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Straßenbahnverlängerung bis U-Bahnhof Turmstraße

Bürger und Experten diskutieren Trassenvarianten.

Rund ein Jahr nachdem die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im Stadtteilplenum Moabit West die Ergebnisse einer Untersuchung zur Trassenbewertung von Varianten zur Verlängerung der Straßenbahnverbindung vom Berliner Hauptbahnhof bis zum U-Bahnhof vorgestellt hatte, präsentierte die Senatsverwaltung am 5. März 2015 in der Heilandskirche vertiefende Untersuchungen zu den zwei grundsätzlichen Varianten der Streckenführung zum vorläufigen Endpunkt und bot anschließend den über 100 Besuchern – größtenteils aus Moabit, aber auch weiteren am Fachthema interessierte Menschen, nicht zuletzt von BVG und Fahrgastverband – die Möglichkeit in Einzel- und Gruppengesprächen mit anwesenden Planern Fragen zu den beiden vorgestellten Trassenvarianten zu stellen, ihre Meinungen kundzutun und Anstöße für weitere fachliche Betrachtungen zu geben. Denn die ursprüngliche Trassenbewertung der Vor- und Nachteile der einzelnen Trassen, hatte keinen klaren Trassenfavoriten ausgewiesen, zudem beinhaltete sie auch nicht eine Bewertung der später beabsichtigten Weiterverlängerung über den U-Bahnhof Turmstraße hinaus. Der Stadtentwicklungsplan Verkehr 2025 (StEP) der Senatsverwaltung beinhaltet als „Infrastruktur-Langfristvorhaben“ eine Weiterführung der Straßenbahnstrecke über die Turmstraße – Beusselstraße – Seestraße bis Virchow-Klinikum, wo sie an die bestehende Straßenbahnstrecke kommend von der Bornholmer Brücke anschließt. Nicht im StEP, aber auch in Diskussion, ist eine Weiterführung nach Charlottenburg bis Mierendorffplatz / Jungfernheide.

Nach einer Darstellung zum Ablauf und den Beteiligten eines Straßenbahnplanungsverfahrens durch Dr. Imke Steinmeyer, verantwortlich in der Senatsverwaltung für Grundsatzangelegenheiten der Verkehrspolitik und Verkehrsentwicklungsplanung präsentierte Matthias Horth, Leiter der für den ÖPNV zuständigen Abteilung der Senatsverwaltung, die Überlegungen der Fachplaner:

Straßenbahn in Invalidenstraße

Wo die Linie M5 nach links in die Kehrschleife abbiegt, wird die Linie M10 nach der Streckenverlängerung bis U Turmstraße nach rechts in Alt-Moabit weiterfahren

Befahren werden soll die Strecke im 10-Minuten-Takt von der Linie M10. Die Linien M5 und M8 werden dagegen nicht bis zum U-Bhf. Turmstraße verlängert, sondern weiterhin die Kehrschleife über die jetzige Endhaltestelle „Lüneburger Straße“ in Alt-Moabit zurück fahren.

  • Die Trassenvariante 1 „Turmstraße“ führt vom Hauptbahnhof über die Invalidenstraße – Alt-Moabit, Rathenower Straße und Turmstraße bis zum U-Bahnhof Turmstraße. Die Streckenlänge beträgt 2,2 km, Bahnkörperanteil 75%, 5 neue Haltestellen (einschließlich Lesser-Ury-Weg) vom Hauptbahnhof bis U-Bhf. Turmstraße, Kosten 19,6 Mio. €.
  • Die Trassenvariante 2 „Alt-Moabit“ führt vom Hauptbahnhof über die Invalidenstraße und Alt-Moabit bis zur U-Bahnhof Turmstraße in Alt-Moabit. Die Streckenlänge beträgt 2,1 km, der Bahnkörperanteil 60 %, die Kosten 18,5 Mio. €, auf dieser Strecke sind nur 4 neue Haltestellen (wiederum einschließlich Lesser-Ury-Weg) vorgesehen.

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für beide Trassenvarianten habe die Wirtschaftlichkeit ergeben, so Matthias Hort. Er stellte anschließend verschiedene Problemstellungen der Planer dar: Schon bei der in beiden Trassenvarianten enthaltenen Tram-Haltestelle am Lesser-Ury-Weg wird beim Einbau des zweiten Gleises kommend von der Invalidenstraße eine Veränderung fällig: auf Grund gesetzlicher Änderungen ist nunmehr eine barrierefreie Haltestellenausführung zwingend vorgeschrieben.  Für die im weiteren Verlauf der beiden Grundvarianten stellte Horth zu Details der Aufteilung des Straßenraums  und Ausführungsvarianten der künftigen Haltestellen und auch der notwendigen Kehreinrichtungen hinter den jeweiligen End-Haltestellen am U-Bhf Turmstaße  dar, bevor  in zwei Gruppen anhand der Planunterlagen beider Trassenvarianten in Einzel- und Gruppengesprächen die Planer Fragen beantworteten, Meinungen notierten und auch etliche zusätzliche Anregungen für weitere vertiefende Betrachtungen aufnahmen.

Nicht in der ursprünglichen Bewertung für die beiden vorgestellten Trassenvarianten enthalten ist die Betrachtung der Verlängerungsmöglichkeit weiter durch die Turmstraße. Dies ist jedoch aufgrund der unterschiedlichen Endhaltestellenlagen am U-Bahnhof Turmstraße notwendig. Denn während die Variante 1 „Turmstraße“ die Strecke einfach durch die Turmstraße weitergeführt werden kann, müsste bei der Variante 2 „Alt-Moabit“ von der in Alt-Moabit gelegenen Haltestelle U-Turmstraße die Straßenbahn durch die Thusnelda-Allee in die Turmstraße geführt werden –  es sei denn, man wollte die Straßenbahnen gar über die hoch mit Verkehr belastete Stromstraße von Alt-Moabit auf die Turmstraße führen. Die Thusnelda-Allee ist jedoch zu kurz, als das die Straßenbahn beim Wechsel zwischen Alt-Moabit und Turmstraße bei einem notwendigen Halt zwischen die Fußgänger-Ampelquerungen von Alt-Moabit und Turmstraße passt – daher müssten die Ampelanlagen jeweils eine direkte Durchfahrt durch die Thusnelda-Allee ermöglichen. Die Betrachtung dieser Problemstellung, aber auch zur Erschließungsfunktion von Wohngebieten, Geschäften, Krankenhaus und Gerichtsstandort, Büros und anderen Betrieben, der geringeren Behinderung der Straßenbahn durch den motorisierten Individualverkehr – z.B. bei Variante 2 „Alt-Moabit“ an der Einengung von Alt-Moabit in Bereich der Kirchstraße – ergaben in der Bewertung durch die Besucher der Veranstaltung ein deutliches Votum für die Trassenvariante 1 „Turmstraße“.

Die Mitarbeiter der Senatsverwaltung zeigten sich beeindruckt von der hohen fachlichen Qualität in den Gesprächen mit den Veranstaltungsteilnehmern. Und so nahm Matthias Horth nicht nur das deutliche Votum für die Variante 1 „Turmstraße“ mit zurück in die Senatsverwaltung, sondern will auch verschiedene konkrete Anregungen fachlich überprüfen lassen: So soll die Idee, auf einem Teilstück die Straßenbahn statt in Mittellage in Seitenlage zu führen und so die Umsteigesituation zur U9 zu verbessern, als Alternative geprüft werden. Auch eine Verschiebung der Lage der Haltestelle Turmstraße Ecke Rathenower Straße hin zum Abschnitt zwischen Pritzwalker- und Wilsnacker Straße wird im Hinblick auf eine verbesserte Erschließung betrachtet werden. Und auch eine Betrachtung der vom Investor des Schultheiss-Areals geplanten Tiefgarageneinfahrt wird noch betrachtet, wenngleich dieses Problem nicht als gravierend eingeschätzt wird. Nicht zuletzt mahnten Teilnehmer auch an, umgehend auch die Planung für die Weiterführung der Straßenbahn über U-Bahnhof Turmstraße hinaus anzugehen.

Die Senatsverwaltung will die in der Veranstaltung gezeigte Präsentation und auch die Dokumentation zur Veranstaltung über die Website des „Aktives Zentrum Turmstraße“ bereitstellen lassen.
Wer sich schon vorab einen Eindruck verschaffen möchte, findet Reproduktionen der Präsentation und von den ausgestellten Planunterlagen unter diesem Link eines Veranstaltungsbesuchers.

Der frühere Artikel „Straßenbahn nach Moabit“ anlässlich der Vorstellung einer BUND-Präsentation im Mai 2009 beim Stadteilplenum Moabit und Nachträgen enthält die bisherigen Kommentare zum Thema Straßenbahn nach Moabit.

Nachtrag:
Antrag von CDU und SPD zur Straßenbahnverlängerung (Drs. 1983/IV) für die BVV vom 19.3.15.

Die Präsentation der Senatsverwaltung wurde am 9.4.15 auf der Website des „Aktives Zentrum Turmstraße“ bereit gestellt.

Seite der Senatsverwaltung zur Straßenbahnverlängerung Hauptbahnhof bis Turmstraße mit der Präsentation zur Öffentlichkeitsbeteiligung am 5.3.2015 und einer Zusammenfassung der Erkenntnisse.

Die Entscheidung ist für die Trasse durch die Turmstraßen gefallen (Berliner Zeitung).

Ein neuer Vorschlag für die Weichen und Haltestelle Turmstraße (Berliner Woche).

Jetzt hat der BUND Berlin e.V. einen Vorschlag für die Trassenführung auf Rasengleis in südlicher Seitenlage auf der Turmstraße von Rathenower Straße bis U-Bahnhof Turmstraße einschließlich der Kehreinrichtung und der Verlängerungsmöglichkeit z.B. bis S/U Jungfernheide (über Huttenstr. – Wiebestr. – Kaiserin-Augusta-Allee) veröffentlicht. Im Artikel sind für an mehr Information drei PDF-Datei dazu verlinkt: BUND-Alternativvariante Turmstraße, Karte BUND-Variante Turmstraße, Abb. Querschnitt Turmstraße

Artikel im Tagesspiegel und die Berliner Woche über das weitere Procedere.

Berliner Morgenpost schreibt „Tram durch die Turmstraße ab 2020“.

Tagesspiegel zur Straßenbahnstrecke nach Moabit, aber dieser Satz ist etwas merkwürdig: „Jahrelang wurde diskutiert, ob die Gleise durch die Invalidenstraße oder die Turmstraße nach Moabit verlängert werden.“

 

Nachtrag vom 19.09.2017
Dialog-Veranstaltung zu den Voruntersuchungen für eine Verlängerung der Straßenbahn über den U-Bhf. Turmstraße hinaus

Nach aktuellen Planungen wird die  Verlängerung der Straßenbahnstrecke vom Hauptbahnhof bis zum U-Bahnhof Turmstraße im Jahr 2020 in Betrieb gehen. Im Hinblick auf die langfristige Netzentwicklung ist auch der Endpunkt an der Turmstraße nur als Zwischenschritt zu betrachten.

Im aktuellen Stadtentwicklungsplan Verkehr (StEP Verkehr) ist eine Verlängerung der Straßenbahn vom U-Bahnhof Turmstraße bis zum Virchow-Klinikum als Infrastruktur-Langfristvorhaben enthalten. Am Virchow-Klinikum würde eine Verknüpfung mit dem bestehenden Straßenbahnnetz hergestellt werden. Dadurch könnten neue Nachfragerelationen im ÖPNV abgebildet werden. Im Verlauf der Trasse bestünde am S-Bahnhof Beusselstraße zudem eine Umsteigemöglichkeit zum S-Bahn-Ring.

Der StEP Verkehr und der Koalitionsvertrag der Landesregierung weisen zudem auf eine Verlängerungsoption der Straßenbahn vom U-Bahnhof Turmstraße zum U-Bahnhof Mierendorffplatz (U7) hin. Dabei wäre auch eine Fortführung bis zum Bahnhof Jungfernheide (Regional-, S- und U-Bahn) vorstellbar.

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz lädt zu einer Dialogveranstaltung über die weitere(n) Straßenbahnverlängerung(en) über den U-Bahnhof Turmstraße hinaus als sogenannte „frühe Öffentlichkeitsbeteiligung“ am Dienstag, 17. Oktober 2017, 18 Uhr in der Reformationskirche, Beusselstraße 35, insbesondere Bürger*innen in Moabit West und dem Bereich Mierendorff-Insel ein.

In der Veranstaltung soll gemäß § 25 Abs. 3 VwVfG frühzeitig über die Ziele des Vorhabens, die Mittel, es zu verwirklichen, und die voraussichtlichen Auswirkungen des Vorhabens unterrichtet und der betroffenen Öffentlichkeit soll Gelegenheit zur Äußerung und zur Erörterung gegeben werden.

Die Voruntersuchungen zur Straßenbahnverlängerung sind im Januar 2017 gestartet und nun so weit gediehen, dass die Bürger*innen vor Ort frühzeitig einbezogen werden können. Der Untersuchungsraum beinhaltet die Verkehrskorridore vom U-Bahnhof Turmstraße bis zum Virchow-Klinikum einerseits sowie zum Bahnhof Jungfernheide andererseits und erstreckt sich über zwei Bezirke, Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf.

Die Untersuchungskorridore zur weiteren Straßenbahnnetzerweiterung über U-Turmstraße hinaus, Quelle: SenUVK

Derzeit wird aus einem Spektrum möglicher Varianten der Streckenführung die Vorzugsvariante ermittelt. Anschließend ist deren Machbarkeit nachzuweisen und die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme zu untersuchen.

Die Kosten der Straßenbahnneubaustrecke können erst mit Festlegung der Vorzugstrasse abgeschätzt werden.

Der Abschluss der Untersuchungen ist für Ende des Jahres 2017 vorgesehen. Zur Online-Beteiligung.

2 Artikel über die Veranstaltung im Tagesspiegel (mit schon mal einem Fehler in der Überschrift) und in der Berliner Woche.

 

Infoveranstaltung der BVG zur Straßenbahnnetzerweiterung vom Hauptbahnhof zum U-Bhf. Turmstraße
am 15.11.2017, 19 Uhr, Heilandskirche

Bei der Dialogveranstaltung zur Straßenbahnnetzerweiterung über die Turmstraße hinaus gab die Senatsverwaltung auch den Termin für eine Infoveranstaltung zur konkreten Planung der Straßenbahnstrecke bis U Turmstraße bekannt: Die Veranstaltung der BVG als Vorhabenträger zusammen mit der Senatsverwaltung als Aufgabenträger wird am Mittwoch, 15.11.2017, 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) in der Heilandskirche, Thusnelda-Allee 1 stattfinden. Die Veranstaltung findet im Vorfeld der Auslegung der Pläne des förmlichen Planfeststellungsverfahrens statt.

Ankündigungstext der BVG zur Veranstaltung am 15.11.2017:

Die Strecke der Tram M10 (S + U War­schauer Straße ?? S + U Haupt­bahnhof) soll bis zum U-Bahn­hof Turm­straße verlängert werden. Damit werden die Berliner Verkehrs­betriebe (BVG) im Auftrag der Senats­verwaltung für Umwelt, Verkehr und Klima­schutz ihr Verkehrs­angebot für Sie weiter ausbauen.

Das Projekt steht kurz vor dem Planfeststellungsverfahren. Deshalb möchte die BVG mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen und das Bauvorhaben erläutern: Wie sehen die Planungen aus? Was passiert bei der Planfeststellung? Wann wird gebaut? Fachleute der BVG und der Senatsverwaltung beantworten dazu gern Ihre Fragen.

Visualisierung der Straßenbahn-Haltestelle U-Turmstraße, © Ing. Büro Dipl.-Ing. H. Vössing

Berichte in Tagesspiegel und Berliner Zeitung über die Veranstaltung in der Heilandskirche.  Allerdings ist die Auslegung der Planunterlagen nicht, wie der Tagesspiegel schreibt, nächste Woche, sondern ungefähr von Mitte Dezember 2017 bis Ende Januar 2018 zu erwarten, wurde gesagt. Auf der Seite der Senatsverwaltung zur Straßenbahnverlängerung Hauptbahnhof bis Turmstraße ist die Präsentation vom 15.11.2017 eingestellt worden.

In einer Pressemitteilung hat Senatorin Regine Günther am 23.11.2017 den Zeitraum der Auslegung der Planfeststellungsunterlagen bekannt gegeben. Überraschenderweise beginnt demnach die Auslegung schon im November 2017.

Die Planfeststellungsunterlagen können von allen Bürgerinnen und Bürgern eingesehen werden:

Wann: 27. November 2017 bis einschließlich 05. Januar 2018

Montag bis Mittwoch: 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Donnerstag: 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Freitag: 08.00 Uhr bis 13.00 Uhr
sowie nach telefonischer Vereinbarung: 030-901833-600

Wo: Bezirksamt Mitte von Berlin,
Abt. Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit
Rathaus Tiergarten
Mathilde-Jacob-Platz 1, Raum 325
10551 Berlin
Telefon: 030-901833-600

Jeder, dessen Belange durch das Bauvorhaben berührt werden, kann bis spätestens zwei Wochen nach Beendigung der Auslegung, das ist bis einschließlich 19. Januar 2018 (maßgebend ist der Eingang in der Verwaltung), Einwendungen bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, IV E 3, Postanschrift: Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin (während der Auslegungszeit auch am Auslegungsort) schriftlich oder zur Niederschrift (Raum Ru 19) oder in elektronischer Form mit einer qualifizierten Signatur im Sinne des Signaturgesetzes versehen an die E-Mail-Adresse post@senuvk.berlin.de erheben. Die Einwendungen müssen das Bauvorhaben bezeichnen sowie den geltend gemachten Belang und dessen Beeinträchtigung erkennen lassen.

Die vollständige Pressemitteilung
Bekanntmachung im Internet zur öffentlichen Auslegung der Planunterlagen

 

122 Kommentare auf "Straßenbahnverlängerung bis U-Bahnhof Turmstraße"

  1. 101
    Vilmoskörte says:

    Auf dem Abschnitt der Straße Alt-Moabit zwischen Invalidenstraße/Werftstraße und Rathenower/Paulstraße steht ein zugewucherter Mittelstreifen für die Straßenbahntrasse zur Verfügung, so dass keine Fahrspur für die Straßenbahn umgewidmet zu werden braucht.

  2. 102
    Andreas Szagun says:

    Dieser zugewucherte Mittelstreifen war auch früher schon Straßenbahntrasse, dort trafen sich die Strecken von der (Turmstraße -) Rathenower Straße und von Alt-Moabit sowie von der Invalidenstraße und von der Moltkebrücke. Zudem gab es dort noch einen Abzweig in die Werftstraße (damalige Endhaltestelle). Deshalb ist dieser von den zwei mal zwei Fahrspuren für den Kfz-Verkehr (+Parkstreifen!) völlig unabhängige Bereich so groß und für heutige Zwecke wieder nutzbar. Ein ehemaliges Wartehallengebäude aus der alten Zeit ist dort vor etlichen Jahren abgerissen worden.

  3. 103
    H. E. says:

    Wie schön, dass die Tram den ganzen großen Rest der Straße Alt-Moabit nicht berührt und dass sie wahrscheinlich (hoffentlich) nie weiter kommt als bis zum U-Bahnhof Turmstraße.

  4. 104
    H. E. says:

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/neubauplaene-in-mitte-der-spreebogen-berlins-beletage/13917776.html
    In diesem Artikel ist ein Foto aus alter Zeit, dass zeigt, wie leer und gemütlich es auf Berliner Straßen mit Straßenbahn aussah, als eben diese groß wurde – und warum Straßenbahnen auf heutigen Straßen ohne Mittelstreifen m. E. nichts mehr zu suchen haben.

  5. 105
  6. 106
    Martin D. says:

    Vom Bedarf her müßte die Tram gleich bis Turm/Beusselstr. geplant und gebaut werden

  7. 107
    Franz says:

    @105
    Wieder einmal eine typische Milchmädchenrechnung: Normalerweise handelt es sich nicht um Neukunden, die mit der Tram fahren, sondern lediglich um „Umsteiger“; also Fahrgäste, die früher vielleicht noch einmal das Verkehrsmittel wechseln mussten, bevor sie ihr Fahrziel erreicht haben. Vom Hauptbahnhof zur U Eberswalder Straße z.B. dauert es jetzt (nonstop) 13 Minuten am Sonntagabend mit der M10. Vor der Straßenbahnverlängerung sind die Menschen 3 bzw. 4 Minuten länger gefahren und mussten am Hackeschen Markt in die Tram oder am Alex in die U-Bahn umsteigen. Dass man letztlich die Direktverbindung bevorzugt, hat aber nichts mit Schienenbonus zu tun, sondern ist einfach logisch, weil man sich einen zusätzlichen Umsteigevorgang spart; ein großer Zeitvorteil ist jedenfalls nicht gegeben, deshalb hätte es den Streckenneubau aus Sicht der M10 auch nicht gebraucht. In jedem Fall sinkt aber die Auslastung auf den Linien, die früher anstelle der Direktverbindung genutzt wurden. Auch logisch.

    So oder so komme ich mit der S-Bahn immer noch am schnellsten nach Friedrichshain (zur Warschauer Straße), das ist Fakt (13 Minuten vom Hauptbahnhof). Mit der Tram dauert die Fahrt dorthin fast dreimal so lang. Den zahlreichen Touristen kommt die M10 vom Hauptbahnhof (und den zahlreichen Hotels dort) zu den Hotspots am „Prenzelberg“ natürlich ganz gelegen. Als ich gestern Abend am Hauptbahnhof vorbeigefahren bin, wurde dort übrigens nur ein M10-Kurzzug eingesetzt. Irgendwie komisch.

  8. 108
    A.B. says:

    Gestern in der Abendschau,
    hört sich so an, als ob die Straßenbahn erst bis zum U-Bahnhof Turmstraße, über Turmstraße, und dann über Mierendorffplatz nach Junfernheide geführt würde, in den nächsten fünf Jahren…

    http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/03/berlin-ausbau-oeffentlicher-personen-nahverkehr-u-bahn-tram-s-bahn.html

  9. 109
    H. E. says:

    Diese Zacken und Kurven und blockierten Kreuzungen und langsames Fahren ! Und welch Chaos mit den restlichen Buslinien und bei der Mall of Schultheiss !
    Warum nicht Alt-Moabit gerade herunter und dann weiter die Kaiserin-Augusta-Allee bis U-Bahnhof Mierendorffplatz ? Das sind breite Straßen und teilweise gibt’s sogar einen Mittelstreifen ? Und Mensch kann doch wohl von der Turmstraße bis Alt-Moabit laufen !? Auf der engen Turmstraße und der Huttenstraße könnte man ja auch einen Batterie-Elt-Bus hin- und herfahren lassen, wenn die nach Eröffnung der Mall of Schultheiss überhaupt noch als Geschäftsstraße bezeichnet werden kann.
    Evt. für jede zweite Tram ein Abzweig die gesamte Beusselstraße runter bis zum S-Bhf. Beusselstraße ?
    Und was ist mit der Huttenstraße, gibt es dann dort eine Buslinie ab Beusselstraße mit drei Haltestellen ?
    Und warum von Mierendorffplatz bis Jungfernheide parallel zur U-Bahn, hat Berlin zu viel Geld ? Der M 27 ist da immer fast leer, weil die meisten schon am Mierendorffplatz in die U-Bahn umsteigen ! Zur S-Bahn käme man dann halt bereits über den Anzweig Beusselstraße oder eben mit der U-Bahn !

  10. 110
    A.B. says:

    Hi Hi, der Mensch denkt und die Politik lenkt….
    Es war immer die Rede davon, dass die Straßenbahn wie früher zur Beusselstraße fahren sollte, und irgendwie zum Plötzensee, bzw. dran vorbei, deshalb auch die Route über die Turmstraße, was ja Sinn macht.
    Es gab sogar eine Veranstaltung dazu, und da war von nichts anderem die Rede – Mierendorffplatz ?

  11. 111
    ÖPNV-Freund says:

    @ H. E.
    Die Trassenbestimmung war ja nun gerade das Thema bei der Veranstaltung und wurde hier und in einem vorigen Artikel und Verlinkungen schon mit Sachargumenten beleuchtet.

    @ A.B.
    Bitte den letzten Satz des ersten Absatzes vom Artikel noch mal lesen, dort heißt es „… auch in Diskussion, ist eine Weiterführung nach Charlottenburg bis Mierendorffplatz / Jungfernheide.“ Und auch die oben verlinkte Präsentation der Senatsverwaltung enthält bei der Darstellung der Weiterführung zusätzlich zur Darstellung der Fortführung über Beusselstraße zur Seestraße mit Anschluss an die in der Seestraße bestehende Straßenbahn auch die andere Perspektive Richtung Charlottenburg dargestellt durch einen Pfeil. Beide sind schon lange vorgeschlagene sinnvolle Straßenbahnrelationen. Die Verbindung über Mierendorffplatz bis S/U Jungfernheide ist übrigens das westliche Ende einer perspektivisch vorgeschlagenen Straßenbahn bis nach Pankow, als leistungsfähigerer Ersatz der Buslinie M27.

  12. 112
  13. 113
    Jürgen Schwenzel says:

    Um die Fortführung der Straßenbahn vom Hauptbahnhof über die temporäre Endhaltestelle U Turmstraße hinaus geht es auf Einladung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz bei einer Dialogveranstaltung am 17. Oktober 2017, 18 Uhr in der Reformationskirche, Beusselstraße 35, 10553 Berlin. Weitere Informationen zur geplanten Veranstaltung sind im Nachtrag vom 19.9.2017 zu finden.

  14. 114
    Jürgen Schwenzel says:

    Die BVG wird am Mittwoch, 15. November 2017, 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) in einer Informationsveranstaltung in der Heilandskirche, Thuselda-Allee,über die mittlerweile erarbeitete Planung zur Verlängerung des Straßenbahnnetzes vom Hauptbahnhof bis hin zum U-Bhf. Turmstraße informieren.

  15. 115
    Jürgen Schwenzel says:

    Pressemitteilungvom 8.11.17 von Stadtrat Ephraim Gothe zur Infoveranstaltung:
    Informationsveranstaltung zur Straßenbahnneubaustrecke Hauptbahnhof – U-Bahnhof Turmstraße

    Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit, Ephraim Gothe, informiert:

    Die BVG plant den Neubau der Straßenbahnstrecke Hauptbahnhof – U-Bahnhof Turmstraße. Die Inbetriebnahme der Strecke ist bis 2021 vorgesehen. Dazu führt der Vorhabenträger am Mittwoch, 15. November 2017, 19:00 Uhr in der Heilandskirche an der Thusnelda-Allee eine Informationsveranstaltung durch. Die Berlinerinnen und Berliner sowie alle Interessierte sind auf der Veranstaltung willkommen, die im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens stattfindet. Neben dem Staatssekretär für Verkehr in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Jens-Holger Kirchner, wird der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit, Ephraim Gothe, die Begrüßungsworte sprechen. Das Straßenbahnprojekt wird folgend von Vertretern der BVG und der zuständigen Senatsverwaltung vorgestellt.
    Der Bezirk Mitte begrüßt den Neubau der Straßenbahnstrecke. Mit Inbetriebnahme der Strecke vom Hauptbahnhof bis zum U-Bahnhof Turmstraße verbessert sich die Erschließung des Moabiter Zentrums mit einem leistungsfähigen Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs. Der damit erfolgten besseren Anbindung an die östliche Innenstadt über den Hauptbahnhof soll bald die Weiterführung der Straßenbahn über den U-Bahnhof Turmstraße entsprechend der Koalitionsvereinbarung der Berliner Stadtregierung und des Stadtentwicklungsplans Verkehr folgen. Hohe Priorität für den Bezirk Mitte hat die verbesserte Erschließung und Verknüpfung des Industrie- und Gewerbegebiets Huttenstraße. Die Ziele und Maßnahmen des Aktiven Zentrums und Sanierungsgebiets Turmstraße sind zu wahren.
    Für die Straßenbahn im Moabiter Zentrum haben sich 2013/14 die BVV und das Bezirksamt ausgesprochen. Mit dem Ziel der Stärkung des Stadtteilzentrums Turmstraße votierte der Bezirk Mitte für eine Linienführung über die Turmstraße. Am 5. März 2015 wurden in der Heilandskirche im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung die möglichen Trassenführungen über die Turmstraße oder Alt Moabit vorgestellt. Die folgende Entscheidung Berlins fiel zu Gunsten der Trasse Turmstraße. Die BVG erarbeitete die Entwurfsplanung, die im Rahmen eines Freigabechecks durch den Bezirk Mitte befürwortet wurde. Nunmehr steht das Planfeststellungsverfahren mit der Bürgerbeteiligung an. Der Bezirk Mitte wird sich als Träger öffentlicher Belange daran beteiligen.

    Quelle: http://www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/pressemitteilungen/2017/pressemitteilung.646652.php

  16. 116
    Susanne Torka says:

    Ein Bericht über die Veranstaltung ist im Tagesspiegel erschienen:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/neue-tram-nach-berlin-moabit-die-strassenbahn-ist-leiser-als-der-bus/20592874.html

    Die Seite der Senatsverwaltung zur Straßenbahnverlängerung Hauptbahnhof bis Turmstraße (hier soll die Präsentation eingestellt werden):
    https://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/oepnv/planungen/de/m10.shtml

  17. 117
    Jürgen says:

    Die Berliner Zeitung berichtet zur Veranstaltung – aber auch darüber hinaus – im Artikel Verkehrswende in Berlin So wird sich das Straßenbahnnetz bis 2021 verändern

  18. 118
    Jürgen Schwenzel says:

    Die Präsentation der Informationsveranstaltung vom 15.11.2017 ist von der Senatsverwaltung bereit gestellt worden und in den Nachträgen zum Ursprungsartikel verlinkt.

  19. 119
    H. E. says:

    Wenn ich mir auf der Visualisierung die Verkehrsführung vor „Hertie“ ansehe, kann ich mir nur vorstellen, dass es wegen Aufzug, Fußgängerampel, Fußgänger-Überweg, Radfahrern, Autofahrern, Tram und Bus- und Tramhaltestelle direkt hinter der Kreuzung Stromstraße ein Chaos gibt, dass zum Rückstau bis auf die Kreuzung führt.

    Klingt radikal, aber vielleicht wäre es besser, die Tram in Alt-Moabit bis zur Stromstraße zu führen und dann diagonal durch den Kleinen Tiergarten West zur Turmstraße, mit der Haltestelle mitten im Park (die Gleise könnte man mit Rasen belegen). Schlagartig wär aller Verkehr entzerrt, ein Stück normales Leben im Park und das Drogen- und Alki-Problem damit auch erledigt. Und ein „Blumengarten“ wie früher ist dieser vermüllte, alkisierte und kriminalisierte Parkteil eh nicht mehr und wird es auch nie mehr werden.

  20. 120
    Jürgen says:

    Hab‘ ich was an den Augen? Wenn ich mir die Visualisierung zum Bereich um U Turmstraße ansehe, liegt die Tramhaltestelle nicht „direkt hinter der Kreuzung Turmstraße“ sondern westlich des Fahrstuhls zur U5. Der Haltestellenbereich für die Busse bleibt in der bisherigen Lage. Aber klar, die Umsteiger zwischen Bus und Straßenbahn müssen die durch Ampeln geregelten Querungen an den Enden des Bahnsteigs benutzen.
    Zum zweiten Abschnitt erübrigt sich wohl jeder Kommentar.

  21. 121
    H. E. says:

    Ob die Straßenbahn-Haltestelle nun 50 m weiter ist oder nicht, macht den Kohl m. E. nicht fett. Dafür gibt’s dann einen zweiten Ampelübergang, der alles ausbremst, selbst wenn die Ampeln an den beiden Übergängen in Serie geschaltet sind.
    Und wenn ich es richtig sehe, liegt am Bahnsteig das Straßenbahngleis nicht in der Fahrbahn sondern im eigenen Gleisbett. Da freue ich mich schon, wenn dann ständig Autos im Gleis und Kiesbett stehen, da dieses genau neben der Autospur bzw. über die schraffierte Fläche hinweg genau in Auto-Fahrtrichtung angelegt ist.

    Ich frage mich auch, was schlimmer ist: Mitten auf der Turmstraße ein Aufzug und ein Bahnsteig mit Bahnsteigdach wie bei einer Regionalbahn in Klein-Kleckersdorf oder mit Gras bewachsene Gleise im Park und dort einen kurzen Weg zur vorhandenen Treppe und zu einem Aufzug zur U-Bahn, wenn man mit letzterem nicht bereits den Mittelstreifen der Turmstraße verunstaltet sondern ihn gleich in den Park gestellt hätte. Es gibt so etwas wie ein Stadtbild und einen öffentlichen Raum und je mehr in einer Straße herumsteht, um so unwirtlicher und unschöner wird’s. Und wie falsch der Aufzug auf dem Mittelstreifen steht, wird man erst begreifen, wenn es mal einen richtig schweren Unfall mit Fußgängern gegeben hat.
    Eigentlich, Jürgen, hoffe ich, dass Du recht behältst, aber ich fürchte …

  22. 122
    Jürgen Schwenzel says:

    In einer Pressemitteilung hat Senatorin Regine Günther den Zeitraum der Auslegung der Planfeststellungsunterlagen bekannt gegeben. Überraschenderweise beginnt demnach die Auslegung schon im November 2017.

    Die Planfeststellungsunterlagen können von allen Bürgerinnen und Bürgern eingesehen werden:

    Wann: 27. November 2017 bis einschließlich 05. Januar 2018

    Montag bis Mittwoch: 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr
    Donnerstag: 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
    Freitag: 08.00 Uhr bis 13.00 Uhr
    sowie nach telefonischer Vereinbarung: 030-901833-600

    Wo: Bezirksamt Mitte von Berlin,
    Abt. Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit
    Rathaus Tiergarten
    Mathilde-Jacob-Platz 1, Raum 325
    10551 Berlin
    Telefon: 030-901833-600

    Die vollständige Pressemitteilung: http://www.berlin.de/sen/uvk/presse/pressemitteilungen/2017/pressemitteilung.651340.php
    Bekanntmachung zur öffentlichen Auslegung der Planunterlagen: http://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/planfeststellungen/de/oepnv/bekanntmachung.shtml

    Jeder, dessen Belange durch das Bauvorhaben berührt werden, kann bis spätestens zwei Wochen nach Beendigung der Auslegung, das ist bis einschließlich 19. Januar 2018 (maßgebend ist der Eingang in der Verwaltung), Einwendungen bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, IV E 3, Postanschrift: Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin (während der Auslegungszeit auch am Auslegungsort) schriftlich oder zur Niederschrift (Raum Ru 19) oder in elektronischer Form mit einer qualifizierten Signatur im Sinne des Signaturgesetzes versehen an die E-Mail-Adresse post@senuvk.berlin.de erheben. Die Einwendungen müssen das Bauvorhaben bezeichnen sowie den geltend gemachten Belang und dessen Beeinträchtigung erkennen lassen.

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