So können Sie mitmachen!

Bebauungsplan Bayer Pharma liegt erneut aus

Offenbar hat es erneut (rechtlich) wesentliche Änderungen am Entwurf des Bebauungsplans gegeben, denn ab heute, 2.12.2013, findet eine erneute Auslegung des Bebauungsplanentwurfs statt. Hier die Informationen von der Website des BA Mitte, Abt. Stadtentwicklung – Verbindliche Bauleitplanung:

Erneute Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 2 BauGB i. V. mit § 4a Abs. 3 BauGB

zum Entwurf des Bebauungsplans 1-47 (Bayer) für das Gelände zwischen Fennstraße, Müllerstraße, Sellerstraße und Am Nordhafen sowie für die Straße Am Nordhafen, das angrenzende Flurstück 370 und eine Teilfläche der Sellerstraße zwischen Am Nordhafen und Nordhafenbrücke im Bezirk Mitte, Ortsteile Wedding und Moabit

Presseanzeige
Bebauungsplanentwurf 1-47
Begründung
Liste der umweltbezogenen Informationen

Sie haben die Möglichkeit, sich an der Planung zu beteiligen, indem Sie Pläne und Entwürfe einsehen und nach Erläuterung der Ziele, Zweck und Auswirkungen der Planung Äußerungen hierzu abgeben. Das Anhörungsergebnis wird in die weitere Planung einfließen.

Ort: Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung, Müllerstraße 146, 13353 Berlin, Zimmer 165, Telefon 9018-45854

Zeit: Vom 02.12.2013 bis einschließlich 10.01.2014, während der Dienststunden Montag bis Mittwoch von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Donnerstag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.

Sie können Ihre Stellungnahme zu dem Bebauungsplan 1-47 (Bayer) während der oben genannten Auslegungszeit formlos an das Bezirksamt Mitte von Berlin, Fachbereich Stadtplanung, 13341 Berlin, oder über dieses Onlineformular abgeben.


Ursprungsartikel vom 09.Januar 2012, 15:45 Uhr

In der Zeit vom 09. Januar 2012 bis einschließlich 10. Februar 2012 findet eine Wiederholung der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplansentwurfs 1-47, der die planungsrechtlichen Festsetzungen für die Standortentwicklung des Campus von Bayer-Pharma regeln soll, statt. Ebenfalls soll dieser Bebauungsplan die künftige rechtliche Festsetzung für die öffentliche Grünfläche am Ufer des Nordhafens beinhalten.

Vision 2040: Das Modell des Architekturbüros Barkow Leibinger zum Site-Masterplan (2010) zeigt, wie das Areal von Bayer Schering Pharma – zwischen Bahntrasse (in blau) und Sellerstraße – langfristig aussehen könnte. Coyright: Bayer Schering Pharma, Fotograf: Werner Huthmacher

Die zwischenzeitlich umbenannte Bayer Schering Pharma AG hatte im März 2010 der Öffentlichkeit den Entwurf eines „Site-Masterplans“ zur langfristigen Standort­entwicklung vorgestellt, mit dem die Pharmafirma ihren über Jahrzehnte historisch gewachsenen Berliner Standort zu einem Pharma-Campus nach heutigen Standards fortentwickeln will. Ein Kernpunkt dieses Plans ist ein Neubau für das Hauptgebäude, das der Masterplan ein Hochhaus an der Sellerstraße / Am Nordhafen vorsieht. Aktuell steht dort ein Wohngebäude. Die Gebäudeplanungen im Masterplan nehmen auch Teilflächen der jetzigen Straße Am Nordhafen in Anspruch. Diese Straße soll künftig entfallen. Über den Site-Masterplan hatte MoabitOnline hier berichtet.

Bereits im Juni 2009 war ein erster Bebauungsplanentwurf für das Gebiet ausgelegt worden. Mit dem Entwurf des Site-Masterplans wurden deutliche Überarbeitungen notwendig, so (aus der aktuellen Plan-Begründung)

  • Erweiterung der Gewerbegebietsausweisung auf Teilflächen der Straße „Am Nordhafen“
  • Erweiterung der öffentlichen Grünanlage am Nordhafen um eine Teilfläche der Straße „Am Nordhafen“ zur Herstellung einer öffentlichen Wegeanbindung des innerhalb der Grünfläche verlaufenden Abschnitts des Radfernwanderweges Berlin-Kopenhagen an die Sellerstraße (der  Großteil der öffentliche Grünanlage am Hafen – bis auf den Teil direkt an der Fennstr. –  zwischen Fennbrücke und Nordhafenbrücke ist Bestandteil des B-Plans)
  • Änderung der Festsetzungen zur überbaubaren Fläche, der GRZ (zur Umsetzung des Site Master Plans ist eine GRZ von 0,7 ausreichend, statt der bisherigen 0,9) und der Gebäudeoberkanten entsprechend der Darstellungen des Site Master Plans,
  • Einfügen der neuen textlichen Festsetzung Nr. 6 zur Überschreitung der zulässigen GRZ von 0,7 durch Grundflächen gemäß § 19 Abs. 4 BauGB höchstens bis 0,9
  • Ergänzung von Flächen zum Anpflanzen im Gewerbegebiet entsprechend den Darstellungen des Site Master Plans

Wegen der erheblichen Änderungen gegenüber dem urspünglichen Bebauungsplanentwurf wurde im März 2011 die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange wiederholt und findet nun die öffentliche Auslegung des angepassten Bebauungsplanentwurfs statt. Die Unterlagen hierzu (nicht alle, z.B.ohne Entwurf städtebaulicher Vertrag) können Sie von der Bauleitplanungs-Seite des Bezirksamts herunterladen:

Presseanzeige (PDF, 280kB), Bebauungsplan (PDF, 670kB), Begründung (PDF, 1,6MB), Schalltechnische Untersuchung (PDF, 660kB).

oder aber die kompletten Unterlagen einsehen vom 09. Januar 2012 bis einschließlich 10. Februar 2012, während der Dienststunden Montag bis Mittwoch von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr, Donnerstag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung auch außerhalb dieser Sprechzeiten beim Bezirksamt Mitte, Abt. Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Stadtplanung, Müllerstraße 146, 13353 Berlin, 1. Stock, Zi. 165, Tel.: 9018-45854.

Sie können Ihre Stellungnahmen zum Bebauungsplan während der Auslegungsfrist formlos postalisch an die obige Adresse schicken oder über dieses Onlineformular abgeben.


 

Nachtrag:
Mitarbeiter werden in Berlin abgebaut und Pläne für Labore für Start-Ups auf dem Bayer-Campus (Berliner Woche).

Eine Doku von Konstanze Burkard und Falko Daub zur 150jährigen Geschichte des Bayerkonzerns lief am 29.7.13 in der ARD.

Vorschaltartikel zur Neuauslegung ab 2.12.2013 eingefügt.

Nachtrag 2014:
Das Bezirksamt Mitte hat eine Vorlage zur Kenntnisnahme erstellt, um den B-Plan für Bayer (1-47) zu beschließen. Hierin ist die Abwägung zu den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit enthalten. Wie üblich wird Anregungen der Einwender nicht gefolgt, vielleicht ganz interessant mit welchen Begründungen, die Neuerstellung von bezahlbarem Wohnraum an Stelle der entmieteten Häuses, die abgerissen werden, begründet wird (BA-Beschluss vom 8.4.14).Nordhafen_wettbewerb-1-aus-250

Im Tagesspiegel wird über ein neues Gründungszentrum für junge Unternehmen „CoLaborator“ auf dem Gelände berichtet.

Der Bebauungsplan 1-47VE hat durch Veröffentlichung im „Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin“ Nr. 26 vom 28.11.2014 Rechtskraft erlangt.

Laut Pressemitteilung des Bezirksamts beginnt die Umgestaltung des Nordufer-Parks am 1. Februar 2015.

Grafik rechts: relais Landschaftsarchitekten (Plan von 2011 aus dem Wettbewerbsverfahren) – zum Vergrößern anklicken (dsas ist aber nicht mehr die aktuelle Planung, diese wurde am 3. März 2015 bei der Betroffenenratssitzung in der Lehrter Straße vorgestellt).

Artikel in der Berliner Woche. Der Reporter schreibt, dass in den schmalen zugewachsenen Parkteil am nördlichen Ende des Humboldthafens sich nur Drogenabhängige und Prostituierte hineintrauen, na ja. Das ist doch ein wenig übertrieben. Die Büsche schirmen andererseits nämlich ziemlich gut die stark befahrene Fennstraße ab. Im Sommer treffen sich besonders am Wochenende viele junge Leute, ringsherum sind viele Angler, man kann herrich auf der schmalen Wiese am östlichen Ufer sonnenbaden. Und das alles ohne Umgestaltung.

In der Pressemitteilung des Bezirks wird die Fällung von 31 Bäumen angekündigt.

Tagesspiegel: „Mit der Kettensäge zum Nordhafen

Was die Umgestaltung der Moabiter Seite des Nordhafenparks (und die Freiraumplanung der Europacity) betrifft, finden sich Informationen auf der Seite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (Schnitte und Übersichtsplan), aber das sind keine detaillierten aktuellen Pläne (Stand Dez. 2013).

Hier ein Ausschnitt aus dem Übersichtsplan:

Nordhafen-uebersichtsplan-600

Im Nachgang zu der Sitzung des Betroffenenrats Lehrter Straße am 3. März 2015 wurden folgende Dokumente zum Nordhafenpark (Weddinger Seite) veröffentlicht:
Ausführungsplanung
Erläuterungen zur Ausführungsplanung (ergänzt am 16. März 2915)
Baumgutachten
Begehung zur Baumfällung (29. Mai 2013)

Am 5. Mai 2015 wurde bei der Sitzung des Betroffenenrats Lehrter Straße die Umgestaltung des Parks auf der Moabiter Seite vorgestellt.

 

Abriss vor Hochhaus-Neubau
23. März 2016: Das Dach des Wohnhauses Fennstraße 35-37 Ecke ehemals „Am Nordhafen“ – die Arbeiten wird abgetragen und damit beginnt sicher auch der Abriss des Hauses.

AbrissWohnhausBayer AbrissWohnhausBayer2

22 Kommentare auf "Bebauungsplan Bayer Pharma liegt erneut aus"

  1. 1

    Morgen läuft die Einwendungsfrist zum B-Plan ab. Hier unsere Stellungnahme (auch wenn das meiste nicht so kleinteilig im B-Plan geregelt wird). Wir haben Angst um die Grünfläche am Nordhafen:

    „Betr.: Stellungnahme zum B-Plan 1-47 BayerPharma öffentliche Auslegung am 9.2.2012

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir sind der Meinung, dass bei Neubauvorhaben die Regenwasserversickerung durch Mulden/Rigolen am besten dazu dient das Grundwasser anzureichern. Auch von Dachflächen sollte so wenig wie möglich in die Kanalisation abgeleitet werden.
    Die Einfahrt aus der Fennstraße in die Tiefgarage unter dem geplanten Hochhaus darf die Grünanlage am Nordhafen nicht belasten.
    Die Grünanlage sollte so schonend wie möglich umgestaltet werden. Ein Kahlschlag wie beim benachbarten Sellerpark muss auf jeden Fall vermieden werden. Wir bedauern ausdrücklich, dass die charakteristische Grünflächengestaltung der 1950er Jahre nicht entsprechend des Gutachtens von Bernd Krüger unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die „Weddinger Alster“ hätte wieder attraktiv werden können. Außerdem muss dringend die Grünfläche entlang der Wasserstraße als Biotopverbund mit großer ökologischer Qualität beachtet werden.
    Das wird zwar nicht ausdrücklich in dem B-Plan geregelt, doch wird dieser B-Plan die Grünanlage beeinflussen. Lauschige Ecken, Plätze für Angler die Weiden am Ufer mit ihren ins Wasser reichenden Zweigen müssen unbedingt erhalten bleiben.
    Es ist zu begrüßen, dass zwischen den neuen Gebäuden Pflanzbindung vorgesehen ist.
    Wir bedauern den Abriss der intakten Wohnhäuser.
    Die näher an den Nordhafen heranrückenden Gebäude sind ein weiterer Baustein zur Klimabelastung in der Innenstadt. Schon jetzt ist durch die zunehmende Bebauung das Kaltluftentstehungsgebiet von den Wohngebieten abgetrennt worden und großräumiger Luftaustausch erschwert. Dadurch nimmt die Schwülegefahr zu.

    Mit freundlichen Grüßen
    Betroffenenrat Lehrter Straße
    Susanne Torka“

  2. 2
    Susanne Torka sagt:

    Eine interessante Dokumentation von Konstanze Burkard und Falko Daub zur 150jährigen Geschichte des Bayerkonzerns lief gestern spät abends in der ARD, in der Mediathek zum nachsehen:
    http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wdr/29072013-geschichte-im-ersten-die-bayer-story-100-100.html
    Auch die Berliner Zeitung hat zum Jubiläum berichtet:
    http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/bayer-vergiftete-erfolgsgeschichte,10808230,23733038.html

  3. 3
    Jürgen sagt:

    Offenbar hat es erneut wesentliche Änderungen am Entwurf des Bebauungsplans gegeben, denn ab heute, 2.12.2013, findet eine erneute Auslegung des Bebauungsplanentwurfs statt.
    Die Veröffentlichung des Bezirksamts hierzu wurde als Vorschaltartikel vor dem Ursprungsartikel vom Januar 2013 eingefügt.

  4. 4
    Martin sagt:

    Ein Bekannter, der bei Bayer arbeitet, sagte mir, daß der Bayer-Standort Berlin keine allzugroße Zukunft hätte.
    Da frage ich mich, für wen Bayer diese Planungen macht? Neuer Standort Beuth-Hochschule??

  5. 5
    H. E. sagt:

    Ein Grund könnte sein: Für ein Grundstück mit gültigem Bebauungsplan und gültiger Baugenehmigung bekommt man mehr Geld. Wenn Ämter bürgerfreundlich denken würden, würden sie in die Genehmigungen reinschreiben, dass diese ungültig werden, wenn das Grundstück verkauft wird.

    Ein gutes schlechtes Beispiel ist das alte Viktoria-Grundstück hinter dem Kranzler, wo heute der Jahn’sche Glaspalast steht. Der Bezirk wollte kein so großes Bauwerk. Da hat die Versicherung mit 1000 (?) Arbeitsplätzen gewinkt, woraufhin SenStadt (oder wie der Laden damals auch immer hieß und welche Partei auch immer gerade dran war) die Sache an sich gezogen und gegen den Willen des Bezirks genehmigt hat. Nur Monate später hat die Versicherung das Grundstück samt Baugenehmigung verkauft. Und das Ergebnis: in städtebaulicher Hinsicht grottenschlecht, ohne Flair und zugig, aber lukrativ für den Investor und …

    PS: Schultheiss ist ja so ähnlich gelaufen.

  6. 6
    Susanne Torka sagt:

    Die Einwendungsfrist läuft am Freitag aus, also bitte beteiligt Euch wenigstens Online!
    Mann könnte z.B. verlangen, dass die Bayer AG nicht nur die Kosten des Sozialplans für die Wohnhäuser, die abgerissen werden, übernehmen soll (s. S. 39), sondern auch tatsächlich neuen Wohnraum schaffen, der für Gering- und Normalverdiener bezahlbare Mieten bietet. Auch das sollte in den städtebaulichen Vertrag aufgenommen werden.
    Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Bäume – besonders die Weiden – am Uferweg des Nordhafens erhalten bleiben und kein kahles abgeräumtes Ufer entsteht.
    Zu den 5 verbliebenen Mietern im Haus am Nordhafen s. S. 58 der Begründung.

  7. 7
    Jürgen sagt:

    Meine Stellungnahme zum ausgelegtem Bebauunsplanentwurf beinhaltet die Forderung in den städtebaulichen Vertrag zum Bebauungsplan zusätzlich zu den bestehenden Regelungen eine Kostenübernahme durch die Firma Bayer aufzunehmen, die der Fördersumme für sozialen Wohnungsbau für die Gesamtzahl an Wohnungen des bisherigen Gebäudes entspricht.

    Hintergrund: Das Baugesetzbuch benennt im § 11 (1) unter 2. ausdrücklich als möglichen Gegenstand eines städtebaulichen Vertrages: „… die Deckung des Wohnbedarfs von Bevölkerungsgruppen mit besonderen Wohnraumversorgungsproblemen sowie des Wohnbedarfs der ortsansässigen Bevölkerung“ und unter 3. „… die Übernahme von Kosten oder sonstigen Aufwendungen, die der Gemeinde für städtebauliche Maßnahmen entstehen oder entstanden sind und die Voraussetzung oder Folge des geplanten Vorhabens sind.

  8. 8
    Susanne Torka sagt:

    Mit der Vorlage zur Kenntnisnahme (Bezirksamtsvorlage Nr 806 vom 8.4.14) ist die Abwägung zur den Einwendungen im B-Planverfahren veröffentlicht, da kann man die Begründung nachlesen, warum Bayer KEINEN bezahlbaren Wohnraum neu errichten muss – nicht angemessen!!
    http://www.berlin.de/imperia/md/content/bamitte/ba_beschluesse/806_2014_bpe_1_47_bav_mit_anlagen.pdf?start&ts=1397034558&file=806_2014_bpe_1_47_bav_mit_anlagen.pdf

    oben im Nachtrag auch verlinkt!

  9. 9

    Ab 1. Februar wird der Nordhafen-Park auf der östlichen Seite umgestaltet durch Bayer finanziert, dafür hat die Firma die Straße am Nordhafen erworben. Hat irgendjemand schon mal den Entwurf des Landschaftsplanungsbüros gesehen? Während der Auslegung des B-Plans hieß es, Fragen der Gestaltung seien nicht Gegenstand des B-Plans. So scheint mal wieder alles an der Öffentlichkeit vorbeigegangen zu sein.
    Hier die Pressemitteilung:
    http://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2015/pressemitteilung.256386.php

  10. 10
    Thomas Koch sagt:

    Vor 4-5 Jahren wurde ein Entwurf im Grünflächen- oder Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt. Der Leitgedanke war damals ein (zumindest optisch) offener Campus, der öffentliche Flächen und das Firmengelände verbindet.

  11. 11
    Susanne Torka sagt:

    Ich habe heute mit dem Landschaftsplanungsbüro gesprochen, die mir sagten, es wäre mal an eine öffentliche Veranstaltung gedacht, aber das dann nicht weiterverfolgt worden.
    Ich denke, der Entwurf, der im Ausschuss vorgestellt wurde, ist der damalige Wettbewerbssieger für die gesamte Uferplanung. Diese Pläne hingen auch 2011 in einer Ausstellung. Hier der MoabitOnline-Artikel dazu:
    http://www.moabitonline.de/8596

    Auf der Seite der Senatsverwaltung kann diese Planung heruntergeladen werden (Achtung pdf ziemlich groß):
    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/archiv_volltext.shtml?arch_1104/nachricht4287.html
    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/includes/docs/doc402_rel_lageplan.pdf

    Aber das ist ja noch nicht wirklich eine konkrete Planung. Die wurde dann auch von Bayer beauftragt (Projektdaten bei competitionline):
    http://www.competitionline.com/de/ausschreibungen/141885
    (Danke Jürgen, für die Recherche)

    Habe auch mit einem Bayer-Mitarbeiter gesprochen, der mir versicherte, dass alles mit Bezirk und Senat abgestimmt sei und auf meine Frage auch sagt, dass die Weiden am Ufer stehen bleiben! Obwohl es auf dem Plan zumindest im Bereich der Stufen nicht so aussieht. Vielleicht kommt ja noch eine Veranstaltung zu stande.

  12. 12

    Bei der März-Sitzung des Betroffenenrats in der Lehrter Straße werden die Pläne vorgestellt durch Herrn Henselmann, Stadtplanungsamt Mitte, Herrn Reidl, Bayer AG, relais Landschaftsarchitekten und evtl. noch weiteren Beteiligten:
    3. März 2015, 19 Uhr im B-Laden, Lehrter Straße 27-30, 10557 Berlin
    Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

  13. 13
  14. 14

    Vermutlich am Mittwoch, 11.2.15 (Uhrzeit steht noch nicht fest) wird es die Möglichkeit einer Begehung und Erklärung zu den Baumfällungen geben.

  15. 15
    max sagt:

    Oh, das ist ja super! Bitte postet doch auch die Uhrzeit, sobald ihr sie wisst!

  16. 16

    Begehung zu den Baumfällungen rund um den Nordhafen (nicht nur auf der Seite von Bayer):
    Mittwoch, 11. Februar 2015, 10 Uhr
    Treffpunkt: Heidestraße / Ecke Sellerstraße

  17. 17
    R@lf sagt:

    Vision 2040 ,,,
    … das sieht doch so aus, als wollten die die Seller-Park-Scheisse um die ganze Seeseite herumziehen. Überhaupt würde das heißen, dass das letzte noch halbwegs unberührte dichte Natur- und Baumarreal zerfetzt wird für toten Zeitgeistmist, wie wir ihn schon zur Übergenüge überall aus Berlin kennen. Aber ich hab ja gleich gesagt, dass BAYER sich den See zum stylischen Vorgartenteich macht, wenn diese vermaledeite Konzernzentrale da hin kommt.
    Ganz richtig ist der Gedanke, dass BAYER möglicherweise nur mit dem Grundstück spekulieren will, um die Profitmarge seiner Aktionäre zu erhöhen. Das sollte auf jeden Fall vertraglich verhindert werden.
    Hier mehr zu BAYER-Machenschaften http://www.cbgnetwork.org/1.html

    Wo bleiben eigentlich die Naturschutzverbände NABU und BUND ? Am Nordhafen gibt es eine wertvolle diversifizierte Pflanzen- und Tiergemeinschaft: Reiher, Kormorane, Fledermäuse, Wildenten, Blesshühner, Schwäne und so weiter. Sogar einen Eisvogel hab ich vor Jahren da mal gesehen und gelegentlich kommt ein Fuchs vorbei. Das ist nur eine unvollständige Aufzählung. BAYER und die sonstigen Busch- und Baumvandalen machen das alles kaputt.

    Leider hab ich gerade andere Sorgen. Aber ich begrüße hier noch mal ausdrücklich den Text des B-Rates oben! Nicht nur ein paar Vorzeigeweiden sollen erhalten bleiben! Übrigens ist am Nordufer auch wieder mal kräftig ausgeholzt worden, wie ich die Tage im Vorbeiradeln sah. Weiß jemand etwas darüber? Damals als das ganze Ufer platt gemacht werden sollte, haben sich die Anwohner*innen doch so tapfer und erfolgreich gewehrt!

  18. 18
    R@lf sagt:

    Inzwischen muss mensch sich um den Nordhafenpark keine Sorgen mehr machen: es gibt ihn nicht mehr!!!
    Als ich am Sonntag zufaellig dort vorbei fuhr, standen dort zwar fast keine Baeume mehr, aber dafuer einige Einsatzwagen der Polizei…
    Gab es etwa Widerstand gegen diese hirnlosen Faellungen? Jedenfalls ist jetzt die letzte gruene Lunge im Verkehrsknotenpunkt Perleberger Strasse-Heidestrasse-Sellerstrasse puenktlich zum Fruehlingsbeginn und Beginn der Nistzeit unwiderruflich zerstoert. Moege die Entscheidungstraeger dafuer der Blitz beim Scheissen treffen!
    Ich jedenfalls werde mir ueberlegen Klage einzureichen, denn ich bin sicher, dass in diesem Fall reihenweise Vorschriften verletzt wurden – man wollte offenbar vollendete Tatsachen schaffen, um sich die laestigen Baum- und Naturschuetzer vom Hals zu halten. „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“

  19. 19

    Im Nachgang unserer Sitzung am 3. März 2015 wurden folgende Dokumente zum Nordhafenpark (Weddinger Seite) veröffentlicht (oben auch im Nachtrag):
    Ausführungsplanung
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/wp-content/uploads/2015/03/LA_5_1103_B.pdf
    Erläuterungen zur Ausführungsplanung (ergänzt am 16. März 2915)
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/wp-content/uploads/2015/03/NHB_150316_T_Erl%C3%A4uterung-Bauma%C3%9Fnahme.pdf
    Baumgutachten
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/wp-content/uploads/2015/03/Baumgutachten-Eintrag-relais_%C3%BCberarbeitet130916.pdf
    Begehung zur Baumfällung (29. Mai 2013)
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/wp-content/uploads/2015/03/NHB_130610_P_Termin-Baumf%C3%A4llung.pdf

    Aus den Unterlagen lässt sich durchaus erkennen, dass nicht einfach alles durchsichtig gemacht werden soll, sondern vielfältige Überlegungen und Kompromisse in die Entscheidungen eingeflossen sind. Aber trotzdem ist es immer schade, wenn alte Bäume gefällt werden (müssen).

    Am 5. Mai 2015 wird bei der Sitzung des Betroffenenrats Lehrter Straße die Umgestaltung des Parks auf der Moabiter Seite vorgestellt.
    http://www.moabitonline.de/events-2?event_id=15834

  20. 20

    Am Dienstag wurde das Protokoll der März-Sitzung verabschiedet (Umgestaltung Nordhafenpark auf der Weddinger Seite durch die Bayer Pharma AG):
    http://www.lehrter-strasse-berlin.net/dateien/BR-Lehrter_Protokolle/2015/BRL_Prot_2015-03-03.pdf
    Es ist auch oben im Nachtrag verlinkt mit einigen Unterlagen, die nach dem Treffen zur Verfügung gestellt wurden (s. Kommentar Nr. 19). In zwei dieser Texte werden Anlagen erwähnt (Fäll-Plan), der nicht dabei ist. Wir haben nachgefragt.

  21. 21
    Jürgen Schwenzel sagt:

    Offenkundig haben die Abrissarbeiten am bisherigen Wohnhaus Fennstraße Ecke Am Nordhafen begonnen (s. Nachtrag-Fotos).

  22. 22
    O. Wagner sagt:

    Ich war am Sonntag fast den ganzen Tag im Nordhafenpark und habe mir das Treiben angeschaut: Der Park ist in meinen Augen nicht nur wirklich schön geworden (das mag allerdings jeder für sich beurteilen), er wird offensichtlich auch sehr gut angenommen. Überall Leute, die spazieren gehen, picknicken, angeln, Rad fahren oder einfach nur in der Sonne sitzen und sich über die Neugestaltung freuen. Da musste ich an die Kommentare oben denken und die katastrophalen Zerstörungen, die beklagt wurden. „Die letzte grüne Lunge, unwiederbringlich zerstört…“ Vielleicht gibt es jetzt in der Tat ein paar Nachtigallen weniger, aber wir brauchen auch keine FFH-Schutzgebiete in der Innenstadt, sondern Erholungsflächen für Menschen. Jetzt kann man nur hoffen, dass die Umgestaltung auf der Moabiter Seite genauso gut gelingt. @18: Was ist denn eigentlich aus der Klage geworden?

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