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Natur & more für den entschleunigten Einkauf

An der Turmstraße kündigt ein neu eröffneter Bio-Supermarkt die Aufwertung Moabits an. Trotzdem hat sich Dorothea Gützkow getraut einen kleinen Bioladen mit Café gar nicht so weit weg im Wohngebiet zu eröffnen. Anfang des Jahres hatte der alteingesessene Naturkostladen Allerleirauh an dieser Stelle sein Geschäft aufgegeben. Seit 30 Jahren war er eine Institution im Kiez, erst in der Arminiusmarkthalle und dann an der Ecke Oldenburger / Wiclefstraße. „Nach 30 Jahren wollten die Besitzerinnen mal etwas Neues machen“, erzählt Gützkow, „eine Mitarbeiterin war schwanger, aber den letzten Anstoß gab wohl die Ankündigung der Bio Company ihren 24. Berliner Laden ausgerechnet in Moabit aufzumachen.“

Nicht einmal ein halbes Jahr standen die Gewerberäume leer. Es war ein schneller Entschluss, eine Freundin hatte Gützkow auf den leerstehenden Laden aufmerksam gemacht und sie hat nur 14 Tage überlegt: „Schon lange war es mein Wunsch später mal, im Rentenalter, einen kleinen Laden zu führen. Jetzt saß ich nach meiner überraschenden Kündigung zu Hause rum und habe einfach die Gelegenheit am Schopf gepackt.“ Im Juli wurde renoviert und zum 1. August öffnete „Natur & more“ die Tür für alte oder neue Kund_innen.

Ob sie denn gar keine Angst habe vor der Konkurrenz, will ich wissen. Wie können sich denn die kleinen Bio-Läden überhaupt halten, wenn es immer mehr Bio-Supermärkte gibt? Werden sie nicht ebenso, wie die Tante Emma Läden von der Bildfläche verschwinden? „Das ist hier etwas ganz anderes, als der Einkauf im Supermarkt,“ so Gützkow, „es gibt das Café und eine Spielecke. Hier kaufen viele Familien ein. Die Kiez-Kultur ist mir ganz wichtig. Regelmäßig stellen Künstler_innen aus, und ich plane ganz unterschiedliche Veranstaltungen: Lesungen, Vorträge und Konzerte.“ Noch ist es zu früh von Erfolg oder Misserfolg ihres Konzepts zu sprechen, aber ihr Steuerberater ist zufrieden. Es wird sich herausstellen, ob Platz für die beiden unterschiedlichen Geschäftsmodelle ist.

Gützkow ist im Kiez gut vernetzt und kennt viele Kund_innen persönlich: „Ich kann natürlich nicht so eine große Auswahl an Produkten vorrätig haben, aber ich gehe auf Wünsche ein und bestelle gerne den gewünschten Tee oder was es auch immer sein mag.“ Im Oktober gab es Apfelwochen, alle Äpfel aus der Region hat sie zum gleichen Preis angeboten – zum probieren. Jetzt im November sind Kürbiswochen. Leckere Rezepte liefert sie in der monatlichen Ladenpost gleich mit: „Es hat mich schon als Kind interessiert, wie die Ernte verarbeitet wird. Die Gartenarbeit war mehr was für meine Schwester, ich habe gerne Marmelade gekocht oder eingeweckt und kann mich gut daran erinnern, wie natürlich verarbeitetes Obst und Gemüse schmeckt.“Aufgewachsen ist Gützkow mit der Landwirtschaft der Großeltern in Kuhz, einem ganz kleinen Dorf zwischen Templin und Prenzlau.

Die nächsten Veranstaltungen im November:
Zwei Lesungen im Rahmen der 5. Langen Nacht des Buches in Moabit am 16. November. Um 16 Uhr liest Maike Stein für Kinder und 19 Uhr liest Anne Fiedler aus „Tschik“ von Wolfgang Hermdorf.
Am 22. November um 19 Uhr hält Kerstin Jahnke-Regenhart einen Vortrag über „Ernährung in den Wechseljahren“ und am 29. November um 19 Uhr führt Michael Benter in die „ Alexandertechnik“ ein.

Natur & more, Oldenburger Straße 16 / Wiclefstraße 12, 10551 Berlin, Tel. 98362460, info@naturandmore.de, www.naturandmore.de,
Öffnungszeiten: mo – fr 8:00 – 18:30 Uhr, sa. 8:00 – 14:00 Uhr

Nachtrag:
Die Berliner Woche zu Weihnachten 2013

Die Berliner Woche im Herbst 2014: Erntezeit, Sortimentserweiterung mit Grußkarten, Geschenkartikeln und die Berliner Füllerzentrale wird einziehen.

Ein Kommentar auf "Natur & more für den entschleunigten Einkauf"

  1. 1
    susanne says:

    Am Samstag hab ich gesehen, dass der Hokaido-Kürbis bei den Kürbiswochen in diesem klenen Laden sogar billiger ist als bei der Bio Company, das hätt ich nicht gedacht: 1,49 statt 1,79 Euro pro Kilo!

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