So können Sie mitmachen!

Ausstellung: Lost in Work

23.04.2017 17:00 Uhr
Art-Lab Berlin im iPhonedoctor
Perleberger Straße 60 10559 Berlin

KünstlerInnen:
Simone Zaugg: Work Station (2008)
Soundinstallation mit 8 Arbeitsliedern, 8 Kopfhörer, 8 CD-/DVD-Player, Audiokabel

Mohamed Badarne: Come Back Safely (2013)
Fotografie

Kuratiert von Charlotte Bank und Salah Saouli

Installation „Work Station“ von Simone Zaugg, 2008

Die Ausstellung „Lost in Work“ zeigt Arbeiten zweier Berliner Künstler, die sich auf unterschiedliche Art dem Thema Arbeit nähern. Simone Zauggs Soundinstallation „Work Station“ füllt den Raum mit 8 von der Decke hängenden Kopfhörern. In jedem ist ein unterschiedliches Arbeitslied zu hören, das Unterschiede und Ähnlichkeiten im Umgang mit Arbeit von Ägypten bis Jamaika und von Skandinavien bis Armenien wahrnehmen lässt. Indem die Künstlerin die Lieder selbst gelernt, gesungen und performt hat, setzt sie sich mit den unterschiedlichen Facetten von Arbeit im Spannungsfeld zwischen Aggression, Verzweiflung und Freude auseinander. Das Singen von Arbeitsliedern kann dabei eine Form der Befriedigung und Befreiung sein und etwas, was traditionell der Arbeit begleitet hat. Es kann auch Zeuge einer politischen Haltung sein und die Selbstbestimmung der Arbeitenden zum Ausdruck bringen.

Mohamed Badarne, Fotografie „Come Back Safely“, 2013

Mit dem Projekt „Come Back Safely“ richtet Mohamed Badarne den Blick auf das Risiko- reiche Leben von Bauarbeitern, die oft unter gefährlichen Bedingungen und minimalen Sicherheitsvorkehrungen ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Fotos sind immer sorgfältig inszeniert, nach den gleichen Prinzipien wie Bilder in einem Film und immer zusammen mit den Abgebildeten konzipiert. Sie zeigen die Arbeiter bei der Arbeit, in Momenten der Ruhe und Nachdenklichkeit, beim Gebet und in Gesellschaft. Es sind intime und poetische Einblicke in eine Welt, in der Menschen meistens bloß als anonyme Zahlen in Statistiken erscheinen, ansonsten aber ungesehen und unbekannt bleiben. Badarnes Fotos zeigen palästinensische Arbeiter, die in Israel auf Baustellen arbeiten. Sie erscheinen hier nicht als traurige und passive Opfer eines wild gewordenen kapitalistischen Systems, das immer mehr Menschen zwingt, Arbeit fern von ihren Familien zu suchen, sondern als Mitmenschen mit eigenen Geschichten, Träumen und Wünschen.

Die Ausstellung Lost in Work findet im Rahmen des FORUM for new arab art Austauschprogramm statt. Das FORUM ist ein laufendes, interdisziplinäres Projekt, das auf neue Strömungen und Ansätze der zeitgenössischen visuellen Praxis in und aus der arabischen Welt eingeht. Dabei spielt der Austausch mit KünstlerInnen aus anderen Regionen und besonders mit der internationalen Kunstszene in Berlin eine wichtige Rolle. Das FORUM besteht aus einer Reihe von Ausstellungen,Video- und Film-Vorführungen, Performances und Künstlergesprächen, die über das Jahr verteilt stattfinden

Eröffnung: Sonntag,  23. April 2017, 17 Uhr
Ausstellungszeitraum: 28. April  – 7. Mai, Fr – So 16 – 19 Uhr