So können Sie mitmachen!

Verschwendung in Moabit

Der Bund der Steuerzahler rügt jährlich die Verschwendung von Steuergeldern. In seinem neuen Schwarzbuch gibt es gleich zwei große Projekte in Moabit, die kritisiert werden.
Zum einen sind das die sogenantnen Sitzkiesel, die im sanierten Ottopark und Kleinen Tiergarten ausgelegt wurden: „Graue, monströse und bombenförmige Betonklötze“. Die insgesamt 11 Betonteile kosteten zusammen 279.905 Euro, was einem Einzelpreis von 25.000 Euro entspricht. Ob sie schön und praktisch sind, darüber kann der Bund keine Auskunft geben. Tatsache aber ist, dass es herausgeworfenes Geld war, denn für diese Summe hätte man etliche herkömmliche Sitzbänke und sicher noch viele Spielgeräte bezahlen können.
Daneben kritisiert der Verein die Verlegung der „Moabiter Kissen“ in der Lehrter Straße. Da sie schmaler als normale PKW sind, sollen sie ihre Wirkung verfehlen, den Verkehr auf 30 km/h zu verringern.

83 Kommentare auf "Verschwendung in Moabit"

  1. 51
    Rané says:

    Die Welt ist nicht freundlich und sieht auch nicht freundlich aus, vor allem wenn Meinungsfreiheit beschnitten wird !!!

  2. 52
    max says:

    @51
    Ich finde es mutig (und auch etwas merkwürdig), wenn man in einem öffentlichen Forum, in dem im Prinzip jeder schreiben kann, was er/sie will behauptet die Meinungsfreiheit würde beschnitten. Dem einen oder anderen möchte ich gern hiermit nahelegen sich noch mal zu überlegen, ob solche Behauptungen zielführend sind. Sie haben erstens nichts mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun, werden zweitens mittlerweile von allerlei Leuten (mit oft dubiosen Ansichten) verwendet um die andere Seite zu diskreditieren und sind in meinen Augen drittens auch eine ziemliche Verhöhnung der Situation von Menschen in Ländern, in denen es tatsächlich keine Meinungsfreiheit gibt.

    Vielleicht denkt der eine oder die andere mal darüber nach, ob es tatsächlich immer so zielführend ist diese Art von „first-world-problems“ derartig mit dem Vorwurf der Missachtung von Grundrechten in Zusammenhang zu bringen.

    Im übrigen: Ich finde die Welt ist heute ausgesprochen freundlich. Das Wetter ist toll, die Menschen die ich heute getroffen habe waren alle nett und ich brauche mir keine Gedanken darüber machen, ob ich wegen meiner Weltanschauung mit Stockschlägen o.ä. malträtiert werde. Also ich finde da geht es uns hier in Deutschland ganz gut.

  3. 53
    Rané says:

    @52
    Es war allgemein und nicht nur auf die perfiden Moabiter Verhältnisse bezogen. Empfehle allen Moabitern öfters die „Kiezsumpfgebiete“ zu verlassen. Es befreit von der Vorstellung, es hier mit realen oder vermeintlichen „Gegnern“ zu tun zu haben, die man dann gern in div. „Töpfe“ steckt, um vom eigenen Unvermögen der genauen Differenzierung abzulenken.

  4. 54
    K. S. says:

    Einerseits bin ich nicht gerade bekennender Fan der Sitzkiesel, andererseits kommen mir Diskussionen auf dieser Ebene auch manchmal wie ein von vielen nicht durchschautes Ablenkungsmanöver vor. Mon sollte nicht vergessen, dass der „Bund der Steuerzahler“ (zugespitzt gesagt) eine Lobbyorganisation solcher Leute wie Uli Hoeneß und Alice Schwarzer ist.

    Und würden alle ehrlich um Verkehrsberuhigung bemühten Bürger aus dem ADAC aus- und in den VCD eintreten, wäre schon viel gewonnen.

  5. 55
    H. E. says:

    Meine Güte, habt Ihr sonst keine Sorgen!?
    Geht doch mal in die Siemensstraße und seht Euch an, welchen Beton CDU, SPD und Bezirksamt von Mitte dort den Moabitern zumuten. Dagegen sind die Latzschen Betonhaufen ein Fliegenschiss.

  6. 56
    Kai says:

    #55
    Was haben Betonbauten in einem gewerblich genutzten Gebiet mit Betonhaufen in einem der Erholung dienenden Park zu tun?

  7. 57
    H. E. says:

    Antwort zu 56:
    Bitte siehe die untenstehenden Artikel, die derzeit zusammen exakt 600 Kommentare dazu und die Baustelle in der Siemensstraße.
    Ansonsten: Der Beton steht zwar im Gewerbegebiet, aber auf der anderen Straßenseite ist ein Moabiter Wohngebiet – mit Menschen darin !!
    http://www.moabitonline.de/2308
    http://www.moabitonline.de/2523

  8. 58
    Kai says:

    In den 600 Kommentaren steht aber nicht, was die Beton-Entgleisung im Park mit dem Monumentalbau im Gewerbegebiet zu tun hat.

  9. 59
    Rudolf Blais says:

    Parkumgestaltung Kleiner Tiergarten/Ottopark im Schwarzbuch 2015

    Am 30.9.2015 hat der Bund der Steuerzahler sein Schwarzbuch 2015 veröffentlicht, in dem auf Seite 29/30 die KTO-Parkumgestaltung als Verschwendungsfall gerügt wird. Nach 2014 (Sitzkiesel) wird in diesem Jahr eine Kostenexplosion der gesamdten Kosten der KTO-Parkumgestaltung kritisiert, die laut einer Antwort zur Abgeordnetenhausanfrage (Drucksache 17/15504 vom 23.2.15) von ursprünglich veranschlagten 4,6 auf rund 7,8 Mio. Euro gestiegen sind.

    Das Schwarzbuch mit Fällen aus allen Bundesländern und dem Bund finden Sie unter der Seite:

    http://www.schwarzbuch.de/

    Zahlreiche Tageszeitungen haben am 1.10.2015 berichtet, z.B.
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/schwarzbuch-bund-der-steuerzahler-wirft-berlin-geldverschwendung-vor/12391328.html

  10. 60
    Thomas Koch says:

    Der Bund der Steuerzahler ist eine neoliberale Organisation, die immer gerne bei Maßnahmen der sozialen Stadtentwicklung von „Steuerverschwendung“ spricht. Irgendwie passen die super zu Rudi …

  11. 61
    Moamamba says:

    vielen Dank Rudolf Blais für diese interessante Information. 7,8 Millionen für die Park Umgestaltung nicht zu fassen und für Kinder und Jugendarbeit oder zahlreiche andere Hilfsmaßnahmen bleibt kein Geld

  12. 62
    Kai says:

    @60
    Unabhängig von der politischen Gesinnung des Foristen: Halten Sie es allen Ernstes für sinnvoll, knapp 8 Mio € für die Aufhübschung eines schmalen Grünstreifens zwischen Alt-Moabit und Turmstrasse auszugeben?
    Angesichts dieser Summe bin ich sprachlos! Wer beschliesst solch einen Irrsinn?

  13. 63
    Thomas Koch says:

    Kai, @62:

    Ich sehe da zwei Themen:

    1. Es geht hier eben nicht um eine niedliche „Aufhübschung“, sondern darum, den Park wieder allen Moabiterinnen und Moabitern zu „schenken“. Wenn Sie mal an einem halbwegs sonnigen Herbsttag durch den Park gehen, sich anschauen, was auf dem Otto-Spielplatz jetzt los ist, dann dürfte auch für Sie erkennbar werden, dass dies gelungen ist.

    Die Schaffung von funktionierender Infrastruktur ist auch ein wesentliches Mittel, um Familien mit Kindern und alle, die ein wenig Grün in ihrem Umfeld wollen, in Moabit zu halten, also ein Mittel gegen Vertreibung.

    2. Tja, die schönen Sitzkiesel, ob man die wirklich braucht … ich bin da, zugegebenermaßen auch skeptisch. Es gibt so eine Tendenz, immer wenn Förderung mit im Spiel ist, finanziell etwas in die Vollen zu gehen.

    Ähnlich unnötiges Beiwerk sind die Eingangsstehlen im Fritz-Schloß-Park. Ein Parkeingang, der ne Reklame braucht, „hallo hier bin ich“ und nicht selbst attraktiv genug gestaltet ist, um Lust auf einen Spaziergang zu machen, ist dann wohl schlecht geplant und eine Fehlinvestition.

    Ich habe als früherer Bezirksverorndeter im zuständigen Fachausschuss dies mehrmals angesprochen, bin bei den wertschöpfenden Büros auf Granit gestoßen und habe, ehrlich gesagt, damals auch keine Unterstützung aus anderen Parteien erfahren (von Herrn Reschke, CDU und Peter Pawlowski, FDP kamen damals gelegentlich ähnliche Gedankenanstöße). Vielleicht nimmt die nächste Generation von Bezirksverordneten ja die Gelegenheit wahr, daraus etwas zu lernen.

  14. 64
    Kai says:

    Hallo Thomas Koch!

    Der Ottopark mit dem Spielplatz mussten niemandem „geschenkt“ werden. Der war immer schon gut angenommen und besucht. Auch vor den Umbauten. Es sieht jetzt hübscher aus, da gebe ich keinen Widerspruch. Ob man den westlichen Teil des Kleinen Tiergarten so umbauen musste, ob er jetzt wirklich intensiver genutzt wird und inwiefern die Bürger ihn als Geschenk ansehen – da gibt es sicher auch andere Meinungen als die von Ihnen vertretene. Ich habe kein Problem damit, wenn man bestrebt ist, diese Infrastruktur zu pflegen und attraktiver zu gestalten. Für mich ist das jedoch nicht mehr uoder weniger als aufhübschen, weil im Grunde nichts wirklich Neues geschaffen wird. Und bei solchen Aktionen sollte man dann bitteschön auch immer die Kosten im Auge behalten. 8 Mio € Steuergelder für diese Maßnahmen auszugeben, das ist meiner Meinung nach deutlich zu viel!

  15. 65
    Susanne Torka says:

    @ Kai,
    so global über den Preis der Umgestaltung des Kleinen Tiergartens/Ottopark zu sprechen, macht meiner Meinung nach wenig Sinn. Auch wenn der Bund der Steuerzahler das so macht. Die haben generell häufig Förderprogramme der Stadtentwicklung auf dem Kieker.
    Einiges zur Verselbstständigung von Förderprogrammen hat Thomas Koch oben schon angemerkt, deshalb will ich das Thema hier nicht vertiefen.
    … aber ich will zu bedenken geben, dass viele – gerade die denmalgerechten – Arbeiten nicht hätten gemacht werden können, wenn nicht die komfortable Mittel-Ausstattung gegeben gewesen wäre. Und dass diese umgesetzt werden, halte ich für einen sehr großen Gewinn! auch wenn keine neue Fläche dazukommt und einiges – heutigen Nutzungsansprüchen entsprechend – pflegeleichter gestaltet wird.

  16. 66
    Kai says:

    @Susanne Torka
    Das mag ja alles so sein. Dennoch halte ich die Ausgabe von 8 Mio für die Aufhübschung eines schmalen Grünstreifen zwischen zwei vielbefahrenen Strassen für absolut überzogen. So etwas muss man in Relation zu anderen Ausgaben sehen, die nicht gemacht wurden. Und genau dann muss man es global sehen und einfach nur die Gesamtausgabe als solche betrachten.

    Aber um konkret zu werden und nicht global zu bleiben: Wie vele Bürger nutzen beispielsweise das nun schön hergerichtete „lauschige“ Plätzchen zwischen Stromstrasse, Turmstrasse, Alt-Moabit und Heilandskirche zum Verweilen? Das, was sich nach meiner Beobachtung dort abspielt ist der Konsum von Alkohol und Drogen durch einen festen Stamm von etwa 20 Mitbürgern. Der Rest der Bevölkerung quert diesen schmalen Grünstreifen zwischen zwei lauten Strassen weil es die kürzeste Verbindung von A nach B ist. Es ist weder eine ‚Visitenkarte‘ von Moabit (und die wird es auch nie werden), noch bietet dieser laute Ort irgendeinen Erholungsmehrwert. Warum werden dann also dort viele Hunderttausend Euro (meine Schätzung angesichts der Gesamtkosten von 8 Mio) versenkt. Kann dieses Geld nicht mit wesentlich mehr Nutzen an anderer Stelle verwendet werden? Gerade diese Frage muss man sich doch in Zeiten leerer Kassen stellen. Und dazu kann es meiner Meinung nach nicht wirklich zwei Meinungen geben.

  17. 67
    claudia says:

    man mag vom bund der steurzahler halten, was man will, aber das mindert doch nicht die klage über die rausgeschmissenen millionen! haben wir denn nichts sinnvolleres mit dem geld anzufangen, als unsere ohnehin zu wenigen grünflächen großflächig zu versiegeln und mit gräßlichen betonhaufen zuzuschmeißen? das wasser läuft bei starken regenfällen viel zu langsam ab – ein riesen-see, so daß der ottopark nicht mehr zu durchqueren ist. der autolärm dringt von allen seiten ein, bei 40° im schatten sitzt oder spielt auf den aufgeheizten flächen niemand mehr ..
    die kinder auf dem otto-spielplatz drängeln sich auf engem raum – während daneben eine asphaltwüste gähnt. sie sind den abgasen der ein- und ausparkenden autos auf der ottostr. schutzlos ausgesetzt, weil die randbegrünung (übrigens entgegen aller vorherigen behauptungen der planer!!!) ratzekahl entfernt wurde. es gibt keine sitzgruppen mit tischen mehr, familien müssen in reih und glied sitzen usw. usw.
    ein danaergeschenk ist das, lieber thomas koch!
    und rudi blais sollten wir für seinen unermödlichen einsatz vielleicht mal anerkennen, statt ihn auch noch zu diffamieren!

  18. 68
    Moamamba says:

    ich muss der Meinung in 66 recht geben seit der Umgestaltung nutzen wir den Park jedenfalls nicht mehr der vordere Abschnitt am U-Bahnhof war immer schön zum Liegen in der Sonne nun fühlt man sich dort wie auf einem Präsentierteller von allen Seiten nicht nur Einblicke sondern auch die Abgase Dankeschön aber auch der hintere Teil an der Post kann nicht mehr genutzt werden denn dort zelten ja nun etliche Menschen die schönen neuen Pflanzen alles niedergetrampelt und platt gewalzt also wohin ??
    die ganzen Millionen habe nichts genutzt jedenfalls werden diese beiden Park Abschnitte dadurch nicht von mrhr sondern eher von weniger Menschen genutzt

  19. 69
    A.B. says:

    Auszug aus dem 43. Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler:

    „Laut Senat waren erste vorläufige Kostenschätzungen 2010 von Baukos­ten von rund 4,6 Mio. Euro ausgegangen. Nicht enthalten seien hierbei die Nebenkosten für Planungsleistungen, Beteiligungsverfahren und Unvorhergesehenes. Dafür seien in der Regel zusätzlich bis zu 20 Prozent der angesetzten Gesamtbaukosten zu veranschlagen.
    Durch umfangreiche Abstimmungs- und Beteiligungsverfahren des Bezirksamts Mitte seien zusätzliche Maßnahmen in die Planung und Umsetzung aufgenommen worden. Hierzu gehörten z. B. die notwendige denkmalgerechte Instandsetzung und Weiterentwicklung des Gartendenkmals, die Neuanlage eines Wasserspiels, die Einrichtung eines Containerstandortes sowie Anpassungen der Beleuchtung, Wurzelschutz, Neupflanzungen, Gehweggestaltung und die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege. Dies sei in der vorläufigen Kostenschätzung aus 2010 nicht enthalten gewesen. Die Gesamtkosten der Parkumgestaltung Kleiner Tiergarten/Ottopark werden sich nach Abschluss aller Bauabschnitte nach dem derzeitigen Kenntnisstand des Bezirksamts Berlin-Mitte auf rund 7,8 Mio. Euro belaufen.
    Damit ist der oben beschriebene Puffer, der auch Unvorhergesehenes beinhaltet, mal eben von 20 auf über 60 Prozent ausgeweitet worden.“

    7.8 Millionen – 4,6 Millionen = 3,2 Millionen mehr – und der Park ist noch längst nicht fertig.

    Ecke Turmstraße, Nr. 7, November 2015, Artikel zum Kleinen Tiergarten, Seite 3:

    „Umso mehr verwundert es, wenn ausgerechnet jene Mitbürger, die am lautesten nach Denkmalpflege und Baumschutz riefen, sich nun über die zusätzlichen Kosten beim »Bund der Steuerzahler« be­schweren. Der veröffentlicht jährlich sein Schwarzbuch der »Steuer­verschwendung«, und hier wird von einigen Moabitern auch der Kleine Tiergarten regelmäßig angeprangert, weil das Vorhaben mehr kostet als ursprünglich prognostiziert.
    Dieses Anschwärzen ist allerdings grotesk: Denn die ursprüngliche Kostenschätzung beruhte 2011 auf den Ergebnissen des landschafts­planerischen Wettbewerbs (an dessen Vorgaben übrigens auch die damalige Stadtteilvertretung beteiligt war). Und schließlich entstan­den die Zusatzkosten bei der Parkerneuerung ja nicht zuletzt auch durch Zusatzwünsche von Stadtteilvertretern, Baumschutzaktivisten und der Oberen Denkmalbehörde.
    Hier ein Überblick:
    Kostensteigerungen durch Auflagen des Denkmalschutzes – 483.000 €  
    Kostensteigerung aufgrund der Bürgerbeteiligung – 353.000 € 
    Kostensteigerungen durch Auflagen und notwendige Ergänzungen – 485.000 €  
    Kostensteigerungen durch Aufnahme Entwicklungspflege – 292.000 €
    Allgemeine Preissteigerungen 2010–2013 5,8 %  – 140.000 €   
    Unter »allgemeinen Preissteigerungen« sind dabei die marktbeding­ten Kostensteigerungen von Material, Arbeitsleistungen etc. zu ver­stehen. Die Kosten für »Entwicklungspflege« betreffen die Pflege­maßnahmen und mögliche Ersatzpflanzungen für die ersten zwei Jahre nach Fertigstellung.“

    483.000 + 353.00 + 485.000 + 292.000 + 140.000 = 1.753.000 Million Euro

  20. 70
    Rumpelstilzchen says:

    353.000 Euro für Bürgerbeteiligung – zumindest diese Summe sollten die Parteien aus ihrer Wahlkampfschatulle bezahlen!

  21. 71
    vilmoskörte says:

    zu 70: Es sind wohl nicht ausschließlich die Kosten der Bürgerbeteiligung, sondern die Kosten, die für Änderungen angefallen sind, die durch die Bürgerbeteiligung erforderlich wurden, also die Mehrkosten, die durch die Berücksichtigung der Wünsche der Bürger entstanden sind.

  22. 72
    H. E. says:

    Zu 69 bis 71:

    Wenn die Abt. Stadtentwicklung von Mitte die Bürger von Anfang an im Rahmen einer Bürgerbeteiligung ausreichend beteiligt hätte, hätte man wahrscheinlich den größten Teil der drittel Million (353.000) EUR einsparen können.

    Und wenn nachträglich angeblich durch den Denkmalschutz zusätzliche Kosten in Höhe von einer halben Million (483.000) EUR entstanden sind, frage ich mich, ob die Abt. Stadtentwicklung nicht am Anfang der Planung die Beteiligung des Denkmalschutzes verschlafen hat.

    Und auch bei den zusätzlichen Kosten für Auflagen und notwendige Ergänzungen in Höhe einer weiteren halben Million (485.000) EUR frage ich mich, ob die Abt. Stadtentwicklung nicht am Anfang der Planung bereits vergessen hat, dass bei jeder Planung im öffentlichen Bereich zahlreiche Auflagen zu berücksichtigen sind.

  23. 73
    A.B. says:

    Zu 71:
    Da sollten mal genaue Abrechnungen vorgelegt werden – Funktion der Stadtteilvertretung und der Parteien?
    Änderungen, die durch die Bürgerbeteiligung erforderlich wurden? Welche denn? — bequemere Bänke! Ein paar Baumfällungen weniger – preiswerter!
    Alles andere findet sich unter Denkmalschutz….

  24. 74
    Susanne Torka says:

    Lieber H.E.,
    die Bürgerbeteiligung zu diesem Vorhaben war meines Erachtens vorbildlich!

  25. 75
    H. E. says:

    Zu 74:

    Von welchem Punkt an denn? Hat die Abt. Stadtentwicklung vor Beginn der Planung mal gefragt, was sich Moabiter Bürger wünschen? Oder hat sie erst vom Landschaftsplaner eine Planung machen lassen, dann diese vorgestellt und dann die Bürger nach ihrer Meinung gefragt ??

    Wenn man, wie z. B. beim Hamberger Großmarkt oder bei Schultheiss, erst mal planen läßt und dann den Bürgern eine fertige Planung vorstellt und diese dann das Konzept eigentlich nur noch akzeptieren können und selbst um kleine Änderungen möglicherweise sogar vor Gericht kämpfen müssen, dann hat das für mich absolut nichts mit Bürgerbeteiligung zu tun. In meinen Augen ist dieses lediglich das Erfüllen einer Verwaltungsvorschrift mit minimalstem Aufwand und damit nichts weiter als ein Feigenblatt.

    Sollte man beim Ottopark und Kleiner Tiergarten vor Beginn der Planung die Bürger nach ihren Wünschen befragt haben, wäre das schon eine große Ausnahme gewesen. Dabei wäre wohl z. B. kein Bürger auf die Idee gekommen, sich diese Sitzkiesel zu wünschen.
    Ich empfehle übrigens den Planern und allen im Bezirksamt dafür verantwortlichen, jetzt mal samt Zeitung zehn Minuten auf diesen Platz zu nehmen. Aber mit der Zeitung zum Lesen und nicht zum Abwischen des Betons und schon gar nicht als Wärmedämmung unterm ……. !

  26. 76
    A.B. says:

    Zu 75:
    Letztens hat jemand seine gesamten nass gewordenen Decken, zwecks Übernachten im Freien, zum Trocknen auf dem großen Sitzkiesel im mittleren Teil ausgebreitet – prima Verwendung…
    —- Bei einer der Bürgerbeteiligungsveranstaltungen sagte Herr Tilman Latz lapidar: „Wir haben den Wettbewerb gewonnen.“
    —- Und antwortete auf die Frage nach den „Sitzkieseln“, genauso lapidar: „Bestandteil der Planung.“
    —- So einfach ist das! —- und 353.000 Euro preiswert…

  27. 77
    Andreas Szagun says:

    Zu 75:
    Im Gegensatz zum Hamberger oder zu Schultheiß hatte es als erste Stufe einen Wettbewerb gegeben. Aus den Unterlagen zum Wettbewerbsverfahren von 2010 geht klar hervor, daß als Fachpreisrichter etliche Landschaftsarchitekten fungierten, als Sachpreisrichter waren Mitglieder von Senat und Bezirk, als Sachverständige neben weiteren der Vorgenannten auch das bezirkliche und das Landesdenkmalamt (Herr Lingenauber) und schließlich als Gäste auch die Stadtteilvertretung, AG Grün, benannt.

    Es hat eine Kinder- und Jugendbeteiligung (organisiert durch den Bürgerverein Moabiter Ratschlag e.V.) und eine Kita- sowie eine Migrantenbeteiligung gegeben. Daneben wurden für den gesamten Bereich und für jeden Hauptabschnitt je eine Informationsveranstaltung in den Abendstunden sowie pro Hauptabschnitt (Ottoplatz, Mittelbereich und Bereich östlich der Stromstraße) je eine jeweils achtstündige (!) Beteiligungsveranstaltung sonnabends, also zu bürgerfreundlichen Zeiten, mit einer hohen personalmäßigen Beteiligung von Planerseite und vom BA durchgeführt, in denen zum Teil in Kleingruppen mit je einem Planer diskutiert werden konnte. Ich habe an all diesen Veranstaltungen teilgenommen und war sehr positiv überrascht über diese vorher nie gekannte ausführliche Form von Bürgerbeteiligung. Die damals amtierende StV hatte, den ersten Bauabschnitt begleitend, noch eine fruchtbare Diskussion mit Planern und Amt geführt und – weil sachlich argumentierend – Wünsche erfolgreich einbringen können.

    Ganz nebenbei: Gerade die Architekten haben doch so gejault, als z.B. eine große Wohnungsgesellschaft verkündet hat, sie wolle preiswerter ohne Architektenwettbewerbe arbeiten. Und der Entwurf von Latz&Partner ist derjenige, der am behutsamsten mit dem Park umgegangen ist, man sehe sich nur einmal die damaligen Wettbewerbsergebnisse an. Wenn ein Landschaftsplaner oder auch ein Architekt aber nicht mehr die geringste persönliche Note in ein Projekt einbringen kann, dann brauchen wir auch keine Architekten und keine Wettbewerbe mehr, denn dann könnte ja aus dem Baukasten zusammengestellt werden (Analogie beim Wohnungsbau: von Ahrenshoop bis Zittau nur noch WBS 70 mit Funktionsunterlagerungen, deren Nutzung – ob Kaufhalle oder Kirche – aus einem Schild am Eingang hervorginge). Billiger wäre es allemal und es hätte den Vorteil, daß man sich überall sofort heimisch fühlte, weil alles so gewohnt aussähe (und deshalb bräuchte man dann auch keine Urlaubsreisen mehr, denn es gäbe ja nichts mehr Neues zu entdecken. Das sparte eine Menge Energie und damit Treibhausgase).

  28. 78
    H. E. says:

    Zu 77:

    Danke für die ausführliche Info und den Hinweis auf das Gejaule von Architekten. Die jaulen halt manchmal, weil Häuser etwas mehr Überlegung brauchen als Eisenbahnschwellen.

    Leider wurden aber trotz Ausführlichkeit meine Fragen aus dem ersten Absatz von Kommentar 75 nicht beantwortet. Vielleicht läßt sich das ja noch nachholen ?!

  29. 79
    Andreas Szagun says:

    zu 78:
    Wer lesen will, ist klar im Vorteil.

  30. 80
    Moamamba says:

    DIe meisten Anwohner und Bürger werden wohl kaum zu solchen Bürgerbeteiligungen eilen egal ob samstags oder wochentags.Was auf jedenfall gefehlt hat war eine Online-Befragung für diejenigen die keine Zeit oder Muße haben diese anstrengenden Bürgerbeteiligungs-Veranstaltungen zu besuchen,kurz und knapp hätte gefragt werden können was der Bürger wünscht.
    Aber dies wurde wohl verschlafen

  31. 81
    A.B. says:

    Zu 78, H.E.:
    Zuerst war der Wettbewerb, Latz+Partner bekam den Zuschlag.
    Dann wurde der Entwurf zur Diskussion gestellt, so wie in 75 von H.E. beschrieben, also es wurde nicht mit den Bürgern geplant, sondern es wurde den Bürgern eine Stellungnahme zugebilligt, und diese auch genau, und vermutlich auch kostenintensiv, wie alles, dokumentiert.
    Es wurde auch nach den Wünschen der Kinder- und Jugendlichen gefragt, dazu gibt es auch eine schicke Ringbuchbroschüre, verfertigt u.a. von Susanne Torka.
    Aber der genehmigte Entwurf war da, und so konnten es sich die Planer aussuchen, was sie davon aufnehmen wollten oder nicht, allenfalls der Denkmalschutz konnte noch ein bischen meckern, aber auch nicht allzu sehr.
    Klar, dass die Planer das anders sehen, und etliche Beteiligte auch. Aber eine Planung von Anfang an mit den Bürgern, gab es nicht. Diese wäre weniger spektakulär ausgefallen, vor allem viel preiswerter, und funktioneller, und schätzungsweise mit mehr Natur – Natur wird nie langweilig.
    Siehe 67

  32. 82
    H. E. says:

    Die Sitzkiesel könnte man nun auch in „Schwarzkiesel“ umbenennen oder in „Schlafkiesel“. Da sie sich in der Sonne aufheizen, sind sie offenbar in wärmeren Jahreszeiten als nächtlicher Schlafplatz gefragt – wenn einem der Dreck nichts ausmacht, der vorhersehbar war.
    Siehe den Beitrag „Mit dem Schwarzbus unterwegs“ bei https://www.rbb-online.de/abendschau/

  33. 83
    Susanne says:

    Hier geht’s direkt zum Abendschaubeitrag, der 1 Woche zu sehen ist, wobei ich persönlich der Meinung bin, dass weder die Sitzkiesel noch die Kissen zur Verkehrsberuhigung Steuerverschwendung sind, da gibt es ganz andere Beträge für Subventionen z.B.:
    https://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20170603_1930/mit-dem-schwarzbus-unterwegs.html

Schreibe einen Kommentar

Beachte bitte die Netiquette!