So können Sie mitmachen!

Informationen zur Deportationsrampe

Die meisten Deportationen von Berliner Juden gingen von Moabit ab. Quer durch den Stadtteil wurden die  rund 30.000 Menschen* getrieben, zu den Militärgleisen des Güterbahnhofs an der Quitzowstraße. Um daran zu erinnern wird es in diesem Jahr mehrere Aktionen und Ausstellungen der Initiative „Sie waren Nachbarn“ geben. Den Anfang macht eine Info-Veranstaltung speziell zur Deportationsrampe des Güterbahnhofs. Andreas Szagun hat zu diesem Thema gearbeitet und wird eine Präsentation vorführen, dazwischen gibt es Live-Musik der Gruppe Klezmerchen.

„Deportationsrampe Quitzowstraße“
Donnerstag, 31. Januar 2013
19.30 Uhr
Kunststätte Dorotheenstädtische Buchhandlung
Turmstr. 5
Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.

zu den Zahlen gibt es neuere Forschungen:

Vom Güterbahnhof Moabit wurden mehr als 30.000 jüdische Menschen deportiert. Aber diese waren vorher nicht alle im Sammellager Levetzowstraße untergebracht. Insgesamt gab es 15 (oder 16) Sammellager in Berlin, die teilweise nur tageweise genutzt wurden. Bis August 1942 wurden die Menschen aus der Levetzowstraße nach dem Bahnhof Grunewald gebracht. Von Mitte August bis Oktober 1942 von der Levetzowstraße zum Güterbahnhof Moabit. Ab November 1942 wurde das Sammellager Levetzowstraße geschlossen und vor allem das Lager in der Großen Hamburger Straße, das wie ein Gefängnis ausgeebaut war, genutzt. Die vom Güterbahnhof Moabit Deportierten kamen also aus anderen Lagern. Das änderte sich bei der Fabrikaktion noch einmal. Im März/April 1943 wurde die Synagoge Levetzostraße noch einmal als Sammellager genutzt. Auch in der Ulanenkaserne Rathenower Straße/Invalidenstraße im Tattersaal der Feldzeugmeisterstraße war in dieser Zeit ein Sammellager.
Quellen: Philipp Dinkelaker, Das Sammellager in der Berliner Synagoge Levetzowstraße im Rahmen der „Judendeportationen“ Magisterarbeit 2013, erscheint demnächst im Metropol Verlag
Akim Jah, Sammellager in Berlin – Nationalsozialistische Lager im Kontext der „Judendeportation“ aus dem Reich 1941–1945, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 61 (2013)
Akim Jah, Die Deportation der Juden aus Berlin. Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik und das Sammellager Große Hamburger Straße, erscheint November 2013
Liste der Deportationszüge aus Berlin.

Nachtrag:
Bericht über die Veranstaltung und geplante Aktionen für den Herbst 2013 in der Berliner Morgenpost.

3 Kommentare auf "Informationen zur Deportationsrampe"

  1. 1

    Interessant ist doch auch der Text der Dedenktafel in der Quitzowstraße, der hier dokumentiert ist:
    http://sie-waren-nachbarn.de/409

  2. 2
    Susanne Torka says:

    Ich habe heute die Ausstellungseröffnung einer Schüler_innen-Ausstellung der Katholischen St. Theresienschule besucht:
    http://www.katholische-akademie-berlin.de/1:6269/Veranstaltungen/2013/03/33749_Verschwundene-Nachbarn-.html

    Es war sehr interessant und bewegend, wie die Schülerinnen und Schüler über ihre Recherchen erzählten.
    Die Moabiter Sängerin Kim Seligsohn hat mit einigen von ihnen die Hymne an die Namen aufgeführt.
    http://www.hymne-an-die-namen.de/
    Eine sehr gelungene Veranstaltung. Es lohnt sich die Ausstellung einmal anzusehen.

    Vielleicht gibt es ja auch in Moabit Geschichtslehrer_innen, die ein solches Projekt für Moabit durchführen möchten.

  3. 3

    Morgen werden an mehreren Orten in Moabit Stolpersteine verlegt:
    um 13.30 Uhr vor dem Haus Jagowstraße 44 (kurz vor der Spree) sieben Stolpersteine, für die die Hausgemeinschaft gesammelt hat, nachdem sie durch die Listen der Initiative “Sie waren Nachbarn” darauf aufmerksam geworden ist, dass es einmal so viele jüdische Bewohner in ihrem Haus gegeben hat.

    Weitere Stopersteinverlegungen Alt-Moabit 85 (Alexander Jastrow): 14.20 – 14.35 Uhr
    und Thomasiusstr. 24 (B. Mendelsohn): 14.40 – 14.55 Uhr

    Die Liste der Stolpersteine auf unserer Webseite wurde aktualisiert:
    http://sie-waren-nachbarn.de/1293
    und die Namen mit deren Biographien auf der berlinweiten Stolpersteinseite verlinkt:
    http://www.stolpersteine-berlin.de/de/orte-biografien

    weitere 9 Stolpersteine:
    http://sie-waren-nachbarn.de/1316

Schreibe einen Kommentar

Beachte bitte die Netiquette!