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Eine aufregende Buchstabenrettung

Nach langem Planungsvorlauf wird jetzt tatsächlich mit dem Bau des Einkaufzentrums plus Hotel an der Ecke Turm-/Stromstraße begonnen, dem sog. Schultheiss-Quartier des Investors Harald Huth von HGHI, trotz Pannen und Pleiten bei seiner Mall of Berlin am Leipziger Platz.  Das heißt zunächst hat der Abriss begonnen. Dabei werden die letzten Reste des UFA-Theaters Turmstraße verschwinden, eines riesigen Kinos, das 1925-26 von den Architekten Fritz Wilms und Michael Bischoff für 1.700 Zuschauer errichtet worden war. Das Lichtspieltheater im Stil zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit ist im zweiten Weltkrieg zerstört worden. In seinen Grundmauern jedoch hatten sich die Berliner Bank und später noch bis zur Kündigung zu Ende März 2015 das Second-Hand-Kaufhaus Humana eingerichtet. Auch der 1952 als Ersatz für UFA im früheren Café Vaterland errichtete Turm-Palast war ein großes Kino, bespielt nur bis 1974, später Aldi-Supermarkt und Wienerwald.

Und nun sind wir bei den Buchstaben angelangt.

Turm-Palast-250Maren Dorner und Nathalie Dimmer vom Projekt „Kino für Moabit“ hatten sich schon früh dafür eingesetzt, dass die alten Buchstaben gerettet werden. Sie kontaktierten das Buchstabenmuseum, das Interesse angemeldet hat, die Buchstaben zu übernehmen. Das Museum hätte sie sogar selbst mit eigener Hebebühne abgebaut. Ein Gespräch mit der Projektkoodinatorin, Frau Cakici, von HGHI hat es gegeben, danach Funkstille. Nichts war geklärt. Schließlich stand der Bauzaun. Weitere Anrufe und Bitten, vielleicht Missverständnisse. Und plötzlich am Donnerstag, den 9. Juli waren die Buchstaben weg. Niemand auf der Baustelle wusste vorgestern, wo sie hingekommen waren, doch gestern morgen hat Nathalie Dimmer sie gefunden, im Büro des Baustellenleiters. Ein sehr netter Bauarbeiter hatte sie auf Bitte von Frau Cakici buchstäblich in letzter Sekunde abgeschraubt, als der Bagger schon bereit stand alles zusammen abzureißen. Alles weitere muss nun das Buchstabenmuseum klären. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Nachtrag:
Neue Sachlage bei den TURMPALAST-Buchstaben –
Wie wir gerade erst erfahren haben, möchte die HGHI die Buchstaben nun doch nicht dem Berliner Buchstabenmuseum zur Verfügung stellen. Eine Mitarbeiterin der Firma erklärte dem Museum gegenüber, dass die HGHI die Buchstaben selbst behalten und in der zukünftigen Mall auf dem ehemaligen Schultheiss-Gelände aufhängen möchte.

… und das Buchstabenmuseum zieht ins Hansaviertel.

Ein Kommentar auf "Eine aufregende Buchstabenrettung"

  1. 1
    Susanne Torka says:

    HGHI gibt die Buchstaben doch nicht dem Buchstabenmuseum, s. oben im Nachtrag.

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