So können Sie mitmachen!

Arminiusmarkthalle als Zunfthalle neu eröffnet

Am 20. November wurde die 120 Jahre alte Arminiusmarkthalle als Zunfthalle neu eröffnet. Viele Berlinerinnen und Berliner strömten massenhaft herbei und wuselten um die Stände, unter ihnen langjährige Stammkunden und Neugierige aus anderen Bezirken. Sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten alle Hände voll zu tun. Im Programm wechselten sich feierliche Eröffnungsreden und Musik ab. Für die gute Stimmung sorgte das Saxophon-Quartett der Musikschule Fanny Hensel und das Casanova Society Orchestra. Auf der Fläche des Manufakturenkaufhauses waren viele schöne Dinge aufgebaut: Porzellan, Liköre, Spezialitäten, Bücher, Kaffee, Seifen, Weine aus Deutschland, Österreich und Ungarn, Schmuck und Souvenirs aus Moabit wie auch Möbel. Man konnte zuschauen wie sich auf einer Töpferscheibe unter kunstfertigen Händen Tonklumpen in Becher verwandelten. Am Abend wurden mehr als 300 geladene Gäste bunt gemischt aus Anbietern und Geschäftsfreunden der neuen Betreiber sowie Moabiterinnen und Moabitern großzügig bewirtet. Musik, Tango- und Kochvorführung des Fernsehkochs Chakall rundeten neben interessanten Gesprächen mit Bekannten und Unbekannten das Programm ab.

So richtig glauben wollte man es die letzten Tage noch nicht, dass tatsächlich eröffnet werden kann. Es sah immer noch so unfertig aus. Aber mit vielen Nachtschichten war dann doch das Gröbste geschafft, wenn auch am Eröffnungstag noch längst nicht alles fertig war. Viele der neuen Händler haben ihre Stände noch nicht eröffnet. Das liegt ganz einfach daran, dass es diese Stände noch gar nicht gibt. Sie müssen erst gebaut werden. Im Januar sollen alle Stände bezogen sein. Sie sind bis auf einen einzigen schon fest vermietet. Es ist erstaunlich, was in der kurzen Zeit geschafft wurde. Und das ganze unter laufendem Betrieb. Denn die Halle wurde nicht für mehrere Monate geschlossen – wie ursprünglich mal geplant. Viele der alten Stände mussten abgerissen werden um Platz für Neues zu schaffen. Eine komplette Grundreinigung wurde durchgeführt. Jetzt wird die ganze Schönheit dieses Baudenkmals wieder sichtbar.

Seit 1. August 2010 hatte die Zunft[orte] AG, eine Tochtergesellschaft der Zunft AG die Arminiusmarkthalle in Erbpacht auf 50 Jahre von der Berliner Großmarkt GmbH übernommen. Danach war eine Menge zu tun. Die Trödler als Zwischennutzer wurden gekündigt. Mit den angestammten Händlern der Halle wurde über die Konditionen verhandelt. Die meisten konnten bleiben. Sie mussten zwar in neu gebaute Stände investieren, doch sind die Standgebühren sogar gesunken. Wer fehlt ist Nermin Dogan mit ihrem Fischhandel und der Eiermann, der nicht an einen anderen Platz umziehen wollte. Schade, aber nicht zu ändern. Das Hallenbrevier vom Herbst 2010 listet alle alten und neuen Händler und beschreibt ihre jeweiligen Angebote (download). Die anfängliche Skepsis vieler Moabiter, ob das Konzept der Zunft AG für die Arminiusmarkthalle sich als tragfähig herausstellen wird, wich zunehmender Zustimmung und sogar Begeisterung über die Einbeziehung der Menschen vor Ort, die so von einem auswärtigen Investor nicht zu erwarten war.

Viel zu tun hatten eifrige Hände vor der ...Eröffnung durch Kira Hinderfeld, Vorstand der Zunft[orte] AGViele schau- und kauflustige Berlinerinnen und Berliner kamen schauten...beim Wurststand, beim Gemüse,beim Fleischer,oder stärkten sich beim traditionellen Hallen-Imbissmit den freundlichen Damen vom Grill.Im Zunftmanufakturenkaufhaus gab's viel zu bestaunen, Töpferhandwerk live...Bücher, ...die zum Schmökern einladen,ebenso wie Lekereien,und Kreatives,manchmal ganz einfach...oder edel...und der bekannte Geniesser Vilmoskörte war auch vom leckeren Eis ganz begeistert.

Damit ist die von Burkhard Meise vor Jahren gestellte Frage „Was geschieht mit dem Original-Einkaufscenter?„, die sich natürlich auf die Arminiusmarkthalle bezog, wohl für’s erste beantwortet.

Fotos: Jürgen Schwenzel

Nachtrag: Arminius[Zunft]halle bei Facebook.

Artikel zu Eröffnung aus der Berliner Woche, Berliner Abendblatt, ein Interview und hier findet sich der Gebetomat, der zur Zeit in der Markthalle steht und das internationale Fernsehen anlockt. Auch epd hat über die „fömmste Maschine der Welt“ geschrieben.

Über die Vorstellung des neuen „fairmade plus“ Labels, unter dem Produkte von sozial orientierten Unternehmen, zum Beispiel von Behindertenwerkstätten angeboten werden, zu der Gesine Schwan gekommen war, hat das QM Moabit West berichtet und die Berliner Woche.

Das Restaurant Zunftwirtschaft hat seit 11. Mai 2011 eröffnet, Vilmoskörte und ausgesuchte Gäste konnten schon mal vorkosten.

Und lesen Sie auch den wunderbar einfühlsamen Bericht über die Porzellantöpferin Ruth Schulz, die immer Dienstags vor Ort töpfert.

BrewBaker beschrieben von Vilmoskörte und ein weiterer Bericht über Bier in Moabit.

Nach einem Jahr äußert sich das Management zufrieden in der Berliner Woche vom 14.12.2011.

Der Fischladen in der Halle beschrieben von Vilmoskörte.

Die 20 Biere vom BrewBaker in der Berliner Woche vom 1.2.2012.

Auf dem ersten Themenabend am 21. März der Stadtteilvertretung Turmstraße (StVT) war Yiannis HD Kaufman, der Zunfthallenmanager eingeladen. Weitere Themenabende mit den Bezirksstadträten in Mitte sind bereits geplant am 16. und 23. Mai, sowie am 4. Juli 2012.

Die StVT wünscht zur Neugestaltung des Markthallenumfeldes eine umfangreiche Bürgerbeteiligung möglichst Ende August/Anfang September 2012. Die Veranstaltung, auf der 2 verschiedene Varianten des Straßenumbaus vorgestellt wurden, fand am 20.10.2012 statt (Plakat und Flyer).

150 Palmen überwintern in der Halle (Berliner Woche vom 19.11.12) und auch Vilmoskörte hat über die neue schöne Atmosphäre zum Beispiel beim Samstag-Brunch berichtet. Die Berliner Woche vom 20.12.12 berichtet über weitere Neuigkeiten.

Nachträge 2013:
Musik- und Theaterveranstaltungen in der Arminius-Markthalle sind hier zu finden.

Ein Film vom SJB Netzwerk e.V.

Benedikt Breitenbach, der seit 13 Jahren in Moabit wohnt und gerne die Markthalle besucht, erzählt in der Tagesspiegel-Reihe „Ich bin ein Berliner„, Nr. 68, dass es Moabit zwar besser hat als Kreuzberg und Neukölln, aber „die Gentrifizierung lauert“.

Am 17. August eröffnet die neue Kreativ- und Verkaufsfläche von Ruths Keramik in der Markthalle (Keramikworkshops am 22. Juni, 27. Juli und 17. August, 10 – 11:30 Uhr, fortlaufende Drehkurse, mittwochs 17 – 18:30 und 18:30 – 20 Uhr, Einzeltermin 22 Euro, 5er Karte 95 Euro, 10er Karte 170 Euro, Anmeldung erwünscht. Tel. 0177 4284767, mail)

Mittwoch, 21. August, 18 Uhr, Infoveranstaltung zur Umgestaltung des Markthallenumfelds. Hier der Einladungsflyer und im April 2014 wurde auch das Protokoll zur Verfügung gestellt.

Ein Rundgang mit den Grünen Kandidaten in der Markthalle (Berliner Woche).

BVV-Beschluss zur besseren Ausschilderung der Markthalle nicht umsetzbar (Drs. 0725/IV).

Berliner Morgenpost berichtet ausführlich über die Markthalle und auch dieser Youtube-Film:

Nachträge 2014:
Der BrewBaker ist ausgezogen in die Sickingenstraße 9-13 (moabit-net).

Die Berliner Morgenpost berichtet über abendliche Genüsse.

Bezirksverordnete und Behindertenbeauftragte des Bezirks fordern den Einbau von behinderten gerechten Türen und Toiletten in der Markthalle (Berliner Woche).

Zeitonline: Peter Steinbrück und die Brat-Kartoffel-SPD in der Markthalle.

Die Markthalle gezeichnet von Sara Contini-Frank in Moabit am Sonntag.

Nachträge 2015:
Bauarbeiten rund um die Markthalle (Berliner Woche).

Die Arminiusmarkthalle in 3 Teilen bei tvb – sehenswert.

Aktion zu der fehlenden Behindertentoilette in der Markthalle am 27. Juni 2015
Unter der Überschrift „Fokus auf den Lokus“ hatte auch die SeniorInnenvertretung Mitte zur Aktion der „Spontis Berlin – Mobilität für Behinderte“ eingeladen, es wurde ein „Piss-In“ in der Markthalle um der Forderung nach einer Behindertentoilette mehr Nachdruck zu verleihen. Mit Polizei wollte der Hallenbetreiber sie verhindern, doch die kam zu spät. Dazu der entsprechende Bezirksamtsbeschluss (1028 aus der Sitzung vom 9.12.14 zur DS 1282/IV), in dem eindeutig geklärt ist, dass es möglich wäre 50% der Kosten als Förderung aus den Geldern des Aktiven Zentrum Turmstraße einzusetzen. Aber 50% müsste der Hallenbetreiber finanzieren und auch einen Antrag stellen.

Auch die Berliner Woche berichtete unter dem Titel: „Jeder muss müssen dürfen.“

weitere Nachträge:
Zum Denkmalschutz eine Anfrage bzgl. Fassadengestaltung mit Schildern und Briefkästen: „Denkmal Arminiushalle schutzlos?

Unter die ersten 20 beim Location Award (Berliner Abendblatt).

Der Umbau der Straßen rund um die Markthalle beginnt im August 2015, hier das Infoblatt und die Ausführungsplanung.

Gastrokritik in der Berliner Zeitung: Rosa Lisbert.

2 Mündliche Anfragen in der BVV zur rechtlichen Prüfung einer Behindertentoilette (Drs. 2580/IV und Drs. 2588/IV) mit Link zu Antwort im Abgeordnetenhaus zum Thema.

97 Kommentare auf "Arminiusmarkthalle als Zunfthalle neu eröffnet"

  1. 51
    L.S. sagt:

    Der Artikel im MieterEcho ist schon ziemlich absurd. Ernsthaft zu kritisieren, dass sich die Arminiusmarkthalle nicht auf das „Kernelement einer jeden Markthalle – Obst und Gemüse“ konzentriert, zeugt schon von einer verschärften Verkennung der Realität. Warum wohl sind viele klassische Markthallen in den letzten Jahrzehnten verschwunden? Vermutlich weil niemand mehr dort einkauft, auch die nicht, für die sich der Artikel einsetzt, wenn die Arminiusmarkthalle polemisch als eine „Hartz-IV-freie Zone“ beschrieben wird. Wenn sich die Markthalle nicht umorientiert hätte, sondern den realitätsfernen Empfehlungen des Autors gefolgt wäre, der vermutlich noch nie etwas Unternehmerisches auf die Beine gestellt hat, dann gäbe es die Arminiusmarkthalle schlichtweg nicht mehr.

  2. 52
    L.S. sagt:

    (PS: Der obige Kommentar bezieht sich auf den Artikel im MieterEcho – siehe Kommentar 50)

    http://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2011/me-single/article/nicht-mehr-nur-assi.html

  3. 53
    Carsten sagt:

    Der Herr „Weinkritiker“ Balcerowiak führt seit Monaten einen kleinen Privatkrieg gegen die Zunfthalle. In seinem Blog, im Mieterecho und in der Jungen Welt. (Einfach mal googlen) Eher skuril, lohnt nicht wirklich der Beachtung.

  4. 54
    H. E. sagt:

    Ich fände es besser, wenn die Redaktion nicht alle alten Kommentare unter dem Stichwort „Ältere Kommentare“ wegdrücken würde, sondern wenigstens die fünf letzten Kommentare stehenlassen würde. Dann bleibt der Zusammenhang wenigstens etwas gewahrt.

  5. 55
    yhdk sagt:

    Das Statement des Herrn Balcerowiak zur Arminiushalle (oder gerne auch neudeutsch Zunft[halle] – der Bundestag sitzt ja auch im Reichstag und niemand stört sich daran) ist schon mit der ganz heißen Nadel und einer seit langem klaren Zielrichtung gestrickt:

    Das Feindbild wird aus de Kiste geholt und ab geht die Post. Egal, wie realistisch und wahrheitsgetreu die Aussagen sind – es wird sinnfrei getextet und irgendein durchs Internet gepushtes Käseblatt als Träger gefunden. Hauptsache veröffentlichen – ein paar Menschen werden es schon lesen und ihrer Meinung freien Lauf lassen.

    Unterm Strich bleibt hoffentlich ein wenig Schmutz hängen und schon hat der sich Journalist und sonstwas nennende Autor sein Publikum gefunden.

  6. 56
    vilmoskörte sagt:

    Zu 54. Es reichte zum Hinweis auf vorangehende Kommentare schon, wenn die Nummerierung fortlaufend wäre und nicht neu bei 1. begänne.

  7. 57
    vilmoskörte sagt:

    Zu 55. Wenn es stimmt, dass Herr Balcerowiak einen Kleinkrieg gegen die Zunft AG und die Halle führt, dann ist ja nicht gerade intelligent, wenn Beschäftigte der Halle ihm die nötige Munition liefern. Und wenn die Zitate von Cora Lynn Weinrich und Ralph Martin in dem Mieterecho-Artikel korrekt wiedergegeben sind, dann finde ich das schon bedenklich. Denn „Moabit ist längst nicht mehr nur Assi“ impliziert ja, dass sich in Moabit jahrzehntelang nur „Asoziale“ aufgehalten haben. Ich wohne 30 Jahre hier und würde mich nicht als einen solchen bezeichnen wollen und kenne viele andere Moabiter, die das auch so sehen. Und die, die ich nicht kenne, würde ich auch nicht auf diese verächtliche Weise verunglimpfen wollen.

  8. 58
    Susanne Torka sagt:

    So schräg ich den Artikel von Railner Balcerowiak im MieterEcho auch finde, zumal er sich selbst widerspricht, die Überschrift mit „Nicht mehr nur Assi“ und Beschreibungen im Text, dass eben doch viele alte Händler und auch ihre Kunden geblieben sind (wer sollen dann eigentlich die „Assi“ sein? – wirklich bescheuert) ….
    und wie Carsten wohl zutreffend von einem Privatkrieg redet, kann man z. B. an diesen Einträgen nachvollziehen:
    http://duckhome.de/tb/archives/9012-Wertewandel-in-der-Zunfthalle.html
    http://duckhome.de/tb/archives/9434-Wertewandel-in-der-Zunfthalle-Teil-II.html

    Und hierauf gibts in Blogs ja auch schon wieder Entgegnungen:
    http://www.berliner-kuechengespraeche.de/index.php/2011/03/eine-erwiderung

    Ob die Zitate von Cora Lynn Weinrich und Ralph Martin korrekt wiedergegeben sind, das würde mich allerdings auch interessieren.

    Den Artikel in der Jungen Welt kann man ruhig mal durchlesen, zum großen Teil zwar textgleich mit dem im MieterEcho, aber wie hier sehr an den Haaren herbeigezogen der Unterschied der Konzepte von Zunft AG und Projektgruppe Markthalle Neun (Eisenbahnhalle in Kreuzberg) dargestellt wird, ist einfach unglaublich. So wirklich kann ich den Unterschied nicht finden. Ist denn die Zunft AG ein Immobilienentwickler und die Kreuzberger gut, weil die Prinzessinnengärten dabei sind? Da scheint es dem Autor mehr um Sympathie und Antipathie zu gehen.
    http://www.jungewelt.de/2011/10-15/007.php

    Und mit Aufwertung des Viertels haben beide Entwicklungen tatsächlich zu tun in Moabit und in Kreuzberg. Sie profitieren von der Aufwertung und tragen selbst ihr Teil dazu bei. Mieten explodieren auch in Moabit, das ist eine Tatsache und keine Fantasie von Gentrifizierungs-„Spinnern“.

    @yhdk
    echt krass finde ich allerdings Deine Aussage „irgendein durchs Internet gepushtes Käseblatt“ – da machst Du im gleichen Stil weiter wie Herr Balcerowiak – denn das MieterEcho ist die langjährige Mitgliederpublikation der Berliner Mietergemeinschaft, die mit dem Berliner Mieterverein, eine ernst zu nehmende und sehr hilfreiche Vertreteung von Mieterineressen ist. Etwa sechs Ausgaben erscheinen jedes Jahr und wir sind jetzt bei der Nr. 351 !! Es wird gedruckt!

  9. 59
    H. E. sagt:

    Zu Nr. 56

    Das finde ich nicht. Wenn sich ein neuer Kommentar auf einen vorhergehenden bezieht, und das ist fast die Regel, wäre es wahrlich hilfreich, wenn man den früheren Kommentar zeitgleich vor sich hat und nicht erst suchen muss.

  10. 60
    yhdk sagt:

    Liebe Susanne – auf einen großen Klotz gehört ein grober Keil und einen Herrn B. kriegt man anscheinend nur durch eine proletarische Weinprobe in der nicht mehr assigen Arminiushalle. Wobei das Käseblatt auch eher beispielhaft gesehen werden sollte. Was jetzt vielleicht nicht in die benötigte Schuldzuweisungsschiene passt.

    Womit wir nun beim sich eigentlich höchst lesenswerten Vilmos wären. Wir sind ja Beide rein altersmäßig schon eher jenseits von Gut und Böse, aber ich weiß aus meinen jüngeren Jahren noch, dass ‚Assi‘ nicht unbedingt mit asozial gleich gesetzt wird, sondern eher (und das wohl auch in der uns ‚Jüngeren‘ fernen Sprache) mit schmuddelig, schmutzig, halt assi. Entsprechende Aussagen sind auch heute noch oft in der Halle zu hören, wenn es um frühere Jahre geht.

    Das Echauffieren ist somit sicherlich eher als Ergebnis der Online-Kommunikation zu sehen.

    Die gute Cora-Lynn sollte auch eher als private Mieterin gesehen werden, die sich aus anderen Gründen im Verkauf einbringt. Mehr nicht.

    Der konstruierende und eher literarische Architekturwettbewerb darf also wieder eingestellt werden.

  11. 61
    Rané sagt:

    @yhdk
    Vorsicht vor einer pauschalen Medienschelte, wir haben noch Gewaltenteilung und Pressefreiheit.
    Bei einzelnen Artikelin, bei welchem Medium auch immer, kann man streiten, aber nicht das gesamte Medium in Frage stellen. Was den Journalismus generell betrifft, wünsche ich mir auch mehr genaue Recherche und die „Lust auf Aufklärung“. Gute Journalisten braucht unser Land !!!
    Und was die Markthalle betrifft, es werden alle Schichten gastronomisch bedient und das ist einzigartig. Und der Fischstand ist der Motor (auch in Bezug auf Marketing) der Halle und absolut zu empfehlen.

  12. 62
    yhdk sagt:

    Rané … danke für Deine Antwort – sie klingt so entspannt.

    Aber habe ich mich nicht ganz eindeutig höchst allgemein ausgedrückt? Was hatte ich denn geschrieben >>> „Egal, wie realistisch und wahrheitsgetreu die Aussagen sind – es wird sinnfrei getextet und irgendein durchs Internet gepushtes Käseblatt als Träger gefunden.“

    Und da finde ich keinen gezielten Hinweis, keine auf ein bestimmtes Blatt bezogene Aussage … es lebe die eine jegliche Interpretation zulassende Online-Kommunikation!

    Wer das lieber offline machen möchte, findet dazu beispielsweise am Mittwoch, 14. Dezember 2011, ab 20 Uhr in der gescholtenen Arminiushalle mit ihrem so massiven Gentrifizierungsansatz bei ‚Steevs DANNEMANN-Club Zunft[halle] Open Music Night‘ Gelegenheit! Bitte den Eingang Arminiusstraße benutzen und dann in den Brewbaker-Bereich! Wer möchte, bringt ein Instrument mit und spielt selbst mal etwas vor …

  13. 63
    L.S. sagt:

    Ich bin sehr froh darüber, dass es die Arminiusmarkthalle in der gegenwärtigen Form überhaupt gibt. Und alle, die sich darum bemüht haben, sollten den Artikel im MieterEcho einfach vergessen. Allerdings muss sich eine Redaktion, die einen solchen Artikel abdruckt, auch deutliche Kritik gefallen lassen. Leider ist der Beruf des Journalisten nicht geschützt. Jeder kann sich so nennen. Und das heißt, man kann nicht überall bestimmte Standards erwarten, was sich vor allem in einer zunehmenden Vermischung von Meinung und Bericht niederschlägt. Jeder Journalistenschüler lernt zunächst einmal, sich selbst zurückzunehmen und seine Meinung nur in einem als Meinungsartikel gekennzeichneten Beitrag zu äußern. Natürlich gelingt diese Trennung nie vollständig. Aber in dem Artikel im MieterEcho ist die eigene Meinung das Maßgebliche, der dann alle Fakten untergeordnet werden. Das ist schlechter Journalismus.

  14. 64
    Susanne Torka sagt:

    yhdk,
    nee, nee, auch Dein längeres Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen! Dein Kommentar vom 13.12.11 bezieht sich auf das Statement von R. Balcerowiak, wie Du schreibst, und dieses Statement wurde ein paar Kommentare vorher eingeführt, mit dem Link zum MieterEcho. Auch wenn der Typ es schon öfter und sonstwo ähnlich geschrieben hat.
    Also bezieht sich das „Käseblatt“ auf das MieterEcho … ist es so schwer zu sagen „sorry, ich kannte das MieterEcho nicht“?
    .. ist ja aber alles auch nicht weiter schilimm, wir brauchen das hier nicht zu vertiefen. …

  15. 65
    vilmoskörte sagt:

    Zur Klärung, denn Sprache und Kommunikation ist immer auch mit Missverständnis verbunden: Mit dem Titel „Nicht mehr nur Assi“ wird Ralph Martin schlicht falsch zitiert, denn wenn er das Wort „assi“ benutzt hat, dann war nicht „Assi“ im Sinne von „der Asoziale“ gemeint (was Herrn Balcerowiaks Artikel durch die Großschreibung vermittelt), sondern als Kürzung von „asselig“ in Sinne von „dreckig, heruntergekommen“ gemeint (was dem Rheinländer sein „usselig“ entspricht [falsche Deutsch mit Absicht]). Hätte ich mir von Ralph Martin auch nicht gedacht, darum schrieb ich weiter oben auch „Wenn die Zitate … korrekt wiedergegeben sind“.

  16. 66
    Rané sagt:

    Ach, denken wir positiv:

    Am 21.12.2011 fällt der Startschuss für den Kulturkanal Zunft[wirtschaft]. Jeden 3. Mittwoch im Monat öffnet sich der Vorhang für

    LIVE Musik, Lesungen, Kleinkunst
    ab 21:00 Uhr in der Zunft[wirtschaft],
    Arminiusstr. 2, 10551 Berlin (Moabit).

    Lasst uns Spass haben und den Abend gemeinsam genießen.

    Der Eintritt ist FREI.

    Am Klavier spielt Torsten Gardei und da er auch das Klavier zur Verfügung gestellt hat, sind auch andere Pianisten und Pianistinnen herzlich eingeladen.

  17. 67
    Rainer Balcerowiak sagt:

    Es macht sicherlich Spaß auf meinen Artikel im Mieter Echo einzuprügeln. Und es spricht für sich, dass auf die vorgebrachten konkreten Beispiele ( Bio-Burger-Wettessen, Lifestyle-Schnickschnack im „Manufakturenkaufhaus“ aber blamables Obstangebot, Zitate aus dem Zunftwerk-Selbstverständnis etc. ) mit keinem Wort eingegangen wird. Wie auch: Stammen doch die meisten Kommentare aus dem direkten Umfeld der Macher.
    @vilmoskörte: Die Zitate stimmen!!
    @Carsten: „Privatkrieg gegen die Zunfthalle“ ist lustig.Aber keine Angst, ich habe in der Regel wirklich besseres zu tun. Allerdings wohne ich hier im Kiez, gehe des öfteren zur „Geflügel-Oase“ und beobachte den ganzen Laden ziemlich regelmäßig. Also sind weitere Kriegshandlungen nicht auszuschließen

  18. 68
    vilmoskörte sagt:

    Zu 17: Wie ich schon unter 15. geschrieben habe, ist das „assi“-Zitat eben genau nicht korrekt zitiert.

  19. 69
    Jürgen sagt:

    @ vilmoskörte

    Nee, vilmos, da hast Du dich nur theoretisch zu Schreibweisen von „Assi “ ausgelassen, anscheinend ohne die angeführte Quelle zu checken.

    Rainer Balcerowiak zitiert in seinem Artikel in wörtlicher Wiedergabe aus dem Satz »… pflichtet Ralph Martin bei: „Junge Leute wie Cora ziehen hierher, Moabit ist längst nicht mehr nur Assi.“« im zweiten Absatz des Artikels „Arminiushalle | Neues Leben in Moabit“ vom 24.3.2011 auf der Website http://www.hilker-berlin.de.

  20. 70
    L.S. sagt:

    Soweit mir das Wort „Assi“ bekannt ist, ob klein- oder auch großgeschrieben, bezeichnet es bestimmte Verhaltensweisen, die sowohl Menschen mit weniger Geld als auch Menschen mit mehr Geld an den Tag legen können. Damit ist keineswegs eine bestimmte Schicht gemeint, sondern eher eine Verwahrlosung der Umgangsformen, die in allen Schichten auftreten kann. Zum Beispiel, ob es selbstverständlich ist, jemandem die Tür aufzuhalten, einer älteren Person im Bus den Platz anzubieten oder ganz allgemein seinen Mitmenschen mit einem Mindestmaß an Respekt zu begegnen. Nach meiner ganz subjektiven Erfahrung mit mehreren deutschen Großstädten sind die Berliner hier nicht gerade ein Vorbild. Zum Beispiel kenne ich keine Stadt, in der es offensichtlich für normal gehalten wird, seinen Müll einfach auf den Bürgersteig zu stellen. Von daher kann ich es nur begrüßen, wenn in diesem Sinne Moabit etwas weniger „Assi“ wird.

  21. 71
  22. 72
    Rané sagt:

    Gut, dass Susanne bei der aktuellen Diskussion in einem anderen Thread auf diesen verwiesen hat.
    Der Markthallenfilm siehe 71 existiert wohl nicht mehr. Die TVB-Beiträge sind gut, aber da vermisse ich den Fischladen. Auch schade, dass BrewBaker nicht mehr in der Halle ist. Jetzt fehlt auch noch ein Beitrag über die Kellerräume. Ein sehr interessantes Terrain, was mal für eine Ausstellung und Disco genutzt wurde. Was ist dort für die Zukunft geplant ? Auch gab es die Idee eines Hallenfestes (vor der Halle und in der Halle). Sollte doch mal wieder vorbeischauen.

  23. 73

    In der Markthalle sollen ab Ende März Gänsestopfleber und Froschschenkel angeboten werden. Eine gute Gelegenheit für alle Tier-, Baum-, Strauch- und Sonstwas-Schützer mal die ganz große Protest-Kanone auszupacken

  24. 74
    Rané sagt:

    Ach, eine platte ironische Kritik, ich kenne die internen Auseinandersetzungen, aber das diskutiere ich nicht öffentlich. In meiner Moabiiter Zeit habe ich mich für diese Halle eingesetzt, genauso wie für das Hansatheater. Darum nerven mich Kommentare von „Senfgurkenjournalisten“.

  25. 75
    Rané sagt:

    Hier noch eine unabhängige Doku:
    https://www.youtube.com/watch?v=1JgrksGRfTA

  26. 76

    Und anbei auch eine Information zu den (neuen) Atelierräumen in den nordwestlichen Kopfbauten der Arminiusmarkthalle. Bitte gerne auch an Interessenten weitergeben: https://www.facebook.com/pages/K%C3%BCnstlerateliers-in-der-Arminiusmarkthalle/661377510657705?ref=profile

  27. 77
    Rané sagt:

    Lieber Christoph Hinderfeld,
    danke für den Hinweis, denn das Thema Ateliers ist derzeit sehr aktuell:
    http://abbanetzwerk.tumblr.com

  28. 78
    H. E. sagt:

    Hier eine Nachricht des Behindertenbeirates Mitte von Berlin:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir erhielten Kenntnis, dass die Gruppe Spontanzusammenschluss Mobilität ( http://www.spontis-berlin.net) am Samstag,
    27.6.15 um 15 Uhr in der Arminius-Markthalle eine Aktion plant, in der auf das Fehlen einer behindertengerechten WC-Anlage aufmerksam gemacht werden soll.
    Behindertenbeirat und Behindertenbeauftragte thematisierten das Fehlen eines behindertengerechten WC
    seit 2004 in zahlreichen Gesprächen, Anfragen, Protokollen und Briefen, auf Ortsterminen, in Gremien u.a..
    Die Halle gilt als Bestandsbau und genießt Bestandsschutz. Zudem wird der Denkmalschutz erwähnt.
    Wir begrüßen ausdrücklich die Entwicklung der Halle zu einem gastronomischen und kulturellen Zentrum
    mit Wirkung über den Kiez hinaus!
    Das Fehlen eines behindertengerechten WC ist jedoch gem. UN-Behindertenrechtskonvention eine Verweigerung angemessener Vorkehrungen zur Teilhabe.
    Dies wird in unserem Land im privaten Sektor mit öffentlichem Zugang (und zudem
    im Bestand) rechtlich nicht verfolgt.
    Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung wird somit durch strukturelle Diskriminierung eingeschränkt.

    Wenn Menschen mit Behinderungen diese Ungleichbehandlung öffentlich machen und damit ein Menschenrecht einfordern, unterstützen wir diese Initiative.

  29. 79
    Susanne Torka sagt:

    Artikel zur Aktion wegen der fehlenden Behindertentoiletten in der Markthalle:
    http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/31916/Piss-in-Berliner-Markthalle.htm

    Oben im Nachtrag ist auch der Bericht auf der Seite der SeniorInnenvertretung Mitte und der Bezirksamtsbeschluss von Ende 2014 verlinkt.

  30. 80
    Thomas Koch sagt:

    „Der Hallenleiter versuchte vergeblich die Aktion zu verhindern und rief die Polizei. Seine Assistentin wollte indessen einer Frau im Rollstuhl, die über den Hintergrund des Protestes aufklärte, gewaltsam ein Megaphon entreißen.“ So steht’s in dem verlinkten Artikel.

    Der Betreiber könnte in der Aktion auch den Ausdruck eines starken Interesses an der neuen Arminius-Halle sehen und mit Dialogbereitschaft und Freundlichkeit reagieren. Sollte die in dem Artikel gegebene Schilderung zutreffen, würde ich das Verhalten des Betreibers als nicht sympathisch empfinden.

    Unerklärlich erscheint mir auch, warum der Betreiber die angebotene Förderung (noch) nicht in Anspruch nimmt, siehe die unter dem Link ebenfalls einsehbaren Vorlage zur Kenntnisnahme des Bezirksamtes.

    Der Betreiber sollte sich hier erklären – und am besten mal vorher durchatmen und seine Position überdenken.

  31. 81

    Mit großem Interesse und auch viel Verständnis habe ich die sicher auch sehr emotionalen Berichte über die Aktion des Behinderten-Beirates in der Arminiusmarkthalle zur Kenntnis genommen.

    Leider bleiben dabei einige wichtige Details außer acht. Und dabei geht es nicht um die bedauerlicherweise auch polizeilich festgestellte Tatsache eines Hausfriedensbruches und den damit einhergehenden Eindruck, den andere Besucher der Halle mit nach Hause genommen haben.

    Grundsätzlich gibt es für die Arminiusmarkthalle einen ihrem Alter geschuldeten gesetzlichen Bestandsschutz, der den Betrieb klar regelt. Angesichts der langfristigen Vermietung der Stände in der Halle kann ein zeitnaher Umbau von neuen Rampen derzeit nicht realisiert werden. Hier sind bspw. auch die Rechte unserer Mieter zu berücksichtigen. Zudem sind auch die von uns für Umbauten ermittelten Kosten nicht einfach mit Zuschüssen aus der Welt zu schaffen. Unter Berücksichtigung der denkmalschutzrechtlichen Rahmenbedingungen und der technischen Bestimmungen im Zusammenhang mit behindertengerechten Toiletten bis hin zu den zu schaffenden, da nicht vorhandenen technischen Voraussetzungen im Bereich bspw. neuer Leitungen oder Schiebtüren, stehen Kosten im Raum, die an einer prognostizierten Untergrenze von über 300.000 Euro liegen. Realistische Prognosen gehen dabei eher von einer Summe von bis zu einer halben Million Euro für den behindertengerechten Umbau der Markthalle zuzüglich der Folgekosten (Wartungen, Reparaturen etc. etc.) aus. Hier würden am Ende die Mieten der Halle, die derzeit noch an der Berliner Untergrenze liegen, auf dem Prüfstand stehen müssen. Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass die dann entstehenden zusätzlichen Kosten auf die Mieten umgelegt werden müssten. Die Zunft[orte] AG ist, im Gegensatz zur vorherigen Betreiberin, der städtischen Großmarkt GmbH, nicht in der Lage, Verluste mit Erträgen anderer Objekte zu verrechnen. Wer hier dann auf den Ertrag der Halle verweisen möchte, kann über diesen sehr überschaubaren gerne im Bundesanzeiger nachlesen.

    Mit Interesse habe ich auch den Hinweis auf nicht mögliche Theater- oder Veranstaltungsbesuche zur Kenntnis genommen. Neben vielen behinderten Personen als Kunden der Halle, sind seit langem auch schwer- und schwerstbehinderte Rollstuhlfahrer sehr gerne Besucher der unterschiedlichsten Theater- und Veranstaltungsformate. Dieses auch durch die Hilfe zahlreicher Mitarbeiter unserer Mieter bisher ohne irgendwelche Probleme.

    An dieser Stelle sei mir auch erlaubt darauf hinzuweisen, dass sich der veranstaltende Behindertenbeirat nach eigener Aussage in der Einladung zur Aktion bereits seit 2004 mit dem Zugangsproblem dieses 1891 gebauten Kulturdenkmals beschäftigt. Zu diesem Zeitpunkt – und dies auch noch bis zum Spätsommer 2010 – war die Senatstochter Berliner Großmarkt GmbH als Besitzer der Arminusmarkthalle zuständig.

    Wir selbst haben die denkmalgeschützte Markthalle in Moabit im Jahr 2010 übernommen und die historische Markthalle mit viel eigenem und dem Einsatz unserer zahlreichen Alt- und Neumieter reaktiviert. Aus der Zeit „vor uns“ sind uns keine Aktivitäten des Behindertenbeirats bekannt, die in der jetzt gezeigten Form auch nur ansatzweise Druck auf den Besitzer ausgeübt haben. Auf die mit ähnlichen baulichen Strukturen „kämpfenden“, teilweise ja noch immer im öffentlichen Eigentum befindlichen Markthallen Neun und am Marheinekeplatz in Kreuzberg darf ich verweisen.

    Sehr gerne stehe ich für weitere Fragen mobil unter 0151/15307908 zur Verfügung.

    Freundlichen Gruß Christoph Hinderfeld

  32. 82
    Thomas Koch sagt:

    Lieber Herr Hinderfeld,

    evtl. wäre ja auch ein anderer Blick, ein Perspektivwechsel, auf dies Angelegenheit möglich: Sie haben ein gut laufendes Angebot, das in Moabit und darüber hinaus gerne angenommen wird. Nun gibt es eine Kundengruppe, die sich beschwert und ausgegrenzt fühlt. Der erfolgreiche Geschäftsmann kann hier doch auch mit Stolz das große Interesse an seinem Angebot herauslesen … und Stolz können Sie auf Ihre Halle ja zu Recht sein.

    „Hausfriedensbruch“, O.K. das ist die gegenteilige Art der Betrachtung. Hier muss ich Ihnen sagen, dass gutes Beschwerdemanagement anders läuft. Geht´s nicht eine Nummer kleiner, problemorientierter … und damit nahe an Ihren Kunden?

    Damit möchte ich nicht bestreiten, dass ein Umbau für Sie eine starke, möglicherweise zu starke, wirtschaftliche Belastung sein kann. Ein „piss-in“ muss auch nicht nach jedermanns Geschmack sein. Aber zumindest reden sollte man doch mit seinen Kunden? Evtl. könnte die Stadtteilvertretung Turmstraße oder eine andere Institution mal einen Gesprächskontakt im wechselseitigen Respekt vermitteln. Ihre derzeitige Reaktion sollte nicht das letzte Wort bleiben.

  33. 83

    Sehr geehrter Herr Koch,

    sehr gerne. Meine Nummer finden Sie ja oben.

    Es gibt jedoch auch Stimmen von neutralen Besuchern der Halle, die Sie bei Facebook unter „Du bist aus Moabit (Tiergarten), wenn…“ finden, die die Veranstaltung anders wahrgenommen haben, als in den o.g. Artikeln vermittelt wird. Ich zitiere: „Ich war als Zuschauerin dabei und bin entsetzt gewesen. Ein wilder Mob, der sich lautstark (angefeuert von den Strippenziehern im Hintergrund) unterhalb der Gürtellinie produziert hat. Das gab keine Sympathien und ich fand die Aktion kontraproduktiv.“…

    Aber wie gesagt, man kann unterschiedlicher Meinung sein, ich stehe daher jederzeit gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

    Freundlichen Gruß

    Christoph Hinderfeld

    P.S. Nach meiner Wahrnehmung wird ja derzeit an einem Ansatz gearbeitet, der evtl. das Problem für die Halle und ihre Umgebung lösen hilft.

  34. 84
    wernereklatten sagt:

    Hallo Herr Hinderfeld,
    auch ich war einer der genannten neutralen Besucher der Halle.
    Auch ich habe keinerlei Verständnis oder gar Sympathie für diese sogenannte Aktion des Behinderten-Beirates. Krawallmacher, denen es zu keinem Zeitpunkt um einen sachlichen Dialog gegangen ist. Auch innerhalb meines Bekanntenkreises war man eher entsetzt über den unmöglichen Auftritt dieser Personen gewesen. Warum müssen sie als Betreiber sich für ihr nachvollziehbares Handeln noch rechtfertigen?Meiner Ansicht nach wäre eine öffentliche Entschuldigung durch die Kravallmacher gegenüber dem Betreiber und den Besuchern angebracht.
    MfG W.E.Klatten

  35. 85

    Sehr geehrter Herr Klatten,

    herzlichen Dank für Ihre Zeilen!

    Freundlichen Gruß

    Christoph Hinderfeld

  36. 86
    H. E. sagt:

    Wenn einerseits eine Behinderten-Toilette fehlt und andererseits ein riesiger unförmiger und jeder Markthallennutzung und jedem Denkmalschutz widersprechender Einbau wie der auf der rechten Seite möglich war, dann kann ich in keiner Weise nachvollziehen, dass es irgendwelche Gründe gegen den Einbau einer Behinderten-Toilette geben soll.
    Und wenn man dafür z. B. am Ende des oben genannten kubusartigen Einbaus einen kleinen Kubus anfügt oder an anderer Stelle einen unauffälligen kleinen Kubus zwischen anderen Einbauten versteckt. Wenn man suchen wollte, würde man auch finden.
    Und 300.000 EUR Baukosten für ein Klo? Nachtigall, ick hör‘ dir trapsen!

  37. 87
    friedhelmrumpf sagt:

    Ich habe selber ein physiologisches Defizit, bin gleichwohl regelmäßig und gern in der Halle. Ich denke, es gibt drängendere Themen, die erst einmal zu bearbeiten sind. Eine solche Aktion geltungssüchtiger Darsteller finde ich beschämend und auch sehr verletzend.

  38. 88
    Karin Bielitz sagt:

    Sehr geehrter anonymer ‚H.E.‘ – wenn Sie sich ein wenig mit den Gegebenheiten der Arminiushalle beschäftigen, würden Sie wissen, dass es den Kubus schon lange vor der Privatisierung gab und dass der aus Senatszeiten absoluten Bestandsschutz hat. Gegen irgendwo dazwischen heißt im Bereich der Gänge und da gibt es fast noch strengere Auflagen, um genau das zu verhindern.

    Davon abgesehen geht es garantiert nicht um ein ‚Klo‘, sondern um eine behindertengerechte Toilette mit sicher einem kaum überschaubaren Stapel an bundesdeutschen und EU-Rechtsvorschriften. Die Ihnen in Ihrem ungerechten Zorn kaum bekannt sein werden. Dafür kennen Sie die Nachtigall!

    Übrigens bin ich ein Mensch ohne physiologisches Defizit, kann aber den User ‚friedhelmrumpf‘ bestens verstehen. Ich war nämlich zu der beschämenden Piss In-Aktion auch in der Halle.

  39. 89
    Hartmut Eschenburg sagt:

    Wahrscheinlich kenne ich die Halle länger als Sie und ob der Einbau vor oder nach der Privatisierung entstanden ist, ist wohl egal. Er stellt jedenfalls weder eine typische Markthallennutzung dar noch ist er denkmalgerecht.
    Und welche Anforderungen an eine Behinderten-Toilette gestellt werden, brauchen Sie mir als Mann vom Bau auch nicht zu sagen. Aber die Forderung ist doch wohl absolut zeitgemäß. Wenn sie unschön erhoben wurde, ist das bedauerlich, am Inhalt ändert das jedoch nichts.

  40. 90
    Rané sagt:

    Zurück zum Inhalt ! Statt eine Aktion zu diskutieren, die vermutlich notwendig war, um auf das Problem aufmerksam zu machen, wären Vorschläge sinnvoller, wie so eine Toilette kostengünstig zu realisieren wäre. Die Summe von ca. 300.000,- verweise ich in das Reich der Fabel. Es fehlen auch überall in der Stadt noch barrierefreie Zugänge, aber wer keinen Rollstuhlfahrer persönlich kennt, hat vermutlich nicht die Sensibilität für die Thematik.

  41. 91
    Wolfgang Höwener sagt:

    Ich war in der Markthalle als die Behinderten für ihre Forderung demonstrierten, und wegen des Regens in die Markthalle mit ihren Rollstühlen fuhren. Doch nicht ihr Verhalten war unschön, sondern das Verhalten des Besitzers, oder Vertreter des Besitzers.
    Er holte die Polizei und unterstellte den Behinderten Hausfriedensbruch, ob er Anzeige erstattet hat, weiß ich nicht.
    Unverschämt war meiner Meinung nach nur sein Verhalten und die Antwort auf die Frage einer behinderten Frau, was sie machen solle, wenn sie in der Markthalle einkaufe und eine Toilette benötige ?
    „Dann müssen sie eben eine Windel benutzen“.
    Diese Antwort war unverschämt, und ich werde ganz sicher nicht mehr in der Markthalle einkaufen.

  42. 92

    Herr Höwener – die bedauerlicherweise und ohne jede Absprache in der privaten Halle stattgefundene Aktion erforderte zum Schutz von Besuchern und Standbetreibern ein Eingreifen und auch den Hinweis auf die widerrechtliche Nutzung. Diesem Hinweis wurde massiv und teilweise in beleidigender Form widersprochen.

    Meine Bitten, den Protest doch aus der Halle heraus in den öffentlichen Bereich zu verlegen, beantwortete man dann zusätzlich (hier tat sich die dunkelhaarige Dame vorne rechts an der Tür lautstark hervor) mit dem immer wieder vorgetragenen Satz ‚Holen sie doch die Polizei – wird sind im Recht, sie werden schon sehen … ‚.

    Da man jegliche Deeskalation ablehnte, wurde die Polizei benachrichtigt und diese verkündete dann den Demo-Teilnehmern, dass sie Straftaten (Hausfriedensbruch und mehr) verüben würden und auch bei einer Fortführung auf öffentlichem Gelände außerhalb der Halle eine Anmeldung der Demonstration notwendig sei.

    Das Thema Windel wurde im Rahmen der Aktion von den Teilnehmern selbst aufgebracht, die sich Windeln mitgebracht hatten und diese u. a. für ihre Argumentation einsetzten (bis hin als Einlage in mitgeführten Eimern). Eine partiell mitgehörte Diskussion kann in der Situation sicher missverständlich gewesen sein.

    Herr Eschenburg – der von Ihnen angeführte Kubus ist vertragsrechtlich/verbindlich und unter Denkmalschutzbedingungen seinerzeit noch vor der Privatisierung vom Senat genehmigt worden. Hier besteht absoluter Bestandsschutz. Wie es ihn vergleichbar (REWE, ALDI etc.) in wohl jeder Berliner Markthalle gibt.

  43. 93
    Hartmut Eschenburg sagt:

    Zu 88 und 92:
    Was soll das Reden über vertragliche Aspekte? Ich habe lediglich festgestellt, dass der Einbau des großen Kubus auf der rechten Seite m. E. nicht in die Halle paßt, weder aus denkmalpflegerischer Sicht noch von der Nutzung her.
    Und statt über das Verhalten von Personen zu lamentieren, sollten Sie lieber nach Möglichkeiten suchen, eine Behinderten-Toilette zu verwirklichen. Sie könnten z. B. mal das Gespräch mit der Firma Wall suchen oder auch mit dem Rathaus. Irgendwo in der Halle oder auf öffentlichem Grund oder auf dem rückwärtigen Rathausgelände wird es doch wohl 4 bis 6 qm geben, die man für solch ein Klo nutzen kann ?!

  44. 94
  45. 95
    Moa sagt:

    Es ist sehr ruhig geworden um die ZunftHalle ,vor einiger Zeit gab es noch viele ( soziale) Aktionen nun ist es still geworden

  46. 96
    Christine sagt:

    Weiß denn jemand, warum das Theater dort raus musste? Das fand ich eigentlich sehr schön.

  47. 97
    Rané sagt:

    „Die Kunst musste dem Kommerz weichen“ http://www.inseltheater-moabit.de/
    Aber das ist leider ja eh der derzeitige Trend in Berlin. Ob Theater, Ateliers oder Clubs, alle sind im Überlebenskampf. Aber Moabit hat es eh mit zwei geschlossenen Theatern hart getroffen.

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