So können Sie mitmachen!

Performance Voyage 7, Videoscreening präsentiert von Timo Soppela (Direktor der MUU Galleria, Helsinki)

22.11.2017 19:00 Uhr
Galerie Nord – Kunstverein Tiergarten
Turmstraße 75 10551 Berlin

im Rahmen der Ausstellung
unfin(n)ish|ed: Aktuelle Formen künstlerischen Handelns aus Finnland

Bild zur Ausstellung

Maija Helasvuo

Bild zur Ausstellung

Riikka Kuoppala

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Mika Karhu

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Pekka Kauhanen

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Juha Sääski

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Adel Abidin

Finnland, das am dünnsten besiedelte Land am Rande Europas, feiert 2017 seine 100-jährige Unabhängigkeit. Jahrhundertelang war es Teil des Schwedischen Reichs und danach unter anderem als autonomes Großfürstentum bis zur Unabhängigkeit Teil des russischen Zarenreichs. Die finnische Kultur hat diese Einflüsse aus dem westlichen Europa wie auch aus Russland aufgenommen. Das, was wir als Finnisch bezeichnen, ist ein Hybrid verschiedenster Einflüsse und Sprachen. Wir alle kommen irgendwo her – zu wem wir gehören oder wohin wir vertrieben wurden, zeigt, dass gesellschaftliche Teilhabe, Zugehörigkeit und Identität immer ein Spielball verschiedenster Interessen waren und sind.

100 Jahre nach der Bildung einer demokratischen Gesellschaft befindet sich auch Finnland in einer Zeit des Wandels. Es erlebt wie viele andere Länder Europas das Erstarken neuer nationalistischer Bewegungen und die Hinterfragung einer offenen Gesellschaft. Bisheriges multi-ethnisches Zusammenleben, die kulturelle Vielfalt, Bildung und der Wert einer gesellschaftlichen Offenheit stehen wegen der Unüberschaubarkeit der Effekte der Globalisierung und der Flut medialer (Des-)Information auf dem Spiel.

Unter dem Titel „unfin(n)ished – Aktuelle Formen künstlerischen Handelns aus Finnland“ widmet sich die Ausstellung im Kunstverein Tiergarten aktuellen Fragen, Debatten und Diskursen nach Identität, die sich vor dem Hintergrund aktueller (global-)politischer Zustände und Problematiken auch in Finnland in den letzten Jahren herausgebildet haben.

Sechs zeitgenössische finnische Künstler­innen und Künstler aus verschiedenen Generationen mit finnischen, schwedi­schen, irakischen und deutschen Wurzeln zeigen Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Video und Installation. Aus unterschiedlichsten Perspektiven nähern sich die Künstler*innen den Einflüssen historischer Ereignisse auf die eigene Identitätskonstruktion und Zugehörigkeit, der Gewalt, der Ohnmacht und medialer Überforderung an. Teils ironisch provokant werden sowohl kulturelle Stereo­typen als auch feste Identitäten hinterfragt und das Fremdsein in absurde Handlungen übersetzt.

Das finnische Jubiläum ist ein denkwürdiger Anlass, einen offenen Gesellschaftsbegriff weiterzudenken: „unfin(n)ish|ed“ ist eine Wortkonstruktion, die an ebendiese Offenheit appelliert. Ein Screening mit internationaler Video-/Performancekunst zum Thema Protest aus Finnland und einem deutsch-finnischem Doppelkonzert erweitern den Ausschnitt aktueller finnischer künstlerischer Strategien.

Ausstellung: 28.10.2017 – 25.11.2017, Dienstag bis Samstag 13-19 Uhr