL nicht“-Haltung!!!!!

  22. 22
    taylan says:

    @prolet: Zieh doch nach Tokio. Dann weißt du was Verdichtung heißt und dir die Stadt die Luft zum Atmen nimmt.

  23. 23
    L.S. says:

    @ Susanne Torka: Vielen Dank für die Nachsicht! Es stimmt, der Beitrag hätte besser in eine der Rubriken zur „Lehrter Straße“ gepasst.

    Nur eine kurze Anmerkung: Auch die Debatte zur Gentrifizierung ist natürlich über weite Strecken höchst subjektiv, wie Barbara Lang in ihrem Buch „Mythos Kreuzberg: Ethnographie eines Stadtteils“ gezeigt hat. In vielen Konfliktfällen, in denen der Gegensatz von „Yuppies“ und „Alternativen“ konstruiert wird, handelt es sich tatsächlich um einen Konflikt zwischen zwei Berlin-Generationen, bei dem die ältere Generation, die Berlin noch aus den 1980er Jahren kennt, ihre angestammte Meinungsführerschaft verteidigt. Die jüngere Berlin-Generation hat mit dem raschen Wandel der Stadt meist viel weniger Probleme. Manches von diesem Konflikt kann man auch hier im Forum beobachten.

  24. 24
    Benjamin says:

    Skawi, den Lärm der Turmstraße bekommt man des Nachts kaum mit — auch nicht mit Fenster zur Wilhelmshavener. Hupende Autos, herumbrüllende Jugendliche und die Müllabfuhr morgens halb sieben hingegen schon. Und wie schon in Post 12 von jemandem erwähnt, kann man sich nicht immer alles aussuchen.

  25. 25
    prolet says:

    zu taylan:
    Ich kenne Tokyo, und ich kenne viele Japaner. Sie lernen es von klein auf, wie man respektvoll miteinander umgeht. Solche Dauernervensägen, die ihre Meinung über alles stellen, immer nur auf dem Quadratmeterargument herumreiten und andere nicht gelten lassen, wären in Japan ganz schnell „unten durch“, sie gälten als sehr unhöflich! Im übrigen: Gegen Shinjuku ist selbst Kolhoffs zugebauter Alexentwurf eher dörflich. Was soll also der Quatsch mit „der Luft zum Atmen“?
    Zu L.S.:
    Ohne das Buch von Frau Lang gelesen zuhaben, kann ich mir durchaus vorstellen, was sie meint. Obwohl: Ich kenne Berlin auch aus den achtzigern, ich bin hier geboren. Ich müßte also auf der Seite derer stehen, die da ihre Meinungsführerschaft verteidigen. Ist es aber vielleicht so, daß eine nicht gerade kleine Gruppe von Alt-Achtundsechzigern mit dem Durchstarten des Kapitalismus nach dem Zerfall der sozialistischen Staaten nicht klarkommt bzw. sich in der alten Feindbildwahl bestätigt sieht? Sich jetzt, vielleicht schon im Ruhestand befindlich (gut bezahlt vom „Schweinesystem“!) noch einmal an die alten Zeiten der hitzigen Debatten im Audimax und auf der Straße erinnert? Jetzt aber nicht mehr mit den „Klassikern“ (des Marxismus-Leninismus), sondern mit der BauNVO daherkommt? Ich habe leider auch in anderen Foren (auch nicht-virtuellen) einen solchen, zum Teil weltfremden, Diskussionsstil feststellen müssen.
    Was ich an dieser Stelle und bei der Schultheiß-Diskussion vermisse, sind vorwärtsgewandte Beiträge, die das zu gewinnende Positive mit dem zu erwartenden Negativen sachlich vergleichen und auch die Wünsche anderer zulassen. Eine reine Verweigerungshaltung nutzt nur dem Gegner, denn er kann alle derartigen Einwände als irrelavant abtun, vor allem, wenn die Zwischentöne fehlen.

  26. 26
    L.S. says:

    @ prolet: Dem kann ich vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen nur zustimmen. Als ich nach Berlin gezogen bin, war es für mich sehr schwer nachvollziehbar, wie intakt hier zum Teil noch die ideologischen Formationen vom „autonomen Block“ bis hin zu den „Alt-Linken“ sind und wie reflexhaft auf Argumentationen gegen das „böse Kapital“ zurückgegriffen wird, die im Rest der Republik längst als widerlegt gelten. Irritierend ist dabei vor allem, dass häufig im Namen der „Armen“ gesprochen wird, die selbst nirgendwo zu Wort kommen, und tatsächlich mit der Anti-Haltung gegenüber vielen sinnvollen Investitionen lediglich die eigene Meinungsführerschaft verteidigt wird. Unter diesen Bedingungen ist es oft schwer, die Probleme in einem Stadtteil wie Moabit überhaupt beim Namen zu nennen, ohne gleich in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden. Auch ich würde mich daher sehr über eine offenere Diskussion bezüglich der Entwicklungschancen in Moabit freuen.

  27. 27
    Rané says:

    Ach, was sollen die ideologischen Debatten. Nach dem Wasserschaden kann ich mir nur einen Abriss des Gebäudes und einen Neubau vorstellen. Was in dieser Stadt derzeit sonst alles abgerissen wird, da ist es, im Gegensatz zum „Zoo-Palast“ an zentraler Stelle der Stadt, bei diesem Gebäude, wirklich nicht schade drum.
    Allerdings gibt es da ein Gerücht, dass eines der schönsten Gebäude auf dem Krankenhausgelände, Haus D abgerissen werden soll. Die neueren Gebäude davor, asbestverseucht und blickversperrend bleiben dagegen erhalten. Fordere für diese Stadt einen Abrissbeauftragten, ehe das Stadtbild einer Kleinstadt gleicht.

  28. 28
    Bella Berlin says:

    Ich muss gestehen: Mir ist alles recht, Hauptsache das Ungetüm hört auf rumzugammeln. Und ein C&A passt doch zu Moabit. Ich bin über jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung glücklich und erwarte nicht, dass sofort alle Probleme dieses Kiezes gelöst werden.

  29. 29
    Gernot says:

    Bella Bella, ich pflichte Dir bei, mit einer Ausnahme: Daraus z.B eine gigantische Spielhalle zu machen, wäre echt übel.

  30. 30
    Jo.S says:

    Ach so ist daß also,C&A im ehemaligen Hertie und auf dem Schultheißgelände,wie soll das dann gehen.Laut Planung soll es so geschehen.Angeblich sollen die Mietvertäge unterschrieben sein.

  31. 31
    M+M says:

    Damen C&A hier, Herren C&A dort. Macht H&M doch auch so. Zerbrech Dir doch nicht C&As Kopf.

  32. 32
    suse says:

    C&A eben nicht mehr auf dem Schultheissgelände, so lange wollen sie wohl nicht mehr warten. Deshalb haben sie schätzungsweise bei Hertie bzw. MIB AG unterschrieben!

  33. 33
    Susanne Torka says:

    Wer sich für die Planungen bei Hertie interessiert, sollte sich den 5. September vormerken. Da gibt es eine Veranstaltung des Geschäftsstraßenmanagements der Turmstraße in der Arminiusmarkthalle, zu der als 3. Tagesordnungspunkt Herr Neubauer von der MIB AG eingeladen ist, um den neuesten Stand zu berichten.
    Genauer hier:
    http://www.moabitonline.de/events-2?event_id=308

    Auf der Webseite des Aktiven Stadtzentrums ist die Einladung noch nicht zu finden:
    http://www.turmstrasse.de/index.html
    dafür aber andere Neuigkeiten zu kleineren Umbauten in der Gotzkowsky- und Zinzendorfstraße

  34. 34
    Christian says:

    Hertie-Turmstrasse ist übrigens deutlich älter als späte 60er. Ich habe eine alte Postkarte von 1961, auf der es bereits wie bekannt steht. Ich glaube es hat da schon vor dem Krieg an der Stelle ein Hertie gegeben. Werde am Wochenende meine Tante fragen, die ist Jahrgang 1928 und dort aufgewachsen.

  35. 35
    Susanne Torka says:

    Danke für die Info, Christian,
    das Bild würde mich ja interessieren.

  36. 36
    Lars says:

    Ich habe einen kleinen Schnipsel vom Tagesspiegel vom 1. Dezember 1960. Demnach ist an diesem Tag das Kaufhaus nach achteinhalb Monaten Bauzeit eröffnet worden. Als weitere Hintergründe gibt es noch die Infos, dass die Baukosten sieben Millionen DM betrugen und die Entwürfe zum Bau vom Hamburger Architekten Hans Soll sind. Ob dort vorher schon ein Hertie-Kaufhaus stand, darüber sagt der Artikel nichts aus.

  37. 37
    Susanne Torka says:

    @ Christian und Lars,
    nun ist es oben im Artikel korrigiert!
    Weiß auch nicht mehr, wo ich das „abgeschrieben“ habe. 1960 hab‘ ich gerade mal die 1. Klasse „Volksschule“ – wie es hieß – besucht, bin erst 14 Jahre später nach Berlin gekommen.
    Im neuesten Artikel der Immobilienzeitung vom 3.11. ist es jetzt auch richtig: 1960 gebaut!
    http://www.immobilien-zeitung.de/112706/shoppen-bei-schultheiss-und-handel-bei-hertie

  38. 38
    Jo.S says:

    Zu Susanne und Lars Das Hertie wurde 1959-1960 erbaut, zeitgleich mit der U-Bahn. Daran kann ich mich noch gut erinnern, da ich 1952 im Moabiter Krankenhaus geboren bin. Als kleiner Knirps war ich oft im Kleinen Tiergarten zum spielen am ehemaligen kleinen Sandkasten.Vorher war auf diesem Gelände ein sogenannter Rundmarkt, sprich Hufeisenmarkt, wie z.B. Wald-Ecke Turmstr. Mich nervt in diesem Bezirk diese ganze „Verkehrsberuhigung“, an ältere Verkehrsteilnehmmer denkt niemand mehr. Ich werde Moabit und Berlin verlassen meine Wohnung verkaufen und Tschüß

  39. 39
    L.S. says:

    Zur Visualisierung des ehemaligen Hertie Kaufhauses:

    Sieht ganz schön futuristisch aus, aber mir gefällt es. Bin gespannt, wie es in Wirklichkeit aussehen wird!

  40. 40
    H. E. says:

    @ Jo.S

    Was bezeichnen Sie denn in diesem Zusammenhang als „Verkehrsberuhigung“ und was stört Sie daran?

  41. 41
    Martin Conradi says:

    Ein Blick in die Zukunft – die Spannung seit Jahr und Tag bekommt neue Nahrung. Und erst mal ganz interessant; erstes Gefühl: vielleicht recht positiv. Aber dann beim zweiten Blick habe ich arge Bedenken: Welchen Eindruck die Tiefdunkel-Weiß-Streifung später haben wird, kann ich mir noch nicht so recht vorstellen. Aber das großflächige Schwarz (auch Anthrazit imponiert dann Schwarz) ist mir unbehaglich. Immer, wenn ich in der Torstraße/Karl-Liebknechtstraße (Linien-/Weydinger Straße) dies modische schwarze Monstrum sehe, meine ich, das hätten die Städteplaner nicht genehmigen sollen. Aber vielleicht ist mein Blick nicht relevant, mich stört ja schon die Schwarzrahmung (auch nur mittel- oder hellanthrazit) am Haus Invalidenstraße/Lesser-Ury-Weg. Drei Farben sind eben keine: Braun, Weiß und Schwarz. Aber wenn’s nun zu Moabit passen soll …?

  42. 42
    taylan says:

    Also ich finds schick. Und das Gebäude an der Torstraße gefällt mir auch.

  43. 43
    Jürgen Schwenzel says:

    Am 15.11.2011 hat das Bezirksamt Mitte in seiner Sitzung die Aufstellung des Bebauungsplans II-7b-1 beschlossen, der die Grundstücke Stromstraße 60–62, Turmstraße 28–29 und Wilhelmshavener Straße 1 sowie eine Teilfläche der Stromstraße umfasst.
    In der Drucksache 0049/IV zur BVV am 15.12.2011 finden sich hierzu einige Aussagen. Wichtig darunter ist, dass mit Datum vom 30.8.2011 für diese Grundstücke ein Vorbescheidsantrag gestellt wurde, der die Entwicklung eines Einzelhandelsstandortes mit einer Verkaufsfläche von insgesamt ca. 14.950m² vorsieht bzw. einer baurechtlichen Sicherung dieser Fläche dienen sollen. Weiter wird in der Drucksache ausgeführt, dass dieser Vorbescheidsantrag „dringende Gesamtinteressen“ Berlins im Sinne des § 7 Abs. 1 Nr. 7 AGBauGB berührt bzw. beeinträchtigt, und deshalb sanierungsrechtlich gem. § 145 BauGB zu versagen und ein Bebauungsplanverfahren zur Konkretisierung und Sicherung der Sanierungsziele einzuleiten ist (ausfühlicher in der Drucksache).
    Bei den „dringenden Gesamtinteressen“ handelt es sich insbesondere darum, dass die Größe der Einzelhandelsfläche dieses Vorhabens im Zusammenhang mit der Entwicklung von Einzelhandelsflächen im Geltungsbereich des Bebauungsplanentwurfs 1-43VE (Schultheiss-Areal) gesehen werden muss.

    Im Rahmen der öffentlichen Auslegung des B-Plans zum „Schultheiss Vorhaben“ hatten Bürger u.a. auch eindringlich auf die Konfliktlage hingewiesen, dass die im Berliner Zentrenkonzept festgelegte Einzelhandelsfläche für das Stadtteilzentrum Turmstraße mit den benannten Zahlen für die Vorhaben Schultheiss und Hertie (plus sonstiger Einzelhandel Turmstraße) überschritten wird und deshalb die Entwicklung der Standorte zusammen gesehen werden muss, und die im Bebauungsplan 1-43VE vorgesehene Einzelhandelsfläche ihnen daher als zu groß bemessen erscheint. Von Seiten des Bezirksamts waren diese Einwendungen zum Bebauungsplan als unrelevant abgetan worden.

    Mit der jetzt vorliegenden Drucksache des Bezirksamts erweist sich, dass diese Bürger-Einwendungen zum Schultheiss Bebauungsplan 1-43VE sehr wohl gut begründet waren. Von daher erscheinen Zweifel am rechtmäßigen Zustandekommen des „Schultheiss-Bebauungsplans“ 1-43VE durchaus als berechtigt. Wir dürfen gespannt sein, ob schließlich ein Gericht darüber urteilen wird.

  44. 44
    H. E. says:

    Das heißt doch, dass Herr Gothe und die Abt. Stadtentwicklung spätestens seit dem 30. August wussten, dass gegenüber von Schultheiss ein Investor beabsichtigt, weitere 14.950 m² Verkaufsfläche aufzutürmen. Und trotzdem haben sie und CDU, FDP und SPD den Bebauungsplan für Schultheiss in der BVV noch vor der Wahl durchgeboxt !!

    Haben Herr Gothe und / oder das Amt eigentlich jemals bei einer Veranstaltung oder im Zusammenhang mit Schultheiss oder Hertie von diesem Antrag auf Vorbescheid auch nur ein Wort gesagt? Oder haben sie das etwa so lange zurückgehalten, bis die BVV den Bebauungsplan für Schultheiss im Oktober beschlossen hatte?

    Und macht dieses Amt eigentlich jemals vorausschauende Stadtplanung? Mein Eindruck ist, dass dort immer erst das Nachdenken anfängt, wenn ein Investor mit seinen Plänen auftaucht. Hoffentlich gibt es in obigem Fall keine Regressansprüche !!

  45. 45
    Norbert Onken says:

    Nun ist H.E. schon dazwischen, schnell, impulsiv.

    Chapeau, Jürgen, hatte ich als direkte Antwort sagen wollen.

    Gleicht man die Datumsangaben einmal ab, scheint sich zu bestätigen, daß das BZA tatsächlich hier mitliest und MoabitOnline als manchmal doch rechtzeitig funktionierendes Werkzeug der Bürgerbeteiligung wirkt.

    Manchmal doch ist aber viel zu wenig.
    Ist auch in diesem Fall viel zu sehr im Nachhinein.
    Dies aber kein Appell an MoabitOnline, sondern ans BZA.

  46. 46
    Carsten says:

    So ganz kann ich die Überraschung nicht verstehen. Es war doch klar, dass die beiden Investoren des Grundstückes (MIB und die vom MoaBogen) nicht ganz so klein rangehen werden, wenn man die Investoren schon länger beobachtet hat, insbesondere auch die Aktivitäten gegen Schultheiss.
    Zu 42: Wo soll das Schultheiss-Projekt dem Stadtentwicklungsplan Zentren widersprechen? Der ermöglicht im Maximalfall bis zu 50.000 qm. Auch der bezirkliche Zentrenplan gibt diese Größenordnung als höchsten Orientierungswert (nicht als Zielkorridor) vor. Ob das sinnvoll unter Würdigung der näheren und weiteren Umgebung ist, ist eine ganz andere Frage. Und ob das in Lage und Struktur den anderen Aussagen der STEP entspricht. Man kann dazu kommen, dass es nicht sinnvoll ist. Schultheiss wäre besser etwas kleiner ausgefallen. Dass das gar nicht so einfach gewesen wäre, ist glaube ich schon des öfteren ausgeführt worden. Man kann sich über die Flächenentwicklung Sorgen machen. Aber man sollte sauber argumentieren. Einen Verstoß zumindest gegen die bloßen Quadratmeterzahlen des STEP gab es nicht. Die Zweifel am rechtlichen Zustandekommen des B-Plans erschließen sich mir so nicht (also zumindest wenn rein mit der Quadratmeterzahl argumentiert, die Abstandsflächen bleiben ein haariger Punkt.)
    Zu 43: Aus welchem Grund sollten Regressansprüche entstehen? Die (wechselnden) Eigentümer der Hertie-Fläche haben seit langem die Möglichkeit einiges an Nutzfläche zu bauen. Das haben sie nicht genutzt. Klar hatten die das Interesse, das Schultheissprojekt zu kippen oder kleiner zu gestallten. Dazu lassen sie sich ja schon anwaltlich begleiten. Sie wollen ja das große Ding bauen. Das ist aus deren Wettbewerbssicht verständlich. Aber etwas fragwürdig ist schon, dass die (beiden) Investoren der Fläche sich teils in der Öffentlichkeit so dargestellt haben, dass sie nur ein relativ bescheidenes Projekt verfolgten. Nun scheint es ja doch etwas größerer zu sein. Ob die 14.000 qm im Vorbescheidsantrag jetzt als Gesamtfläche Neubau oder Gesamtfläche Neubau einschließlich Hertie zu verstehen sind, weiss ich nicht. Wäre ersteres der Fall, hätten wir hier einen ziemlich gewaltigen Einzelhandelsstandort, größer als Schultheiss. Im zweiten Fall wäre es immer noch sehr groß. Die guten Leute wollten sich halt eine möglichst große Fläche sichern, viel mehr als der bisherige B-Plan hergegeben hätte. Wäre Schultheiss gescheitert und wären sie deutlich früher dran gewesen, stünden deren Chancen sicher nicht zu schlecht. Wären sie mit ihrem Vorbescheid durchgekommen, wäre ggf. auch Schultheiss noch mal anders zu bewerten gewesen. So werden sie sich etwas bescheiden und in die eigentlich schon lange vorgegebenen Grundstrukturen einfügen müssen. Hertie-Quadratmeterzahl + noch mal einige Tausend-Quadratmeter dürften auch in einem neuen B-Plan drin sein, so kann man auch die Blockecke sinnvoll schließen. Ein neuer B-Plan scheint nun der richtige Ansatz. Ziel sollte sein, dass man für die Gesamtturmstraße spürbar unter einem Horizont von 50.000 qm bleibt und noch weitere kleinere Baumaßnahmen in der Turmstraße im Blick hat. Regressansprüche, dass man nicht das bekommt, was man sich vom Weihnachtsmann wünscht, entstehen nicht. Dass die beiden Investoren (MIBund der Moabogen-Investor) mit allen Mitteln weiterhin versuchen werden, eine möglichst große Ausweitung ihrer Flächen hinzubekommen, ist zu erwarten. Beim Moabogen waren und sind sie ja auch viele Jahre hartnäckig und haben am Ende zwar nicht ihr großes Projekt bekommen, aber immer noch eigentlich zu viel für den Standort.

  47. 47
    H. E. says:

    Ob man das nun alles pingelig, sauber und paragraphenmäßig und mit Fachausdrücken gespickt und „könnte“ oder „sollte“ auseinanderklamüsert und ob irgendein Plan irgendwas zuläßt oder nicht, ist doch letztlich völlig egal. Wichtiger ist, dass man weiss oder sich ansieht, wie die Wirklichkeit aussieht und daraus entsprechende Schlüsse zieht.

    Moabit ist eine Insel, also ein begrenzter Bereich mit einigen wenigen Anbindungen über Brücken an die übrige Stadt. Der Stadtteil wird begrenzt im Norden durch die Bahn, im Osten durch die Bahn, im Süden durch die Bahn und die Spree und im Westen durch einen Kanal und dahinter Gewerbe, Kleingärten und einen verschlafenen Mini-Stadtteil.

    Über die meisten der Moabiter Brücken gehen die vier Hauptverkehrsachsen, die durch Moabit gehen und die vor allem der Verbindung anderer Stadtteile untereinander und daher dem Durchgangsverkehr dienen. Diese vier Achsen sind Invalidenstraße/Alt Moabit, Quitzowstr./Siemensstraße, Stromstraße und Beusselstraße. Auf allen hat der Durchgangsverkehr stark zugenommen und er wird noch weiter zunehmen, was auf Dauer noch mehr Unwirtlichkeit bedeuten und Moabit noch mehr zerteilen wird.

    Hinzu kommt die Zusammensetzung der Bevölkerung, die eine bestimmte Kaufkraft und Produktnachfrage zur Folge hat. In diesem Fall sind das leider eine Kaufkraft und eine Nachfrage, die am unteren Rand der innerstädtischen Skala liegen. Dass das so ist, kann man unschwer an der geringen Qualität vieler Geschäfte, dem Fehlen bestimmter Kettenläden, dem Leerstand im Moabogen, der Mühseligkeit in der Markthalle und der Aufgabe von Karstadt oder Hertie sehen.

    Weder die Größe, noch die Lage, noch die Anbindung an andere Stadtteile oder Zentren, noch die Verkehrsanbindung, noch die Bevölkerungsanzahl, noch die Kaufkraft und auch nicht die Kaufwünsche sind auch nur annähernd z. B. mit der Umgebung der Schlossstraße in Steglitz oder mit dem Charlottenburger Kiez rund um die Wilmersdorfer Straße zu vergleichen.
    Wenn so etwas wie die dreigeschossigen „Wilmersdorfer Arkaden“ funktionieren kann, dann eben an der Fußgängerzone Wilmersdorfer Str. unter den viel besseren Bedingungen. Aber in Schultheiss neben der Durchgangs-Stromstraße als Fussgänger-Sackgasse mit einem Eingang ausgerechnet an dem abgehängten Teil der Turmstraße und gegenüber von einem Park?

    Und nun beglücken die Investoren Moabit: Baumarkt an der Quitzowstraße, Moabogen, Großmarkt an der Siemensstraße, Hertie-Umbau, Schultheiss und vielleicht auch noch einiges neben Hertie. Großmarkt, Schultheiss und Hertie sind zusammen schon 41.000 ² m Verkaufsfläche. Und rechnen wir mal für Hellweg, Moabogen und neben Hertie nur 9.000 m² dazu, dann haben wir schon 50.000 m² Verkaufsfläche, die in Moabit dazukommen. Und wenn jetzt jemand meint, dass man den Großmarkt und Hellweg nicht dazu rechnen kann, dann soll er das ruhig glauben. Andere sind da ganz anderer Meinung.
    2007 hatte das Moabiter „Zentrum“ übrigens inkl. Hertie 23. 000 m² Einkaufsfläche.

    Für mich gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. Wenn Schultheiss und Hertie richtig viel Kaufkraft an sich ziehen, stirbt der bisherige Einzelhandel in den Nebenstraßen und vielleicht auch an der Turmstraße. Ladenleerstand wird eine der Folgen sein. Das, was man jetzt als lebendige Stadt und Vielfalt erlebt und mag, wird zum sehr großen Teil verschwinden.
    2. Wenn sich die Kaufkraft gleichmäßig auf die jetzt vorhandenen Geschäfte und den Moabogen, Schultheiss und Hertie verteilt, werden alle zusammen ein erbärmliches Schattendasein führen.

    Möglicherweise sind die Chancen für die Möglichkeit Nr. 1 größer. Z. B. irgendwann in zehn oder mehr Jahren, wenn viele der jetzigen Moabiter weitab in die Randbezirke gezogen sind, weil sie in Moabit die Mieten nicht mehr bezahlen konnten.

  48. 48
    L.S. says:

    Gibt es denn überhaupt Erhebungen zur Kaufkraft in Moabit?

    Ich kann nur ganz subjektiv sagen, dass ich bis auf Lebensmittel fast nichts in Moabit einkaufe, sondern dazu in andere Stadteile ausweiche. D.h. wenn es den entsprechenden Einzelhandel in Zukunft in Moabit gäbe, würde mein geändertes Kaufhalten den bisherigen Einzelhandel nicht betreffen, weil ich da bislang sowieso nicht einkaufe. Sollte ich kein Einzelfall sein, sondern sich viele ähnlich verhalten, dann wäre die obige Argumentation in wesentlichen Teilen hinfällig. Denn dabei wird erstens unterstellt, dass die in Moabit vorhandene Kaufkraft ausschließlich in Moabit eingesetzt wird, und zweitens, dass es sich dabei um eine statische Größe handelt. Eine stark veränderte Ladenstruktur, wie sie sich in der Turmstraße abzeichnet, dürfte aber auch ein verändertes Kaufverhalten nach sich ziehen. Ansonsten wären die Investitionen tatsächlich unsinnig und die Investoren hätten sich ihre Investition nicht gut überlegt.

  49. 49
    vilmoskörte says:

    Zur Kaufkraftverteilung in Berlin gibt es einen Artikel in der Morgenpost von 2010. Danach liegt der Berliner Durchschnitt mit 16.880 € schon erheblich unter dem Bundesdurchschnitt und in Berlin selbst gibt es auch eine erhebliche Bandbreite von 14.543 (Teile von Kreuzberg) bis 25.000 (Spandau, Zehlendorf). Nach der vorbeireitenden Untersuchung zum Aktiven Zentrum Turmstraße liegt die Kaufkraft in Moabit rund 10% unter dem Berliner Durchschnitt.

    Alles in allem ist die Kaufkraft nicht so gering, dass alle Läden künftig ein „erbärmliches Schattendasein“ führen müssen. Wenn die Moabiter ihr Geld weniger in die Spielhallen und weniger in die anderen Ortsteile bringen, dann wird der Handel hier auch davon leben können.

    Über die gesamte Einzelhandelsfläche sollte man sorgfältig und ernsthaft diskutieren und nicht Birnen und Äpfel aufaddieren.

  50. 50
    prolet says:

    Die sachliche Argumentation hat Carsten geliefert, eine dumme (Wiederholungs-)Polemik H.E. Welcher Investor ist eigentlich so blöd, daß er – bei Strafe von gewaltigen Verlusten – dort investiert, wo es sich eindeutig nicht lohnen würde? Sicher ist da immer auch Profit-Poker im Spiel, aber der Kampf geht schon lange nicht mehr Filialist gegen „Tante Emma“, sondern Filialist gegen Filialist bzw. Centerbetreiber gegen Centerbetreiber. Da ist das sachliche „Auseinanderklamüsern“ weitaus hilfreicher als das sture Mengenargument. Was die Kaufkraft und das Angebot angeht (und mein eigenes Kaufverhalten), so kann ich L.S. zustimmen. Welche Geschäfte sollen denn auf der Turmstraße oder in den Seitenstraßen kaputtgehen? Osco? Pfennigland? McGeiz? Dönerläden? Shisha-Läden? Diese Geschäfte dürften meines Erachtens weder unter C&A noch unter Kaufland oder Saturn(?) bzw. unter dem Baumarkt leiden. Also bitte sachlich bleiben.