So können Sie mitmachen!

Kino für Moabit: Kurzfilme rund ums Wasser

13.10.2017 19:00 Uhr
Rathaus Tiergarten, BVV Saal
Mathilde-Jacob-Platz 1 10551 Berlin

„Kino für Moabit“ schließt seinen „Stadt-Land-Fluss“-Zyklus ab und lädt Sie im Oktober und November zu einer 6teiligen Reihe über Flüsse im Film ein:

Kurzfilme rund ums Wasser

RHEINSTROM
„Freigeboren ist der Strom und wild wachsen die Reben.“ Zunächst assoziiert Peter Nestler, der selbst mal zur See gefahren ist, mit dem Rhein den Wein, der an seinen Ufern kultiviert wird. Auch er macht Arbeit, bevor er die Menschen die Alltagssorgen vergessen lässt. Doch in den Bildern von deutscher Freizeit kommt bei Nestler kein rechter Frohsinn auf. Der zweite Teil des Films zeigt dann auch die harte Arbeit auf den Schleppern und in den Häfen. Wie es seine Handschrift ist, arbeitet der Filmemacher hier mit der eigensinnigen Montage von Bildern, Tönen und einemText, der so minimal wie präzise den Film strukturiert. Der deutscheste aller Flüsse wird hier ohne jegliche Landschaftspanoramen oder Gemeinplätze zum ungetrübten Gesellschaftsbild.
D 1965, s/w, 13 min, Regie: Peter Nestler in Zusammenarbeit mit Rainald Schnell, Kamera/Schnitt: Peter Nestler, Text/Stimme: R.W. Schnell, Originalmusik: Dieter Süverkrüp

AM SIEL
In Peter Nestlers frühem Meisterwerk spricht ein Siel – es erklärt sich selbst, was die Menschen an seinem Ufer tun und was es sich so über das ganze Leben denkt. Körnige Schwarzweißbilder vom Siel, den alten Booten, geduckten Häusern an seinem Ende, dem Alltag der Einwohner Anfang der 60er Jahre treten in vielschichtigen Dialog mit der dunklen Stimme des Schriftstellers Robert Wolfgang Schnell, der den Kommentar verfasste und sprach.
D 1962, s/w, 12 min, Regie: Peter Nestler, Kamera/Schnitt: Kurt Ulrich, Peter Nestler

DER FÄHRMANN UND SEINE FRAU
Seit 70 Jahren bringt ein Fährmann Passanten über den Fluss Elde in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Fähre ist verrostet, doch tut ihren Dienst, auch wenn nur noch selten mal ein paar Ausflügler ihn beanspruchen. Gemeinsam mit seiner Frau, Hund, Katz, Federvieh und genauso in die Jahre gekommenem Schwein lebt er auf einem abgewirtschafteten Hof. Die Hausfrau bestimmt den Tagesverlauf, was es zu Essen gibt, wann er seine Weste anzuziehen hat… Das Ehepaar pflegt einen recht rauhen Umgangston, doch das hat nichts zu sagen, sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. So wie die Elde stetig weiter fließt.
D 2014, 37 min, Regie: Johanna Huth, Kamera: Miriam Tröscher, Julia Gechter

RIVERRED
Videoaufnahmen aus Indien: Ein Mädchen spielt mit ihrem Bruder in den heiligen Gewässern des Flusses Godavari, der so glatt wie ein Spiegel ist. Sie spielen sehr unterschiedlich, der Junge und das Mädchen im roten Kleid, dem einzigen Farbtupfer in der grauen Wasserfläche. Dazu tritt eine ganz andere Bild- und Tonebene: Orpheus und Heurtebise durchwandern den Hades in Jean Cocteaus ORPHEE aus dem Jahr 1949. Dank verschiedener filmischer Manöver ‚antworten‘ die Kinder auf die Filmszenen.
D 2012, 8 min, Regie/Kamera/Schnitt: Eva Heldmann. Dank an Dennis Couzin

LA CANTA DELLE MARANE
In den antiken Kanälen, den marane, an der Peripherie Roms tummeln sich die Jungs und jungen Männer, obwohl es verboten ist dort zu baden. Schillernd zwischen kindlichem Balgen und Planschen werden ihr sozialer Zusammenhalt wie auch Anzeichen zukünftiger Konflikte und eines Lebens am Rande der Gesellschaft gestreift. Den Text zum Film steuerte Pier Paolo Pasolini bei, er lässt an seine „Ragazzi di vita“ denken und stellt ein hierzulande noch fast unbekanntes Detail seines Schaffens dar.
I 1962, s/w, 11 min, Regie: Cecilia Mangini, Kamera: Giuseppe DieMitri, Musik: Egisto Macchi, Text: Pier Paolo Pasolini
Wir danken Cecilia Mangini und Paolo Pisanelli für die freundliche Unterstützung.

Als Gast begrüßen wir Julia Gechter (Kamera/Co-Produzentin DER FÄHRMANN UND SEINE FRAU).
Ort: Rathaus Tiergarten, BVV-Saal, Mathilde-Jacob-Platz
Beginn: 19:00 Uhr

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Weitere Termine:

  1. Oktober
    ELBE

    Kowsky und Gero, Binnenschiffer auf der Elbe, verlieren ihren Arbeitsplatz. Für einen Neuanfang machen sie sich auf den Weg von Dresden nach Hamburg.
    Dieses typische River movie, mit minimalem Budget entstanden, erzählt die Geschichte einer komplizierten Männerfreundschaft und fängt in wunderbaren Aufnahmen die so eigene Landschaft entlang der Elbe ein.
    D 2005, R: Marco Mittelstaedt, 92 min
    Als Gast begrüßen wir den Regisseur Marco Mittelstaedt.
    Ort: Quartiersmanagement Moabit West/Vor-Ort-Büro, Rostocker Str. 35
    Beginn: 19:30 Uhr

Die Reihe „Fluss“ wird im November fortgesetzt. (10. November, DONAU, zu Gast ist Uwe Rada, 17. November, CONGO RIVER, Gast: Shungu M. Tundanonga-Dikunda, 24. November, RIVERBANKS, u.m.). Kuratorische Mitarbeit: Dagmar Kamlah Beratung: Uwe Rada

Dieses Programm wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland, das Land Berlin im Rahmen des Programms „Zukunftsinitiative Stadtteil (II), Teilprogramm „Soziale Stadt“.